Highlight: Wandern in den Cinque Terre 2 / Hiking in Cinque Terre 2

For translation please use the Google Translate button.

Reisen ist zur Zeit unmöglich. Bis zu einer Verbesserung der Situation bleibt uns nicht anderes übrig als die Erinnerung an wunderschöne, vergangene Reisen zu beleben.

In diesem Sinne veröffentliche ich noch einmal meine Beiträge über unseren Wanderurlaub in den Cinque Terre in Ligurien (Italien). Den im März 2018, in der Frühzeit meiner Bloggerei verfassten, Beitrag habe ich nicht verändert. Meine Texte waren damals länger und nur wenig bebildert. Wie gefällt euch das Ganze ?

Den ersten Post zu unserer Wanderreise in den Cinque Terre findet ihr hier.

Cinque Terre im Vorfrühling 2 

Wanderung von Levanto nach Bonassola und Framura

Nachdem wir am Samstag die Massen beobachtet hatten, die in die Cinque Terre strömten, beschlossen wir, am Sonntag dort nicht zu wandern. Wir gingen zunächst von Levanto nach Bonassola. Der Weg verlief größtenteils durch ein locker mit Ferienhäusern bebautes Gebiet, bot aber schöne Aussichten und war nicht schwierig. Natürlich ging es wieder bergauf und bergab, aber daran hatten wir uns inzwischen gewöhnt. Das dachten wir jedenfalls …

Nach ca. einer Stunde kamen wir am idyllischen Strand (zumindest um diese Jahreszeit) von Bonassola an, wo wir eine kleine Rast einlegten. Es war zwar sonnig und recht warm, ca. 13 bis 15 Grad, aber der kühle Wind vertrieb uns relativ schnell. Einige mutige junge Frauen konnten wir trotzdem bei einem kurzen Bad beobachten. Auf einer windgeschützten Caféterrasse machten wir es uns in der Sonne bei Cappuccino und Brioche bequem.

Wir suchten dann den Weg nach Framura, dem Nachbarort, der unser heutiges Ziel darstellen sollte. Nach einigen Fragen bei Einheimischen und in der Touristeninformation folgten wir schließlich dem Zeichen nach Framura  (hinterher merkten wir, dass wir den einfacheren Pfad mit der Bezeichnung SVA hätten gehen können). Unser Weg führte nun durch eine sehr schöne Küstenlandschaft mit atemberaubenden Ausblicken (u.a. vom Aussichtspunkt Salto de la Lepre) und die Umgebung war dichtbewachsen mit mediterraner Macchia. Allerdings gab es auch zahlreiche ausgesetzte Stellen an Steilhängen, die bis zu zweihundert Meter tief ins Meer abfielen. Ich bin nicht empfindlich, aber nach einiger Zeit zerrte das an meinen Nerven. Mit zitternden Knien bewegte ich mich auf den sehr steilen Abstiegen. Immer wenn ich dachte „Jetzt sind wir gleich unten!“, kam der nächste Aufstieg und danach wieder ein Abhang, auf dem es keine Stufen gab, sondern oft nur Geröll und Matsch auf dem abschüssigen Terrain. So brauchten für eine Strecke von knapp fünf Kilometern dann tatsächlich zwei Stunden, so wie es uns die Dame von der Touristeninformation vorhergesagt hatte.


Die Aussicht auf eine schöne Mittagsrast im Örtchen Framura hatte uns während der anstrengenden Wanderung getröstet. Nach einem letzten steilen Abstieg landeten wir am Bahnhof Framura, um festzustellen, dass es dort sonst nichts gab, nicht einmal eine Bahnhofsbar. Ein Getränkeautomat stand auf einem Bahnsteig, aber der schien nicht zu funktionieren, da ihn ein italienischer Wanderer gerade mit wütenden Flüchen bedachte. Hinter dem Bahnhof entdeckten wir einen Tunnel und hoch über uns am Berg eine Dorfkirche. „Da geh‘ ich jetzt nicht wieder hoch!“ rief ich spontan. (Später las ich, dass Framura ein Ort mit 650 Einwohnern ist, die sich auf fünf „Fraktionen“ verteilen. Der Bahnhof befindet sich in der Fraktion Anzo.)

„Na, dann gehen wir halt zum Strand. Da gibt’s bestimmt eine Bar.“ meinte H. Wir entdeckten eine Art Promenade, einen schön angelegten Weg aus Felsplatten, der knapp über der Meereshöhe direkt an der Steilküste klebte. Hier musste es zum Strand gehen. Wir gingen eine Weile an riesigen Felsen vorbei, an die ständig und lautstark beträchtliche Wellen anbrandeten. Schließlich endete der Weg an einem  engen und kurzen Strandstück direkt unterhalb der Bahngleise, die hier nicht im Tunnel verliefen. Einige Leute hatten sich schon auf den wenigen Plätzen niedergelassen, auf denen man einigermaßen im Trockenen sitzen konnte.

Wo waren wir denn da gelandet? Nach dieser anstrengenden Wanderung, wo wir von oben immer wieder die schönste Gegend bestaunt hatten! Wir gingen ein Stück zurück und fanden dann eine Art Steinpodest über dem Meer, wo wir hungrig über unsere mitgebrachte Notbrotzeit aus Schoko- und Müsliriegeln und Apfel herfielen und unser Wasser austranken.

Eigentlich wollten wir den Fahrrad- und Fußgängerweg von Framura nach Levanto zurückgehen, der auf Meereshöhe verlaufen sollte, fanden aber in Framura den Einstieg nicht. Dann kam auch gleich ein Zug, mit dem wir bis Bonassola zurückfuhren. Der Fahrpreis betrug hier, außerhalb der Cinque Terre, nur 1,90 €.

In Bonassola stärkten wir uns zuerst mit Kaffee und Getränken und fanden dann den Fahrrad- und Spazierweg (Pista Ciclabile) nach Levanto ohne Probleme. Wir hatten uns schon gefragt, wie der Weg an dieser zerklüfteten Küste auf Meereshöhe verlaufen kann. Die Lösung war, dass wir durch mehrere lange Tunnel liefen, die im 19.Jahrhundert als Eisenbahnstrecke angelegt worden waren und nun von Spaziergängern und Radfahrern benutzt werden konnten. Zwischen den Tunneln hatten wir tolle Ausblicke auf die dramatische Felsküste und die Brandung. Das war wirklich eine einzigartige Wandererfahrung. Wir nahmen uns vor, an einem Regentag, wenn die Wellen noch wilder gegen die Felsen peitschen würden, wieder zu kommen.

Am Montag hatten wir uns eine längere Wanderung von Riomaggiore nach Portovenere vorgenommen. Nachdem wir in Riomaggiore gestartet waren, erreichten wir ziemlich schnell auf einem Weg mit angenehmer Steigung (ohne steile Stufen) die Wallfahrtskirche Madonna di Monte Nero (345 m hoch).  Riomaggiore hatten wir wegen der bevorstehenden längeren Wanderung von fünf bis sechs Stunden schnell hinter uns gelassen. Der Plan war, in der Cafeteria der Wallfahrtskirche ein zweites Frühstück zu genießen. Nun ja, da hatte ich mich wohl verrechnet. An diesem Montag waren die Kirche und die Cafeteria geschlossen. Der wunderbare Ausblick über die Cinque Terre auf der einen und die Halbinsel von Portovenere auf der anderen Seite , den wir auf einer Bank in der Sonne bei mit Schokoriegeln und Cola genossen, entschädigte uns aber.

Die Wanderung sollte dann sehr einsam werden. Zwischendurch sorgte ich mich fast. Was würde passieren, wenn einer von uns stürzte ? Gäbe es Wanderer, die uns helfen könnten? Begleitet von schönen Blicken auf die Küste stiegen wir zum Telegrafo auf in 513 m Höhe auf. Teilweise mussten wir auf Händen und Füßen klettern.

