Wöchentliche Fotochallenge „Bunt“/ Weekly Photochallenge „Colorful“

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In dieser Woche ruft uns Roland auf ein Foto zum Thema bunt zu posten. Gerne beteilige ich mich, aber nicht mit einem Herbstfoto.

Das Ara Foto habe ich im Vogelpark auf der brasilianischen Seite der Iguaçu Wasserfälle aufgenommen.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #8

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Von Buochs nach Flüeli-Ranft

Als ich morgens aus dem Fenster sah, regnete es. Na super ! Bis zu meinem Aufbruch um 9 Uhr hatte es zwar aufgehört, es war aber noch stark bewölkt. Eigentlich das gleiche Wetter wie am Vortag auf meiner Etappe nach Buochs, trüb aber trocken.

Mir stand eine längere Strecke bevor, aber ich dachte, dass ich alle Zeit der Welt hätte. Kurz nach meinem Aufbruch stand ich vor der Sebastianskapelle, dann ein kleines Stück weiter gelangte ich zur Kirche St. Martin, nur einige Hundert Meter weiter folgte schon die Obgasskapelle. Alle Kirchen suchte ich auf, fotografierte und schaute nach dem Pilgerstempel. Im Nu war eine Stunde vergangen und ich befand mich noch am Ortsrand von Buochs.

Es klarte nun zunehmend auf, und erste Bergspitzen waren zu sehen. Nach einem kurzen Aufstieg schaute ich noch einmal zurück auf den Ort und den Vierwaldstätter See. Unter der Autobahn führte der Weg hindurch, dann entfernte ich mich immer weiter von der Hauptverkehrstraße.

Es ging nun recht steil bergan auf einem kleinen Sträßchen. Bald gelangte ich zur Loretto Kapelle in Ennerberg, die mir sehr gut gefiel. Nach einer kurzen Besichtigung setzte ich mich auf die Bank unter dem mächtigen Kastanienbaum, trank etwas Wasser und schaute mir die Gegend an.

Die nächste Kapelle am Wegesrand ließ ich aus. Gleich danach führte der Jakobsweg über eine kurze Strecke steil abwärts ins Tal. Sehr dankbar war ich, dass eine überwiegend asphaltierte Spur gab. Ansonsten wäre der Weg über die feuchte Wiese recht rutschig gewesen. Auf der Brücke über einen Bach trug ich Sonnenschutz auf und sprühte mich mit Insektenspray ein. Beides hatte ich morgens nicht für nötig gehalten, aber nun lief ich bei sonnigem Wetter und es wurde bald ziemlich warm.

Weiter ging es auf kleinen, kaum befahrenen Straßen in Richtung Stans. Wenig später lag die St.-Heinrichs-Kapelle am Weg.

Inzwischen sehnte ich mich nach Wald- und Wiesenpfaden. Auf den langen Asphaltstrecken begannen meine Fusssohlen zu brennen. Ich versuchte, am Rand durch die Wiesen zu gehen.

In Stans angekommen, stellte ich erstaunt fest, dass es schon fast Mittags war. Dabei hatte ich noch nicht einmal Drittel der Etappe geschafft. Eigentlich wollte ich in diesem Ort noch nicht Pause machen, aber als ich durch die malerische historische Ortsmitte schlenderte, überlegte ich es mir anders. Und dann kam Eines zum Andern. Ich fotografierte, besuchte die Stadtkirche, legte eine Suppenpause mit alkoholfreiem Weizenbier ein und weil ich so schön auf einer windgeschützten Caféterrasse in der Sonne saß, bestellte ich mir noch einen Kaffee. Dann kam ich ins Gespräch mit einer portugiesisch stämmigen Schweizerin am Nebentisch. Sie interessierte sich sehr für den Jakobsweg und stellte eine Menge Fragen. Als ich ihr erzählte, dass ich bis Fribourg laufen wollte, begann sie von der Stadt zu schwärmen und gab mir allerleiTipps. Ich wollte nicht unhöflich sein, daher blieb ich noch eine Weile sitzen, obwohl ich schon längst bezahlt hatte. Als ich schließlich aufbrach, hatte ich eine fast eineinhalb Stunden lange Pause eingelegt .

