Ferien in der Fränkischen Schweiz/Holiday in Franconian Switzerland (1)

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Endlich war es wieder soweit! Ein weiteres Mal verbrachten wir Ferien in Bayern. Nachdem wir im letzten Sommer ins Fichtelgebirge ( siehe z.B. hier) gefahren waren, wollten wir dieses Mal noch kürzer anreisen. Wir fuhren also in die Fränkische Schweiz, wo wir einen Wanderurlaub von einer Woche verbringen wollten.

Die nahen Ziele aufzusuchen, bietet sich in der momentanen Situation an. Ich muss gestehen, dass mir so etwas vor Corona nicht im Traum eingefallen wäre. Ein Reise innerhalb Bayerns hätte mich, wenn überhaupt, in die Alpen geführt. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass in diesem Jahr in den Bergen alles ausgebucht war. Die außerordentlich heftigen Unwetter führten dort zu erheblichen Schäden. Während unseres Urlaubs in der Fränkischen Schweiz war das Wetter größtenteils gut und die Gegend überhaupt nicht überlaufen. Auf unseren Wanderungen begegneten wir oft stundenlang keiner Menschenseele.

Ich gebe zu, dass ich lange nicht wusste, wo die Fränkische Schweiz liegt. Falls es euch genauso geht: dieser bezaubernde Landstrich befindet sich in Bayerns Norden, im Dreieck zwischen Bayreuth, Bamberg und Nürnberg.

Am vorletzten Sonntag erreichten wir nach einer Anfahrt von nur 200 Km unseren Urlaubsort Obertrubach. Zunächst stärkten wir uns mit Kaffee und köstlichem Kuchen im schönen Gastgarten unserer Pension. Zum ersten Mal beobachteten wir die hauseigene Ziegenherde auf einem steilen Felsengrundstück direkt auf der anderen Straßenseite. Tagsüber wurden die Tiere von begeisterten Kindern gefüttert und hielten sich meistens in der Nähe der Futterstelle auf. Abends war es noch schöner, die Herde zu beobachten. Besonders gut gefielen uns die Kämpfe zwischen den Ziegenböcken, die vom lautem Krachen der aufeinander prallenden Hörner begleitet wurden. Dieses Kräftemessen fand oft an den steilsten Stellen statt, führte aber glücklicherweise nie dazu, dass ein Tier abstürzte.

Am Nachmittag brachen wir direkt von unserer Unterkunft zu kleineren Wandertour, der „Bärnfels-Route“, auf. Wir gingen zunächst am Ziegengehege vorbei, wo uns der Leitbock der Herde skeptisch beäugte.

Nach einem Spaziergang durch den kleinen Ort begannen wir unsere Tour am nördlich gelegenen Wanderparkplatz. Dort begann auch unser Wanderweg, der mit einem Schmetterling ausgezeichnet war. Tatsächlich tummelten sich auf der Strecke, vor allem auf den Wiesen, unendlich viele der bunten Tiere, teilweise in dichten Schwärmen. Fotografisch habe ich das leider nur unzureichend erfassen können.

Die Bärnfels Route führte uns zunächst durch eine sattgrüne Wiesenlandschaft, aber schon bald befanden wir uns im Wald und sahen die für die Fränkische Schweiz charakteristischen Felsentürme.
Die Fränkische Schweiz zeichnet sich durch die unterschiedlichsten Felsformationen, zahllose Kletterwände, schroffe Steilhänge und beeindruckende Felsformationen aus und ist ein Eldorado für Kletterer. Auf 800 einzelnen Felsen und 12.000 Kletterrouten verschiedener Schwierigkeitsgrade können sich Abenteuerfans austoben.
Quelle: https://www.wir-entdecken-bayern.de/ausflugsziele/klettern-fraenkische-schweiz

Uns reichte es, beim Wandern die dramatischen Felsentürme und -wände zu bewundern.

Nach einem kurzen Anstieg erreichten wir die Bärnfelswände und warfen danach einen Blick in die Reibertshöhle.

Der Waldpfad führte uns anschließend hinauf zur Burgruine Bärnfels, wo wir einen schönen Blick auf Ort und Kirche hatten. Erstaunlicherweise nahm ich nur ein einzelnes Foto auf, als wir aus dem Wald traten. Aber die Burgruine und den dahinter aufragenden Kletterfelsen mit Gipfelkreuz fotografierte ich später und liefere die Fotos nach.

Im weiteren Verlauf spazierten wir, oft von Schmetterlingen umschwirrt, mal über Feldwege und mal durch die traumhaft grüne Wiesenlandschaft und den Wald in einem weiten Bogen zurück nach Obertrubach.

Am Ortseingang bestaunten wir die steilen Felsenwände, die wir auf dem Hinweg zwar nicht übersehen aber doch nicht gebührend bewundert hatten. Auch hier graste eine große Ziegenherde. Auf einer Informationstafel wurde erläutert, dass die Tiere der „Verbuschung“ der Fränkischen Schweiz entgegenwirken können. Durch das Zuwachsen der charakterristischen Felsformationen sollen viele Landschaftsbilder in der Fränkischen Schweiz bereits verschwunden sein.

Fazit:
Erholsame und abwechselungsreiche Wanderung durch eine idyllische Landschaft, 10 km, ca. 100 Hm, drei Stunden, entweder vom Ort (etwa 2 km länger) oder vom Wanderparkplatz .

Als Einstand in unseren Wanderurlaub war diese Nachmittagsrunde genau richtig. Wir waren gespannt, wie es mit unseren Wanderungen in der Fränkischen Schweiz weitergehen würde.

