Begegnungen in Südkorea

Reiseerfahrungen in Südkorea

Im April 2019  reiste ich drei Wochen lang durch Südkorea. Hierzu habe ich schon mehrfach berichtet Meine andere Südkoreareise Kurioses und Geniales aus Südkorea  und  Wandern in Südkorea .

Neben schönen und sehr interessanten Erlebnissen beschäftigen mich bis heute meine Begegnungen mit den Einheimischen und wie sich diese auf meine Reise auswirkten.

Nachfolgend gebe ich meine persönlichen Reiseerlebnisse wider. Allgemeine Aussagen über „die Koreaner“ sind nicht beabsichtigt.

Den Weg finden

Von Tokyo kommend reiste ich über den Flughafen Gimpo ein. In Japan war es ein guter Plan gewesen, bei der Ankunft an einem neuen Ort die Touristeninformation aufzusuchen und dort einen Stadtplan zu holen sowie weitere Informationen z.B. zum Subwaynetz. Im International Airport Gimpo gab es keinen Plan im Tourist Information Center.

Tragisch war das nicht, weil ich ohnehin mit dem Taxi ins Guesthouse in Seoul fahren wollte. Dort traf ich den sehr netten Inhaber, der mir in den kommenden Tagen immer wieder helfen, z.B. die beste Anfahrt zum Bukhansan Nationalpark erklären würde, aber einen Stadtplan hatte er auch nicht. An der Wand hing ein Metroplan, den ich mit dem Handy fotografierte. Am nächsten Tag ergatterte ich doch noch einen Innenstadtplan, aber in den übrigen Orten in Südkorea war es schwierig. In Gangneung, Gyeongju und in der Inselhauptstadt Jeju- si  gab es nur eine grobe Übersicht. Auf einem Tagesausflug an die Südküste von Jeju nach Seogwipu bekam ich einen richtigen Plan mit Straßennamen in lateinischer Schrift und fühlte mich fast wie bei einem Sechser im Lotto.

An meinem ersten Tag in Seoul besichtigte ich die bekannten Paläste, zunächst  Gyeongbokgung, der ganz in der Nähe meines Guesthouses lag und ging dann weiter zum Changdeokgung. Den Weg hatte mir der Inhaber des Guesthouses beschrieben und ich konnte ihn auf dem inzwischen ergatterten Stadtplan weiterverfolgen. Leider war auf dem Rückweg eine Straße wegen Bauarbeiten gesperrt und meine Orientierung war dahin. Ich fragte zwei älterere Herren nach dem Weg zum Gyeongbokgung. Sie winkten mir zu und baten mich auf koreanisch, ihnen zu folgen. Wir liefen dann eine gute Viertelstunde nebeneinander und an einer Palastmauer mit einem Tor, das mir bekannt vorkam, verabschiedeten wir uns . Bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass es sich nicht um Gyeongbokgung handelte. In diesem Moment kamen die beiden schon zurück und wir beratschlagten auf Koreanisch bzw. Englisch, wo wir uns befanden, was die Beiden nicht zu wissen schienen (!). Ein vorbeilaufender amerikanischer Tourist erklärte mir den Weg und empfahl,  die Metro zu nehmen, weil ich mich weit vom Gyeongbokgung entfernt hatte. Nach diesem, wenn auch liebenswerten, Erlebnis kaufte ich mir sofort eine koreanische SIM Card für mein Smartphone.

Dann stellte ich fest, dass Google Maps auch online in Südkorea nicht ausreichend funktioniert. Fußwege werden  nicht angezeigt und Busverbindungen existieren z.T. nicht so wie angezeigt. In Südkorea lässt die Regierung aus Sicherheitsgründen den Online-Kartendienst nur eingeschränkt zu wegen des Konflikts mit Nordkorea. In Seoul konnte ich „City Mapper“ verwenden, sogar auf Deutsch, und damit war mein Navigationsproblem vorerst gelöst.

Mein nächster Stop war Gangneung. Im Hotel hatte ich angefragt, wie ich vom Bahnhof am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin gelangte. Der Rat lautete kurz und bündig „Take a taxi.“ Vor dem Bahnhof stand eine Reihe Taxis. Sie fuhren vor, um die Passagiere aufzunehmen. Der Fahrer öffnete die Kofferraumklappe von innen. Ich hatte alle Mühe, meinen schweren Koffer in den hochgelegenen Kofferraum zu hieven, musste mehrmals ansetzen und das dauerte etwas. Der Fahrer stieg nicht aus, um mir zu helfen, sondern rief aus dem Fenster gelehnt, dass ich mich beeilen sollte. Im Auto zeigte ich ihm die koreanische Schreibweise meiner Hoteladresse. Als ich ihn dann noch fragte, was die Fahrt kosten würde, schrie er mich an, natürlich auf Koreanisch. Ich war erst einmal fassungslos und dann froh, als er mich vor dem richtigen Hotel absetzte.

