Auf dem Münchner Jakobsweg (10)

7.10.2019  Von Weitnau nach Stiefenhofen, ca. 20 Km

„Nein, nicht schon wieder ! “ rufe ich laut in den menschenleeren Wald hinein. Der Pilgerführer hat mir prophezeit, dass es heute immer nach Erreichen einer „Ansteigung“ sofort wieder bergab geht. Leider allzu wahr ! Obwohl ca. 800 Höhenmeter zu bewältigen sind, liegen der Start und das Ziel der heutigen Etappe auf gleicher Höhe. Gestern  habe ich mich noch beklagt, dass der Wegverlauf und das Wetter eintönig  waren. Das ist heute überhaupt nicht der Fall! Auch das Wetter bietet mir viel Abwechslung. Vom Platzregen, über Nebel und Sonne ist alles dabei. „ Camino provides“? Aber dabei geht es doch um nur Positives, oder ? Heute handelt es sich eher um eine wilde Mischung.

Als ich morgens in Weitnau startete, sah ich einige Löcher in der Wolkendecke und freute mich auf besseres Wetter. Nach knapp 20 Minuten fing es an zu nieseln. Auf einer Bank auf einer Lichtung  zog ich mein Regenzeug an. Währenddessen begann es richtig zu schütten und ich wurde beim Umziehen ziemlich nass. Nach einer kurzen Strecke durch den Wald stellte ich mich bei einer großen Schutzhütte unter. Also doch, „Camino provides“ !

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Dort fror ich ziemlich schnell. Nachdem der Regen etwas nachgelassen hatte, ging ich schnell weiter. Nun begann der im Pilgerbuch angekündigte Wechsel zwischen Bergauf- und Bergablaufen. Dann musste ich auch noch einen steilen Matschweg hinunterschlittern. Als ich mich gerade bitterlich beklagen wollte, weil ich das überhaupt nicht schätze, schien plötzlich wieder die Sonne. Nebelfetzen, die in den Baumkronen hingen, stiegen sehr fotogen nach oben.
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Vom nächsten Ort Williams erhoffte ich mir eine gemütliche Einkehr. Zwar wusste ich schon, dass das beste Restaurant Ruhetag hatte, aber da würde es bestimmt noch eine andere Möglichkeit geben. An einigen Skiliften kam ich vorbei und sah dort auch Restaurants. Wie die Lifte waren die Gaststätten leider außerhalb der Saison geschlossen. Auch meine Nachfrage bei Einheimischen brachte nichts. In einem anderen Ortsteil, der kilometerweit entfernt war, gab es wohl etwas aber in Williams nicht.
Eine freundliche Bäurin konnte mir auch nicht helfen, aber sie zeigte mir, wo der Jakobsweg wieder aus dem Dorf hinausführte. Leider war auch die Kapelle von Williams geschlossen, so dass ich keinen Pilgerstempel bekam.
Hinter dem Ort ging es zunächst bergab und dann ca. 1 km steil bergauf nach Aigis. Auch hier gab es keine Einkehrmöglichkeit und der Ort war wie ausgestorben. Vor einem Aussiedlerhof befand sich ein idyllischer Picknickplatz mit Holztisch und Bänken. Dort ließ ich mich nieder und packte meine Brotzeit aus. Neben der Bank lag ein kleiner Gedenkstein für ein verstorbenes Ehepaar mit der Aufschrift „Zu Hause waren sie in ihren geliebten Bergen“ . Als ich den Stein betrachtete und mir überlegte, ob es sich wohl um langjährige Feriengäste gehandelt hatte, sah ich die darauf fallenden Regentropfen. Fluchend legte ich mein Raingear wieder an. Meine Brotzeit nahm ich auf die Hand und flüchtete in den Wald. Der Camino machte mir mal wieder keinen Spaß !

