Flachlandwanderung in Bayern/Flat country hiking in Bavaria

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Der Monat April machte seinem schlechten Ruf alle Ehre. Wie schon im März mussten wir mit häufigen Schnee- und Graupelschauern rechnen, was unsere Situation im Lockdown nicht gerade erleichterte. Für Freitag letzter Woche waren Temperaturen von 8 bis 12 Grad sowie Sonne und Wolken angekündigt. Und es sollte trocken bleiben. In den Alpen würden viel niedrigere Temperaturen herrschen, daher entschied ich mich für eine weitere Wanderung bei Bad Gögging (zu meiner letzten Wanderung im Altmühltal siehe hier). H. nahm mich wieder mit, aber dieses Mal ging ich direkt im Ort los. Ich hatte mich für eine Kombination der zwei Kurzwanderungen Neustadt- und Goldau-Runde entschieden und wollte so etwa zwölf Kilometer zurücklegen.

Ein Blick in den Wandervorschlag verriet mir, dass es sich keineswegs um eine Bergwanderung handeln würde. Die Auen- und Moorlandschaft in der Nähe von Bad Gögging bei der Altmühl und der Donau ist völlig eben. Aber dass die Strecke sich als dermaßen flach erweisen würde, hatte ich mir doch nicht vorgestellt. Winzige Höhenunterschiede konnte ich nur dann zurücklegen, wenn ich den Hochwasserdamm, auf dem die Strecke größtenteils verlief, verließ um mir Etwas anzuschauen.

Aber nun zu meiner Wanderung:
Von Bad Gögging ging ich entlang der Neustadt-Runde auf dem Hochwasserdamm. Die Landschaft zeigte sich fast noch winterlich. Auf den Hopfenfeldern wuchsen noch keine Pflanzen und die Rankhilfen für den Hopfen, die Holzstangen und Drähte, wirkten ausgesprochen kahl. Nur in Flußnähe war zartes Grün auf den Wiesen und den Sträuchern zu sehen.

Nach einem guten Kilometer erreichte ich das Tiergehege am Kögelhaufen, das in einem Auenwaldgebiet liegt. Zwar grasten dort einige Hirsche, den ich mich aber nicht nähern konnte, weil der Zugang als Privatweg ausgewiesen und gesperrt war.

Um es kurz zu sagen, meine Begeisterung für diese Wanderstrecke hielt sich, vor allem zu Beginn, in Grenzen. Um die herbe, fast winterliche Schönheit der Umgebung zu erkennen, musste man sehr genau hinschauen. Mir fehlte auch die Abwechslung durch Waldstücke. Als Radtour konnte ich mir die ebene Strecke eher vorstellen. Schön war dagegen, dass ich auf der gesamten Strecke nur wenigen Personen begegnete. So beschloss ich, die kühle, frische Luft zu genießen und die Wanderung als dringend notwendige Fitnessübung zu betrachten.

Bald erreichte ich die Abzweigung zur Goldau-Runde. Aber vorher legte ich einen Abstecher zur nahegelegenen Donau ein. Diese Donaubrücke hatte ich schon mehrfach mit dem Auto überquert und mir immer wieder vorgenommen, das Ufer zu besuchen. Am Fluss setzte ich mich auf einen angeschwemmten Baumstamm und nahm eine kleine Brotzeit ein. Als die Sonne herauskam, verwandelte sich der Fluss kurz in die vielbesungene, blaue Donau.

Die Goldau-Runde ist nach dem Naturschutzgebiet Goldau benannt. Hier verlaufen großteils verlandete Altarme der Donau in einem naturnahen Sumpfgebiet. Diese Etappe hatte ich mir ein bisschen wilder vorgestellt, aber es lief sich sehr angenehm oben auf dem Dammweg, der auch gute Ausblicke auf die Umgebung bot. Außer mir waren nur einige wenige Spaziergänger unterwegs und überall zwitscherten Vögel. Unterwegs sah ich einen Hasen, der mit großen Sprüngen über die Wiesen floh. Das war wie ein verspätetes Ostergeschenk, auch wenn ich es nicht schaffte, den flinken Meister Lampe zu fotografieren. Kurz danach begegneten mir zwei Rehe, von denen ich eines noch halbwegs ablichteten konnte, bevor die Tiere mit riesigen Sätzen über den Damm sprangen und verschwanden. Zusammen mit den zwei Rehen, die mir während der letzten Wanderung bei Essing begegnet waren, handelte es sich um meinen Rekord an Wildtiersichtungen in Deutschland. Rehe hatte ich nur sehr selten und dann mit großem zeitlichen Abstand gesehen.

Auf einer kleinen Brücke überquerte ich einen Weiher mit Wasservögeln. Danach verließ ich das Naturschutzgebiet und lief in einem Bogen zurück, zunächst nach Neustadt an der Donau.

