Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #16

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Einführung

Im letzten Sommer und Herbst pilgerte ich 280 km mit dem Rucksack auf dem Schweizer Jakobsweg von Konstanz/Kreuzlingen bis nach Fribourg (s. meine Posts, beginnend mit Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino #1). Unterwegs durfte ich traumhafte Landschaftsbilder sehen, aber das Wandern strengte mich auch an. Obwohl ich mein linkes Knie soweit wie möglich schonte, kam ich humpelnd in Fribourg an.
Zu Hause ging es mir bald wieder gut. Mein Orthopäde meinte, dass beide Menikusseiten angerissen seien und ich bei Fernwanderungen wieder mit Schmerzen rechnen müsse, vor allem solle ich das Bergabgehen vermeiden.

Das Pilgern auf der Via Jacobi, dem Schweizer Camino, wollte ich aber gerne beenden. Der Jakobsweg, der von Fribourg nach Genf und dann noch ein kurzes Stück zur französischen Grenze führt, ist zwar noch rund 150 km lang, überwindet aber keine großen Höhenunterschiede mehr. Hinter Fribourg hatte ich mir eine flachere Variante ausgesucht und kurz danach verläuft der Weg weitgehend eben am Genfer See entlang.

Anreise

Am 18. April 2022, dem Ostermontag, nahm ich den Zug um 6:48 Uhr von München nach Zürich. Meine Umsteigezeit in Zürich betrug nur fünf Minuten und ich war gespannt, ob SBB, die Schweizer Bahn, das hinbekommen würde. Als Alternative hatte ich mir eine Bahn ausgesucht, die eine Stunde später nach Fribourg fuhr. Ab der Schweizer Grenze war die Maskenpflicht im Zug, wie alle Schweizer Coronamaßnahmen aufgehoben, aber die meisten Reisenden, wohl hauptsächlich Touristen, schützten sich weiterhin.

In Zürich kamen wir zehn Minuten später an und die nächste Verbindung war gestrichen worden. Ich entschied mich für den gerade abfahrenden Zug nach Bern, das ging wenigstens in die richtige Richtung. Die freundliche und fixe Schaffnerin riet mir, mit der S-Bahn nach Fribourg zu fahren und wies mich darauf hin, dass ich mich beeilen und auf dem Gleis bis ganz nach vorne gehen musste. Alles klappte und ich kam gegen 13 Uhr, nur eine Stunde später als vorgesehen, am Zielort an.

Von St. Antoni nach Fribourg

Als ich ausstieg und durch den Bahnhof nach draußen ging, fiel mir auf, dass ich als eine der Wenigen eine Maske trug. Fribourg empfing mich mit sonnigem Frühlingswetter und kaltem Wind. Nichtsdestotrotz saßen die Leute, oft in Sommerkleidung, auf den Caféterrassen. Nach dem Einchecken im Hotel zog ich gleich meine Wanderschuhe an und packte Wasser und Snacks in meine leichte Umhängetasche. Im letzten Herbst hatte ich es nämlich nicht bis Fribourg geschafft, sondern in St. Antoni den Bus genommen (Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino #15). Die ausgelassene Strecke wollte ich nun nachholen.

Mit dem Bus fuhr ich in 20 Minuten bis St. Antoni Dorf. Schon von weitem sah ich die reformierte Kirche, an der ich den Camino im Oktober beendet hatte.

An der katholischen Kirche setzte ich den Weg fort. Wieder auf dem Camino zu pilgern, war ein unglaubliches Gefühl. In der Kirche holte ich mir den ersten Pilgerstempel und setzte mich einen Moment lang auf eine Bank. Den Hl. Jakob bat ich darum, mich zu beschützen und mir zu helfen, dass ich den Weg wie geplant gehen konnte. Als Beten würde ich das nicht bezeichnen oder war es das etwa doch?

