Ferien in der Fränkischen Schweiz/Holidays in Franconian Switzerland (4)

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Nach unserer etwas längeren Tour am Vortag ( s. hier ) planten wir eine kürzere Wanderung rund um den Ort Waischenfeld. Unterwegs wollten wir uns die Sophienhöhle mit ihren schönen Tropfsteinformationen anschauen. Auf der Homepage wurde empfohlen, möglichst online vorzubuchen, da wegen Corona nur 15 Personen an den obligatorischen Führungen teilnehmen durften. Wir wussten aber nicht, wann wir den Ort zu Fuß erreichen würden. Ich dachte mir, dass wir einfach an der Kasse nachfragen könnten, ob und wann es noch Plätze gab.

Nachdem wir in Waischenfeld geparkt hatten gingen wir an der Wisent entlang. Unser Weg verlief nun bis zum Hotel Pulvermühle als „Literaturweg Gruppe 47“ mit interessanten Informationsstelen.

1967 beherbergte die Pulvermühle die Gruppe 47 bei ihrem letzten regulären Treffen. Als Gruppe 47 werden die Teilnehmer an den deutschsprachigen Schriftstellertreffen bezeichnet, zu denen Hans Werner Richter von 1947 bis 1967 einlud. Die Treffen dienten der gegenseitigen Kritik der vorgelesenen Texte und der Förderung junger, noch unbekannter Autoren. Der in demokratischer Abstimmung ermittelte „Preis der Gruppe 47“ erwies sich für viele Ausgezeichnete als Beginn ihrer literarischen Karriere. Beispielhaft erwähnt seien die folgenden Gruppenmitglieder: Ingeborg Bachmann, Tankred Dorst, Hans Magnus Enzensbeger und die späteren Träger des Literaturnobelpreises Heinrich Böll und Günter Grass.
Quelle: Wikikpedia

Nachdem wir das unscheinbar aussehende Hotel Pulvermühle passiert hatten, liefen wir durch ein Wäldchen und gelangten dann in eine Gegend, wo sich blühende Wiesen bis zum Horizont zu erstrecken schienen.

Am späten Vormittag erreichten wir die Burg Rabenstein. Im Biergarten wollten wir noch nicht einkehren. Es war uns zu früh, außerdem hatte sich der Himmel zugezogen, so dass Regen drohte. An der Biergartenkasse erfuhr ich, dass man das Ticket für die Höhle nur direkt am Eingang kaufen konnte. Zur Burg und dann zur Höhle führte ein schöner, mäßig steiler Waldweg. Auf den Hinweisschildern erfuhren wir, dass wir etwa eine halbe Stunde bis zur Sophienhöhle brauchen würden. Wir eilten an der Burg vorbei, nachdem wir von einem Passanten erfahren hatten, dass die übernächste Führung um 15 Uhr durch eine Gruppe ausgebucht war.

Vor dem Höhleneingang warteten wir fast eine Stunde. Da wir ziemlich weit vorne in der Schlange standen, hoffte ich, dass wir hinein kommen würden. Erst ganz kurz vor Beginn der Führung kam eine Dame zum Eingang um zu verkünden, dass es nur noch fünf freie Plätze gebe. Wir durften also nicht hinein, was sich aber zwei Tage später, als wir die Höhle besuchen konnten, als großes Glück herausstellen sollte.

Wutentbrannt wegen der gewöhnungsbedürftigen Organisation stürmte ich weiter auf dem Weg zum Aussichtspunkt Schweinsberg. Dort war die Sicht auf die Burg Rabeneck ziemlich getrübt, da es inzwischen angefangen hatte zu regnen.

Unter dem Regenschirm ging es nun zurück nach Waischenfeld. Wir kamen in eine landwirtschaftlich geprägte Gegend mit großen Feldern und einigen Bauernhöfen. Vielleicht lag es an meinem Frust über das „Höhlenerlebnis“ oder einfach am Wetter, jedenfalls fand ich diesen Teil der Wanderung ziemlich öde.

Wir waren froh als wir wieder in Waischenfeld ankamen. Unsere Hoffnung, dort ein kühles Getränk oder gar einen Snack in einem Gasthaus zu bekommen, erfüllte sich allerdings nicht. Kurz vor 14 Uhr waren alle Restaurants geschlossen.

Fazit:
10 km, ca. 130 Hm Auf- und Abstieg, 3 Stunden ohne Pausen
Nicht unser schönster Wandertag ! Der Hinweg von Waischenfeld zur Burg Rabenstein/Sophienhöhle war abwechselungsreich, der relativ lange Rückweg über Hannberg dagegen ziemlich unspektakulär. Auf beiden Wegteilen wenig Schatten. Lieber eine andere Tour zur Höhle und der Burg wählen (Höhlenführung online vorbuchen!) oder, wie wir zwei Tage später, direkt dorthin fahren und danach evtl. in der Nähe wandern.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Ferien in der Fränkischen Schweiz/Holidays in Franconian Switzerland (3)

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Nachdem es am Vortag stundenlang geregnet hatte (s. hier) , lachte die Sonne, als wir am Morgen aufbrachen.

Wir fuhren nach Pottenstein und parkten unterhalb der Burg Pottenstein. Dann gingen wir durch den Ort zum Start unseres Wanderwegs durch das Püttlachtal.

Zunächst blieben wir in dem idyllischen Tal, wanderten immer am plätschernden Flüsschen Püttlach entlang, und sahen auch steile und überkragende Kletterfelsen.

Auf einem Schotterweg entfernten wir uns von der Püttlach und zweigten dann auf einen steil bergauf führenden wurzeligen Pfad zur Burgruine Hollenberg ab. Vor dem Besuch der Burg verbrachten wir die Mittagspause auf dem Rastplatz beim Kiosk. Der Verkauf findet zwar nur am Wochenende statt, aber der Pickplatz mit gemütlichen Holztischen und -bänken stand uns zur Verfügung. Zu unseren mitgebrachten Snacks konnten wir uns sogar gekühlte Getränke aus dem Automaten ziehen. Was für ein toller Service !

Zur Ruine ging es danach nur noch kurz aber knackig bergauf.

Die Burgruine Hollenberg war eine spätmittelalterliche Amtsburg, die vermutlich Kaiser Karl IV. errichten ließ. Sie liegt auf einer Bergkuppe über dem Weiler Hollenberg in der Gemeinde Pegnitz im oberfränkischen Landkreis Bayreuth in Bayern, Deutschland. Wahrscheinlich wurde sie im Bauernkrieg 1525 zerstört.Von der Burg haben sich einige Gebäudereste und Bodenspuren erhalten.
Quelle Wikipedia

Tatsächlich gab es vom Burggebäude nur noch wenig zu sehen, aber das Landschaftspanorama war spektakulär und die Atmosphäre auf dem Plateau mit den riesigen Bäumen wirkte sehr stimmungsvoll.

Panoramafoto bitte anklicken!

Wir stiegen dann steil herunter, wobei wir die nur über ein steiles und wurzeliges Pfädchen zugängliche, Zwergenhöhle links liegenließen. Aber ein Foto musste doch sein!

