Berlinale 2022

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Gestern abend wurde die Berlinale 2022 feierlich, wenn auch unter Corona Bedingungen, eröffnet. Sie wird bis zum 20.02.22 als reines Präsenzfestival stattfinden, aber das Programm wurde gekürzt, alle Empfänge sind abgesagt und die Vorführungen finden unter strengen Hygieneauflagen statt.

Wie berichtet werde ich in diesem Jahr nicht zur Berlinale fahren. Von meinem Berlinale Blues habe ich mich in der Zwischenzeit erholt. Ich habe aus guten Gründen beschlossen, das Festival auf dem Höhepunkt der 5. Pandemiewelle nicht zu besuchen. Und damit Schluss!

Aber ich werde die Berichterstattung genau verfolgen und mir überlegen, welche Filme ich mir später gerne anschauen möchte. Nicht alle Werke, die mich interessieren, werden ins Kino kommen oder gestreamt werden können. Aber ich hoffe, dass die Meisten verfügbar sein werden.

Ein bisschen Festivalnostalgie sei mir aber gestattet. Von den Berlinale Merchandising Artikeln 2022 habe ich mir die Eisbären-Wärmflasche bestellt und ein gedrucktes Programm konnte ich auch ergattern. Darin werde ich meine Wunschfilme anstreichen und dabei ein Heißgetränk aus der Berlinale Tasse schlürfen, die ich vom letzten Besuch des Festivals mitgebracht habe. Und wenn es mir richtig kalt zumute sein sollte, werde ich mich am kuscheligen Eisbärenfell wärmen.

Außerdem freue mich sehr auf den Zeitpunkt, an dem ich meinen dunkelroten Berlinale Gepäckanhänger an den Rollenkoffer hänge, um endlich wieder zu einer Reise aufzubrechen! Zwischenzeitlich kann ich immerhin in meinen zahlreichen Reiseführern schmökern. Wie heißt es so schön? „Vorfreude ist die schönste Freude“.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Berlinale Blues 2022

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In diesem Jahr soll die Berlinale vom 10. bis 20.2.22 trotz Corona wieder als Präsenzfestival stattfinden. Das Programm wurde gekürzt, alle Empfänge sind abgesagt und die Vorführungen finden unter strengen Hygieneauflagen statt. Und sie werden ohne mich stattfinden!

Es fing damit an, dass ich erstmals keine Akkreditierung mehr bekam. Das hat natürlich mit meinem Rentnerinnenstatus zu tun, aber auch damit, dass es wegen Corona generell weniger Zulassungen gibt.

Seit 2007 habe ich dreizehnmal die Berlinale besucht. Es war immer sehr hektisch und ich habe mich über Vieles geärgert, aber das Privileg, bevorzugt an einem A-Festival teilnehmen zu dürfen, doch sehr genossen (und es weidlich ausgenutzt, wann immer sich ein Timeslot zwischen beruflichen Terminen auftat). Einige Filme waren sensationell andere grottenschlecht, viele bewegten sich in der Mitte, aber das gehört eben zu einem Filmfestival dazu.

Seit Anfang Januar hatte ich überlegt, trotzdem nach Berlin zu fahren. Irgendwie würde ich es schon schaffen, an Kinokarten zu kommen. Und wenn nicht, würde ich in Berlin sehr viel Neues und Interessantes entdecken können. Zum Beispiel wollte ich mir die nach langer Sanierung wieder eröffnete Nationalgalerie anschauen.

Aber dann stiegen die Inzidenzen in Berlin (wie auch in München) immer höher (Stand 25.1.2022: knapp 1600) und mir wurde klar, dass ich mich auf der Berlinale keinesfalls unbesorgt aufhalten konnte. Auch wenn in den Kinos strikte Maßnahmen gelten, bewegt man sich doch ständig in Menschenmengen, z.B. in den Öffentlichen Verkehrsmitteln, im Restaurant und im Hotel. Gelesen habe ich außerdem, dass die Booster Impfung nicht vor der Ansteckung mit Omikron sondern nur vor dem schweren Corona Verlauf schützt. Mich fern der Heimat zu infizieren und dann nicht nach Hause zu können, darauf lege ich wirklich keinen Wert.

Heute recherchierte ich die Filme im diesjährigen Berlinale Wettbewerb und suchte diejenigen aus, die ich gerne sehen möchte. Das geht sicher zu einem späteren Zeitpunkt im Kino oder als Stream. Das Ganze erinnerte mich aber sehr an meine echte Berlinale Planung und es machte mich ziemlich traurig.

Draußen lachte die Abendsonne, also begab ich mich auf einen flotten Waldspaziergang. Und danach ging es mir gleich viel besser. Wahrscheinlich klappt es wieder mit dem Münchner Filmfest im Sommer. Darauf freue ich mich schon sehr …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Hofer Filmtage 2019 „Baghdad in my shadow“

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Auf den Internationalen Hofer Filmtagen 2019, die vom 22.- 27.10. stattfanden, habe ich den Film „Baghdad in my shadow“ angeschaut.