Wieder auf Reisen: Wandern in Bayern/ Traveling again: Hiking in Bavaria (4)

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Der letzte Tag meiner Rucksackwanderung in den bayerischen Alpen begann mit einem Frühstück um 7 Uhr. Zwar wollte ich nur eine Tageswanderung unternehmen und hätte es eigentlich ruhiger angehen können, aber coronabedingt musste ich mich im Hotel gleich beim Einchecken für einen der beiden Frühstückstermine entscheiden. Ich hatte den früheren gewählt in der Hoffnung, dass es dann weniger voll sein würde. Wieder einmal sollte ich froh über meinen vollständigen Impfstatus sein. Im winzigen Frühstücksraum und am Buffet staute es sich. Aber das Hotelmanagement hatte sich große Mühe gegeben : Schilder mit Hinweisen auf den Mindestabstand, die Maskenpflicht, wenn man vom Platz aufstand und die Plastikhandschuhe, die zu tragen waren, wenn man sich etwas vom Buffet holte.

Der Andrang war hauptsächlich auf eine Wandergruppe zurückzuführen. Wieder einmal war ich glücklich, dass ich alleine unterwegs war. Auf die zwangsläufig mitgehörten Gespräche am Frühstückstisch konnte ich gerne verzichten. Man unterhielt sich über die durch das Wandern eingetretenen Blessuren. Bald wusste ich, wem welche Knochen schmerzten und wieviele Blasen an den Füßen der Gruppenmitglieder aufgetreten waren. Ziemlich unpassend fand ich, dass eine Dame am Nachbartisch zur Demonstration ihren nackten Fuß über dem Tisch hochstreckte. Meinen anhaltend bösen Blick bemerkte nur der neben ihr sitzende Herr, der mir lächelnd zunickte.

Gut gestärkt packte ich dann meinen Rucksack und steckte die notwendigen Wanderutensilien in mein Säckchen zum Umhängen. Die Wanderstöcke musste ich tragen, aber das störte mich nicht. Ich checkte aus und ließ meinen großen Rucksack im Hotel, um ihn vor der Rückfahrt wieder abzuholen.

Wandern wollte ich auf der Großen Kranzberg Runde, die von Mittenwald auf den Hohen Kranzberg, zum Ferchensee und Lautersee und zurück in den Ort führt. Die Wanderbeschreibung gab als Beginn die Talstation des Kranzberg-Sesselliftes an. Andererseits zeigte direkt vor meinem Hotel ein Wegweiser zum Lautersee. An der Rezeption erkundigte ich mich, ob ich die Runde auch umgekehrt gehen könnte und da hatte man keine Bedenken. Hinterher wusste ich, dass es schlauer gewesen wäre, die vorgeschlagene Richtung zu wählen.

Zuerst lief es sich ohne schweres Gepäck sehr angenehm, aber schon bald stieg die Temperatur. Auf dem schattigen Weg durch den Wald konnte ich aber recht gut mäßig steil bergauf gehen. Am Lautersee genoss ich den Blick auf die Wettersteinspitze und das von der Morgensonne angestrahlte Gewässer in verschiedenen Blautönen. Außer einer, wenn auch sehr lauten, Gruppe von E-Bikern traf ich am frühen Morgen nur wenige andere Passanten.

Der Aufstieg zum Ferchensee war schon etwas steiler, verlief aber im Schatten und durch einen dichten Mischwald. Bald kam ich am Südüfer des Sees an, wo ich mir eine erste Pause gönnte. Ein Mann mit Hund und ein Paar nahmen ein, wahrscheinlich recht kühles, Bad. Ich genoss die Ruhe, das Panorama und die Seerosen.

Dann folgte ich dem Westufer des Ferchensees, wo schon mehr Betrieb herrschte. Zahlreiche Wanderer und Radfahrer hielten sich dort auf, aber es war nicht überlaufen. Ziemlich überraschte war ich, als mich auf dem breiten Schotterweg ein Wanderbus überholte. Wenn man eine lange Strecke wandern will, z.B. zum Schachenhaus und zurück, kann man so ein Stück verkürzen. Es gibt natürlich auch diejenigen, nur relaxen und baden aber nicht wandern wollen. Mir hatte die Wanderung durch den Wald zu den beiden Seen gut gefallen, aber ich merkte mir die Busverbindung für zukünftige Touren.

Kurz hinter dem Gasthaus am Nordende des Sees fand ich die Abzweigung zum Großen Kranzberg. Nun ging es zur Sache, in weiten Kehren führte der Wanderweg steil bergauf. Sehr häufig kamen mir nun Wanderer entgegen. Das konnte zwei Gründen haben: der Gipfel war nicht mehr weit und die meisten Ausflügler waren in der Gegenrichtung unterwegs.

Nun musste ich mehrere kurze Trinkpausen einlegen und auch mein bewährter Traubenzucker kam zum Einsatz. Als ich aus dem Wald trat, sah ich den Hohen Kranzberg und die Hütte, das Kranzberghaus. Beides war nicht mehr weit und lag nicht viel höher. Beglückt nahm ich ein Foto dieses verheißungsvollen Anblicks auf.

Den letzten Anstieg auf den Hohen Kranzberg bewältigte ich in ein paar Minuten, aber unterwegs sah ich, dass das Wirtshaus nicht geöffnet hatte. Es hatte keinen Ruhetag, das hatte ich vorher nachgeschaut. Das Haus wirkte eher so, als ob dauerhaft geschlossen wäre.

