Japanreise im April 2019

Impressionen des zweiten Teils meiner Japanreise

Auf einer Japanreise gibt es sehr, sehr viel zu sehen und zu bestaunen. Wie die meisten Besucher habe ich während meiner dreiwöchigen Tour nur die Hauptinsel Honshu  zwischen Hiroshima und Tokio besucht (mit Abstechern nach Fukouka ( Kirschblüte in Hiroshima und Fukuoka im März 2019 ) und Koya-san ( Koya-san im März 2019 ). Aber auch da gibt es Vielfältiges zu erleben  und an jeder Ecke warten zusätzliche Eindrücke.
An dieser Stelle werde ich daher nur einige Schlaglichter auf den weiteren Verlauf meiner Reise werfen. Nach meiner Rückkehr möchte ich ausführlicher berichten.

Besuch der Insel Miyajima

Miyajima wird hauptsächlich von Tagestouristen von Hiroshima aus besucht und ist durch einen kurze Überfahrt mit der Fähre zu erreichen. Dementsprechend  ist der Ansturm auf die kleine Insel. Mein Plan war, einmal dort zu übernachten.  Der berühmte Torii, das Eingangstor zum Itsukushima Shinto Schrein, steht bei Flut im Meer und kann bei Ebbe zu Fuß erreicht werden. Ich wollte den Torii bei jedem Wasserstand und nachts sehen, wenn er angestrahlt wird. Vor allem ging es mir darum, die Insel ohne die vielen Tagestouristen zu erleben. Leider musste ich bei meiner Ankunft auf der Insel mit meinem schweren Koffer, den ich über Treppen auf das Boot gehievt hatte, feststellen, dass mein Hotel, das  Hotel Coral Miyajima auf dem Festland lag, wenig idyllisch direkt neben dem Fährterminal.

Trotzdem genoß ich den Tag. Bei schönem Wetter unternahm ich eine Wanderung über viele Stufen auf den höchsten Berg der Insel den Mount  Minsen (530 m), von dem man eine berauschende Aussicht hat. Inzwischen hatte es sich stark abgekühlt. Auf dem Gipfel fielen sogar vereinzelte Schneeflocken.

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Burg Himeji-jo

Am nächsten Tag eilte ich mit dem Shinkansen nach Himeji. Die Burg Himeji-jo ist vom Bahnhof in ca. 20 Minuten zu Fuß erreichen. Man sieht sie gleich beim Aussteigen. Viele Besucher unterbrechen ihre Zugfahrt nur für ein paar Stunden und fahren dann nach Kyoto oder Tokyo. Ich hatte es nicht so eilig und konnte recht komfortabel im Bahnhofshotel übernachten.

Auf dem Weg zur Burg blies wieder ein eisiger Wind. Ich aß erst einmal eine heiße Ramen, um mich aufzuwärmen und zu stärken. In Himeji war die Kirschblüte wieder etwas weniger ausgeprägt, die Blüten waren laut Auskunft der Touristeninformation erst zu 30 % geöffnet.
Die Burg Himeji-jo ist die prächtigste japanische Burg, stammt aus dem 16. Jahrhundert  und eine der wenigen im Original erhaltenen japanischen Festungen. Der fünfstöckige Holzbau ist von einem Graben und sehr steilen Burgmauern umgeben.
Zur Burg bekam ich ohne Wartezeit Zutritt, aber dann stand ich mit vielen anderen Besuchern in aufeinanderfolgenden Innenhöfen, wo uns ein frischer sehr kalter Wind plagte. Als wir endlich im Untergeschoss der Burg ankamen, wurde es eher noch schlimmer. In japanischen Tempeln zieht man die Schuhe aus und läuft in der Regel auf Socken über die Holzfußböden. So war es auch in der Burg. Es zog dort gewaltig und wir standen immer wieder sehr lange in den einzelnen Stockwerken, wo es außer der beeindruckenden Architektur fast keine Einrichtungsgegenstände zu sehen gab. Im obersten Stock stand einen kleinen Schrein, aber der sehr schöne Ausblick war durch die  Gitterfenster überhaupt nicht geeignet zum Fotografieren. Als ich die Burg verließ, trug ich meine drei Jacken übereinander und bibberte immer noch.  Wie zur Belohnung schien beim Verlassen der Burg die Sonne und wir erfreuten uns an den schönen hängenden Kirschbäumen im Burghof. Kurz danach begann es aber zu regnen, so dass ich beschloss, mich  in mein warmes Hotelzimmer zu begeben.