Der Weg führte dann angenehm bergab in ein Tal , an der kleinen Sebastianskapelle vorbei und weiter über eine Wiese zu einer Marien-Andachtsstätte, wo ich eine kurze Trinkpause einlegte. Im Windschatten fand ich es ziemlich heiß und hatte auch noch, wohl doch etwas müde, Sonnenhut und -creme vergessen.

An der Straße entlang erreichte ich Tafers. Neben der Kirche befindet sich die Jakobskapelle aus dem 18. Jahrhundert und auf der Fassade ist die Legende vom Hühner- und Galgenwunder dargestellt. Auch das Innere der Kapelle gefiel mir sehr.

Die weitere Strecke bot, von einem Ausblick auf die schneebedeckten Berge abgesehen, nicht viel Sehenswertes.

Über Feld- und Wiesenwege näherte ich mich Fribourg und befand mich schließlich in der Vorstadt. An einem großen Kreisel am Ortseingang fand ich die Wegbeschilderung nicht und folgte dann der Strecke, die ich mit dem Bus zurückgelegt hatte. So verpasste ich die Ankunft durch die historische Unterstadt, was ich sehr schade fand. Als ich auf der Brücke stand und auf die Gegend hinabschaute, reichte meine Energie jedoch nicht um zurück zu gehen. Die Ecke kannte ich außerdem schon von meinem Aufenthalt in der Stadt (Nach dem Schweizer Jakobsweg/After the Swiss Camino Fribourg). So freute ich mich über das schöne Nachmittagslicht und lichtete den wunderbaren Ausblick mehrmals ab.

Abschließend schlappte ich, nun schon etwas erschöpft, zur Kathedrale St. Nicolas in der Oberstadt. Im Inneren hielten sich viele Besucher auf, so dass ich lieber Maske trug, was ich direkt nach der Wanderung aber sehr heiß fand. Schnell holte ich mir noch einen neuen Pilgerstempel und ging dann zu meiner Unterkunft in der Fußgängerzone.

Fazit:
10 km, kaum Aufstieg und ca. 130 m Abstieg, 3 Stunden
Die Kapelle in Tafers ist sehr sehenswert, ansonsten begeisterte mich diese Etappe nicht. Wenn man die längere Strecke von Schwarzenburg nach Fribourg geht, wie ich es im Oktober geplant hatte, ist die Wanderung insgesamt abwechselungsreicher. Für mich lohnte sich dieser Abschnitt vor allem als kurzer Wiedereinstieg in den Camino ohne Rucksack.

Nach dem Abendessen unternahm ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt und freute mich über das Stadtpanorama im Abendlicht.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Which Way: Via Jacobi in Switzerland

Back on the Way of St. James I have had very nice weather so far. The spring vegetation looks lovely but does not offer enough shadow for hiking.

But the weather forecast says the sunny days will be over soon …

This is for Alive and Trekking’s fun challenge. Thank you San for hosting.

Always looking forward to your feedback.

Bald geht es wieder los !/ Soon I will be on my Way again!

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Im letzten Sommer und Herbst pilgerte ich etwa 280 km mit dem Rucksack auf dem Schweizer Jakobsweg, der Via Jacobi, von Konstanz/Kreuzlingen bis nach Fribourg. Unterwegs erlebte ich traumhafte Landschaften, aber das Pilgern war auch recht anstrengend. Obwohl ich mein linkes Knie soweit wie möglich schonte, z.B. bei langen Abstiegen den Bus nahm, kam ich im Herbst humpelnd in Fribourg an.

Zu Hause war ich bald wieder beschwerdefrei. Mein Orthopäde meinte aber, dass beide Menikusseiten angerissen sind und ich bei Fernwanderungen wieder mit Schmerzen rechnen muss.

So schnell gebe ich aber nicht auf! In der nächsten Woche möchte ich den Camino fortsetzen. Der Jakobsweg von Fribourg nach Genf und dann zur Schweizer Grenze, ist zwar immer noch rund 150 km lang, das Pilgern ist aber nicht mehr mit großen Steigungen verbunden. Gleich zum Beginn werde ich eine flachere Variante wählen. Der Weg führt danach lange fast eben am Ufer des Genfer Sees entlang.

