Rund um Baiersbronn 1 Around Baiersbronn 1

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Wie schon berichtet verbrachten wir Ende September einige Tage im Nordschwarzwald und zwar in Baiersbronn. Von unserer idyllisch am Fluss Murg und am Waldrand gelegenen Ferienwohnung (in einem Hochhaus!) starteten wir entweder direkt zum Wandern oder erreichten nach kurzen Anfahrten die Wanderparkplätze.

Das Wetter bot uns ein reiches Potpourri, viele Wolken, heftigen Regen mit Temperatursturz aber auch Sonnenschein. Wenn es auch etwas bitter war, dass einige Tage vor unserer Ankunft noch sommerliche Temperaturen geherrscht hatten, war wir doch recht zufrieden. Nur an einem Tag regnete es so stark und anhaltend, dass wir nicht wandern konnten.

Am ersten Tag wanderten wir bei bewölktem aber trockenen Wetter auf dem Sankenbachsteig, der vom deutschen Wanderinstitut als Premiumweg ausgezeichnet wurde. Außerdem wurde der Wanderweg zum „Genießerpfad“ entwickelt. Diese Wege wurden von den Schwarzwälder Wanderorten so gestaltet, dass sie größtenteils über Naturwege führen, dem Wanderer viel Abwechselung, schöne Ausblicke, attraktive Rastplätze und Einkehrmöglichkeiten bieten.
Quelle: Baiersbronner Wanderguide

Wir parkten an der Talstation des inzwischen aufgegebenen Sessellifts. Am Eingang des Steigs befindet sich eine mit Holz und Stein gestaltete Miniwasserfalllandschaft mit Rastplatz, die bei schönerem Wetter zu einem ersten Verweilen eingeladen hätte. Stattdessen fotografierte ich nur kurz (s. Foto 1, Gesamtansicht mit H. im Vordergrund möchte ich nicht zeigen). Zunächst folgte der Weg dem munter plätschernden Sankenbach. Es ging vorbei am Wildgehege, wo sich aber keine Tiere blicken ließen. Zum Ausgleich kamen wir an einer Weide mit Schottische Hochlandrindern vorbei, die zu meinen Lieblingstieren gehören.

Nach einem kurzen Aufstieg durch den moosbewachsenen Wald erreichten wir den Sankenbachsee. Der Sankenbachsee gehört zu den in der letzten Eiszeit entstandenen Karseen. Nachdem er bereits seit mehreren tausend Jahren verlandet war, wurde er 1980/81, wieder künstlich aufgestaut. Der stillen Schönheit des Sees, in dem sich die umliegenden Wälder spiegelten, tat das keinen Abbruch.

Nach einer Snack- und Trinkpause, die wir auf dem mit Holzbänken und -liegen ausgestatteten Rastplatz verbrachten, stiegen wir zu den oberhalb des Sees gelegenen Sankenbachwasserfällen hinauf. Es ging nun sehr steil über einen steinigen, wurzeligen und moosbewachsenen Pfad nach oben. Mir graute es vor dem Rückweg, da ich nicht gerne steil bergab laufe. Der Sankenbachfall stürzt in mehreren Stufen mehr als 40 m über die Karwand am Sankenbachsee. Das Wasser des Hauptfalls fiel sehr dekorativ vor einer Buntsandsteinwand hinab, die von sattgrüner Vegetation eingerahmt wurde .

Der Wasserfall führt nicht viel Wasser. Von einem Holzsteg über dem Fall kann aber mittels eines Holzschiebers das zulaufende Wasser im kleinen oberhalb liegenden Becken anstauen. Nach dem Öffnen des Schiebers stürzt das angesammelte Wasser dann eine Zeit lang in verstärktem Schwall hinab.
Quelle Wikipedia

Tatsächlich konnten wir den Mechanismus in Gang setzen und es strömte kurz etwas mehr Wasser. Fototechnisch hätte das nur etwas gebracht,wenn man den Fall von unten aufgenommen hätte. Zum Heruntergehen fehlte mir allerdings die Lust. Am besten wäre es, wenn es einen entsprechenden Hinweis unterhalb desWasserfalls gäbe. Dann könnte man sich aufteilen, sofern man nicht alleine wandert, in einen Vorausgehenden, der oben den Schieber bedient, und den Fotografen, der unten wartet bis der Schwall kommt. So oder so fanden wir den Wasserfall im märchenhaft schönen Wald sehr schön. Freudig überrascht war ich auch dass der Sankenbachsteig danach in der Höhe fortgesetzt wurde und ich mir eine Schlitterpartie nach unten sparen konnte.

Nun wanderten wir eine ganze Weile stetig bergauf, zunächst auf schmalen Pfaden. Obwohl das Wandern nun anstrengte, war ich restlos begeistert von der traumhaften Waldlandschaft. Moosbewachsene Bundsandsteinfelsen und steinige rotbunte Pfade im dichten Mischwald boten die schönsten Farbkontraste.