Im Ort begegneten mir zum ersten Mal an diesem Tag viele Menschen. Am Ende der Goldau-Runde konnte ich aber gleich wieder auf den Rückweg der Neustadt-Runde einbiegen, die mich um die Altstadt herum an den Resten der Alten Stadtmauer entlang führte. Hier sah es schon recht frühlingshaft aus, was ich als sehr wohltuend empfand. Auch die Sonne ließ sich wieder einmal blicken. Normalerweise wäre ich nun einen Kaffee in Neustadt trinken gegangen, aber ich hatte keine Lust, mich ins Zentrum und damit unter Leute zu begeben. So nahm ich nur schnell die Pfarrkirche St. Laurentius auf und ging gleich weiter nach Bad Gögging.

Die letzte Etappe kannte ich von früheren Spaziergängen und Joggingrunden. Sie führt durch eine Moorlandschaft, die im Frühling oft noch unter Wasser steht. So war es auch an diesem Tag. Mir gefiel dieser Abschluss sehr.

12 km, 9 Hm (!), 3,5 Stunden ohne Pausen

Wieder in Bad Gögging begab ich mich unverzüglich zur Eisdiele im Kurzentrum. Zu einem köstlichen Eis schlürfte ich einen rabenschwarzen Espresso. Mit meiner Wanderung war ich schließlich recht zufrieden.

Fazit:
Wenig frequentierte Wanderung, für Moor- und Flußauenliebhaber, mit viel frischer Luft, sehr flach (so stelle ich mir Wandern in der Norddeutschen Tiefebene vor !), gute, mittellange Strecke. Die Wanderung lässt sich um weitere 5 km durch die Badesee-Runde nach Mauern erweitern. Zum Baden sollte man im Sommer besser mit dem Fahrrad fahren, da es nur sehr wenig Schatten gibt.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Entspanntes Wandern bei Essing Relaxing hike around Essing

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Im März herrschte bei uns tagelang schauriges Aprilwetter mit Schnee- und Graupelschauern. Für Mittwoch letzter Woche wurde endlich wieder Sonnenschein mit Temperaturen bis zu 20℃ angekündigt. Das musste ich zum Wandern nutzen, zumal es über Ostern erneut ungemütlich werden sollte. In den Bergen wollte ich nach der Schlechtwetterperiode lieber nicht wandern. H. nahm mich nach Bad Gögging bei Kehlheim mit. Zu meinem Wanderziel Essing im Altmühltal fuhr ich noch knapp 20 km weiter.

Kaum hatte ich geparkt, da wurde mir klar, dass die im Wanderprospekt (ohne Höhenprofil) angegebenen 253 Höhenmeter auf ein Mal und zwar entlang der steil aufragenden Felsen zu absolvieren waren.

Frohgemut machte ich mich auf den Weg. Durch den lichten Wald schien die Sonne auf den steilen aber trockenen Pfad. Bald musste ich, heftig schnaufend, zwei Lagen Kleidung ablegen. Meine Mühe wurde nach kurzer Zeit durch einen wunderbaren Blick ins Altmühltal mit dem Main-Donau-Kanal belohnt.

Nun folgte ich dem gemächlicher steigenden Weg bis zur Burgruine Randeck. Der Zugang zur Burg aus dem 11. Jahrhundert war, wie zu erwarten, geschlossen. Von ihrem Burgfried soll man eine einmalige Aussicht auf das Altmühltal geniessen können. Auf der sonnigen Bank vor der Burganlage ließ ich mich nieder und verspeiste meine mitgebrachte Brotzeit. Immer wieder kamen andere Wanderer vorbei, aber den Corona Abstand einzuhalten, war kein Problem.

Nach der Burg trennte sich der Rundweg von einer deutlich kürzeren Route und dann war ich alleine auf weiter Flur. Das sollte sich während der nächsten Stunden nicht ändern und war sehr entspannend. Ich genoss die frische, milde Luft und dachte ich eine ganze Zeit lang überhaupt nicht an Corona.

Zunächst kam ich an der idyllisch an einem Weiher (der als „Bartholomä See“ bezeichnet wird) gelegenen Kapelle St. Bartholomä vorbei.

Dann lief ich auf der Jurahochfläche weiter. Nicht verhehlen möchte ich, dass die Landschaft nun kahl und etwas eintönig wirkte. Auch brannte die Märzsonne und die unbelaubten Bäume warfen keinen Schatten. Ein bisschen schade fand ich auch, dass die Gegend noch sehr winterlich aussah. Frühlingsgrüne Knospen konnte ich nur selten ausmachen. Im Wald entdeckte ich aber zahlreiche Leberblümchen. Anderseits lief ich alleine durch Wald und Feld und einmal sprangen sogar zwei Rehe direkt hinter mir über den Weg. Fotografieren konnte ich so schnell leider nicht.

Der Abstieg vom Hochplateau ins Altmühltal verlief glücklicherweise allmählicher. Nur im Naturschutzgebiet Schulerloch war ein kurzes Steilstück zu bewältigen. Der Weg war trocken, fast schon zu trocken für die Jahreszeit. Ich ging vorsichtig hinunter, brauchte aber keine Wanderstöcke. Nun freute ich mich, dass ich mich auf dem Hinweg „verlaufen“ hatte. Im Wandervorschlag wurde die Strecke in umgekehrter Richtung beschrieben. Persönlich laufe ich lieber steil bergauf als bergab. Aber das sehen manche Wanderer vielleicht anders!