Sodann landeten wir auf einem Schotterweg. Von da an veranstalteten wir ein Suchspiel. Der Weg war nun nicht mehr durchgehend ausgeschildert, die Wegzeichen wechselten mehrmals und waren zum Teil schwer zu finden. Schließlich fanden wir dank der guten Beschreibung im Wanderführer das Brandtal mit seiner friedlichen saftig grünen Wald- und Wiesenlandschaft.

Aus dem schönen Tal führte ein steiler Pfad hinauf in Richtung Elbersberger Kapelle. Dann folgte eine lange Strecke auf einem Schotterweg , der an großen Feldern entlang führte und wenig Schatten bot. Immerhin befanden wir uns nun laut Wanderführer „auf einem aussichtsreichen Bergrücken“.

Panoramafoto bitte anklicken!

Den Aussichtsturm „Pottensteiner Himmelsleiter“, an dem wir dann vorbeikamen, mochten wir nicht mehr besteigen. Wir dachten aber, dass wir von der Burg Pottenstein, die am Weg lag, einen ebenso guten Ausblick haben würden. Tatsächlich ging es nach dem Turm noch ein längeres Stück bergab, so dass uns wohl ein schöner Weitblick entgangen war.

Als wir schließlich an der Burg Pottenstein ankamen, waren wir schon ziemlich matt. Über eine lange Holztreppe schleppten wir uns zum Eingang. Oben angelangt schauten wir uns vor allem den Ausblick ins Tal und den wunderschönen Ort Pottenstein an.

Die Burg Pottenstein ist eine der ältesten Burgen der Fränkischen Schweiz und beherbergt ein Burgmuseum. Sie erhebt sich auf einem Felsen über der gleichnamigen Stadt Pottenstein im oberfränkischen Landkreis Bayreuth in Bayern. Die Gründung der Burg Pottenstein soll zwischen den Jahren 1057 und 1070 erfolgt sein.
Quelle: Wikipedia

Schließlich ging es nur noch ein kurzes Stück bergab und direkt zurück zu unserem Parkplatz.

Fazit:
15,4 km, 250 m Höhenunterschied, ca. 5 Stunden (ohne Pausen).
Längere, aber leichte und sehr abwechselungsreiche Rundwanderung durch eine idyllische Landschaft. Ein Höhepunkt ist die Burgruine Hollenberg, sehr schöner Rastplatz unterhalb der Burg, Rückweg zum Teil schwer zu finden, gute Wegbeschreibung oder Karte mitnehmen. Der Aussichtsturm „Pottensteiner Himmelsleiter“ sollte eine Besteigung wert sein. Die Burg Pottenstein liegt am Weg. Ein Besuch lohnt sich vor allem wegen der schönen Aussicht.

Ferien in der Fränkischen Schweiz/Holidays in Franconian Switzerland (2)

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Zuletzt hatte ich von meinem ersten Tag auf dem Schweizer Jakobsweg berichtet (s. hier), nun geht es weiter mit unserem Wanderurlaub in der Fränkischen Schweiz im Juli (Post zur ersten Wanderung siehe hier).

Am zweiten Ferientag fuhren wir von unserer Unterkunft in Obertrubach nach Gößweinstein. Dort besichtigten wir die Wallfahrtskirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit.

Seit dem Mittelalter ist Gößweinstein ein bedeutendes Pilgerzentrum. Die heutige barocke Wallfahrtskirche entstand nach Plänen des großen fränkischen Barockbaumeisters Balthasar Neumann ab dem Jahr 1730.
Quelle: https://www.fraenkische-schweiz.com/de/detail/remoteid=55245ee8975a5b90ddbd6ab7

Von der Kirche war es nicht weit bis zur Burg Gößweinstein, die auf eine mittelalterliche Burganlage zurückgeht. Ende des 19. Jahrhunderts entstand die heutige neugotische Form des Gebäudes.
Quelle: Informationstafel am Aufgang zur Burg

Besonders gut gefiel uns die Aussicht ins Grüne von der hinteren Aussichtsterasse (Panoramabild bitte anklicken), der interessant gestaltete Garten und der Blick auf Gößweinstein. Bei einem kühlen Getränk auf der Terrasse des Burgrestaurants schlossen wir unser Besichtigungsprogramm ab.

Nun sollte unsere Wanderung beginnen. Als wir um 11 Uhr in Gößweinstein starteten, begann es zu tröpfeln. Wir gingen recht zügig durch den Ort. Im Wald angekommen waren wir zunächst vor dem Regen geschützt. Es dauerte allerdings nicht lange, bis wir Schirm bzw. Regenjacke brauchten. Trotzdem gefiel es uns inmitten der frischen grünen Vegetation, zwischen der auch wieder die für die Fränkische Schweiz typischen Dolomitfelsen auftauchten, zunächst sehr gut.

Ziemlich enttäuschend verlief unser Besuch im bekannten Felsendorf Tüchersfeld. Dort überragen bizarre Felsen das fränkische Dörfchen und die Fachwerkhäuser scheinen regelrecht zwischen den Steinen zu stehen. Der Regen war stärker geworden und die Sicht hatte sich verschlechtert. Nicht nur fototechnisch war das sehr schade. Bei diesem Wetter verzichteten wir darauf, auf dem steilen Treppensteig auf den Fahnenstein, einen der höchsten Felsen, zu wandern. Außerdem waren alle Gasthäuser an diesem Montag wegen Ruhetags geschlossen. In der Nähe der vielbefahrenen Bundesstraße B 470 fanden wir schließlich einen Unterstand, wo wir eine paar Nüsse und Obst mit lauwarmen Wasser zu uns nahmen und hinaus in den Regen starrten.

Unsere Wanderroute führte uns danach wieder in den Wald. Nach einer Viertelstunde standen wir an einem Campingplatz. In den Innenräumen des Kiosks tranken wir Kaffee und warteten darauf, dass der Regen aufhörte, was tatsächlich ziemlich bald geschah. H.’s WetterApp hatte mäßigen Regen von 12 bis 14 Uhr vorausgesagt, tatsächlich regnete es, zum Teil stärker, von 11 Uhr bis 15 Uhr.

Als wir weiter in Richtung Hühnerloh gingen, begann ein längerer Aufstieg . Nun schien die Sonne und nach dem Regen war es unangenehm feuchtwarm. Daher beschlossen wir unsere 13-km-Strecke abzukürzen und einige Auf- und Abstiege einzusparen.

In Hühnerloh bogen wir von unserem Wanderweg ab und ließen den weit nach Süden gehenden Bogen des Rückwegs weg. Vielmehr nahmen wir den Marienweg und den Jakobsweg „Fränkische Schweiz“, der uns direkt nach Gößweinstein zurückführen würde. Zuerst war ich ganz begeistert von der Aussicht, wieder auf einem Jakobsweg zu wandern. Leider handelte es sich um einen allzu typischen Pilgerweg, schattenlos und größtenteils asphaltiert. Schön war es dagegen, durch die landwirtschaftlich geprägte Gegend und die kleinen Dörfer zu laufen.

