7.8.2023 – Ende der Flusskreuzfahrt
1. Abreise
In Köln verließen wir das Schiff um kurz nach 9 Uhr und bald danach saßen wir im Taxi zum Bahnhof. Im Schließfach deponierten wir unsere Koffer und gingen erst einmal Kaffeetrinken. Wir hatten noch einige Stunden Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges.
For translation please use the Google Translate Button on my site.

Es regnete immer noch, daher gedachten wir die Zeit im Museum zu verbringen. Aber Pustekuchen! Das am Montag geöffnete römisch-germanische Museum am Dom wurde renoviert und residierte in einer Zwischenunterbringung in der Nähe des Neumarkts. Wir gingen weiter zum nahen Wallraf-Richartz-Museum, der bekannten Gemäldegalerie, aber diese hatte wie die meisten Ausstellungshäuser am Montag nicht geöffnet. Wir beschlossen, die Kirche Groß St. Martin zu besuchen und stapften durch den Regen zu diesem Gotteshaus. Dort mussten wir feststellen, dass die Türen Montag und Dienstag zu blieben. Fluchend setzten wir unseren Weg fort und kehrten schließlich früher als geplant beim Brauhaus „Früh am Dom“ ein.

Nach dem Mittagessen, das nicht besonders gut war, wurde es Zeit, zum Bahnhof zu gehen. Der Rest ist schnell erzählt. Es herrschte das typische Chaos bei der Deutschen Bahn. Wir hatten einen durchgehenden Zug gebucht. An der nächsten Haltestelle „Frankfurt-Flughafen“ blieben wir wegen eines medizinischen Notfalls erst einmal stehen. Uns wurde geraten, in den verspäteten Zug auf dem Gleis nebenan einzusteigen, der ebenfalls nach München fuhr. Das taten wir und kamen wir dann etwas später an, als wenn wir im ursprünglichen Zug geblieben wären.
Kurz nach 20 Uhr kamen wir nach Hause, etwas erschöpft, aber froh wieder daheim zu sein.
2. Fazit
Mein Bericht ist ein bisschen länger und richtet sich an diejenigen, die an einer Flusskreuzfahrt interessiert sind. Alle anderen müssen ihn nicht unbedingt lesen.
Reiseroute
Die Kreuzfahrt über Rhein und Mosel hat uns sehr gut gefallen. Das galt sowohl für die besuchten, sehr sehenswerten Orte Rüdesheim, Alken, Zell, Bernkastl-Kues, Trier, Cochem und Koblenz als auch die schönen Passagen auf den Flüssen, allen voran die Strecke von Koblenz nach Rüdesheim auf dem Rhein und von Alken nach Zell auf der Mosel. Gut fanden wir die Mischung von kleinen Orten und mittelgroßen Städten (Trier, Koblenz). Die Aufenthaltsdauer war jeweils angemessen.
Unterbringung
Das Schiff war sehr geschmackvoll eingerichtet, der Salon vor allem im Barbereich mit den großen Panoramafenstern ziemlich gemütlich. Diese gab es auch im Restaurant, dort standen die Tische allerdings sehr eng.
Die Kabinen waren klein aber komfortabel. Der Zuschlag für den Französischen Balkon, ein bis zum Boden reichendes Fenster mit einem Gitter, war gut angelegt. So konnten wir auf dem Bett sitzend die vorüberziehende Landschaft begutachten, was sehr entspannend war und dafür entschädigte, dass wir uns auf dem Sonnendeck wegen des schlechten Wetters und des abgesenkten Schutzdachs wegen Durchfahrt der Brücken nicht lange aufhalten konnten. Die Sitzecke, die es bei anderen Anbietern in der Kabine gibt, wäre ein „Nice to Have“ gewesen, vermisste sie ich aber nicht. Auf dem Stuhl, der in unserer Kabine an einem kleinen Schreibtischbrett stand, habe ich nie gesessen. Die Kabine wurde zweimal täglich gereinigt.
