Flachlandwandern in Bayern 2 / Flat country hiking in Bavaria 2

For translation please use the Google Translate Button.

Vor zwei Wochen nutzte ich wieder meine Mitfahrgelegenheit nach Bad Gögging, bei schönem, wenn auch recht windigem Wetter. Zwar wollte ich wieder im Flachland wandern, aber doch etwas trainieren. Daher suchte mir eine der längsten Wanderungen aus, die direkt im Ort beginnen. Es war die Turmrunde mit ca. 14 km, die über den Ort und den Vogelpark Abensberg in einem weiten Bogen zurück nach Bad Gögging führt. Mir war klar, dass die Highlights der Tour geschlossen sein würden, aber das nahm ich in Kauf. Hauptsächlich wollte ich mich an der frischen Luft bewegen. Wenn ich wieder in den Bergen wandern kann, werde ich mit mehr Höhenmetern trainieren, um irgendwann auf einen Jakobsweg oder einen anderen Fernwanderweg gehen zu können.

Nach dem Start in Bad Gögging lief ich auf dem Wanderweg in Richtung Abensberg, auf einem Wegstück das ich schon vom Spazieren gehen und von Radtouren kannte. Sehr angenehm war, dass kaum Leute unterwegs waren. Auch die sonst so zahlreichen Radfahrer begegneten mir nur selten.

Seit meiner letzten Wanderung Anfang April war es merklich grüner geworden. Selbst die noch kahlen „Stangerl“ in den Hopfenfeldern wirkten neben den grünen Wiesen schon viel freundlicher. Falls ihr es noch nicht wisst: Bad Gögging liegt in der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt (Quelle: „Hopfenland Hallertau“).

Nach knapp fünf Kilometern erreichte ich Abensberg, einen Ort mit einer schön restaurierten Altstadt, der in Bayern nicht zuletzt durch den Spargelanbau bekannt ist. Bei früheren Aufenthalten in Bad Gögging haben wir vor der Abreise oft Spargel mitgenommen, nachdem wir wunderbare Tage im Themalbad und im Hotel (ja !) verbracht hatten. In Sandharlanden, einem Ortsteil von Abensberg, liegt ein großer Kreisverkehr, an dem dicht an dicht die Läden der Spargelbauern stehen. Dort bekommt man das köstliche Gemüse quasi direkt frisch vom Feld. Aber nun zurück zu meiner Wanderung!

Eine weitere Attraktion von Abensberg bildet das Gelände der Brauerei Kuchlbauer, die vor allem für ihre sehr gut schmeckenden Weizenbiere (bayerisch: Weißbier) steht. Außerdem kann auf dem Brauereigelände ein Architekturprojekt von Friedensreich Hundertwasser mit den typischen runden Formen und bunten Farben bewundern. Als Wahrzeichen des Ortes gilt der Kuchlbauer Turm, von dessen Spitze man eine wunderbare Aussicht haben soll. Bei früheren Besuchen war ich gerne im gemütlichen Biergarten am Turm eingekehrt. Natürlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass die Attraktionen in der Brauerei geöffnet sein würden. Schließlich sind die Museen wieder geschlossen und die Gasthäuser waren seit Ende Oktober nicht mehr geöffnet. Aber auch meine Hoffnung, dass es im Biergarten Essen und Trinken zum Mitnehmen geben würde, erfüllte sich leider auch nicht.

Auch die Abensberger Altstadt war weitgehend „verrammelt“. Nach einigem Suchen fand ich ein griechisches Restaurant, das Essen „to go“ anbot. Während mein griechischer Salat mit Huhn zubereitet wurde, trank ich eine alkoholfreie Kuchlbauer Weiße, die ganz köstlich schmeckte und mir sofort Kraft gab. Nun suchte ich einen Platz, um mein Mittagessen einzunehme. Durch die Altstadt pfiff ein ungemütlich kalter Wind und schöne freie Sitzgelegenheiten sah ich auch nicht. Schließlich fand ich eine windgeschützte Bank in einem kleinen Park an der Abens, wo ich mir den leckeren Salat im Sonnenschein schmecken ließ.

Bei der Sucherei nach einem Rastplatz hatte ich den Weg verlassen und es dauerte einige Zeit bis ich mich wieder „auf der Spur“ befand. Nach einigem Hin- und Her, das immerhin zweimal an der idyllischen Flussaue entlang führte, entdeckte ich die Fortsetzung meiner Strecke fast direkt hinter meinem Rastplatz !

Nach kurzer Zeit bog ich ab und stieg durch ein Waldstück hinauf zur Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Allersdorf, eine reich stuckierte Barockkirche, die ich kurz besuchte.

Danach folgte ich einige Zeit dem Waldrand, wo ich zwar eine gute Aussicht auf die umliegende Kulturlandschaft hatte, mich aber der Verkehrslärm der nahen Bundesstraße störte. Sehr froh war ich daher, als mich der Weg in ein Waldstück führte. Im lichten Mischwald sah ich jenseits der Straße die Gehege des Vogelparks Abensberg, den ich schon einmal besucht hatte. Die Abzweigung dorthin suchte ich nicht, weil mir klar war, dass der Park nicht geöffnet sein konnte.

