Schleißheimer Schlossrunde Around the Schleißheim Palaces

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Schon lange wollte ich mir die Schlossanlage in Oberschleißheim anschauen. Sie ist nicht so bekannt wie das Nymphenburger Schloss, das zum Pflichtprogramm der Touristen in München zählt(e), aber vergleichbar prächtig.

Die Schlossanlage Schleißheim liegt am nördlichen Stadtrand von München. Es handelt sich um drei einzelne Schlossbauten des 17. und 18. Jahrhunderts, die durch eine großzügige Gartenanlage miteinander verbunden sind. Das Areal umfasst das westlich gelegene Alte Schloss Schleißheim, das benachbarte Neue Schloss Schleißheim und das am Ostende des Parks gelegene Schloss Lustheim. Das Gebäudeensemble wurde von den bayerischen Kurfürsten als Sommerresidenz und Jagdschloss errichtet.

Schleißheim gehört neben Schloss Nymphenburg zu den größten Residenzen im Münchner Raum und wird zu den bedeutendsten Barockanlagen Deutschlands gezählt.
Quelle Wikipedia

Als das Wetter in der Mitte der letzten Woche besser wurde, fuhr ich an einem Nachmittag nach Oberschleißheim. Besichtigen konnte ich nur den Schlossgarten, weil die Schlösser wegen Corona geschlosssen waren. Außerdem wollte ich durch die südlich gelegene Umgebung spazieren. Ganz sicher war ich mir aber nicht. Es würde u.a. durch eine Heidelandschaft gehen und am nächsten Tag hatten wir wieder eine Fahrt nach Bad Gögging geplant, wo ich in einer ähnlichen Landschaft wandern wollte.

Nachdem ich das Auto auf dem fast leeren Parkplatz abgestellt hatte (Tagesticket 1 €) ging ich zunächst durch den Wilhelmshof zum Alten Schloss, das von Maximilian I. 1617 gebaut wurde. Dort nahm ich mir ein Infoblatt der Touristeninformation und entschied mich spontan für die Schleißheimer Schlossrunde, die zum Alten und Neuen Schloss, dann durch den Garten bis zum Schloss Lustheim führt und schließlich in einem großen nach Norden führenden Bogen durch den Berglwald zurück zum Ausgangspunkt.

Durch ein Tor betrat ich den Maximilianshof. Es war leicht bewölkt bei angenehmen Frühlingstemperaturen. Nun sah ich das Neue Schloss, das von Kurfürst Max Emanuel im Jahr 1701 in Auftrag gegeben wurde.

Obwohl alle Schlösser zu waren, nutzten viele Leute das schöne Wetter für einen Hofgartenspaziergang, aber in der weitläufigen Anlage herrschte kein Gedränge und die Einhaltung des Mindestabstandes war kein Problem.

Der Hofgarten befand sich zum Teil noch im winterlichen Zustand. Die Pflanzen musste wieder nachwachsen und die umgebenden Hecken waren kahl oder braun belaubt. Die barocke Gartengestaltung war aber deutlich zu erkennen und schöne bunte Frühlingsbeete waren schon angelegt worden. Auch die Springbrunnen sprudelten wieder. Vom sog. Gartenparterre mit Beeten und Statuen ging es ein paar Stufen hinauf zur Kaskade, dem zentralen Wasserspiel mit drei großen Fontänen. Nachdem ich die Kaskade passiert hatte, sah ich das Schloss Lustheim, schaute aber noch einmal zurück und bewunderte die Gartenfassade des Neuen Schlosses.

Nun lief ich am Mittelkanal entlang, der das Schloss Lustheim mit den anderen Schlossbauten verbindet und knapp einen Kilometer lang ist. Ich befand mich nun im Boskett genannten Teil des Barockgartens. Dieser Kunsthecken-Teil wird durch dichte, in geometrisch exakte Formen geschnittene Hecken gebildet. Die Boskette sind spiegelsymmetrisch um eine Hauptachse des Gartens aufgebaut, die in Oberschleißheim durch den Mittelkanal gebildet wird. So gegliederte Bereiche beinhalten kleine Salons (Gartenzimmer) im Freien, sie wiederholen gewissermaßen den Innenraum des Schlosses in der Außenwelt. Den Bosketten waren unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten zugedacht, so finden sich hier oft Heckentheater, Irrgärten oder offene „Konzertsäle“.
Quelle Wikipedia

Beim meinem Besuch waren die Hecken allerdings noch nicht belaubt, so dass man sich die Wirkung der Anlage nur vorstellen konnte. Auf einen Besuch des südlich des Bosket verlaufenden Landschaftsparks verzichtete ich deswegen.