Nun probiere ich es einfach. Und wenn es nicht geht, nehme ich den Zug nach Hause. Operieren lassen kann ich mich später immer noch.

Ich traue mich kaum, mich auf die Pilgerwanderung zu freuen. In der jetzigen Situation kann doch so Vieles dazwischen kommen. Die Coronainzidenz in der Schweiz sinkt stetig, ist viel niedriger als zu Hause. Allerdings sind auch die Coronamaßnahmen aufgehoben, was ich ein bisschen gruselig finde. Maske werde ich sicher oft freiwillig tragen.

Das Wetter soll mich jedenfalls nicht schrecken. Die Schweiz ist so gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen, dass ich einzelne Strecken zur Not auch fahren kann. Und meine Ruhetage in Lausanne und Genf werde ich auch bei schlechtem Wetter genießen.

Wenn ich in der nächsten Woche in Fribourg ankomme, möchte ich zunächst mit dem Bus ein Stück zurückfahren nach San Antoni, wo ich im Oktober aufgegeben habe, um dann die zehn Kilometer nach Fribourg nachzuholen. Der Weg führt über die historische Stadtbefestigung durch die Altstadt zur Kathedrale, wo ich mir nach dem letzten im vorigen Jahr nun noch einmal den ersten Pilgerstempel holen möchte.

In den nächsten Tagen werde ich beginnen, meinen Rucksack zu packen. Eigentlich kann ich ziemlich viel tragen, ohne dass es meinen Rücken überanstrengt. Aber wegen des Knies, das durch jedes zusätzliche Gramm stärker belastet wird, werde ich mir bei jedem Teil überlegen, ob ich es wirklich brauche und mein Gepäck mit Hilfe der Küchenwaage reduzieren.

Bin wirklich gespannt, ob alles klappt. Berichten werde ich auf jeden Fall.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf Sisis Spuren am Starnberger See/Following Sisi’s tracks at Lake Starnberg

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Anfang März gab es erste schöne Tage in München und Umgebung. Einen Spaziergang am Starnberger See wollte ich schon länger unternehmen. Von München kann man in einer Dreiviertelstunde mit der S-Bahn an den See fahren. Wegen der Corona Ansteckungsgefahr hatte ich mich in letzter Zeit nicht getraut. Bei meinem Ausflug an den Starnberger See mit dem Auto, den ich einige Wochen zuvor unternommen hatte, war ich im Feierabendverkehr in München stecken geblieben und hatte über zwei Stunden für den Heimweg von 40 km gebraucht. Nun wollte ich die S-Bahn-Fahrt wagen. Wegen des schönen Wetters war der Zug am Vormittag in der Woche gut besetzt. Ganz wohl war mir nicht, aber ich konnte mich mit dem Mindestabstand hinsetzen. (Erst zehn Tage nach dem Ausflug, als die Inkubationszeit des Virus längst vorbei war, erhielt ich eine grüne Warnung der Corona-App, „Begegnung mit niedrigem Risiko“) .

Am schön renovierten Bahnhof in Feldafing stieg ich aus und ging zum Starnberger See hinunter.

Gegenüber vom „Golfhotel Kaiserin Elisabeth“ beginnt der „Kaiserin-Elisabeth-Weg“ der mich zunächst hinunter zum Feldafinger Strandbad führte. Die Sonne strahlte, aber es pfiff ein frischer, sehr kühler Wind. Trotzdem ließ ich mich auf einer Restaurantterrasse nieder, wo ich mich fest in eine Decke einwickelte und ein Tintenfischrisotto bestellte. Ich schaute über den See und fand es einfach schön. Das Essen mundete mir sehr, allerdings wurde es mir doch etwas kühl, so dass ich bald wieder aufbrach.

