Highlight: Wandern in den Cinque Terre 1/ Hiking in Cinque Terre 1

Reisen ist zur Zeit unmöglich. Bis zu einer Verbesserung der Situation bleibt uns nicht anderes übrig als die Erinnerung an wunderschöne, vergangene Reisen zu beleben.

In diesem Sinne veröffentliche ich noch einmal meine Beiträge über unseren Wanderurlaub in den Cinque Terre in Ligurien (Italien). Den im Jahr 2018, in der Frühzeit meiner Bloggerei, verfassten Beitrag habe ich nicht verändert. Meine Texte waren damals länger und nur wenig bebildert. Wie gefällt euch das Ganze ?

Wandern in den Cinque Terre vom 22.- 30.3.2018

Cinque Terre im Vorfrühling 1

Von Levanto aus, wo wir unsere Unterkunft gebucht hatten, kann man sehr gut mit dem Zug fahren: westwärts nach den Cinque Terre (Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Rio Maggiore)  sowie nach La Spezia und westwärts nach Sestri Levante ca.  alle 30 Minuten. Auch nach Genua gibt es häufige Zugverbindungen. In den Cinque Terre  gilt der Einheitstarif von 4 € pro Fahrt, auch wenn man nur in das nächstgelegene Dorf fährt. Für den gleichen Preis kann man auch nach La Spezia und Sestri Levante reisen. Wir sind jeden Tag mit dem Zug zum Ausgangspunkt unserer Wanderungen gefahren. Die Tageskarte Cinque Terre Card für 16 €  haben wir nicht benutzt.

Unsere erste Wanderung sollte Monterosso nach Riomaggiore führen. Das ist die beliebteste Wanderung und sie kostet Eintritt. Diesen mussten wir aber nicht bezahlen, weil der Wanderweg offiziell erst am nächsten Tag eröffnet wurde.

Wir fuhren mit dem Zug nach Monterosso. Die Fahrt dauert nur fünf Minuten. Trotzdem hatten wir uns auf Plätze auf der Meeresseite in einem erhöht gelegenen Zugteil gesetzt, um die Aussicht zu genießen. Wir mussten dann aber feststellen, dass der Zug direkt nach der Abfahrt in einem Tunnel verschwand, aus dem er erst kurz vor dem Bahnhof von Monterosso wieder auftauchte. Da wussten wir noch nicht, dass dies auf der gesamten Strecke in den Cinque Terre der Fall sein würde. Bei manchen Bahnhöfen, wie zum Beispiel in Riomaggiore, steigt man sogar in einem Tunnel aus.

Vom Bahnhof in Monterosso liefen wir durch einen Fussgänger- und Fahrzeugtunnel, der zum alten Stadtkern des Örtchens führt. Nach ein bisschen Fragen und Suchen fanden wir auch den Beginn des Wanderwegs, links neben der Kirche. Danach war es kein Problem mehr. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und oft mit Treppengeländern versehen. Zwischendurch gibt es nummerierte Punkte („Punto“) mit Schildern, die sogar mit Notrufnummern versehen sind.

Bei schönstem Wetter liefen wir zunächst bis Vernazza. Wir staunten nicht schlecht darüber, dass das Wandern recht anstrengend war. Obwohl die zu bewältigenden Höhen nicht über 220 Meter hinaus gingen, mussten wir ständig treppauf und treppab laufen. Aber die Ausblicke auf das smaragdgrüne Meer und die wilde Küste waren wirklich wunderschön. Nach Vernazza stiegen wir hinunter und verbrachten dort eine ausgiebige Mittagspause in einer Bar am Hafen. Selten habe ich schöner gesessen. Allerdings war es erwartungsgemäß ziemlich teuer: 30 Euro für zwei kleine Snacks, Bier, Wasser und Espresso.

Vernazza Cinque Terre

Nach dem Ort  mussten wir wieder viele Treppen hinaufsteigen, um nach Corniglia, dem Cinque Terre Dorf Nr. 3,  zu gelangen. Dieses liegt aber nicht auf Meereshöhe sondern 80 m hoch, so dass der Abstieg nicht so beschwerlich war.

In dem hübschen Örtchen mit der sehenswerten Wallfahrtskirche San Pietro gönnten wir uns ein leckeres Eis, gingen aber gleich weiter. Die Fortsetzung des Wegs nach Manarola und Riomaggiore würde viel erholsamer werden. Unsere Karte zeigte einen Verlauf auf Meereshöhe.

