Nach dem französischen Jakobsweg : Lyon #1

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Ankunft in Lyon am 5.8.2022

Am Vortag hatte ich meine Pilgerei auf der Via Gebennensis aus gesundheitlichen Gründen in La Côte-St-André beendet, obwohl ich geplant hatte, bis Le Puy zu wandern. Nun fuhr ich gegen Mittag mit dem Bus nach Lyon. Alles klappte problemlos, auch das Umsteigen mit einem Aufenthalt von 20 Minuten in einem kleinen Ort, der in der Mittagszeit völlig verlassen in der glühenden Hitze lag.

Panoramafoto zum Anklicken.

Am Bahnhof Lyon Part-Dieu kam ich pünktlich an, aber dann wurde es chaotisch. Ich hatte es nicht geschafft, ein Online-Zugticket für die Heimfahrt zu finden. Hilfe versprach ich mir am Ticketschalter der SCNF. Davor stand schon eine lange Schlange, die sich extrem langsam bewegte. Nur einer der zahlreichen Schalter war mit einer jungen Frau besetzt. In dem Raum herrschte eine tropische Hitze und ich glühte unter der Maske, die ich als eine der Wenigen trug, vor mich hin.

Als ich endlich an der Reihe war, erfuhr ich, dass am Sonntag, meinem geplanten Rückreisetag, alle Züge nach Deutschland ausgebucht waren. Ich entschied mich schnell, einen Tag später zu fahren. Zwei volle Tage in Lyon waren sicher nicht zu viel. Es ging dann eine Weile hin und her. Schließlich buchte mir die gute Frau eine Verbindung in der 2. Klasse, obwohl ich um die 1. Klasse gebeten hatte. Mit dem fälligen Aufpreis war ich einverstanden, aber nicht damit, dass die Fahrt mit dem Ticket, das ich schon bezahlt hatte, nur bis Mannheim statt nach München ging.

Die Dame fand anschließend eine Zugverbindung bis München. Insgesamt wären dafür aber etwa 300 € fällig gewesen. Da reichte es mir und ich bat um Stornierung. Mit der Rückerstattung klappte allerdings erst nach längerer Zeit und nicht ohne die Hilfe von zwei nacheinander herbeigeholten Kollegen der SCNF. Auf Französisch einigermaßen höflich schimpfen zu können, war mein einziges Erfolgserlebnis im Buchungscenter. Die Servicekraft entschuldigte sich eher lauwarm bei mir und überreichte mir einen Papierfächer der französischen Bahn. Als ich nach einer guten Stunde verschwitzt und ohne Ticket den Bahnhof verließ, kochte ich vor Wut und wedelte mir mit dem Fächer, dessen Aufschrift eine Erfrischung „im Nu“ versprach, heftig Luft zu.

Die Fahrt mit der Métro ins Hotel am Bahnhof Lyon-Perrache verlief dann total unproblematisch. Inzwischen waren mächtige dunkle Wolken aufgezogen und es donnerte schon. Schnell lief zu meiner Unterkunft, wo ich mich im klimatisierten Zimmer eine Weile erholte.

Am Nachmittag besuchte ich die Hotelbar und bestellte mir einen Cappuccino und Gebäck. Während ich dort saß, versuchte ich noch einmal, online ein Bahnticket am Montag zu buchen. Ich fand schließlich eine Verbindung mit sehr kurzen Umsteigezeiten in Genf und Zürich (7 bzw. 5 Minuten). Ob das klappen würde, war mir schleierhaft, aber irgendwie würde ich in der Schweiz schon weiterkommen und mangels anderer Möglichkeiten kaufte ich die Fahrtkarte, die im Übrigen wesentlich günstiger als 300 € war. Glücklicherweise konnte ich im Hotel auch eine weitere Übernachtung buchen.

Am Abend, als es nur noch leicht regnete, unternahm ich einen ersten Rundgang mit Schirm. Das Hotel lag am Rande der Altstadt, allerdings musste man erst eine düstere und sehr hässliche Fußgängerunterführung durchqueren.

Ich spazierte bis zur Place Bellecour, dem größten Platz in der Innenstadt von Lyon, auf dem wegen des Regens nicht viel los war, ging eine Kleinigkeit essen, bewunderte die ersten schönen Türen, und kehrte recht bald zurück zu meiner Unterkunft.

Am nächsten Tag besuchte ich die quirlige Altstadt von Lyon mit ihren wunderbaren Sehenswürdigkeiten und freute mich darüber, dass ich noch einen weiteren Tag bleiben konnte. Näheres werde ich in meinem nächsten Beitrag berichten (Nach dem französischen Jakobsweg: Lyon # 2) und es wird auch wieder mehr Fotos zu sehen geben. Versprochen!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Nach dem französischen Jakobsweg: Lyon #1 erschien zuerst auf Wanderlustig.

8 Kommentare zu „Nach dem französischen Jakobsweg : Lyon #1

  1. Mit der Infrastruktur war es jedenfalls durchgehend schwierig und von der Gesundheit mal ganz abgesehen, aber Lyon hat mir dann noch sehr gut gefallen. Darüber werde ich berichten.

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  2. Was für ein Erlebnis… erst die Fahrt abbrechen zu müssen und dann die Probleme am Bahnhof Lyon. Es wäre eine sehr teure und umständliche Lösung gewesen, wenn die SNCF dem Rat gefolgt wäre. Zum Glück hast du ein Hotel gefunden und konntest noch ein günstigeres Ticket buchen. Natürlich musste man das Hotel extra bezahlen, aber dafür hat man ein Stück Lyon gesehen 🙂

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