Oben angekommen entdeckten wir, dass das Restaurant ebenfalls wegen Ruhetag geschlossen war. Außerdem flog ein Hubschrauber ständig über dem Gebiet hin- und her, der große Steine in Taschen an eine uns unbekannte Stelle transportierte. Diese musste sich aber in der Nähe befinden, weil der Helikopter immer direkt mit sehr lautem Dröhnen wiederkehrte. Außerdem stellten wir fest, dass auf den Telegrafo eine Straße führte und einige Wanderer bis hierhin mit dem Auto gefahren waren.

Ein bisschen frustriert beschlossen wir, gleich weiter nach Portovenere zu gehen. Kaum zehn Minuten später kamen wir an einen Kiosk mitten im Wald. Der Pächter saß an einem Tisch und las die Zeitung, sonst war niemand zu sehen. Erleichtert setzten wir uns und pausierten bei Kaffee und Kuchen. Auf den Cappuccino hatte ich keine große Hoffnung gesetzt. Aber wir befanden uns in Italien, wo es selbst in einem Kiosk im Wald eine professionelle Kaffeemaschine gibt !

Gut gestärkt gingen wir weiter. Erstaunlicherweise verlief der Weg nun noch ein bisschen höher, so dass wir uns schließlich auf 586 m Höhe befanden (Das sollte unser Rekord bleiben.). Hier liefen wir durch einen dichten Wald, aber es gab keine immergrünen Pflanzen wie in der Macchia. Auch wies kein einziges Laubgehölz Knospen auf. Jetzt bemerkten uns zum ersten Mal bewusst, dass wir uns noch durch eine Winterlandschaft bewegten. An der Küste hatte es bisher immer ein paar hellgrüne Flecken gegeben und ganz vereinzelt auch blühende Zweige. Ich beschloss, einmal im Frühling zu den Cinque Terre zurückzukehren. Trotz der Touristenmassen muss es dann sehr schön sein.

Bald blickten wir auch auf die andere Seite der Halbinsel von Portovenere, den Golf von La Spezia und dahinter den schneebedeckten Apennin – ein beeindruckender Anblick!

Nachdem wir eine ganze Weile auf bequemen Pfaden unterwegs gewesen waren, näherten wir uns der Steilküste. Unser Weg bewegte sich nun zum Teil sehr dicht an hohen Klippen entlang, bot aber auch atemberaubende Ausblicke auf die Küste. Manchmal hätte ich gerne ein Geländer zum Festhalten gehabt, aber wirklich gefährlich war es nicht, zumindest nicht bei trockenem Gestein.

Wir liefen danach durch einen dichten Wald und zwar leicht bergauf und dann wieder sehr langsam bergab . Ich machte mir schon Gedanken, ob wir richtig waren, weil uns die bis dahin sehr häufigen Wegweiser nach Portovenere verlassen hatten und es nur noch Wanderzeichen mit wechselnden Nummern im 500er Bereich gab. Ein Blick auf unseren Standort mit Hilfe von Google Maps verriet uns, dass wir uns in die richtige Richtung bewegten. Schließlich begannen sie wieder: die Stufen, viele, viele, hoch und sehr steil. Wir schleppten uns hinunter und landeten direkt auf dem Hauptplatz von Portovenere ! In der ersten Bar ließen wir uns auf Terrassenstühle fallen und regenerierten uns bei Kaffee, Eis und Bier.

Danach liefen wir durch die Altstadt zur Festung mit der Kirche San Pietro, ein magischer Ort mit berauschenden Ausblicken auf die Küste, den Hafen und den Apennin. Im Hafen von Portovenere dümpelten leider erst einige Boote. Den bekannten Postkartenblick konnte ich nicht ablichten. Wohl aus Platzmangel waren die für den Winter mit Planen eingerüsteten Boote nicht nur in der Nähe der Häfen untergebracht sondern standen meist mitten im Ort, zum Beispiel neben den Restaurants.

Eigentlich wollten wir mit dem Boot nach Monterosso zurückfahren. Wir hätten aber noch eine Stunde warten müssen und wären dann erst zwei Stunden später in Levanto gewesen. Unsere Aufnahmekapazität für schöne Landschaften waren außerdem erschöpft. Wir entschieden uns, mit dem Bus nach La Spezia zu fahren und nahmen dort den Zug zurück in unseren Ferienort Levanto (Dauer- ohne unsere Suche des Bahnhofs in der Stadt – ca. 1 Stunde).

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Highlight: Wandern in den Cinque Terre 1/ Hiking in Cinque Terre 1

For translation please use the Google Translate button.

Reisen ist zur Zeit unmöglich. Bis zu einer Verbesserung der Situation bleibt uns nicht anderes übrig als die Erinnerung an wunderschöne, vergangene Reisen zu beleben.

In diesem Sinne veröffentliche ich noch einmal meine Beiträge über unseren Wanderurlaub in den Cinque Terre in Ligurien (Italien). Den im Jahr 2018, in der Frühzeit meiner Bloggerei, verfassten Beitrag habe ich nicht verändert. Meine Texte waren damals länger und nur wenig bebildert. Wie gefällt euch das Ganze ?

Wandern in den Cinque Terre vom 22.- 30.3.2018

Cinque Terre im Vorfrühling 1

Von Levanto aus, wo wir unsere Unterkunft gebucht hatten, kann man sehr gut mit dem Zug fahren: westwärts nach den Cinque Terre (Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Rio Maggiore)  sowie nach La Spezia und westwärts nach Sestri Levante ca.  alle 30 Minuten. Auch nach Genua gibt es häufige Zugverbindungen. In den Cinque Terre  gilt der Einheitstarif von 4 € pro Fahrt, auch wenn man nur in das nächstgelegene Dorf fährt. Für den gleichen Preis kann man auch nach La Spezia und Sestri Levante reisen. Wir sind jeden Tag mit dem Zug zum Ausgangspunkt unserer Wanderungen gefahren. Die Tageskarte Cinque Terre Card für 16 €  haben wir nicht benutzt.

Unsere erste Wanderung sollte Monterosso nach Riomaggiore führen. Das ist die beliebteste Wanderung und sie kostet Eintritt. Diesen mussten wir aber nicht bezahlen, weil der Wanderweg offiziell erst am nächsten Tag eröffnet wurde.

Wir fuhren mit dem Zug nach Monterosso. Die Fahrt dauert nur fünf Minuten. Trotzdem hatten wir uns auf Plätze auf der Meeresseite in einem erhöht gelegenen Zugteil gesetzt, um die Aussicht zu genießen. Wir mussten dann aber feststellen, dass der Zug direkt nach der Abfahrt in einem Tunnel verschwand, aus dem er erst kurz vor dem Bahnhof von Monterosso wieder auftauchte. Da wussten wir noch nicht, dass dies auf der gesamten Strecke in den Cinque Terre der Fall sein würde. Bei manchen Bahnhöfen, wie zum Beispiel in Riomaggiore, steigt man sogar in einem Tunnel aus.

Vom Bahnhof in Monterosso liefen wir durch einen Fussgänger- und Fahrzeugtunnel, der zum alten Stadtkern des Örtchens führt. Nach ein bisschen Fragen und Suchen fanden wir auch den Beginn des Wanderwegs, links neben der Kirche. Danach war es kein Problem mehr. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und oft mit Treppengeländern versehen. Zwischendurch gibt es nummerierte Punkte („Punto“) mit Schildern, die sogar mit Notrufnummern versehen sind.

Bei schönstem Wetter liefen wir zunächst bis Vernazza. Wir staunten nicht schlecht darüber, dass das Wandern recht anstrengend war. Obwohl die zu bewältigenden Höhen nicht über 220 Meter hinaus gingen, mussten wir ständig treppauf und treppab laufen. Aber die Ausblicke auf das smaragdgrüne Meer und die wilde Küste waren wirklich wunderschön. Nach Vernazza stiegen wir hinunter und verbrachten dort eine ausgiebige Mittagspause in einer Bar am Hafen. Selten habe ich schöner gesessen. Allerdings war es erwartungsgemäß ziemlich teuer: 30 Euro für zwei kleine Snacks, Bier, Wasser und Espresso.