Essen und Trinken
Die im Preis inkludierten, ganztägig ausgeschenkten Getränke Wein, Bier, Softdrinks, Kaffee, Tee und Wasser waren in Ordnung, nur gegenüber dem köstlichen lokalen Wein vom Rhein und von der Mosel fielen die ausgeschenkten Weinsorten stark ab.
Das Mittag- und Abendessen wurde leider nicht als Buffet serviert und wir hatten während der gesamten Fahrt einen fest zugewiesenen Tisch. Drei Hauptgänge standen zur Auswahl: Fleisch, Fisch und vegetarisch. Am besten schmeckte uns der Fisch, das Fleisch war in Ordnung, vegetarisch aßen wir jeweils nur einmal. Die Portionen waren genau richtig und das Essen lag nie schwer im Magen (Seniorenkost?). Mit unseren Tischnachbarn konnten wir nicht sehr viel anfangen und das beruhte wohl auf Gegenseitigkeit.
Schlimm fanden wir die langen Essenszeiten. Eine Dame an unserem Tisch aß unendlich langsam. Manchmal schaute sie den Bissen auf ihrer Gabel eine ganze Weile versonnen an, bevor sie ihn in den Mund steckte. Da die Kellner den nächsten Gang immer erst servierten, wenn alle am Tisch aufgegessen hatten, saßen wir jeden Tag insgesamt zwischen zwei und drei Stunden bei den Mahlzeiten. Das machte uns, die Schnellesser, ein bisschen wahnsinnig.
Das Servicepersonal, das hauptsächlich aus Asien stammte, war richtig klasse, sehr aufmerksam und immer gut gelaunt. Kaum hatte man sich hingesetzt, wurde man schon nach dem Getränkewunsch gefragt und wenn man nicht schnell genug war, bekam man die Stoffserviette auf den Schoss gelegt (!).
Anfangs planten wir, öfters eine Mahlzeit auszulassen, aber das Essen fand häufig während der Fahrt statt, oder es war abends beim Landgang schwierig Essen zu gehen, weil die Restaurants schon geschlossen hatten. Auch stellte ich fest, dass mir wegen meiner Kniegeschichte ein ganzer Tag mit Stadtbesichtigungen zu lang war und dass mir Mittagspausen mit Essen auf dem Schiff gut taten.
Ausflugsangebot
Von den angebotenen Ausflügen buchten wir nur denjenigen nach Trier. Es war informativ und sehr unterhaltsam, war allerdings für mich mit 1,5 Stunden plus 45 Minuten Freizeit zu kurz. Wir blieben bis zum Abend in der Stadt und fuhren mit dem angebotenen Shuttlebus zurück (s. Post).
Gerne wäre ich zur Burg Eltz mitgefahren, die von der Anlagestelle in Alken in der kurzen Aufenthaltszeit nur schwer individuell zu erreichen war, aber das scheiterte an meiner Gehbehinderung und im übrigen war das Wetter miserabel (s. Post).
Ansonsten waren wir gerne ohne Gruppe unterwegs. Das Schiff lag immer sehr zentral am Steg und das Erkunden der kleinen Orte aber auch von Koblenz war mit dem Stadtplan vom Schiff und G. Maps problemlos möglich. Und Fahrten mit der Bimmelbahn oder eine gemeinsame Weinprobe mit überteuertem Verkauf waren ohnehin nicht unser Fall.
Am Ausflugsangebot merkte man, dass die Mehrzahl der Passagiere zwischen 70 und 80 Jahre alt war. Uns störte es an für sich nicht. Schließlich sind wir nicht viel jünger. Man sollte sich aber darauf einstellen, wenn man eine Flusskreuzfahrt bucht.