Auf dem Kranzberggipfel (1391 m) schaute ich zunächst zurück in die Richtung, aus der ich gekommen war. Neben der Wettersteinwand, die ich schon auf der Wanderung gesehen hatte, entdeckte ich in der Ferne die Zugspitze und rechts daneben die Alpspitze. Auf die Zugspitze, den höchsten deutschen Berg (2962 m), will ich seit geraumer Zeit fahren, habe es aber bisher nicht geschafft. Die Alpspitze (2628 m) erinnerte mich an meinen vor drei Jahren verstorbenen Vater. Er schwärmte noch in hohem Alter von seiner Bergtour, die er Ende der 1930er Jahre mit einem „Kameraden“ von Garmisch (700 m) aus auf die Alpspitze (damals natürlich ohne Seilbahnunterstützung !) unternommen hatte.

Panoramafoto bitte anklicken.

Auf dem Kranzberggipfel steht eine Holzhütte als Unterstand. Ich setze mich auf die umlaufende Bank in den Schatten, wo ich auch vor dem überraschend kräftigen Wind geschützt war. Unter der Holzhütte standen viele bequeme Liegebänke aus Holz. Diese waren leider belegt und lagen außerdem in der prallen Sonne.

Von meinem Sitzplatz konnte ich den größten Teil des sensationellen 360° Bergpanoramas (Ester-, Soiern- und Karwendelgebirge) betrachten. Mein Blick ging zurück nach Wallgau, wo ich übernachtet hatte. Auch den Herzogstand, den ich am zweiten Wandertag bestiegen hatte, konnte ich erkennen. Der Ausblick ließ mich an meine zu Ende gehende Mehrtagestour mit dem Rucksack zurückdenken. Einfach toll, das alles so gut geklappt hatte !

Panoramafoto bitte anklicken.

Vom Kranzberggipfel konnte ich mich schließlich loseisen. Von nun an ging es bergab, auch im übertragenen Sinn. Wenn ihr meinem Blog folgt, wisst ihr vielleicht, dass ich mich vor dem Bergabgehen fürchte. Zunächst landete ich auf einem gerölligen Wegstück über dem Kranzberghaus , das sehr steil abwärts führte. Ich wollte gerade umkehren, als mir zugerufen wurde, dass es besser würde. Bis zur Sankt Anton Hütte führte die Strecke mal steiler und dann wieder angenehmer talwärts. Sehr hilfreich war, dass die steilsten Passagen asphaltiert waren und auffällig, dass mir mehrere schwer atmende Passanten entgegen kamen. Das waren wohl diejenigen Spaziergänger, die mit dem Kranzberglift hinauf gefahren waren und nur den letzten, allerdings sehr steilen, Aufstieg von 150 Höhenmetern bewältigen mussten. Aber wahrscheinlich hatte sich der Eine oder Andere das Ganze weniger anstrengend vorgestellt…

In der Sankt Anton Hütte verbrachte ich eine ausgedehnte Mittagspause bei Rindertafelspitz mit Kartoffelsalat und einem alkoholfreien Weizenbier. Beim Kaffee betrachte ich noch einmal die Landschaft und nahm Abschied von den wunderschönen Bergen. Vor allem das Karwendelgebirge hatte es mir angetan.

Panoramabild bitte anklicken.

Nach meinem Aufbruch traf ich ein (viel) älteres Paar, das das Bergpanorama mit dem Wildensee im Vordergrund bewunderte. Auf meine Nachfrage erklärten sie mir, dass sich die Bergstation der Kranzbergbahn nur wenige Meter unterhalb befinde. Ich war mir nicht sicher, ob ich laufen oder fahren sollte. Immerhin handelte es sich noch um 300 Höhenmeter. Daraufhin meinte der mindestens 80 Jahre alte Mann, dass der Weg ins Tal „sehr angenehm“ sei.

Wäre ich nur meinem Bauchgefühl gefolgt ! Aber mir ging eine Talfahrt mit dem Lift am Ende meines Wanderurlaubs gegen den Strich. Daher lief ich weiter talwärts und schwitzte auf den gerölligen Abschnitten Blut und Wasser. Sehr vorsichtig taste ich mich hinunter. Schließlich wollte ich mich nicht auf den letzten Kilometern meiner Wanderreise verletzen. Nun ging mir auch auf, warum die Wanderbeschreibung empfahl, den Aufstieg auf den Kranzberg, notfalls mit Hilfe des Lifts, zuerst anzugehen und dann gemütlich an den Seen entlang ins Tal zu spazieren.

Der Weg folgte der Sessellifttrasse und führte fast senkrecht hinunter. Nur einmal oder zwei Mal ging es in Kehren bergab. Als ich in Mittenwald ankam, zitterten mir die Knie, aber ich war heilfroh, dass alles gut gegangen war.

Fazit:
13 Km, 480 Hm, 3 Stunden ohne Pausen
Empfehle die Wanderung an der Talstation des Kranzbergliftes zu beginnen, den man auch als Aufstiegshilfe benutzen kann. Sehr abwechselungsreiche und leichte Wanderung mit steilen Aufstiegen, wunderschönes 360° Bergpanorama auf dem Hohen Kranzberg (Ester-, Soiern- und Karwendelgebirge), Bademöglichkeiten an den Seen.

Ich schlenderte noch einmal durch die Mittenwalder Altstadt. In einem Eiscafé in der Fußgängerzone erholte ich mich bei Erdbeer-Spaghetti-Eis und Espresso von den Strapazen.