Nach einem angenehmen Spaziergang erreichte ich das Schloss Lustheim. Natürlich war dieses geschlossen, ebenso wie die beiden daneben stehenden Pavillions. Ich hatte gehofft, dass die im südlichen Pavillion gelegene Renatus Kapelle wie eine Kirche geöeffnet wäre, aber das war leider nicht der Fall. Der Spaziergang durch den Garten mit schönen Wasserspiegelungen von Gebäuden und Bäumen gefiel mir trotzdem sehr. Den Hofgarten verließ ich durch das nördliche Tor.

Wider Erwarten war die „Schleißheimer Schlossrunde“ nicht ausgeschildert, so dass ich ein bißchen suchen musste. Mit Hilfe von Goggle Maps und einer Nachfrage bei freundlichen Einheimischen fand ich den vorgeschlagenen Weg durch den Berglwald. An einem kleinen Bach entlang, der im Sommer, wenn alles grün ist, sicher zauberhaft ist, gelangte ich zum (geschlossenen) Gasthof Bergl. Die Broschüre der Touristeninformation wies dort eine Votivkapelle und einen Kalvarienberg mit drei Kreuzen aus. Das wollte ich mir ansehen, daher ging ich in den neben dem Gasthof gelegenen Garten. Gerade wollte ich den kleinen Hügel mit den Kreuzen „besteigen“, als mich der Eigentümer recht barsch ansprach und mich darauf hinwies, dass ich mich auf Privatgrund befand und seine Erlaubnis zum Betreten nicht eingeholt hatte. Ich wies darauf hin, dass ich wegen der Beschreibung der Touristeninformation geglaubt hatte, dass der Zugang offen stehe, fragte den guten Mann aber bald darauf, ob er einverstanden sei, dass ich das Grundstück betrete, was er mir großzügig gewährte. Er ließ mich auch fotografieren, aber posten möchte ich die Bilder lieber nicht.

Nach einem weiteren Spaziergang durch den Wald führte mich der Weg durch schöne Vorstadtviertel zunächst zum S-Bahnhof und kurz danach war ich wieder beim Schloss angelangt.

7 km, 2 Stunden reine Gehzeit, praktisch keine Höhenunterschiede.

Nun stand wieder meine Kaffeepause an. Bald fand ich ein geöffnetes Café, wo ich mir einen Cappuccino holte und eines der letzten Gebäckstücke ergatterte. Damit ging ich noch einmal in den Schlossgarten, wo ich mich auf eine Bank setzte. Im warmen Nachmittagslicht wirkte das Neue Schloss noch einmal schöner. Sehr zufrieden mit den vielen wunderbaren Eindrücken begab ich mich auf die Heimfahrt.

Fazit:
Im Sommer muss ich unbedingt zurückkehren, wenn im Hofgarten alles grün ist und auch die Schlösser hoffentlich wieder zugänglich sind. Verbinden würde ich den Ausflug gerne mit einem Besuch der Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums. Freuen würde ich mich auch über den Besuch des Schlossbiergartens und eines schönen Gartencafés. Ach ja, …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Flachlandwanderung in Bayern/Flat country hiking in Bavaria

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Der Monat April machte seinem schlechten Ruf alle Ehre. Wie schon im März mussten wir mit häufigen Schnee- und Graupelschauern rechnen, was unsere Situation im Lockdown nicht gerade erleichterte. Für Freitag letzter Woche waren Temperaturen von 8 bis 12 Grad sowie Sonne und Wolken angekündigt. Und es sollte trocken bleiben. In den Alpen würden viel niedrigere Temperaturen herrschen, daher entschied ich mich für eine weitere Wanderung bei Bad Gögging (zu meiner letzten Wanderung im Altmühltal siehe hier). H. nahm mich wieder mit, aber dieses Mal ging ich direkt im Ort los. Ich hatte mich für eine Kombination der zwei Kurzwanderungen Neustadt- und Goldau-Runde entschieden und wollte so etwa zwölf Kilometer zurücklegen.