Gleich hinter der Kirche führte der Jakobsweg, wieder auf einer kleinen Straße, steil bergauf. Bald kam ich an der Kapelle Maria im Schnee vorbei. Ich nahm ein Foto auf und warf einen kurzen Blick ins Innere der kleinen Kirche.

Einen richtigen Schrecken bekam ich, als ich auf dem Wegweiser las, dass die Gehzeit nach Flüeli noch 4:45 h betragen würden. Erfahrungsgemäß brauchte ich mindestens ein Drittel länger und eine Pause würde ich sicher auch machen müssen.

Nach einem letzten Aufstieg auf der Straße, vorbei an einem schönen Bildstöckchen, zweigte endlich ein Wiesenpfad ab, der weiter bergauf führte und sehr schöne Aussichten eröffnete.

Panoramafoto bitte anklicken.

Nun befand ich mich auf dem Bruderklausenweg, der bis Flüeli weitgehend auf dem Jakobsweg verläuft.

Nikolaus von Flüe oder Bruder Klaus war ein einflussreicher Schweizer Bergbauer, Soldat, Einsiedler, Asket und Mystiker. Er gilt als Schutzpatron der Schweiz und wird 1947 heilig gesprochen.
Quelle: Wikipedia

Niklaus von Flüe lebt mit seiner Frau und 10 Kindern bis zum Alter von 50 Jahren in Flüeli, begibt sich dann mit dem Einverständnis seiner Frau Dorothee Wyss und der ältesten Söhne auf eine Pilgerwanderung. Noch in der Schweiz kehrt er um. Er lässt sich als Einsiedler im Ranft nieder, einer Schlucht in unmittelbarer Nähe von Flüeli. Dort lebt er 20 Jahre, betet, fastet und denkt nach.

Mehr und mehr reisen ratsuchende Menschen aus nah und fern kommen und lassen sich von Bruder Klaus, wie er nun genannt wird, beraten und stärken. Als Friedensheiliger wird er heute weltweit verehrt.

Am 21. März 1487 stirbt Bruder Klaus. Er wird in der Pfarrkirche Sachseln beigesetzt.

Quelle: https://bruderklaus.com/niklaus-von-fluee-dorothee-wyss/

Der Bruderklausenweg zwischen Stans und dem Ranft bei Flüeli wurde 1981 zum 500. Gedenken an das «Stanser Verkommnis» von 1481 eröffnet. Er folgt den Spuren des Stanser Pfarrers Heimo Amgrund, der diesen Weg in der Nacht vom 21./22. Dezember 1481 ritt, um sich im Ranft mit Bruder Klaus zu beraten. Eilends überbrachte Pfarrer Amgrund den zerstrittenen Eidgenossen in Stans den (geheimen) Rat des Eremiten und erreichte damit die Einigung.

Entlang des Weges laden mehrere Tafeln zur Besinnung und zum Nachdenken über die Bedeutung von Bruder Klaus in der heutigen Zeit ein.

Quelle: https://bruderklaus.com/orte-informationen/pilgerwege/bruderklausenweg-2/

Leider konnte ich an diesem Nachmittag nicht recht zur Besinnung gelangen. Ich rechnete mir aus, wie lange ich noch unterwegs sein würde, bis ich Flüeli erreichte. Und fragte mich, ob ich das noch vor Sonnenuntergang um 19 Uhr schaffen würde. Nicht sicher war ich mir, ob es in der tiefer gelegenen, schattigen Ranftschlucht, durch die ich kurz vor meinem Ziel laufen musste, nicht schon früher dunkel wäre. Auch die schönen Wald- und Wiesenpfade, über die ich nun durchgehend lief, konnte ich nicht richtig genießen.

Kurz vor dem Ort St. Jakob zweigte der Camino rechts ab und kurz danach stand ich vor einer Fabrik. Verlaufen wollte ich mich auf keinen Fall, deswegen ging ich ein paar Hundert Meter zurück, bis zu dem Wegweiser bei dem ich abgebogen war. Dieser zeigte eindeutig nach rechts unten. Eine Frau, die vor einem Haus mit Gartenarbeit beschäftigt war, fragte ich nach dem Weg. Sie bestätigte, dass der Jakobsweg ins Dorf hinunterführte, riet mir aber sehr nachdrücklich, gerade aus oben entlang zu gehen. Das wäre der direkte Weg, der wieder auf den Jakobsweg führte. Nach St. Jakob sollte ich nur gehen, wenn ich unbedingt die Kirche besuchen wollte. Nun ja, weitere Kirchen brauchte ich nicht unbedingt und so folgte ich dem Rat. Meine Hoffnung, dass die Strecke eben verlaufen würde, wurde aber nicht erfüllt, vielmehr ging es zunächst eine ganze Weile bergauf und dann leicht bergab. St. Jakob sah ich nur von weitem.