Eine weitere Attraktion, die Tropfsteinhöhle Schulerloch, hatte coronabedingt geschlossen. Am Eingang gab es aber einen zauberhaften Blick ins Tal mit Essing im Hintergrund.

Das letzte Stück der Wanderung zog sich. Die Sonne sorgte für eine gehörige Wärme und es waren auch wieder mehr Leute unterwegs, zu denen man Abstand halten musste. Die kleine Treppe auf den letzten Metern bewältigte ich japsend. Kurz danach kam ich wieder auf dem Parkplatz an, wo ich noch letzte Fotos von Kirche und Felswänden aufnahm. Dass ich den auf den Kirchenbesuch verzichtete, war für mich eher untypisch. Wahrscheinlich war ich doch ein bisschen fertig …

11 Km, 253 Hm, 3 Stunden ohne Pausen

Fazit:
Im Altmühltal verbrachte ich einen schönen sonnigen, durchaus fordernden, aber nicht zu anstrengenden Wandertag. Auf der Hochebene ist es sicher schöner, wenn die Vegetation weiter fortgeschritten ist. Wiederkommen würde ich gerne, wenn die Burg Randeck und die Tropfsteinhöhle wieder geöffnet sind. Auch einige schön gelegene Gasthäuser mit Gartenterrassen habe ich unterwegs gesehen…

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Sonnenuntergang am Maximilianeum/ Sunset at the Maximilianeum

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Schon seit längerer Zeit wollte ich den Sonnenuntergang in München beobachten und natürlich fotografieren. Wenn man im flachen Münchner Osten wohnt und wegen Corona nicht weit mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte, ist das nicht so einfach. Schließlich entdeckte ich den Sonnenuntergangsspot am Maximilianeum. Vor zwei Wochen nahm ich abends die U-Bahn , die mich in kurzer Zeit zum Ziel brachte.

Das Maximilianeum wurde 1874 vollendet. Es bildet den Abschluss der Münchner Maximilianstraße (die Münchner Nobeleinkaufsmeile !), mit der sich König Max II. ein städtebauliches Denkmal setzte. Das Maximilianeum ist seit 1949 Sitz des Bayerischen Landtags. Der Bau liegt auf dem östlichen Isar-Hochufer direkt über die Maximiliansbrücke.

Die hohe Terrasse vor dem Maximilianeum ist ein idealer Ort, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Von dort genießt man einen freien Blick nach Westen, u.a. sieht man die Frauenkirche und den Rathausturm auf dem Marienplatz.

Schon als ich das prächtige Gebäude im Abendlicht von unten fotografierte, sah ich dass dieser Sonnenuntergangspunkt kein Geheimtipp war. Etliche Besucher hatte sich schon auf der Brüstung niedergelassen.

Beim Näherkommen erkannte ich, dass sich die, meist jungen, Leute brav mit Corona Mindestabstand hingesetzt hatten. Gerade liefen auch zwei Polizeibeamte vorbei … In der Mitte der Brüstung sah ich einen freien Platz, der etwa zwei Meter breit war. Das reichte nicht, um sich coronakonform dazwischen zu stellen. Kein Problem! Nachdem ich einige Meter zurückgetreten war, konnte ich sehr gut fotografieren.

Allerdings kamen bald zwei junge Männer, die sich direkt vor mich stellten und ihre Smartphones zückten. Nicht nur, dass sie sich viel zu nah an den anderen Besuchern befanden, sie standen mir auch noch im Bild. Als ich mich beschwerte, zogen sie murrend ab.

Nun entwickelte sich der Sonnenuntergang ganz wunderbar. Genauso hatte ich mir das vorgestellt! Der Blick auf die Isar mit der Maximilianbrücke und die Maximilianstraße sowie die Silhouetten der Frauenkirche, des Rathausturms und weiterer Kirchen in der Altstadt war einfach traumhaft.

Auf der Terrasse herrschte eine geradezu andächtige Stimmung. Die Besucher schauten dem Himmelsspektakel zu. Die Paare sprachen nur leise miteinander. Wie schön ! In „normalen“ Zeiten, wenn größere Gruppen anwesend sind, wird das sicher anders ablaufen.

Nach dem Sonnenuntergang ging ich hinunter zur Isar auf die Maximilianbrücke. Dort schaute ich mir den Fluss im Licht der blauen Stunde an und freute mich über den Ausblick auf das beleuchtete Deutsche Museum. Dann fotografierte noch einmal das Maximilianeum und fuhr glücklich nach Hause.

Nun wünsche ich euch ein frohes Osterfest. Habt eine schöne und erholsame Zeit und freut euch auf die Zeit, wenn wir diesen „Schmarr’n“ überstanden haben.