Vernazza Cinque Terre

Nach dem Ort  mussten wir wieder viele Treppen hinaufsteigen, um nach Corniglia, dem Cinque Terre Dorf Nr. 3,  zu gelangen. Dieses liegt aber nicht auf Meereshöhe sondern 80 m hoch, so dass der Abstieg nicht so beschwerlich war.

In dem hübschen Örtchen mit der sehenswerten Wallfahrtskirche San Pietro gönnten wir uns ein leckeres Eis, gingen aber gleich weiter. Die Fortsetzung des Wegs nach Manarola und Riomaggiore würde viel erholsamer werden. Unsere Karte zeigte einen Verlauf auf Meereshöhe.

Aber zunächst liefen wir viele, aber bequeme Treppen hinunter, die vom Ort zum Bahnhof Corniglia führten. Dort standen ziemlich viele Leute, die wohl keine Lust zum Laufen mehr hatten. Wir liefen weiter an der Küste an verfallenen Buden vorbei und dann stellte sich heraus, dass der Weg bis zum Ende in Riomaggiore gesperrt war. Ein riesiges Gatter verwehrte uns den Zugang. Dahinter sah man mehrere Stellen, an denen der Weg  durch Erdrutsche abgebrochen war. Wir waren etwas sauer und fragten uns, warum es keinen Hinweis auf die Sperrung am Bahnhof Corniglia gegeben hatte. Wie wir später erfuhren ist dieser Wegabschnitt seit mehreren Jahren gesperrt und wird auch in diesem Jahr (2018) nicht geöffnet. Selbst die berühmte Via dell‘ Amore zwischen Manarola und Rio Maggiore, die angeblich von Liebespaaren aus der ganzen Welt begangen wird, ist nicht zugänglich. Nun gut, für den ersten Tag reichte es uns  mit dem Wandern. Cinque Terre No. 4 und 5 Manarola und Riomaggiore würden wir an anderen Tag besuchen. Wir nahmen den Zug zurück nach Levanto.

Am nächsten Tag spürten wir unsere Knochen und beschlossen, einen kurzen Wandertag einzulegen. Bei  leicht bewölktem Wetter starten wir am Ende des Strandes von Levanto. Es ging wieder über steile Stufen bergauf. Wir wollten über die Punta Mesco (320 m hoch) nach Monterossa laufen. Unterwegs wurden wir immer wieder von einer großen amerikanischen Jugendgruppe überholt, die zwischendurch aber Pausen einlegte. Ohne es zu wollen, erfuhren wir vieles über die Zukunftspläne der jungen Leute, die sich lautstark unterhielten. Der Weg war nicht gefährlich, wir mussten aber wegen felsiger und ausgesetzter Stellen besser aufpassen als am Vortag. Auch fehlten die praktischen Geländer. Der wunderschöne Blick von der Punta Mesco auf die Cinque Terre entschädigte uns aber für alle Mühen des Aufstiegs.

Ein bisschen grauste mir vor dem im Wanderführer beschriebenen steilen Abstieg nach Monterosso. Tatsächlich führte der Weg nach der Punta Mesco zunächst steil über teilweise loses Gestein herunter. Nach kurzer Zeit begannen aber wieder Stufen, die uns nun sehr gelegen kamen. Nach knapp drei Stunden kamen wir in Monterosso an.

In der Nähe des Bahnhofs legten wir eine schöne Mittagspause  ein. Heute, am Samstag, herrschte wesentlich mehr Betrieb als am Vortrag. Jedesmal wenn ein Zug angekommen war, zogen ganze Völkerscharen an uns vorüber. Witzig war, dass die Stühle unserer Bar sehr dicht an diesem Spazierweg standen. Man durfte aber auch nicht zu weit nach hinten rücken, weil man sonst auf der Straße saß, auf der gelegentlich ein Auto oder ein Motorrad vorbeifuhr. Trotzdem war es eine sehr schöne Pause. Wir schauten bei schönstem Sonnenschein auf das Meer und konnten allerlei Leute beobachten.

Wir besuchten noch die malerische Altstadt von Monterosso, wo es einiges an Souvenirs zu kaufen gibt und nahmen dann am frühen Nachmittag den Zug zurück nach Levanto.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Tophighlight in Patagonia/Patagonien: Loma del Pliegue Tumbado (El Chaltén)

El Chaltén im Los Glaciares Nationalpark in Argentinien ist ein Wanderparadies. Die Wanderungen beginnen direkt in dem kleinen Ort und führen zu spektakulären Aussichten. Über meine Touren zur Laguna Torre und zur Laguna des los Tres hatte ich schon berichtet. An meinem dritten und letzten Tag in El Chaltén nahm ich mir die Wanderung zur Loma del Pliegue Tumbado vor. Nicht ganz sicher war ich, ob ich bis zum Gipfel wandern wollte. Die letzten 200 Höhenmeter sahen auf der Karte sehr steil aus. Die Wirtin meiner Pension hatte gesagt, dass dort der Anstieg bei starkem Wind gefährlich sei. Am zweiten Aussichtspunkt, dem Mirador de la Loma, wollte ich mich entscheiden.

Gleich morgens hätte ich merken können, dass es überhaupt nicht mein Tag war. Als ich aus der Hosteria trat, sah ich dass außergewöhnlich klares Sonnenwetter herrschte. Die Bergspitzen des Mount Fitzroy schauten hinter dem Hügelkamm bei Chalten sehr fotogen hervor. Sofort schoß ich ein Foto, aber beim nächsten Schritt riß es mich von den Beinen. Ich flog regelrecht durch die Luft und stürzte auf die linke Seite. Zunächst wußte ich nicht, was passiert war, aber dann sah ich es. Die Trottoirs sind in Argentinien sehr hoch, ca. 20 bis 25 cm, und bei den Einfahrten gibt es eine entsprechend tiefe Senke. Ein solches „Loch“ hatte ich in meiner Begeisterung übersehen. Es war mir nichts passiert außer einer leichten Prellung an der Hüfte. Auch die Kamera hatte dank der aufgesetzten Sonnenblende nur eine kleine Schramme abbekommen, die man auf den Fotos aber nicht sah.

Ungerührt stand ich auf und ging weiter. Zunächst ging es ein kleines Stück an der Straße entlang und nachdem ich eine Brücke überquert hatte, befand ich mich auf dem Weg zur Loma del Pliegue Tumbado.

Auf den ersten Kilometern ging es stetig und relativ steil bergauf und in der Sonne wurde es warm. Wie meine Mitwanderer zog ich mir bald einige Klamotten aus. Sodann folgte ein Anstieg durch einen schönen Südbuchenwald. Nachdem mich einige Wanderer überholt hatten, war ich dort ganz alleine. Außer Blätterrascheln und Vogelgezwitscher war nichts zu hören. Die friedliche Stimmung genoss ich sehr. Hinter dem Wald befand sich der erste Aussichtspunkt („Mirador“) auf einem Plateau, auf dem sogar Kühe weideten. Inzwischen pfiff ein eiskalter Wind, so dass ich gleich weiterging.

Bis zum nächsten Aussichtspunkt, dem „Mirador de la Loma“, führte der Weg stetig aber nicht dramatisch bergauf. Nun durchquerte ich in eine Art Mondlandschaft mit dickeren Felsbrocken und vielen kleinen Steinen. Dort wuchsen aber immer noch zum Teil winzige Pflanzen und Moos, so dass es sich bei genauem Hinsehen nicht um eine Einöde handelte.

Am „Mirador de la Loma“ eröffneten sich mir traumhafte Perspektiven. Zum ersten Mal konnte ich neben dem Fitz Roy auch die schroffen Bergspitzen des Cerro Torre erkennen. Letzterer hüllte sich bald wieder in Wolken, während die Sicht auf den Fitz Roy wieder bis auf ein paar fotogene Wolkenfahnen frei blieb. Das Wetter in Patagonien ist berühmt berüchtigt, kann schnell umschlagen und oft sieht man die Berge überhaupt nicht. Was für ein Glück ich hatte ! Wahrscheinlich hatte ich mein Glück zu diesem Zeitpunkt fast aufgebraucht, aber dazu später …

Panoramafotos zum Vergrößern bitte anklicken.