Anm Seeufer entlang spazierte ich weiter zum Schloss Possenhofen. Das Schloss befindet sich im Ortsteil Possenhofen der Gemeinde Pöcking am Starnberger See. Prinzessin Elisabeth von Bayern (auch bekannt als „Sisi“), die spätere Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, verbrachte hier große Teile ihrer Kindheit.  Da sich das Anwesen im Privatbesitz befindet, kann es leider nicht besichtigt werden.

Dem Uferweg folgte ich weiter bis zum Kiosk am Steg 1. Dort gab es einen wunderbar windgeschützten Strand mit Liegestühlen, wo ich mich kurz ausruhte und noch einmal über den See schaute. Den sehr gemütlichen Ort merkte ich mir für künftige Wanderpausen vor.

Nun bog ich nach links ab und ging bei maßvoller Steigung durch den Possenhofener Wald hinauf zum Kaiserin-Elisabeth-Museum im Bahnhof Possenhofen. Das Museum war leider noch coronabedingt geschlossen. Der Besuch läßt sich aber einfach nachholen, da die S-Bahn direkt vor der Türe hält.

Auf dem geologischen Lehrpfad durch die Wolfsschlucht (Starzenbach) kam ich zurück zum S-Bahnhof Feldafing.

Fazit:
2 bis 2,5 Stunden, 8,7 km, Aufstieg 106 hm, Abstieg 119
Ein längerer Spaziergang mit herrlichen Blicken über den Starnberger See mit Alpenpanorama. Im Sommer sind ein Ausflug zur Roseninsel, eine Badepause und ein Besuch des Sisi-Museums (ab Mai 2022) möglich.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

 

Rund um Rottach-Egern am Tegernsee / Around Rottach-Egern on Lake Tegernsee

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Die Tegernseeregion gehört zu den Wanderzielen, die man von München in ungefähr einer Stunde erreichen kann, zumindest während der Woche, wenn sich nicht viel Ausflugsverkehr auf der Straße tummelt. Trotzdem war ich gut eineinhalb Jahre nicht mehr dort gewessen. Als sich Ende März die Sonne zeigte und frühlingshafte Temperaturen herrschten, beschloss ich eine leichte Wanderung von Rottach-Egern aus zu unternehmen.

Als ich auf dem Parkplatz am Seeufer ankam, waren dort noch viele Stellplätze frei, allerdings musste ich feststellen, dass die Höchstparkdauer vier Stunden betrug. Ich sprach einen Einheimischen an, der mir erzählte, dass es auch auf den anderen Parkplätzen im Ort keine längere Stelldauer gäbe. Mein Wanderung war mit gut drei Stunden angegeben und einkehren wollte ich unterwegs auch, also würde es knapp werden. Ich ging kurz zum Seeufer, schaute über den Tegernsee und lief dann zum nahen Rottach-Dammweg, der nun recht lange am Fluss entlang in Richtung der Berge führte. Der Weg war idyllisch gelegen, aber die Vegetation zeigte sich noch winterlich karg. Es gab kaum Schatten und mir wurde bald warm.

Nach ungefähr zwei Kilometern ließ der Strom der Spaziergänger und Hundegassiführer nach. Meine Strecke führte nun am ungedämmten Fluss entlang und schön durch den Wald. Auch erste Leberblümchen konnte ich entdecken. Endlich Frühling !

Bei Enterrottach zweigte ich nach links in die Kühzaglstraße ab in Richtung des Cafés Angermaier. Der Waldboden zu beiden Seiten der kleinen, nicht befahrenen Straße war bedeckt von unzähligen blühenden Märzenbechern. Wie schön!

Es ging nun etwas, aber nicht anstrengend bergauf. Dem Weg, der immer wieder schöne Aussichten in die Berge (Wallbergregion) bot, folgte ich bis zum Café Angermaier im Rottach-Egener Ortsteil „Berg“. Dort angekommen, musste ich feststellen, dass sich das Gasthaus im Betriebsurlaub befand.