Ein Blick in den Wandervorschlag verriet mir, dass es sich keineswegs um eine Bergwanderung handeln würde. Die Auen- und Moorlandschaft in der Nähe von Bad Gögging bei der Altmühl und der Donau ist völlig eben. Aber dass die Strecke sich als dermaßen flach erweisen würde, hatte ich mir doch nicht vorgestellt. Winzige Höhenunterschiede konnte ich nur dann zurücklegen, wenn ich den Hochwasserdamm, auf dem die Strecke größtenteils verlief, verließ um mir Etwas anzuschauen.

Aber nun zu meiner Wanderung:
Von Bad Gögging ging ich entlang der Neustadt-Runde auf dem Hochwasserdamm. Die Landschaft zeigte sich fast noch winterlich. Auf den Hopfenfeldern wuchsen noch keine Pflanzen und die Rankhilfen für den Hopfen, die Holzstangen und Drähte, wirkten ausgesprochen kahl. Nur in Flußnähe war zartes Grün auf den Wiesen und den Sträuchern zu sehen.

Nach einem guten Kilometer erreichte ich das Tiergehege am Kögelhaufen, das in einem Auenwaldgebiet liegt. Zwar grasten dort einige Hirsche, den ich mich aber nicht nähern konnte, weil der Zugang als Privatweg ausgewiesen und gesperrt war.

Um es kurz zu sagen, meine Begeisterung für diese Wanderstrecke hielt sich, vor allem zu Beginn, in Grenzen. Um die herbe, fast winterliche Schönheit der Umgebung zu erkennen, musste man sehr genau hinschauen. Mir fehlte auch die Abwechslung durch Waldstücke. Als Radtour konnte ich mir die ebene Strecke eher vorstellen. Schön war dagegen, dass ich auf der gesamten Strecke nur wenigen Personen begegnete. So beschloss ich, die kühle, frische Luft zu genießen und die Wanderung als dringend notwendige Fitnessübung zu betrachten.

Bald erreichte ich die Abzweigung zur Goldau-Runde. Aber vorher legte ich einen Abstecher zur nahegelegenen Donau ein. Diese Donaubrücke hatte ich schon mehrfach mit dem Auto überquert und mir immer wieder vorgenommen, das Ufer zu besuchen. Am Fluss setzte ich mich auf einen angeschwemmten Baumstamm und nahm eine kleine Brotzeit ein. Als die Sonne herauskam, verwandelte sich der Fluss kurz in die vielbesungene, blaue Donau.

Die Goldau-Runde ist nach dem Naturschutzgebiet Goldau benannt. Hier verlaufen großteils verlandete Altarme der Donau in einem naturnahen Sumpfgebiet. Diese Etappe hatte ich mir ein bisschen wilder vorgestellt, aber es lief sich sehr angenehm oben auf dem Dammweg, der auch gute Ausblicke auf die Umgebung bot. Außer mir waren nur einige wenige Spaziergänger unterwegs und überall zwitscherten Vögel. Unterwegs sah ich einen Hasen, der mit großen Sprüngen über die Wiesen floh. Das war wie ein verspätetes Ostergeschenk, auch wenn ich es nicht schaffte, den flinken Meister Lampe zu fotografieren. Kurz danach begegneten mir zwei Rehe, von denen ich eines noch halbwegs ablichteten konnte, bevor die Tiere mit riesigen Sätzen über den Damm sprangen und verschwanden. Zusammen mit den zwei Rehen, die mir während der letzten Wanderung bei Essing begegnet waren, handelte es sich um meinen Rekord an Wildtiersichtungen in Deutschland. Rehe hatte ich nur sehr selten und dann mit großem zeitlichen Abstand gesehen.

Auf einer kleinen Brücke überquerte ich einen Weiher mit Wasservögeln. Danach verließ ich das Naturschutzgebiet und lief in einem Bogen zurück, zunächst nach Neustadt an der Donau.

Im Ort begegneten mir zum ersten Mal an diesem Tag viele Menschen. Am Ende der Goldau-Runde konnte ich aber gleich wieder auf den Rückweg der Neustadt-Runde einbiegen, die mich um die Altstadt herum an den Resten der Alten Stadtmauer entlang führte. Hier sah es schon recht frühlingshaft aus, was ich als sehr wohltuend empfand. Auch die Sonne ließ sich wieder einmal blicken. Normalerweise wäre ich nun einen Kaffee in Neustadt trinken gegangen, aber ich hatte keine Lust, mich ins Zentrum und damit unter Leute zu begeben. So nahm ich nur schnell die Pfarrkirche St. Laurentius auf und ging gleich weiter nach Bad Gögging.