Nachdem ich den Camino wieder gefunden hatte, brauchte ich dringend eine Pause. Seit rund 2,5 Stunden war ich quasi ohne Unterbrechung mäßig steil aber stetig bergauf und bergab gelaufen. Bei einer weiteren Bruder-Klaus-Station ließ ich mich auf eine Bank fallen, genoss die Stille in dem Hochtal, warf Traubenzucker und Müsliriegel ein und trank eine ordentliche Menge Wasser. Die Inschrift der beiden Bänke hatte wohl etwas mit den Besinnungsthemen des Bruderklausenwegs zu tun, aber verstehen konnte ich die schweizerdeutschen Worte nicht. Auch Google half nicht weiter. Könnt ihr das übersetzen ?

Frisch gestärkt ging ich weiter. Nun durfte ich mir keine Pause mehr leisten. Nur kurz schaute ich in den nächsten beiden Kapellen, dem Maichäppeli und dem St.-Antoni-Kirchlein vorbei. Ich lief weit oberhalb der Straße auf einem Bergrücken. Zwischendurch überlegte ich vom darunter liegenden Ort Kerns mit dem Bus nach Flüeli zu fahren. Die Zeit zur Bushaltestelle war mit 20 Minuten ausgeschildert. Den letzten Bus hätte ich nicht mehr erreicht.

Inzwischen tauchte die tiefer stehende Sonne, die zwischen den Wolken hervorbrach, die Landschaft in ein zauberhaftes, gerade zu göttliches Licht. Zeit hatte ich zwar nicht, aber ich musste einfach fotografieren.

Der Rest ist schnell erzählt. Einmal verlief ich mich noch, fand aber durch die Hilfe eines netten älteren Ehepaars bald zurück. Im Ort St. Nikolausen, kurz vor dem Einstieg in die Ranftschlucht, sprach ich zwei junge Leute an, die gerade mit dem Auto losfuhren, ob sie in Richtung Flüeli unterwegs seien. Waren sie nicht, fuhren mich aber reizenderweise trotzdem dort hin. Gespart hatte mir etwa eineinhalb bis zwei Kilometer aber vor allem einen weiteren Ab- und Aufstieg. Um 18:30 Uhr erreichte ich schließlich angemessen erschöpft meine Unterkunft.

Die Ranftschlucht, in der Bruder Klaus als Eremit lebte, und die beiden Ranftkapellen wollte ich mir am nächsten Morgen in Ruhe anschauen, bevor ich weiterging.

Fazit:
22 Km (mein Fitnesstracker zeigte 27 km an, die genaue Entfernung liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen), 670 m Aufstieg, 380 m Abstieg (mit Ranftschlucht), 7 Stunden (ohne Pausen)

Sehr abwechselungsreicher Weg mit schönen Aussichten, aber wegen des dauernden Auf- und Ab auch eine sehr anstrengende Etappe. Unbedingt Zeit einkalkulieren für die vielen Kirchen und die Altstadt von Stans. Evtl. erst von Stans laufen, wie es zum Teil vorgeschlagen wird. Dadurch verlängert sich die Etappe von Brunen nach Buochs um ca. sechs Kilometer, aber abends kann man in Ruhe durch die schöne Altstadt von Stans gehen und am nächsten Tag den sehr schönen und naturnahen Weg nach Flüeli genießen.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.