Auf Schotterwegen ging es nach dem höchsten Punkt wieder nach unten zur Wasenhütte, wo wir eine Trinkpause einlegten und ein paar Nüsse und Datteln verzehrten. Dort saß schon ein Einheimischer, mit dem wir ins Gespräch kamen. Er erzählte uns u.A., dass gerade in der Baiersbronner Gegend alle Hotels ausgebucht seien. Das sollte uns noch beschäftigen. Viele gute Restaurant gehören dort zu einem Hotel. Wenn die Hausgäste im Restaurant essen, dann ist unter Corona Bedingungen schnell alles ausgebucht. Jedenfalls haben wir es nur einmal mittags am Regentag in ein Wunschrestaurant geschafft. An unserem Hochzeitstag aßen wir Pasta beim Italiener.

Von der Wasenhütte führte eine kurze Strecke in 30 Minuten zu unserem Etappenziel, der Glasmännle Hütte. Wir widerstanden der Versuchung und folgten brav dem Sankenbachsteig. Dieser führte zunächst steil bergab bis zur Michaelskirche bei Friedrichstal. Nachdem wir uns in der kleinen Gartenanlage bei der auf einem kleinen Hügel stehenden Kapelle (leider geschlossen) mit Teich und Blumenrabatten entspannt hatten, ging es sofort wieder bergauf zum Stöckerkopf. In Serpentinen verlief der schweißtreibende Aufstieg nun immer weiter nach oben. Zum ersten Mal war ich froh über das trübe Wetter. Bei warmem Sommerwetter wäre dieser Aufstieg eine Herausforderung gewesen. „Von wegen Genießerpfad !“, dachte ich mehrmals. In der Glasmännlehütte an der Bergstation des ehemaligen Sesselliftes ließen wir es uns mit Brotzeit, Kaffee und Kuchen gut gehen. An der windgeschützten Hüttenwand konnten wir sogar noch draußen sitzen und den Blick auf Baiersbronn genießen.

Den folgenden steilen felsigen Abstieg, der so garnicht mein Ding war, habe ich schon fast verdrängt. Angeblich hätte es auch eine leichtere Variante gegeben, aber die sahen wir nicht. Durch den weiterhin idyllischen Wald führte der ausgeschilderte Pfad mehr oder minder steil nach unten. Mehrmals landeten wir auf einer Forststraße (leichte Variante ?), folgten dieser ein ganz kleines Stück und dann zeigte unser Wegzeichen (ein Schwarzwälder Bollenhut) erneut in den dunkelen Wald, wo es wie gehabt weiter ging.

Am Parkplatz kamen etwas erschöpft an, waren aber sehr zufrieden mit unserer sehr schönen und abwechselungsreichen Wanderung auf dem Sankenbachsteil.
14 km, 482 Hm#

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken.

Wir fuhren zurück zum Ortszentrum von Baiersbronn. Inzwischen schien sogar die Sonne und die Temperatur betrug sagenhafte 18 Grad. Wir nutzen die Gelegenheit (die in unserem Urlaub nicht wieder kommen sollte ) und verspeisten ein leckeres Eis auf einer Caféterrasse.

Noch eine Frage, besonders an die Schwaben unter euch:
Eigentlich wollte ich die Posts über unseren Wanderurlaub in Baiersbronn „Im Schwäbischen Schwarzwald“ nennen. Baiersbronn und Umgebung liegen in Württemberg und nicht weit von Stuttgart entfernt. Auch gab es in den Gaststätten oft Schwäbische Gerichte zu essen, z.B. Maultaschen mit Kartoffelsalat. Gelernt habe ich inzwischen, dass Württemberg und Schwaben nicht deckungsgleich sind. Aber zu der Frage, wo Schwaben liegt, konnte ich nichts Genaues finden. Wißt ihr, ob Baiersbronn sich in Schwaben befindet?

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

5 Kommentare zu „Rund um Baiersbronn 1 Around Baiersbronn 1

  1. Danke dir. Eine erste Rückmeldung habe ich von Manni, der wahrscheinlich ein echter Schwabe ist. Er meint auch, dass Baiersbronn im Schwabenland liegt 😊.

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  2. Ich bin zwängt eine „Reingeschmeckte“ hier in Schwaben, aber auch ich würde sagen: Baiersbronn gehört traditionell zu Freudenstadt und ist damit schwäbisch, zumindest politisch. Mag sein, dass dies der eine oder andere Einwohner anders sieht. Ich bin gespannt auf die Antworten der echten Schwaben! 😁

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  3. wunderschöne Aufnahmen vom Schwarzwald und ein ganz idyllischer See !
    So nun zu deiner Frage über Baiersbronn ! Sicher bin ich nicht, aber ich würde es „Schwaben“ zuordnen. Der südlichen Schwarzwald und die Rheinebene “ Baden“ ! Es gibt ja auch noch “ Oberschwaben “ von Dillingen-Donau bis ins Allgäu und an den Bodensee. Das wäre mein Vorschlag !!

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