Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #20

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Von Lausanne nach St.Prex (Allaman) am 23.04.2022

Nach meinem Ruhetag in Lausanne setzte ich meine Pilgerwanderung auf der Via Jacobi fort. Als ich morgens aufbrach, regnete es wie durch den Wetterbericht angekündigt. Mit der U-Bahn fuhr ich nach Lausanne-Ouchy. Am Seeufer war es noch ziemlich ruhig. Obwohl es tröpfelte, war die Sicht auf die Berge besser als am vorigen sonnigen Tag. Allerdings hatte ich mir eine Abkürzung des Weges versprochen, als ich nicht die Strecke von der Kathedrale wählte wie im Pilgerführer vorgeschlagen. Stattdessen lief ich fast etwa eine Stunde zunächst am Seeufer und dann an einer Hauptverkehrsstraße entlang, bis ich wieder auf den Jakobsweg traf. Kurz danach passierte der Camino die stimmungsvollen Ruinen der spätrömischen Stadt Losanna.

Es hatte aufgehört zu regnen und von nun an führte der Weg dicht am Ufer entlang. Am Samstag waren trotz des mäßigen Wetters viele Spaziergänger, zum Teil mit Hunden, unterwegs und auf den Sportplätze fanden Fußballtraining und -spiele statt.

Zunächst lief ich bis St. Sulpice. Im Restaurant bei der Kirche konnte ich noch auf der Terrasse sitzen und einen Cappuccino schlürfen, aber es zog sich schon wieder zu.

Die Kirche St. Sulpice stammt aus dem 12. Jahrhundert und besitzt neben drei Apsiden ein romanisches Querschiff.
Quelle: Rother Pilgerführer Jakobswege Schweiz

Im dunklen Kircheninneren tastete ich nach dem Pilgerstempel und entzifferte schließlich eine Notiz, dass er im Restaurant angeboten wurde, in dem ich gerade gewesen war. Die Kellnerin wusste davon nichts, aber der Patron konnte mir helfen.

Als ich weiter ging, fing es richtig an zu schütten. Zum ersten Mal seit langer Zeit reichten mein Wanderschirm und der Rucksackschutz nicht aus, sondern ich brauchte die gesamte Montur mit Regenhose und -jacke. Zum Ausgleich führte der Jakobsweg nun sehr malerisch dicht am Ufer des Genfer Sees entlang.

Im nächsten Ort, dem hübschen Städtchen Morges, lief ich durch eine Fußgängerzone mit Hotels, Restaurants und Cafés. Dort waren viele Passanten unterwegs, was mich etwas wunderte. In einem belebten Ort wie Morges hätte ich auch gerne übernachtet, aber das hatte sich bei meiner Etappeneinteilung und den Übernachtungsmöglichkeiten nicht ergeben.

Ich kehrte in einem großen Café ein, in dem es picke packe voll war, fand aber noch einen ruhigen Sitzplatz am Rand, wo ich es mir richtig gemütlich machte. Nach dem Verspeisen einer herzhaften Quiche gönnte ich mir noch eine köstliche Zitronentörtchen zum Kaffee.

Durch die Altstadt ging ich weiter, kam am Hafen und am imposanten Schloss vorbei und im folgenden Park entdeckte ich die wunderschöne Tulpenshow, die wohl der Grund für die zahlreichen Besucher war.

Es fing wieder an zu regnen, hörte dann auf und fing erneut an aber nicht so stark wie morgens. Eine Weile lief ich am Ufer des Genfer Sees entlang und freute mich über die schöne Streckenführung.

Der Weg entfernte sich danach vom Ufer. An einem Bach sah ich die Fortsetzung des Weges nicht mehr, kehrte zurück und folgte der Landstraße #1. Zu behaupten, dass diese Straße stark befahren war, wäre noch eine Untertreibung. Im GPS-Track hatte ich aber gesehen, dass ich bald rechts abbiegen konnte, um den Jakobsweg wiederzufinden. GPS-Navigation ist eine feine Sache!

Es ging dann noch ein Stück durch die Weinberge oberhalb des Sees. Bald konnte ich zum Bahnhof St. Prex abzweigen. In diesem Moment fing es überflüssigerweise wieder an zu schütten. Es sah recht freundlich und sonnig aus, aber ein Regenbogen zeigte sich leider nicht. Rasch ging ich weiter. In St. Prex musste ich nur kurz auf den nächsten Zug nach Allaman warten, wo ich eine Privatunterkunft gebucht hatte. Zu Fuß hätte ich noch zwei weitere Stunden gebraucht. Etwas frustriert war ich, als ich auf der Anzeige im Zug sah, dass die Fahrtzeit bis Genf nur noch 40 Minuten betrug, während ich noch drei Tage bis dort hin wandern würde.

Nach ein bisschen Suchen gelangte ich schließlich zu meinem Quartier in Allaman in den Weinbergen.