Cast: u.a. Zahraa Ghandour (TIFF-Beitrag “The Journey”), Haytham Abdulrazaq, Waseem Abbas, Ali Daeem, Maxim Mehmet (“Gotthard”), Meriam Abbas (“Homeland”), Kerry Fox (“Intimacy”, “Bright Star”, “Little Joe”), Ken Bones (Ridley Scott’s “Exodus – Götter und Könige”), Daniel Adegboyega (“Transformers – The Last Knight”, “Gone”, “James Bond – Skyfall”), Felix Scott(“Inception”), Taro Bahar (“Code 46”), Lachlan Nieboer (“Into the White”) und Hazel O’Connor(“Breaking Glass”).

Handlung:
Ein Treffpunkt für Exil-Iraker in London ist das Café Abu Nawas, das vom kurdischen Aktivisten Zeki betrieben wird. Dort treffen sich die verschiedensten Menschen, etwa der Nachtwächter Taufiq (Haitham Ali), ein verhinderter Schriftsteller und Dichter, der im Irak wegen kommunistischer Aktivitäten gefoltert wurde, die Architektin Amal (Zahraa Ghandour), die im Café arbeitet und sich in der britischen Hauptstadt unter falschem Namen versteckt und der homosexuelle IT-Techniker Muhanad (Waseem Abbas).

Die Geschehnisse werden in Rückblenden gezeigt, während Taufiq von der Polizei verhört wird. Dabei wird schließlich etwas Überraschendes aus der Zeit der Verfolgung des Dichters im Irak zu Tage treten.

Taufiq hat sich seit dem Tod seines Bruders wie ein Vater um seinen Neffen Naseer gekümmert, muss aber dabei zusehen, wie sich dieser unter dem Einfluss des radikal-islamistischen Predigers Scheich Yasin zunehmend verändert und sich gegen seinen atheistischen Onkel  aufzulehnen beginnt. Nasseer sieht Taufiq und seine Freunde zunehmend als Sünder, gegen die man vorgehen muss.  Schließlich kommt es zu einem dramatischen Showdown.

Der Regisseur Samir, der in den 1960er Jahren mit seinen Eltern aus dem Irak ins Exil in die Schweiz ging,  behandelt im Film nach eigenen Angaben die drei größten Tabus arabischer Gesellschaften: Befreiung der Frau, Homosexualität und (kommunistischer) Atheismus. Der Film schildert facettenreich und mit feiner aber zugewandter Ironie, mit der sich die Freunde im Café untereinander begegnen, das tägliche Leben der drei Hauptprotagonisten. Das Café, in dem sie sich und weitere Freunde treffen, z.B. mit Zeki und seiner Familie, bildet eine Ersatzheimat im Exil. Betont wird dies dadurch, dass sämtliche Kaffeehausszenen in ein warmes goldenes Licht getaucht sind. Aber diese Idylle wird teilweise getrübt.  Nicht nur sind die Exilanten Ressentiments von Seiten der Einheimischen ausgesetzt, Nasseer wurde sogar von Skinheads zusammengeschlagen,  auch untereinander begegnen sie sich mit Vorurteilen, die sie aus ihrer Heimat mitgebracht haben („Baghdad in my shadow„). So steht Muhanad nicht zu seiner Homosexualität und traut sich nicht, seinen Freund mit ins Café zu bringen. Amal verheimlicht, dass sie vor ihrem Ehemann geflohen ist. Als Grund für ihr Exil gibt sie an, dass sie als Christin im Irak verfolgt wurde.

Da sich die Lage durch das Auftauchen von Amals Ehemann und die zunehmende Radikalisierung der Mitglieder der nahgelegenen Moschee zuspitzt, nimmt die Gefahr für die kleine Gemeinschaft im „Abu Nawas “ und besonders für Amal, die in Lebensgefahr gerät, stetig zu.

Fazit:
Ein intelligentes Lehrstück über das Exil und wie es sich von innen anfühlt ohne erhobenen Zeigefinger. Die Darstellungen durch hervorragende Schauspieler, die größtenteils im Irak leben, haben mich sehr beeindruckt.
Die Freunde werden als sympatische Zeitgenossen dargestellt. Die Charakterisierung der Personen geschieht nicht ohne Humor. Bei aller Dramatik kann man zwischendurch sogar lachen. Der Zuschauer möchte nicht, dass die Gemeinschaft im Café von Extremisten überfallen wird. Da aber genau dieses droht, bleibt der packende Thriller während der Dauer von 1 Stunde und 45 Minuten durchweg spannend. Der Film hat es geschafft, mich wieder für die Situation im Irak zu interessieren. Auch möchte ich mir gerne weitere Werke von Samir anschauen.

Am  10. August 2019 feierte  “Baghdad in my shadow”  Weltpremiere beim 72. Internationalen Film Festival Locarno. In der Schweiz kommt der Film am 28.10. 2019 ins Kino. Der deutsche Kinostart ist am 16.04.2020 geplant.

Habt ihr schon einen Film des Regisseurs Samir gesehen ? Und wie hat es euch gefallen?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.