Organisation und Reiseleitung
Die Organisation war sehr gut und die Fahrt verlief programmgemäß. Meistens brachte uns der bulgarische Kapitän sogar früher zu unseren Zielen und steuerte den Kahn gekonnt durch insgesamt 18 enge Schleusen ( neun auf der Hin- und genauso viele auf der Rückfahrt). In Cochem wollte er aber früher ablegen. Das hatte man uns aber nicht mitgeteilt, so dass gewartet werden musste, bis wir von unserem Abendausgang zurück kamen (s.Post).
Der Reiseleiter ließ jeden Abend sehr gute Tagespläne verteilen, auf den alles Wichtige zusammengefasst war. Auf den schönsten Strecken über den Rhein und die Mosel (s.o.) las er Informationen vor, die sich sehr nach Wikipedia anhörten. Ansonsten gab es nur organisatorische Durchsagen, wenn ein Ausflug startete o.ä. Seine Informationsveranstaltungen am Anfang und am Ende haben wir nicht besucht, angeblich soll dort nur wiederholt worden sein, was in den Tagesplänen stand. Offensichtlich war das aber notwendig, weil viele Passagiere die Tagespläne nicht gelesen hatten ….
Abschließendes Fazit
Sehr komfortable und entspannte Reise, auf der wir rührend umsorgt wurden, interessante und malerische Orte in wunderschöner Landschaft und der Wein war äußerst lecker. Das Wetter war leider fast durchgehend schlecht, aber außer an dem Nachmittag in Koblenz (s. Post) konnten wir alles unternehmen, was wir uns vorgenommen hatten.
Für jemanden mit einer Gehbehinderung war es die ideale Reise.
Eine Flusskreuzfahrt würde ich wieder buchen, z.B. von Mainz oder Frankfurt nach Basel. Aber nur mit Mahlzeiten in Buffetform! Und warum nicht auf dem Amazonas ?
Abschließen möchte ich meine Rhein-Mosel-Berichte mit einigen Lieblingsfotos.























Romantischer Rhein und zauberhafte Mosel # 11: Abreise und Fazit erschien zuerst auf Wanderlustig.
Thank you! I am glad you liked the post. Actually, we had been in Cologne very often already, as my mother‘s family lived there in the past. And before we started the cruise we had already visited the Cologne dome, otherwise it would a good place to flee from the rain.
LikeGefällt 1 Person
Once you’ve tried museums, galleries and churches, a brewery is fair game. Your photos are wonderful. I appreciate the information. I doubt we will ever go on a cruise, but if we did, it would be a river cruise, so it’s good to know some of the things you shared.
LikeGefällt 1 Person
Bei uns war das WLAN zwar inklusive, aber es hat nicht mal bis in unsere Kabine gereicht und teilweise gab es Totalausfall. Also haben auch wir auch fast nur unseren Smartphonetarif genutzt.
LikeLike
Richtig „nicht inklusive“ musste es heißen.
LikeGefällt 1 Person
Jetzt muss ich doch noch mal nachfragen. Kann es sein, dass „….. in meinem Fazit nicht erwähnt, dass WLAN inklusive ist“, das ’nicht‘ fehlt, sonst würde ich deinen darauf folgenden Satz nicht verstehen.
LikeGefällt 1 Person
Die Routen auf dem Rhein und der Mosel war sehr schön und einige Orte wirklich zauberhaft.
Auf dasBuffet würde ich künftig großen Wert legen. Und, das hatte ich in meinem Fazit nicht erwähnt, dass WLAN inklusive ist. Dazu buchen wäre sehr teuer gewesen, daher haben wir verzichtet.
LikeGefällt 1 Person
Gerne! Bin normalerweise eine überzeugte Individualreisende. Die letzte Gruppenreise hatte ich vor über 10 Jahren unternommen. Auf dem Schiff kann man sich in die Kabine zurück ziehen. Das ist besser als im Reisebus …
Danke für den Hinweis zur Strecke Karlsruhe Basel.