Nun blies ein starker kalter Wind. Glücklicherweise hatten schlaue Menschen beim Mirador Steine zu einer halbrunden Mauer aufgeschichtet. Dahinter ließ ich mich nieder, um mein Lunchpaket in der Sonne sitzend zu verzehren.

Es begab sich nun, dass eine Wandergruppe an meinem Rastplatz eintraf, die von einer Führerin begleitet wurde, die Englisch und Spanisch sprach. Da bekam ich mit, dass alle Mitglieder der Gruppe bis auf eine ältere Dame den Aufstieg zum Gipfel mitmachten. Ich fragte die Führerin, ob es bei dem herrschenden Wind gefährlich sei, bis oben zu gehen. Sie verneinte dies und meinte, der Wind sei nicht allzu stark (!). Zunächst folgte ich der Gruppe, konnte aber überhaupt nicht mithalten. Der Wind hatte nachgelassen und es wurde wieder ziemlich warm. Wieder zog ich eine Lage Kleidung aus und rastete ein bisschen. Trotz der traumhaft schönen Ausblicke ärgerte ich mich, weil ich nach monatelangem Training vor der Reise so wenig fit war. Der Pfad verlief nun sehr steil (ca. 200 Hm auf einen Kilometer) auf einem festgetretenen steinigen Untergrund aber man musste gut aufpassen, um die Route zu erkennen. Schwer keuchend kam ich oben an und freute mich dann doch sehr, dass ich den Anstieg gewagt hatte. Die 360 Grad Sicht über die atemberaubende Berglandschaft, die Gletscher mit ihren Lagunen , die beiden Berge und den Lago Argentino war geradezu überirdisch schön.

Nachdem ich das Panorama ausgiebig genossen hatte, machte ich mich an den Abstieg. Dummerweise wartete ich nicht auf eine Gruppe, sondern folgte einem jungen Mann, der leichtfüßig davon eilte und dem ich nicht so schnell folgen konnte. Plötzlich stand ich auf einem sehr steilen schotterigen Hang und rutschte bei jedem Schritt. Dann sah ich, dass ich vom Pfad abgewichen war, der sich weiter unten befand. Ich hangelte mich an einer Felswand entlang, bis ich dem Weg so nah gekommen war, dass ich gefahrlos hinunter steigen konnte. Mit zitternden Knien ging ich langsam weiter. Man musste gut auf den Wegverlauf aufpassen, aber sonst war der Abstieg gefahrlos möglich.

Während der gesamten Wanderung war ich übrigens nur mit einem Wanderstock unterwegs. Den zweiten Stock hatte ich gleich bei meiner ersten Wanderung in Patagonien in Einzelteile zerlegt, als ich ihn ausziehen wollten. Auch meine Wanderschuhe hatte ich nicht an diesem Tag angezogen sondern meine niedrigeren Trekking Schuhe mit der guten Profilsohle. Zurück im Buchenwald fühlte ich mich sehr beschwingt und war richtig stolz darauf, dass ich den Auf- und Abstieg auf die Loma del Pliegue Tumbado gewagt und doch recht gut gemeistert hatte. Als ich aus dem Wald kam, begann letzte steile Abstieg. Morgens hatte ich die Steigung als recht anstrengend empfunden, aber im übrigen als harmlos. Und dann rutschte ich auf einmal weg und saß überrascht auf dem Hinterteil. Offensichtlich befanden sich unter dem sandigen Boden glatte, rutschige Felsen. Mir tat ein bisschen die rechte Poseite weh, aber sonst war nichts passiert. Danach ging ich sehr vorsichtig, trotzdem rutschte ich ein weiteres Mal aus. Wahrscheinlich war ich doch erschöpfter als ich dachte. Immerhin hatte der Anstieg 1100 Hm betragen. Beim dritten Ausrutschen blieb mein linkes Bein hängen und verdrehte sich. Nun hatte ich mir wehgetan. Fassungslos blieb ich zuerst sitzen und versuchte dann aufzustehen. Ich konnte noch gehen, was gut war, da ich noch ein gutes Stück absteigen musste, aber es grauste mir davor. Mir war zum Heulen zumute. Ich wollte nur noch nach Hause, nach München, versteht sich. Gleichzeitig wusste ich, dass ich mich zusammenreißen musste, damit nicht noch mehr passierte. Die restliche Strecke absolvierte ich im Schneckengang. Ein kleinen Felsabhang rutschte ich gleich sitzend herunter.

In El Chaltén wollte ich noch eine Kleinigkeit einkaufen, hatte aber schon große Schwierigkeiten eine Treppe hinauf und vor allem wieder hinunter zu gehen. Das Bein wurde dann trotz reichlich Voltaren in den kommenden Tagen nicht besser. Trotzdem setzte ich mein Reiseprogramm noch neun Tage lang fort. In der Ebene konnte ich langsam gehen und die Wanderungen, die ich mir vorgenommen hatte, waren ohnehin vorbei.

Fazit:
Die mittelschwere Wanderung bietet atemberaubende Perspektiven und vor allem Gelegenheit, den Cerro Torre und den Fitz Roy gleichzeitig zu sehen. Wenn ich vernünftigerweise auf den letzten Anstieg verzichtet und eine angemessene Wanderausrüstung getragen hätte, wäre mir wahrscheinlich nichts passiert. Für besser Trainierte ist die Wanderung bis zum Gipfel aber kein Problem.
18 km, 1100 Hm

PS: Auf dieser Reise habe ich keinen Arzt konsultiert. Zu sehr fürchtete ich mich davor, dass mir geraten würde, die Tour abzubrechen. Zu Hause suchte ich gleich den Orthopäden auf. Dieser stellte einen Wadenbeinbruch fest und riet zur weitgehenden Schonung. Ich hatte noch Glück gehabt. Nach einem Schienbeinbruch hätte ich nicht mehr laufen können!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Herbstspaziergang um den Egglburger See mit Alpenpanorama Autumn walk around Lake Egglburg with alpine panorama

For translation please use the Google Translate button.

Im Frühjahr unternahm ich meine erste Wanderung am Egglburger See bei Ebersberg (siehe hier), der in einem Naturschutzgebiet liegt und nicht weit von München einen wunderbaren Blick auf die Berge bietet. Bei goldenem Oktoberwetter spazierte ich am Buß- und Bettag noch einmal um den See. Offensichtlich hatte nicht nur ich diese Idee. Es war proppenvoll und auf der Rückfahrt geriet ich sogar in einen Stau.

Der Egglburger See ist bei schönem Wetter schon in „normalen“ Zeiten ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Im neuerlichen Lockdown mit beschränkten Freizeitmöglichkeiten steigerte sich der Betrieb noch einmal und der Feiertag, an dem in Bayern die Schulen geschlossen sind, tat ein Übriges.

Trotzdem war die Runde um den See, die nur ca. eine Stunde dauert, wegen der herrlichen Landschaft und dem Traumblick auf die Alpen wieder einmal wunderschön. Meine Wandersaison hatte dieses Jahr im März mit der Tour zum Egglburger Aussichtsturm begonnen und endete nun mit der Seerunde im November.

Aber schaut selbt, wie das Licht des Herbstnachmittags die Landschaft an diesem Tag verzauberte.

ca. 5 km (Rundweg mit einem kleinen Abstecher in Richtung des Ebersberger Aussichtsturms) , Höhenmeter gering.

Fazit:
Das Naturschutzgebiet Egglburger See ist immer wieder einen Ausflug wert. Neben der Umrundung des kleinen Sees gibt es weitere Wandermöglichkeiten (z.B. zum Ebersberger Aussichtsturm).