Fotochallenge „Boot“/ Photo challenge „Boat“

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Roland von Royusch-Unterwegs ruft uns in dieser Woche auf, ein Foto zum Thema „Boot zu zeigen. Gerne beteilige ich mich mit einem Beitrag aus Venedig, auch wenn mir Freiedenkerin heute morgen mit einem Beitrag aus der Lagunenstadt zuvor gekommen ist. Aber in Venedig ist es so schön, da gehen auch mehrere Fotos!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #7

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Wie schon berichtet, setzte ich meine Pilgerwanderung auf dem Schweizer Jakobsweg Ende September fort. Ich wollte von Brunnen am Vierwaldstätter See möglichst bis Fribourg laufen, war mir aber nicht sicher, ob ich es schaffen oder nur bis Interlaken kommen würde. Nach der letzten Sechs-Tage-Tour auf dem Schweizer Camino hatte ich Schmerzen im linken Knie bekommen. Der Orthopäde hatte mir zur Schonung des Knies geraten und dann zum vorsichtigen Wiederbeginn mit Spaziergängen in der Ebene. Das hatte ich befolgt und trug dann während der gesamten Pilgerwanderung einen orthopädischen Knieschützer. Bei steilen Abstiegen war ich sehr vorsichtig, bzw. legte sie mit dem Bus zurück. Ob das alles geholfen hat, werde ich euch im Laufe meines Berichts verraten …

Nachdem ich den Camino zunächst auf der Variante „Luzerner Weg“ fortsetzen wollte, hatte ich mich doch für den „Innerschweizer Weg“ von Brunnen nach Rüeggisberg entschieden, der am Vierwaldstätter, dem Sarner, dem Brienzer und dem Thuner See entlang führt . Diese Variante ist nur unwesentlich länger, bietet aber wesentlich schönere Landschaftseindrücke.

Von Brunnen nach Buochs

Am Vortag war ich nach Luzern per Bahn und dann mit dem Schiff auf dem Vierwaldstätter See nach Brunnen gereist (Fotos von dieser wunderschönen Fahrt und dem Abendspaziergang am See in Brunnen – s. hier). Am nächsten Morgen begab ich mich mit dem Schiff schon um kurz nach 8 Uhr als eine von drei Passagieren auf die kurze Fahrt nach Treib, das gegenüber von Brunnen liegt. Dort hatte ich einen sofortigen Anschluss mit der Zahnradbahn nach Seelisberg. Erst beim Ausstieg sah ich, dass die auf einer sehr steilen Strecke verkehrende Bahn schon über 100 Jahre alt war. Aber wahrscheinlich wurde sie in der Zwischenzeit mehrmals erneuert …

Für den Einstieg hatte ich eine leichtere Variante des Jakobswegs bis zum Ort Emmetten gewählt, die ausgeschildert sein sollte. Davon konnte allerdings nicht die Rede sein. Mit Hilfe des Pilgerführers und der sehr guten Beschilderung der Wanderwege fand ich mich aber zurecht.

Sonnige Abschnitte während der Schifffahrt und der schöne Sonnenuntergang hatten mich auf gutes Wetter hoffen lassen. Es blieb aber den ganzen Tag sehr stark bewölkt, wenn auch trocken.

Zunächst ging ich an der leider geschlossenen Kirche in Seelisberg vobei und dann an einer kleinen Straße entlang eine Weile bergauf. Immer wieder boten sich wunderbare Aussichten auf den nun tief unten liegenden Vierwaldstätter See und seine Umgebung.

Panoramafoto bitte anklicken.

Bald zweigte der Weg von der Straße ab und führte den Hang hinauf. Durch einen dichten Wald lief ich weitgehend alleine weiter Richtung Emmetten. Nachdem ich die höchste Stelle erreicht hatte, ging es angenehm bergab. Eine Aussicht gab es allerdings nicht, alles lag in einem trüben Nebel, der in der Höhe ein bisschen feucht war.

So angenehm es war, auf der Variante zu gehen , freute ich mich doch, als ich kurz vor Emmetten wieder auf den Jakobsweg traf. Ich war zurück auf dem Camino! Die Freude währte nicht allzu lange. Zwar kam ich bald an der ersten Kirche, der Heiligkreuzkapelle, vorbei, aber der Jakobsweg verlief, wie so oft, durch landwirtschaftlich genutzte Flächen sowie auf Asphalt und teilweise auf dem Sträßchen.

In Emmetten legte ich eine kleine Mittagspause in einem Café mit Suppe und alkoholfreiem Weißbier ein. Dort bekam ich auch den ersten Pilgerstempel meines neuen Wegabschnitts.

