Shopping in Corona Times

Zugeben muss ich, dass ich zwischendurch die Waldspaziergänge in der frühlingshaften Natur doch leid war. Obwohl ich es dort sehr schön war, brauchte ich einfach Abwechselung.

Admittedly, I got tired of the forest walks in the springlike nature. Although it was very beautiful there, I simply needed a change.

DSC_4437Da traf es sich gut, dass ab dem 11.Mai  auch die größeren Geschäfte und Einkaufszentren in Bayern wieder öffnen durften, wenn auch unter strengen Hygenievorgaben, Maskenpflicht in Geschäften und in Einkaufszentren, Begrenzung der Kundenanzahl nach den zur Verfügung stehenden Quadratmetern, Sicherung des Mindestabstands von 1,5 m, Desinfektionsmittelspender am Eingang.

Als endlich mein Paket mit einer größeren Lieferung von Desinfektionsmitteln eintraf, beschloss ich, mich zu trauen. Dringende Einkäufe musste ich nicht erledigen. Ich war einfach neugierig und wollte mal schauen, wie es mit den Vorgaben klappte.

Seit Mitte März hatte ich weder Bus, noch U-Bahn oder ein sonstiges öffentliches Verkehrsmittel benutzt. Ich wollte es nicht gleich übertreiben, deswegen begab ich mich zunächst in ein Einkaufszentrum, das ich auch anderweitig erreichen konnte.

Im Shopping Center befanden sich weit weniger Menschen als in unserem Stadtwald. In den meisten Geschäften war überhaupt nichts los. Nur vor wenigen Läden standen die Leute Schlange, weil die Höchstzahl der Kunden erreicht war. Es schien mir, als ob die meisten Passanten, wie ich selbst, einfach schauen wollten. Dazu kam, dass die Restaurants und Cafés noch geschlossen und die Sitzgelegenheiten mit Flatterband abgeperrt waren.  Auch Lebensmittel, die zum Mitnehmen angeboten wurden, durften nicht im Gebäude verzehrt werden. Zur Sicherung des Mindestabstands hatte man genaue Laufstrecken markiert. Es sah in etwa so aus wie auf einem Verkehrsübungsplatz für Schulkinder. Nichts desto trotz waren schätzungsweise 30 % der Leute nicht in der Lage, den Pfeilen in der richtigen Richtung zu folgen !

In einen Shoppingrausch konnte ich so nicht geraten. Aber eine Großpackung Einmalhandschuhe ergatterte ich wenigstens, bevor ich nach Hause zurückkehrte.

So it was a good thing that from 11 May onwards the larger shops and shopping centres in Bavaria were also allowed to open again, albeit under strict hygiene regulations, compulsory masks in shops and shopping centres, limitation of the number of customers according to the square metres of the shop, ensuring a minimum distance of 1.5 m, disinfectant dispensers at the entrance.

When my parcel with a larger delivery of disinfectants finally arrived, I decided to take the plunge. I did not have to do any urgent shopping. I was just curious and wanted to see how it worked out with the specifications.

Since the middle of March I had not taken the bus, the subway or any other public transport. I did not want to overdo it right away, so I first went to a shopping mall that I could reach by other means.

There were far fewer people in the shopping center than in our city forest. In most shops there was nothing going on at all. Only in front of a few shops people queued up because the maximum number of customers had been reached. It seemed to me that most passers-by, like myself, just wanted to look. In addition, the restaurants and cafés were still closed and the seats were cordoned off with fluttering tape.  Also food that was offered for take-away was not allowed to be consumed in the building. To ensure the minimum distance, exact running routes had been marked. It looked a bit like a traffic practice area for school children. Nevertheless, about 30% of the people were not able to follow the arrows in the right direction !

Under those circumstances I could not get into a shopping frenzy. But at least I got hold of a large pack of disposable gloves before I returned home.

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Am nächsten Samstag zündete ich eine weitere persönliche Lockerungsstufe. Mit der U-Bahn fuhr ich in die Innenstadt, aber schon morgens. Auf keinen Fall wollte ich mich durch die Massen bewegen. Auch legte ich keinen Wert darauf, in eine nachmittägliche „Hygienedemo“ von Impfgegnern zu geraten.

Mit einem leicht bangen Gefühl verschwand ich im Untergrund und wartete auf den nächsten Zug. Um mir die Zeit zu vertreiben, fotografierte ich ein bisschen und wurde gleich von einem gereizten jungen Mann angesprochen, der meinte, ich hätte ihn abgelichtet, was nicht der Fall war.