Im Wald war niemand unterwegs und das sollte stundenlang so bleiben. Einige Male fehlte die Beschilderung an den Abzweigungen. Mir grauste davor, dass ich mich verirren könnte. Das Handynetz hatte sich passenderweise auch gerade wieder verabschiedet.Wer würde mich finden, wenn ich mich verletzte ?  Dem Rat des Pilgerbuchs folgend, dass man sich auf dieser Strecke an Weggabelungen immer links halten solle, fand ich den Weg. Bis Geratsried ging es wieder munter, teilweise steil, bergauf und gleich wieder bergab . Dort stand ich erneut vor einer geschlossenen Kapelle.
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Hinter dem Ort musste ich noch einmal steil bergauf gehen. Japsend erreichte ich einen großen Bauernhof. Wieder war keine Menschenseele zu sehen. Dann kam ich an eine Weide mit Kälbern. Die Tiere kamen sofort angallopiert und folgten mir soweit die Wiese am Weg entlang führte.
P1040376Diese nette Begegnung baute mich auf . Dann kam auch noch die Sonne heraus. Schließlich entdeckte ich eine sonnige Bank auf einer Anhöhe mit einer wunderbaren Aussicht auf leuchtend grüne Allgäuweiden. Dort setzte ich meine Brotzeit fort und  die Welt war wieder in Ordnung.
P1040380Obwohl es von nun an bergab ging, entschied ich mich für die Abkürzung nach Stiefenhofen, wo ich meine Unterkunft gebucht hatte. Dabei ließ ich die gotische Kapelle in Zell aus.  Schon wieder kein Stempel ! Aber nach meinen Erfahrungen im Allgäu war ich mir nicht sicher, ob die Kirche geöffnet sein würde. Auf dem Allgäu Radweg lief ich bis Stiefenhofen, das fast drei Kilometer vom Jakobsweg entfernt liegt. Der Weg folgte der Bahnstrecke von Lindau nach München und einmal fuhr ein Zug vorbei. Ansonsten handelte es sich um eine sehr schöne Strecke am Bach, die ich bei schönstem Sonnenschein zurücklegte.
Nur der letzte Kilometer nach Stiefenhofen verlangte mir Einiges ab. Es ging noch einmal richtig steil nach oben.
Als ich ziemlich erledigt im Hotel ankam, fragte mich der Gastwirt, wie weit ich gegangen war und wie lange ich gebraucht hatte (sechs Stunden plus Pausen) und meinte dann, soo lange würde er nicht brauchen (!).
Bei einem sehr schmackhaften Abendessen in der gemütlichen und gut besuchten Gastwirtschaft erholte ich mich von den Strapazen. An meinem Tisch unterhielt ich mich mit zwei Frauen. Die eine besuchte ihre Freundin, die in der Nähe wohnte, und sie wollte am nächsten Tag zunächst Richtung Lindau pilgern und dann über den Jakobsweg zurück in den heimatlichen Schwarzwald. Schade, dass ich die nette Frau auf dem Weg nicht wieder getroffen habe.

Wart ihr schon einmal alleine auf einem Fernwanderweg unterwegs und wie ging es euch ?
Über eure Kommentare und eure Likes freue ich mich immer sehr.

Unso ging es weiter :

https://wanderlustig2019.wordpress.com/2020/01/19/auf-dem-muenchner-jakobsweg-11/

 

 

 

 

Marvellous hikes in Lanzarote

On the first advent weekend I was finally able to hike through the volcanic landscape in Lanzarote. The sun was shining and I enjoyed nice hiking weather at around 23 degrees. Hiking in Lanzarote takes you through unique scenery.

Two Volcano Hike

The easy hike starts near the wine-growing region „La Geria“. It remains mainly flat and on a broad path with some information boards about volcanic activity set out by the national park administration. The trail is known as one of the most beautiful hiking opportunities in Lanzarote.

Circular walk Montaña del Cuervo

On Saturday morning I parked in the designated lot near the Montana del Cuervo. The striking mountain was only created by the eruptions in the years 1730 to 1736 ( see more details Unterwegs auf Lanzarote (2) ). The side flank was torn open by the explosions, so that the caldera can be walked on without having to climb over the crater rim. The circumnavigation takes about an hour. If you go counterclockwise, you will be able to visit the caldera after a short time.
I descended into the volcanic crater. For the very short and only slightly steep descent, I didn’t even have to use my hiking poles. In the caldera, I admired the torn rock faces  and marveled at the diversity of the lava formations. I was thrilled. When do you have the chance to walk into the interior of a volcano as easily and safely?
Many tourists went back after visiting the caldera. As I was not in a hurry I did not miss out the walk  around the mountain. I was rewarded with wonderful views of the vast lava deserts that surround the volcanic area and of the fire mountains in the Timanfaya National Park (see Unterwegs auf Lanzarote (2)  ).

DSC04655DSC04664DSC04658DSC04663DSC04659In „La Geria“ I spent my lunch break in an overcrowded bodega. The place offers wine tasting and is the destination of countless coaches.

The two-volcano hike can easily be done in one go. The hiking trail at the Caldera Colorada starts just one kilometer from the Montana del Cuervo. Only because of the lack of refreshment stops and toilets near the trails,  I had decided to have a break in between.

Circular walk Caldera Colorada

On the short hike (approx. 1 hour from the parking lot at the Caldera Colorada) you can circle the mountain, but you may not walk into the crater.
In contrast to my morning hike, I was walking alone. It was even nicer. A breathtaking view of the shimmering red rock walls opened up around every corner. Several volcanic bombs, huge round boulders that had been thrown out of the mountain during the eruptions lay there, looking like the toys of giants.

I was also fascinated by the interplay of colors in the scenery: rust-red rock walls, yellowish lichen, which forms the basis for the coming vegetation, small green bushes on the slopes exposed to the trade winds, and brown-black picon (lava pebbles). And all of it set against a blue sky full of delicate clouds …

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Having enjoyed hiking in Lanzarote so much, I decided to go for another walk on Sunday.

Circular walk at Famara Bay (walking time approx. 2.5 hours)

The bay of Famara lies in front of the steep Famara rock massif. Surounded by a great arid landscape Famara Beach is the longest dune beach in Lanzarote. Due to constant north winds, the surf is usually wild, making the area a mecca for surfers.