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Wintersonne in Aschau/ Winter sun in Aschau

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Drei lange Corona-Wochen hatten wir richtiges Aprilwetter. Es regnete, schneite, hagelte und graupelte im steten Wechsel. Die Sonne ließ sich nur sporadisch sehen, meistens nur ein paar Minuten lang. Wanderungen in den Bergen waren unmöglich.

Als die WetterApp für letzten Mittwoch den ersten Tag mit durchgehendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von bis zu 14 Grad ℃ vorhersagte, beschloss ich gleich zuzuschlagen . Das ist so auch ein C-Reflex, zumindest bei mir. Man unternimmt etwas sobald wie möglich, weil man fürchtet, dass demnächst die nächste Einschränkung kommt. Ehrlich gesagt, mein Leben als Rentnerin hatte ich mir ganz anders vorgestellt !

Meine Wanderung in den Bergen plante ich sorgfältig. Unser heimischer Wald hatte sich zwischenzeitlich in eine Schlammwüste verwandelt, also konnte ich in den Bergen nicht auf einem Waldweg mit größeren Steigungen gehen. Ich entschied mich für den Kapellenweg in Aschau im Chiemgau, der größtenteils auf kleinen Straßen und befestigten Wegen verläuft.

Als ich mich morgens Aschau näherte, staunte ich nicht schlecht. Rund um den Ort war alles dick verschneit. Die Gegend, die ich viele Jahre lang nicht besucht hatte, gefiel mir aber sofort. Die Berge in der Umgebung , vor allem die den Ort um 1200 Höhenmeter steil überragende Kampenwand (1669 m) , rahmen das obere Priental auf das Schönste ein.

Nachdem ich am Bahnhof geparkt hatte, ging ich zur Katholischen Pfarrkirche, dem Startpunkt des Kapellenwegs. Um es gleich vorweg zu nehmen, es gab dort und auch später keine Ausschilderung der Strecke. Unterwegs sprach ich mehrere Passanten an, darunter auch Einheimische, aber niemand kannte den Kapellenweg. Trotzdem war die Orientierung ziemlich einfach, weil es auf dem Hinweg westlich des Flüßchens Prien entlang ging und auf dem Rückweg am anderen Ufer.

Zunächst ging ich an der Restkapelle vorbei, die 1686 von der Gräfin von Preysing – Hohenaschau für die damals üblichen Feldprozessionen errichtet wurde. Kurz danach sah ich zum ersten Mal das Schloss Hohenaschau, das ich auf dem Rückweg besuchen wollte.

Nach einer weiteren Nachfrage fand ich die Abzweigung zur kleinen Straße, die, zunächst leicht ansteigend, zum Aschauer Ortsteil Bach führt. Auf dem Scheitelpunkt liegt die Felsenkapelle „Auf der Kette“. Die Kapelle in einer Felsnische ließ Baron Fidler von Isarborn 1913 errichten. Sie liegt sehr idyllisch über der Prien -Klamm. Laut Wanderbeschreibung sollte man dort steil hinab steigen („Kinder sollte man hier an die Hand nehmen“) . Diese Strecke war aber nicht zu erkennen. Sie lag wahrscheinlich unter der Schneedecke verborgen. Ich folgte der Straße („Rollstuhlfahrern empfehlen wir den Teerweg zu nehmen …“) und erreichte bald Bach.

Quelle Kapellen: https://www.chiemsee-alpenland.de/entdecken/tourenportal/wandern-auf-dem-aschauer-kapellenweg-rundweg-2-von-der-pfarrkirche-in-richtung-sueden-und-zurueck-9a4b40ebfb

Quelle Wanderbeschreibung: Touristeninformation Aschau

Nachdem ich die Prien überquert hatte, entdecke ich den Rückweg nach Aschau, der nun in den Wald führte und noch tief verschneit war. Einen Augenblick überlegte ich, ob ich auf der Straße umkehren sollte, aber dann zog ich meine Wanderstöcke aus und taste mich voran. Zunächst verlief der Weg leicht bergab. Bei jedem Schritt versank mein Wanderstock tief im Schnee und das Ganze war mir nicht geheuer. Andererseits herrschte in dem verwunschenen Winterwald eine wunderbare Stille, die nur gelegentlich von Vogelgezwischter unterbrochen wurde. Weit und breit war kein Wanderer zu sehen, was mir ungeheuer gut tat. Als es auf der Ebene weiterging fühlte ich mich wohl. Gerne hätte ich dort eine Pause eingelegt, aber die Bänke waren richtiggehend eingeschneit.

Hinter dem Wald begann wieder eine kleine, nicht befahrene Straße. Sofort eröffneten sich fantastische Ausblicke auf das hochgelegene Schloss Hohenaschau. Nun genoss ich den wohltuenden Sonnenschein und die angenehmen Temperaturen.