The next Saturday I ignited another personal loosening up. I took the subway to the city center, but already in the morning. Under no circumstances did I want to move through the masses. Also I was not keen on getting into an afternoon „hygiene protest“ of  the Impfgegner (against compulsory vaccination).

With a slightly anxious feeling I disappeared underground and waited for the next train. To pass the time, I took some photos and was immediately approached by an irritated young man who said that I had taken a picture of him, which was not the case.

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Am Marienplatz traf ich um 11 Uhr ein. Normalerweise stehen die Touristen um diese Uhrzeit dicht and dicht, um das Glockenspiel mit dem Tanz der Schäfflerfiguren im Rathausturm zu verfolgen. Noch weniger besucht hatte ich das touristische Highlight bisher nur einmal erlebt. Damals wurde ein Endspiel  einer Fußballweltmeisterschaft übertragen!

At Marienplatz I arrived  at 11 o’clock. Usually the tourists are standing close together at this time of day to watch the Glockenspiel (carillon) with the dance of the historic cooper figures in the town hall tower. Even less visited I had experienced this touristic highlight only once before. At that time, a final of the Football World Cup was broadcasted!

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Auf dem Viktualienmarkt herrschte schon mehr Betrieb, obwohl die zahlreichen ausländischen Touristen fehlten. Viele Einheimische schlenderten über den Markt, denen es ansonsten, wie ich mir auch,  am Samstagmorgen zu voll gewesen wäre. Bei dem schönen Wetter flanierten die Passanten über den Markt und der Mindestabstand schien vergessen zu sein. Ich legte ein paar Schlangenlinien zurück,  wie ich es bei meinen Spaziergängen im Wald geübt hatte. https://wanderlustig2019.wordpress.com/2020/04/16/corona-obstacle-course-walking-cocw/

Der Biergarten war von einem Bauzaun umgeben und würde erst am kommenden Montag öffnen. In der Zeitung wurde er mit dem mobilen Käfig verglichen, der im Circus Krone vor der Raubtiernummer von Martin Lacey aufgebaut wird, um das Publikum vor den wilden Tieren zu schützen. Angeblich soll demnächst ein niedrigerer Holzzaun gebaut werden.  (Die Biergärten  haben jetzt einen Zaun, um die Besucher zu einem bestimmten Ein- und Ausgang zu lotsen).

The Viktualienmarkt was already more busy, although the numerous foreign tourists were missing. Many locals strolled around the market, who otherwise, like me, would have  avoided it on a crowded Saturday morning. In the nice weather, the passers-by strolled over the market and the minimum distance seemed to be forgotten. I walked a few serpentines, like I had practiced during my walks in the forest. https://wanderlustig2019.wordpress.com/2020/04/16/corona-obstacle-course-walking-cocw/

The beer garden was surrounded by a construction fence and would not open until next Monday. In the newspaper it was compared to the mobile cage that is set up in Circus Krone in front of Martin Lacey’s predator act to protect the audience from the wild animals. Allegedly a lower wooden fence is to be built soon. (The beer gardens now have a fence to guide visitors to a certain entrance and exit.)

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Auf dem Markt gönnte ich mir eine Bratwurstsemmel. Das Verzehren gestalte sich als eher schwierig. Alle Sitzgelegenheiten waren so belegt, dass ich mich keinesfalls noch dazu gesellen konnte. In Corona Zeiten war folgender Ablauf im Stehen mit der Semmel in der Hand zu absolvieren: beim Verlassen des Geschäfts Maske absetzen, Desinfektionsmittel aus der Tasche nehmen, Hände desinfizieren (beide!), Mittel wieder zurücklegen und dann vorsichtig in die Semmel beißen, aus der inzwischen der Senf heraustropft. Inzwischen ist in Bayern die Bewirtung auf Außenterrassen  wieder zugelassen, so dass Manches wieder einfacher geworden ist.

Zurück am Marienplatz fand ich einen Souvenirstand, der hauptsächlich witzige Schutzmasken verkaufte. Für H. erstand ich eine Maske mit weißblauem bayerischem Rautenmuster zur anstehenden Wiedereröffnung der Biergärten.