Schade, vor dem bevorstehenden Aufstieg zum Tegernseer Höhenweg hätte ich mich gerne noch etwas gestärkt. Auf einer Bank verspeiste ich ein paar Nüsse und Datteln und zweigte kurz danach im Weiler „Brandstätt“ nach rechts oben ab. Zunächst fotografierte ich noch einige Blüten, aber dann war es bald vorbei.

Die Wanderstrecke führte mich nun zweimal steil bergauf und wieder bergab. Wieder einmal bemerkte ich, dass ich überhaupt nicht fit war, obwohl ich regelmäßig und zum Teil sehr flott in unserem Wald spazieren gehe. Allerdings weisen die Wege dort überhaupt keine Steigungen auf und leider hat mir der Orthopäde wegen meiner Knieprobleme das Joggen verboten. Beim Bergaufgehen stieg mein Puls rapide, so dass ich immer wieder stehen bleiben musste, und bergab schlich ich in gewohnter Manier. Glücklicherweise war der Untergrund überhaupt nicht rutschig und die An- und Abstiege waren nicht sehr lang.

Schließlich kam ich zum über Rottach-Egern gelegenen Wanderparkplatz „Riederstein“, den ich mir für zukünftige Wanderungen in der Gegend merkte. Von dort ging es allmählicher hinunter bis zur Rottach.

Dem Rottach-Dammweg folgte ich nun in umgekehrter Richtung und erreichte bald wieder den Parkplatz. Inzwischen war ich ziemlich hungrig und verspeiste noch schnell eine Kartoffelsuppe, bevor mein Parkticket abgelaufen war.

Fazit:
11 Km, 252 kumulierte Höhenmeter, 3,5 Stunden ohne Pausen
Eine Frühlingswanderung mit schönem Bergpanorama, die bei weiter fortgeschrittener Vegetation sicher noch reizvoller wäre. Die kurzen, aber heftigen An- und Abstiege rechtfertigen die Einstufung als „mittelschwer“. Evtl sollte man den Weg umgekehrter Reihenfolge laufen, um die anstrengenden Passagen am Anfang zu bewältigen. Unbedingt einen anderen Parkplatz suchen, weil 4 Stunden Parkdauer mit einer gemütlichen Pause im Café Angermaier knapp werden können.

Auf dem Rückweg fuhr ich nicht über den Ort Tegernsee zurück, sondern umrundete den See, weil ich noch eine Kaffepause in Bad Wiessee am westlichen Seeufer einlegen wollte. Ich holte mir dort ein köstliches Gelato und einen Cappuccino zum Mitnehmen und schlenderte über die Seepromenade, bevor ich zurück nach München fuhr.

Das ist mein Beitrag zu Rolands Fotoprojekt im April 2022 : Wanderungen und Fahrradtouren. Danke Roland, dass du uns schon kurz nach deiner Rückkehr eine Fotochallenge mit einem tollen Thema stellst. Sehr nett war außerdem, dass du mir so schnell und kompetent beim Erstellen der Karte geholfen hast. Schon wieder was gelernt!

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Traumhaftes Tannheimer Tal/ Beautiful Tannheim Valley

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Man glaubt es kaum: in der letzten Woche war ich im Ausland ! Wir besuchten Freunde in Bad Hindelang im Allgäu und unternahmen einen Ausflug ins nahe Tannheimer Tal in Österreich. Der Grenzübertritt verlief unspektakulär. Es gab keine Kontrollen, nur die Ortsschilder sahen anders aus und an den Tankstellen hatten sich wegen der deutlich niedrigeren Preise lange Schlangen gebildet.

Von Tannheim gingen wir durch den verschneiten Wald zum Vilsalpsee. Mir war es teilweise etwas zu glatt, aber es war doch sehr schön. Unterwegs kamen wir an der idyllischen Lourdeskapelle vorbei, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Das Gotteshaus musste natürlich besucht werden. Zunächst schaute ich aus alter Gewohnheit nach dem Pilgerstempel, den es aber nicht gab, weil wir uns nicht auf einem Jakobsweg befanden. Mir gefiel die blassblaue Bemalung der Kirchenwände dagegen sehr gut.

