Lübeck lohnt sich/Worthwhile trip to Lübeck #3

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Nachdem ich die Hansestadt Lübeck bisher nur im schönsten Sonnenschein gesehen hatte (siehe Lübeck #1 und Lübeck #2 ) , stellte ich am Morgen des dritten Tages fest, dass das vorhergesagte schlechte Wetter eingetroffen war. Es war sehr diesig, Nebel hing in Tröpfchen in der Luft und ließ die rot-braunen Backsteingebäude viel dunkler erscheinen. Das musste das berüchtigte norddeutsche „Schietwetter“ sein.

Nach einem ausgedehnten Frühstück begab ich mich ein bisschen widerwillig auf eine weitere Runde durch die Lübecker Altstadt. Zunächst ging es zur St. Petri Kirche, wo ich mit dem Lift auf die Aussichtsplattform fuhr. Leider herrschte nicht das beste Wetter für diese Unternehmung, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Die Fernsicht, die bis zur Ostsee gehen sollte, war nicht vorhanden. Auch zog es oben auf dem Turm ganz gewaltig. Es war feucht kalt, richtig eisig. Aber ich konnte die hohe Marienkirche und das Rathaus endlich ohne stürzende Linien und die auf dem Marktplatz aufgebauten Weihnachtsmarktbuden ablichten. Auch die Sicht auf den Dom und das nahe Holstentor gefielen mir sehr. Allerdings begab ich mich sofort wieder nach unten, nachdem ich in alle Richtungen fotografiert hatte.

Als ich die Kirche verließ, regnete es. Schnell ging ich zum Dom. Ich wählte den Weg durch die Mitte der Altstadtinsel, der wesentlich kürzer war, als derjenige am Ufer der Trave, wo ich am Vorabend herumgeirrt war.

Der Lübecker Dom war der erste große Backsteinkirchbau an der Ostsee und mit fast 132 Metern Länge eine der längsten Backsteinkirchen. 1173 wurde der Lübecker Dom von Heinrich dem Löwen gestiftet und 1247 geweiht.
Quelle: Wikipedia

Im Inneren schaute ich mir das Triumphkreuz und den Lettner mit der Kirchenuhr von Bernt Notke aus dem 15. Jahrhundert sowie die gotischen Flügeraltäre an und schlenderte in aller Ruhe durch die Kirche. Ein bisschen grauste es mir davor, nach draußen ins Naßkalte zurück zu kehren. Bald bemerkte ich, dass sich die anderen Kirchenbesucher ebenfalls ungewöhnlich lange umsahen.

Bei diesem Wetter half nur noch ein Museumsbesuch. Vom Dom war es nicht weit zum Museumsquartier St. Annen. Aber zunächst musste ich durch das „Fegefeuer“ gehen !

Das Lübecker Museumsquartier St. Annen befindet sich in den Gebäuden des ehemaligen St. Annenklosters. Es umfasst neben dem St. Annen-Museum die Kunsthalle St. Annen. In der 2003 eröffneten Kunsthalle schaute ich mir eine Ausstellung moderner Kunst an. Gezeigt wurde Kunst nach 1945 aus den Sammlungen der Kunsthallen Lübeck und Rostock. Interessant war es, die unterschiedlichen Kunstströmungen aus dem Osten und dem Westen zu vergleichen.

Danach folgte ein richtiggehendes Kontrastprogamm. Ich schaute mir sakrale Kunst des Mittelalters an, die in den Klostergebäuden präsentiert wird. Das St. Annen Museum verfügt über die größte Anzahl mittelalterlicher Flügelaltäre in Deutschland. Viele stammen aus Lübecker Kirchen. Die in den Kreuzgewölben wunderbar präsentierte Sammlung fand ich sehr beeindruckend, auch wenn diese Kunstrichtung nicht gerade mein Fall ist. Sehr gut gefiel mir aber der Passionsaltar von Hans Memeling vom 1491.