Schöne Tage an den Fuji-Seen

Nach einer für japanische Verhältnisse langwierigen Anfahrt von fast vier Stunden mit Zug und Bus erreichte ich Kawaguchi-ko am gleichnamigen Fuji-See. Von dort kann man mit einem Touristenbus zu den anderen Seen fahren, die sich zumindest im Vorfrühling nicht stark unterscheiden. Viele Tagestouristen besuchten die Seen von Tokio aus, aber für den Badebetrieb war es noch zu kalt, so dass auch viele Lokale geschlossen waren. Während meines Aufenthaltes hatte ich eine durchgehend klare Sicht auf den Fuji, was nicht selbstverständlich ist, weil sich der Berg oft hinter Wolken versteckt.
Bevor die Tagestouristen kamen und nachdem sie abgereist waren, herrschte buchstäblich „tote Hose“ im Ort. Mein Riokan, eine schöne traditionelle Unterkunft mit Mineralbad im Keller, bot kein Frühstück an. Die sehr netten Familienmitglieder sprachen kein einziges Wort Englisch und konnten mich nicht beraten. Morgens früh waren alle Frühstückscafés geschlossen, so dass ich mehrmals beim Seven Eleven landete, der bekanntesten Convience Store Marke in Japan. Dort gab es eine Essecke und der Cafe Latte war nicht schlecht. Ähnlich ging es mit dem Abendessen, dass man sehr früh einnehmen musste, um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen. Am letzten Tag fuhr ich mit dem Zug in 20 Minuten zum Tempel Fuji Sengen-jinja. Über dem Tempel befindet sich eine Pagode, die man über steile Treppen erreicht, um dann mit einem wunderbaren Blick auf den Berg hinter der Pagode und einer tollen Fotomöglichkeit belohnt zu werden. Leider blühten dort wie auch an den Seen die Kirschbäume noch nicht, so dass den Fotos das rosafarbene Itüpfelchen fehlte.

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Zum Abschied Kirschblüte in Tokyo

Tokyo hatte ich ans Ende meines Japanaufenthalts gelegt und nun war ich bestens auf den Aufenthalt in der Megacity mit ihren knapp 10 Mio. Einwohnern (37 Mio in der Metropolregion, von denen viele zur Arbeit in die Stadt pendeln) vorbereitet. Mit dem Ubahnfahren kannte ich mich aus und wusste, wie ich mich mit Hilfe von Google Maps zurecht finde. Von Tokyo war ich angenehm überrascht. Alles war  größer als im restlichen Japan aber genauso gut organisiert. Ich hatte nur viereinhalb Tage zu Verfügung, was nicht ausreichte. Auf die geplanten Tagesausflüge nach Nikko und/oder Kamakura  verzichtete ich.

Zunächst schaute ich schwerpunktmäßig an Sakura-Hotspots vorbei, weil die Kirschbäume  schon voll aufgeblüht waren und die Blütenblätter zu fallen begannen. Im Ueno-Park war am Wochenende buchstäblich die Hölle los.

Abends besuchte ich den romantisch beleuchten Meguro River.DSC00934

Sehr angenehm war es  im Shinjuku-Garten, der Eintritt kostete. Neben den Hanami Picknickern gab es  liebvoll angelegte Beete, wunderschöne Bäume und Sträucher zu bewundern.


Schließlich schaute ich mir die Klassiker wie die Shibuya Kreuzung an, die von bis zu 15000 Passanten gleichzeitig überquert wird (leider war es etwas  leerer, weil es regnete).

Aktualisierung April 2020: Wie es auf der Shibuya Kreuzung während der Coronakrise ausschaut, könnt ihr live verfolgen :

https://worldcams.tv/japan/tokyo/shibuya-crossing

Achtung: an japanische Kreuzungen gehen alle Fußgänger gleichzeitig hinüber. Darauf müsstet ihr warten, um den Effekt zu sehen.

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Den Kaiserpalast konnte man nur mit einer vorgebuchten Führung besichtigen. Das wohl relativ flache Gebäude liegt verborgen im riesigen Garten.

Zweimal fuhr ich auf einen Aussichtsturm: den Tokyo Tower und den im Stadteil Asakusa gelegenen Tokyo Skytree. Dort gefiel der Blick besser, weil er noch deutlicher den Charakter der Megalopolis, zeigte.

