Amperauen und Dachau Amper floodplains and Dachau

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Wieder einmal näherte ich mich dem Coronakoller. Die erneut stagnierenden Infektionszahlen verderben die Stimmung. Aber dieses Mal brauchte ich keine gute Fee, um mir ein Ausflugsziel auszusuchen.

Schon länger hatte ich einen Spaziergang durch die Amperauen geplant. Die Amper ist kleiner Fluss, der bei Moosburg in die Isar mündet. Sie fließt an Dachau vorbei, das ich schon sehr lange nicht mehr besucht hatte. Dachau ist eine kleine Stadt mit historischen Bauten und liegt nordöstlich von München in ca. 30 km Entfernung.

Im 19. Jahrhundert entdeckten die Maler Dachau. Berühmten Landschaftsmalern wie Carl Spitzweg, Max Liebermann, Lovis Corinth, Ludwig Dill, Adolf Hölzel und Arthur Langhammer gefiel die Moor- und Sumpflandschaft.

Dachau kann man aber nicht besuchen, ohne an das „Konzentrationslagers Dachau“ zu denken, das 1933 kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten errichtet wurde .
Die „KZ-Gedenkstätte Dachau“ wurde 1965 als Mahnstätte und Erinnerungsort auf dem ehemaligen Häftlingsgelände des Konzentrationslagers errichtet. Die Gedenkstätte (derzeit geschlossen wegen Corona) wird jährlich von etwa 1.000.000 Menschen aus aller Welt besucht.
Quelle Wikipedia

Mich zog es bei dem frühlingshaften Wetter (ca. 12 Grad und strahlender Sonnenschein) in die Natur. Nachdem ich das Auto in Dachau-Mitterndorf abgestellt hatte, spazierte ich zunächst stadtauswärts am Amperufer entlang. Durch die winterliche Vegetation wirkte die Landschaft kahl, aber mir gefielen die Farben und Formen sowie der Schattenwurf der entlaubten Bäume. Kurz hinter dem auf einer kleinen Insel sehr idyllisch gelegenen Naturfreundehaus kehrte ich um. Eigentlich hatte ich bis zur nächsten Brücke und dann über die Amper laufen wollen, aber das war mir dann zu weit, bzw. ich war nicht sicher, ob ich von dort weiter am Flussufer entlang gehen konnte.

Bevor ich wieder am Ausgangsort ankam, wollte ich eine kleine Pause auf einer Bank an der Amper einlegen. Meinen mitgebrachten Tee hatte ich gerade eingeschenkt, als ein Rauhhaardackel (Bayerisch: „Zamperl“) schwanzwedelnd auf mich zukam. „Ein freundlicher Hund,“ dachte ich zuerst und schrie gleich danach „Nein, nein!“ Das taten dann auch die Hundbesitzer, aber es war zu spät. Das Tier war an der Bank hochgesprungen und hatte meinen Becher mit seiner feuchten Hundenase angestupst. Herrchen und Frauchen reagierten nur mit einer lahmen Entschuldigung . Den heißen Tee konnte ich nicht direkt aus der Thermoskanne trinken, und der Becher kam für mich nicht mehr in Frage. Ziemlich sauer schüttete ich das Getränk aus und stürmte in Richtung Dachau.

Nach kurzer Zeit erreichte ich die Ludwig-Dill-Brücke, folgte dem Weg noch ein Stück bis zum Wasserkraftwerk, um dann auf dem Treppenweg auf den Schlossberg zu steigen. Hier handelte sich um die einzig nennenswerte Steigung während des Spaziergangs, für die ich auch nur ein paar Minuten brauchte. Aber schon merkte ich, dass es mit meiner Fitness nach dem Winter nicht zum Besten stand.

Oben angekommen befand ich mich am Eingang zum Schlossgarten. Das Schloss Dachau war die Sommerresidenz der Wittelsbacher Fürsten. Vorläufer war eine im Jahr 1100 errichtete Burg, die abgerissen, durch einen Rennaissance-Palast mit vier Flügeln ersetzt und mit einem barocken Hofgarten versehen wurde. Im 18.Jahrhundert sollen dann napoleonische Truppen das Gebäude so zugerichtet haben, dass drei der vier Gebäudeflügel abgerissen werden mussten. Für einen Neuaufbau fehlten dann wohl die Mittel.

