Tophighlight: Taj Mahal in Agra Indien

Der Taj Mahal, das herausragendste Werk der indo-islamischen Baukunst, ist ein mit weißen Marmorplatten verkleidetes Mausoleum, das auf einer quadratischen ca. 5 m hohen  Plattform am Ufer des Yamuna Flusses in Agra (Indien) steht. Das Mausoleum wurde vom muslimischen Großmogul Shah Jahan für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal errichtet. Sie starb im Jahr 1631 nach der Geburt ihres 14. Kindes. Ihr letzter Wunsch war, dass ihr Mann ihr die schönste aller Grabstätten bauen möge.  Der Großmogul,  dessen große Liebe Mumtaz Mahal gewesen war, begann noch  im gleichen Jahr mit dem Bau des Mausoleums, das mit immensem finanziellen und logistischem Aufwand im Jahr 1648 fertiggestellt wurde. Beteiligt waren mehr als 20.000 Handwerker und mehrere Architekten. Aus Indien und anderen asiatischen Ländern stammen die Baumaterialien, die durch mehr als 1.000 Elefanten transportiert wurden.

In den letzten Jahren vor seinem Tod wurde Shah Jahan von seinem Sohn eingesperrt, der zwischenzeitlich die Macht übernommen hatte. Aus dem Fenster seines Zimmers im Roten Fort von Agra konnte/mußte Jahan jeden Tag das Mausoleum seiner liebsten Ehefrau betrachten. Begraben wurde er schließlich neben ihr. Im Inneren  des Taj Mahal befinden sich die von einer achteckigen Schranke umgebenen Kenotaphen (Scheingräber) von Mumtaz Mahal und Shah Jahan. Das Grabmal von Mumtaz Mahal befindet sich genau in der Mitte, im Einklang mit der Symmetrie des Raumes, während das nur wenig größere Grabmal ihres Ehemanns sich  seitlich versetzt befindet (Fotografieren leider verboten; Foto Wikipedia ). Die richtigen  Gräber liegen in der nicht zugänglichen Krypta.

Die Außenfassaden und auch die Grabmäler im Inneren sind mit feinzisilierten Reliefs verziert. Es gibt bunte florale Motive, wie z. B. Lilien, Rosen und andere Blumen, aber auch Inschriften mit Passagen aus dem Koran.

Den Tadj Mahal besuchte ich am letzten Tag meiner Rundreise durch Rajasthan im Januar 2016.  Bis dahin hatte ich schon die äußerst prächtigen Paläste der Moghul Architektur und Wüstenfestungen, die im Abendlicht zu leuchten begannen, anschauen dürfen, u.a. in Jodhpur, Jaisalmer, Udaipur und Jaipur. Auf meiner Reiseroute hatte ich Hindu- und buddhistische Tempel (teilweise mit Ratten und Affen !) gesehen. Die Skulpturen in den Jain Tempeln hätte ich stundenlang bewundern können, wenn ich genug Zeit gehabt hätte. Kurzum, ich war bereits gesättigt mit zahlreichen sehr schönen Eindrücken.

Das Taj Mahal, das zum UNESCO Weltkulturerbe und zu den 7 neuen Weltwundern gehört, betrachtete ich eine Sehenswürdigkeit, die man bei einer Indienreise nicht auslassen durfte, erwartete aber nicht viel von dem Besuch. In Deutschland hatte ich schon unzählige Fotos des Mausoleums gesehen. Das indische Fremdenverkehrsamt warb mit Fotos des Taj Mahal. Oft war das Bauwerk vor einem Sonnenuntergang in  knalligem Orange und vor einem lilagetöntem Himmel abgebildet. Auch kannte ich die recht kitschig wirkenden Fototapeten und hatte vor langer Zeit sogar ein Puzzle mit dem Taj Mahal zusammengesetzt. Dass es etwas bringen würde, sich das Ganze in Wirklichkeit anzuschauen, bezweifelte ich.

Früh morgens, als es noch nicht sehr voll war, trat ich durch das Tor in der Mauer, die den Taj Mahal umgibt. Und dann geschah das Unerwartete. Vor mir breitete sich ein Wunder aus weißem Marmor aus, zauberhaft schön wie aus einem Märchen . Woher kam diese Schönheit ? War es die perfekte Symmetrie, die meisterhafte Ästhetik, die Verwirklichung des Goldenen Schnitts,  in dem die Gebäudeteile zueinanderstanden , die Morgensonne, die das Mausoleum im weißen Licht erstrahlen ließ (obwohl der wolkenlose Himmel eher grau wirkte, was mit der Luftverschmutzung zusammenhing) ? Ich wußte es nicht. Nie zuvor war ich durch  den Anblick von Architektur so ergriffen gewesen. Meine Gefühle erinnerten mich an einzigartige Landschafterlebnise, zum Beispiel beim Wandern in Patagonien Topreiseerlebnis : Wandern in Patagonien. Meine Faszination in Worten zu vermitteln, ist nur unvollkommen möglich.  Auch Fotos können den tatsächlichen Eindruck nur annährend vermitteln.

Jedenfalls konnte ich mich kaum sattsehen und war wieder einmal froh, dass ich nicht mit einer Reisegruppe unterwegs war. Als es dann voller wurde, riß ich mich los und setzte meine Reise nach Delhi fort, wo in der kommenden Nacht mein Rückflug ging. Der Besuch des Taj Mal bildete den vollkommenen abschließenden Höhepunkt meiner Rajastan Rundreise.

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Über Indien gäbe es noch sehr viel mehr zu berichten, aber das soll einem weiteren Beitrag vorbehalten sein. Wart ihr schon einmal am Taj Mahal oder an einer anderen weltberühmten Sehenswürdigkeit und wie habt ihr das erlebt ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

 

 

 

 

 


 

 

4 Kommentare zu „Tophighlight: Taj Mahal in Agra Indien

  1. Ein wahrer Traum aus Weiß!! Schön, dass Dich dieses Bauwunder so beeindruckt hat! Ich glaube ich könnte mich beim Fotografieren des Tempels auch nicht mehr bremsen. 😊
    Ähnliches wie Du habe ich in Barcelona erlebt und zwar in der Sagrada Familia. Der absulute Farb- und Formengenuss trotz vieler Menschen!! Das muss man einfach live erleben!!

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  2. Der Taj Mahal lohnt definitiv ein frühes Aufstehen! Glaube, dass ich gegen 8:30 Uhr am Eingang war, also nach dem Sonnenaufgang und bevor es richtig voll wurde. Zum Sonnenuntergang ist es sicher auch sehr voll. Die beste Zeit für den Besuch kann man sicher in Ratgeberblogs nachlesen.

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  3. Da bin ich aber neidisch. Ich war beruflich (leider) schon so oft in Indien, zum Taj Mahal habe ich es aber bisher nicht geschafft. Die Reise dahin und zurück erschien mir immer zu stressig, müsste zu früh aufstehen, usw. Später hatte ich gehört, dass es total überlaufen ist. Um wieviel Uhr warst Du denn vor Ort? Vielleicht mache es doch noch mal, Dein Beitrag macht wirklich Lust darauf.

    Wirklich beeindruckende Fotos. Und großartig das Foto von dem fotografierenden Asiaten unter der Bank. :))

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