Bevor wir wieder auf unserem Parkplatz in der Nähe der Basilika ankamen, mussten wir noch einen recht langen Anstieg an der Hauptstraße entlang bewältigen. Zurück in Obertrubach stärkten wir uns wieder mit leckerem Kuchen und Kaffee.

Fazit
10 km, 3 Stunden, etwa 200 Hm Aufstieg und Abstieg
Sehr schöne und abwechselungsreiche Wanderung, die man unbedingt bei gutem Wetter unternehmen sollte. Für die Besichtigungen in Gößweinstein und Tüchersfeld (wenn möglich den Steig auf den Fahnenstein-Felsen gehen) muss zusätzliche Zeit eingeplant werden.

PS:
Wer meinen letzten Beitrag vom Jakobsweg und den heutigen Post aus der Fränkischen Schweiz gelesen hat, meint vielleicht, dass es bei meinen Wanderungen immer nur geregnet hat, aber so war es keineswegs. Lasst euch überraschen …

Über euer Feedback freue ich immer sehr.

Ferien in der Fränkischen Schweiz/Holiday in Franconian Switzerland (1)

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Endlich war es wieder soweit! Ein weiteres Mal verbrachten wir Ferien in Bayern. Nachdem wir im letzten Sommer ins Fichtelgebirge ( siehe z.B. hier) gefahren waren, wollten wir dieses Mal noch kürzer anreisen. Wir fuhren also in die Fränkische Schweiz, wo wir einen Wanderurlaub von einer Woche verbringen wollten.

Die nahen Ziele aufzusuchen, bietet sich in der momentanen Situation an. Ich muss gestehen, dass mir so etwas vor Corona nicht im Traum eingefallen wäre. Ein Reise innerhalb Bayerns hätte mich, wenn überhaupt, in die Alpen geführt. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass in diesem Jahr in den Bergen alles ausgebucht war. Die außerordentlich heftigen Unwetter führten dort zu erheblichen Schäden. Während unseres Urlaubs in der Fränkischen Schweiz war das Wetter größtenteils gut und die Gegend überhaupt nicht überlaufen. Auf unseren Wanderungen begegneten wir oft stundenlang keiner Menschenseele.

Ich gebe zu, dass ich lange nicht wusste, wo die Fränkische Schweiz liegt. Falls es euch genauso geht: dieser bezaubernde Landstrich befindet sich in Bayerns Norden, im Dreieck zwischen Bayreuth, Bamberg und Nürnberg.

Am vorletzten Sonntag erreichten wir nach einer Anfahrt von nur 200 Km unseren Urlaubsort Obertrubach. Zunächst stärkten wir uns mit Kaffee und köstlichem Kuchen im schönen Gastgarten unserer Pension. Zum ersten Mal beobachteten wir die hauseigene Ziegenherde auf einem steilen Felsengrundstück direkt auf der anderen Straßenseite. Tagsüber wurden die Tiere von begeisterten Kindern gefüttert und hielten sich meistens in der Nähe der Futterstelle auf. Abends war es noch schöner, die Herde zu beobachten. Besonders gut gefielen uns die Kämpfe zwischen den Ziegenböcken, die vom lautem Krachen der aufeinander prallenden Hörner begleitet wurden. Dieses Kräftemessen fand oft an den steilsten Stellen statt, führte aber glücklicherweise nie dazu, dass ein Tier abstürzte.

Am Nachmittag brachen wir direkt von unserer Unterkunft zu kleineren Wandertour, der „Bärnfels-Route“, auf. Wir gingen zunächst am Ziegengehege vorbei, wo uns der Leitbock der Herde skeptisch beäugte.

Nach einem Spaziergang durch den kleinen Ort begannen wir unsere Tour am nördlich gelegenen Wanderparkplatz. Dort begann auch unser Wanderweg, der mit einem Schmetterling ausgezeichnet war. Tatsächlich tummelten sich auf der Strecke, vor allem auf den Wiesen, unendlich viele der bunten Tiere, teilweise in dichten Schwärmen. Fotografisch habe ich das leider nur unzureichend erfassen können.

Die Bärnfels Route führte uns zunächst durch eine sattgrüne Wiesenlandschaft, aber schon bald befanden wir uns im Wald und sahen die für die Fränkische Schweiz charakteristischen Felsentürme.
Die Fränkische Schweiz zeichnet sich durch die unterschiedlichsten Felsformationen, zahllose Kletterwände, schroffe Steilhänge und beeindruckende Felsformationen aus und ist ein Eldorado für Kletterer. Auf 800 einzelnen Felsen und 12.000 Kletterrouten verschiedener Schwierigkeitsgrade können sich Abenteuerfans austoben.
Quelle: https://www.wir-entdecken-bayern.de/ausflugsziele/klettern-fraenkische-schweiz

Uns reichte es, beim Wandern die dramatischen Felsentürme und -wände zu bewundern.

Nach einem kurzen Anstieg erreichten wir die Bärnfelswände und warfen danach einen Blick in die Reibertshöhle.

Der Waldpfad führte uns anschließend hinauf zur Burgruine Bärnfels, wo wir einen schönen Blick auf Ort und Kirche hatten. Erstaunlicherweise nahm ich nur ein einzelnes Foto auf, als wir aus dem Wald traten. Aber die Burgruine und den dahinter aufragenden Kletterfelsen mit Gipfelkreuz fotografierte ich später und liefere die Fotos nach.

Im weiteren Verlauf spazierten wir, oft von Schmetterlingen umschwirrt, mal über Feldwege und mal durch die traumhaft grüne Wiesenlandschaft und den Wald in einem weiten Bogen zurück nach Obertrubach.

Am Ortseingang bestaunten wir die steilen Felsenwände, die wir auf dem Hinweg zwar nicht übersehen aber doch nicht gebührend bewundert hatten. Auch hier graste eine große Ziegenherde. Auf einer Informationstafel wurde erläutert, dass die Tiere der „Verbuschung“ der Fränkischen Schweiz entgegenwirken können. Durch das Zuwachsen der charakterristischen Felsformationen sollen viele Landschaftsbilder in der Fränkischen Schweiz bereits verschwunden sein.

Fazit:
Erholsame und abwechselungsreiche Wanderung durch eine idyllische Landschaft, 10 km, ca. 100 Hm, drei Stunden, entweder vom Ort (etwa 2 km länger) oder vom Wanderparkplatz .

Als Einstand in unseren Wanderurlaub war diese Nachmittagsrunde genau richtig. Wir waren gespannt, wie es mit unseren Wanderungen in der Fränkischen Schweiz weitergehen würde.

Wieder auf Reisen: Sehr schön war’s! Traveling again: It was very beautiful!

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Das wäre das knappste Resumée, aber dazu nun etwas mehr.