Die letzte Etappe kannte ich von früheren Spaziergängen und Joggingrunden. Sie führt durch eine Moorlandschaft, die im Frühling oft noch unter Wasser steht. So war es auch an diesem Tag. Mir gefiel dieser Abschluss sehr.

12 km, 9 Hm (!), 3,5 Stunden ohne Pausen

Wieder in Bad Gögging begab ich mich unverzüglich zur Eisdiele im Kurzentrum. Zu einem köstlichen Eis schlürfte ich einen rabenschwarzen Espresso. Mit meiner Wanderung war ich schließlich recht zufrieden.

Fazit:
Wenig frequentierte Wanderung, für Moor- und Flußauenliebhaber, mit viel frischer Luft, sehr flach (so stelle ich mir Wandern in der Norddeutschen Tiefebene vor !), gute, mittellange Strecke. Die Wanderung lässt sich um weitere 5 km durch die Badesee-Runde nach Mauern erweitern. Zum Baden sollte man im Sommer besser mit dem Fahrrad fahren, da es nur sehr wenig Schatten gibt.

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Entspanntes Wandern bei Essing Relaxing hike around Essing

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Im März herrschte bei uns tagelang schauriges Aprilwetter mit Schnee- und Graupelschauern. Für Mittwoch letzter Woche wurde endlich wieder Sonnenschein mit Temperaturen bis zu 20℃ angekündigt. Das musste ich zum Wandern nutzen, zumal es über Ostern erneut ungemütlich werden sollte. In den Bergen wollte ich nach der Schlechtwetterperiode lieber nicht wandern. H. nahm mich nach Bad Gögging bei Kehlheim mit. Zu meinem Wanderziel Essing im Altmühltal fuhr ich noch knapp 20 km weiter.

Kaum hatte ich geparkt, da wurde mir klar, dass die im Wanderprospekt (ohne Höhenprofil) angegebenen 253 Höhenmeter auf ein Mal und zwar entlang der steil aufragenden Felsen zu absolvieren waren.

Frohgemut machte ich mich auf den Weg. Durch den lichten Wald schien die Sonne auf den steilen aber trockenen Pfad. Bald musste ich, heftig schnaufend, zwei Lagen Kleidung ablegen. Meine Mühe wurde nach kurzer Zeit durch einen wunderbaren Blick ins Altmühltal mit dem Main-Donau-Kanal belohnt.

Nun folgte ich dem gemächlicher steigenden Weg bis zur Burgruine Randeck. Der Zugang zur Burg aus dem 11. Jahrhundert war, wie zu erwarten, geschlossen. Von ihrem Burgfried soll man eine einmalige Aussicht auf das Altmühltal geniessen können. Auf der sonnigen Bank vor der Burganlage ließ ich mich nieder und verspeiste meine mitgebrachte Brotzeit. Immer wieder kamen andere Wanderer vorbei, aber den Corona Abstand einzuhalten, war kein Problem.

Nach der Burg trennte sich der Rundweg von einer deutlich kürzeren Route und dann war ich alleine auf weiter Flur. Das sollte sich während der nächsten Stunden nicht ändern und war sehr entspannend. Ich genoss die frische, milde Luft und dachte ich eine ganze Zeit lang überhaupt nicht an Corona.

Zunächst kam ich an der idyllisch an einem Weiher (der als „Bartholomä See“ bezeichnet wird) gelegenen Kapelle St. Bartholomä vorbei.

Dann lief ich auf der Jurahochfläche weiter. Nicht verhehlen möchte ich, dass die Landschaft nun kahl und etwas eintönig wirkte. Auch brannte die Märzsonne und die unbelaubten Bäume warfen keinen Schatten. Ein bisschen schade fand ich auch, dass die Gegend noch sehr winterlich aussah. Frühlingsgrüne Knospen konnte ich nur selten ausmachen. Im Wald entdeckte ich aber zahlreiche Leberblümchen. Anderseits lief ich alleine durch Wald und Feld und einmal sprangen sogar zwei Rehe direkt hinter mir über den Weg. Fotografieren konnte ich so schnell leider nicht.

Der Abstieg vom Hochplateau ins Altmühltal verlief glücklicherweise allmählicher. Nur im Naturschutzgebiet Schulerloch war ein kurzes Steilstück zu bewältigen. Der Weg war trocken, fast schon zu trocken für die Jahreszeit. Ich ging vorsichtig hinunter, brauchte aber keine Wanderstöcke. Nun freute ich mich, dass ich mich auf dem Hinweg „verlaufen“ hatte. Im Wandervorschlag wurde die Strecke in umgekehrter Richtung beschrieben. Persönlich laufe ich lieber steil bergauf als bergab. Aber das sehen manche Wanderer vielleicht anders!