Nach der Mittagspause ging es richtig bergab: im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Zunächst wollte ich einem Tipp folgen, wie der steile Abstieg nach Beckenried vermieden werden konnte. Nachdem ich im Ort auf eine länger bergaufführende Straße abgebogen war, kamen mir Zweifel, dass ich auf dem richtigen Weg war und ich kehrte um.

Zurück auf dem Jakobsweg übersah ich nach kurzer Zeit eine Abzweigung und kam danach zu einer schönen Kapelle, hinter der ein Weg weiterführte, der in die falsche Richtung ging.

Zurück auf dem richtigen Pfad musste ich sehr gut aufpassen und die Stöcke benutzen, denn ging es auf feuchtem Untergrund sehr steil nach unten. Ich landete auf einem Querweg, der nach rechts wieder in die falsche Richtung führte und nach links an einer Straßenkehre endete. Das Jakobswegzeichen war nirgendwo zu sehen. Wahrscheinlich hatte ich eine weitere Abzweigung beim konzentrierten Bergablaufen übersehen. Zurückgehen kam für mich nicht in Frage. Schließlich war ich froh, es soweit nach unten geschafft zu haben. Ich lief dann auf der stark befahrenen Straße und hoffte, dass bald ein Wanderweg abgehen würde, was aber nicht der Fall war. Wenigstens brauchte ich mich nicht mehr den steilen Abhang hinunter tasten, sondern konnte vorsichtig soweit wie möglich am Straßenrand gehen.

Die Straße führte mich unter der Autobahn hindurch nach Beckenried. Die Autobahn sollte mich auch dann noch begleiten, als ich den Jakobsweg wiedergefunden hatte. Der Camino folgt weitgehend den historischen Pilgerpfaden, aber er verläuft durch die Schweiz der Gegenwart. Das bedeutet, dass in den engen Tälern, gerade dort sich die schönsten Seen befinden, die Bahn, die Autobahn und weitere Straßen neben dem Jakobsweg verlaufen können. Eine Alternative wäre, über Bergpfade auszuweichen, was teilweise geschieht, aber nicht überall für Pilger taugt, die auf einer Streckenwanderung unterwegs sind. Außerdem muss der Camino an den von den Pilgern seit Jahrhunderten besuchten Gotteshäusern vorbei führen, die oft unweit der modernen Verkehrswege liegen.

In Beckenried folgte ich zuerst dem Skulpturenweg am Seeufer, dann erholte ich mich von den Strapazen bei einem Cappuccino und einer Cremeschnitte in einem gemütlichen Café.

In der Schweiz gelten seit September schärfere Corona Maßnahmen. Genau wie in Deutschland wird die 3 G- Regel angewendet. Nur wer genesen, getestet oder geimpft ist, darf z.B. in die Innenräume der Gastronomie. Während es hierzulande reicht, das Handy mit dem Zertifikat zu zeigen, wird es in der Schweiz eingescannt und ich musste immer einen Ausweis vorlegen, um meine Identität zu beweisen. Das war zwar manchmal etwas umständlich, wenn ich mit dem Rucksack ankam und nicht alles griffbereit hatte, ich fand es aber wirkungsvoller und besser. Im Lokal durfte man sich dann ohne Maske frei bewegen. Beim Gang auf die Toilette habe ich den Mund-Nasen-Schutz freiwillig getragen, so ganz geheuer war es mir nicht.

Gut gestärkt setzte ich den Weg fort, der nun oberhalb des Seeufers entlang führte. Ausnehmend gut gefiel mir die spätbarocke Ridli Kapelle (auch sie direkt unterhalb der Autobahn stand).


Der Jakobsweg führte noch ein Stück an der Autobahn entlang und zweigte dann unter einer Brücke nach rechts ab. Bevor ich schließlich Buochs erreichte, ging ich noch ein Stück am Seeufer entlang.

Fazit:
16 km (19km mit Verlaufen), 5,5 Stunden (ohne Pausen und Verlaufen), 460 Hm jeweils im Auf- und Abstieg.
Diese Etappe hatte ich mir weniger anstrengend vorgestellt. Bei schönerem Wetter hätte es sicher noch mehr Ausblicke gegeben. Bei Nässe ist der Abstieg von Emmetten nach Beckenried mit Vorsicht anzugehen (Ausweichroute prüfen ! ). Zwar abwechselungsreich aber im unteren Teil mit viel Verkehrslärm.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.