Wandern in Südkorea

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Wandern, ein bißchen was geht immer

Wie schon berichtet  Meine andere Südkoreareise
konnte ich in Südkorea nicht so viel in den Nationalparks wandern wie geplant. Während meiner Reise nutzte ich aber jede Gelegenheit zu kurzen Wanderungen und Spaziergängen. Auf Jeju Island unternahm ich sogar eine Bergwanderung im Gebiet des 1950 m hohen Hallasan, dem höchsten Berg des Landes.

Wanderparadies Busan

In der Nähe der zweitgrößten südkoreanischen Stadt Busan mit 3,5 Mio. Einwohnern, gibt es gute Wandermöglichkeiten, die mit der Metro und dem Bus gut zu erreichen sind. Das habe ich genutzt, soweit es das leider ziemlich bescheidene Wetter während meines Aufenthalts zuließ.

Zunächst ging ich den Igidae Cliff Walk, einen ca. 5 km langen Weg der an den Klippen entlang führt. Dort ergaben sich bei leider nicht idealem, aber immerhin gerade noch trockenen, Wetter wunderbare Ausblicke auf die Felsenküste und die Skyline von Busan.

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Außerdem lernte ich meine erste Lektion über koreanische Wanderwege. Sie sind über weite Strecken aufwändig, geradezu liebevoll und sehr sicher angelegt. In Korea führt man außerdem Wanderwege nicht in Serpentinen auf- und abwärts, sondern es geht in der Regel steil in die Höhe bzw. in die Tiefe. Das ist lediglich anstrengend, wenn es einen Treppenweg gibt und teilweise haarig beim Bergabgehen. Zu Beginn sind die felsigen Abschnitte aber mit Matten verkleidet.

Der Cliff Walk verlief entlang der Klippen, war aber an keiner Stelle gefährlich. Nur ging es jedesmal, wenn man Stufen hinaufgekraxelt war, sofort wieder bergab und immer so weiter …. Trotz der kurzen Strecke fühlte ich mich am Ende durchaus ausgelastet.

An einem Tag, als es sehr trüb aussah und Regen angesagt war, besuchte ich den Beomosa Tempel, der als der schönste Tempel von Busan gilt und etwas außerhalb der Stadt in einer schönen grünen Umgebung liegt. Für den Fall, dass das Wetter halten würde, zog ich Wanderschuhe an. Es blieb zwar recht diesig, aber es regnete nicht, so dass ich oberhalb des Tempels wandern konnte.DSC01796 - Kopie

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So richtig Lust zum Wandern hatte ich nicht, hoffte fast, dass es doch noch regnen würde, aber die Wächterfiguren am Eingang des Tempfels schauten mich so streng an, dass ich doch noch loszog.
Nun lernte ich eine weitere Variante des koreanischen Wanderwegs kennen. Ihr fragt euch sicher, wo auf den folgenden Fotos der Wanderweg verläuft oder ob ich in einem trockenen Bachbett fotografiert habe. Ja, genau so ging es mir auch !

Eine Stunde lang ging es mäßig steil bergauf bis zur Mauer der Geumjeongsan Fortress. Von der Festung ist nichts mehr zu sehen, aber an der Mauer entlang verläuft ein Wanderweg. Nachdem ich durch das North Gate (s. Beitragsbild) gegangen war, überlegte ich, ob ich die Abzweigung zum Geumjeongsan Mountain (801m) nehmen sollte. Dann fielen ein paar Tropfen Regen und ich wußte nicht, wie steil es werden würde, daher folgte ich weiterhin der Festungsmauer. Vorgestellt hatte ich mir einen schönen ebenen Weg. Allerdings blieb alles beim bekannten koreanischen Wandermuster. Es ging steil bergauf und direkt wieder bergab im stetigen Wechsel, mit Treppen oder über Felsen. Eine Niederländerin, die mir entgegenkam, erzählte mir, dass der Weg nach Busan, den man entlang der Festmauer weiter gehen konnte, sehr steil sei. Sie hatte nicht gesehen, ob die Seilbahn, mit der ich nach unten fahren wollte,  in Betrieb war. Ich folgte dem Weg bis zum 4. Wachtturm und kehrte dann um.