After I had enjoyed  a second breakfast in the quaint town of Caleta de Famara, the hike took me up a bit on the slope, and then I followed the trail under the ridge.
On my way I constantly had wonderful views of the offshore islands and the inlet El Rio. La Graciosa, the main island, has only 600 permanent residents and is mainly natural. You can take a day trip there with a supposedly rather rocky boat and then hike through an enchanting area. On my next stay in Lanzarote (which is already on my bucket list!) I plan to go on hiking tours in La Graciosa
Finally,  I went down to the fantastic beach and then walked back. There are small stacked stone walls in the dunes, where you can relax sheltered from the wind. In one of these I ate my snack and admired the wild surf. The waves were apparently not high enough for surfers. On my way back to the car I saw only a few.

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Before going on this hike I had wondered whether it was going to be boring. It turned out to be nothing like that. The views of the islands La Graciosa and Montana in the changing light conditions also made up for the fact that during my trip to the Mirador del Rio I had not enjoyed the view of the archipelago due to thick fog Unterwegs auf Lanzarote (1)
The steep rock massif impressed me even more from up close and even the steppe was not as arid as it seemed at first
look. Plants adapted to semi arid conditions could be discovered.

Have you been hiking on the Canary Islands and how did you like it ?
Looking forward to your comments and likes.

 

Traumwanderungen auf Lanzarote (2)

An meinem letzten Tag auf Lanzarote, einen Tag vor Nikolaus, wollte ich noch einmal wandern. Der Wetterbericht war nicht sehr ermutigend. Besonders schlecht war die Vorhersage für den Norden der Insel, wo ich laufen wollte: häufige Regenschauer und starker, stürmischer Wind. Ich überlegte, ob ich meinen Plan ändern sollte. Nach meiner Erfahrung zogen die Regenwolken auf der Vulkaninsel schnell vorbei und wurden im Norden vom Passatwind hinweggefegt. Einmal  hatte ich allerdings hartnäckiges Nebelwetter erlebt Unterwegs auf Lanzarote (1)
Ach was, ich musste es einfach versuchen. Mit dem Mietwagen konnte ich immer noch ausweichen.
Auf meinem Weg von Costa Teguise in den Inselnorden fing es tatsächlich bald an zu regnen. Dicke Tropfen prasselten auf den Wagen und ließen meine Stimmung in den Keller sinken. Aber dann sah ich den perfekten Regenbogen! Glücklicherweise befand ich mich auf einer Hauptstraße mit Standstreifen und konnte den auf Spanisch wunderbar poetisch benannten „Arco Iris“ ablichten.
DSC04930Als ich weiter nordwärts fuhr, zogen immer wieder schwere dunkle Regenwolken vorbei. Kurz nachdem ich von der Hauptstraße abgebogen war, wurde es heller und bei Guinate, wo mein Wanderweg begann, war es nur leicht bewölkt, allerdings auch ziemlich windig. Meine Tour würde am Klippenrand entlang führen und bei starkem Wind riet der Wanderführer zur Vorsicht. „Nun ja,“ dachte ich. „Ich werde es einfach versuchen, umkehren kann ich immer noch, wenn es zu stark bläst.“

Rundwanderung bei Guinate auf dem Famara Cliff, ca. 1,5 Stunden, Auf- und Abstieg je 174 m

Zu Beginn lief ich auf einem bequemen, leicht ansteigenden Feldweg durch das Tal von Guinate. Die terrassierten Feldern waren nur noch zum Teil bewirtschaftet, die meisten lagen brach und die Steppenvegetation hatte sie zurück erobert.
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DSC04954Kurz vor dem Talschluss wies ein unscheinbares Steinmännchen, das ich ohne meine Wanderbeschreibung in der felsigen Umgebung nicht entdeckt hätte, auf den steilen Pfad hin, der zum Klippenrand hinaufführte. Nach wenigen Minuten erreichte ich eine kleine Aussichtsterrasse mit einem grandiosen Blick auf die Bucht von Famara, wo ich einige Tage vorher eine schöne Wanderung unternommen hatte Traumwanderungen auf Lanzarote
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Auf einem schmalen aber unproblematischen Trail ging ich am Hang entlang leicht ansteigend und schließlich auf die Klippe. Hier folgte ich dem breiten Weg, der auf Kamm der Felswände verläuft. Natürlich musste man aufpassen, dass man dem Rand der Klippe fern blieb, aber ansonsten war die Strecke leicht zu gehen. Erstaunlicherweise herrschte auf der Höhe weniger Wind als im Tal. Auch wurden mir immer wieder berauschende Ausblicke auf die Playa del Risco am Fuß der Klippe und die Inseln auf der anderen Seite des Meeresarmes El Rio und besonders La Graciosa geboten.
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Ich setzte mich kurz hin und genoß in sicherer Entfernung des Steilhangs eine kleine Brotzeit und den zauberhafte Panoramablick.

