Zurück in München-Bogenhausen/ Back to Munich-Bogenhausen

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Im März besichtigte ich Jugendstilhäuser in München-Bogenhausen. Damals hatte ich mir vorgenommen, den Bogenhausener Friedhof anzuschauen aber erst im Frühling oder im Sommer. Am letzten Wochenende war es soweit. Die Sonne lachte, aber es ging ein kalter Wind, trotzdem ideales Fotowetter !

Wenn ich schon einmal in der Gegend war, wollte ich auch die mit Street Art verzierte Unterführung unter dem Münchner Friedensengel (Kurzer Bericht zum Friedensdenkmal siehe hier) besuchen.

Zunächst spazierte ich zum Friedensengel und fand bald den Tunnel, auf den mich mein neuer Street Art Führer (Street Art München, Reiseführer für Münchner) hingewiesen hatte.

Die Fußgänger- und Fahrrad-Unterführung befindet sich direkt unter dem Friedensengel und verläuft parallel zur Isar. Die Wände der Unterführung wurden 2014 von dem bekannten Münchner Sprayer Loomit und befreundeten Künstlern neu gestaltet.

In der Unterführung fotografierten aber nicht nur einige andere Besucher. Es rasten auch ständig Radfahrer vorbei, die an der Isar entlang fuhren. Beim Fotografieren musste ich bei jedem Schritt vorsichtig sein und oft schnell abdrücken, um die Radler nicht im Bild zu haben. Daher zeige ich nur eine kleine Auswahl gelungener Fotos. Interessant fand ich, dass viele Werke übersprüht worden waren („gecrosst“ im Fachjargon), bei einigen Bildern laut meinem Führer so stark, dass sie inzwischen neu gemalt werden mussten. Street Art ist dynamisch. Viele Bilder befinden sich auf zum Abriss vorgesehenen Gebäuden, aber auch solche, die zur Verschönerung von Unterführungen oÄ. dienen, sind der Zerstörung ausgesetzt.

Danach ging ich über die Möhlstraße, wo viele herrliche Gründerzeitvilla stehen, die oft von Konsulaten genutzt werden, in Richtung Friedhof. Eigentlich wollte ich nun eine Kaffeepause einlegen, aber das einzige mir bekannte Café in der Gegend ( Danke, Tom für den Hinweis auf das Wiener’s) hatte am frühen Nachmittag leider schon geschlossen. Nun ja, ein Schluck aus der Wasserflasche würde mir zunächst reichen.

Ein Spaziergang zwischen den Gräbern gehört eigentlich nicht zu meinem liebsten Zeitvertreib, aber der Bogenhausener Friedhof ist etwas Besonderes.

Aus Wikipedia:
Der Friedhof liegt am Bogenhauser Kirchplatz direkt an der St.-Georgs-Kirche und ist von einer efeuumrankten Friedhofsmauer umgeben …

Der alte, südliche Teil mit den angrenzenden Mauergräbern gehört der Pfarrkirchenstiftung Heilig Blut, fast der ganze nördliche Teil gehört der Landeshauptstadt München …

Eine Reihe prominenter Münchner und Wahlmünchner, Künstler, Wissenschaftler, Politiker, Beamte und Unternehmer haben auf dem Friedhof eine Gedenkstätte erhalten. Gleichwohl dominieren bescheidene Gräber mit schmiedeeisernen, bemalten Grabkreuzen und kleine Grabsteine das Bild, ganz anders als auf den anderen, großen Friedhöfen mit ihren Mausoleen, Marmorskulpturen oder steinernen Engeln.

Begraben werden können dort bekannte Persönlichkeiten, die sich um die Landeshauptstadt München in besonderer Weise verdient gemacht hat, u.a. liegen dort Regisseur Helmut Dietl, Dramatiker Tankred Dorst, Filmproduzent Bernd Eichinger, Regisseur Rainer Werner Fassbinder, Schriftsteller Oskar Maria Graf, Schriftsteller Erich Kästner , Schauspielerin Liesl Karlstadt, Unternehmer Josef Schörghuber und der Schauspieler Walter Sedlmayr (1926–1990). Im letzten Jahr kam das Grab des langjährigen Münchener Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel dazu.

Als ich über den kleinen und sehr friedlich wirkenden Friedhof ging, der rund um die Georgskirche liegt, staunte ich tatsächlich darüber, wie bescheiden die Gräber gestaltet sind. Das Grab von Bernd Eichinger, einer der bekannstesten auch international erfolgreichsten Filmproduzenten (u.a. „Der Name der Rose“) ist an Schlichtheit kaum zu überbieten. Am besten gefiel mir der Grabstein von Rainer Werner Fassbinder, ein nicht sonderlich großer Naturstein, der im Schatten eines japanischen Ahornbaums auf der Wiese liegt.

Auf meinem kleinen Ausflug hatte ich ganz gegensätzliche Eindrücke gewonnen. Der Stadtteil Bogenhausen bietet doch sehr viel mehr als die bekannten Nobelvillen.

Bevor ich mit der U-Bahn zurück fuhr, bekam ich doch noch einen Kaffee und Kuchen war auch dabei. Wie schön, dass die Außengastronomie wieder geöffnet hat. Nur das Wetter müsste noch ein bisschen wärmer werden …

11 Kommentare zu „Zurück in München-Bogenhausen/ Back to Munich-Bogenhausen

  1. Thank you 😊. Primarily I mentioned famous people known to German readers. Actually I was quite sure that at least Fassbinder and Köstner would be known internationally and I am glad you confirmed this.
    The bird in the tunnel is one of my favorites too as well as the last photo. Both were easy to take because there was natural light 😊.

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  2. Interesting street art in the tunnel – I especially like the bird on the wall by the stairway. And the cemetery looks pretty. I don’t know all the people you mention but of course I know Erich Kästner and Fassbider – I agree with you about the latter’s natural-looking stone

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  3. Den Riemer Friedhof kenne ich nur vom Vorbeifahren. Sieht ziemlich karg aus. Der Bogenhausener ist ein kleiner und kein prächtiger Friedhof, aber er lohnt sich. Das Grab von Fassbinder ist so unauffällig, dass ich erst bei der dritten Runde gefunden habe und nachdem ich ein Foto gegoogelt hatte 😉.

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  4. Ah…. Du erinnerst mich da an was, dass ich es auch noch immer auf dem Zettel habe, diesen Friedhof zu besuchen.
    Schon als absoluten Kontrast zu dem in Riem.
    Danke

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  5. Wieder einmal danke für die Inspirationen! Von der Streetart in der Unterführung wusste ich noch nichts. Und den Friedhof hatte ich irgendwie gar nicht auf dem Schirm. 😉

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