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Wie so oft, bot der Rückweg auf dem selben Weg veränderte Lichtverhältnisse und andere Perspektiven und gefiel mir sehr gut. Auf dem letzten Stück musste ich mich dann sehr konzentrieren, um nicht auf den glatten Steinen auszurutschen.

Am meinem letzten Tag in Busan herrschte endlich schönes Sonnenwetter. Den Vormittag vor dem Abflug zur Insel Jeju verbrachte ich im Taejondae Park. Dort spaziert man auf einem asphaltierten Weg in einer guten Stunde rund um den Leuchtturm und kann  grandiose Ausblicke  genießen. Vom Weg zum Leuchtturm führen natürlich wieder zahlreiche Stufen hinab und wieder hinauf.

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Wandern auf der Insel Jeju mit langen Anfahrten

Auf Jeju gibt es Busbindungen, die quer über die Insel führen. Außerhalb der Inselhauptstadt Jeju-si fahren die Busse nur stündlich oder noch seltener und die Umsteigeverbindungen passen oft nicht.

Meine Anfahrt zum Start des Jeju Olle Trail Nr. 1 dauerte zwar nur 1,5 Stunden.
Allerdings gab es mit dem Local Bus 75 Haltestellen und auf dem Rückweg waren es sogar knapp 100.

Der Olle Trail geht in 21 Etappen über 425 km rund um die Insel und zwar meistens an der Küste entlang. Ich hatte den Startpunkt des Olle gewählt, weil die Strecke als landschaftlich schön gilt und um im Information Center Karten zu holen. Auch fragte ich mich, wie ich zurückfahren konnte. Meine Navigationsapp (in Südkorea am besten „Naver“) hatte mir verraten, dass am Zielpunkt dem Gwangchigi Beach ein Bus um 15 Uhr fuhr und der nächste erst um 19 Uhr. Die Rückfahrt sollte zwei Stunden dauern. Im Informationscenter gab es keine Karten, keinen Fahrplan mit Busverbindungen und der gute Mann verstand kein einziges Wort Englisch. Auch die Anwendung von Google Translate führte nicht dazu, dass er versuchte, mir zu helfen. Als er mich nach einer guten Viertelstunde fragte, ob ich die Bushaltestelle suchte, und zwar diejenige von der ich gerade kam, verließ ich das Center und fragte mich, warum es dort zu einer der Haupttouristenattraktion der Insel sowenig Information gab.
Frustiert war ich zwar schon,  aber meine neuen Wanderschuhe ließ ich nicht stehen, sondern begann zügig die 15 km lange Wanderung.

dsc01939-kopie.jpgDer Trail begann in Stufen und mit sehr schönen Aussichten über die Vulkaninsel Jeju, auch wenn es sehr diesig war.

Der Weg war sehr gut mit farbigen Bändern markiert, wobei die Markierungen an den Abzweigungen sehr gewöhnungsbedürftig waren. Blau markiert den Weg und Rot steht für den Rückweg. Aber was meint ihr, in welche Richtung zeigt der Pfeil ? Ich dachte dorthin, wo die längere Seite liegt, was nicht richtig war, und verlief mich gleich. Mit zwei netten koreanischen Wanderinnen lief ich mehrmals hin und her, bis wir, uns mit Händen und Füßen verständigend, feststellten, dass sie in der orangen Richtung unterwegs waren und ich in der blauen. Außerdem verstand ich nun das Zeichen und fand die Abzweigung.
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Der Weg verlief noch eine Weile durch die schöne Vulkanlandschaft und ich entdeckte noch einige kleine Oreum (Plural ?), winzige Kegel erloschener Vulkane, die auf Jeju in unterschiedlichen Größen zu sehen sind.

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Nach ca. 6 km  führte der Jeju Olle leider entlang der Küstenstraße. Sie war zwar nicht stark befahren und bot interessante und schöne Ausblicke, aber das Wandererlebnis war auf der Asphaltstraße beeinträchtigt.

