Innsbruck: Anstrengende Almenrunde Innsbruck: Hard hike to alpine inns

Nach meiner leichten Einstiegstour hatte ich mir eine Wanderung ausgesucht, die zu vier Almen führte. Das sah auf den ersten Blick gemütlich aus. Obwohl die Wanderung im Führer als leicht eingestuft war, mussten 800 hm bewältigt werden. Sogleich beschloss ich, auf die höchstgelegene Alm zu verzichten, wodurch ich knapp 200 hm sparen würde.

Am frühen Vormittag ging ich durch die Innenstadt und stieg dann in die fast leere Hungerburgbahn, die mich auf eine Höhe von 860 m brachte. Nachdem ich die Bergstation bewundert hatte, die wieder von der berühmten Architektin Zahia Hadid entworfen wurde und kurz in die nahe Theresienkirche mit expressionistischen Fresken aus dem 20. Jahrhundert geschaut hatte, startete ich.

Das erste Ziel, die Umbrüggler Alm, lag gerade einmal 250 hm höher. „Das ist ein Klacks! “ dachte ich und schritt frohgemut voran. Aber ach, du Schreck, es ging steil bergauf! Auch war es inzwischen ziemlich heiß. Ich bleibe nicht gerne gleich am Anfang einer Wanderung stehen, daher versuchte ich es mit ganz langsamem Weitergehen. Informationshalber schaute ich auf die Herzfrequenz meines Fitnesstrackers und erschrak, weil mehr als 150 angezeigt wurden. Da blieb ich dann doch lieber stehen und wartete bis ich bei 120 bis 130 angelangt war. Kaum war ich weitergegangen, beschleunigte sich mein Pulsschlag erneut und ich hielt wieder an.

Mit diesem Rhythmus erreichete ich schließlich die Umbrüggler Alm. Eigentlich hatte ich dort keine Pause eingeplant, aber nun freute ich mich auf eine Rast. Ziemlich schnell landete ich mit meinem Zitronenskiwasser in einem Liegestuhl, wo ich mich mit ausgezogenen Wanderschuhen erholte. In coronatauglichem Abstand nahm ein Einheimischer Platz, der mit dem Mountainbike von der Stadt hinaufgestrampelt war. Wir kamen ins Gespräch. Er erzählte mir, dass die vielen Baustellen in der Altstadt ein Corona Hilfspaket für die Bauwirtschaft darstellten. Die Sanierung wäre normalerweise erst in ein bis zwei Jahren fälllig gewesen. Obwohl die außereuropäischen Touristen ausblieben, sei es nun voller als man gedacht habe und die Besucher drängelten sich an den Engstellen. Aber „normaler“ Touristenbetrieb herrsche noch lange nicht. Besonders voll sei es an den „Italienerwochenenden“ im Dezember. Weihnachtsmärkte gebe es in Italien nicht, deswegen sei der Innsbrucker Weihnachtsmarkt ein beliebtes Ausflugsziel. Witzigerweise gibt es in München am zweiten Wochenende auf der Wies’n (Oktoberfest) auch ein „Italienerwochende“ . Na ja, dieses Jahr nicht …

Dann schaute ich mir das Höhenprofil der Fortsetzung meines Wanderwegs zur Höttinger Alm im Führer an. Oh je, da war es genau so steil wie auf der letztenEtappe ! Der Kellner bestätigte dies und sagte noch, dass der Weg weitgehend schattenlos verlief. Er riet mir die längere Forststraße zu nehmen. Auf der breiten Straße ging es immer noch ganz gut bergauf. Es gab etwas Schatten aber auch weite Strecken in der prallen Sonne. Außerdem kamen immer wieder Mountainbiker herunter gerast, vor denen man sich in Acht nehmen musste. Bei einer Trinkpause auf einer Bank sah ich eine Gruppe Mountainbiker, die anhielten, um die Fortsetzung der Tour zu besprechen. Der Bremsweg einiger Radler war doch ziemlich lang … Also die reine Freude war das Wandern nicht, aber die zahlreichen Ausblicke nach Innsbruck und die Stubaier und Tuxer Alpen bis zum Brenner (sogar die Europabrücke konnte man erkennen) waren einfach grandios. Von weitem sah ich die Höttingen Alm und den Wanderweg, der in Serpentinen über die Wiesen hinaufführte. Da war mir einiges erpart geblieben !