Kurz nach dem Erreichen des vollständigen Impfschutzes trieb es mich hinaus „in die weite Welt“. In Corona Zeiten kann das bedeuten, dass man im eigenen Bundesland bleibt, in meinem Fall also durch Bayern reist. Ich wollte schöne Landschaften erleben, mehrere Tage unterwegs sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, in Hotels übernachten und ausprobieren, ob das Rucksackwandern noch funktioniert. Vor dem Ausbruch der Pandemie hätte ich die genannten Punkte allerdings nicht als Highlights angesehen sondern es als Selbstverständlichkeiten.

Schon der erste Schritt, die Reiseplanung, war inzwischen gänzlich ungewohnt und überforderte mich fast. Schon oft war ich auf individuell geplanten Reisen unterwegs gewesen, in anderen Kontinenten und häufig auch alleine. Wandern in Bayern, wo ich mich auskenne und keine Verständigungsschwierigkeiten habe, war dagegen doch ein Klacks. Eine Schwierigkeit stellte die durchwachsene Wettervorhersage dar, so ich für jedem Tag ein Schön- und ein Schlechtwetterprogramm planen musste, um dann abends in den festgebuchten Unterkünften anzukommen. Schließlich brauchte ich die Schlechtwettervariante überhaupt nicht und konnte meine Tour sogar von drei auf vier Tage verlängern.

Beim Packen des Rucksacks gab ich mir besonders viel Mühe. Ich wog alle Teile und sparte Gewicht ein, wo es nur ging, auch wenn es sich um ein paar Gramm handelte. Statt Tuben mit Salben und Kosmetika packte ich z.B. kleine Döschen ein. Auch kam mir zu Gute, dass ich nur ein paar Tage wandern wollte, und dass im Sommer weniger Klamotten benötigt werden. Der Rucksack wog dann nur etwas mehr neun Kilo mit Getränken. Gegenüber meiner letzten Wanderung auf dem Münchner Jakobsweg im Herbst 2019 waren das etwa drei Kilo weniger.

Am ersten Tag (Bericht s. hier) stand das Wetter auf der Kippe, aber die immer wieder aufziehenden Wolken brachten glücklicherweise keinen Regen. Ich wanderte 16 km auf weitgehend ebener Strecke und stellte fest, dass mich mein Gepäck kaum belastete.

Am zweiten Tag genoss ich die Landschaft bei meiner Wanderung auf den Herzogstand (Bericht siehe hier), kämpfte zwar wie üblich mit meinem Fitnessdefizit aber im Großen und Ganzen kam ich zurecht, auch mit dem Höhenanstieg von 880 Metern. Der Rucksack erschwerte die Wanderung meiner Meinung nach nicht sehr.

Am dritten Tag stand Genusswandern mit geringem Höhenunterschied auf dem Programm (Bericht siehe hier), aber die schwüle Hitze und das Gehen auf dem schattenlosen Weg machten mir sehr zu schaffen. Nun empfand ich auch das Tragen des Rucksacks als ziemlich belastend.

Am vierten Tag (Bericht siehe hier) wanderte ich mit kleinem Tagesgepäck . Das ging zunächst sehr gut, aber bei dem zum Teil recht steilen Abstieg plagte ich mich wie gewohnt sehr. Bergabgehen ist nicht mein Ding. Seit einigen Jahren stürze ich leicht und verletze mich dabei auch (s. hier).

Nach den Wanderungen schmerzten mir nicht die Knochen, selbst der Rücken nicht. Ich hatte nur schwachen Muskelkater und an meinen stets gut mit Hirschtalg gepflegten und vertapten Füßen gab es keine Druckstellen oder Blasen. Darüber war ich sehr froh.

Vor einer Ansteckung durch dem Virus fürchtete ich mich nicht. Zum Einen war ich vollständig immunisiert und zum Anderen wurden die Hygienevorschriften in den Hotels und Restaurants sehr ernst genommen. In den öffentlichen Verkehrsmitteln, vor allem im voll besetzten Zug und Bus auf der mehr als zweistündigen Rückfahrt, hätte ich mich aber trotz FFP2 Maske sehr unwohl gefühlt, wenn ich nicht geimpft gewesen wäre.

Wanderroute:
Bernried am Starnberger See – Seeshaupt – Iffeldorf an den Osterseen – Zugfahrt nach Kochel- Fahrt zur Kesselberghöhe – Herzogstand – Talfahrt mit der Herzogstandbahn zum Walchensee – Busfahrt nach Wallgau – Mittenwald über Buckelwiesenweg – Rundwanderung Hoher Kranzberg über Lauter- und Ferchensee und zurück.

Gesamt : 49,2 km, 1640 Hm

Traumhaft schöne Landschaft! (Näheres siehe Berichte wie oben angegeben). Ich bin sehr froh, dass ich es gewagt habe, wieder einmal auf Reisen zu gehen. Es war ein wunderbares und befreiendes Erlebnis.

Was habe ich gelernt auf meiner Rucksacktour?

Trotz bescheidener Kondition kann ich viel schaffen, wenn ich es sehr langsam angehe. Das Tragen des Rucksacks war grundsätzlich in Ordnung, allerdings nicht bei heißem Sommerwetter. Weitwandern im Hochsommer sollte ich vermeiden oder nur ganz schattige Wege wählen. Bergabgehen bleibt mein Problem. Den Spaß am Wandern will ich mir nicht verderben und werde daher weiterhin Wanderrouten aussuchen, die einen nicht zu steilen Abstieg aufweisen. Eine Alternative ist die Talfahrt mit der Bergbahn, wo dies möglich ist.

Und nicht zuletzt: Es muss nicht immer Patagonien sein

Trotz Corona kann ich als Geimpfte gut reisen, aber ganz unbeschwert ist es natürlich nicht. Hoffentlich verschärft sich die Lage nicht bald wieder, dann wäre es schon wieder vorbei mit dem Reisen.

Was kommt als Nächstes ?

Demnächst wollen wir in die Fränkische Schweiz reisen, wo wir zahlreiche Wanderungen durch die wunderschöne Landschaft unternehmen werden, wenn es das Wetter zulässt.

Danach möchte ich endlich auf dem Jakobsweg in der Schweiz weiter pilgern. Ich plane eine Fernwanderung auf dem Schwabenweg von Konstanz nach Einsiedeln und dann weiter bis Luzern. Leider steigen in der Schweiz die Corona-Inzidenz -Zahlen gerade stark. Ich hoffe aber sehr, dass mein Vorhaben, wenigstens teilweise, klappt.

Vielleicht mögt ihr mir wieder die Daumen drücken wie zuletzt vor meiner gerade beschriebenen Wanderung. Damals ging es um gutes Wetter, und es hat prima funktioniert!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Wieder auf Reisen: Wandern in Bayern/ Traveling again: Hiking in Bavaria (4)

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Der letzte Tag meiner Rucksackwanderung in den bayerischen Alpen begann mit einem Frühstück um 7 Uhr. Zwar wollte ich nur eine Tageswanderung unternehmen und hätte es eigentlich ruhiger angehen können, aber coronabedingt musste ich mich im Hotel gleich beim Einchecken für einen der beiden Frühstückstermine entscheiden. Ich hatte den früheren gewählt in der Hoffnung, dass es dann weniger voll sein würde. Wieder einmal sollte ich froh über meinen vollständigen Impfstatus sein. Im winzigen Frühstücksraum und am Buffet staute es sich. Aber das Hotelmanagement hatte sich große Mühe gegeben : Schilder mit Hinweisen auf den Mindestabstand, die Maskenpflicht, wenn man vom Platz aufstand und die Plastikhandschuhe, die zu tragen waren, wenn man sich etwas vom Buffet holte.