Auf der Rückfahrt mit dem Zug erwartete mich noch eine unangenehme Überraschung. Die Bahnstrecke zwischen Oberau und Eschenlohe war gesperrt. Offensichtlich hatte sich ein Gleiskörper wegen der hohen Temperaturen von über 30 ℃ verformt. Ab Oberau fuhr ein Notfallbus bis Eschenlohe und zwar ausgerechnet über die Superstaustrecke, die Bundesstraße (B 2). Letztendlich lief alles nur auf eine halbe Stunde Verspätung hinaus, auch wenn nicht gerade angenehm war, mit dem vollgestopften Bus zu fahren. Auch die zweistündige Zugfahrt von Eschenlohe nach München war nicht gerade ein Vergnügen. Immerhin bekam ich gerade noch einen Sitzplatz.

Im Zug saßen auch etliche ältere Leute. Ich bemerkte, dass viele die FFP2-Maskenpflicht sehr nachlässig befolgten. Neben dem bekannten Herunterziehen unter die Nasenlöcher, zeigten sich schlampig angelegte OP- und Stoffmasken und ein Herr hielt sich die Maske sogar wie einen Maulkorb mit Abstand vor das Gesicht. Wahrscheinlich waren diese Herrschaften vollständig geimpft, während dies bei den jungen Passagieren in ihrer Nähe überwiegend nicht der Fall war. Wie bekannt ist, können auch Geimpfte das Virus noch übertragen. Selten habe ich mich so sehr fremdgeschämt! Was müssen die Jungen von unserer Generation denken? Sie werden die wirtschaftliche Last der Corona Pandemie in der Zukunft tragen müssen und wir sind nicht einmal bereit, ein bisschen Rücksicht zu nehmen.

Nach meiner wunderbaren Wanderreise kam ich glücklich, dankbar und etwas erschöpft wiedder nach Hause. Schön war’s !

Eine Bewertung meiner viertägigen Rucksackwanderung mit vollständigem Impfschutz veröffentliche ich in einem weiteren Beitrag.

Fotochallenge „Wasser“/ Photo Challenge „Water“

For translation please use the Google Translate Button on my site.

In dieser Woche hat uns Roland in seinem Blog Royusch-Unterwegs ein sehr schönes und vielfältig darstellbares Fotothema gestellt : Wasser.

Gerne präsentiere ich ein Foto von unserer Fahrt über den Bodensee mit der Autofähre von Konstanz nach Meersburg. Es zeigt Wasser als Teil der Verkehrsinfrastruktur. Die Fähre verbindet zwei sehr sehenswerte Orte am Bodensee, bringt Autos und Personen in kurzem Abstand, relativ preiswert und schnell über den See. Während der kurzen Fahrzeit (ca. 15 Minuten) genießt man den Blick auf die fantastische Seenlandschaft.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Wieder auf Reisen: Wandern in Bayern/ Traveling again: Hiking in Bavaria (1)

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Ein bisschen aufgeregt war ich schon, als ich am letzten Freitag zu meiner ersten Reise seit vielen Monaten aufbrach. Dieses Mal ging es nicht in die Ferne, nicht einmal in ein anderes Bundesland. Eigentlich wollte ich nur meinen frischen, vollständigen Impfschutz genießen und hatte mir vorgenommen, wohnortnah zu wandern, endlich wieder Öffentliche Verkehrsmittel in größerem Umfang zu benutzen und im Hotel zu übernachten.

Nach einiger Recherche, die für mich ungewohnt geworden war, aber doch wieder viel Spaß machte, kam mir die Idee, mit dem Rucksack von Bernried am Starnberger See nach Mittenwald zu wandern. Eigentlich hatte ich fast die gesamte Strecke an drei Tagen zu Fuß zurücklegen wollen, aber dann spielte das Wetter nicht mit. Häufige Regenschauer herrschten vor und es kühlte stark ab. Letzteres war mir beim Wandern recht, aber wieder ständig nass zu werden wie auf dem Jakobsweg im Herbst 2019, dazu hatte ich keine Lust. Zwei Übernachtungen hatte ich allerdings schon verbindlich gebucht, so dass eine Verschiebung nur bedingt in Frage kam.

Am Donnerstag war das Wetter regnerisch, also verschob ich meine Wanderung um einen Tag. Für den Freitag war wechselhaftes Wetter angekündigt, am Starnberger See wurden aber erst nachmittags leichte Regenschauer erwartet. Ich beschloss daher, bis zum frühen Nachmittag nach Iffeldorf an den Osterseen zu wandern und von dort den Zug nach Kochel zu nehmen. So sparte ich eine Tageswanderung ein und kam noch rechtzeitig zum Hotel am Kochelsee. Von der Kesselbergpasshöhe bei Kochel wollte ich am nächsten Tag auf den Herzogstand wandern, dann mit der Seilbahn hinunter zum Walchensee fahren und dort den Bus nach Wallgau benutzen. Nach einer Übernachtung sollte es zu Fuß nach Mittenwald gehen.

Der Wetterbericht für das folgende Wochenende war positiv, daher hoffte ich, dass ich mein Schlechtwetterprogramm nicht brauchen würde. Zur Not würde ich aber Museen besuchen, mit dem Schiff fahren, Kurzwanderungen in der Ebene und Stadtbesichtigungen unternehmen.