Derzeit steigen die Corona Zahlen weiter und uns droht ein harter Lockdown, nach dem der weiche nicht geholfen hat. In dieser schweren Zeit möchte ich schöne Erinnerungen pflegen und die beiden Wanderungen am Egglburger See gehören definitiv dazu!

Woran würdet ihr in der aktuellen Situation gerne zurückdenken ? Über euer Feedback freue ich immer sehr.

Im schwäbischen Schwarzwald: die Schwarzwaldhochstraße In the Swabian Black Forest: the Black Forest High Road

For translation please use the Google translate button.

Den Ausflug auf der Schwarzwaldhochstraße und zur Hornisgrinde, dem höchsten Berg im Nördlichen Schwarzwald, wollten wir nur bei schönem Wetter und bei klarer Sicht unternehmen. Und siehe da, endlich war es soweit! An unserem letzten Urlaubstag schien die Sonne.

Von Baiersbronn fuhren wir zunächst nach Freudenstadt. Was wir dort im Vorbeifahren von der Altstadt sahen, gefiel uns sehr. Vielleicht würden wir im nächsten Urlaub eine Unterkunft in Freudenstadt suchen. Als Ausgangspunkt für Wanderungen eignete es sich ähnlich gut wie Baiersbronn und abends könnte man mehr unternehmen, hätte mehr Auswahl unter den Restaurants. In normalen Zeiten …

Bald erreichten wir die Schwarzwaldhochstraße (B 500). Die 60 km lange Strecke gehört zu den schönsten Panoramastrecken in Deutschland und führt auf Höhenlagen zwischen 600 und 1000 m mitten durch den Nationalpark Schwarzwald.

Wir fuhren bis Kniebis und parkten auf dem großen Platz bei der Kniebishütte. Von dort gingen wir auf einem kleinen Rundweg zur Aussichtsplattform „Ellbachseeblick“ und zurück (insgesamt ca. 2km, geringe Steigungen). Außer auf den Ellbachsee blickten wir auf dichte Nadelwälder und in der Ferne sahen wir den Baiersbronner Ortsteil Mitteltal. Eine wunderbare Aussicht und so einfach zu erreichen! Natürlich kann man von Mitteltal auch zum Ellbachsee wandern … Das wäre ein schönes Projekt für für den nächsten Schwarzwaldurlaub.

Unseren nächsten Stopp legten wir am „Lotharpfad“ ein. Am 2. Weihnachtsfeiertag 1999 traf das von Westen kommende Orkantief „Lothar“ mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h in seiner ganzen Breite auf den Schwarzwald. Die Bilanz des Infernos: dreizehn Tote in Baden-Württemberg und der auf einer Fläche von rund 40.000 Hektar total zerstörte Wald. Am Verheerendsten wütete der Orkan im nördlichen Schwarzwald.

Auf der Fahrt über die Schwarzwaldhochstraße sind die Kahlflächen, die der Orkan hinterließ, noch zu sehen. Ein Teil der vom Sturm betroffenen Fläche wurde sich selbst überlassen, d.h. umgestürzte, entwurzelte Bäume blieben liegen. Dort werden keine Neuanpflanzungen vorgenommen. Alles wird dem Wirken der Natur überlassen. Im Jahr 2003 wurde hier der ca. ein Kilometer lange „Lotharpfad“ eröffnet. Der Weg führt über Treppen, Leitern und Stege durch die unberührte Natur. Interessant war es zu sehen, wie schnell die Sturmfläche wieder zuwächst. Abgestorbene und von Pilzen besiedelte Baumstämme und riesige Wurzeln umgestürzter Bäume liegen neben dem Grün junger Bäume und Sträucher. Die nachgewachsenen Bäume haben bereits Höhen von etwa fünf bis zehn Metern erreicht.

Weiter ging unsere Fahrt. Am „Ruhestein“ wollten wir eine Pause einlegen und uns im Nationalparkzentrum umschauen. Die Parkplätze waren dort wegen einer großen Baustelle ziemlich knapp. Wir kurvten eine Weile herum und gaben dann auf. Inzwischen habe ich auf der Homepage des Nationalparks gelesen, dass die schrittweise Eröffnung eines neuen attraktiveren Nationalparkzentrums im März 2021 geplant ist. Wahrscheinlich würde es sich lohnen, den Ruhestein später noch einmal zu besuchen.

Auf der Weiterfahrt zum Mummelsee trafen wir nur auf wenige Fahrzeuge. Trotzdem fürchtete ich, dass wir am meist besuchten Karsee im Nordschwarzwald keinen Parkplatz finden würden. Tatsächlich war es auf den großen Parkplätzen sehr voll. Man merkte die Nähe des Ausflugsziels zu den Orten im Rheintal und vor allem zu Karlsruhe. Relativ schnell fanden wir ein einen guten Stellplatz. Darüber war ich ziemlich erleichtert. Unsere Wanderung zur Hornisgrinde würde direkt am Mummelsee beginnen.

Nach einer Brotzeit mit Schwarzwälder Schinkenbrot aus dem Laden des „Hotels Mummelsee“ umrundeten wir zunächst den kleinen See. Dort waren zahlreiche Besucher unterwegs. Der Mummelsee ist ein beliebtes Ziel für Reisegruppen. Ein bißchen überrascht war ich schon über den zu Coronazeiten doch recht lebhaften Betrieb.

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken !

Beim Aufstieg zur Hornisgrinde, die mit 1163 m nur knapp 160 m über dem Mummelsee liegt, war schon etwas weniger los. Der Weg führte uns erst mäßig steil auf dem letzten Stück aber dann doch recht knackig in weniger als einer Stunde auf das breite Gipfelplateau. In der Nähe des gesperrten Hornisgrindeturms bot sich uns der versprochene Blick in die Rheinebene. An klaren Tagen soll man bis zu den Vorgesen sehen können. Bei unserem Besuch war es leider zu diesig. Von der anderen Seite der Hochebene genossen wir wieder eine wunderbare Schwarzwaldausicht . Besonders gut gefiel mir der Gang über den drei Kilometer langen Grindepfad durch das schöne Hochmoor auf der Hornisgrunde. Schon wieder ein Ort, den ich gerne noch einmal besuchen möchte, evtl. im Frühjahr, wenn die Moorpflanzen blühen oder bei Sonnenuntergang. Gehört habe ich auch, dass es dort viele Schmetterlinge gibt.

Den Tag ließen wir auf der Terrasse des Hotels “Mummelsee“ ausklingen, wo wir es uns in der Sonne bei Kaffee und Kuchen gut gehen ließen und noch einmal zum See und zur Hornisgrinde blickten.

Auf der Rückfahrt bogen wir am Ruhestein auf eine Nebenstraße ab, die uns zurück nach Baiersbronn führte. Die Fahrt über die Schwarzwaldhochstraße stellte ein Highlight unseres Urlaubs im Nordschwarzwald dar. Wie wunderbar, dass wir zum Urlaubsende noch einmal schönes Wetter erwischt hatten !

Fazit:
Niemals hätte ich gedacht, dass es mir im Nordschwarzwald so gut gefallen würde. Schon oft hatten wir uns im südlichen, dem Hochschwarzwald aufgehalten, den ich als meine zweite Heimat betrachte. Aber die zauberhaften Nadel- und Mischwälder und die liebvoll angelegten Wanderpfade sowie die vielen Ausflugsmöglichkeiten rund um Baiersbronn sind definitiv eine Reise wert und auch noch eine Weitere. Hoffentlich bei schönerem Wetter !

Auf euer Feedback freue ich mich immer sehr.


Im schwäbischen Schwarzwald/ In the Swabian Black Forest (Baiersbronn 5)

For translation please use the Google Translate button.