Der Andrang war hauptsächlich auf eine Wandergruppe zurückzuführen. Wieder einmal war ich glücklich, dass ich alleine unterwegs war. Auf die zwangsläufig mitgehörten Gespräche am Frühstückstisch konnte ich gerne verzichten. Man unterhielt sich über die durch das Wandern eingetretenen Blessuren. Bald wusste ich, wem welche Knochen schmerzten und wieviele Blasen an den Füßen der Gruppenmitglieder aufgetreten waren. Ziemlich unpassend fand ich, dass eine Dame am Nachbartisch zur Demonstration ihren nackten Fuß über dem Tisch hochstreckte. Meinen anhaltend bösen Blick bemerkte nur der neben ihr sitzende Herr, der mir lächelnd zunickte.

Gut gestärkt packte ich dann meinen Rucksack und steckte die notwendigen Wanderutensilien in mein Säckchen zum Umhängen. Die Wanderstöcke musste ich tragen, aber das störte mich nicht. Ich checkte aus und ließ meinen großen Rucksack im Hotel, um ihn vor der Rückfahrt wieder abzuholen.

Wandern wollte ich auf der Großen Kranzberg Runde, die von Mittenwald auf den Hohen Kranzberg, zum Ferchensee und Lautersee und zurück in den Ort führt. Die Wanderbeschreibung gab als Beginn die Talstation des Kranzberg-Sesselliftes an. Andererseits zeigte direkt vor meinem Hotel ein Wegweiser zum Lautersee. An der Rezeption erkundigte ich mich, ob ich die Runde auch umgekehrt gehen könnte und da hatte man keine Bedenken. Hinterher wusste ich, dass es schlauer gewesen wäre, die vorgeschlagene Richtung zu wählen.

Zuerst lief es sich ohne schweres Gepäck sehr angenehm, aber schon bald stieg die Temperatur. Auf dem schattigen Weg durch den Wald konnte ich aber recht gut mäßig steil bergauf gehen. Am Lautersee genoss ich den Blick auf die Wettersteinspitze und das von der Morgensonne angestrahlte Gewässer in verschiedenen Blautönen. Außer einer, wenn auch sehr lauten, Gruppe von E-Bikern traf ich am frühen Morgen nur wenige andere Passanten.

Der Aufstieg zum Ferchensee war schon etwas steiler, verlief aber im Schatten und durch einen dichten Mischwald. Bald kam ich am Südüfer des Sees an, wo ich mir eine erste Pause gönnte. Ein Mann mit Hund und ein Paar nahmen ein, wahrscheinlich recht kühles, Bad. Ich genoss die Ruhe, das Panorama und die Seerosen.

Dann folgte ich dem Westufer des Ferchensees, wo schon mehr Betrieb herrschte. Zahlreiche Wanderer und Radfahrer hielten sich dort auf, aber es war nicht überlaufen. Ziemlich überraschte war ich, als mich auf dem breiten Schotterweg ein Wanderbus überholte. Wenn man eine lange Strecke wandern will, z.B. zum Schachenhaus und zurück, kann man so ein Stück verkürzen. Es gibt natürlich auch diejenigen, nur relaxen und baden aber nicht wandern wollen. Mir hatte die Wanderung durch den Wald zu den beiden Seen gut gefallen, aber ich merkte mir die Busverbindung für zukünftige Touren.

Kurz hinter dem Gasthaus am Nordende des Sees fand ich die Abzweigung zum Großen Kranzberg. Nun ging es zur Sache, in weiten Kehren führte der Wanderweg steil bergauf. Sehr häufig kamen mir nun Wanderer entgegen. Das konnte zwei Gründen haben: der Gipfel war nicht mehr weit und die meisten Ausflügler waren in der Gegenrichtung unterwegs.

Nun musste ich mehrere kurze Trinkpausen einlegen und auch mein bewährter Traubenzucker kam zum Einsatz. Als ich aus dem Wald trat, sah ich den Hohen Kranzberg und die Hütte, das Kranzberghaus. Beides war nicht mehr weit und lag nicht viel höher. Beglückt nahm ich ein Foto dieses verheißungsvollen Anblicks auf.

Den letzten Anstieg auf den Hohen Kranzberg bewältigte ich in ein paar Minuten, aber unterwegs sah ich, dass das Wirtshaus nicht geöffnet hatte. Es hatte keinen Ruhetag, das hatte ich vorher nachgeschaut. Das Haus wirkte eher so, als ob dauerhaft geschlossen wäre.

Auf dem Kranzberggipfel (1391 m) schaute ich zunächst zurück in die Richtung, aus der ich gekommen war. Neben der Wettersteinwand, die ich schon auf der Wanderung gesehen hatte, entdeckte ich in der Ferne die Zugspitze und rechts daneben die Alpspitze. Auf die Zugspitze, den höchsten deutschen Berg (2962 m), will ich seit geraumer Zeit fahren, habe es aber bisher nicht geschafft. Die Alpspitze (2628 m) erinnerte mich an meinen vor drei Jahren verstorbenen Vater. Er schwärmte noch in hohem Alter von seiner Bergtour, die er Ende der 1930er Jahre mit einem „Kameraden“ von Garmisch (700 m) aus auf die Alpspitze (damals natürlich ohne Seilbahnunterstützung !) unternommen hatte.

Panoramafoto bitte anklicken.

Auf dem Kranzberggipfel steht eine Holzhütte als Unterstand. Ich setze mich auf die umlaufende Bank in den Schatten, wo ich auch vor dem überraschend kräftigen Wind geschützt war. Unter der Holzhütte standen viele bequeme Liegebänke aus Holz. Diese waren leider belegt und lagen außerdem in der prallen Sonne.

Von meinem Sitzplatz konnte ich den größten Teil des sensationellen 360° Bergpanoramas (Ester-, Soiern- und Karwendelgebirge) betrachten. Mein Blick ging zurück nach Wallgau, wo ich übernachtet hatte. Auch den Herzogstand, den ich am zweiten Wandertag bestiegen hatte, konnte ich erkennen. Der Ausblick ließ mich an meine zu Ende gehende Mehrtagestour mit dem Rucksack zurückdenken. Einfach toll, das alles so gut geklappt hatte !

Panoramafoto bitte anklicken.