Dort probierte ich City Mapper aus, um mir einen Überblick über die Stadt zu verschaffen, da ich auch keinen Stadtplan im Hotel bekommen hatte. (Es gab wirklich keinen, selbst in der ansonsten sehr hilfreichen Touristeninformation am Bahnhof mit einem excellent Englisch sprechenden Mitarbeiter. Von ihm erfuhr ich dann die Basics, Busverbindungen zum Strand, wie heißt die Haltestelle, an der ich aussteigen muss, um zum Hotel zurückzukommen, o.Ä). City Mapper meldete mir, dass ich mich nicht in Seoul befinde, daher funktioniere es nicht. Ich versuchte wieder einmal,  die Naver App herunterzuladen, die in Korea jeder benutzt und die Fußwege und alle Verkehrsverbindungen sogar mit Preisen anzeigt. Das klappte allerdings nur in der koreanischen Variante mit Hangeul Schriftzeichen.

Als ich vom Strand zurückkam, bummelte ich noch durch die Innenstadt und dann wußte ich nicht genau, wo sich mein Hotel befand. Da ich vor einer weiteren Touristeninformation stand, ging ich hinein und fragte nach. Dort sprach man kein Englisch. Kein Problem dachte ich und zeigte die koreanische Adresse meiner Buchung.  Leider verstanden die beiden Damen überhaupt nicht, was ich wollte. Suchte ich ein Hotel zum Übernachten ? Nachdem ich selber ein bisschen mit Google Maps herumprobiert hatte, sah ich das Hotel, den einzigen Wolkenkratzer in der Gangneunger Innenstadt, nicht weit entfernt. Prima, dachte ich, und fotografierte das Gebäude für den Fall, dass ich wieder einmal jemand fragen musste. Zwei Tage später sollte ich feststellen, dass das nichts änderte. Die Passanten, die ich um Auskunft bat, kannten das markante Gebäude  nicht.

Am nächsten Morgen war dringend mein Bargeldproblem zu lösen. Zwar konnte man überall die Kreditkarte benutzen, aber auf die Dauer wollte ich nicht jeden Kaffee damit bezahlen. In Südkorea geht man zu einer Bank , um am Automaten Geld zu holen, im Seven Eleven,  wie in Japan und Taiwan, funktioniert es mit ausländischen Karten nicht. Aber auch die Bankautomaten hatten kein Geld herausgerückt, man braucht einen „Global ATM“. Danach  fragte ich die Dame an der Hotelrezeption, worauf sie erwiderte „Oh, I don’t know“ und keine Anstalten machte, irgendwie zu helfen. Auf meine weitere Frage, wie ich zum Busbahnhof käme, wo ich mich wegen meiner Weiterfahrt erkundigen wollte, entgegnete sie „Why don’t you take a taxi ?“ Nun  ja !

Den Bankautomaten fand ich selber, aber dann stand ich an einer Haltestelle, an der im Minutentakt Busse abfuhren und wußte nicht, welcher zum Busbahnhof fuhr. Sobald man im richtigen Bus saß, war übrigens alles gut, die Haltestellen wurden auch auf Englisch angesagt. An der Haltestelle warteten sehr viele Leute, von denen ich einige nach dem Bus zum Busterminal fragte. Zuerst sprach einen jungen Mann an, weil ich dachte, dass die Jugendlichen in der Schule bestimmt Englisch lernen. Wie dem auch sei, er griff zu seinem Handy. Aber statt über Google Translate  zu helfen, fing er an zu telefonieren. Andere schüttelten  auf meine Frage hin den Kopf und sagten „No English“  oder zuckten mit den Achseln, ohne etwas zu sagen. Schließlich erbarmte sich eine ältere Frau und gab mir ein Zeichen, dass sie auch zum Busbahnhof fuhr.

Ähnliche Erlebnisse hatte ich immer wieder an Bushaltestellen. Schließlich gelang es mir „Naver“ auf Englisch herunter zu laden, so dass fast alle Nachfragen entfielen. Manchmal musste ich aber doch etwas fragen, z.B. zeigte die App oft nicht genau die Straßenseite der Bushaltestelle an. In Jeju City hielt der Bus direkt vor dem Hotel, aber der vielsilbige Name der Haltestelle war für mich nur schwer auszusprechen. Das führte dazu, dass ich keine Antwort bekam, weil ich z.B. eine Silbe falsch betont hatte. Auch das Vorzeigen des in Hangeul geschriebenen Namens half  oft nicht weiter. In Korea war ich froh, wenn ich die U-Bahn benutzen  konnte, da das System sehr einfach zu verstehen ist.