Nun musste ich die Fortsetzung des Weges finden. Zunächst folgte ich einem Pfad, der durch Steinmännchen ausgeschildert war und leicht bergauf und dann wieder bergab führte.
DSC04978Aber dann ging es immer steiler hinab, was überhaupt nicht mein Fall war. Auch kam mir bald  ein starker böiger Wind entgegen und dann sah ich nur noch steinigen Untergrund voller Geröll. Außerdem stand ich am Rand einer hohen Felswand. Den Weg konnte ich nicht mehr entdecken. Ich ging zurück, um den Weg wieder zu finden. Das gelang mir nicht. Ich konnte auch nirgends Steinmännchen sehen. So beschloss ich, die gesamte Strecke zurück zu wandern. Das klappte zunächst ganz gut und ich kam noch einmal in den Genuss der tollen Panoramablicke.

Aber dann musste ich den steilen Pfad von der Aussichtsterrasse hinunter laufen, auf dem ich morgens hinauf geklettert war. Es war glücklicherweise keine lange Strecke. Irgendwie schaffte ich es nach unten, zum Teil auf dem Hosenboden und mich ständig an der spärlichen Vegetation festhaltend, wobei es galt, keine der  zahlreichen dornigen Pflanzen anzufassen. Mit zitternden Knien kam ich wieder auf dem Talboden an.
Nun musste ich den gesamten Weg im Tal wieder zurück gehen. Sehr schön war aber, dass das warme Licht nun viel besser zum Fotografieren war. Auch das Wetter hielt immer noch, nur der Wind blies nun ziemlich stark.
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Als ich wieder Auto saß, begann es nach kurzer Zeit zu schütten. Auch auf der Weiterfahrt kam es immer wieder zu Platzregen. Bei meiner Wanderung hatte ich unwahrscheinliches Glück mit dem Wetter gehabt !

Fazit:
Die Wanderung rund um Guinate war für mich die schönste auf Lanzarote, obwohl ich den Rückweg nicht gefunden hatte und fast drei Stunden unterwegs gewesen war.  Bei relativ geringer Höhendifferenz und weitgehend leichter Wegführung durfte ich eine einzigartige Landschaft erleben.

Diese Wanderung bestärkte mich in meinem Vorsatz, nach Lanzarote zurückzukehren und dort noch weitere Treks zu gehen.

Wart ihr schon auf einer Klippe wandern und wie hat es euch gefallen ?
Über eure Likes und Kommentare freue ich mich immer sehr.

 

 

 

 

 

Traumwanderungen auf Lanzarote

Am ersten Adventswochenende  konnte ich endlich durch die Vulkanlandschaft Lanzarotes wandern. Die Sonne lachte und bei ca. 23 Grad herrschte schönes Wanderwetter.  Die Wanderungen führten durch eine  einzigartige Landschaft.

Zwei-Vulkan-Wanderung

Die leichte Wanderung beginnt in der Nähe des Weinbaugebiets „La Geria“. Es handelt sich um weitgehend ebene Strecken auf breiten, von der Nationalparkverwaltung angelegten Wegen mit einigen Informationstafeln. Der Weg wird als eine der schönsten Wandermöglichkeiten auf Lanzarote bezeichnet.

Rundwanderung Montana del Cuervo

Am Samstag morgen parkte ich auf dem ausgewiesenen Stellplatz  in der Nähe der Montana del Cuervo.  Der markante Berg ist erst durch die Eruptionen in den Jahren 1730 bis 1736 enstanden (Näheres unter Unterwegs auf Lanzarote (2) ). Seine Seitenflanke wurde durch die Explosionen aufgerissen, so dass die Caldera begangen werden kann, ohne dass man über den Kraterrand klettern muss. Die Umrundung dauert ca. eine Stunde. Wenn man gegen den Uhrzeigersinn geht, bietet sich die Möglichkeit, die Caldera zu besuchen nach kurzer Zeit. Ich stieg in den Vulkankrater hinab. Es war ein sehr kurzer und nur wenig steiler Abstieg, für den ich noch nicht einmal meine Wanderstöcke benutzen musste. In der Caldera bewunderte ich mit einigen anderen Besuchern die eingerissenen Felswände und bestaunte die Vielfalt der Lavaformationen. „Wann hat man schon die Chance so einfach und gefahrlos in das Innere eines Vulkans hineinzuspazieren?“ freute ich mich.
Viele Touristen gingen nach dem Besuch der Caldera auf dem Weg zurück. Ich hatte keine Eile und ließ mir die Umrundung des Berges nicht nehmen. Belohnt wurde ich mit wunderbaren Ausblicken auf die weiten Lavawüsten, die das Vulkangebiet umgeben, und  auf die Feuerberge im Nationalpark Timanfaya (dazu Unterwegs auf Lanzarote (2) )

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Wanderung um die Caldera Colorada

Meine Mittagpause verbrachte ich in „La Geria“ in einer übervollen Bodega. Der Ort mit Weinverkostung ist das Ziel unzähliger Reisebusse. Die Zwei-Vulkan-Wanderung kann man ohne weiteres am Stück unternehmen. Der Wanderweg bei der Caldera Colorada beginnt nur einen Kilometer entfernt von der Montana del Cuervo. Wegen fehlender Einkehrmöglichkeiten und Toiletten hatte ich aber eine Pause im Ort eingelegt.