Danach ging es weiter in eine kleine Sonderausstellung über den Lübecker Maler Hans Kemmer, der Meisterschüler von Lucas Cranach dem Ältere gewesen sein soll, mit einem sehenswerten Vergleich der Gemälde beider Künstler.

Es folgten gefühlte 20 Themenräume mit Rats-, Zunft- und Kirchensilber, alten liturgischen Gewändern, Beispielen zur Lübecker Wohnkultur etc. Obwohl das für sich durchaus interessant war, strich ich nun die Segel. Meine Aufnahmefähigkeit war erschöpft.

Als ich das Museum verließ, regnete es nicht mehr. Es hatte sich sogar etwas aufgehellt. Durch die südliche Altstadt ging ich zum Traveufer. Die St. Petri Kirche war aus dem Nebel aufgetaucht, nun konnte ich sie fotografieren. Ich schlenderte zurück zum Hotel, wo ich mich eine Stunde lang ausruhte.

Um 15 Uhr startete ich wieder, um das berühmte Café Niederegger zu besuchen. Lübeck ist die deutsche Marzipanstadt und das vor 200 Jahren gegründete Café des Marzipanfabrikanten Niederegger ist die Institution. Direkt gegenüber dem Rathaus werden unendlich viele Marzipanspezialitäten verkauft. Im Laden im Erdgeschoss herrschte ein ziemlicher Andrang, so dass ich schnell in den ersten Stock hinauf ging, wo sich das Kaffeehaus befindet. Es war gut besucht, aber längst nicht so überlaufen wie ich befürchtet hatte. Eine sehr freundliche, unaufgeregte Kellnerin brachte mir ein Stück Marzipan-Nusssahne-Torte und einen Café Crème. Marzipan mag ich gerne, normalerweise würde es mir aber nicht auf dem Kuchen schmecken, wäre mir zu süß und zu fett. Dieses Kuchenstück war gar köstlich, sehr frisch und schmackhaft und das Marzipan zerging auf der Zunge !

Anschließend ging ich noch kurz durch das kleine Marzipanmuseum im Niederegger, wo die Geschichte des Marzipans und des Hauses Niederegger dargestellt wird.

Vorbei am Lübecker Marzipanspeicher, wo die Süßigkeit ebenfalls erworben werden kann, ging ich zurück zu meiner Unterkunft.

Abends war ich noch so gut gesättigt, dass ich mir nur ein leckeres Fischbrötchen von einer Imbissbude holte. Später setzte ich mich in die Hotelbar, wo ich beim Bier relaxte, Tagebuch schrieb und den nächsten Tag plante. Ich würde in den 20 Km entfernten Lübecker Vorort Travemünde fahren und dort zweimal übernachten. Auf das Spazierengehen am Meer freute ich mich schon sehr. Nach zwei Jahren !

Die Wettervorhersage war nicht gut, es sollte auch regnen. Zur Not würde ich die Ostsee eben bei Wind und Wetter genießen. Das alles etwas anders kam, werde ich berichten (Lübeck-Travemünde lohnt sich #4).

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.


14 Kommentare zu „Lübeck lohnt sich/Worthwhile trip to Lübeck #3

  1. Danke fürs virtuelle Mitnehmen auf deinen Pfaden durch Lübeck. Beim Anblick der Marzipan-Nusssahnetorte lief mir grad das Wässerchen in der Futterluke zusammen – zum Glück hab ich gestern gebacken, und kann deshalb sogleich meine Gelüste stillen. 😉
    Freue mich schon auf deine nächsten Beiträge von deiner Reise in den Norden!

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  2. Ja, bei nicht ganz so tollem Wetter wirkt eine Stadt gleich ganz anders. Aber du hast ja wirklich das Beste rausgeholt und dich einmal quer durch Lübecks Kunstszene „gefräst“. Sehr schön! Und nun bin ich gespannt, was du in Travemünde so alles angestellt hast. Ich war früher häufiger dort. Das letzte Mal ist allerdings schon mindestens 15 Jahre her.

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