Aber zunächst liefen wir viele, aber bequeme Treppen hinunter, die vom Ort zum Bahnhof Corniglia führten. Dort standen ziemlich viele Leute, die wohl keine Lust zum Laufen mehr hatten. Wir liefen weiter an der Küste an verfallenen Buden vorbei und dann stellte sich heraus, dass der Weg bis zum Ende in Riomaggiore gesperrt war. Ein riesiges Gatter verwehrte uns den Zugang. Dahinter sah man mehrere Stellen, an denen der Weg  durch Erdrutsche abgebrochen war. Wir waren etwas sauer und fragten uns, warum es keinen Hinweis auf die Sperrung am Bahnhof Corniglia gegeben hatte. Wie wir später erfuhren ist dieser Wegabschnitt seit mehreren Jahren gesperrt und wird auch in diesem Jahr (2018) nicht geöffnet. Selbst die berühmte Via dell‘ Amore zwischen Manarola und Rio Maggiore, die angeblich von Liebespaaren aus der ganzen Welt begangen wird, ist nicht zugänglich. Nun gut, für den ersten Tag reichte es uns  mit dem Wandern. Cinque Terre No. 4 und 5 Manarola und Riomaggiore würden wir an anderen Tag besuchen. Wir nahmen den Zug zurück nach Levanto.

Am nächsten Tag spürten wir unsere Knochen und beschlossen, einen kurzen Wandertag einzulegen. Bei  leicht bewölktem Wetter starten wir am Ende des Strandes von Levanto. Es ging wieder über steile Stufen bergauf. Wir wollten über die Punta Mesco (320 m hoch) nach Monterossa laufen. Unterwegs wurden wir immer wieder von einer großen amerikanischen Jugendgruppe überholt, die zwischendurch aber Pausen einlegte. Ohne es zu wollen, erfuhren wir vieles über die Zukunftspläne der jungen Leute, die sich lautstark unterhielten. Der Weg war nicht gefährlich, wir mussten aber wegen felsiger und ausgesetzter Stellen besser aufpassen als am Vortag. Auch fehlten die praktischen Geländer. Der wunderschöne Blick von der Punta Mesco auf die Cinque Terre entschädigte uns aber für alle Mühen des Aufstiegs.

Ein bisschen grauste mir vor dem im Wanderführer beschriebenen steilen Abstieg nach Monterosso. Tatsächlich führte der Weg nach der Punta Mesco zunächst steil über teilweise loses Gestein herunter. Nach kurzer Zeit begannen aber wieder Stufen, die uns nun sehr gelegen kamen. Nach knapp drei Stunden kamen wir in Monterosso an.

In der Nähe des Bahnhofs legten wir eine schöne Mittagspause  ein. Heute, am Samstag, herrschte wesentlich mehr Betrieb als am Vortrag. Jedesmal wenn ein Zug angekommen war, zogen ganze Völkerscharen an uns vorüber. Witzig war, dass die Stühle unserer Bar sehr dicht an diesem Spazierweg standen. Man durfte aber auch nicht zu weit nach hinten rücken, weil man sonst auf der Straße saß, auf der gelegentlich ein Auto oder ein Motorrad vorbeifuhr. Trotzdem war es eine sehr schöne Pause. Wir schauten bei schönstem Sonnenschein auf das Meer und konnten allerlei Leute beobachten.

Wir besuchten noch die malerische Altstadt von Monterosso, wo es einiges an Souvenirs zu kaufen gibt und nahmen dann am frühen Nachmittag den Zug zurück nach Levanto.

21 Kommentare zu „Highlight: Wandern in den Cinque Terre 1/ Hiking in Cinque Terre 1

  1. Liebe(r) ? Wanderlustig,

    zunächst herzlichen Dank für deine Besuche auf meinem Blog. Danke für’s mitnehmen auf diese schöne Wanderung. Die Cinque Terre ist eine tolle Gegend die ich im Rahmen einer Busreise kennen lernen durfte. Das Wandern schied aus gesunheitlichen Gründen leider aus. Aber auch so war ich ganz begeistert. Ich bin mal auf deine weiteren Berichte gespannt.

    Liebe Grüße
    Harald

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  2. Immer wieder schön, auch die altem Beiträge. Das inspiriert mich, vielleicht auch die früheren Beiträge unserer Wanderung durch Südengland noch mal neu aufzulegen. Deine Texte waren auch damals schon gut, aber mehr Bilder wären trotzdem fein! 😏

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  3. Danke fürs virtuelle Mitnehmen auf diese wirklich schöne Wanderungen. Und für den Hinweis, dass die Bahnstrecke großenteils durch Tunnel verläuft. Das wusste ich noch nicht, in einer Doku, die ich mal im TV gesehen hatte, wurde das nicht erwähnt.
    Liebe Grüße!

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