Ohne nennenswerte Steigungen ging es weiter durch den Wald. Ein paar Mal kreuzten wir die Langlaufloipe. Während unten in Hindelang kein Schnee mehr lag, war im Tannheimer Hochtal noch eine ausgedehnte Tour möglich. Als wir den Wald verließen, erblickten wir eine Bilderbuchlandschaft und das auch noch bei traumhaften Sonnenwetter!

Am Vilsalpsee angekommen stärkten wir uns auf einer Wirthausterrasse mit österreichischen Speisen. Wir verspeisten Kraut-, Kaspress- und Riesengerm(-hefe)knödel.

Der auf 1165 Hm gelegene Vilsalpsee war zugefroren und schneebedeckt. Wir nutzten die Gelegenheit, um über den See bis fast zu seinem Ende laufen. Auf einer Bank genossen wir noch einmal das wunderbare Panorama, bevor wir umkehrten.

Auf dem Rückweg gingen wir auf der für den Autoverkehr gesperrten Straße, was für mich deutlich entspannter war. Inzwischen kreisten zahlreiche Gleitschirmflieger am Himmel. Die Thermik musste wohl gut sein.

Bevor wir zurückfuhren, präsentierte sich Tannheim vor einem Bergpanorama und im warmen Nachmittagslicht. Wunderbar!

Fazit:
Vom Parkplatz Tannheim-West knapp 15 km und 3,5 Stunden, geringe Höhenunterschiede, Laufen durch eine märchenhaft schöne Berglandschaft, auch im Winter möglich (auf vereiste Stellen achten !). Die Wanderung würde ich gerne im Sommer wiederholen. Dann dürfte sie etwas länger sein, weil man den See umrundet und nicht „über das Wasser“ gehen kann.

Man kann auch mit einer Bimmelbahn, dem „Tannheimer Alpenexpress“, vom Tannheimer Informationsbüro über die für den Individualverkehr gesperrte Straße in ca. 20 Minuten zum Vilsalpsee fahren.

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Lübeck-Travemünde lohnt sich/Worthwhile trip to Luebeck-Travemünde #4

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Travemünde ist ein Stadtteil von Lübeck und liegt 20 km entfernt an der Ostsee. Es ist normalerweise durch eine kurze Zugfahrt zu erreichen. Wegen Bauarbeiten auf der Strecke benutzte ich im November 2021 den Bus.

Auf den Aufenthalt am Meer hatte ich mich sehr gefreut. Zuletzt hatte ich mich vor zwei Jahren in Lanzarote an der Küste aufgehalten. Dementsprechend groß war meine Sehnsucht.

Morgens brach ich ziemlich früh auf. Als ich am Busbahnhof ankam, sah ich an der Haltestelle den Bus nach Travemünde stehen. Vorsichtshalber begann ich mit dem Rollenkoffer zu rennen. Der Busfahrer erzählte mir dann aber, dass noch Zeit bis zur Abfahrt blieb.

Und dann geschah es: zuerst wurde mir schwindelig, dann begann mein Herz zu rasen. Ich versuchte, ruhig weiter zu atmen. Nach und nach beruhigte sich der Pulsschlag, aber auf dem Brustkorb blieb ein unangenehmer Druck. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich beunruhigt war! Die Busfahrt zog sich in die Länge. Als ich Travemünde erreichte, ging es mir besser, aber ich war ziemlich erledigt.

Im Hotel konnte ich schon einchecken, aber mein Zimmer natürlich noch nicht beziehen. Nach einer Ruhepause am Kamin und einer Flasche eiskaltem Wassers, die mir der Hotelier spendiert hatte, fühlte ich mich wesentlich besser und begab mich auf die geplante Strandwanderung.

