Wieder auf Reisen: Sehr schön war’s! Traveling again: It was very beautiful!

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Das wäre das knappste Resumée, aber dazu nun etwas mehr.

Kurz nach dem Erreichen des vollständigen Impfschutzes trieb es mich hinaus „in die weite Welt“. In Corona Zeiten kann das bedeuten, dass man im eigenen Bundesland bleibt, in meinem Fall also durch Bayern reist. Ich wollte schöne Landschaften erleben, mehrere Tage unterwegs sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, in Hotels übernachten und ausprobieren, ob das Rucksackwandern noch funktioniert. Vor dem Ausbruch der Pandemie hätte ich die genannten Punkte allerdings nicht als Highlights angesehen sondern es als Selbstverständlichkeiten.

Schon der erste Schritt, die Reiseplanung, war inzwischen gänzlich ungewohnt und überforderte mich fast. Schon oft war ich auf individuell geplanten Reisen unterwegs gewesen, in anderen Kontinenten und häufig auch alleine. Wandern in Bayern, wo ich mich auskenne und keine Verständigungsschwierigkeiten habe, war dagegen doch ein Klacks. Eine Schwierigkeit stellte die durchwachsene Wettervorhersage dar, so ich für jedem Tag ein Schön- und ein Schlechtwetterprogramm planen musste, um dann abends in den festgebuchten Unterkünften anzukommen. Schließlich brauchte ich die Schlechtwettervariante überhaupt nicht und konnte meine Tour sogar von drei auf vier Tage verlängern.

Beim Packen des Rucksacks gab ich mir besonders viel Mühe. Ich wog alle Teile und sparte Gewicht ein, wo es nur ging, auch wenn es sich um ein paar Gramm handelte. Statt Tuben mit Salben und Kosmetika packte ich z.B. kleine Döschen ein. Auch kam mir zu Gute, dass ich nur ein paar Tage wandern wollte, und dass im Sommer weniger Klamotten benötigt werden. Der Rucksack wog dann nur etwas mehr neun Kilo mit Getränken. Gegenüber meiner letzten Wanderung auf dem Münchner Jakobsweg im Herbst 2019 waren das etwa drei Kilo weniger.

Am ersten Tag (Bericht s. hier) stand das Wetter auf der Kippe, aber die immer wieder aufziehenden Wolken brachten glücklicherweise keinen Regen. Ich wanderte 16 km auf weitgehend ebener Strecke und stellte fest, dass mich mein Gepäck kaum belastete.

Am zweiten Tag genoss ich die Landschaft bei meiner Wanderung auf den Herzogstand (Bericht siehe hier), kämpfte zwar wie üblich mit meinem Fitnessdefizit aber im Großen und Ganzen kam ich zurecht, auch mit dem Höhenanstieg von 880 Metern. Der Rucksack erschwerte die Wanderung meiner Meinung nach nicht sehr.

Am dritten Tag stand Genusswandern mit geringem Höhenunterschied auf dem Programm (Bericht siehe hier), aber die schwüle Hitze und das Gehen auf dem schattenlosen Weg machten mir sehr zu schaffen. Nun empfand ich auch das Tragen des Rucksacks als ziemlich belastend.

Am vierten Tag (Bericht siehe hier) wanderte ich mit kleinem Tagesgepäck . Das ging zunächst sehr gut, aber bei dem zum Teil recht steilen Abstieg plagte ich mich wie gewohnt sehr. Bergabgehen ist nicht mein Ding. Seit einigen Jahren stürze ich leicht und verletze mich dabei auch (s. hier).

Nach den Wanderungen schmerzten mir nicht die Knochen, selbst der Rücken nicht. Ich hatte nur schwachen Muskelkater und an meinen stets gut mit Hirschtalg gepflegten und vertapten Füßen gab es keine Druckstellen oder Blasen. Darüber war ich sehr froh.