Kurz vor 10 Uhr stieg ich am Freitag in Bernried aus dem Zug. Zunächst folgte ich den Wegweisern zum Kloster Bernried. Nach einem kleinen Umweg zu einem netten Café, wo ich mich mit Cappuccino und Rosinensemmel für die bevorstehende Wanderung stärkte, durchquerte ich den Klosterhof. Die Kirche am Beginn meiner Tour zu besuchen, hätte mir gefallen, allerdings war diese, wohl wegen Bauarbeiten, nicht zugänglich.

Der Weg nach Seeshaupt, am Südende des Starnberger Sees, führte am Seeufer entlang. Zunächst durchquerte ich den Bernrieder Park, der ab dem 11. Jahrhundert bis zur Säkularisation dem Bernrieder Kloster gehörte hatte. Der direkt am See gelegene Park wurde im 19. Jahrhundert in einen sehr schönen Englischen Landschaftspark umgewandelt. Ich freute mich über die wunderbaren Aussichten auf die Seelandschaft und die Berge. Außer mir waren hauptsächlich Radfahrer unterwegs, von denen sich viele auf den idyllisch gelegenen Bänken am Seeufer niedergelassen hatten. Die Temperatur betrug ca. 16 Grad ℃, was angenehm zum Wandern war. Auch die Sicht auf die Berge war gegeben, obwohl es teilweise bewölkt war. Zufrieden schritt ich auf dem ebenen Uferweg dahin. Bald erreichte ich die Methusalem Eiche, ein jahrhundertealtes Naturdenkmal.

Dann kam die Sonne heraus und es wurde sofort recht warm. Ich zog meine Jacke aus, was in der Sumpflandschaft am See dazu führte, dass mich die Mücken überfielen. Außerdem färbten sich meine winterblassen Arme schon rosa. Auf einer Bank legte ich eine Trinkpause ein und cremte bzw. sprühte mich ein. Aber nun, ich konnte es kaum glauben, begannen dicke Regentropfen zu fallen. Eilig holte ich meine Regenjacke aus dem Rucksack und flüchtete. Der Weg führte anschließend durch den Wald. Als ich den Forst kurz darauf wieder verließ, hingen immer noch dunkele Wolken über dem See, aber der Regen hatte wieder aufgehört.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist rucksackwandern-bernrieder-park-11-2.jpg.

Die St. Jakobus Kapelle in Seeleiten, in welcher der Heilige als Pilgerwanderer zu sehen ist, war leider geschlossen. Zu gerne hätte ich eine stumme Zwiesprache mit dem Hl. Jakobus gehalten, weil ich immer noch eine Fortsetzung des Jakobswegs plane.

Nach knapp sechs Kilometern erreichte ich Seeshaupt, wo ich eine Mittagspause auf einer Bäckereiterrasse einlegte.

Die Beschilderung führte mich zu meinem nächsten Ziel, den Osterseen. Bald passierte ich die nördlichen Seen. Auf den Schildern war der Ort Iffeldorf aber nicht angegeben. Die Richtung des Weges stimmte zwar, aber zur Sicherheit fragte ich bei einem älteren Mann nach, der mir entgegenkam. Von ihm erhielt ich eine genaue Wegbeschreibung. Nicht lange danach war Iffeldorf ausgeschildert.

Nachdem ich eine Weile an Eisenbahnschienen entlang marschiert war, erreichte ich den Großen Ostersee, wo ich mich über das „Große Osterseepanorama“ freute, das einen fantastischen Ausblick über den See bis in die Berge bietet. Zuletzt stand ich dort im März 2020, kurz vor dem ersten Lockdown. Noch sehr gut erinnere ich mich, wie bevölkert diese Stelle damals war. Die Leute wussten schon, dass die Ausgangssperre drohte und wollten noch einmal „raus“. Nun war kaum etwas los. Unterwegs traf ich nur wenige Wanderer und Radfahrer.

Kurz nach dem Panoramablick, nahm ich den Weg, der zum Bahnhof Iffeldorf abzweigte. Ich lief nun durch den Wald und entfernte mich von den Osterseen. Zwar kannte ich die Strecke am Wasser schon, aber es tat mir doch leid, dass ich die schönen Ausblicke auf die Seen und die Berge nicht länger genießen konnte. Immerhin erreichte ich bald den Bahnhof, wo ich nur eine gute Viertelstunde auf den Zug warten musste, der mich in 20 Minuten nach Kochel brachte.

ca. 16 Km, 50 Hm, 4 Stunden ohne Pausen und Fotostopps

Fazit:
Genusswanderung mit wunderbaren See- und Bergpanoramen, bietet viel Abwechselung, so dass die Länge der Strecke nicht auffällt. Den Rucksack zu tragen, fiel mir bei dem kühleren Wetter und den geringen Höhenunterschieden nicht schwer.

In Kochel verwöhnte ich mich am Nachmittag in einer italienischen Eisdiele. Das hatte ich mir verdient!

Ein Spaziergang durch den Ort rundete meinen Wandertag auf das Schönste ab. Allerdings fehlte mir die Energie, um noch die 15 Minuten zum Kochelsee zu laufen, den ich aber schon mehrere Male besucht hatte.

Nachdem der Wetterbericht für den folgenden Tag viel Sonnenschein versprach, wollte ich wie geplant auf den Herzogstand gehen. Ich freute mich sehr auf diese Bergwanderung durch eine außerordentlich schöne Landschaft. Allerdings fragte ich mich, ob ich 900 Hm mit dem Rucksack schaffen würde. Die Wanderstrecke war als einfach eingestuft, aber das musste nicht viel bedeuten. Wie ich von meiner Wanderung auf den Hirschberg wusste, war ich überhaupt nicht fit. Aber wenigstens versuchen wollte ich es …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Römerwanderung bei Bad Gögging/Roman hiking trail around Bad Gögging

For translation please use the Google Translate button on my site.