Auf der Kurzwanderung (ca. 1 Stunde vom Parkplatz an der Caldera Colorada) kann man den Berg umrunden,  in den Krater darf man nicht gehen.
Im Gegensatz zu meiner Wanderung am Morgen war ich nun alleine unterwegs. Dabei war es fast noch schöner. Hinter jeder Ecke eröffnete sich ein neuer atemberaubender Blick auf die rötlich schimmernden Felswände. Mehrere Vulkanbomben, riesige z.T. runde Gesteinsbrocken, die bei den Eruptionen aus dem Berg geschleudert worden waren, lagen dort und sahen wie Wurfgeschosse von Riesen aus.
Sehr gut gefiel mir auch das Farbspiel der Landschaft: rostrote Felswände, gelbliche Flechten, die die Grundlage für die kommende Vegetation bilden, kleine grüne Büsche an den Hängen, die den Passatwinden ausgesetzt sind, und braun-schwarzer Picon (Lavakies). Und das ganze auch vor einem blauen Himmel voller zarter Wolken …

Wandern auf Lanzarote hatte mir so gut gefallen, dass ich beschloss, am Sonntag wieder zu Fuss zu gehen.

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Rund um die Famarabucht (reine Gehzeit ca. 2, 5 Stunden)

Die Bucht von Famara liegt vor dem steilen Famara Felsmassiv. Neben einer großartigen Landschaft gibt es dort den längsten Dünenstrand von Lanzarote. Wegen beständiger Nordwinde herrscht dort in der Regel eine wilde Brandung, so dass die Bucht als Mekka von Surfern  gilt.
Die Rundwanderung führte mich am Sonntagmorgen, nachdem ich mich zunächst im urigen Ort Caleta de Famara mit einem zweiten Frühstück gestärkt hatte, ein Stück am Hang hinauf und dann unterhalb des Bergkamms entlang. Auf dem Weg hatte ich immer wieder einen zauberhaften Ausblick auf die vorgelagerten Inseln. La Graciosa, die Hauptinsel, hat nur 600 ständige Einwohner und ist weitgehend naturbelassen. Man kann dorthin einen Tagesausflug mit einem angeblich ziemlich schaukeligen Boot unternehmen und dann in traumhaft schöner Gegend wandern. Bei meinem nächsten Aufenthalt auf Lanzarote (steht schon fest auf meiner Bucket List !) möchte ich unbedingt Wandertouren auf La Graciosa unternehmen.

Schließlich stieg ich hinunter zum Traumstrand, an dem ich zurück spazierte.  In den Dünen gibt es kleine aufgeschichtete Steinwälle, in denen sich man windgeschützt aufhalten kann. Das nutzte ich,  um meine Brotzeit zu verzehren und den wilden Wellengang zu bewundern. Den Surfern waren die Wellen scheinbar nicht hoch genug. Auf dem Rückweg zum Auto sah ich nur wenige Wellenreiter.

Von dieser Wanderung hatte ich nicht viel erwartet, mich sogar gefragt, ob sie nicht langweilig sein würde. Das war überhaupt nicht der Fall. Der Ausblick auf die Inseln La Graciosa und Montana bei wechselnden Lichtverhältnissen entschädigte mich dafür, dass ich  bei meinem Ausflug zum Mirador del Rio im Nebel keine Sicht auf den Archipel gehabt hatte Unterwegs auf Lanzarote (1). Das steile Felsmassiv beindruckte mich aus der Nähe noch mehr und selbst in der vorgelagerte trockenen Steppe wuchs bei näherem Hinsehen eine besondere Vegetation.

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Wart ihr schon auf den Kanaren wandern und wie hat es euch gefallen ?
Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

 

 

Nachmittags in Lanzarotes Inselhauptstadt Arrecife

Während meines Aufenthaltes in Costa Teguise auf Lanzarote besuchte ich einen Intensivsprachkurs. Das bedeutete täglich drei bis vier Stunden Unterricht, zum Teil als Privatstunde. Danach war Entspannung mit Spaziergängen am Strand o.Ä. angesagt und schließlich waren umfangreiche und zum Teil grammatikalisch schwierige Hausaufgaben zu erledigen. Bei diesem von mir selbst so gewählten Programm blieben mir die Wochenenden und zwei Tage am Ende meines Aufenthaltes, um Fahrten zu den Sehenswürdigkeiten und Wanderungen zu unternehmen.

Einmal hatte ich morgens nur zwei Stunden Gruppenunterricht und das musste ich einfach ausnutzen, um in das nahegelegene Arrecife zu fahren.
Laut Fahrplan fuhren die Busse alle 20 Minuten und die Fahrt dauert nur eine Viertelstunde (Preis 1,40 Euro einfache Fahrt). Sowohl auf meiner Hin- als auch auf meiner Rückfahrt schienen Busse ausgefallen zu sein, so dass die Fahrt eher eine gute Stunde dauerte,  was aber nicht tragisch war.

In Arrecife gibt nur wenig Historisches zu sehen. Die Attraktion der Stadt liegt eher in der entspannten Atmosphäre und der herrlichen Lage am Meer. Auch gibt es hier die Chance, einheimisches Leben zu beobachten, während sich die hauptsächlich britischen und deutschen Besucher in den drei große Touristenorten Playa Blanca, Puerto del Carmen und Costa Teguise unter ihresgleichen bewegen. Lanzarote wird jährlich von 2,5 Millionen Touristen besucht. Dem stehen knapp 150.000 Inselbewohner gegenüber, wovon etwa 60.000 in Arrecife leben.

Ein Nachmittag in Arrecife ist perfekt geeignet, um am gepflegten Strandstrand Playa del Reducto mit dem Gran Hotel (einziges Hochhaus auf der Insel, das Cesar Manrique angeblich wegen eines Auslandsaufenthaltes nicht verhindern konnte) zu promenieren oder zu baden. Man kann das kleine historische Museum in der Festung Castillo de San Gabriel besuchen (Beschriftungen in der Ausstellung nur auf Spanisch, aber vor dem Eingang erklärt eine freundliche Dame in mehreren Sprachen, was es zu sehen gibt !) und dort den herrlichen Ausblick auf Stadt und Meer genießen, die Kirche Iglesia de San Gines anschauen und an der beschaulichen Lagune Charco San Gines Essen gehen oder eine Bar besuchen. Schließlich hat man Gelegenheit, in „richtigen“ Geschäften rund um die Fußgängerzone an der Calle Leon y Castillo  einzukaufen, die nicht nur den üblichen Badetouristenkram führen. In der Ecke gibt es auch noch einzelne historische Gebäude.

In der Inselhauptstadt verbrachte ich einen entspannten Nachmittag. Nur mit dem Shopping klappte es nicht. Ich hatte nicht berücksichtigt, dass in Arrecife eine ausgedehnte Siesta eingehalten wird. Die Geschäfte in der Fußgängerzone waren von ca. 13  bis 17 Uhr geschlossen.  Solange wollte ich nicht bleiben, meine Hausaufgaben für den nächsten Tag warteten!

Nachfolgend füge ich Impressionen meines Besuchs von Arrecife an, der Ende November bei allerschönstem Wetter und ca. 23 Grad Celsius stattfand.
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Habt Ihr schon eine Inselhauptstadt auf den Kanaren besucht und was habt Ihr erlebt ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

Unterwegs auf Lanzarote (2)

Am Sonntagmorgen sah das Wetter viel besser aus. Im Gegensatz zum Vortag Unterwegs auf Lanzarote (1) war es nur leicht bewölkt und wurde im Laufe des Tages immer schöner.
Zuerst fuhr ich zur Südwestküste der Insel nach El Golfo. In einer Bucht in der Nähe des  idyllischen Örtchens liegt ein beliebtes Ausflugsziel, der Charco de los Clicos. Es handelt sich um einen Vulkankrater, der zur Hälfte ins Meer abgerutscht ist. Vor einem schwarzem Lavastrand liegt der grün leuchtende Lagunensee. Das Ganze wird von einem tiefroten Hang eingerahmt. Zu Beginn des Pfades, der zum Charco de los Clicos führte, zog ich meine Wanderschuhe an. Das wäre allerdings nicht nötig gewesen, da ich nach fünf Minuten am Mirador ankam, der einen atemberaubenden Blick auf die farbenfrohe Landschaft bietet.

DSC04412Danach fuhr ich an der Küste entlang nach Yaiza. Der bekannteste Halt an der wilden Klippenküste befindet sich bei den sog. Hervideros. Dort prallen die Wellen mit großer Wucht auf die Felsen aus tiefschwarzer Lava, schießen durch Felslöcher hindurch nach oben.  Die aufgewühlte weiße Gischt und das hellblaue Meer bieten noch dazu einen sehr schönen Farbkontrast zu den Lavafelsen. Man kann im Areal herumspazieren und an einige Stellen durch Felsgrotten in die Gischt blicken.

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Inzwischen schon etwas hungrig fuhr ich nach Yaiza. Das Städtchen, das schon mehrfach als schönstes spanisches Dorf ausgezeichnet wurde, präsentierte sich mit malerischer kanarischer Architektur,  blank geputzt und vorbildlich renoviert. Allerdings irrte ich zunächst durch den sonntäglich verlassenen Ort. Die Restaurants waren geschlossen. Schließlich entdeckte ich an der Hauptstraße eine sehr gut besuchte Bar, wo man sich an der Theke auch kleine warme Gerichte aussuchen konnte. Die Einheimischen nahmen das Essen auch mit nach Hause. Mein geschmortes Huhn mit Gemüse und Kartoffeln  schmeckte ausgezeichnet und ich ergatterte sogar noch einen Sitzplatz am Tisch bei einem englischen Ehepaar,  mit dem ich mich sehr nett unterhielt.

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Gut gestärkt begab ich mich zu DEM Highlight eines Lanzarote Besuchs, dem Nationalpark Timanfaya mit den Feuerbergen (Montanas del Fuego).

Zur Entstehungsgeschichte folgender Auszug aus Wikivoyage:
“Am 1. September 1730 brach bei der Ortschaft Timanfaya die Erde auf, es bildet sich ein Berg, aus dessen Gipfel Flammen in die Höhe schossen. Es war der Beginn einer gewaltigen Vulkaneruption, die insgesamt 6 Jahre lang andauerte. In ihrem Verlauf wurden 11 Ortschaften zusammen mit dem fruchtbarsten Ackerland der Insel Lanzarote vernichtet. In der Erde bildete sich ein Riss von 14 km Länge, an dessen Rändern Lavafelder entstanden. Der längste Lavastrom hatte eine Länge von über 20 km und erreichte schließlich bei Arrecife das Meer.
Bei diesem von zahlreichen Seebeben begleiteten Naturschauspiels verlor ein Großteil der Bevölkerung auf Lanzarote seine Existenzgrundlage …
Im Jahr 1824 kam es erneut zu einem Vulkanausbruch, es war vorläufig der letzte, sein Zentrum lag am Rand des heutigen  Nationalparks …“

Den Nationalpark kann man nicht auf eigene Faust besichtigen. Es gilt die kargen, im Entstehen begriffenen  und äußerst empfindlichen Flechtenkulturen auf der Lava streng zu schützen. Außerdem ist der Boden vielfach unterhöhlt und es gibt gefährliche Spalten in der Lava.

Mit dem Pkw fährt man, nachdem man den Eintritt bezahlt hat ( aktuell 10 €),  ohne Zwischenstops zum Besucherzentrum „Islote de Hilario“, wo man das Fahrzeug parkt.

Auf dem Weg in den Nationalpark  kann man einen kurzen Ritt auf einem Dromedar unternehmen. Das hatte ich schon einmal ausprobiert. Die schaukelnde Gangart der Tiere hatte mir nicht zugesagt und daher verzichtete ich gerne auf das Vergnügen.

Das Besucherzentrum befindet sich auf einem Hügel. Dort gibt es ein rundherum verglastes Panoramarestaurant, das natürlich wieder vom Lanzeroter Künstler Cesar Manrique konzipiert wurde. Vorführungen der an dieser Stelle herrschenden starken Erdhitze werden geboten. In eine Erdspalte wird ein trockenes Pflanzenbüschel platziert, das sofort in Flammen aufgeht. Außerdem kann man den natürlichen Vulkangrill hinter dem Restaurant bewundern. Gegrillt wird über einem ummauerten Erdloch ausschließlich mit der natürlichen Erdhitze. Im Restaurant kann man so zubereitetes Fleisch und Fisch bestellen. Schmeckt sicher sehr gut,  aber so viel Zeit wollte ich mir doch nicht nehmen.

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Vom Besucherpark starten Busse zu einer Rundfahrt von dreißig Minuten auf der „Ruta de los Volcanes“. Die Strecke führt über 14 km durch einen kleinen Teil eines riesigen Gebietes. Der Bus hält an markanten Punkten kurz an, aber aussteigen darf man nicht. Nach alledem waren meine Erwartungen ziemlich niedrig, als ich mich in dem vollbesetzten Bus setzte, glücklicherweise auf die richtige Seite zum Fotografieren, rechts in Fahrtrichtung.

Während der vom Band abgespielten Erklärungen auf Englisch und Spanisch wurden immer wieder Teile aus der Chronik des Pfarrers von Yaiza wieder gegeben. Don Curbelo erlebte die Katastrophe von 1730  als Augenzeuge und beschrieb sie sehr eindrucksvoll. Es folgt ein Auszug aus seiner Chronik der Katastrophe.

“… Am 1. September 1730, zwischen 9 und 10 Uhr abends, öffnete sich plötzlich die Erde bei Timanfaya, zwei Wegstunden von Yaiza. Ein gewaltiger Berg bildete sich
bereits in der ersten Nacht und Flammen schossen aus seinem Gipfel, die 19 Tage lang weiterbrannten. Wenige Tage später brach ein neuer Schlund auf und der Lavastrom ergoss sich über Timanfaya, Rodeo und einen Teil der Mancha Blanca.
Die Lava floss nach Norden, anfangs wie sprudelndes Wasser, später zähflüssig wie Honig. Doch am 7. September stieg mit unheilvollem Donnern ein riesiger Fels aus der Tiefe und zwang die Lava dazu, ihren Fluss nach Westen und Nordwesten zu wenden. Dort zerstörte sie die Orte Maretas und Santa Catalina.
Am 11. September erneuerte sich die Gewalt der Lava. Sie bedeckte und verbrannte das Dorf Mazo und stürzte danach acht Tage lang als feuriger Katarakt unter furchtbarem Tosen ins Meer, so dass tote Fische in riesigen Mengen an der Oberfläche schwammen oder ans Ufer geworfen wurden. Danach beruhigte sich alles und die Eruptionen hörten auf.
Jedoch am 18. Oktober brachen direkt über dem verbrannten Santa Catalina drei neue Schlünde auf, aus denen schwere Rauchwolken strömten, die sich über die ganze Insel verbreiteten. Sie trugen Unmengen an Asche und Sand mit sich und überall fielen dicke Wassertropfen nieder. Die dadurch verursachte Finsternis, Asche und Rauch vertrieben mehrfach die Einwohner von Yaiza und Umgebung.
Doch kehrten sie wieder zurück, als auf die Eruptionen keine weiteren Ausbrüche mehr folgten. Am 28. Oktober, als diese Ereignisse zehn Tage angedauert hatten,
fiel in der ganzen Region das Vieh tot um, erstickt vom stinkenden Dunst.
Vom 1. bis 20. November brach unaufhörlich Rauch und Asche aus den Kratern hervor und am 27. wälzte sich mit enormer Geschwindigkeit ein Lavastrom die Hänge hinunter. Am 1. Dezember erreichte er das Meer und bildete dort eine erstarrende Insel. Am 16. Dezember änderte die Lava plötzlich ihren Lauf, floss nicht mehr ins Meer, sondern verschüttete das Dorf Chupadero und vernichtete die fruchtbare Ebene von Uga.
Am 7. Januar 1731 kam es zu neuen Ausbrüchen, die die früheren Krater wieder zerstörten. Aus zwei Öffnungen brach Lava heraus, begleitet von dichten Rauchwolken,
in denen rote und blaue Blitze tobten. Dazu donnerte es wie bei Gewittern, was für die Bewohner sehr erschreckend war, da sie auf ihrer Insel keine Gewitter kannten.