Eine weitere Attraktion, die Tropfsteinhöhle Schulerloch, hatte coronabedingt geschlossen. Am Eingang gab es aber einen zauberhaften Blick ins Tal mit Essing im Hintergrund.

Das letzte Stück der Wanderung zog sich. Die Sonne sorgte für eine gehörige Wärme und es waren auch wieder mehr Leute unterwegs, zu denen man Abstand halten musste. Die kleine Treppe auf den letzten Metern bewältigte ich japsend. Kurz danach kam ich wieder auf dem Parkplatz an, wo ich noch letzte Fotos von Kirche und Felswänden aufnahm. Dass ich den auf den Kirchenbesuch verzichtete, war für mich eher untypisch. Wahrscheinlich war ich doch ein bisschen fertig …

11 Km, 253 Hm, 3 Stunden ohne Pausen

Fazit:
Im Altmühltal verbrachte ich einen schönen sonnigen, durchaus fordernden, aber nicht zu anstrengenden Wandertag. Auf der Hochebene ist es sicher schöner, wenn die Vegetation weiter fortgeschritten ist. Wiederkommen würde ich gerne, wenn die Burg Randeck und die Tropfsteinhöhle wieder geöffnet sind. Auch einige schön gelegene Gasthäuser mit Gartenterrassen habe ich unterwegs gesehen…

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Sonnenuntergang am Maximilianeum/ Sunset at the Maximilianeum

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Schon seit längerer Zeit wollte ich den Sonnenuntergang in München beobachten und natürlich fotografieren. Wenn man im flachen Münchner Osten wohnt und wegen Corona nicht weit mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte, ist das nicht so einfach. Schließlich entdeckte ich den Sonnenuntergangsspot am Maximilianeum. Vor zwei Wochen nahm ich abends die U-Bahn , die mich in kurzer Zeit zum Ziel brachte.

Das Maximilianeum wurde 1874 vollendet. Es bildet den Abschluss der Münchner Maximilianstraße (die Münchner Nobeleinkaufsmeile !), mit der sich König Max II. ein städtebauliches Denkmal setzte. Das Maximilianeum ist seit 1949 Sitz des Bayerischen Landtags. Der Bau liegt auf dem östlichen Isar-Hochufer direkt über die Maximiliansbrücke.

Die hohe Terrasse vor dem Maximilianeum ist ein idealer Ort, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Von dort genießt man einen freien Blick nach Westen, u.a. sieht man die Frauenkirche und den Rathausturm auf dem Marienplatz.

Schon als ich das prächtige Gebäude im Abendlicht von unten fotografierte, sah ich dass dieser Sonnenuntergangspunkt kein Geheimtipp war. Etliche Besucher hatte sich schon auf der Brüstung niedergelassen.

Beim Näherkommen erkannte ich, dass sich die, meist jungen, Leute brav mit Corona Mindestabstand hingesetzt hatten. Gerade liefen auch zwei Polizeibeamte vorbei … In der Mitte der Brüstung sah ich einen freien Platz, der etwa zwei Meter breit war. Das reichte nicht, um sich coronakonform dazwischen zu stellen. Kein Problem! Nachdem ich einige Meter zurückgetreten war, konnte ich sehr gut fotografieren.

Allerdings kamen bald zwei junge Männer, die sich direkt vor mich stellten und ihre Smartphones zückten. Nicht nur, dass sie sich viel zu nah an den anderen Besuchern befanden, sie standen mir auch noch im Bild. Als ich mich beschwerte, zogen sie murrend ab.

Nun entwickelte sich der Sonnenuntergang ganz wunderbar. Genauso hatte ich mir das vorgestellt! Der Blick auf die Isar mit der Maximilianbrücke und die Maximilianstraße sowie die Silhouetten der Frauenkirche, des Rathausturms und weiterer Kirchen in der Altstadt war einfach traumhaft.

Auf der Terrasse herrschte eine geradezu andächtige Stimmung. Die Besucher schauten dem Himmelsspektakel zu. Die Paare sprachen nur leise miteinander. Wie schön ! In „normalen“ Zeiten, wenn größere Gruppen anwesend sind, wird das sicher anders ablaufen.