Am Bus Terminal  wollte ich ein Ticket nach Gyeongju für den nächsten Tag kaufen. Ich ahnte nicht, dass dieses Vorhaben zu größeren Unwägbarkeiten führen würde. Die Dame am Schalter verstand mich nicht und schickte mich zur Tourist Information, die sich im gleichen Gebäude befand. Meine Frage nach der Busverbindung konnte dort mangels Fremdsprachenkenntnissen zunächst nicht beantwortet werden. Ich wurde aber mit einer Englisch sprechenden Mitarbeiterin verbunden. Diese erklärte mir, dass ich nur die Fahrt bis nach Pohang buchen könne, von dort aber in kurzen Abständen Busse nach Gyeongju führen. Mit dieser Information ging ich zurück an den Schalter, um ein Billet nach Pohang lösen. An der Anzeigetafel hatte ich gesehen, dass es eine Verbindung um 9:30 Uhr gab. Zu der Dame am Schalter sagte ich, dass ich für folgenden Tag , dem 19.4., den Bus zu dieser Zeit nehmen wollte. Sie fragte „Day?“ und ich antwortete „19“. Daraufhin sie wieder „Day?“ und ich etwas lauter als vorher „19“. Ich malte die Zahl mit dem Finger auf, einen Stift hatte ich leider nicht dabei. Die Dame wollte mir ihren Stift nicht geben und so führten wir unseren unfreundlicher werdenden Austausch fort. Schließlich wurde ich wieder zur Touristeninformation geschickt. Nachdem ich erneut mit der englischsprechenden Angestellten telefoniert hatte, bat diese eine der beiden Damen in der Info, mit mir das Ticket kaufen zu gehen !

Während der mehrstündigen Fahrt nach Pohang graute es mir vor dem nächsten Ticketkauf. Aber überhaupt kein Problem ! Wie es mir geraten worden war, zeigte ich auf den koreanisch geschriebenen Namen meines Ziels ( koreanische Ortsnamen werden oft anders ausgesprochen als in der lateinischer Umschrift, da kann man bei mündlicher Bestellung leicht woanders landen), erhielt ein Billet für den nächsten Bus und meine Frage nach dem Bahnsteig wurde in perfektem Englisch beantwortet.

Im Nachhinein betrachte ich meinen Aufenthalt in Gangneung als den Tiefpunkt meiner Reise. Ähnliches hatte ich bei mehreren selbstorganisierten Reisen durch Asien noch nicht erlebt. Während meines fast dreitägigen Aufenthalts in der Stadt sah ich aber auch  nur einen westlichen Besucher und zwar in Begleitung einer koreanischen Frau.

„Koreaner sind etwas rauhbeinig“

Es handelt sich um ein Zitat einer Amerikanerin koreanischer Abstammung, die ihre Landsleute als „ A little rough“ bezeichnete.

In Japan begegnet man einer unglaublichen Höflichkeit. Japaner entschuldigen sich ständig, beim nichtigsten Anlaß, z.B. wenn sie dir in einer Menschenmenge entgegenkommen und du einen kleinen Schritt zur Seite gehen musst, um ihnen auszuweichen. Manchmal war mir es fast zu viel. Nach dem Einchecken im Hotel brachte mich eine Angestellte zum Aufzug und verbeugte sich immer wieder lächelnd, bis die Tür geschlossen war. Das fand ich übertrieben und es zuckte mir  in den Fingern, den Knopf zu drücken, um die Aufzugstür schneller zu schließen, aber das wäre sicher sehr unhöflich gewesen.

In Korea sind viele Leute in der Öffentlichkeit unterwegs und man wird sehr oft angerempelt. Zuerst dachte ich, es läge an meinem Day Pack, der mir oft vollgepackt vom Rücken herunterhing, so dass ich mehr Platz einnahm als andere Passanten, was von den Vorbeigehenden nicht bemerkt wurde. Ich gewöhnte mir an, in einer Menschenansammlung den Rucksack eng am Körper oder vorne zu tragen. Aber das änderte nichts. Alt und Jung schrammten an mir vorbei. Einmal filmte ich eine Karatevorführung. Aus dem Augenwinkel sah ich eine ältere Frau, die direkt hinter mir vorbeigehen wollte. Ich legte Wert darauf, dass meine Aufnahme nicht verwackelte und ging vorsichtig einen Schritt nach vorne. Zack, die Gute rannte gegen meinen Rucksack. Ich setzte erneut zum Filmen an, da kam sie zurück und dieses Mal rannte sie mich fast um. Am meisten erstaunte es mich, dass sich bei diesen Gelegenheiten, die ja mal vorkommen können, niemand entschuldigte. Die Einheimischen,  Kinder und Erwachsene,  gingen wortlos weiter. Manchmal schaute ich sie fragend an, wartete auf ein „Sorry“ oder vielmehr ein „Byeonmyeong“ , aber das kam nicht. Es fällt mir schwer, es zu sagen, aber koreanische Passanten, die dich anrempeln, entschuldigen sich nicht. Es scheint nicht zu ihrer Kultur zu gehören.

In Unterkünften habe ich dagegen oft „Sorry !“ gehört. Das bedeutete,  dass ein Service nicht angeboten wurde und damit hatte es sein Bewenden. In meinem Hotel auf Jeju gab es z.B. nur am ersten Tag Frühstück. Dann hing ein Schild im Aufzug, dass es bis auf weiteres kein Frühstück mehr gab und es folgte  „ We’re sorry to give you an inconvience“. Ich übernachtete dort mehrmals  und legte Wert auf die Mahlzeit im Haus, ein Minifrühstück hätte mir gereicht. Aber auf meine Nachfragen entgegnete das Personal stets nur „Sorry !“, ohne mir eine Alternative anzubieten.