Der Mai zeigte sich in diesem Jahr meistens von seiner nassen und zum Teil stürmischen Seite. Aber am letzten Tag gab er noch einmal alles ! Die Sonne lachte und die Temperaturen stiegen auf sommerliche Höhen. Das musste ich ausnutzen und schloss mich daher H. auf seiner Fahrt nach Bad Gögging bei Kehlheim ein weiteres Mal an.

Nun hatte ich mir die Königsetappe der Wanderungen rund um Bad Gögging vorgenommen. Auf der „Römerschlaufe am Jurasteig“ waren knapp 14 km und stolze 129 Höhenmeter zu bewältigen. Gleichzeitig würde das meine vorerst letzte Wanderung rund um den Ort sein. Die Wandervorschläge der Touristeninformation hatte ich damit „abgearbeitet“ (s. auch hier und dort) . Auf die außerdem vorgestellten Spaziergänge würde ich mich begeben, wenn wir endlich wieder im Hotel übernachten können.

Nachdem ich das Auto am Minigolfplatz am Ufer der Abens abgestellt hatte, überquerte ich einen Bach, ging an einer Kapelle vorbei und folgte nun der gut ausgeschilderten „Römerschlaufe“ durch die Feld- und Wiesenlandschaft. Auch die ersten Hopfenfelder tauchten auf. Einen guten Kilometer verlief der Weg auf dem Hochwasserdamm, so dass sich mir schöne Ausblicke auf die Auenlandschaft an der Donau eröffneten. Die Gegend wirkte völlig verlassen, nicht einmal Radfahrer konnte ich auf dem darunter gelegenen Donauradweg nach Regensburg entdecken. Vor Corona war dort immer ziemlich viel los !

Die „Römerschlaufe“ führte danach leicht bergauf auf einen Höhenrücken, wo ich einen Panoramablick auf die Landschaft genießen und nun auch die Donau sehen konnte. Ein kurzes Stück verlief der Weg dann in der Nähe der kaum befahrenen Straße bis zum Römerkastell Abusina.

Das Kastell Eining (lateinisch: Abusina) war ein römisches Militärlager, das der Sicherungs- und Überwachungsaufgaben am „Rätischen Limes“ diente. Die Donau bildete dort in weiten Abschnitten die römische Reichsgrenze. Die baulichen Reste der Anlage befinden sich südlich von Eining, einem Ortsteil von Neustadt an der Donau. Abusina ist Bestandteil des zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden „Rätischen Limes“ und eine der wenigen vollständig freigelegten und in ihren Grundmauern rekonstruierten Wehranlagen an diesem Grenzabschnitt.

Das Kastell wurde um das Jahr 80 n. Chr. zur Sicherung der Donaulinie als Teil der Nordgrenze des römischen Imperiums errichtet. Bis zum endgültigen Untergang um die Mitte des 5. Jahrhunderts, wohl infolge eines Vorstoßes der Alamannen von Westen, wurde Absusina mehrmals erweitert bzw. zerstört.
Quelle Wikipedia

Das frei zugängliche Abusina hatte ich schon mehrmals besichtigt, einmal auch mit einer Führung (s.u.). Zu Fuß hatte ich den Ort allerdings noch nie aufgesucht und das Ankommen ohne Fahrzeug fand ich besonders reizvoll. Die Ruinen lagen verlassen in der Mittagssonne. Auch die Audioinstallationen, die normalerweise beim Betreten der ehemaligen Tore erklingen, und den Besucher in den Militäralltag hineinversetzen sollen, waren abgeschaltet. Kurz vor dem Ausgang traf ich dann noch auf einen weiteren Besucher. Die Aussichtsterrasse war glücklicherweise geöffnet und so konnte ich den Ausblick über die Anlage ungestört genießen.

Nach dem Besuch von Abusina führte mich der Weg hinunter zur Donau. In Eining befindet sich eine Fähranlegestelle und ein daneben gelegener, sehr gemütlicher Biergarten. Meine Hoffnung, dass dieser schon wieder geöffnet wäre, erfüllte sich leider nicht. Erst zwei Tage später sollte es soweit sein. Immerhin gab es Bänke zum Sitzen am Donauufer, die aber alle belegt waren. Schnell fand ich einen anderen guten Platz direkt am Fluss, wo ich es mir mit meiner mitgebrachten Brotzeit gut gehen ließ.

Nach einem Kilometer an der Donau führte die „Römerschlaufe“ leicht ansteigend auf den Sandberg. Danach verlief die Strecke am Waldrand mit weiten Aussichten über die Donau und die Landschaft am anderen Flussufer. Allerdings gab es fast keinen Schatten, so dass es mir schon wieder zu heiß wurde. Wie froh war ich, als ich eine Bank im Schatten entdeckte. Dort legte ich eine kurze Trink- und Ruhepause ein.

Die restliche Wanderung verlief unspektakulär. In der Umgebung von Bad Gögging begannen wieder die Hopfenfelder. Die Pflanzen hatten sich schon bis zu zwei Meter an den gespannten Drähten hochgerankt und ihr frisches Grün vor dem blauen Himmel bot einen erfreulichen Anblick (zum Hopfenanbau in der Holledau siehe hier).