Fazit:
Etwa 20 Km (bis St. Prex), Aufstieg ca. 100 m, unbedeutender Abstieg, 5 Stunden und 30 Minuten ohne Pausen.
Wunderschöne, mittellange aber leichte Etappe, die oft am Seeufer entlang führt, nettes Städtchen Morges mit Fußgängerzone, Gastronomie und Seepromenade gut zum Übernachten geeignet.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Der Beitrag Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino #20 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino: Lausanne

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Nachdem ich am Vortag ziemlich erschlagen in Lausanne angekommen war ( Schweizer Jakobsweg/Swiss Camino #19), freute ich mich sehr auf meinen Ruhetag.

Ganz so schön wurde es dann doch nicht. Ich hatte mich beim Wandern erkältet und fühlte mich ziemlich angeschlagen. Um Corona handelte es sich aber nicht, Fieber und Halsweh hatte ich nicht und auch keine weiteren Symptome.

Praktisch war, dass es bei Hotelübernachtungen in Lausanne die Karte für den Öffentlichen Nahverkehr kostenlos dazu gibt. Bei meiner Stadtbesichtigung konnte ich so viele Wege sparen und mich wirklich schonen. Morgens fuhr ich mit dem Bus zum Bahnhof und lief von dort in die Altstadt. Zunächst musste natürlich die Kathedrale besucht werden. Am Eingang traf ich die zwei Pilgerinnen aus der Oberpfalz wieder, mit denen ich mich auf dem Weg nach Lausanne unterhalten hatte. Sie waren tatsächlich bis in die Stadt gelaufen, hatten aber den Abstieg, der immer wieder von Aufstiegen unterbrochen wurde, äußerst anstrengend gefunden. Deswegen würden sie nach dem Besuch der Kirche mit dem Zug bis Rolle fahren. So sparten sie eine sehr schöne Etappe aus, die größtenteils am See entlang führt, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Beim Betreten der Kathedrale verabschiedeten wir uns und wünschten uns einen guten Weg.

Die Kirche, das bedeutendste Bauwerk der Schweiz aus dieser Epoche, beeindruckte mich durch die prächtigen Fensterrosette und reichlich verzierte Portale, aber das Innere wirkte hauptsächlich als hohes Raumerlebnis, während die Ausstattung der reformierten Kirche sich erneut als recht karg erwies.

Danach drehte ich eine gemütliche Runde um die Kirche und schaute mir die Altstadtbauten an. Auf einer Bank machte ich es mir gemütlich und genoss die Aussicht über die Stadt.

Danach ging ich zum Palud Platz im Zentrum der historischen Altstadt an. Dort steht immer noch das im 7. Jahrhundert erbaute Rathaus. Der Brunnen auf dem Platz mit der Justitia- Statue ist der älteste Brunnen der Stadt. Ich muss gestehen, dass ich die Altstadt von Lausanne nett fand, aber in der Schweiz schon viel Schöneres gesehen hatte. In Luzern hatte es mir so gut gefallen (Luzern 1, Luzern 2), dass es seitdem jede andere eidgenössische Stadt schwer hatte.

Als ich den Brunnen fotografierte, stellte ich außerdem mit Schrecken fest, dass der Monitor meiner kleinen Panasonic Kamera, die ich auf Rucksackwandersungen mitnehme, schwarz blieb, wenn ich sie einschaltete. Ich fotografierte mit dem winzigen Sucher, durch den ich als Brillenträgerin fast nichts sehe. Am Nachmittag stellte ich dann fest, dass ich den Kopf der Gerechtigkeitsstatue abgeschnitten hatte. Das Foto des Rathauses geriet auch nicht gerade gut, aber wenigstens ein Foto des Palud Platzes möchte ich zeigen.

Auf dem Platz befindet sich aber ein schönes Café, wo ich es mir auf der windgeschützten Terrasse mit Apfeltörtchen und Cappuccino bequem machte. Ich scrollte durch viele Menuepunkte konnte aber das Kameraproblem nicht lösen. Wenn ich das Gerät hin und her drehte, kam manchmal die Monitoransicht wieder, verschwand aber gleich wieder. Nach und nach sollte ich herausfinden, dass ich das Objektiv beim Einschalten nach unten gekippt halten und dann sehr vorsichtig aufrichten musste, damit der Monitor nicht dunkel wurde. Das war natürlich äußerst mühsam und führte dazu, dass ich die Kamera, wenn der Bildschirm nach einer falschen Bewegung wieder verschwand, sehr oft aus- und wieder anschalten musste. Warum ich in Lausanne nicht sofort ein Fotogeschäft aufgesucht habe, weiß ich nicht. Wahrscheinlich dachte ich, dass ich das Problem selbst lösen kann. Auch schreckte mich an diesem Tag, an dem ich mich nicht so wohl fühlte, die Aussicht auf ein Fachgespräch über Kameraprobleme auf Französisch. Wie ich zu Hause in meinem Kamerabuch sehr schnell feststellen sollte, hatte ich versehentlich etwas verstellt und zwar nicht über das Menue sondern durch die Festlegung einer Funktionstaste, die ich nie benutzte !

Nach dem Kaffeetrinken nahm ich die U-bahn nach Ouchy an das Ufer des Genfer Sees. Meine letzte Fahrt mit diesem Verkehrsmittel war alles andere als angenehm verlaufen (Auf dem Schweizer Jakobsweg #19). Ich vertraute aber zu recht darauf, dass ich nicht sofort wieder eine Störung erleben würde. Nach kurzer Zeit gelangte ich zum See, den ich noch nicht besucht hatte. Die richtige Stimmung wollte bei mir nicht jedoch nicht aufkommen. An diesem Morgen war es sonnig aber extrem diesig, so dass die Berge kaum zu sehen waren. Außerdem gab es an der Seepromenade um diese Jahreszeit viele Betonflächen und nur wenig Vegetation. Am kleinen Yachthafen konnte ich aber das Chateau d’Ouchy und das Hotel Beau Rivage bewundern.

Am Seeufer entlang spazierend erreichte ich das Musée Olympique des IOK. Die Ausstellungen besuchte ich nicht, aber im Park des Museums gefiel es mir richtig gut. Die Organisation hatte keine Kosten und Mühen gescheut. Werke berühmter Künstler, z.B. von Botero, Niki de St. Phalle und Eduardo Chillida, wurden wunderbar in Szene gesetzt präsentiert.

Auf dem Seeuferweg lief ich bis zum Thailändischen Pavillion, ein Geschenk des thailändischen Königs an die Stadt Lausanne aus dem Jahr 2005.

In der Nähe benutzte ich eine Busverbindung nach Pully, wo ich mir im Musée de Pully eine kleine aber feine Ausstellung (La Belle Époque de l’Art Nouveau) anschaute. Gezeigt wurden Plakate, Zeitschriften und Drucke berühmter Künstler darunter Jules Chéret, Edvard Munch, Pierre Bonnard, Alphonse Mucha, Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die idyllische Lage von Pully, einem Nachbarort von Lausanne, in den Weinbergen über dem See und die kleine Altstadt gefielen mir sehr gut.

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich im Hotel und ruhte mich aus. Am Abend reichte es gerade noch zu einem frühen Essen beim Inder um die Ecke. Danach sank ich erschöpft in die Federn.

Fazit:
Beim Pilgern auf der Via Jacobi Lausanne zu besichtigen, ist meiner Meinung nach nicht unbedingt erforderlich, aber mir persönlich haben die Abwechslung und die Entspannung gut getan. Wer sich für die Olympischen Spiele interessiert, sollte das Museum besichtigen.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Der Beitrag Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino: Lausanne erschien zuerst auf Wanderlustig.

Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #19

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Von Moudon-Syens nach Epalinges-Croisettes (Lausanne-Bessieres) am 21.04.2022

Das Pilgerbuch schlug eine Etappe von Moudon nach Epalinges kurz vor Lausanne vor. Ich war durch meine Unterkunft in Syens schon ein paar Kilometer näher an Lausanne und hatte daher beschlossen, bis dort zu gehen. In der Stadt hatte ich ohnehin einen Ruhetag eingeplant und so konnte ich zweimal übernachten. Nötigenfalls würde ich die restlichen Kilometer mit der einzigen U-bahn in der Schweiz ab Epalinges-Croisette zurücklegen. Meine Fahrt verlief dann sehr speziell, aber dazu später …

Um 9 Uhr verließ ich meine schöne Unterkunft mit Gartenterrasse. Zunächst ging es etwas bergauf zu einem Bauerhof mit Putenzucht. Als ich am Zaun stehenblieb, kamen die Tiere sofort angelaufen. Entweder waren sie so neugierig wie Kälber, oder es war gerade Fütterungszeit und sie hatten mich verwechselt. Weiter ging es an gepflügten noch nicht bepflanzten Feldern vorbei. Wurde dort der im Waadtland verbreitete Tabakanbau betrieben? Auf einem schönen Weg gelangte ich an den Waldrand, wo ich wieder ein fantastisches Bergpanorama sah. Leider war es ziemlich diesig, so dass es mit dem Fotografieren nicht so gut klappte.

Kurz darauf überholte mich eine französisch sprechende Pilgerin aus der Nähe von Fribourg. Ich fragte sie, ob wir den Mont Blanc sahen. Das wusste sie nicht genau, glaubte es aber schon. Sie wollte bis Lausanne laufen und dann nach Hause zurückkehren, um später bis Genf zu pilgern. Die junge Frau hatte im Bahnhofshotel in Moudon übernachtet und berichtete, dass sie dort zwei Pilgerinnen aus München getroffen habe. Diese wollten noch die Kirche besuchen und dann nachkommen. Wir verabschiedeten uns und ich folgte ihr eine Weile. Nach der Kirche in Vucherens verlief der Camino zwischen Feldern auf einer Hochebene, die wieder sehr schöne (im starkem Dunst liegende) Aussichten bot. An einem Punkt bog die Schweizerin plötzlich vom Weg ab. Ob das mit Absicht geschah, weiß ich nicht. Wieder getroffen habe ich sie nicht.

Im nächsten Ort Ussières verlief ich mich. Statt den Wegweiser am Ortsrand richtig zu deuten, bog ich ins Dorf ab. Kaffee gab es dort keinen, selbst der Shop in der Käserei war an diesem Vormittag geschlossen. Dann hielt zu meiner großen Verwunderung auf dem Gehweg direkt neben mir ein Auto. Ein älteres Ehepaar stieg aus. Sie hatten meine Jakobsmuschel am Rucksack gesehen und erklärten mir, dass sie vor Jahren an dieser Stelle auf dem Camino gepilgert waren und sich erinnerten, dass man die Straße überqueren musste, anstatt nach Ussières abzubiegen. Ein Blick auf meinen GPS-Track bestätigte mir, dass die hilfsbereiten Schweizer recht hatten. Wir tauschten uns dann noch über Camino Erlebnisse aus. Nach diesem sehr netten Gespräch kehrte ich ohne weitere Probleme auf die Via Jacobi zurück.

An diesem Tag fand ich das Wandern zunächst sehr angenehm. Es war immer noch sehr sonnig und auf der Strecke gab es kaum Schatten, aber es wehte eine kühle Brise. Um die Mittagszeit bekam ich aber gewaltigen Hunger und legte auf einem Baumstamm im Wald eine Brotzeitpause ein.

Kaum hatte ich mich gesetzt, da kamen die beiden schon angekündigten Pilgerinnen. Es waren die Frauen, die ich am Vortrag auf dem Bahnhofsplatz in Moudon gesehen hatte. Sie kamen nicht aus München, sondern aus einem ungefähr 150 km entfernten Ort in der Oberpfalz. Wie ich hatten sie die Pilgerwanderung auf dem Münchner Jakobsweg nach Lindau begonnen. Nach coronabedingten Pausen in den Jahren 2020 und 2021 wollten sie nun bis Genf pilgern. Im Hotel in Moudon hatten sie Verständigungsprobleme gehabt, weil sie kein Französich konnten und das Hotelpersonal kein Englisch oder Deutsch. Glücklicherweise hatte die junge Schweizer Pilgerin für sie gedolmetscht. Im nächsten Urlaub planten die Beiden, in Frankreich bis Le Puy weiter zu wandern. Sie meinten, evtl. sei es gut, vorher noch ein bisschen Französisch zu lernen …. Die Pilgerinnen gingen weiter, während ich mich noch etwas ausruhte.

Nach dem Überqueren des Bächleins Bressone gelangte ich bald auf leicht ansteigendem Weg nach Montpreveyres mit der Pilgerherberge und der Kirche aus dem 18. Jahrhundert, wo ich auch den ersten Pilgerstempel des Tages erhielt.

In dem kleinen Ort fragte ich einen Busfahrer, der gerade Pause machte, nach einem Café. Er wies mich auf die einzige Möglichkeit hin: in einem nahen Lebensmittelladen gab es Coffee to go aus einer Nespressomaschine. Mit dem Kaffee und einem Karottentörtchen setzte ich mich an den Picknicktisch im Hof hinter dem Laden.

Dann kam die im Pilgerbuch beschriebene kurze Strecke an der sehr stark befahrenen Kantonsstraße nach Lausanne. Es handelte sich um weniger als 400 Meter und man konnte gut neben der Fahrbahn in der Wiese laufen. Außerdem war das Landschaftsbild schön anzusehen.

Der Jakobsweg zweigte dann ab und ging hinunter in ein kleines Tal, um dann im Wald gleich wieder anzusteigen. Das wiederholte sich einige Male und ich merkte, dass meine Kräfte nachließen. Es ging zwar durch einen dichten Wald, aber der Verkehrslärm der nahen Hauptverkehrsstraße war fast durchgängig zu hören. Wieder auf einem Baumstamm sitzend erholte ich mich kurz, trank Mangosaft und warf Traubenzucker ein. Über ein Strässchen führte der Weg durch ein kleines Wohngebiet und danach zu einem Campingplatz, wo ich einen Cappuccino trank und ein eiskaltes Sprudelwasser. Der Bus nach Epalinges hielt gerade direkt vor dem Campingplatz, aber dieses Mal widerstand ich der Versuchung. Schließlich war ich nicht auf der Via Jacobi, um ständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.

Dem Weg folgte ich weiter durch einen schönen Stadtwald, wo ich viele Jogger und Hundebesitzer mit ihren Tieren sah.

Dann folgten kleinere Siedlungen. Danach ging es wieder ins Grüne und immer wieder kurz, aber zum Teil steil, bergauf und bergab. Bei Epalinges stieg ich kurz zur Kapelle des Croisette mit einem sehr schönen Ausblick bis zum Genfer See (rechts oberhalb der Mitte im Foto) auf. Außerdem gab es einen weiteren Stempel für meinen Pilgerpass.

In Epalinges-Croisette reichte es mir. Ich stieg in die Metro und freute mich auf eine gemütliche Fahrt von 15 Minuten in das Zentrum von Lausanne. Die Bahn war voll besetzt. Viele Passagiere standen. In meiner Nähe trug außer mir nur eine weitere Person eine Schutzmaske. Nach vier Stationen bremste die führerlose Metro plötzlich auf der Strecke und zwar sehr scharf. Dabei stürzte sogar ein junger Mann über mich, was aber nicht weiter schlimm war. In einer Durchsage wurden wir informiert, dass technisches Personal angefordert wurde, um die Störung zu beheben. Das Licht ging sehr kurz aus, aber die Notbeleuchtung schaltete sich gleich an. Die Lüftung war leider ausgefallen und die Fenster konnten nicht geöffnet werden. Es wurde sehr warm und ich bemühte mich, nicht in „Corona-Panik“ zu verfallen, was mir auch gelang. Nach einer knappen halben Stunde fuhr die Metro mit quietschenden Bremsen immer wieder ein paar Meter weiter, um dann erneut ruckartig stehen zu bleiben. Im Schneckentempo erreichten wir schließlich die nächste Station. Glücklicherweise hatte in dem vollbesetzten Wagon niemand die Geduld verloren oder war in Panik verfallen. Hut ab vor den Schweizern!

Als ich in Lausanne-Bessières an der Metrostation stand und Google Maps konsultierte, um den nun etwas längeren Fußweg zu meinem Hotel zu finden, kam ein junger Mann mit seiner kleinen Tochter im Kinderwagen vorbei und bot mir seine Hilfe an. Er hatte fast den gleichen Weg und begleite mich bis in die Nähe meiner Unterkunft. Von dort waren es nur noch einige hundert Meter.
Was für ein Tag!

Fazit:
Etwa 20 km, Aufstieg 470 Hm, Abstieg 180 Hm ( zusätzlich ca. 250 Hm bis Lausanne), ca. 7 Stunden
Sehr abwechslungsreiche Etappe mit wunderbaren Ausblicken, naturnahe Pfade, aber auch Strecken in der Nähe der verkehrsreichen Hauptstraße nach Lausanne. Zum Schluss durch stetiges An- und Absteigen für mich persönlich ziemlich fordernd.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Wo geht es hier nach Santiago? Which way to Santiago?

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Die Markierung der Jakobswege in der Schweiz ist ausgesprochen gut. An den wichtigsten Abzweigungen stehen außerdem große Schilder, welche die nächsten Ziele mit Wegzeiten anzeigen.

Außerdem ist die weiße Vier auf grünem Grund mit blauer Umrandung und gelber Jakobsmuschel ausgeweisen. Das Camino-Wegzeichen, die strahlende Sonne, bedeutet, dass Santiago in Richtung der runden Sonnenscheibe liegt und nicht dass man den Strahlen folgen soll. Der Jakobsweg führt nur in eine Richtung und zwar nach Santiago. Das Schild mit der 4, das in die andere Richtung weist, zeigt also nicht den Camino an.

Es kommt manchmal vor, dass die stilisierte Sonne in die falsche Richtung zeigt. Auf dem abgebildeten Wegweiser weist das Symbol sogar in beiden Richtungen nach Santiago. Für alte Camino Hasen wie mich war das natürlich kein Problem: bin einfach in Richtung meines Tagesziels Payerne abgebogen. Und da ich für den Weg meistens eine um ein Drittel längere Zeit brauche, bedeutete das noch einen ziemlich langen Wandertag …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #16

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Einführung

Im letzten Sommer und Herbst pilgerte ich 280 km mit dem Rucksack auf dem Schweizer Jakobsweg von Konstanz/Kreuzlingen bis nach Fribourg (s. meine Posts, beginnend mit Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino #1). Unterwegs durfte ich traumhafte Landschaftsbilder sehen, aber das Wandern strengte mich auch an. Obwohl ich mein linkes Knie soweit wie möglich schonte, kam ich humpelnd in Fribourg an.
Zu Hause ging es mir bald wieder gut. Mein Orthopäde meinte, dass beide Menikusseiten angerissen seien und ich bei Fernwanderungen wieder mit Schmerzen rechnen müsse, vor allem solle ich das Bergabgehen vermeiden.

Das Pilgern auf der Via Jacobi, dem Schweizer Camino, wollte ich aber gerne beenden. Der Jakobsweg, der von Fribourg nach Genf und dann noch ein kurzes Stück zur französischen Grenze führt, ist zwar noch rund 150 km lang, überwindet aber keine großen Höhenunterschiede mehr. Hinter Fribourg hatte ich mir eine flachere Variante ausgesucht und kurz danach verläuft der Weg weitgehend eben am Genfer See entlang.

Anreise

Am 18. April 2022, dem Ostermontag, nahm ich den Zug um 6:48 Uhr von München nach Zürich. Meine Umsteigezeit in Zürich betrug nur fünf Minuten und ich war gespannt, ob SBB, die Schweizer Bahn, das hinbekommen würde. Als Alternative hatte ich mir eine Bahn ausgesucht, die eine Stunde später nach Fribourg fuhr. Ab der Schweizer Grenze war die Maskenpflicht im Zug, wie alle Schweizer Coronamaßnahmen aufgehoben, aber die meisten Reisenden, wohl hauptsächlich Touristen, schützten sich weiterhin.

In Zürich kamen wir zehn Minuten später an und die nächste Verbindung war gestrichen worden. Ich entschied mich für den gerade abfahrenden Zug nach Bern, das ging wenigstens in die richtige Richtung. Die freundliche und fixe Schaffnerin riet mir, mit der S-Bahn nach Fribourg zu fahren und wies mich darauf hin, dass ich mich beeilen und auf dem Gleis bis ganz nach vorne gehen musste. Alles klappte und ich kam gegen 13 Uhr, nur eine Stunde später als vorgesehen, am Zielort an.

Von St. Antoni nach Fribourg

Als ich ausstieg und durch den Bahnhof nach draußen ging, fiel mir auf, dass ich als eine der Wenigen eine Maske trug. Fribourg empfing mich mit sonnigem Frühlingswetter und kaltem Wind. Nichtsdestotrotz saßen die Leute, oft in Sommerkleidung, auf den Caféterrassen. Nach dem Einchecken im Hotel zog ich gleich meine Wanderschuhe an und packte Wasser und Snacks in meine leichte Umhängetasche. Im letzten Herbst hatte ich es nämlich nicht bis Fribourg geschafft, sondern in St. Antoni den Bus genommen (Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino #15). Die ausgelassene Strecke wollte ich nun nachholen.

Mit dem Bus fuhr ich in 20 Minuten bis St. Antoni Dorf. Schon von weitem sah ich die reformierte Kirche, an der ich den Camino im Oktober beendet hatte.

An der katholischen Kirche setzte ich den Weg fort. Wieder auf dem Camino zu pilgern, war ein unglaubliches Gefühl. In der Kirche holte ich mir den ersten Pilgerstempel und setzte mich einen Moment lang auf eine Bank. Den Hl. Jakob bat ich darum, mich zu beschützen und mir zu helfen, dass ich den Weg wie geplant gehen konnte. Als Beten würde ich das nicht bezeichnen oder war es das etwa doch?

Der Weg führte dann angenehm bergab in ein Tal , an der kleinen Sebastianskapelle vorbei und weiter über eine Wiese zu einer Marien-Andachtsstätte, wo ich eine kurze Trinkpause einlegte. Im Windschatten fand ich es ziemlich heiß und hatte auch noch, wohl doch etwas müde, Sonnenhut und -creme vergessen.

An der Straße entlang erreichte ich Tafers. Neben der Kirche befindet sich die Jakobskapelle aus dem 18. Jahrhundert und auf der Fassade ist die Legende vom Hühner- und Galgenwunder dargestellt. Auch das Innere der Kapelle gefiel mir sehr.

Die weitere Strecke bot, von einem Ausblick auf die schneebedeckten Berge abgesehen, nicht viel Sehenswertes.

Über Feld- und Wiesenwege näherte ich mich Fribourg und befand mich schließlich in der Vorstadt. An einem großen Kreisel am Ortseingang fand ich die Wegbeschilderung nicht und folgte dann der Strecke, die ich mit dem Bus zurückgelegt hatte. So verpasste ich die Ankunft durch die historische Unterstadt, was ich sehr schade fand. Als ich auf der Brücke stand und auf die Gegend hinabschaute, reichte meine Energie jedoch nicht um zurück zu gehen. Die Ecke kannte ich außerdem schon von meinem Aufenthalt in der Stadt (Nach dem Schweizer Jakobsweg/After the Swiss Camino Fribourg). So freute ich mich über das schöne Nachmittagslicht und lichtete den wunderbaren Ausblick mehrmals ab.

Abschließend schlappte ich, nun schon etwas erschöpft, zur Kathedrale St. Nicolas in der Oberstadt. Im Inneren hielten sich viele Besucher auf, so dass ich lieber Maske trug, was ich direkt nach der Wanderung aber sehr heiß fand. Schnell holte ich mir noch einen neuen Pilgerstempel und ging dann zu meiner Unterkunft in der Fußgängerzone.

Fazit:
10 km, kaum Aufstieg und ca. 130 m Abstieg, 3 Stunden
Die Kapelle in Tafers ist sehr sehenswert, ansonsten begeisterte mich diese Etappe nicht. Wenn man die längere Strecke von Schwarzenburg nach Fribourg geht, wie ich es im Oktober geplant hatte, ist die Wanderung insgesamt abwechselungsreicher. Für mich lohnte sich dieser Abschnitt vor allem als kurzer Wiedereinstieg in den Camino ohne Rucksack.

Nach dem Abendessen unternahm ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt und freute mich über das Stadtpanorama im Abendlicht.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Nach Genf geschafft! Made it to Geneva!

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Wer hätte das gedacht ? Bei durchwachsenem Wetter habe ich es, weitgehend heil, auf dem Schweizer Jakobsweg bis nach Genf geschafft. Sogar mein Knie hat durchgehalten. Zum Ausgleich meinte meine kleine, die leichte, Panasonic Kamera, dass es nun genug sei mit der ständigen Knipserei und begann ihrerseits Probleme zu machen.

Näheres dazu, aber natürlich vor allem zu meiner Pilgerwanderung, werde ich berichten.

Heute zeige ich nur einige allererste Impressionen aus Genf. Wundert euch nicht, dass ich das Wahrzeichen der Stadt, die riesige Wasserfontäne Jet d’Eau nicht fotografiert habe. Leider sprudelte diese Attraktion heute nicht, was sich aber hoffentlich bald ändert.

Panorama ohne Wahrzeichen

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Which Way: Via Jacobi in Switzerland

Back on the Way of St. James I have had very nice weather so far. The spring vegetation looks lovely but does not offer enough shadow for hiking.

But the weather forecast says the sunny days will be over soon …

This is for Alive and Trekking’s fun challenge. Thank you San for hosting.

Always looking forward to your feedback.

Rainy Days on the Munich Way of St. James

For translation please use the Google Translate Button on my site.

Walking the Munich Way of St. James in October 2019 I often suffered heavy rain and thick fog. From time to time there was a funny looking rainbow and finally, having arrived at my destination in Lindau, I even saw the sun over Lake Constance, briefly.

This is for Lens-Artists Challenge #186 – Low-Light. Thank you, Sofia for the interesting topic and for hosting.

My photos might not very artistic but they convey the mood and the atmosphere of my pilgrimage on this section of the trail.

Always looking forward to your feedback.

Corona Reisejahr 2021 / Corona Travel Year 2021 #2

For translation please use the Google Translate Button on my site.

In der ersten Jahreshälfte 2021 hatte ich einige Ausflüge unternommen, ging zum Wandern, hatte Schlossparks, Museen und Münchner Stadtviertel besucht (Corona Reisejahr 2021 #1) , aber Verreisen war „dank Corona“ erst im zweiten Halbjahr möglich.

Rucksackreise in Bayern

Endlich vollständig geimpft traute ich mich Ende Juni wieder Öffentliche Verkehrsmittel in größerem Umfang zu benutzen und im Hotel zu übernachten. Mit dem Rucksack wanderte ich vier Tage im Bayerischen Voralpenland von Bernried am Starnberger See über Kochel nach Mittenwald, benutzte für einzelne Strecken aber auch Bus und Bahn.

Am ersten Tag, auf der Strecke am Starnberger See und an den Osterseen bis nach Kochel, sah das Wetter bedrohlich aus, glücklicherweise regnete es nicht (Wieder auf Reisen 1).

Starnberger See Seeshaupt Bayern

Das Highlight war meine Wanderung am folgenden Tag von der Kesselberg Paßhöhe auf den Herzogstand bei sehr schönem Wetter mit traumhaften Aussichten. Nur auf dem Gipfel bewölkte es sich vorübergehend (Wieder auf Reisen 2).

Auf dem Buckelwiesenweg von Wallgau nach Mittenwald genoss ich wunderschöne Landschaftseindrücke. Auf dem schattenlosen Weg setzte mir allerdings die Sommerhitze zu.

Am letzten Tag wanderte ich auf den Mittenwalder Hausberg, den Kranzberg, mit fantastischen Ausblicken in Bergwelt.

Wandern in der Fränkischen Schweiz

Ende Juli hatte H. ebenfalls den vollständigen Impfschutz erreicht. Das nutzten wir für eine Woche Wanderurlaub in der Fränkischen Schweiz, die sich in Bayerns Norden befindet (s. ab hier: Ferien in der Fränkischen Schweiz 1).

Wir unternahmen kürzere und längere Tageswanderungen, schauten uns eine Wallfahrtskirche, Burgen, eine Höhle, sowie Fachwerkhäuser an und bewunderten die typischen Felsformationen. Danach erholten wir uns in unserer gemütlichen Pension beim köstlichen und sehr vielfältigen Kuchenangebot und beobachten die Ziegenherde an einem steilen Felsen direkt gegenüber .

Schweizer Camino von Konstanz nach Brunnen

Anfang August war die Zeit reif für die Fortsetzung des Jakobswegs in der Schweiz. Trotz bescheidener Wetteraussichten machte ich mich auf den Weg. In der Schweiz stiegen die Coronazahlen stetig. Anfang August betrug die 7-Tage-Inzidenz August schon über 70, was damals als hoch galt. Ich wollte aber die Pilgerwanderung in der Schweiz nicht schon wieder verschieben wie im Jahr 2020.

Zwar gab es dann Tage mit viel Regen und mancher schöne Ausblick entging mir, aber das Pilgern durch die wunderbare Schweiz mit ihren liebvoll restaurierten Häusern, den vielen Kapellen, dem Weg, der über historische Pilgerpfade führte, war möglich und gefiel mir sehr. Auch blieb es an einigen Tagen trocken, wurde sogar richtig schön (Näheres: Auf dem Schweizer Jakobsweg #1 bis #6 ). Zum Abschluss gönnte ich mir einen Tag in der Traumstadt Luzern.

Leipzig, Quedlinburg und Eisenach

In Ostdeutschland waren die Inzidenzen Ende August relativ niedrig, in Leipzig lag sie z.B. unter 30. Daher begab ich mich auf die schon seit längerer Zeit geplante Städtereise. Der Sommer war wirklich verregnet im letzten Jahr. Zwei Tage verbrachte in jeder Stadt und an einem schüttete es jeweils! Trotzdem war ich sehr beeindruckt vom reichen kulturellen Erbe der besuchten Orte.

In Leipzig sah ich die Schauplätze der Montagsdemonstrationen im Herbst 1989 und bewunderte den Mut der Bevölkerung, der zum Ende des DDR Regimes führte (s. Street Art Mural). Auch die vielen sorgfältig restaurierten historischen Gebäude begeisterten mich.

In der Welterbestadt Quedlinburg konnte ich Stiftskirche mit dem Quedlinburger Domschatz, die Altstadt mit Kirchen, Stadtmauer und über 1300 Fachwerkhäusern aus mehreren Jahrhunderten besuchen.

Ganz oben auf meiner Liste hatte die Welterbestätte Wartburg in Eisenach gestanden. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als „Junker Jörg“ hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel ins Deutsche. Im Lutherhaus in Eisenach wurde die Bibelübersetzung anschaulich und interaktiv vermittelt. Man konnte sogar einzelne Passagen an den Bildschirmen mitübersetzen (natürlich nur mit Einmalhandschuhen). Im 16. Jahrhundert exitierte keine einheitliche, hochdeutsche Sprache nur viele verschiedene Dialekte. Durch Luthers Bibelübersetzung wurde die Heilige Schrift nicht nur zugänglicher für die breite Bevölkerung sondern Luther legte die Grundlage für die deutsche Standardsprache (Wartburg und Luther).

Schweizer Jakobsweg von Brunnen nach Fribourg

Das Pilgern auf dem Schweizer Jakobsweg im August hatte mir so gut gefallen, dass ich den Weg in Brunnen am Vierwaldstätter See Anfang Oktober fortsetzte. Zunächst zögerte ich noch, weil sich die Corona Infektionen in der Schweiz wieder auf relativ hohem Niveau bewegten, aber als sie im Oktober leicht gesunken waren und ich las, dass genau auf die Maskenpflicht geachtet wurde und in jeder Unterkunft und allen Restaurants 3G galt, was streng kontrolliert wurde, zögerte ich nicht mehr.

In neun Tagen lief ich auf dem Camino bis nach Fribourg. Einen Ruhetag verbrachte ich am Brienzer See und einen weiteren nach dem Jakobsweg humpelnd in Fribourg. Über meine Erlebnisse, die vielen Höhen und wenige Tiefpunkte habe ich ausführlich berichtet (beginnend: Auf dem Schweizer Jakobsweg #7). Auf dem Schweizer Jakobsweg möchte ich in diesem Jahr über Lausanne und Genf bis zur Schweizer Grenze weiter ilgern, am liebsten im Frühjahr, wenn es Corona zulässt.

Im November stiegen die Inzidenzzahlen in Bayern immer weiter. Einzelne Gebiete, welche die Schwelle von 1000 erreicht hatten, mussten in den Lockdown gehen, und in München lag die Zahl bei 720, mit steigender Tendenz. Dazu kam, dass für alle Freizeitangebote, also auch für Museen und Kinos, 2 G plus (Zugang nur für Geimpfte oder Genesene mit aktuellem Test) galt. Ich beschloss, Corona ein Stück weit auszuweichen und unternahm eine Kurzreise nach Lübeck und Travemünde in Norddeutschland, wo die Inzidenzwerte mit unter 200 vergleichsweise moderat waren.

Was ich dort erlebte, werde ich noch berichten. Nur soviel: ich verliebte mich in die Backsteingotik der Welterbe Stadt Lübeck, besuchte sehr interessante Museen und naschte vom berühmten Lübecker Marzipan. In Travemünde konnte ich nach zwei Jahren endlich wieder am Meer spazieren gehen, ein auch bei trübem Herbstwetter wunderschönes und berührendes Erlebnis.

Fazit:
2021 war ein besonderes aber trotzdem sehr ereignisreiches und schönes Reisejahr für mich. Die meisten Ziele suchte ich dann auf, wenn es coronabedingt günstig war. Der vollständige Impfschutz und mein Rentnerinnenstatus ermöglichten mir das. Weil ich mich viel an der frischen Luft aufhielt und mich eher etwas strenger als erforderlich an die Coronamaßnahmen hielt, fühlte ich mich auch sicher.

Alle Orte hatte ich schon länger aufsuchen wollen und es gefielt mir ausnahmslos sehr gut. Obwohl es stimmt, dass es in Deutschland und in den Nachbarländern unendlich viel Wunderbares zu sehen und zu erleben gibt, hoffe ich doch sehr, dass bald wieder Auslandsreisen in weiter entfernte Länder möglich werden. Europäische Länder würden mir schon reichen …

Abschließend danke ich euch, meinen treuen Lesern und Followern, für euer stetiges Interesse an meinen Reiseberichten und das immer sehr nette Feedback. So macht das Schreiben von Blogposts richtig Spaß!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Ausruhen auf dem Schweizer Camino / Rest on the Swiss Camino

For translation please use the Google Translate Button my site.

While I continued my pilgrimage on the Swiss Camino in September 2021 (Von Brunnen nach Buochs) I took this photo. I suppose the bench is dedicated to a woman named Ruth who liked to hike on this path and to sit down at this location. When I was there it was very cloudy and the visibility poor but I imagine it could be a splendid view in fine weather.

This is for XingFuMama’s photo challenge. Thank you for hosting this wonderful challenge all year long. I am afraid it is the last challenge with this topic, but I am glad you are planning a new project.

Always looking forward to your feedback.