Vor einer Ansteckung durch dem Virus fürchtete ich mich nicht. Zum Einen war ich vollständig immunisiert und zum Anderen wurden die Hygienevorschriften in den Hotels und Restaurants sehr ernst genommen. In den öffentlichen Verkehrsmitteln, vor allem im voll besetzten Zug und Bus auf der mehr als zweistündigen Rückfahrt, hätte ich mich aber trotz FFP2 Maske sehr unwohl gefühlt, wenn ich nicht geimpft gewesen wäre.

Wanderroute:
Bernried am Starnberger See – Seeshaupt – Iffeldorf an den Osterseen – Zugfahrt nach Kochel- Fahrt zur Kesselberghöhe – Herzogstand – Talfahrt mit der Herzogstandbahn zum Walchensee – Busfahrt nach Wallgau – Mittenwald über Buckelwiesenweg – Rundwanderung Hoher Kranzberg über Lauter- und Ferchensee und zurück.

Gesamt : 49,2 km, 1640 Hm

Traumhaft schöne Landschaft! (Näheres siehe Berichte wie oben angegeben). Ich bin sehr froh, dass ich es gewagt habe, wieder einmal auf Reisen zu gehen. Es war ein wunderbares und befreiendes Erlebnis.

Was habe ich gelernt auf meiner Rucksacktour?

Trotz bescheidener Kondition kann ich viel schaffen, wenn ich es sehr langsam angehe. Das Tragen des Rucksacks war grundsätzlich in Ordnung, allerdings nicht bei heißem Sommerwetter. Weitwandern im Hochsommer sollte ich vermeiden oder nur ganz schattige Wege wählen. Bergabgehen bleibt mein Problem. Den Spaß am Wandern will ich mir nicht verderben und werde daher weiterhin Wanderrouten aussuchen, die einen nicht zu steilen Abstieg aufweisen. Eine Alternative ist die Talfahrt mit der Bergbahn, wo dies möglich ist.

Und nicht zuletzt: Es muss nicht immer Patagonien sein

Trotz Corona kann ich als Geimpfte gut reisen, aber ganz unbeschwert ist es natürlich nicht. Hoffentlich verschärft sich die Lage nicht bald wieder, dann wäre es schon wieder vorbei mit dem Reisen.

Was kommt als Nächstes ?

Demnächst wollen wir in die Fränkische Schweiz reisen, wo wir zahlreiche Wanderungen durch die wunderschöne Landschaft unternehmen werden, wenn es das Wetter zulässt.

Danach möchte ich endlich auf dem Jakobsweg in der Schweiz weiter pilgern. Ich plane eine Fernwanderung auf dem Schwabenweg von Konstanz nach Einsiedeln und dann weiter bis Luzern. Leider steigen in der Schweiz die Corona-Inzidenz -Zahlen gerade stark. Ich hoffe aber sehr, dass mein Vorhaben, wenigstens teilweise, klappt.

Vielleicht mögt ihr mir wieder die Daumen drücken wie zuletzt vor meiner gerade beschriebenen Wanderung. Damals ging es um gutes Wetter, und es hat prima funktioniert!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

14 Kommentare zu „Wieder auf Reisen: Sehr schön war’s! Traveling again: It was very beautiful!

  1. Wenn ich das alles gelesen habe, war es ein sehr gelungener Wanderurlaub (danke für die Berichte der verschiedenen Tage). An Zukunftsplänen mangelt es dir offensichtlich auch nicht 😉 Genieße es, jetzt wenn es wieder kan!

    Gefällt 1 Person

  2. Wenn ich das hier lese, dann wird mir noch deutlicher als bisher schon bewusst, dass ich unbedingt an meiner Kondition arbeiten muss. Wie ich vor Kurzem auf unserer Reise festgestellt habe: flache Strecken gehen ja noch einigermassen, aber bergauf bringt Probleme. Da waren natuerlich vielfach auch Hitze und Hoehe dran schuld. Aber trotzdem: ein wenig Training koennte ueberhaupt nicht schaden.
    Liebe Gruesse, und hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

    Gefällt 1 Person

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