Entweder übersah ich danach ein Schild oder die nächste Abzweigung war nicht ausgeschildert, so dass ich mich ein bisschen verirrte. Dank Google Maps fand ich aber ohne weiteres zurück nach Bad Gögging. Am Minigolfplatz, der inzwischen sehr gut besucht war, stieg ich ins Auto. Bevor ich H. abholte, musste ich noch frischen Spargel besorgen. Das erledigte ich im Abensberger Ortsteil Sandharlanden. Zu meiner großen Freude gab es beim Spargelbauern auch Cappuccino und selbstgebackenen Obstkuchen!

Fazit:
Die Wanderung „Römerschlaufe“ bietet viel Abwechselung. Die Höhenanstiege sind nicht dramatisch und eröffnen immer wieder neue Ausblicke in die Auen- und Kulturlandschaft an der Donau. Daher kam mir die Strecke von etwa 14 km nicht zu lang vor. Allerdings bot der Weg nur wenig Schatten, was im Hochsommer sicherlich belastend wäre. Ein bisschen unheimlich war mir auch, dass ich auf der gesamten Weglänge nur in Donaunähe auf andere Menschen traf, mehrere Stunden war ich ganz alleine und abseits von Orten unterwegs.

Ein Highlight bildet der Besuch im Kastell Abusina. Das Gelände ist jederzeit zugänglich, aber empfehlen würde ich die Teilnahme an der Führung, welche die Touristeninformation Bad Gögging organisiert. Einen interessanten Abschluss der Wanderung bietet auch der Besuch des Römischen Museums für Kur- und Badewesen. Die Römischen Legionäre, die vermutlich unter dem kalten nördlichen Klima litten, hatten bald die wohltuende Wirkung des Schwefelwassers der Bad Gögginger Quellen entdeckt, so dass die ersten Thermalanlagen bereits 80 n. Chr. gebaut wurden. Eine solche wurde unter der Bad Gögginger Kirche St. Andreas entdeckt und ausgegraben (Besuch mit Führung Dienstag bis Samstag von 16-17 Uhr).

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Genusswandern/Enjoyable hike: Isar-Natur-Erlebnisweg

For translation please use the Google Translate button on my site.

Bei Garmisch oder Mittenwald war ich schon lange nicht mehr wandern, obwohl die Alpenlandschaft dort traumhaft schön ist. Als ich Anfang letzter Woche nach Krün bei Mittenwald fuhr, fiel mir der Grund wieder ein. Es ist nicht die Entfernung, die von meinem Wohnort etwas über 100 km beträgt, obwohl diese fast 50 km mehr beträgt als zu meinem Lieblingsgewässer, dem Tegernsee. Als ich die von meinem Navi mit 1,5 Stunden berechnete Fahrstrecke antrat, schaute ich nur flüchtig nach der Route. Zu spät und voller Schrecken bemerkte ich, dass ich zum Autobahnende hinter Eschenlohe und dann noch 13 km auf der Bundesstraße 2 bis kurz vor Garmisch geführt wurde. Auf dieser Strecke herrscht Dauerstau ! So erging es mir natürlich auch an diesem Vormittag. Immerhin fuhr ich im Stop and Go, wenn auch sehr langsam, weiter. Ich schaute mir die herrlich schneebedeckten Berge an und übte mich in Geduld. Schließlich verfügte ich über viel (zu viel?) Zeit.

Mein Ziel war der Isar-Natur-Erlebnisweg bei Krün. Auf der Suche nach dem Wanderparkplatz irrte ich noch etwas herum und einen Kaffee musste ich vor der Wanderung noch trinken. Alles in Allem waren fast drei Stunden vergangen, bis ich zu meiner kurzen Wanderung startete.

Der Isar-Natur-Erlebnisweg ist ein Themenrundweg an den Isarauen sowie über der Isar und eine der vielen Wandermöglichkeiten rund um Krün, einem schönen Ort vor einer eindrucksvollen Bergkulisse.

Zunächst überquerte ich die Isar. Auf der Brücke bewunderte ich zum ersten Mal den türkis schillernden Fluss (siehe auch hier). Die Isar fließt durch meine Heimatstadt München und ich hatte ihren Oberlauf schon lange besuchen wollen. Ein bisschen wilder hatte ich mir den weitgehend naturbelassenen Fluss schon vorgestellt, zumal es doch wochenlang viel geregnet hatte. Die Lösung lag im flussaufwärts liegenden Isarstausee, an dem ich später vorbei wandern würde.

Auf dem Isar-Natur-Erlebnisweg kann man viel lernen. Auf 25 Schautafeln werden z.B. die Tier- und Pflanzenwelt, die Geologie, die Historie und die Entstehung der Isar anschaulich erläutert. Ich brachte so viel Geduld nicht auf, also schaute ich mir nur einige Tafeln an. Sehr interessant fand ich aber die Station zur Flößerei auf der Isar im19. Jahrhundert.

Nach der Brücke spazierte ich ein kleines Stück isarabwärts und dann zweigte der Weg nach oben in den Wald ab. Vorgestellt hatte ich mir, dass ich auf dem Hin- und Rückweg am Flussufer gehen würde, aber das traf nicht zu. Nach einem kurzen Aufstieg von ca. 50 Höhenmetern erreichte ich einen gut ausgeschilderten Höhenweg über dem Fluss. Während auf dem Uferweg reger Betrieb von Radfahrern und Fußgängern geherrscht hatte, war ich nun allein im Wald unterwegs. Immer wieder genoss ich herrliche Ausblicke auf die Isar, das Ester- und das Karwendelgebirge.

Schließlich ging es allmählich bergab. Auf dem eben verlaufenden Weg zum Isarstausee schaute ich mir den Nachbau eines historischen Floßes an.