Am 10. Januar türmte sich ein hoher Berg auf, der noch am selben Tag wieder in sich zusammenstürzte. Steine und Asche regneten auf die Insel und Lavaströme flossen über den Malpaís ins Meer.
Am 7. März entstanden gleich mehrere Vulkane, die sich in einer Reihe von Ost nach West erhoben.
Am 4. Juni öffneten sich in der Timanfaya-Region drei Krater auf einmal. Sie verbanden sich schnell zu einem einzigen Vulkankegel, aus dem ein Lavastrom ins Meer
floss. Aus einem Nebenkrater schossen Asche und Blitze heraus, aus einem anderen entwich weißer Dampf, wie man ihn bisher nicht gesehen hatte. Ende Juni waren alle Küsten an der Westseite der Insel mit riesigen Mengen von toten Fischen bedeckt, von denen man viele Arten noch nie gekannt hatte. Nordwestlich von Yaiza stiegen mit heftigen Detonationen Rauch und Flammen aus dem Meer empor.
Im Oktober und November verstörten neue Eruptionen die Einwohner. Am 25. Dezember bebte die Erde und am 28. schoss ein Lavastrom aus einem neu entstandenen Kegel, zerstörte ein weiteres Dorf und eine Kapelle bei Yaiza …“

Als der Pfarrer die Insel verlassen musste,  brachen die Notizen ab, aber die Eruptionen dauerten noch weitere fünf Jahre an. 

Wir rollten langsam durch eine Landschaft, die nicht von dieser Welt zu sein schien. Die fehlende Vegetation, die vielfältigen Formen und Farbtöne des Gesteins und die Silhouetten der Vulkane  waren von außerirdischer Schönheit. Timanfaya  wird oft mit einer Mondlandschaft verglichen. Ich fand, das es eher wie auf dem roten Planeten, dem Mars, aussah. Einerseits war ich äußerst beeindruckt von der dramatischen Vulkanlandschaft, hätte am liebsten mehrmals laut „Wow“ gerufen, andererseits konnte ich mir wegen der Berichte des Augenzeugen lebhaft vorstellen, wie die Landbevölkerung  im 18. Jahrhundert unter der nicht endenden wollenden apokalyptischen Naturkatastrophe gelitten haben muss. Die Vulkaneruptionen haben Lanzarote nachhaltig verändert. Große fruchtbare Gebiete wurden von einer hohen Lavaschicht bedeckt und waren für den Ackerbau verloren.

Aber schaut selbst, wie atemberaubend diese Landschaft aussieht.
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Nachdem die Busfahrt viel zu schnell vorbei war, gönnte ich mir im Restaurant Kaffee und Kuchen und genoss noch einmal den Ausblick über die wunderschöne Vulkanlandschaft.
Schließlich  schaute ich mir noch die informative Ausstellung über Vulkanismus im Allgemeinen und in Lanzarote im Besucherzentrum in Mancha Blanca an und machte mich dann auf den Rückweg.
Von der Nationalparkbehörde werden übrigens  auch geführte kostenlose Wanderungen für eine geringe Anzahl von Besuchern angeboten. Diese kann man online genau einen Monat vorher buchen aber sie sollen immer sofort ausgebucht sein.

Bevor ich nach Costa Teguise zurückkehrte, besuchte ich noch die Fundacion Cesar Manrique, das zu einem Kunstmuseum umgewandelte Wohnhaus des Künstlers. Diese außergewöhnliche Sehenswürdigkeit und weitere Werke Manriques sind einem eigenen Beitrag vorbehalten.

Wart ihr schon einmal in einer Vulkanlandschaft und wie hat es euch gefallen?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

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