Fazit:

Reisen in Korea hatte ich mir anders vorgestellt. Wenn ich jemand ansprach, grüßte ich zuerst freundlich lächelnd („Annyeonghaseyo“ oder „Haseyo“) und bedankte mich mit „Kamsahamnida“.  Zum Teil begegnete ich einer geringen Hilfsbereitschaft, eher selten auf unfreundliche Reaktionen, die mich schlucken ließen. In Seoul und Busan, aber auch in Gyeongju, habe ich dagegen häufig nette Einheimische getroffen, mit denen ich mich gut verständigen konnte, auf Englisch, mit der Unterstützung von Google Translate, altmodisch mit Zeichensprache oder einer Kombination von alledem.

Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, zuerst nach Korea zu reisen und sich danach über die  höflichen und lieben Japaner zu freuen.

In Taiwan, das ich danach bereiste, habe ich die fantastische Hilfsbereitschaft der Einheimischen kennengelernt, Impressionen aus Taiwan,  die  sich über die wenigen westlichen Touristen regelrecht zu freuen schienen und mir ihre Hilfe anboten, bevor ich gefragt hatte.

Wart ihr schon in Südkorea unterwegs und wie habt ihr die Reise  erlebt ?

Über eure Kommentare und eure Likes freue ich mich immer sehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Taiwan, die Zweite

Tainan

Tainan, die älteste Stadt Taiwans mit prachtvollen historischen Tempeln und den Überresten von zwei Festungen der Niederländer aus dem 17. Jahrhundert, besichtige ich pflichtgemäß aber mit schon gebremstem Enthusiasmus. Ganztägige Temperaturen über 30 Grad und die sehr hohe Luftfeuchtigkeit machten mir zu schaffen. Auch war ich bereits zwei Monate unterwegs und eine gewisse Müdigkeit beim Sightseeing hatte mich gepackt.

Meine Reise zum Alishan

Um so mehr freute ich mich auf ein weiteres Highlight der Natur des Landes: die Alishan National Forest Recreation Area. Die Gegend wird wegen ihrer uralten roten Zypressenwälder besucht, die umgeben sind von einer atemberaubenden Bergwelt. Ich sehnte mich nach den kühleren Temperaturen und freute ich mich auf das Wandern. Auch wollte ich den berühmten Sonnenaufgang, die „Sea of Clouds“, sehen, wo man mit etwas Glück den Yushan, den höchsten Berg Taiwans (3952 m), über den ziehenden Wolken in einem magischen Licht bestaunen kann.

Früh am Morgen fuhr ich zunächst mit dem Zug nach Chiayi. In der Zeitung las ich, dass es im Norden und in Taiwans Mitte sintflutartige Regenfälle gegeben hatte. Wie zur Bestätigung begann es zu regnen und dicke Tropfen prasselten gegen die Scheiben. Außerdem meinte das Horoskop, dass es kein guter Tag zum Reisen sei. Es sollte sich herausstellen, dass das auf meine Reise zutraf.

In  Chiayi suchte ich die Touristeninformation im Bahnhof auf, um zu fragen, wo der Bus nach Alishan abfuhr und erfuhr, dass es die Busverbindung unterbrochen war, weil  die Straße nach einem Erdrutsch unpassierbar war. Fahren konnte ich mit dem Bus oder dem Zug bis nach Fenchihu, das ungefähr auf zwei Dritteln der Strecke lag.  Ich wusste, dass die Strecke zum Alishan seit einem Taifun im Jahr 2009  nicht mehr durchgehend mit dem Zug befahrbar war. Von Fenchihu muss man seitdem den Bus nehmen. Gegen die Fahrt mit der Bahn hatte ich mich entschieden, weil das Zügle für die 52 km von Chiayi nach Fenchihu  2,5 Stunden braucht. Nun kaufte ich mir kurzentschlossen ein Bahnticket und ergatterte gerade noch einen Platz in der letzten Verbindung am Morgen. Am Nachmittag gab es nur noch Rückfahrten.

Die historische Alishan Forest Railway wurde während der Zeit der japanischen Herrschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut und diente dem Transport von Stämmen der jahrhunderte und sogar jahrtausende alten Zypressen (Red Cyprus) hinunter ins Tal. Die Stämme wurden nach Japan weiter transportiert, um daraus exclusive Möbel zu  bauen. Heutzutage ist die Bahn eine Touristenattraktion.

Berühmt ist die Bahn, weil sie den steilen Aufstieg von Chiayi nach Fenchihu über fast 1400 m ohne Zahnradtecknik bewältigt, sondern sich in Spiralen an den steilen Berghängen hinaufschraubt (Foto des Modells, s. unten).