Nach dem Sonnenuntergang ging ich hinunter zur Isar auf die Maximilianbrücke. Dort schaute ich mir den Fluss im Licht der blauen Stunde an und freute mich über den Ausblick auf das beleuchtete Deutsche Museum. Dann fotografierte noch einmal das Maximilianeum und fuhr glücklich nach Hause.

Nun wünsche ich euch ein frohes Osterfest. Habt eine schöne und erholsame Zeit und freut euch auf die Zeit, wenn wir diesen „Schmarr’n“ überstanden haben.

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Wintersonne in Aschau/ Winter sun in Aschau

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Drei lange Corona-Wochen hatten wir richtiges Aprilwetter. Es regnete, schneite, hagelte und graupelte im steten Wechsel. Die Sonne ließ sich nur sporadisch sehen, meistens nur ein paar Minuten lang. Wanderungen in den Bergen waren unmöglich.

Als die WetterApp für letzten Mittwoch den ersten Tag mit durchgehendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von bis zu 14 Grad ℃ vorhersagte, beschloss ich gleich zuzuschlagen . Das ist so auch ein C-Reflex, zumindest bei mir. Man unternimmt etwas sobald wie möglich, weil man fürchtet, dass demnächst die nächste Einschränkung kommt. Ehrlich gesagt, mein Leben als Rentnerin hatte ich mir ganz anders vorgestellt !

Meine Wanderung in den Bergen plante ich sorgfältig. Unser heimischer Wald hatte sich zwischenzeitlich in eine Schlammwüste verwandelt, also konnte ich in den Bergen nicht auf einem Waldweg mit größeren Steigungen gehen. Ich entschied mich für den Kapellenweg in Aschau im Chiemgau, der größtenteils auf kleinen Straßen und befestigten Wegen verläuft.

Als ich mich morgens Aschau näherte, staunte ich nicht schlecht. Rund um den Ort war alles dick verschneit. Die Gegend, die ich viele Jahre lang nicht besucht hatte, gefiel mir aber sofort. Die Berge in der Umgebung , vor allem die den Ort um 1200 Höhenmeter steil überragende Kampenwand (1669 m) , rahmen das obere Priental auf das Schönste ein.

Nachdem ich am Bahnhof geparkt hatte, ging ich zur Katholischen Pfarrkirche, dem Startpunkt des Kapellenwegs. Um es gleich vorweg zu nehmen, es gab dort und auch später keine Ausschilderung der Strecke. Unterwegs sprach ich mehrere Passanten an, darunter auch Einheimische, aber niemand kannte den Kapellenweg. Trotzdem war die Orientierung ziemlich einfach, weil es auf dem Hinweg westlich des Flüßchens Prien entlang ging und auf dem Rückweg am anderen Ufer.

Zunächst ging ich an der Restkapelle vorbei, die 1686 von der Gräfin von Preysing – Hohenaschau für die damals üblichen Feldprozessionen errichtet wurde. Kurz danach sah ich zum ersten Mal das Schloss Hohenaschau, das ich auf dem Rückweg besuchen wollte.

Nach einer weiteren Nachfrage fand ich die Abzweigung zur kleinen Straße, die, zunächst leicht ansteigend, zum Aschauer Ortsteil Bach führt. Auf dem Scheitelpunkt liegt die Felsenkapelle „Auf der Kette“. Die Kapelle in einer Felsnische ließ Baron Fidler von Isarborn 1913 errichten. Sie liegt sehr idyllisch über der Prien -Klamm. Laut Wanderbeschreibung sollte man dort steil hinab steigen („Kinder sollte man hier an die Hand nehmen“) . Diese Strecke war aber nicht zu erkennen. Sie lag wahrscheinlich unter der Schneedecke verborgen. Ich folgte der Straße („Rollstuhlfahrern empfehlen wir den Teerweg zu nehmen …“) und erreichte bald Bach.