Vom Kranzberggipfel konnte ich mich schließlich loseisen. Von nun an ging es bergab, auch im übertragenen Sinn. Wenn ihr meinem Blog folgt, wisst ihr vielleicht, dass ich mich vor dem Bergabgehen fürchte. Zunächst landete ich auf einem gerölligen Wegstück über dem Kranzberghaus , das sehr steil abwärts führte. Ich wollte gerade umkehren, als mir zugerufen wurde, dass es besser würde. Bis zur Sankt Anton Hütte führte die Strecke mal steiler und dann wieder angenehmer talwärts. Sehr hilfreich war, dass die steilsten Passagen asphaltiert waren und auffällig, dass mir mehrere schwer atmende Passanten entgegen kamen. Das waren wohl diejenigen Spaziergänger, die mit dem Kranzberglift hinauf gefahren waren und nur den letzten, allerdings sehr steilen, Aufstieg von 150 Höhenmetern bewältigen mussten. Aber wahrscheinlich hatte sich der Eine oder Andere das Ganze weniger anstrengend vorgestellt…

In der Sankt Anton Hütte verbrachte ich eine ausgedehnte Mittagspause bei Rindertafelspitz mit Kartoffelsalat und einem alkoholfreien Weizenbier. Beim Kaffee betrachte ich noch einmal die Landschaft und nahm Abschied von den wunderschönen Bergen. Vor allem das Karwendelgebirge hatte es mir angetan.

Panoramabild bitte anklicken.

Nach meinem Aufbruch traf ich ein (viel) älteres Paar, das das Bergpanorama mit dem Wildensee im Vordergrund bewunderte. Auf meine Nachfrage erklärten sie mir, dass sich die Bergstation der Kranzbergbahn nur wenige Meter unterhalb befinde. Ich war mir nicht sicher, ob ich laufen oder fahren sollte. Immerhin handelte es sich noch um 300 Höhenmeter. Daraufhin meinte der mindestens 80 Jahre alte Mann, dass der Weg ins Tal „sehr angenehm“ sei.

Wäre ich nur meinem Bauchgefühl gefolgt ! Aber mir ging eine Talfahrt mit dem Lift am Ende meines Wanderurlaubs gegen den Strich. Daher lief ich weiter talwärts und schwitzte auf den gerölligen Abschnitten Blut und Wasser. Sehr vorsichtig taste ich mich hinunter. Schließlich wollte ich mich nicht auf den letzten Kilometern meiner Wanderreise verletzen. Nun ging mir auch auf, warum die Wanderbeschreibung empfahl, den Aufstieg auf den Kranzberg, notfalls mit Hilfe des Lifts, zuerst anzugehen und dann gemütlich an den Seen entlang ins Tal zu spazieren.

Der Weg folgte der Sessellifttrasse und führte fast senkrecht hinunter. Nur einmal oder zwei Mal ging es in Kehren bergab. Als ich in Mittenwald ankam, zitterten mir die Knie, aber ich war heilfroh, dass alles gut gegangen war.

Fazit:
13 Km, 480 Hm, 3 Stunden ohne Pausen
Empfehle die Wanderung an der Talstation des Kranzbergliftes zu beginnen, den man auch als Aufstiegshilfe benutzen kann. Sehr abwechselungsreiche und leichte Wanderung mit steilen Aufstiegen, wunderschönes 360° Bergpanorama auf dem Hohen Kranzberg (Ester-, Soiern- und Karwendelgebirge), Bademöglichkeiten an den Seen.

Ich schlenderte noch einmal durch die Mittenwalder Altstadt. In einem Eiscafé in der Fußgängerzone erholte ich mich bei Erdbeer-Spaghetti-Eis und Espresso von den Strapazen.

Auf der Rückfahrt mit dem Zug erwartete mich noch eine unangenehme Überraschung. Die Bahnstrecke zwischen Oberau und Eschenlohe war gesperrt. Offensichtlich hatte sich ein Gleiskörper wegen der hohen Temperaturen von über 30 ℃ verformt. Ab Oberau fuhr ein Notfallbus bis Eschenlohe und zwar ausgerechnet über die Superstaustrecke, die Bundesstraße (B 2). Letztendlich lief alles nur auf eine halbe Stunde Verspätung hinaus, auch wenn nicht gerade angenehm war, mit dem vollgestopften Bus zu fahren. Auch die zweistündige Zugfahrt von Eschenlohe nach München war nicht gerade ein Vergnügen. Immerhin bekam ich gerade noch einen Sitzplatz.

Im Zug saßen auch etliche ältere Leute. Ich bemerkte, dass viele die FFP2-Maskenpflicht sehr nachlässig befolgten. Neben dem bekannten Herunterziehen unter die Nasenlöcher, zeigten sich schlampig angelegte OP- und Stoffmasken und ein Herr hielt sich die Maske sogar wie einen Maulkorb mit Abstand vor das Gesicht. Wahrscheinlich waren diese Herrschaften vollständig geimpft, während dies bei den jungen Passagieren in ihrer Nähe überwiegend nicht der Fall war. Wie bekannt ist, können auch Geimpfte das Virus noch übertragen. Selten habe ich mich so sehr fremdgeschämt! Was müssen die Jungen von unserer Generation denken? Sie werden die wirtschaftliche Last der Corona Pandemie in der Zukunft tragen müssen und wir sind nicht einmal bereit, ein bisschen Rücksicht zu nehmen.

Nach meiner wunderbaren Wanderreise kam ich glücklich, dankbar und etwas erschöpft wiedder nach Hause. Schön war’s !

Eine Bewertung meiner viertägigen Rucksackwanderung mit vollständigem Impfschutz veröffentliche ich in einem weiteren Beitrag.

Shadow on the Camino

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The photo was taken in the Kienbachtal Valley, near Herrsching, Bavaria, when I was on a pilgrimage on the Munich Way of St. James from Munich to Lindau. On this very hot day many beautiful trees in the Kienbachtal valley provided the much needed shadow .

This is for Becky’s Tree Square Challenge.

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Wieder auf Reisen: Wandern in Bayern/ Traveling again: Hiking in Bavaria (3)

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Nach meiner wunderbaren aber auch anstrengenden Bergwanderung wollte ich mir am Sonntag, dem dritten Tag meiner Rucksackwanderung, eine Genusstour gönnen. Zunächst sollte es von Wallgau nach Krün gehen und dann über den Buckelwiesenweg nach Mittenwald, eine gut dreistündige Wanderung mit geringen Höhenunterschieden und Panoramablicken in die Bergwelt.

Eigentlich hatte ich geplant, danach von Mittenwald nach Hause zu fahren. Nach dem Anschauen des Wetterberichts, der für Montag noch gutes Wetter voraussagte, buchte ich spontan eine Übernachtung in Mittenwald, um von dort noch eine Tageswanderung (ohne Rucksack!) unternehmen zu können. Wieder einmal profitierte ich von meinem Rentnerinnenstatus, auch wenn dies bei Weitem nicht so häufig geschah, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber ich will nicht über coronabedingt fehlende Reisemöglichkeiten jammern. Wird schon irgendwann wieder besser werden.