Über die Bahnfahrt hatte ich mich nicht vorher informiert, daher wusste ich von der speziellen Technik nichts. Die Schaffnerin, die auch als Reiseführerin fungierte, gab lange chinesische Erklärungen ab. Auf Englisch rief sie nur jeweils „first loop“, „second  loop“ etc. und ich fragte mich, worum es ging. Zwischendurch schrie sie „Left, …“ oder „Right, very beautiful view“. Die Schienen verliefen durch einen verwunschenen  Urwald, aber es regnete ununterbrochen und die Fernsicht war gleich Null.

Auch hatte ich andere Probleme zu lösen. In Alishan hatte ich ein Hotel für zwei Nächte gebucht, das nicht mehr stornierbar war. Ich tauschte mehrere Mails mit dem Hotelbesitzer aus, der mir schließlich bestätigte, dass es keine Busverbindung gab und mir versprach, die Buchung seinerseits zu stornieren. Dann überlegte ich, was ich in Fenchihu unternehmen konnte. Sollte ich mit dem Nachmittagszug zurückfahren ? Die anschließenden Übernachtungen am Sonne-Mond-See hatte ich erst zwei Nächte später gebucht und sie waren nicht mehr stornierbar. Vielleicht konnte ich am Nachmittag  auf den Trails rund um Fenchihu spazieren gehen, wenn das Wetter besser würde. Auch gab es ein kleines Eisenbahnmuseum und eine Old Street. Eventuell konnte ich am folgenden Tag das Alishan Gebiet erreichen und dort eine Nacht bleiben statt zwei.  Schließlich buchte ich über Booking ein Hotel in Fenchihu für die kommende Nacht. Das war eine knappe Stunde, bevor ich dort ankam und die Auswahl war nicht mehr groß. Wie gut aber, dass es Booking gibt und die Datenverbindung während der Zugfahrt zwar schwächelte aber bestehen blieb.

In dem Moment als wir in Fenchihu aus dem Zug stiegen, öffnete der Himmel seine Schleusen noch weiter. Wenn es vorher stark geregnet hatte, dann prasselte der Regen nun sehr stark. Zu sagen, dass es wie aus Kübeln goß, wäre untertrieben. Wie aus Badewannen? Um ins Bahnhofsgebäude zu gelangen, mussten wir ein Gleis überqueren. Es gab aber keinen Überweg, d.h. ich musste meinen schweren Koffer in das Gleisbett hinunterstellen und wieder nach oben heben.

Dabei wurde mir klar, dass ich unter meinem kleinen Reiseschirm mit dem Koffer nicht zum Hotel laufen und dabei gleichzeitig auf meinem Smartphone mit Google Maps navigieren konnte. Ich lief los und fragte unterwegs Passanten nach meiner Unterkunft. Das Problem war, dass fast nur Tagestouristen unterwegs waren, die sich nicht auskannten. Die Einheimischen saßen entweder in den zahlreichen Souvenirläden oder hüteten sich, bei diesem Wetter das Haus zu verlassen. Ich hätte einfach eine Skizze mit dem Weg zeichnen sollen, aber so schlau war ich an diesem anstrengenden Tag nicht mehr. Mehrmals erhielt ich falsche Auskünfte, auch von Ladenbesitzern,  und schob in dem Bergdorf meinen Koffer  hinauf und hinab, immer begleitet von hinabschießendem Regenwasser. Beim Heruntergehen klammerte ich meinen Koffer fest, damit er nicht in die Touristenmassen rollte. Auch hatte ich Angst, dass das Gepäck mich auf der nassen Straße nach unten ziehen würde. Schließlich wurde mir gesagt, die Hotelrezeption befinde sich auf der Old Street unter dem Seven Eleven Markt. Nachdem ich einige Stufen mit dem Koffer eher stolpernd als gehend hinter mich gebracht hatte, ließ ich mich erleichtert auf einen Stuhl an der Rezeption fallen. Dort erfuhr ich, dass ich falschen Hotel gelandet war. Selbst die Einheimischen verwechselten die beiden Hotels wegen ihrer ähnlichen Namen häufig. In diesem Moment reichte es mir. Es fehlte nicht viel und ich wäre in Tränen ausgebrochen. Stattdessen fragte ich nach Kaffee. Den gab es im Hotel nicht (?), aber die sehr nette Dame erlaubte mir, meinen Koffer abzustellen, so dass ich im Seven Eleven bei einem Caffee Latte durchschnaufen konnte. Außerdem unterhielt ich mich sehr nett mit einer Taiwanerin, die ihre Reisegruppe verloren hatte. Das war nur schade aber nicht problematisch, weil ein Treffpunkt am Bus in einer Stunde vereinbart war.  Durch mein koffeinhaltiges Lieblingsgetränk und angenehme Gespräche gestärkt wagte ich mich wieder nach draußen. Der Regen hatte etwas nachgelassen und schließlich fand ich mein Hotel, nicht ohne noch einmal zu fragen. Ich stand vor dem Gebäude, das direkt an einem großen Busparkplatz lag, und hatte den Eingang nicht gesehen, der hinter mehreren Souvenirständen versteckt lag.