Bei einer Abzweigung fragte ich eine Spaziergängerin nach der Abzweigung zum Schloss. Sie antwortete mir mit deutlichem Ruhrpottakzent. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte mir, dass sie in Aschau wohnt. Es hatte wochenlang immer wieder geschneit, zuletzt noch am Vortag. Tagelang hatte man überhaupt keine Aussicht. Sie war sehr froh über das schöne Wetter und die Möglichkeit wieder nach Draußen zu gehen. Das tat sie aber nur in der Woche, weil am Wochenende alle Wege durch Ausflügler überlaufen seien.

In der Pandemie könne man in Aschau kaum etwas unternehmen. Einen Termin zum Einkaufen in einem Geschäft zu vereinbaren und dann nur zu einem kleinen Laden Zutritt zu erhalten, lohne sich nicht. Zur Arbeit könne sie zu Fuß gehen ohne öffentlichen Verkehrsmittel benutzen zu müssen, aber in ihrer Arbeitsstelle trage sie die ganze Zeit Maske, was sie notwendig aber doch belastend fand.

Wir verabschiedeten uns mit „Bleiben Sie gesund !“ und „Passen Sie auf sich auf !“.

Zum Schloss ging es zum ersten und einzigen Mal kurz steil bergauf.

Das Schloss Hohenaschau liegt im Ortsteil Hohenaschau auf einem etwa 50 Meter hohen Felsrücken. Über etwa sieben Jahrhunderte war es Sitz bedeutender adliger Dynastien und Zentrum der Herrschaft Hohenaschau. Die letzten Drittel des 12. Jahrhunderts entstandene mittelalterliche Ringburg verlor im 18. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung und verfiel.

Mitte des 19. Jahrhunderts wechselte die Anlage mehrfach den Besitzer und wurde schließlich vom Industriellen Theodor Freiherr von Cramer-Klett erworben und von seinem Sohn zum Schloss umgestaltet. Heute befindet sich das Schloss im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und wird als Ferien- und Erholungsheim genutzt.
Quelle Wikipedia

Wie zu erwarten war das Gebäude nicht geöffnet, auch der Zugang zur Schlosskapelle war nicht möglich. Der Blick auf die Burg mit der weiß verschneiten Kampenwand im Hintergrund gefiel mir aber ausnehmend gut.

Ich setzte mich auf eine Bank unterhalb des Schlosses und gönnte mir einen kleinen Snack. Als ich meinen heißen Tee einschenkte, schaute ich mich vorsichtig um, konnte aber kein Tier entdecken. (Wenn ihr wissen wollt, was es damit auf sich hat, schaut doch hier oder dort). Alles blieb friedlich und ich konnte meine Pause in der Bergwelt bei strahlendem Sonnenschein genießen.


Auf dem Rückweg nach Aschau verpasste ich die weiteren Kapellen, was wohl damit zusammen hing, dass ich nicht der Straße nach Aschau ging, sondern einem Weg durch den Kurpark folgte. Richtig dramatisch fand ich das nicht, weil es sich dort entspannt flanieren ließ. Nun entdeckte ich, dass Aschau sich „Bankerldorf“ nennt, wie ihr an den folgenden Beispielen sehen könnt. Der Aufforderung auf dem „Fuchslugerbach Bankerl“ wird man wohl erst nach der Pandemie wieder folgen können …

Übersetzt: Setz dich her, dann sind wir mehr Leute.

Als ich wieder an der Pfarrkirche ankam, fotografierte ich noch einmal die Kirche und die Residenz, das bekannte Gourmet Lokal und Fünfsterne Hotel von Heinz Winkler. Bald erreichte ich den Bahnhof und fuhr mit vielen schönen Eindrücken und dem Wunsch, im Sommer wieder zu kommen nach Hause.

7,5 km, 166 Hm, 2,5 Stunden ohne Pause

Fazit:
Der Kapellenweg bietet auf kurzer, fast durchgehend aspaltierte Strecke und praktisch ohne Steigungen wunderbare Landschaftsbilder und ist daher sehr gut als Winterwanderweg geeignet. Er ist allerdings überhaupt nicht ausgeschildert, was sicher leicht zu ändern wäre.

Auf dem Heimweg hörte ich im Radio, dass der gerade erst von der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin beschlossene Osterlockdown schon wieder zurückgenommen wurde. Begründet wurde das damit, dass die praktische Umsetzung so kurzfristig nicht möglich sei.
Wie bitte ???

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Fotoprojekt/Photo project „ABC – F“

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Wortman hostet in diesem Jahr das Fotoprojekt „ABC“. Er schreibt:

Worum geht es beim Projekt ABC?
Das Alphabet wird Buchstabe für Buchstabe fotografisch dargestellt. Das heißt, Woche 1 beginnt mit „A wie …“ (Apfel, Affe, Ahornbaum – eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt) und endet mit Woche 26 und „Z wie …“ (Zaun, Zug etc). Dieses Mal bleiben Ü, Ö, Ä außen vor, weil es sonst nicht hinkommt mit dem Wechsel von Aequitas und mir.
Falls ihr mehrere Ideen zu einem Buchstaben habt, ist das natürlich kein Problem. Und falls euch mal gar nichts einfällt – auch nicht schlimm…“

Nun ist der Buchstabe F des Projekts ABC aufgerufen. Ich danke Wortman für seine Initiative und beteilige mich wieder gerne mit Fotos aus unserem Sommerurlaub 2020 im bayerischen Fichtelgebirge. Ohne Corona wäre ich da wahrscheinlich nicht so bald hingefahren. Von der Schönheit der Landschaft war ich dann sehr angenehm überrascht. Am besten gefielen mir die Felsformationen, die den Wald oft wie eine Märchenlandschaft aussehen ließen.