Mein Hotel lag nahe am feinsandigen und sehr breiten Badestrand von Travemünde, der sich etwas außerhalb des Ortszentrums befindet. Dort schaute ich mich zunächst einmal lange um und zog dann sehr gemütlich weiter.

An diesem Morgen war es ziemlich bewölkt und es herrschte praktisch kein Wellengang, aber es gab viel zu sehen, z.B. Möwen und riesige Pötte, die vom Travemünder Skandinavienkai nach Helsinki fuhren. Am anderen Ende des Strands bildete der Wolkenkratzer des Hotels Maritim eine Art fragwürdiges Wahrzeichen. Aber das Meer fand ich zum Weinen schön!

Nun begann es zu regnen, so dass ich noch einmal zum Hotel zurückging, um mir einen Schirm zu holen. Kaum hatte ich das gute Stück aufgespannt, hört es wieder auf.

Nach einer Pause in einer Imbissbude nahm ich die Küstenwanderung von Travemünde nach Norden bis Niendorf in Angriff. Wissen muss man, dass die Höhenunterschiede an der Brodtner Steilküste maximal 20 Meter betragen. Ich hatte mir also nicht zuviel zugemutet. Am Ortsende führte mich der oberhalb der Küste verlaufende Wanderweg zunächst durch einen schönen Laubwald. Es ging leicht bergauf. Vor mir lief ein (viel!) älteres Ehepaar. Ich wollte die Beiden überholen und ging einen Schritt schneller. Und da geschah es wieder: Schwindel, Herzrasen und Schwächegefühl. Sehr langsam bewegte ich mich weiter. Unterwegs setzte ich mich praktisch auf jede Bank. Es ging mir wieder etwas besser, aber mir war klar, dass ich nicht bis zum ca. vier Kilometer entfernten Niendorf laufen konnte.

Als ich den Aussichtspunkt Hermannshöhe erreicht hatte, wollte ich mit Bus oder Taxi zurück zum Hotel fahren und evtl. einen Arzt aufsuchen. Beim Surfen mit dem Smartphone stellte ich allerdings fest, dass die Praxen bis zum späteren Nachmittag geschlossen waren, also spazierte ich langsam zurück. Unterwegs eröffneten sich immer wieder sehr schöne Ausblicke auf die Steilküste. Ich sah außerdem, dass die meisten Leute am naturbelassenen Strand entlang liefen. Auf einem Schild las ich, dass es an Brodtner Steilküste nur in Travemünde und in Nienhagen Verbindungen zwischen dem Steilküstenweg und dem Strandweg gibt. Von andren Auf- und Abstiegen über den Steilhang wurde dringend gewarnt. Ich ärgerte mich ein bisschen, dass ich nicht unten am Ufer geblieben war.

Als ich wieder am Badestrand angekommen war, fühlte ich mich gut und beschloss noch ein Stück am Naturstrand zurück zu gehen. Und es war wunderschön! Eigentlich wollte ich bald umkehren, schaffte es aber erst nach einer ganzen Weile. Zuerst überquerte ich den Hundestrand, dann den FKK-Bereich und folgte danach dem Steilufer. Der Strand war mit Seegras, Steinen, Felsen und Treibgut übersät. Umgestürzte Bäume lagen am Ufer und noch lebendige Buchen klammerten sich am Klippenrand fest. In der Brandung, die dort etwas kräftiger war als im Ort, schaukelten Schwäne und Enten.

Als es gegen 15 Uhr zu dämmern begann, konnte ich mich losreißen und kehrte zurück ins Hotel. Abends ging ich im Ortszentrum essen und gönnte mir nach dem überstandenen Schrecken ein Grünkohlgericht mit Bratkartoffeln und Mettwurst. Und ein erfrischendes Bier gab es natürlich dazu.

Ein denkwürdiger Tag, aber auch ein sehr schöner!

PS: Inzwischen habe ich einen Kardiologen aufgesucht. Es ist nichts Ernstes, aber ich muss jetzt Cholesterinsenker einnehmen. Nun ja, das Alter …

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