Beim Einschecken erhielt ich ein laminiertes Schild, auf dem auf Englisch alles Wissenswerte zum Hotel stand, ansonsten war keine Kommunikation möglich. Als ich später eine Frage hatte, rief die Besitzerin jemanden zu Hilfe. Es handelte sich nicht um ein Familienmitglied sondern um einen anderen sehr netten Gast aus Singapur, der aus seinem Zimmer kam um zu dolmetschen.

Nachmittags  spazierte ich bei Regen noch ein bisschen durch das Dorf, besichtigte das Eisenbahnmuseum und ging zum Essen. Aus Fenchihu kommt angeblich die berühmte taiwanesische Lunchbox, die ich schon vorher im Zug gegessen hatte. Dazu gehört ein mariniertes Kotelett, panierter Fisch, ein Teeei, Reis und Gemüse.  Eine schmackhafte Mahlzeit für wenig Geld (2,5 bis 3 €).

Am Abend bestaunte ich noch die Glühwürmchen, die ganz in der Nähe des Hotels herumschwirrten und  sank dann geschafft in die Federn.

Am nächsten Morgen regnete es immer noch, aber dann riß es schlagartig auf. Inzwischen war es möglich, mit einem Taxi nach Alishan zu fahren, allerdings nur morgens für einige Stunden hin und gegen Abend in einem begrenzten Zeitraum zurück. Für Busse war die Strecke noch nicht befahrbar. Ich entschied mich ziemlich schnell gegen diese Tour, fand sie zu stressig und war mir nicht sicher, ob die Fahrt nicht doch gefährlich war oder ich im Alishan Gebiet festsitzen würde, wenn die Straße kurzfristig wieder geschlossen würde.

Vor dem Rückweg mit dem Bus ging ich noch eine Stunde spazieren. Ich bewegte mich hauptsächlich auf der Straße, weil die Trails auf Holzplanken regennass und glitschig waren. Aber die Gegend sah wunderschön aus.

Auf dem Rückweg mit dem Bus nach Chiayi bestätigte sich mein Eindruck, wirklich eine atemberaubende Landschaft, die rund um Alishan noch dramatischer sein musste.

Sollte ich jemals wieder nach Taiwan reisen, werde ich meine Reise zum Alishan nachholen.

Wie ist es euch auf Reisen ergangen ? Habt Ihr schon einmal einen Tag erlebt, an dem fast alles schiefging ?

Über eure Kommentare und eure Likes freue ich mich immer sehr.

 

Wandern in Südkorea

Wandern, ein bißchen was geht immer

Wie schon berichtet  Meine andere Südkoreareise
konnte ich in Südkorea nicht so viel in den Nationalparks wandern wie geplant. Während meiner Reise nutzte ich aber jede Gelegenheit zu kurzen Wanderungen und Spaziergängen. Auf Jeju Island unternahm ich sogar eine Bergwanderung im Gebiet des 1950 m hohen Hallasan, dem höchsten Berg des Landes.

Wanderparadies Busan

In der Nähe der zweitgrößten südkoreanischen Stadt Busan mit 3,5 Mio. Einwohnern, gibt es gute Wandermöglichkeiten, die mit der Metro und dem Bus gut zu erreichen sind. Das habe ich genutzt, soweit es das leider ziemlich bescheidene Wetter während meines Aufenthalts zuließ.

Zunächst ging ich den Igidae Cliff Walk, einen ca. 5 km langen Weg der an den Klippen entlang führt. Dort ergaben sich bei leider nicht idealem, aber immerhin gerade noch trockenen, Wetter wunderbare Ausblicke auf die Felsenküste und die Skyline von Busan.

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Außerdem lernte ich meine erste Lektion über koreanische Wanderwege. Sie sind über weite Strecken aufwändig, geradezu liebevoll und sehr sicher angelegt. In Korea führt man außerdem Wanderwege nicht in Serpentinen auf- und abwärts, sondern es geht in der Regel steil in die Höhe bzw. in die Tiefe. Das ist lediglich anstrengend, wenn es einen Treppenweg gibt und teilweise haarig beim Bergabgehen. Zu Beginn sind die felsigen Abschnitte aber mit Matten verkleidet.

Der Cliff Walk verlief entlang der Klippen, war aber an keiner Stelle gefährlich. Nur ging es jedesmal, wenn man Stufen hinaufgekraxelt war, sofort wieder bergab und immer so weiter …. Trotz der kurzen Strecke fühlte ich mich am Ende durchaus ausgelastet.

An einem Tag, als es sehr trüb aussah und Regen angesagt war, besuchte ich den Beomosa Tempel, der als der schönste Tempel von Busan gilt und etwas außerhalb der Stadt in einer schönen grünen Umgebung liegt. Für den Fall, dass das Wetter halten würde, zog ich Wanderschuhe an. Es blieb zwar recht diesig, aber es regnete nicht, so dass ich oberhalb des Tempels wandern konnte.DSC01796 - Kopie

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So richtig Lust zum Wandern hatte ich nicht, hoffte fast, dass es doch noch regnen würde, aber die Wächterfiguren am Eingang des Tempfels schauten mich so streng an, dass ich doch noch loszog.
Nun lernte ich eine weitere Variante des koreanischen Wanderwegs kennen. Ihr fragt euch sicher, wo auf den folgenden Fotos der Wanderweg verläuft oder ob ich in einem trockenen Bachbett fotografiert habe. Ja, genau so ging es mir auch !