LikeGefällt 1 Person
Danke für’s Mitnehmen. Ich glaube nicht, dass eine Flusskreuzfahrt etwas für mich wäre. Auf eurer Tour hatte ihr aus der Kabine schöne Ausblicke. Auf der Strecke ab Karlsruhe Richtung Basel ist das nicht so. Da sieht man auf beiden Seiten nur Auwald.
LikeLike
Ein Versuch wäre es mal wert !!
LikeGefällt 1 Person
Vielen Dank für deine interessanten Reisebeiträge und die entsprechenden Bilder dazu. Meine Frau schwärmt ja schon lange von solch einer Flusskreuzfahrt, vielleicht klappt es ja nächstes Jahr bei uns.
Eines habe ich auf jeden Fall von deinem Fazit mitgenommen: Das Schiff muss über ein Büfett verfügen. Ich glaube ich wäre verrückt geworden, wenn ich so lange hätte essen sollen.
Liebe Grüße, Roland
LikeGefällt 1 Person
Dankeschön! Ob einem eine Flusskreuzfahrt gefällt, ist Geschmacksache. In meiner jetzigen Situation war sie ideal . Für uns haben die positiven Aspekte eindeutig überwogen.
Um zu schauen, ob euch so eine Schifffahrt gefällt, könntet ihr z.B. eine kurze Tour von 2 bis 3 Tagen buchen.
LikeGefällt 2 Personen
Dankeschön! Es war für uns auch schwierig, daher bei der nächsten Fahrt nur Mahlzeiten vom Buffet.
LikeGefällt 1 Person
Ich fand die Berichte sehr interessant. Ich kenne niemanden, der so eine mehrtägige Flussfahrt in Deutschland mal gemacht hat!
Die Langsam-Esserin hätte mich wahnsinnig gemacht! Nur und nimmer hätte ich es zwei Stunden am Tisch ausgehalten! 🥴
LikeLike
Danke für den wirklich informativen Beitrag . Ich habe auch schon öfters mit dem Gedanken gespielt ein Flusskreuzfahrt zu machen, dann aber einfach wieder verworfen.
Ist evtl. nicht „Jedermanns Sache“ aber probieren kann man es schon mal.
Egal wohin und wie man vereist, es gibt immer positives und negatives. Das negative sollte nur nicht überwiegen.
LikeLike
Na ja, mit den Wies’n wird’s ähnlich sein, wie überall: Mehr Touris, als Einheimische. Habe da schon bei TV Berichten Platzangst😃
LikeLike
Dankeschön! Die Reise auf der Maas sieht gut aus, aber zum Radfahren fehlt meinem Knie noch die Beweglichkeit. Vielleicht später mal, wenn ich mich wieder traue, Rad zu fahren… Zur Wiesn gehen wir seit Jahren nicht mehr. Viel zu voll !
LikeGefällt 1 Person
Ende der Reise und pünktlich zur Wies’n zurück (sollte da stehen 🍺)😃
LikeLike
Die Aufnahmen zeigen, dass auf der Reise das Wesentliche angesteuert wurde. Burg Elz Ausflug war kein echter Verlust – die Landschaft kannan ja auch unten genießen. Das Gemäuer ist so, wie von alten Burgen gewohnt.. Eine besondere Art zu reisen sind Flusskreuzfahrten – muss ja nicht gleich der Amazonas sei. Nil ist zu empfehlen und falls es mit Radfahren klappen sollte: Mit der „Miro“ auf die Maas (kann man googeln). Könnte es gerade wiederholen😂 Und Ende der Repünktlich zur Wi
LikeGefällt 1 Person
Danke, das freut mich!
LikeGefällt 1 Person
Vielen Dank für Ihre Erkenntnisse, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, in absehbarer Zeit eine solche Kreuzfahrt zu unternehmen. Ich habe Ihre Berichte und die vielen schönen (und oft wiedererkennbaren) Fotos, die heute enthalten sind, sehr genossen.
LikeLike