Die barocke Parkanlage befand sich bei meiner Tour noch im Winterschlaf. Aber richtig schön war der Durchblick durch den kahlen Laubengang auf das vom warmen Winterlicht angestrahlte Schlossgebäude. Auch die Aussicht mit dem atemberaubenden Blick auf München und die Alpenkette begeisterte mich. Auch wenn das Zoom meiner Kompaktkamera deutlich an seine Grenzen stieß, kann man das Münchner Olympiastadium, den Olympiaturm, die Frauenkirche und die ungefähr 150 km Luftlinie entfernte Alpenkette erkennen. Solche Panoramen sieht man nur in der klaren Herbst- oder Winteratmosphäre und schon dafür hatte sich meine Tour gelohnt.

Mein nächstes Ziel, die malerische Dachauer Altstadt, hatte ich bald erreicht. Nach einer kurzen Besichtung der Pfarrkirche St. Jakob, die im 17. Jahrhundert im Stile der Spätrenaissance erbaut wurde, war ich reif für einen „Coffee to go“. Im ersten Lokal, in dem ich nachfragte, verneinte man mit der Begründung „Geschlossene Gesellschaft“ (???). Das Café schräg gegenüber bot nur am Wochenende Speisen und Getränke zum Mitnehmen an. Immerhin gab mir die gerade anwesende Pächterin auf Nachfrage einen Pappbecher für meinen heißen Tee. Etwas später entdeckte ich eine Bäckerei. Nun ja, das restliche Gebäck sah sehr trocken aus. Daher beließ ich es bei einem Cappuccino. Auf einem kleinen Platz gegenüber dem Rathaus ließ ich mich auf einer Bank nieder, genoß den Kaffee und hinterher einen Becher Tee. Die Altstadtläden und die Gemäldegalerie Dachau waren natürlich geschlossen. Der Taschner Brunnen auf dem Rathausplatz mit den Figuren von Bauern in Dachauer Tracht war noch winterlich mit Brettern verschalt.

Nur wenige Passanten waren unterwegs. Erst auf dem Rückweg entdeckte ich, dass in der gesamten Altstadt Maskenpflicht verordnet war. Was soll ich sagen? Die Dachauer Altstadt lud an diesem Nachmittag trotz der farbenfrohen historischen Gebäude nicht zum Bummeln ein !

Auf dem Rückweg ging ich, am historischen Zollhäusl abbiegend, zurück zum Schlosspark, wo nun in ein noch schöneres Spätnachmittagslicht herrschte. Auch der Fernblick hatte sich verbessert.

Am Ende des Schlossparks spazierte ich wieder hinab zur Amper und wechselte an der nächsten Brücke die Flussseite. Nun spiegelten sich die Sonne und der Kirchturm von Mitterndorf auf das Schönste in der Amper. Auch ein paar Wasservögel waren unterwegs und natürlich nimmermüde Spaziergänger und Jogger. Ein bisschen erschöpft aber froh über die schöne Abwechselung fuhr ich zurück.

Fazit:
Im Großen und Ganzen fand ich den Amperweg gut zu gehen und nicht überlaufen. Allerdings würde ich ihn gerne noch einmal besuchen, wenn es grünt und blüht. Das Gleiche gilt für Dachau, wenn alles wieder geöffnet ist. Vor allem die Gemäldegalerie würde ich mir anschauen. Und danach gibt es dann Kaffee und Kuchen in einem gemütlichen Café !

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

5 Kommentare zu „Amperauen und Dachau Amper floodplains and Dachau

  1. Gerne 😊.
    Dieser Hund war definitiv schlecht erzogen, wie sich zeigte, als die Leute ihn zu sich rufen wollten. Ich habe gelesen, dass viele während der Pandemie angeschafften Hunde in Hundeschulen gehen müssten, die aber gerade geschlossen sind !

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  2. Danke 😊. Wahrscheinlich werde ich im Blog über den ersten Besuch schreiben. Ich träume vom Café in der Glyptothek, die wohl fertig saniert ist. Aber vor Mitte/Ende April wird die Gastronomie wahrscheinlich nicht öffnen.

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  3. Ich finde es immer schlimm, wenn schlecht bis gar nicht erzogene Hunde frei laufen duerfen. Ich waere da auch sehr sauer gewesen.
    Von Dachau kenne ich nur die Gedenkstaette. Danke fuer die anderen Bilder hier.
    Liebe Gruesse,
    Pit

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  4. Schöne Tour! Ja, die sonst obligatorischen Cafébesuche fehlen uns wohl beide. Ich überlege mir schon welches Café ich für meinen ersten offiziellen Besuch aussuchen werde…

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