An meinem letzten Tag in Japan regnete es. Nach dem obligatorischen Besuch des Nationalmuseums schaute ich beim Meji Schrein vorbei, der mitten in der Stadt in einer riesigen Parklandschaft liegt.

Vorläufiges Fazit: Japan ist recht einfach zu bereisen und bietet ganz außergewöhnliche Erlebnisse. Mir hat es sehr gut gefallen.

Es gibt noch viel mehr zu bemerken, aber das kommt zu einem späteren Zeitpunkt.

Es folgt der Bericht über meinen Aufenthalt in Südkorea.

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

Wenn Ihr euch über die vorherigen Stationen meiner Reise informieren möchtet, schaut doch einmal hier  Impressionen aus Kyoto im März 2019 Kyoto, Nara und Osaka im März 2019  Koya-san im März 2019 Kirschblüte in Hiroshima und Fukuoka im März 2019

 

Kirschblüte in Hiroshima und Fukuoka im März 2019

 

Fahrt nach Hiroshima

Zunächst musste ich mit der Metro zum Bahnhof  in Osaka fahren. Dabei erlebte ich zum ersten Mal in Japan die Rush Hour in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Auf jedem Gleis sind die Stellen, an denen man  ein- und aussteigen kann, farblich gekennzeichnet. An den Zusteigestellen standen die Pendler in ordentlichen Reihen an. Das tat ich auch, ließ aber, da ich mit Gepäck unterwegs war, drei vollgestopfte Züge vorbei fahren. Diese kamen im Minutenabstand und waren trotzdem immer noch extrem voll. Ich drückte mich zusammen mit den anderen Passagieren in den Waggon. Dann fiel mir ein, dass ich weniger Platz brauchen würde, wenn ich meinen Day Pack auf dem Koffer abstellte. Als ich damit noch beschäftigt war, drängelten sich weitere Menschen in den Zug.  Ich wurde so heftig geschubst,  dass ich fast über mein Gepäck gefallen wäre. Weiter hätte ich allerdings nicht stürzen können, jedenfalls nicht auf den Boden, sondern nur in die Menschenmenge. Wie sich die ansonsten überaus höflichen Japaner in der Rush Hour veränderten !

Nach Hiroshima fuhr ich mit dem Shin-kansen. Bahnfahren in Japan, vor allem mit diesen Schnellzügen, macht richtig Spaß. Sie sind auf die Minute pünktlich, alles ist wie üblich sauber geputzt, auch die Toiletten, neben denen es noch ein separates Waschbecken gibt. Für rund 330 Km brauchte der Zug nur knapp zwei Stunden. Um das zu schaffen,  fährt er auf  eigenen Gleisen und teilweise wie in Osaka von separaten Bahnhöfen ab.  Nebem dem „normalen“ Shinkansen gibt es noch eine Königsklasse, die noch einmal schneller ist, die Züge zischen mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit vorbei. Diese Zugklasse bewältigt die Strecke zwischen Osaka und Hiroshima in nur 85 Minuten. Mit dem Japan Rail Pass kann man diese Züge aber nicht benutzen.

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Hiroshima Grauenhaftes und Schönes

Wer nach Hiroshima reist,  muss auch das Friedensmuseum besuchen, das neben einer Demonstration der Folgen des Atombombenangriffs am 6.August 1945 vor allem Exponate persönlicher Habseligkeiten der verstorbenen Opfer zeigt und erschütternde Geschichten der zumeist jugendlichen Verstorbenen. Die Besucher standen stumm vor den Vitrinen, einige schnieften, manchen liefen Tränen über das Gesicht.

Nach diesem aufwühlenden Ereignis lief ich noch an den anderen Sehenswürdigkeiten vorbei, u.a. am bekannten Atomic Bomb Dome. Über dem Sitz der damaligen Industrie- und Handelskammer explodierte die Atombombe fast direkt. Alle Menschen im Epizentrum wurden sofort getötet und die Holzhäuser zerstört. Das beschädigte Gebäude der Handelskammer wurde als Mahnmal erhalten.