Hier also einige Felsen im Fichtelgebirgswald

und zum Schluss noch die namensgebenden Fichten des Fichtelgebirges.

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Which Way Photo Challenge – March 12 2021

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Last summer, I actually wanted to continue on the Way of St. James in Switzerland. Because of Covid-19, I didn’t dare. Instead, our shorter and longer day hikes started right on our doorstep, and we felt like the pilgrims in former times.

Please click to enlarge the photos !

This is for San’s Photo Challenge.

Always looking forward to your feedback.

Fotoprojekt „Wöchentliche Fotochallenge“/“Weekly Fotochallenge #08

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Nun fordert Roland von Royusch-Unterwegs uns in seiner wöchentlichen Fotochallenge auf, Fotos zum Thema „leer“ zu posten. Wieder beteilige ich mich gerne und danke Roland für seinen unermüdlichen, tollen Einsatz.

Mariaberg bei Kempten, Allgäu, Bayern

Nein, das ist kein Bild von einem pandemiebedingt geschlossenen Wirtshausgarten ! Das Foto habe ich im Oktober 2019 bei Kempten im Allgäu aufgenommen, als ich im strömendem Regen mit dem Rucksack auf dem Jakobsweg pilgerte. Im Unterschied zu den gegenwärtigen Verhältnissen konnte ich aber dann in die gemütliche Wirtsstube eintreten und mich bei heißem Tee und Apfelkücherl erholen. Aber statt mich darüber zu freuen, wie ich es heutzutage tun würde, starrte ich nur mißmutig nach draußen und hoffte, dass es bald aufhören würde zu regnen. Was aber nicht der Fall war! Ziemlich durchnässt erreichte ich am Nachmittag meine Unterkunft auf dem Bauernhof. Dort wurde ich sehr freundlich und mit selbstgebackenem Apfelkuchen empfangen. In meinem warmen Bauernstubenzimmer konnte ich meine Klamotten trocknen und es mir gemütlich machen.

Schade, dass ich es damals nicht zu schätzen wußte, wie gut es mir trotz Dauerregens auf diesem Teil der Jakobswegs ging. Das soll mir nie wieder passieren ….

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Intermezzo am Schliersee/ Intermezzo at Lake Schliersee

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Während des nicht endenwollenden Coronadramas (Gerade wurde vom RKI die dritte Welle verkündet. Waren wir nicht gerade noch in der zweiten Welle ?) versuche ich, wie viele andere, den Kopf oben zu behalten. Also suche ich ca. einmal in der Woche eine Abwechselung. Wie schon mehrfach berichtet, unternehme ich dann eine kleine Wanderung im Münchner Umland oder in den Bergen. Das möchte ich, so Corona uns lässt, wieder zu längeren Touren mit mehr Höhenmetern ausbauen, wenn die Wege wieder trocken sind.

Vor zehn Tagen schaute ich aus dem Fenster und stellte fest, dass das Wetter nicht so gut wie angekündigt war, sondern stark bewölkt. Immerhin regnete es nicht und das sollte laut WetterApp auch so bleiben. Daher beschloss ich, nicht wie geplant bei Garmisch zu laufen, sondern mit einer nähergelegenen Tour vorlieb zu nehmen.

Zwar bin ich eine Liebhaberin der Tegerseeregion, war aber bisher nur selten am Schliersee unterwegs. Dort suchte ich mir den Seerundweg aus, der mit gut 7 km auch bei schlechterem Wetter gut machbar erschien. Mein Wanderführer schlug vor, zunächst ein kleines Stück am Westufer des Sees entlang zu gehen aber dann auf einen Höhenweg abzubiegen, der erst in Fischhausen wieder auf das Südufer trifft. Als ich im Ort Schliersee sah, dass der See zum Teil noch zugefroren war, dachte ich, dass der Höhenweg matschig und rutschig sein könnte. Normalerweise hätte ich in der Touristeninformation nachgefragt, aber diese war natürlich coronabedingt geschlossen. Auf der Karte hatte ich gesehen, dass der Seerundweg am Westufer direkt neben der Bundesstraße 307 entlang verlief, dachte aber „Zwei bis drei Kilometer an der Straße, das kann so schlimm nicht sein.