Morgens beim ersten Blick aus dem Fenster bestätigten sich die Wetterprognosen. Wieder sah es äußerst trüb aus. Es handelte sich nicht um Hochnebel . Vorhergesagt war ein durchweg stark bewölkter Tag mit Regenchance. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn nach der gestrigen Wanderung in der Sonne ein weitere gefolgt wäre! Als wir beim Frühstück saßen, begann es leicht zu nieseln. Wir wollten aber unbedingt wandern und nicht schon wieder einen Ruhetag einlegen. Eifrig studierten wir Wanderführer und -karten sowie verschiedene Wetter-Apps. Tatsächlich wurde ein Nachlassen des Regens gegen Mittag angezeigt. Während wir den Tag entspannt mit einem weiteren Kaffee angehen ließen, entschieden wir uns für den Baiersbronner Erlebnispfad „Von Mönchen und Lehensbauern“ . Dieser Rundweg führte vom Kloster Reichenbach in einem weiten Bogen um den Ort Klosterreichenbach und versprach einen abwechselungsreichen Verlauf. Nur wenige Höhenmeter waren zu bewältigen, aber laut Höhenprofil ging es immer wieder einmal hinauf und hinunter, würde also nicht langweilig werden.

Unsere Tour starteten wir mittags am Kloster Reichenbach. Das Kloster wurde 1082 von Mönchen des Klosters Hirsau gegründet. Im Jahre 1085 wurde die Klosterkirche eingeweiht. Die Klosterkirche besteht im Wesentlichen aus einem romanischen einschiffigen und flachgedeckten Langhaus. Die Mauern der Vorhalle und die Untergeschosse der Türme datieren aus dem 11. Jahrhundert.

1603 wurde das Kloster Reichenbach reformiert und ein protestantischer Pfarrer eingesetzt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster erneut von Benedektinermönchen besiedelt. Diese mussten aber nach dem Westfälischen Frieden wieder abziehen. Heute befindet sich im Klostergebäude eine evangelische Kirche.
Quelle Wikipedia

Foto zum Vergrößern bitte anklicken !

Nach einer kurzen Kirchenbesichtigung begaben wir uns auf den Erlebnispfad. Zunächst liefen wir durch den Kurgarten und folgten ein Stück dem Reichenbach. Vorbei an der historischen Klosterquelle erreichten wir nach kurzem Aufstieg den ersten Aussichtspunkt, den Beckenberg. Die Aussicht über das Reichenbachtal und Klosterreichenbach wäre bei klarem Wetter sicherlich beeindruckender gewesen, aber immerhin: es regnete nicht! Außerdem trafen wir nur selten auf andere Wanderer, in Corona Zeiten definitiv ein Vorteil.

Schöne Perspektiven über das Murgtal boten uns dann zwei weitere Wegpunkte „Kirchweg“ und „Am Berg“, die sich auf derselben Höhe wie der Beckenberg befanden und die wir auf einem ebenen Pfad am Waldrand erreichten. Perfekt !

In der Nähe von Heselbach wendete sich das Blatt. Wir stiegen nun ins Tal hinunter. Auf der Strecke kamen wir an einer größeren Lamaherde vorbei. Einige Tiere kamen gleich angelaufen und beäugten uns neugierig. Mir fiel auf, dass auf ihrer Weide nur noch trockenes und niedriges Gras wuchs. Das brachte mich auf eine Idee. Ich rupfte etwas Gras aus, das am Wegrand wuchs, und bot es den Lamas an. Ein süßes weißes Tier (flauschig wie in der bekannten Matratzenwerbung im Fernsehen, aber nicht so sauber !) langte eifrig zu und wenn es ein Grasbüschel verspeist hatte, hob es den Kopf und schaute mich auffordernd an.

Nach diesem netten Intermezzo überquerten wir die Bundesstraße, die S-Bahn und die Murg. Der Erlebnispfad entfernte sich sofort wieder von diesen Verkehrwegen. Allerdings wartete nun ein weiteren Aufstieg auf uns. Der Ausschilderung folgend durchqueren wir das parkartige Gelände des Ailwaldhotels. Das Hotel sah richtig nobel aus, wirkte aber verlassen. Wir trafen keinen Menschen, worüber wir hinterher ganz froh waren, als wir beim Verlassen des Areals ein Schild mit der Aufschrift „Privatgelände – Betreten nur für Hotelgäste und -personal“ sahen. Wahrscheinlich war die Wegführung nicht auf dem neusten Stand oder das Verbot galt nicht für Wanderer (?).

Als Nächstes erreichten wir einen weiteren Aussichtspunkt, den Buckenberg, der uns eine schöne Sicht auf Klosterreichenbach und das Murgtal bot. Vorbei an Wiesen und Wäldern folgten wir dem Weg und trafen am Seidtenhof ein, der zu den ältesten Höfen im Murgtal gehört. Ein Schild informierte uns, dass die Gastronomie des Hofs im Jahr 2020 geschlossen hatte. Das war wirklich sehr schade, weil die Bauernstube und die historischen Gebäude schön rustikal und urig aussahen. Von der Terrasse bewunderten wir wenigstens den tollen Ausblick ins Murgtal. Außerdem konnte man sich aus einem Kühlschrank selbst bedienen. Hausgemachtes Eis und Getränke wurden angeboten, natürlich gegen ein Entgelt in eine Kasse. Obwohl es nicht gerade warm war, genehmigte ich mir einen kleinen Becher Himbeer-Bio-Eis. Sehr lecker ! Wenn ich wieder einmal in der Gegend bin und das Wetter schön warm ist, möchte ich auf dieser Terrasse einen köstlichen Eisbecher verspeisen. In aller Ruhe, die Aussicht genießend, und an Corona garnicht oder nur wie an ein Ereignis aus vergangener Zeit denkend …

Danach wanderten wir auf einem sanft abfallenden Weg hinunter zur Murg. Dem plätschernden Fluß folgend erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt.

9,5 km, 150 Höhenmeter

Fazit:
Eine sehr schöne, leichte Halbtageswanderung mit tollen Ausblicken, auf der es viel Neues zu entdecken gibt. Wird bei weiteren Aufenthalten in Baiersbronn wiederholt, wenn die Sonne lacht !

Einen gelungenen Abschluss dieser Wanderung bildete unser Besuch in einem nahen Café. Als wir dort ankamen, staunten wir über den fast vollbesetzten, großen Parkplatz. Am Eingang mussten wir zwar auf einen freien Platz warten, aber nach kurzer Zeit wurde uns ein Tisch zugewiesen. Bald entdeckten wir, warum es dort so voll war. Die Schwarzwälder Kirschtorte war ein Traum !

Im Nachhinein wundere ich über unsere Unbekümmertheit, die alle Gäste in dem großen Saal zu teilen schienen. Man fühlte sich auch in den Innenräumen der Gastronomie einigermaßen sicher, obwohl zu dieser Zeit (Ende September 2020) die Corona Infektionszahlen bereits am Steigen waren. Bei meinen ersten Coronaurlauben im Sommer war ich nur sehr selten drinnen eingekehrt. Im herbstlichen Schwarzwaldklima gab es meistens keine andere Möglichkeit. Wir dachten, dass schon nichts Schlimmes passieren werde, wenn die Gastwirte die Hygienemaßnahmen (Abstand und Desinfektion der Tische, maskentragende Servicekräfte) beachteten und die Gäste sich die Hände desinfizierten, ihre Kontaktdaten hinterließen sowie den Mund-Nasen-Schutz nur am Tisch absetzten. Angesteckt haben wir uns jedenfalls nicht, obwohl wir in diesem Urlaub oft mehrmals täglich Restaurants besuchten. Haben wir nur Glück gehabt ?

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Im schwäbischen Schwarzwald/In the Swabian Black Forest (Baiersbronn 4)

For translation please use the Google Translate button.

Endlich schönes Wetter ! Als wir morgens zum Wandern aufbrachen, hatte sich der Morgennebel aufgelöst und die Sonne lachte. Wir entschieden uns für eine Wanderung, die direkt bei unserer Unterkunft in Baiersbronn-Obertal startete. Zunächst liefen wir auf einem leicht ansteigenden Weg am Buhlbach entlang. Am leise rauschenden Bach entlang durch den Mischwald zu gehen war sehr schön. Auch blitzte immer wieder die Sonne durch die Blätter. Wunderschöne Tief- und Weitblicke rundeten das Wandererlebnis ab.