Als ich morgens in Wallgau zu meiner Wanderung startete, fiel mir gleich die stickige Hitze auf. Der Ort liegt immerhin auf fast 900 Meter Höhe, so dass ich damit nicht gerechnet hatte. Bis zum nächsten Ort Krün lief ich auf einer kleinen asphaltierten Straße, die nur von ein paar Traktoren aber auch zahlreichen Radfahrern befahren wurde. Hoffentlich würde es auf dem Buckelwiesenweg einen weicheren Belag geben.

Hinter Krün erreichte ich die idyllisch gelegene Kappelle Maria Rast mit dem Gebirge im Hintergrund.

Der Buckelwiesenweg erwies sich als weiterhin asphaltiert und vor allem als gänzlich ohne Schatten. Da die Sonne brannte, wurde es mir bald sehr heiß. Es kam mir auch so vor, als ob die Anstrengung durch die Bergwanderung zum Herzogstand sich nun auswirkte. Kurzum, ich fühlte mich trotz der weitgehend ebenen Strecke nicht fit. Die Wanderung bot in der Tat beeindruckende Ausblicke in die Wiesen- und Berglandschaft, aber nach der Traumlandschaft die ich über dem Walchensee bewundert hatte, fielen diese doch etwas ab.

Später las ich die Wanderbeschreibungen noch einmal und entdeckte Formulierungen wie „sonniger Panoramaweg“ und „immer die Sonne im Gesicht“. Das war in der Tat zutreffend! Im Frühling oder im Herbst ist dies bestimmt ein Pluspunkt, bei großer Sommerhitze aber nicht.

Panoramafotos bitte anklicken!

Langsam ging ich weiter und nutzte jeden noch so kleinen Schatten zu einer Trinkpause.

Eine wunderbare Ablenkung bildete eine kunstvolle Holzschnitzerei in einem Baumstamm, die zudem sehr attraktiv vor einem Landschaftspanorama platziert war.

Bei der „Goasalm“ ergatterte ich einen schönen Schattenplatz auf der Terrasse und regenerierte mich bei einem alkoholfreien Weizenbier.

Danach verlief die Route leicht bergab in Richtung Mittenwald, was grundsätzlich angenehmer war. Allerdings fuhr immer wieder einmal ein PKW vorbei. Aber die namensgebenden Buckelwiesen waren nun deutlich zu erkennen.

Wikipedia erklärt dazu Folgendes:

„Die Buckelwiesen sind eine geomorphologische Besonderheit des alpinen Raumes. Die größten Restbestände dieser vielfach von Menschenhand eingeebneten Buckelfluren finden sich … in der Region um Mittenwald, Krün und Klais … Die grasbewachsenen Bodenwellen entstanden am Ende der Würmeiszeit, als der vordringende Isargletscher den Schotter der Moränen zu Drumlins, langgezogenen Bodenwellen, zusammenschob …“

Hinter dem Schmalensee ging es endlich in den Wald und auf einen Naturweg.

An dem bergauf abzweigenden Weg zur Gröblalm ging ich vorbei, was vielleicht ein Fehler war, denn nun folgte eine für mich sehr steile schotterige Strecke, die in Serpentinen hinunter nach Mittenwald führte. Dort landete ich auf einer wegen Bauarbeiten gesperrten Straße, von der ich mich durch die brütende Hitze in das historische Ortszentrum schleppte. Zu meiner Unterkunft war es dann glücklicherweise nicht mehr weit. Im Hotel kam ich ziemlich fertig an. Sehr froh war ich, dass ich übernachten konnte und nicht am Nachmittag, wie ich es ursprünglich geplant hatte, mehrere Stunden mit dem Zug nach Hause fahren musste.

Fazit:
13,2 Km , 130 Hm, 3,5 Stunden ohne Pausen
Sehr leichte Wanderung mit abwechselungsreichen Panoramablicken, überwiegend asphaltiert, fast kein Schatten, bei Hitze nicht zu empfehlen. Wird am Wochenende sehr gerne von Radfahrern genutzt.

Frisch geduscht begab ich mich am Nachmittag auf einen Spaziergang durch das Mittenwalder Zentrum und bestaunte die mit der sog. Lüftlmalerei verzierten Fassaden. Vor der Kulisse des steil aufragenden Karwendelgebirges sah das richtig grandios aus und erinnerte mich an meinen Ausflug nach Hall in Tirol im Sommer 2020.

Und natürlich durfte eine ausgedehnte Pause mit Kaffee und Kuchen im Außenbereich eines Cafés nicht fehlen. Dort konnte ich die bemalten Fassaden noch einmal ausgiebig studieren und die Passanten in der Fußgängerzone beobachten. Erstaunt bemerkte ich, dass ich als Rentnerin den Altersdurchschnitt sogar noch ein bisschen senkte …

Abends kam das angekündigte Gewitter. Im sicheren Hotelzimmer staunte ich über das schnelle Aufziehen der Wolken, welche das Gebirge vollständig verhüllten, und den Donner, der mit gewaltigem Getöse von den Bergen widerhallte. Nach einer guten halben Stunde war alles vorbei. Die Temperatur stieg schnell wieder auf angenehme 18 ℃ und die Berge zeigten sich im warmen Abendlicht.

Bald nach dem Abendessen sank ich ermattet in die Federn und schlief in der Nacht so gut wie schon lange nicht mehr.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Wieder auf Reisen: Wandern in Bayern/ Traveling again: Hiking in Bavaria (2)

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Am nächsten Morgen setzte ich meine Wanderung mit dem Rucksack fort. Von Kochel ( s. hier meine Wanderung am Vortag) fuhr ich auf die Kesselberghöhe, wo der Wanderweg zum Herzogstand abzweigte. Obwohl es noch nicht einmal 8 Uhr morgens war, waren die Parkplätze an der Straße schon weit unterhalb der Passhöhe belegt, meistens von Fahrzeugen mit Münchner Kennzeichen. Ich hatte Glück, beim Frühstück im Hotel hatte sich eine Mitfahrgelegenheit ergeben, so dass ich nur ein kleines Stück zum Beginn des Weges laufen musste. Aber der stündlich von Kochel fahrende Bus befördert den nicht motorisierten Wanderer ebenfalls zum Startpunkt der Tour.

Dem als einfach eingestuften Weg wollte ich von der Passhöhe (859 m) aufwärts folgen. Ich hoffte, dass ich es bis zum Berggasthaus Herzogstand auf 1575 m Höhe schaffen würde. Nach einer ausgiebigen Pause würde sich zeigen, ob ich noch auf den Herzogstandgipfel (1731 m) steigen konnte und wollte.

Es herrschte das angekündigte strahlende Sonnenwetter. Der Weg bestand aus einer breiten Piste, die aber bald recht steil verlief. Relativ schnell war ich außer Atem. Da traf es sich gut, dass es bereits herrliche Ausblicke auf den Walchensee und die im Süden gelegene Bergkette zu bewundern gab. Nach kurzen Trink- und Fotografierpausen mit der Zuführung von etwas Traubenzucker war ich wieder fit und lief dann sehr langsam aber kontinuierlich bergauf. Einige Wanderer überholten mich unterwegs, aber überlaufen war es auf diesem Wegstück nicht.