Auf der urigen Höttingen Alm auf 1487 m Höhe verspeiste ich eine leckere Speckknödelsuppe, ein Lieblingsgericht aus lange zurückliegenden Skiurlauben. Noch einmal genoss ich die wunderbare Aussicht. Auf den Almwiesen grasten auch noch die von mir heißgeliebten Schottischen Hochlandrinder (leider auf dem Photo kaum zu sehen ). Der Nachteil meines geänderten Hinwegs war, dass ich die Forststraße wieder ein gutes Stück bis zum Abzweig zur Arzler Alm hinunterlaufen musste. Inzwischen war es sehr heiß und das bisschen Schatten vom Vormittag war fast verschwunden. Nach der Abzweigung lief ich wieder auf einer Forststrecke. Dann ging es auch noch durch einen abgeholzten Wald, eine trostloses Wegstück. Kurzum den, teilweise steilen, Abstieg von 400 hm fand ich sehr anstrengend. Sehr bezeichnend war, dass ich mich nicht mehr zum Fotografieren aufraffen konnte.

In der Arzler Alm verwöhnte ich mich mit Kaffee und Kuchen und es gelang mir auch, die Wespen am Mitessen hindern. Von Forststraßen hatte ich die Nase voll und fragte daher den Kellner nach einer Alternative. Er zeigte auf ein Gatter und sagte „Da nunter und immer links halten.“ Auf meine Frage, ob es steil hinunterging, meinte er, es wäre nicht so schlimm. Mit Stöcken und orthohopädischen Knieschützern, die ich vorsichtshalber angezogen hatte, konnte ich die steilen Stellen problemlos bewältigen. Außerdem war ich nun im Wald und zur Not hätte ich mich auch an Bäumen oder Sträuchern festhalten können. Zeitweise war ich mir nicht sicher, ob ich in die richtige Richtung lief. Aber alles klappte, bald kam ich auf den Wanderweg, der mich zurück zur Hungerburgbahn führte.

Ziemlich erschöpft kehrte ich in meine Ferienwohnung zurück. Für den nächsten Tag wurde wieder heißes Sommerwetter vorhergesagt. Mal sehen, wo ich am besten etwas schattiger und weniger anstrengend wandern konnte.

Seid ihr schon einmal bei großer Hitze gewandert und wie habt ihr das erlebt ?
Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Meine Fotos könnt ihr auch bei Instagram unter wanderlustig2020 sehen.

After my easy first trail I had chosen a hike that led to four Almen (alpine inns). At first sight this looked not to strenous. Although the hike was classified as easy in the guide, 800 hm had to be mastered. Immediately I decided to do without the highest Alm, which would save me about 200 hm.
In the early morning I walked through the city center and then I took the almost empty Hungerburgbahn, which brought me up to an altitude of 860 m. After I admired the top station, which was again designed by the famous architect Zahia Hadid and had a brief look at the nearby Theresienkirche with its expressionist frescoes from the 20th century, I set off.

The first destination, the Umbrüggler Alm, was just 250 hm higher. „It’s a cinch! „I thought and happily walked on. But oh, my goodness, it went steeply uphill! It was also quite hot in the meantime. I don’t like to stop right at the beginning of a hike, so I tried to carry on very slowly. For information, I looked at the heart rate of my fitness tracker and was startled because more than 150 were displayed. So I decided to stop and wait until I was at 120 to 130. No sooner had I moved on than my heart rate accelerated again and I stopped again.

With this rhythm I finally reached the Umbrüggler Alm. Actually, I hadn’t planned a break there, but now I was looking forward to a rest. Pretty soon, I landed with my lemon ski water in a deck chair, where I recovered with my hiking boots off. At a distance suitable for a corona, a local took a seat. He had pedaled up from the city on his mountain bike. We got into conversation. He told me that the many construction sites in the old town were a Corona aid package for the construction industry. Normally the renovation would not have been due for another one or two years. Although no non-European visitors were in the city, it was now fuller than one would have thought and the visitors were crowding into the narrow places. But „normal“ tourist business is still a long way off. It is especially crowded on the „Italian weekends“ in December. There are no Christmas markets in Italy, which is why the Innsbruck Christmas market is a popular destination. Funnily enough, there is also an „Italian Weekend“ in Munich on the second weekend at the Wies’n (Oktoberfest). Well, not this year …


Then I looked up the elevation profile for the continuation of my hiking trail to the Höttinger Alm in the guide. Oh dear, there it was just as steep as on the last stage! The waiter confirmed this and said that the path was largely without shade. He advised me to take the longer forest road.