Quelle Kapellen: https://www.chiemsee-alpenland.de/entdecken/tourenportal/wandern-auf-dem-aschauer-kapellenweg-rundweg-2-von-der-pfarrkirche-in-richtung-sueden-und-zurueck-9a4b40ebfb

Quelle Wanderbeschreibung: Touristeninformation Aschau

Nachdem ich die Prien überquert hatte, entdecke ich den Rückweg nach Aschau, der nun in den Wald führte und noch tief verschneit war. Einen Augenblick überlegte ich, ob ich auf der Straße umkehren sollte, aber dann zog ich meine Wanderstöcke aus und taste mich voran. Zunächst verlief der Weg leicht bergab. Bei jedem Schritt versank mein Wanderstock tief im Schnee und das Ganze war mir nicht geheuer. Andererseits herrschte in dem verwunschenen Winterwald eine wunderbare Stille, die nur gelegentlich von Vogelgezwischter unterbrochen wurde. Weit und breit war kein Wanderer zu sehen, was mir ungeheuer gut tat. Als es auf der Ebene weiterging fühlte ich mich wohl. Gerne hätte ich dort eine Pause eingelegt, aber die Bänke waren richtiggehend eingeschneit.

Hinter dem Wald begann wieder eine kleine, nicht befahrene Straße. Sofort eröffneten sich fantastische Ausblicke auf das hochgelegene Schloss Hohenaschau. Nun genoss ich den wohltuenden Sonnenschein und die angenehmen Temperaturen.

Bei einer Abzweigung fragte ich eine Spaziergängerin nach der Abzweigung zum Schloss. Sie antwortete mir mit deutlichem Ruhrpottakzent. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte mir, dass sie in Aschau wohnt. Es hatte wochenlang immer wieder geschneit, zuletzt noch am Vortag. Tagelang hatte man überhaupt keine Aussicht. Sie war sehr froh über das schöne Wetter und die Möglichkeit wieder nach Draußen zu gehen. Das tat sie aber nur in der Woche, weil am Wochenende alle Wege durch Ausflügler überlaufen seien.

In der Pandemie könne man in Aschau kaum etwas unternehmen. Einen Termin zum Einkaufen in einem Geschäft zu vereinbaren und dann nur zu einem kleinen Laden Zutritt zu erhalten, lohne sich nicht. Zur Arbeit könne sie zu Fuß gehen ohne öffentlichen Verkehrsmittel benutzen zu müssen, aber in ihrer Arbeitsstelle trage sie die ganze Zeit Maske, was sie notwendig aber doch belastend fand.

Wir verabschiedeten uns mit „Bleiben Sie gesund !“ und „Passen Sie auf sich auf !“.

Zum Schloss ging es zum ersten und einzigen Mal kurz steil bergauf.

Das Schloss Hohenaschau liegt im Ortsteil Hohenaschau auf einem etwa 50 Meter hohen Felsrücken. Über etwa sieben Jahrhunderte war es Sitz bedeutender adliger Dynastien und Zentrum der Herrschaft Hohenaschau. Die letzten Drittel des 12. Jahrhunderts entstandene mittelalterliche Ringburg verlor im 18. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung und verfiel.

Mitte des 19. Jahrhunderts wechselte die Anlage mehrfach den Besitzer und wurde schließlich vom Industriellen Theodor Freiherr von Cramer-Klett erworben und von seinem Sohn zum Schloss umgestaltet. Heute befindet sich das Schloss im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und wird als Ferien- und Erholungsheim genutzt.
Quelle Wikipedia

Wie zu erwarten war das Gebäude nicht geöffnet, auch der Zugang zur Schlosskapelle war nicht möglich. Der Blick auf die Burg mit der weiß verschneiten Kampenwand im Hintergrund gefiel mir aber ausnehmend gut.

Ich setzte mich auf eine Bank unterhalb des Schlosses und gönnte mir einen kleinen Snack. Als ich meinen heißen Tee einschenkte, schaute ich mich vorsichtig um, konnte aber kein Tier entdecken. (Wenn ihr wissen wollt, was es damit auf sich hat, schaut doch hier oder dort). Alles blieb friedlich und ich konnte meine Pause in der Bergwelt bei strahlendem Sonnenschein genießen.


Auf dem Rückweg nach Aschau verpasste ich die weiteren Kapellen, was wohl damit zusammen hing, dass ich nicht der Straße nach Aschau ging, sondern einem Weg durch den Kurpark folgte. Richtig dramatisch fand ich das nicht, weil es sich dort entspannt flanieren ließ. Nun entdeckte ich, dass Aschau sich „Bankerldorf“ nennt, wie ihr an den folgenden Beispielen sehen könnt. Der Aufforderung auf dem „Fuchslugerbach Bankerl“ wird man wohl erst nach der Pandemie wieder folgen können …

Übersetzt: Setz dich her, dann sind wir mehr Leute.