Schließlich kam ich an eine Straße, die ich hätte überqueren solllen. Ich deutete aber das Wegzeichen falsch und folgte dem schmalen Weg am Straßenrand, der nach einigen hundert Metern endete. Doch schon etwas müde, hatte ich keine Lust zurück zu gehen. Google Maps verriet mir, dass ich der Straße 900 m folgen und dann abbiegen konnte, um zurück zur Turmrunde zu gelangen.

Zuerst gefiel es mir an der durchaus befahrenen Straße nicht besonders. Kahle Hopfenfelder erstreckten sich bis zum Horizont und es war recht laut. Dann kam ich zu einem riesigen Spargelfeld, wo ich etwas Außergewöhnliches sah. Die Spargeldämme werden mit großen hellen Kunststoffplanen bedeckt, die zusätzliche Wärme speichern und nur während des Spargelstechens enfernt werden. So kann die Spargelsaison früher beginnen. Diese Plastikplanen verschandeln die Landschaft normalerweise ziemlich. Als ich dort vorbeilief, herrschte ein starker böiger Wind. Dadurch wurden die Planen immer wieder hochgehoben und fielen dann erneut zusammen. Der Anblick erinnerte stark an ein wogendes Meer und wirkte wie ein Werk der Verpackungskünstler Jeanne Claude und Christo. Ich war begeistert!
Meine Fotos geben den Eindruck nur unzureichend wieder. Wenn ich gelernt habe, Videos in YouTube hochzuladen, liefere ich den kurzen Film nach. Versprochen !

Google Maps führte mich danach über einen kurzen steilen Weg am Rande eines Hopfenfelds zurück auf die Turmrunde. Über den von der warmen Nachmittagssonne angestrahlten Weg erreichte ich bald wieder Bad Gögging.

14 km, 55 Hm, 3,5 Stunden ohne Pausen und ohne Verlaufen (!).

Fazit:
Ein gut zu begehender, abwechselungsreicher Weg, vor allem wenn die Highlights in Abensberg geöffnet sind, gute mittellange Strecke.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

16 Kommentare zu „Flachlandwandern in Bayern 2 / Flat country hiking in Bavaria 2

  1. Danke fuer die lieben Wuensche.
    Was soll ich dann aber mal erst zu meiner Fitness sagen? Nun ja, eigentlich ganz einfach: nicht vorhanden.

    Gefällt mir

  2. Danke 😊. Der Turm ist sehenswert. Bei der Kuchelbauer Bierwelt bin ich da nicht so sicher. Obwohl wenn wieder geöffnet wird, bin ich zu allem bereit 😉.
    Ja, jetzt hoffen wir einfach mal das Beste
    Hab eine schöne Woche
    Inga

    Gefällt 1 Person

  3. Danke. 😊. Meine Fitness ist gerade nicht so gut, was ich sofort merke, wenn es bergauf geht. Hundertwasser ist eigentlich nicht mein Fall, aber zur Weißbierbrauerei passt
    der Turm.
    Wünsche euch eine gute Zeit
    Inga

    Gefällt 1 Person

  4. Das saison der Spargel fängt bald wider an ! Herlich….
    Der Kuchlbauer Turm is sehr schön zum ansehen und wer kent nicht das herliche Weisenbier 😉 Die Hopfenfelder sind debei sehr nützlich.
    Mit diesen Wanderung sind Sie fast gut trainiert.
    Vielen Dank für die schöne Bilder.

    Gefällt 1 Person

  5. Danke für‘s Mitnehmen! Ja, wie schön war es doch, als man damals unterwegs noch gemütlich einkehren konnte. Das vermissen wir auch! Ein Salat to go beim Griechen … immerhin! 😂

    Gefällt mir

  6. Eine sehr schöne Wanderung, die ich hier auch sehr gut mit nachvollziehen kann, denn kenne diese schöne Gegend auch etwas und deshalb vielen Dank fürs mitnehmen! 😊
    Liebe Grüße von Hanne und komm gut in die Woche 🍀🌼

    Gefällt 1 Person

  7. OMG was bist Du fit! Meine Fuesse und Beine haetten da aber ganz frueh gestreikt. Danke fuer die schoenen Bilder. Hundertwasser Architektur gefaellt mir sehr – zum Ansehen. Ob ich drin wohnen moechte ist eine andere Frage. Der Turm, jedenfalls das Oberteil, erinnert mich sehr an das Ufo-Haus, das wir einmal in der Naehe von Cincinnati [https://wp.me/p4uPk8-1zN] gesehen haben.
    Hab‘ eine feine Woche,
    Pit

    Gefällt 1 Person

  8. Den Kuchlbauerturm in Abensberg möchte ich mir seit ewigen Zeiten schon mal anschauen. Mich aber gerne noch eine Weile damit gedulden müssen. Meine Tourenliste wird länger und immrer länger… Na ja, wenn wir Glück haben, dann werden die Corona-Zahlen jetzt allmählich sinken und das Licht am Ende des Tunnels immer heller und größer werden…
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

  9. Vielen Dank für die Mitnahme. Da ich schon den Donaudurchbruch auf meiner „Nach-Corona-Liste“ habe, werde ich ein Abstecher nach Abensberg mit einplanen.
    Liebe Grüße
    Roland

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.