Der Weg führte dann in langen Kehren, die etwas angenehmer zu gehen waren, weiter bergauf . Dabei zeigten sich immer wieder Traumausblicke, mal auf den Kochelsee und dann wieder in die Bergwelt und die Wiesen, die sich im frischen Grün besonders attraktiv präsentierten. Mit dem Rucksack wurde mir das Gehen schon beschwerlich, aber ich empfand die Anstrengung längst nicht so stark wie einige Wochen zuvor bei meiner Wanderung auf den Hirschberg. Allerdings verlief die Strecke dieses Mal auf durchweg guten Wegen.

Vor der Tour hatte ich mich gefragt, ob es sich lohnte, zu Fuß auf den Berg zu steigen, wenn man vom Walchensee mühelos mit der Seilbahn hinauffahren konnte. Nun erlebte ich, dass das Landschaftserlebnis beim Wandern wegen der vielen Ausblicke und der wechselnden Perspektiven ungleich intensiver war !

Als ich zum ersten Mal das Berggasthaus auf der Höhe sah, legte ich eine Erholungspause auf einer Bergwiese ein. Bei einem Snack und einem großen Schluck Wasser bewunderte ich die wunderschöne Gegend. Die meisten Wanderer betraten diese Wiese ebenfalls, aber nur um schnell ein Foto, in der Mehrzahl der Fälle ein Selfie, zu schießen und schon ging es weiter bergauf.

Panoramafotos bitte anklicken !

Die letzten Höhenmeter bis zur Hütte bewältigte ich noch einigermaßen gut, war aber doch sehr froh, als ich mich auf der Terrasse des Herzogstand-Gasthauses gemütlich niederlassen konnte. Mit der Platzzuweisung durch die Servierkraft war ich nicht glücklich und durfte mich schließlich an einen schönen Tisch setzen, der direkt am Terrassenrand stand. Im Halbschatten ließ ich es mir gut gehen und genoss die Aussicht über den türkisfarbenen Walchensee und die zum Teil noch schneebedeckten Berge. Auch mein heutiges Ziel der Ort Wallgau und Krün, wo ich vor Wochen an der Isar spaziert war, konnte ich gut erkennen.

Zwei Herren waren mit ihrer Platzierung ebenfalls unglücklich, so dass ich sie heranwinkte. Nachdem ich meinen vollständigen Impfstatus enthüllt hatte, setzten sie sich gerne zu mir. Sie waren früh morgens in München gestartet und schon vom Walchensee hinaufgelaufen. Wir plauschten eine Weile und tauschten einige Wandertipps aus.

Panoramafoto bitte anklicken !

Schließlich fühlte ich mich fit genug, um die letzten 150 Höhenmeter zu bewältigen. Der Weg führte in zum Teil steilen Serpentinen auf den Berg. Schon von weitem konnte ich sehen, wie es geschäftig es dort zuging. Nun waren die Leute dazu gekommen, die mit der Seilbahn etwas unterhalb des Gasthauses angekommen waren. Am Samstag und zu Coronazeiten herrschte natürlich besonders viel Betrieb. Ständig musste ich Entgegenkommenden ausweichen, aber nach der zweiten Spritze störte mich das nicht mehr. Außerdem verhielten sich alle Wanderer sehr rücksichtsvoll und so dass ich etwas angestrengt aber doch ohne weitere Probleme mit meinem Rucksack am Gipfelkreuz ankam. Unterwegs entdeckte ich, dass der eigentliche Gipfel des Herzogstands noch etwas höher lag, dort wo der Aussichtspavillion steht.

Während meines Aufstiegs war ein dichter Nebelschleier aufgezogen. Ausgerechnet! So kam es, dass ich mit vielen anderen Menschen am Gipfelkreuz stand und erst einmal nicht viel sah. Das änderte sich dann aber glücklicherweise nach kurzer Zeit und so konnten wir den – in meinem Fall hart erarbeiteten Ausblick – doch noch genießen. Es herrschte große Einigkeit, die Leute fanden es traumhaft schön. Ich natürlich auch !

Als auch der Gipfelpavillion wieder aus dem Nebel auftachte, überlegte ich kurz, ob ich noch hinaufsteigen sollte, entschied mich aber dagegen. Schließlich konnte ich froh sein, dass ich es so weit geschafft hatte. Vielleicht ein andermal, nach einer Fahrt mit der Seilbahn und ohne Rucksack …

Vorsichtig stieg ich wieder nach unten. Mein Plan, noch einmal im Gasthaus einzukehren, ging leider nicht auf. Dort hatte sich eine lange Warteschlange gebildet und es wurde durchgesagt, dass alle Plätze belegt seien und dass die Dauer der Wartezeit nicht feststehe. Es empfiehlt sich also, möglichst früh in der Hütte einzukehren. Mit einem Eis und einem Kaffee aus dem Kiosk spazierte ich in ca. 10 Minuten zur Bergstation der Seilbahn. Auf dem Weg lag noch eine schöne Aussichtsterrasse.

Panoramafoto bitte anklicken!

Fazit:
Sehr aussichtsreiche, leichte Bergwanderung in traumhaft schönen Landschaft auf durchweg guten Wegen, durchschnittliche Kondition erforderlich, 7 Km, 880 Hm, ohne Verschnauf- und sonstige Pausen 2 Stunden bis zum Herzogstandhaus, weitere halbe Stunde zum Gipfel, danach etwa 0,5 Stunden hinunter bis zur Bergbahn (Einzelfahrt 8,5 Euro, ermäßigt 8 Euro).

Die Strecke bietet nicht sehr viel Schatten. Während meiner Wanderung wehte ein kühles Lüftchen, so dass dies kein Problem darstellte.

Wer nach der Wanderung mit der Bergbahn ins Tal fahren will, sollte klären, ob das Ticket oben verkauft wird. Auf der Homepage der Herzogstandbahn steht, dass wegen Corona alle Fahrten unten am Walchensee zu kaufen sind . Man hatte mir telefonisch versichert, dass ich eine Talfahrt im Einzelfall auch oben bezahlen könne und so war es. Bitte vorher erkundigen !

Mit der voll besetzten Bergbahn schwebte ich (natürlich mit Mund-Nasen-Schutz) in ein wenigen Minuten hinunter zum Walchensee, wo ich eine ausgiebige Pause in einem lauschigen Cafégarten direkt am Seeufer einlegte. Eine gute Stunde später fuhr ich mit dem Bus in das 12 km entfernte Wallgau, wo ich ein Hotel gebucht hatte.

Nach einer langen Erholungsphase und einem Abendessen mit reichlich Schweinsbraten und einem Weizenbier fühlte ich mich in der Lage, einen kleinen Spaziergang durch den hübschen Ort Wallgau mit zauberhaft bemalten Hausfassaden zu unternehmen.

Ein bisschen stolz war ich schon, dass ich es geschafft hatte, den Herzogstand zu erreichen und dann verabschiedete sich der Tag auch noch mit einem Alpenglühen vom Feinsten!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.