Als ich wieder an der Pfarrkirche ankam, fotografierte ich noch einmal die Kirche und die Residenz, das bekannte Gourmet Lokal und Fünfsterne Hotel von Heinz Winkler. Bald erreichte ich den Bahnhof und fuhr mit vielen schönen Eindrücken und dem Wunsch, im Sommer wieder zu kommen nach Hause.

7,5 km, 166 Hm, 2,5 Stunden ohne Pause

Fazit:
Der Kapellenweg bietet auf kurzer, fast durchgehend aspaltierte Strecke und praktisch ohne Steigungen wunderbare Landschaftsbilder und ist daher sehr gut als Winterwanderweg geeignet. Er ist allerdings überhaupt nicht ausgeschildert, was sicher leicht zu ändern wäre.

Auf dem Heimweg hörte ich im Radio, dass der gerade erst von der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin beschlossene Osterlockdown schon wieder zurückgenommen wurde. Begründet wurde das damit, dass die praktische Umsetzung so kurzfristig nicht möglich sei.
Wie bitte ???

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Fotoprojekt/Photo project „ABC – F“

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Wortman hostet in diesem Jahr das Fotoprojekt „ABC“. Er schreibt:

Worum geht es beim Projekt ABC?
Das Alphabet wird Buchstabe für Buchstabe fotografisch dargestellt. Das heißt, Woche 1 beginnt mit „A wie …“ (Apfel, Affe, Ahornbaum – eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt) und endet mit Woche 26 und „Z wie …“ (Zaun, Zug etc). Dieses Mal bleiben Ü, Ö, Ä außen vor, weil es sonst nicht hinkommt mit dem Wechsel von Aequitas und mir.
Falls ihr mehrere Ideen zu einem Buchstaben habt, ist das natürlich kein Problem. Und falls euch mal gar nichts einfällt – auch nicht schlimm…“

Nun ist der Buchstabe F des Projekts ABC aufgerufen. Ich danke Wortman für seine Initiative und beteilige mich wieder gerne mit Fotos aus unserem Sommerurlaub 2020 im bayerischen Fichtelgebirge. Ohne Corona wäre ich da wahrscheinlich nicht so bald hingefahren. Von der Schönheit der Landschaft war ich dann sehr angenehm überrascht. Am besten gefielen mir die Felsformationen, die den Wald oft wie eine Märchenlandschaft aussehen ließen.

Hier also einige Felsen im Fichtelgebirgswald

und zum Schluss noch die namensgebenden Fichten des Fichtelgebirges.

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Which Way Photo Challenge – March 12 2021

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Last summer, I actually wanted to continue on the Way of St. James in Switzerland. Because of Covid-19, I didn’t dare. Instead, our shorter and longer day hikes started right on our doorstep, and we felt like the pilgrims in former times.

Please click to enlarge the photos !

This is for San’s Photo Challenge.

Always looking forward to your feedback.

Fotoprojekt „Wöchentliche Fotochallenge“/“Weekly Fotochallenge #08

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Nun fordert Roland von Royusch-Unterwegs uns in seiner wöchentlichen Fotochallenge auf, Fotos zum Thema „leer“ zu posten. Wieder beteilige ich mich gerne und danke Roland für seinen unermüdlichen, tollen Einsatz.

Mariaberg bei Kempten, Allgäu, Bayern

Nein, das ist kein Bild von einem pandemiebedingt geschlossenen Wirtshausgarten ! Das Foto habe ich im Oktober 2019 bei Kempten im Allgäu aufgenommen, als ich im strömendem Regen mit dem Rucksack auf dem Jakobsweg pilgerte. Im Unterschied zu den gegenwärtigen Verhältnissen konnte ich aber dann in die gemütliche Wirtsstube eintreten und mich bei heißem Tee und Apfelkücherl erholen. Aber statt mich darüber zu freuen, wie ich es heutzutage tun würde, starrte ich nur mißmutig nach draußen und hoffte, dass es bald aufhören würde zu regnen. Was aber nicht der Fall war! Ziemlich durchnässt erreichte ich am Nachmittag meine Unterkunft auf dem Bauernhof. Dort wurde ich sehr freundlich und mit selbstgebackenem Apfelkuchen empfangen. In meinem warmen Bauernstubenzimmer konnte ich meine Klamotten trocknen und es mir gemütlich machen.

Schade, dass ich es damals nicht zu schätzen wußte, wie gut es mir trotz Dauerregens auf diesem Teil der Jakobswegs ging. Das soll mir nie wieder passieren ….

Über eurer Feedback freue ich mich immer sehr.