Wir kamen in den „Nationalpark Schwarzwald“ (siehe hier) und erreichten bald den Buhlbachsee, einen nach der letzten Eiszeit entstandenen Karsee. Laut Wanderführer kann man das idyllisch gelegene Gewässer umrunden. Aus Naturschutzgründen wurde dieser Weg jedoch inzwischen gesperrt. Auf dem noch zugänglichen schön angelegten Ruheplatz legten wir nur eine kurze Trinkpause ein, weil es uns auf den noch schattigen Bänken zu feucht und kühl war.
Nun stand ein steiler, oft steiniger und wurzeliger Anstieg zur Zollstockhütte an. Bald war es uns nicht mehr kalt aber wir liefen wieder einmal durch einen märchenhaft schönen Wald, in dem das Grün der Nadelbäume, der Farne und Moose auf das Allerschönste mit dem roten Buntsandstein harmonierte.

In der Nähe des Hotels „Zuflucht“, das wegen Ruhetag geschlossen war, überquerten wir die Schwarzwaldhochstraße, liefen ein Stück parallel durch den Wald und stiegen danach ins Ilgenbachtal ab. Nun befanden wir uns in der Zone, in der der Orkan „Lothar“ 1999 verheerende Schäden angerichtet hatte (genauerer Bericht folgt, wenn ich über den „Lotharpfad“ berichte), so dass unser Wanderweg teilweise zwischen Sträuchern und niedrigen Bäumen verlief. Wir befanden uns immer noch im „Nationalpark Schwarzwald“. Dieser wurde erst 2014 eröffnet und die Schonung der Natur genießt derzeit offensichtlich Priorität. Der Wanderer wird aufgefordert, die Wege nicht zu verlassen. Unser Wanderweg war auch an mehreren Stellen gesperrt, weil sich die Natur dort regenerieren sollte. Wir wurden umgeleitet, was aber gut ausgeschildert war und uns zuverlässig auf den Weg zurückführte. Bänke gab es nicht und natürlich auch keine gefällten Holzstämme, auf denen wir hätten sitzen können. Irgendwann waren wir so müde und hungrig, dass wir uns auf den kaum begangenen Weg setzten und unsere mitgebrachte Brotzeit verzehrten.

Nach einem langen Abstieg, der durch von der Sonne beschienene Waldpanoramen verschönert wurde, erreichten wir die Aussichtsterrasse an der Walterhütte, die uns einen wunderbaren Blick ins Murgtal bot. Danach ging es richtig zur Sache. Wir waren von der langen Wanderung schon etwas erschöpft und hatten uns für die kurze Variante entschieden, den „Felsele Weg“. Im Wald fühlte ich mich einigermaßen sicher, weil ich mich zur Not an einem Ast hätte festhalten können. Aber dann kam ein abgeholztes Wegstück, wo es tatsächlich nur noch glatte Felsen auf dem sehr steilen Abstieg gab. Ziemlich froh war ich, als wir an der Burg Tannenfels angelangt waren, einer Ruine aus dem 13. Jahrhundert, die auf einem Buntsandsteinfelsen thront und auch aus diesem Stein gebaut wurde. Im Nachmittagslicht schien das Ensemble regelrecht rot zu leuchten. Vor dem Grün der bewaldeten Hügel sah das wieder einmal ganz wunderbar aus ! Leider war der Zugang zur Ruine gesperrt (wegen Corona?). Wenn ich alleine gewesen wäre, hätte ich vielleicht versucht, trotzdem auf der Leiter nach oben zu steigen. Aber zu zweit ist man gleich viel vernünftiger …

Durch den Kurpark von Obertal gehend kehrten wir in unsere Unterkunft zurück. Nach unserem ersten sonnigen Wandertag in Baiersbronn waren wir sehr zufrieden. Die Landschaftspanoramen mit den ausgedehnten Wäldern waren bei schönem Wetter viel eindrucksvoller. Unterwegs waren wir nicht eingekehrt und hatten nur wenige Wanderer getroffen. Während der gesamten Wanderung hatte ich nicht ein einziges Mal an Corona gedacht. Sehr erholsam !

18 km, 570 Hm

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Im schwäbischen Schwarzwald/In the Swabian Black Forest (Baiersbronn 3)

For translation please use the Google Translate button.

Regentag

Wie schon berichtet herrschte an unserem dritten Urlaubstag in Baiersbronn ein regelrechtes Sauwetter: Starkregen mit Windböen während des gesamten Tages. Wir ließen es uns gut gehen, shoppten im kleinen Outletcenter, tranken Kaffeespezialitäten und bekamen mittags sogar einen Platz im Restaurant mit Forellenspezialitäten. Im Schwarzwald probiere ich immer die „Forelle Müllerin“ und dieses Fischgericht gehörte zu den besten, die ich je gegessen habe. Wir saßen sehr gemütlich in einem Kaminzimmer und waren froh, dass wir im hinteren Bereich des Raums am geheizten Ofen platziert worden waren. Mit den Gästen an den Tischen am Fenster hätte ich nicht tauschen wollen. Der Restaurantbetreiber setzte sein Corona Hygienekonzept vorbildlich um. In regelmäßigen Abständen kam ein Mitarbeiter vorbei (der Lüftungsbeauftragte ?) und riss alle Fenster für zehn Minuten auf. Eiskalte, feuchte Luft strömte in den Raum.

Am Nachmittag wurde mir das Relaxen in unserer Ferienwohnung zu langweilig und ich beschloss, ein bißchen in der Umgebung spazieren zu gehen. Sehr bald befand ich mich auf asphaltierten Wegen, weil sich die Pfade in Sturzbäche verwandelt hattten. Dummerweise konnte ich das Fotografieren nicht lassen, obwohl die Sicht sehr schlecht war. Zurück in der Wohnung stellte ich fest, dass meine Kamera zu viel Nässe abbekommen hatte. Trotz Trockenwischen und vorsichtig mit dem Föhn blasen funktionierte der Apparat auch am nächsten Tag nicht richtig. Das Zoom fuhr nur selten heraus, so dass ich mit Weitwinkel fotografieren musste. Die ISO-Einstellung blieb fix und die Programme ließen sich nur sporadisch ändern. Am übernächsten Tag war die Kamera glücklicherweise durchgetrocknet und alles war wieder normal.

Genießerpfad „Panoramasteig“

Am nächsten Morgen hatte der Regen aufgehört. Es sah aber stark bewölkt aus und die Wetter App konnte uns auch nicht versprechen, dass es durchgehend trocken bleiben würde. Wir entschieden uns für den „Panoramasteig“, einen weiteren Genießerpfad. Der Weg führte in großen Bögen um das Murgtal herum und bot den Vorteil, dass wir ihn bei anhaltendem Regen verkürzten und sogar mit der S-Bahn zurück zum Ausgangspunkt fahren konnten.

Vom Start des Weges in Huzenbach ging es bald in den Wald. Von den Bäumen tropfte es und ein paar Regentropfen fielen auch. Es hörte aber bald wieder auf. Der „Panoramasteig“ wies einen relativ hohen Anteil an Forststraßen auf, was mir ausnahmsweise gut gefiel. Hatte ich doch befürchte, dass sich nach dem Starkregentag die Wanderwege unpassierbar erweisen würden. Außerdem liefen wir durch idyllische Waldstücke. Das Grün der Vegetation kontrastierte auf das Schönste mit der roten Bundsandsteinerde des Wanderwegs.

Foto zum Vergrößern bitte anklicken !