Eine Stunde lang ging es mäßig steil bergauf bis zur Mauer der Geumjeongsan Fortress. Von der Festung ist nichts mehr zu sehen, aber an der Mauer entlang verläuft ein Wanderweg. Nachdem ich durch das North Gate (s. Beitragsbild) gegangen war, überlegte ich, ob ich die Abzweigung zum Geumjeongsan Mountain (801m) nehmen sollte. Dann fielen ein paar Tropfen Regen und ich wußte nicht, wie steil es werden würde, daher folgte ich weiterhin der Festungsmauer. Vorgestellt hatte ich mir einen schönen ebenen Weg. Allerdings blieb alles beim bekannten koreanischen Wandermuster. Es ging steil bergauf und direkt wieder bergab im stetigen Wechsel, mit Treppen oder über Felsen. Eine Niederländerin, die mir entgegenkam, erzählte mir, dass der Weg nach Busan, den man entlang der Festmauer weiter gehen konnte, sehr steil sei. Sie hatte nicht gesehen, ob die Seilbahn, mit der ich nach unten fahren wollte,  in Betrieb war. Ich folgte dem Weg bis zum 4. Wachtturm und kehrte dann um.

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Wie so oft, bot der Rückweg auf dem selben Weg veränderte Lichtverhältnisse und andere Perspektiven und gefiel mir sehr gut. Auf dem letzten Stück musste ich mich dann sehr konzentrieren, um nicht auf den glatten Steinen auszurutschen.

Am meinem letzten Tag in Busan herrschte endlich schönes Sonnenwetter. Den Vormittag vor dem Abflug zur Insel Jeju verbrachte ich im Taejondae Park. Dort spaziert man auf einem asphaltierten Weg in einer guten Stunde rund um den Leuchtturm und kann  grandiose Ausblicke  genießen. Vom Weg zum Leuchtturm führen natürlich wieder zahlreiche Stufen hinab und wieder hinauf.

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Wandern auf der Insel Jeju mit langen Anfahrten

Auf Jeju gibt es Busbindungen, die quer über die Insel führen. Außerhalb der Inselhauptstadt Jeju-si fahren die Busse nur stündlich oder noch seltener und die Umsteigeverbindungen passen oft nicht.

Meine Anfahrt zum Start des Jeju Olle Trail Nr. 1 dauerte zwar nur 1,5 Stunden.
Allerdings gab es mit dem Local Bus 75 Haltestellen und auf dem Rückweg waren es sogar knapp 100.

Der Olle Trail geht in 21 Etappen über 425 km rund um die Insel und zwar meistens an der Küste entlang. Ich hatte den Startpunkt des Olle gewählt, weil die Strecke als landschaftlich schön gilt und um im Information Center Karten zu holen. Auch fragte ich mich, wie ich zurückfahren konnte. Meine Navigationsapp (in Südkorea am besten „Naver“) hatte mir verraten, dass am Zielpunkt dem Gwangchigi Beach ein Bus um 15 Uhr fuhr und der nächste erst um 19 Uhr. Die Rückfahrt sollte zwei Stunden dauern. Im Informationscenter gab es keine Karten, keinen Fahrplan mit Busverbindungen und der gute Mann verstand kein einziges Wort Englisch. Auch die Anwendung von Google Translate führte nicht dazu, dass er versuchte, mir zu helfen. Als er mich nach einer guten Viertelstunde fragte, ob ich die Bushaltestelle suchte, und zwar diejenige von der ich gerade kam, verließ ich das Center und fragte mich, warum es dort zu einer der Haupttouristenattraktion der Insel sowenig Information gab.
Frustiert war ich zwar schon,  aber meine neuen Wanderschuhe ließ ich nicht stehen, sondern begann zügig die 15 km lange Wanderung.

dsc01939-kopie.jpgDer Trail begann in Stufen und mit sehr schönen Aussichten über die Vulkaninsel Jeju, auch wenn es sehr diesig war.

Der Weg war sehr gut mit farbigen Bändern markiert, wobei die Markierungen an den Abzweigungen sehr gewöhnungsbedürftig waren. Blau markiert den Weg und Rot steht für den Rückweg. Aber was meint ihr, in welche Richtung zeigt der Pfeil ? Ich dachte dorthin, wo die längere Seite liegt, was nicht richtig war, und verlief mich gleich. Mit zwei netten koreanischen Wanderinnen lief ich mehrmals hin und her, bis wir, uns mit Händen und Füßen verständigend, feststellten, dass sie in der orangen Richtung unterwegs waren und ich in der blauen. Außerdem verstand ich nun das Zeichen und fand die Abzweigung.
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Der Weg verlief noch eine Weile durch die schöne Vulkanlandschaft und ich entdeckte noch einige kleine Oreum (Plural ?), winzige Kegel erloschener Vulkane, die auf Jeju in unterschiedlichen Größen zu sehen sind.