On the wide road it was still quite steep uphill. There was some shadow but also long stretches in the blazing sun. In addition, mountain bikers came down again and again, which one had to watch out for. During a drinking break on a bench I saw a group of mountain bikers who stopped to discuss the continuation of the tour. The braking distance of some of the cyclists was quite long … So the pure joy was not in the hiking, but the numerous views to Innsbruck and the Stubaier and Tuxer Alps up to the Brenner (even the Europabrücke could be seen) were simply grandiose. From far away I could see the Höttingen Alm and the hiking trail, which went up the meadows in serpentines. I had been spared a lot !

On the rustic Höttingen Alm at 1487 m above sea level I ate a delicious bacon dumpling soup (Speckknödelsuppe), a favorite dish from long ago ski vacations. Once again I enjoyed the wonderful view. The Scottish Highland cattle, which I loved so much, grazed on the alpine pastures (unfortunately, they are hardly visible on the photo).

The disadvantage of my changed route was that I had to walk down the forest road again a good distance till the turnoff to the Arzler Alm. In the meantime it had become very hot and the little shade from the morning had almost disappeared. After the turnoff I walked again on a forest road. Then I went through a cut down forest, a desolate stretch of road. In short, the descent of 400 hm, which was steep in parts, was very exhausting. Very significant was that I could not get up to take pictures anymore.

In the Arzler Alm I spoiled myself with coffee and cake and I also managed to prevent the wasps from sharing my food. I was fed up with forest roads and asked the waiter for an alternative. He pointed to a gate and said „Go down there and always keep to the left“. When I asked him if it was steep, he said it wasn’t that bad. With sticks and orthopedic knee pads, which I had put on as a precaution, I managed the steep parts without any problems.Besides, I was now in the forest and if necessary I could have held on to trees or bushes. At times I was not sure if I was running in the right direction. But everything worked out, soon I arrived on the hiking trail which led me back to the Hungerburgbahn.

Quite exhausted I returned to my vacation apartment. For the next day hot summer weather was predicted again. I wondered where I could best hike in a little more shade and less strenuous.

Have you ever hiked in great heat and how did you feel?

Always looking forward to your feedback.

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10 Kommentare zu „Innsbruck: Anstrengende Almenrunde Innsbruck: Hard hike to alpine inns

  1. zunächst mal alle Achtung für durchziehen der Wanderung ! Die Hitze macht einem mehr zu schaffen als man denkt selbst in höher gelegenen Regionen. Die Sonne kennt dort kein Erbarmen !
    Tolle Fotos hast du mitgebracht und die Gegend ist schon super !!! Also ich tu solch eine Leistung anerkennen !!

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  2. Die Hitze im Sommer ist einer der Gründe, warum wir meistens im Frühling und Herbst wandern. Und man kann besser die Unterkünfte buchen!
    So eine Alpenwanderung ist doch was anderes, als im Mittelgebirge zu wandern. Auch bei uns kommen manchmal bis zu 1000 Höhenmeter am Tag zusammen, aber es verteilt sich mehr.
    Danke für die schönen Berichte! 😃

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  3. Danke 😊. So halte ich es auch bei Tagesausflügen.. Im Urlaub kann man sich das Wetter nicht aussuchen. In Innsbruck habe ich schließlich eine Wanderpause eingelegt ( Bericht folgt ).

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  4. Ich vermeide es mittlerweile, bei großer Hitze zu wandern. Das tut mir nicht gut, auch wenn ich ausreichend Trinkwasser mitnehme, ich brauche danach jedesmal einen Tag, um mich zu erholen. 😉 So, wie’s jetzt ist – Temperaturen um die 24° bis 26°, gelegentlich ein frisches Lüfterl – ist’s optimal.

    Gefällt 3 Personen

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