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Kirschblüte im Shukkei-en Garten

Nach so viel Schrecklichem brauchte ich eine Erholung und ging durch die Stadt Hiroshima mit ihren breiten und schön begrünten Boulevards zum Shukkei-en Garten. Es herrschte schönes warmes Frühlingswetter. Gleich am Eingang setzte ich mich ins Gartencafé. Und da stand auch schon der erste blühende Kirschbaum. Endlich ! Und so ging es weiter in dem auch im übrigen sehr schön angelegten Landschaftsgarten.  Da sich sowohl die Japaner als auch die ausländischen Touristen auf die Kirschbäume stürzten, war es schwierig, ein Foto eines Baums zu schießen ohne eine davor stehende mit Selfies und Porträtaufnahmen beschäftigte Menschenmenge.  Trotzdem waren die Blüten einfach wunderschön anzusehen.

Erholung und Hanami in Fukuoka

Inzwischen hatte ich sehr viel besichtigt und wollte mich ein bisschen erholen, deswegen wählte ich Fukuoka als nächstes Ziel, eine schöne lebhafte Stadt am Meer ohne herausragende Sehenswürdigkeiten, aber gerade darauf kam es mir an.

Relativ spontan,  ohne festes Ziel,  ging ich in die Innenstadt und schaute mir das  Treiben der Einheimischen an, beobachtete wie sie das Wochenende verbrachten. Auch zwei Hanami-Picknick-Spots entdeckte ich, den ersten zufällig im TenjinChuo-koen Park beim Rathaus. In diesem kleinen Park saßen die Einheimischen auf ihren meist blauen Picknickdecken und feierten Sakura, die Kirschblüte. Das fand ich recht gemütlich, so dass ich mir etwas von den Essensständen holte und mich ins Gras setzte. Unter einem Kirschbaum war natürlich kein Platz mehr frei.

 

Gezielt begab ich mich dann in den riesigen Maizuru Park, in dem eine richtige Volksfeststimmung herrschte. Neben den blühenden Bäumen gab es noch allerlei Attraktionen für Kinder, Hüpfburgen, Ponyreiten und Tiere streicheln. Es war sehr beeindruckend zu sehen, dass bei allen  kulturellen Unterschieden Kinder und Eltern doch gleich reagieren. Vater und Mutter sind sehr stolz, dass ihr Kleines auf einem geführten Pony reitet und lichten das Ganze vielfach ab. Gleichzeitig befürchten sie, dass dem Kind, obwohl es festgehalten wird und einen Sturzhelm trägt, etwas passieren könnte und laufen soweit wie möglich mit. Das Kleine sitzt völlig verkrampft auf dem Tier, lächelt aber, als ob es ihm doch gefällt.

Am nächsten Tag war das Wetter leider kalt und windig. Meinen ursprünglichen Plan auf eine der vorgelegten Inseln zu fahren, gab ich daher auf. Ich fuhr auf den Fukuoka Tower, bestaunte den Ausblick und ging am menschenleeren Strand spazieren.

Danach lief ich zufällig am örtlichen Baseball-Stadium vorbei und erlebte, wie die Fans zum Spiel ihres Heimatteams, den Fukuoka SoftBank Hawks, strömten.

Insgesamt hat mir der Aufenthalt in Fukuoka sehr gut gefallen. Oft war ich als einzige weiße Touristin unterwegs und habe das authentischen Leben der Einheimischen beobachten können. Ein bisschen Erholung vom „Hardcore Sightseeing“  der zahlreichen Tempel und Schreine hatte ich auch nötig.

PS: Inzwischen bin ich in Korea angekommen und „hänge“  mit meinen Berichten über die Japanreise sehr hinterher. Wahrscheinlich wird mein nächster Bericht nur einige Impressionen enthalten und eine Nachlese meiner Eindrücke erfolgt, wenn ich wieder zu Hause bin. Wie geht euch das ? Könnt ihr während einer Reise aktuell bloggen oder erledigt ihr das nach eurer Rückkehr?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

Tophighlight: Koya-san im März 2019

Buddhistischer Friedhof Oku-no-in

Nach Koya-san bin ich aus mehreren Gründen gefahren. Ich wollte den Oku-no-in sehen, einen riesigen buddhistischen Friedhof, auf dem sich neben jahrhundertealten mit Moos überwucherten Grabmälern mit Stelen und Stupas auch zeitgenössische befinden, z.B. für Mitarbeiter der Panasonic Corporation. Der Oku-no-in ist etwa zwei Kilometer lang und ganz am Ende liegt das Mausoleum von Kobo Daishi, der den Shingon Buddhismus und die Klosteranlage Koya-san im 9. Jahrhundert gegründet hat. Nach einer Legende soll Kobe Daishi nicht gestorben sein, sondern sich in ewiger Meditation in seinem Grab befinden, wo er auf die Ankunft des zukünftigen Buddhas wartet, um dessen Botschaft an die Menschheit zu entschlüsseln. Zwischenzeitlich soll er denjenigen helfen, die ihn um Erlösung bitten. Der Oku-no-in ist einer der heiligsten Stätten Japans und zahlreiche Pilger suchen ihn auf.