Nun folgte der erste kräftige Anstieg, dem noch viele weitere folgen sollten. Immer wenn man gerade eine Steigung geschafft hatte, ging es gleich wieder bergab: im stetigen Wechsel zu einem schönen Rastplatz mit Panoramablick (schade, dass das schlechte Wetter nicht zu einer Pause einlud!), dann wieder ganz hinunter ins Murgtal , auf der anderen Talseite aufwärts zum Verlobungsfelsen und noch weiter bergauf zur Panoramahütte. Dieses Mal hatten wir mehr Glück als auf dem Satteleisteig und ergatterten einen Tisch in der urigen Hütte.

Nach dem leckeren Essen setzen wir die Wanderung fort, unermüdlich bergauf und dann wieder hinunter gehend. Zwischendurch gab es traumhafte Landschaftspanoramen zu sehen. Der Schwarzwald mit seinen ausgedehnten Wäldern, den kleinen Orten und den Wiesenlandschaften hättte aber noch schöner ausgesehen, wenn es nicht so neblig trüb gewesen wäre. Ärgerlich war auch mein Kameraproblem, das mir nicht einmal das Einstellen der Automatikfunktion erlaubte.

Eine kurze Pause mussten wir dann doch am Mäderunterstand einlegen. Dort wurde ein gemütlicher Rastplatz mit einem Weinbrunnen installiert. Wir nahmen uns zwei wassergekühlte Fläschchen lokalen Weins aus dem Brunnen und setzten uns auf die Bank. Das Brünnlein plätscherte und auf der Weide nebenan ruhte sich eine Kuhherde aus. Während wir den leckeren Wein probierten, schauten wir uns die Aussicht an. Was für ein toller Rastplatz ! Bei warmem Wetter konnte man dort wunderbar eine Brotzeit mit Wein, Käse und Brot genießen. Wir packten die Flaschen ein und gingen weiter. Der steile Abstieg, der nun folgte, verlief über Serpentinen und ließ sich gut bewältigen .

Etwas geschafft von der durchaus sportlichen Tour kamen wir wieder am Wanderparkplatz an. Trotz der mäßigen Sicht waren zufrieden mit dem Wandertag, weil es nicht geregnet hatte. Das war besser als erwartet!

16,8 km, 607 Hm

Panoramafoto zum Vergrößern bitte anklicken !

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Im schwäbischen Schwarzwald/ In the Swabian Black Forest (Baiersbronn 2)

For translation please use the Google Translate button.

An unserem zweiten Wandertag war nachmittags Regen angesagt. Wir hatten uns den Satteleisteig, einen weiteren Genießerpfad (siehe hier), ausgesucht und hofften auf trockenes Wetter während der Wanderung.

Zunächst führte der Weg leicht bergauf und immer wieder gab es schöne Aussichten ins Tonbachtal. Wieder und wieder durchquerten wir märchenhaft schöne Waldstücke. Bei dem trüben Wetter gefiel es mir im Wald mit seinen bunten Farben am besten. Eine steileren Hang ging es dann hinauf zum Aussichtspunkt am Petermännle mit einem schönen Rastplatz, wo man bei schönem Wetter sehr gut relaxen und dabei die Aussicht genießen kann.

Dann liefen wir teils über Forstwege aber auch über schmale Pfade im Wechsel bergab und bergauf. Redlich erschöpft und bereit für eine gemütliche Brotzeit kamen wir bei der Satteleihütte an. Die Hütte musste ich dann unbedingt mehrmals ablichten, mit und ohne H. im Vordergrund. Nur am Rande registrierte ich, dass uns währenddessen Leute überholten und sich vor uns in die Warteschlange vor dem Eingang stellten. Und es kam, wie es kommen musste … Das ältere Ehepaar vor uns bekam noch einen Platz und wir nicht mehr! Meine Nachfrage, ob sich das Warten lohnte, wurde verneint. Dann überlegten wir, ob wir uns auf die Terrasse setzen sollten. In der Zwischenzeit war es aber deutlich kälter geworden, was uns beim Wandern nicht aufgefallen war. Außerdem begann es genau in diesem Moment zu regnen, und unsere Bitte, einen Sonnenschirm aufspannen zu dürfen, wurde abgeschlagen. Ziemlich frustriert gingen wir weiter. Nach ein paar Minuten stellten wir uns unter dem Vordach einer Hütte notdürftig unter und verspeisten ein paar Datteln und Nüsse, unsere Notwandernahrung.

Auf der weiteren Wanderung erreichten wir bald den Rinkenturm. Bei Turmbesteigungen mit Maske gerate ich schnell außer Atem, aber dieser Turm war nicht besonders hoch und bot ein tolles Panorama. Außerdem hatte es aufgehört zu regnen. Natürlich wäre die Sicht bei sonnigen und klarem Wetter beeindruckender gewesen.

Nach einem teilweise steilen Abstieg durch den Wald kamen wir wieder auf dem Wanderparkplatz an. Am Ende der Wanderung stoppte ich meinen neuen Fitnesstracker nicht wie vorgesehen. Unsere Fahrt nach Baiersbronn wurde daher mitaufgezeichnet. Die Aufzeichnung der Wanderung wies dann einen erfreulich hohen Kilometerdurchschnitt auf !
12 Km, 400 Hm

In Baiersbronn erholten wir uns im Café bei leckerem Zwiebelkuchen von den Strapazen und überlegten, wie wir den kommenden Tag, für den starker Dauerregen angekündigt war, verbringen sollten (s. auch hier)

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken.

PS: Steffi von LECW und Manni von Mannis Fotobude danke ich herzlich für ihre Kommentare zum Thema „Liegt Baiersbronn in Schwaben ?“. Auch die Baiersbronner Touristeninformation bestätigte die Zugehörigkeit des Ortes zum Schwabenländle. Nachdem ich sehr oft im Hochschwarzwald unter echten Gelbfüßlern (spöttische Bezeichnung für Badener, Begriffserklärung siehe hier) geweilt hatte und stets davon ausgegangen war, dass der gesamte Schwarzwald von diesen bewohnt sei, war ich angemessen überrascht. Obwohl … Gleich nach der Ankunft in Baiersbronn war mir aufgefallen, dass die Leute anders „schwätza“ (hochdeutsch: reden). Und die Gerichte in den Restaurants, z.B. Spätzle mit Linsen, waren mir auch nicht gerade badisch vorgekommen.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Nasser Nordschwarzwald Rainy Northern Black Forest

Regen, Regen und nochmals Regen ! Es schüttet nun schon fast 24 Stunden und dabei wehen kräftige Windböen, so dass die Nässe auch von der Seite und nicht nur von oben kommt. Die Temperatur ist einstellig und nähert sich schon dem Gefrierpunkt.

Zwei Tage sind wir nun im Nordschwarzwald bei Baiersbronn gewandert (darüber wird zu berichten sein). Es blieb weitgehend trocken und zum Wandern war die Temperatur recht angenehm. Nachdem ich schon sehr oft im Hoch- oder Südschwarzwald war ( s. hier) wollte ich schon lange einmal in den Nordschwarzwald fahren. Und wenn nicht jetzt, zu Corona Zeiten, wann dann …

Bei unseren bisherigen Wanderungen gefiel mir die Landschaft sehr gut. Sie ist etwas lieblicher als im Hochschwarzwald. Und meine geliebten dunklen Schwarzwaldtannen passen auch sehr gut in den Mischwald.

Nur das Wetter muss wenigstens etwas besser werden …

(Fortsetzung folgt).

Rain, rain and rain again ! It’s been pouring for almost 24 hours now and stronss of wind are blowing, so that the wetness also comes from the side and not only from above. The temperature is in the single digits and is already approaching freezing point.

For two days we have been hiking in the Northern Black Forest near Baiersbronn (I am going to report about that). It remained mostly dry and for hiking the temperature was very comfortable. After having been in the Black Forest very often (see here) I wanted to go to the Northern Black Forest for a long time. And if not now, at Corona times, when …

On our hikes I liked the landscape very much. It is a bit more lovely than in the Southern Black Forest. And my beloved dark Black Forest firs also fit very well into the mixed forest.

Only the weather has to get a little better …

(to be continued).

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Always looking forward to your feedback.