Zunächst lief ich durch den Kurpark, wo sich auch einige moderne Skulpturen aufgestellt sind. Bei meinem Blick auf den stillen See bewunderte ich die Reflektion der Berge und freute mich, dass die Sicht auf die Berge bei bewölktem Himmel noch recht gut war. Bei meinem Ausflug nach Murnau hatte ich bei sonnigem Wetter weniger gesehen.

In Schliersee entdeckte ich einige kunstvoll bemalte Häuserfassaden, die mir mit den Bergen im Hintergrund ausnehmend gut gefielen.

Weiter ging es auf dem Uferweg, der bei dem trüben Wetter angenehm leer war. Nur sehr wenige Spaziergänger begegneten mir. Recht bald wurde mir klar, dass der Grund dafür der höllische, stetig vorbei brausende Autoverkehr war. Zwar war der Blick über den See und zu den umliegenden Bergen wirklich schön, aber der Lärm störte mich doch sehr. Die Abzweigung bei Fischhausen, wo sich der Schlierseerundweg von der Bundesstraße entfernt, konnte ich kaum erwarten. Scheinbar erging es nicht nur mir so. Am Wegesrand las ich auf einem großen Schild den Mutmacherspruch „Ostufer coming soon“!

Am Ufer in Fischhausen ließ ich mich erleichtert auf einer Bank nieder, um Brotzeit zu machen. Kaum hatte ich meinen heißen Tee eingeschenkt, da kam eine rotgetigerte Katze auf mich zugelaufen. Erfreut zückte ich meine Kamera, um das hübsche Tier abzulichten. Erst spät bemerkte ich, dass die Katze mir sehr nahe gekommen war. Mit einem Satz sprang sie auf die Bank, stolzierte elegant um den Becher mit dem Heißgetränk herum und legte sich auf meinen Schoß. Tiere schaue ich mir sehr gerne an, aber berühren mag ich sie eigentlich nicht. Außerdem wollte ich gerade essen und mir nicht die Hände dreckig machen. Nachdem die Katze auf meine „Geh weg“ und „Hau ab“ Rufe nicht reagiert hatte, drückte ich sie vorsichtig mit dem Ellbogen herunter. Nun erwartete ich, dass das wahrscheinlich hungrige Tier die nächste Bank mit Spaziergängern aufsuchen würde, aber sie lief vorbei. Einen sehr zutraulichen Hund hatte ich schon bei meiner Brotzeit in den Dachauer Amperauen erlebt. Sollte es etwa an meinem nach Zitronen duftenden Tee liegen ? Und welches Biest würde mich bei meiner nächsten Corona-Tee-Pause anfallen ?

Ein paar Meter weiter kam ich zu einem Bauernhof, wo ich auch die freche Katze wieder sah. Aber die Stars standen vor dem Stall: eine bunt gescheckte Schafsherde mit kleinen Lämmern, die von vielen Spaziergängern bewundert und fotografiert wurde. Da konnte ich natürlich auch nicht widerstehen !

Am Ostufer ging es recht lebhaft zu. Außer einem gelegentlich vorbei fahrenden Zug war kein Verkehrslärm zu hören, so dass es sich bei schönen Blicken auf den See angenehm gehen ließ. Allerdings waren auch viele Gruppen unterwegs, die den Mindestabstand nicht einhielten, so dass ich immer wieder ausweichen musste. Wie im heimischen Wald konnte ich mich nicht richtig entspannen.

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Der Rest des Weges verlief praktisch ohne Steigungen und war schnell zurückgelegt. Nach etwa zweieinhalb Stunden kam ich wieder im Ort Schliersee an.

Auf dem Heimweg fuhr ich am Café Winklstüberl in Fischbachau vorbei. Dort standen schon so viele Leute an, dass ich überlegte, ob ich auf den zu Recht berühmten, köstlichen Kuchen verzichten sollte. Bald entdeckte ich, dass es an den Schaltern für Speisen zum Mitnehmen mehrere Schlangen gab und dass an der Kuchen-Ausgabe nur wenige Leute warteten. Zusammen mit einem wunderbaren Cappuccino genoß ich ein riesiges Stück Schokoladensahne auf einem Mäuerchen in einer abgelegenen Ecke der riesigen Caféterrasse. Natürlich unter Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften ! Ein bisschen wehmütig dachte ich an die Kaffeepause nach meiner Wanderung zur Kesselalm auf der damals wieder geöffneten Terrasse im Mai 2020. Gut gesättigt und recht zufrieden trat ich die Heimfahrt an.

Fazit:
Die Gegend hat mir gut gefallen. Bei der nächsten Wanderung würde ich aber das verkehrsgeplagte Ostufer des Schliersees auf dem Höhenweg über Oberleiten und die Ruine Hohenwaldeck umgehen. Von oben soll man auch ein schöne Sicht auf den Schliersee haben. Der Weg verlängert sich dadurch auf angenehme 9,2 Km (270 Hm, Gehzeit 3 Stunden).

Auf meiner umständehalber nicht sehr umfangreichenen Bucketlist mit Reisezielen im Jahr 2021 habe ich mir vorgenommen, um fünf (bayerische) Seen zu wandern. Einen See habe ich nun geschafft. Mal sehen, vielleicht geht doch noch mehr, was dieses Ziel betrifft und überhaupt …

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Kleine Runde durch Alt-Bogenhausen Small Tour through Alt-Bogenhausen

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Nach meinem Umzug nach München vor über 30 Jahren hatte ich mir einige Sehenswürdigkeiten angeschaut, aber seitdem nur noch regelmäßig die Museen besucht. Für München hatte ich relativ wenig Freizeit übrig, galt es doch zunächst Städte wie Tokyo, Hanoi, Delhi, Buenos Aires etc. zu erkunden. Aber was tut man nicht alles in Corona Zeiten. Warum nicht einmal in der Heimatstadt Touristin spielen? Bis vor kurzem waren in München alle Sehenswürdigkeiten geschlossen, so dass mir nur Besichtigungen an der frischen Luft blieben.

München zählt zu den Hochburgen des Jugendstils. Die meisten Gebäude befinden sich im Stadtviertel Schwabing. Aber auch im Nobelvorort Alt-Bogenhausen stehen prächtige Jugendstilhäuser und Gründerzeitvillen.

Bogenhausen war um die Wende zum 20. Jahrhundert eines der Münchner Künstlerviertel und Wohnort der Bohème. Im größtenteils von Bombenzerstörung verschonten Stadtteil kann man schön flanieren und dabei auch die Villen der Prominenten bestaunen. Jérome Boateng und Manuel Neuer haben dort gewohnt und am Shakespeareplatz soll angeblich Boris Becker residiert haben. Dementsprechend bewegen sich im Viertel die Immobilienpreise auf höchstem Niveau. Kürzlich wurde auf dem Immobilienmarkt eine Villa in Bogenhausen für schlappe 38 Mio. Euro angeboten.

Zunächst entschied ich mich für das nähergelegene Bogenhausen, auch weil ich mir die zahlreichen Jugendstilbauwerke in Schwabing in Ruhe anschauen und zwischendurch eine Pause in einem gemütlichen Café (derzeit alle geschlossen) einlegen wollte.

Als Erstes spazierte ich zum Friedensengel am Isarufer. Die goldene Statue steht auf einer hohen kannelierten Säule. Die Anlage von 1899 ist ein Denkmal für 25 Jahre Frieden nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Der Engel ist eine Nachbildung der Nike des Paionios, und steht damit auch für den militärischen Sieg.

Dann ging ich durch die Maria-Theresia-Straße und bewunderte Bauten der Gründerzeit, darunter das Gebäude des russischen Konsulats und die Monacensia, das einstige Wohnhaus des Bildhauers Adolf von Hildebrand. Die Monacensia beherbergt heute das Literaturarchiv der Stadt München sowie eine Präsenzbibliothek zur Münchner Geschichte (Öffnungen der Bibliotheken mit coronabedingten Maßgaben ab 8.3.2021 möglich). Schließlich kam ich zur Bechtolsheim-Villa (Maria-Theresia-Str.22) , die vom Architekten Martin Dülfer von 1896 bis 1898 erbaut wurde, und eine der ältesten, erhaltenen Jugendstilbauten Deutschlands ist.

Ganz wunderbar fand ich, dass die Bäume noch kahl waren. So konnte ich die Gebäude gebührend bestaunen und fotografieren. Nicht einfach war aber das Fotografieren in den engeren Straßen, weil ich mich dort nicht weit genug vom Motiv entfernen konnte, um stürzende Linien zu vermeiden.

Sodann schlenderte ich durch die angrenzenden Straßen. Vor allem in der Holbein- und in der Possartstraße bewunderte ich bei schönstem Sonnenschein sowohl mosaik- und stuckverzierte Jugendstilwohnhäuser als auch hochherrschaftliche Gründerzeitvillen.

Schließlich spazierte ich zum Prinzregentenplatz und bewunderte ein überaus schön verziertes Jugendstilhaus in der nahen Lucile-Grahn-Straße.

Vorbei am bekanntesten Jugendstilgebäude in Bogenhausen, dem  Prinzregententheater, ging ich zur U-Bahn Station, um nach Hause zurück zu fahren.

There will be silence without art.

Fazit:
Alt-Bogenhausen ist sehr sehenswert. Es gibt noch weitere Gebäude zu entdecken. Auch der Bogenhausener Friedhof mit den Gräbern vieler Prominenter, u.a. dem Autor Erich Kästner, den Filmemachern Rainer Werner Fassbinder und Bernd Eichinger sowie dem Schauspieler Walter Sedlmayr wäre einen Besuch wert. Im Lockdown wirkte die Gegend nur wenig belebt. Auf den Straßen waren kaum Leute unterwegs. Aber die Spielplätze waren gut besucht. Auch bei Familien scheint das Viertel beliebt zu sein. Bei einem weiteren Besuch würde ich mich in ein Restaurant oder ein Café setzen, um die Bewohner des Nobelviertels zu beobachten.

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