At the market I had a bratwurst sandwich. The eating turned out to be rather difficult. All seats were so occupied that I could not join them at all. In Corona times the following procedure had to be done standing up with the roll in my hand: when leaving the shop, take off the mask, get the disinfectant out of the bag, disinfect hands (both of them!), put the disinfectant back and then bite carefully into the roll, from which the mustard has been dripping out. In the meantime, catering on outdoor terraces is allowed again in Bavaria, so some things have become easier again.

Back at Marienplatz I found a souvenir stand, which mainly sold funny protective masks. For H. I bought a mask with Bavarian white-blue rhomb pattern for the upcoming reopening of the beer gardens.

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Nach einigen kleineren Besorgungen lief ich vom Marienplatz über die Fußgängerzone in der Kaufinger-/Neuhauserstraße zum Stachus (Karlsplatz).  Meine Lust, in einzelnen Geschäften zu stöbern, war nur gering. Außerdem hatten sich vor den Geschäften auch schon einzelne, zum Teil ziemlich lange Warteschlangen gebildet.

Die Fußgängerzone füllte sich zusehends, da half auch mein Slamlomlauf zur Wahrung des Mindestabstands nicht. Auch das Fotografieren war unter diesen Umständen schwierig. Zügig begab ich mich in die Ubahnstation am Stachus und fuhr nach Hause.

After some small errands I walked from Marienplatz to Stachus (Karlsplatz) via the pedestrian zone in Kaufinger-/Neuhauserstraße. My desire to browse in individual shops was only slight. Moreover, there were already some queues, some of them quite long, in front of the shops.

The pedestrian zone filled up visibly, so even my slamlom walk to keep the minimum distance did not help. Also taking pictures was difficult under these circumstances. I quickly went to the subway station at Stachus and went home.

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Fazit:
Sehr wohltuend ist, dass es diese Lockerungen nun nach dem unendlich langen Lockdown gibt. Hoffen wir, dass das Infektionsrisiko weiter sinkt und wir nach und nach zur Normalität zurückkehren können. Eine zweite Welle mit erneuten Einschränkungen wäre nur schwer zu ertragen.  Deswegen sollten wir uns so vorsichtig wie möglich verhalten.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Conclusion:
It is very soothing that after the endless lockdown these loosenings are now in place. Let’s hope that the risk of infection will decrease further and that we can gradually return to normality. A second wave with renewed restrictions would be difficult to bear. That is why we should be as careful as possible.

Looking forward to your feed-back.

13 Kommentare zu „Shopping in Corona Times

  1. Thank you, I enjoy not being restricted to walks in the woods any more, although I would feel safer if more people kept the minimum distance (1.5 m in Bavaria).

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  2. Danke 😊! So geht es mir auch, vor allem im Supermarkt greife ich immer sehr schnell zu, damit ich bald wieder draußen bin. Manchmal stelle ich dann zu Hause fest dass ich einen Schmarrn eingekauft habe ..

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  3. Danke 😊 ! Diese Sorglosigkeit kann ich auch nur bedingt nachvollziehen. Ich bin selbst sehr vorsichtig. Abzusehen ist aber, dass es bis zu einer Impfung noch, evtl. viele, Monate dauern kann. Überschaubare Risiken kann ich in Kauf nehmen, wobei ich mich an die Hygiene Vorschriften und den Mindestabstand etc. halten werde. In verantwortungsvollem Rahmen möchte ich die Lockerungen genießen. Wer weiß, wann die 2. Welle kommt …

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  4. War heute mal mit meiner Frau beim Obi. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die C-Zeit vorbei ist 🤔
    Masken ok, Abstand, so gut wie nicht, war froh wie ich wieder draußen war. Vielleicht bin ich ja sensibler geworden.
    LG Roland

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  5. Hehe, genauso habe ich mir das vorgestellt. Danke für den Bericht! Ich warte deshalb noch ein wenig mit dem Shoppen, der Slalom im Supermarkt reicht mir vorerst. Ich finde, viele Leute sind schon arg unvorsichtig geworden und da vermeide ich Ansammlungen, wo ich nur kann.

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  6. Super, dass du wieder zum Einkaufen gehen konntest.
    Gestern war ich auch nach lang zum Shopping Center für die dünnen sommerlichen Hosen der Familien.

    Ich war einmal im Dezember 2014 vor dem Glockenspiel. Ich erinnere mich, dass ich da viele Japanisch gehört habe , obwohl ich im München war 😀

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