Als ich am Stausee entlang wanderte, hielt ich nach Wasservögeln Ausschau. Kleine Schwäne konnte ich nicht entdecken, aber ihre zukünftigen Eltern beim Poussieren beobachten.

Am anderen Ufer vom Isarstausees, der zur Stromgewinnung genutzt wird, wanderte ich zurück nach Krün. Nach dem Kraftwerk folgte die einzige langweilige Strecke vorbei an mehreren Supermärkten, aber bald ging es wieder hinunter zum schönsten Stück direkt am Flussufer. Auf den Kiesbänken hatten sich einige Leute bequem niedergelassen. Auch ich ging hinunter, setze mich eine kleine Weile und schaute dem Fließen des Wasser zu. Leider bin ich immer noch nicht in der Lage, längere Zeit entspannt sitzen zu bleiben. Das muss ich erst wieder lernen ! Nun brach ich bald wieder auf und erreichte nach kurzer Zeit wieder den Wanderparkplatz.

Knapp 6 Km, 80 Höhenmeter, 1,5 Stunden (ohne Lese- und Entspannungspausen).

Fazit:
Leichte Wanderung mit geringen Steigungen, sehr kurzweilige Wegführung, äußerst lehr- und aussichtsreich. Wer möchte kann die Route durch Abstecher in die Bergwelt verlängern. Wenn möglich sollte man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder auf einer Alternativroute fahren (s.u.).

Eigentlich hatte ich geplant, nach dem Isar-Natur-Erlebnisweg zum nahen Barmsee zu fahren und dort noch etwas zu laufen, weil mir die Wanderung an der Isar zu kurz war. Nun rechnete ich mit einer längeren Heimfahrt und entschied mich daher gegen eine weitere Wanderung. Über Garmisch wollte ich lieber nicht zurückfahren. Mein Navi schlug mir eine Alternative vor, die sich als wunderschön herausstellte. Von Krün folgte ich der Deutschen Alpenstraße nach Wallgau, dann ging es hoch und wieder herunter zum Walchensee und anschließend zum Kochelsee. Die Landschaft war einfach wunderschön. Daher machte es mir nichts aus, dass ich mich beim Fahren auf der kurvenreichen Bergstrecke sehr konzentrieren musste. Auch der lebhafte Verkehr störte mich nur ein bisschen. Bei Motorradfahrern ist die Straße offensichtlich sehr beliebt. Ein bisschen geschafft aber glücklich kam ich am Kochelsee an, wo ich mich auf einer Restaurantterrasse am See bei Cappuccino und Käsekuchen erholte, bevor ich die Rückfahrt fortsetzte. In Murnau fuhr ich wieder auf die Autobahn und dann ohne weitere Probleme zurück. Keine Ahnung, wie lange ich für die Heimfahrt gebraucht habe. Es hatte mir so gut gefallen, dass ich nicht auf die Uhr geschaut habe!

Gerade plane ich eine Rückkehr in die Region. Wenn ich den vollen Impfschutz erreicht habe, möchte ich eine kleinere Mehrtageswanderung mit dem Rucksack unternehmen, u.a. zum Kochel- und zum Walchensee und vielleicht auf den Herzogstand, den ihr auf dem letzten Foto sehen könnt. Hoffentlich bin ich fit genug und das Wetter sollte auch passen.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Fotoprojekt 2021 (Juni) „Nahrung“ / Photo Challenge 2021 (June) „Food“

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Im Juni ruft uns Roland von Royusch-Unterwegs wieder auf, ein Foto zum Thema „Nahrung“ zu posten. Nun geht es um „Bier“ . Wie von Roland beschrieben, handelt es sich in Bayern um eine Art Grundnahrungsmittel.

Obwohl wir keine echten Bayern sind, haben wir uns in dieser Hinsicht gut akklimatisiert. In der warmen Jahreszeit suchen wir häufig zum Abendessen den Biergarten auf, den wir zu Fuß in fünf Minuten erreichen. Das kalorien- und fleischreiche Essen das es dort zu kaufen gibt, nehmen wir nur selten zu uns. Vielmehr machen wir von dem innerhalb der Münchner Stadtgrenzen gegebenen Recht Gebrauch, die eigene Brotzeit mit zu bringen, und kaufen uns dazu ein frisches kühles Bier und eine Brezel. In diesem Jahr öffnete unser Biergarten unter Hygieneauflagen erst am 13.Mai und wir waren gleich am ersten Tag dort, obwohl das Wetter ziemlich kühl war.

Kürzlich war ich wieder in der Holledau wandern (Bericht folgt), dem laut Wikikpedia 2.400 km² größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. Hier werden rund 86 % des deutschen und rund 34 % des weltweit verarbeiteten Hopfens produziert.

Wie ihr wisst, dient Hopfen zum Bierbrauen und nach dem deutschen „Reinheitsgebot“ darf das Getränk nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt werden.

Die Hopfenfelder, die in der kalten Jahreszeit mit den Stangen und den Drähten, an denen sich die Pflanzen empor ranken, sehr karg aussehen, waren inzwischen schön grün (siehe auch hier). Aber nicht nur in der Holledau wächst der Hopfen, sondern auch bei uns im Garten und zwar rasant mit 20 bis 30 cm am Tag.

In ein paar Wochen bildet die Pflanze die gelb-grünen Hopfendolden, aus denen Bier gebraut werden kann. Aber unser Bier trinken wir doch lieber im Biergarten😉.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr!