Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #16

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Einführung

Im letzten Sommer und Herbst pilgerte ich 280 km mit dem Rucksack auf dem Schweizer Jakobsweg von Konstanz/Kreuzlingen bis nach Fribourg (s. meine Posts, beginnend mit Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino #1). Unterwegs durfte ich traumhafte Landschaftsbilder sehen, aber das Wandern strengte mich auch an. Obwohl ich mein linkes Knie soweit wie möglich schonte, kam ich humpelnd in Fribourg an.
Zu Hause ging es mir bald wieder gut. Mein Orthopäde meinte, dass beide Menikusseiten angerissen seien und ich bei Fernwanderungen wieder mit Schmerzen rechnen müsse, vor allem solle ich das Bergabgehen vermeiden.

Das Pilgern auf der Via Jacobi, dem Schweizer Camino, wollte ich aber gerne beenden. Der Jakobsweg, der von Fribourg nach Genf und dann noch ein kurzes Stück zur französischen Grenze führt, ist zwar noch rund 150 km lang, überwindet aber keine großen Höhenunterschiede mehr. Hinter Fribourg hatte ich mir eine flachere Variante ausgesucht und kurz danach verläuft der Weg weitgehend eben am Genfer See entlang.

Anreise

Am 18. April 2022, dem Ostermontag, nahm ich den Zug um 6:48 Uhr von München nach Zürich. Meine Umsteigezeit in Zürich betrug nur fünf Minuten und ich war gespannt, ob SBB, die Schweizer Bahn, das hinbekommen würde. Als Alternative hatte ich mir eine Bahn ausgesucht, die eine Stunde später nach Fribourg fuhr. Ab der Schweizer Grenze war die Maskenpflicht im Zug, wie alle Schweizer Coronamaßnahmen aufgehoben, aber die meisten Reisenden, wohl hauptsächlich Touristen, schützten sich weiterhin.

In Zürich kamen wir zehn Minuten später an und die nächste Verbindung war gestrichen worden. Ich entschied mich für den gerade abfahrenden Zug nach Bern, das ging wenigstens in die richtige Richtung. Die freundliche und fixe Schaffnerin riet mir, mit der S-Bahn nach Fribourg zu fahren und wies mich darauf hin, dass ich mich beeilen und auf dem Gleis bis ganz nach vorne gehen musste. Alles klappte und ich kam gegen 13 Uhr, nur eine Stunde später als vorgesehen, am Zielort an.

Von St. Antoni nach Fribourg

Als ich ausstieg und durch den Bahnhof nach draußen ging, fiel mir auf, dass ich als eine der Wenigen eine Maske trug. Fribourg empfing mich mit sonnigem Frühlingswetter und kaltem Wind. Nichtsdestotrotz saßen die Leute, oft in Sommerkleidung, auf den Caféterrassen. Nach dem Einchecken im Hotel zog ich gleich meine Wanderschuhe an und packte Wasser und Snacks in meine leichte Umhängetasche. Im letzten Herbst hatte ich es nämlich nicht bis Fribourg geschafft, sondern in St. Antoni den Bus genommen (Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino #15). Die ausgelassene Strecke wollte ich nun nachholen.

Mit dem Bus fuhr ich in 20 Minuten bis St. Antoni Dorf. Schon von weitem sah ich die reformierte Kirche, an der ich den Camino im Oktober beendet hatte.

An der katholischen Kirche setzte ich den Weg fort. Wieder auf dem Camino zu pilgern, war ein unglaubliches Gefühl. In der Kirche holte ich mir den ersten Pilgerstempel und setzte mich einen Moment lang auf eine Bank. Den Hl. Jakob bat ich darum, mich zu beschützen und mir zu helfen, dass ich den Weg wie geplant gehen konnte. Als Beten würde ich das nicht bezeichnen oder war es das etwa doch?

Der Weg führte dann angenehm bergab in ein Tal , an der kleinen Sebastianskapelle vorbei und weiter über eine Wiese zu einer Marien-Andachtsstätte, wo ich eine kurze Trinkpause einlegte. Im Windschatten fand ich es ziemlich heiß und hatte auch noch, wohl doch etwas müde, Sonnenhut und -creme vergessen.

An der Straße entlang erreichte ich Tafers. Neben der Kirche befindet sich die Jakobskapelle aus dem 18. Jahrhundert und auf der Fassade ist die Legende vom Hühner- und Galgenwunder dargestellt. Auch das Innere der Kapelle gefiel mir sehr.

Die weitere Strecke bot, von einem Ausblick auf die schneebedeckten Berge abgesehen, nicht viel Sehenswertes.

Über Feld- und Wiesenwege näherte ich mich Fribourg und befand mich schließlich in der Vorstadt. An einem großen Kreisel am Ortseingang fand ich die Wegbeschilderung nicht und folgte dann der Strecke, die ich mit dem Bus zurückgelegt hatte. So verpasste ich die Ankunft durch die historische Unterstadt, was ich sehr schade fand. Als ich auf der Brücke stand und auf die Gegend hinabschaute, reichte meine Energie jedoch nicht um zurück zu gehen. Die Ecke kannte ich außerdem schon von meinem Aufenthalt in der Stadt (Nach dem Schweizer Jakobsweg/After the Swiss Camino Fribourg). So freute ich mich über das schöne Nachmittagslicht und lichtete den wunderbaren Ausblick mehrmals ab.

Abschließend schlappte ich, nun schon etwas erschöpft, zur Kathedrale St. Nicolas in der Oberstadt. Im Inneren hielten sich viele Besucher auf, so dass ich lieber Maske trug, was ich direkt nach der Wanderung aber sehr heiß fand. Schnell holte ich mir noch einen neuen Pilgerstempel und ging dann zu meiner Unterkunft in der Fußgängerzone.

Fazit:
10 km, kaum Aufstieg und ca. 130 m Abstieg, 3 Stunden
Die Kapelle in Tafers ist sehr sehenswert, ansonsten begeisterte mich diese Etappe nicht. Wenn man die längere Strecke von Schwarzenburg nach Fribourg geht, wie ich es im Oktober geplant hatte, ist die Wanderung insgesamt abwechselungsreicher. Für mich lohnte sich dieser Abschnitt vor allem als kurzer Wiedereinstieg in den Camino ohne Rucksack.

Nach dem Abendessen unternahm ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt und freute mich über das Stadtpanorama im Abendlicht.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

4 Kommentare zu „Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #16

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