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Nach ca. 6 km  führte der Jeju Olle leider entlang der Küstenstraße. Sie war zwar nicht stark befahren und bot interessante und schöne Ausblicke, aber das Wandererlebnis war auf der Asphaltstraße beeinträchtigt.

Schließlich begann es zu regnen. Eine Weile spazierte ich mit dem Regenschirm. Als der Niederschlag stärker wurde und ich an einer Haltestelle einen Bus sah, mit dem man zurückfahren konnte, brach ich die Wanderung nach ca. 12 km ab, nicht ohne einen letzten Blick auf die Zielregion am Seongsan Ilchulbong Peak zu werfen.
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Bei sehr diesigem Wetter startete ich meine Wanderung im Hallasan National Park. Bis zum Gipfel des 1950 m Berges zu gehen, eine Tour von bis zu 9 Stunden hin- und zurück, traute ich mir nicht zu. Stattdessen wählte ich die landschaftlich sehr schöne Strecke über den Yeonsil Trail, der bis auf 1700 m Höhe ansteigt und dann am Hallasan entlang zum Witse Oreum und wieder zurück verläuft. Der weitere Anstieg zum Gipfel ist seit Jahren zur Schonung der empfindlichen Flora und Fauna gesperrt.
Aber zunächst musste ich fast zwei Stunden mit dem Bus zum Trail Entrance fahren, eine mißverständliche Bezeichnung, weil es von der Bushaltestelle noch 2,7 km bergauf zu gehen galt, bis der Wanderweg beginnt.
Zunächst ließ sich alles recht harmlos und  gepflegt an, auch wenn es wieder einen Hinweise auf Reptilien gab.

Sehr bald ächzte ich mit zahllosen anderen Wanderern nicht endenwollende steile Treppen an einem Grat entlang nach oben. Dieser Teil der Wanderung bot auch wunderbare Ansichten der dramatischen Felslandschaft. Leider befanden wir uns aufgrund der Höhe noch in einer kargen Winterlandschaft.
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DSC09953Nach dieser Kraftprobe spazierten wir durch eine fast ebene Gegend mit kleinen Bergwäldchen, meistens über Holzstege aber zwischendurch war Balancieren über Steine angesagt.


Auf 1700 m Höhe liegt die Raststation. Dort packten die koreanischen Wanderer ihre Picknickvorräte aus. Ich hatte gelesen, dass es Instant Ramen geben sollte. Allerdings war die Hütte geschlossen, so dass ich mit meinem Rice Cake und der warmem Cola vorlieb nehmen musste.

Ich lief dann noch ca. 150 m bergab (und danach wieder bergauf zur Hütte) zum Endpunkt des Weges am Witse Oreum. Das war der schönste Teil, weil man nun eine Stunde lang am Hallasan Gipfel entlang lief. Außerdem klarte es auf und wurde fast sonnig.
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Bei der Hütte erholte ich mich noch kurz und dann begann der lange steile Abstieg. Nach sechs Stunden kam ich wieder am Ausgangspunkt des Trails an. Nachdem ich noch eine gute halbe Stunde zur Bushaltestelle gelaufen war, trat ich geschafft aber glücklich den Heimweg an.

Fazit zum Wandern in Südkorea


Wandern in Korea ist etwas ganz Besonders. Der Wanderer wird einesteils überbehütet, es gibt sogar Durchsagen am Wegesrand (die ich nicht verstanden habe), aber dann geht der übermäßig sichere Weg mit Geländer mit einem Mal in ein Kletterlabyrinth über.
Ich hatte mich darauf verlassen, dass ich vor Ort in den Nationalparks Karten und Informationen zum Charakter der Wege erhalten würde. Das war nicht der Fall, meistens waren die Stellen geschlossen. Habe daher  beschlossen, mich mit den Möglichkeiten von GPS Tracks zu befassen,  um künftig besser vorbereitet zu sein.

Sehr nett waren meine koreanischen Mitwanderer, die immer freundlich grüßten und es auch ohne Englischkenntnisse schafften, mir den Weg zu zeigen, wenn die Beschilderung für mich unverständlich war. Manche steckten mir auch Bonbons und andere kleine Süßigkeiten zu. Beim Wandern habe ich die Einheimischen als entspannt und für Fremde aufgeschlossen erlebt, was ansonsten nicht immer der Fall war.

Obwohl die Vegetation unserer eigenen ähnelt, sieht es durch die relativ steilen Hänge und die dazwischen getreuten Felsen sowie den einen oder anderen Tempel am Wegesrand doch exotisch aus.

Wandern hat mir in Korea am besten gefallen!

Seid ihr schon in Südkorea gewandert und wie waren eure Erfahrungen ?

Über eure Kommentare und eure Likes freue ich mich immer sehr.