Schließlich begann es zu regnen. Eine Weile spazierte ich mit dem Regenschirm. Als der Niederschlag stärker wurde und ich an einer Haltestelle einen Bus sah, mit dem man zurückfahren konnte, brach ich die Wanderung nach ca. 12 km ab, nicht ohne einen letzten Blick auf die Zielregion am Seongsan Ilchulbong Peak zu werfen.
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Bei sehr diesigem Wetter startete ich meine Wanderung im Hallasan National Park. Bis zum Gipfel des 1950 m Berges zu gehen, eine Tour von bis zu 9 Stunden hin- und zurück, traute ich mir nicht zu. Stattdessen wählte ich die landschaftlich sehr schöne Strecke über den Yeonsil Trail, der bis auf 1700 m Höhe ansteigt und dann am Hallasan entlang zum Witse Oreum und wieder zurück verläuft. Der weitere Anstieg zum Gipfel ist seit Jahren zur Schonung der empfindlichen Flora und Fauna gesperrt.
Aber zunächst musste ich fast zwei Stunden mit dem Bus zum Trail Entrance fahren, eine mißverständliche Bezeichnung, weil es von der Bushaltestelle noch 2,7 km bergauf zu gehen galt, bis der Wanderweg beginnt.
Zunächst ließ sich alles recht harmlos und  gepflegt an, auch wenn es wieder einen Hinweise auf Reptilien gab.

Sehr bald ächzte ich mit zahllosen anderen Wanderern nicht endenwollende steile Treppen an einem Grat entlang nach oben. Dieser Teil der Wanderung bot auch wunderbare Ansichten der dramatischen Felslandschaft. Leider befanden wir uns aufgrund der Höhe noch in einer kargen Winterlandschaft.
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DSC09953Nach dieser Kraftprobe spazierten wir durch eine fast ebene Gegend mit kleinen Bergwäldchen, meistens über Holzstege aber zwischendurch war Balancieren über Steine angesagt.


Auf 1700 m Höhe liegt die Raststation. Dort packten die koreanischen Wanderer ihre Picknickvorräte aus. Ich hatte gelesen, dass es Instant Ramen geben sollte. Allerdings war die Hütte geschlossen, so dass ich mit meinem Rice Cake und der warmem Cola vorlieb nehmen musste.

Ich lief dann noch ca. 150 m bergab (und danach wieder bergauf zur Hütte) zum Endpunkt des Weges am Witse Oreum. Das war der schönste Teil, weil man nun eine Stunde lang am Hallasan Gipfel entlang lief. Außerdem klarte es auf und wurde fast sonnig.
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Bei der Hütte erholte ich mich noch kurz und dann begann der lange steile Abstieg. Nach sechs Stunden kam ich wieder am Ausgangspunkt des Trails an. Nachdem ich noch eine gute halbe Stunde zur Bushaltestelle gelaufen war, trat ich geschafft aber glücklich den Heimweg an.

Fazit zum Wandern in Südkorea


Wandern in Korea ist etwas ganz Besonders. Der Wanderer wird einesteils überbehütet, es gibt sogar Durchsagen am Wegesrand (die ich nicht verstanden habe), aber dann geht der übermäßig sichere Weg mit Geländer mit einem Mal in ein Kletterlabyrinth über.
Ich hatte mich darauf verlassen, dass ich vor Ort in den Nationalparks Karten und Informationen zum Charakter der Wege erhalten würde. Das war nicht der Fall, meistens waren die Stellen geschlossen. Habe daher  beschlossen, mich mit den Möglichkeiten von GPS Tracks zu befassen,  um künftig besser vorbereitet zu sein.

Sehr nett waren meine koreanischen Mitwanderer, die immer freundlich grüßten und es auch ohne Englischkenntnisse schafften, mir den Weg zu zeigen, wenn die Beschilderung für mich unverständlich war. Manche steckten mir auch Bonbons und andere kleine Süßigkeiten zu. Beim Wandern habe ich die Einheimischen als entspannt und für Fremde aufgeschlossen erlebt, was ansonsten nicht immer der Fall war.

Obwohl die Vegetation unserer eigenen ähnelt, sieht es durch die relativ steilen Hänge und die dazwischen getreuten Felsen sowie den einen oder anderen Tempel am Wegesrand doch exotisch aus.

Wandern hat mir in Korea am besten gefallen!

Seid ihr schon in Südkorea gewandert und wie waren eure Erfahrungen ?

Über eure Kommentare und eure Likes freue ich mich immer sehr.

 

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