Tempelübernachtung

Außerdem wollte ich in einem buddhistischen Tempel übernachten. Von den über hundert Tempeln im Ort, bieten ca. 50 shukubo, d.h. Pilgerübernachtung mit Halbpension, an. Dabei wird buddhistische Küche ohne Fleisch, Fisch, Knoblauch und Zwiebeln angeboten, die kunstvoll präsentiert wird und sehr delikat schmeckt.

Von Osaka fuhr ich fast drei Stunden nach Koya-san, zuerst mit dem „Eil“zug, dann mit einer äußerst steilen Zahnradbahn und zum Schluss mit dem Bus. In der letzten Stunde wurde die Fahrt immer  schöner. Die Berglandschaft wirkte so dramatisch  wie auf einer japanischen Tuschezeichnung.

Es folgen einige Impressionen aus Koya-san.

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Zimmer im Tempel
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Abendessen nach shojin ryori Art

Nach dem Abendessen besuchte ich noch den Tempelkomplex Garan, der in unmittelbarer Nachbarschaft lag und an diesem Abend stimmungsvoll angestrahlt war (siehe Beitragsbild).

Kurzwanderung vor der Abreise

Am nächsten Morgen nieselte es leicht, aber es war ohne weiteres möglich, vor meiner Rückreise eine kleine Wanderschaft auf einen etwa 100 Meter höher gelegenen Berg  zu unternehmen. Die erhoffte Aussicht über die Berge rund um Koya-san hatte ich leider nicht. Es war sehr diesig. Aber ich traf bei einem Shintoschrein einen japanischen Rentner, der gerade dabei war, die Löwenfiguren, die das Heiligtum bewachten, zu messen. Sein Hobby war das Erfassen und Dokumentieren von Schreinen. In Osaka und Umgebung hatte er bereits über 1100 Schreine beschrieben. Was für eine  schöne und sinnvolle Beschäftigung im Rentenalter.

 

Bewertung

Koya-san liegt in einer sehr idyllischen waldreichen Umgebung und bietet gute Erholung von den Städtaufenthalten. Der Oku-no-in hat mir mit seiner unvergesslichen Stimmung und der wunderbaren Lage im Zedernwald sehr gut gefallen. Rund um das Mausoleum herrschte Fotografierverbot, aber die ehrfürchtige Stille der betenden Pilger zu stören, hätte sich ohnehin verboten.

Die Unterbringung im geschmackvollen Ambiente meines Zimmers fand ich sehr besonders und habe vor allen das Schlafen auf dem Futonbett genossen, das nach dem Abendessen ausgerollt wurde. Die buddhistische Mönchsküche war überraschend würzig, besonders die Gemüse- und Pilzbrühen. Für meinen Geschmack gab allerdings etwas zu viel Tofu.

Morgens um 6 Uhr durften wir an der Gebetsstunde der Mönche teilnehmen. Wir hockten eine halbe Stunde lang auf den Hacken oder im Schneidersitz und lauschten dem für westliche Ohren monotonen Singsang. Schließlich durften wir einzeln vortreten und einen stillen Wunsch an Buddha richten. Als es ein gemeinsames Frühstück gab, saßen die meisten Gäste wieder in diesen Haltungen auf dem Boden und es wurde nur gedämpft geflüstert. Das fand ich übertrieben, brach daher relativ schnell auf.

Insgesamt war der Aufenthalt in Koya-san eine einzigartige Erfahrung für mich.

Jetzt fragt ihr euch sicher, wann ich den endlich die Kirschblüte 🌸 gesehen habe. Darüber berichte in meinem nächsten Post.

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

Wollt ihr wissen, was vor Koyasan geschah, dann schaut doch mal hier:

Happy Birthday, kleiner Blog ❤️
Impressionen aus Kyoto im März 2019
Kyoto, Nara und Osaka im März 2019