Ausgebremst # 8 : Kultur und Natur am Tegernsee

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Anfang Oktober, zwei Monate nach meiner Rückkehr von der Via Gebennensis, dem französischen Jakobsweg, hatte sich die entzündete Achillessehne größtenteils beruhigt, aber mein Rücken war immer noch nicht in Ordnung. Der Orthopäde hatte mir gerade noch einmal Schonung bis Mitte November verordnet. An mehreren, sehr kalten Regentagen saß ich frustriert und wütend zu Hause und sehnte mich nach einer schönen Abwechselung.

Sobald die Sonne wieder lachte, fuhr ich mit dem Auto zum Tegernsee. Ich habe euch schon verraten, dass die Tegernsee Region, die knapp 60 km von meinem Wohnort entfernt liegt, zu meinen liebsten Ausflugszielen gehört. Genauso geht es aber sehr sehr vielen Münchnern und an diesem schönen Herbsttag (man fürchtet immer, dass es der letzte der Saison sein könnte), war der Anreiseverkehr besonders stark, sogar in der Wochenmitte. Nach dem Verlassen der Autobahn bewegte ich mich bald im stockenden Verkehr und kurz vor Gmund, dem ersten Ort am See, wenn man von München kommt, stand ich im Stau. Mit Hilfe von Google Maps umfuhr ich die Staustelle und stellte erfreut fest, dass es danach bis zum Bahnhof Tegernsee, wo ich parken wollte, zügig voran ging.

Am Bahnhof fand ich einen der letzten Tagesparkplätze und spazierte anschließend hinab zum Seeufer. In Tegernsee wollte ich mir die Sonderausstellung Von Renoir bis Jawlenski, Mit Leidenschaft gesammelt. Werke aus Privatbesitz im Gulbransson Museum anschauen und danach auf der Uferpromenade ein Stück Richtung Rottach-Egern spazieren.

Der Fußweg zum Museum ist gut ausgeschildert und führt idyllisch am Alpbach und an liebevoll mit Blumen geschmückten Häusern mit Gärten entlang.

Das Gulbransson Museum liegt im Kurgarten. Dort angekommen freute ich mich über den ersten Blick auf den im milden Herbstlicht gelegenen Tegernsee. Weil ich relativ lange für die Hinfahrt gebraucht hatte, spürte ich ein leichtes Hungergefühl und beschloss daher, eine frühe Mittagsbrotzeit einzulegen.

Am Tegernseer Rathaus bog ich auf die Uferpromenade ab und ging ein kleines Stück in Richtung Rottach-Egern. Es dauerte nicht lange, bis ich im ARAN Schlosscafé (Werbung ohne Auftrag) landete, das direkt am See liegt. Auf der verglasten Terrasse mit herrlichem Blick über den See ließ ich es mir bei einem Tunfischbrot und einer großen Schale Cappucino gutgehen.

Gut gestärkt suchte ich dann das Museum auf, wo ich die kleine, aber sehr feine Ausstellung bewunderte.

Gezeigt werden u.a. Werke von Max Beckmann, Lovis Corinth, Paul Gauguin, Olaf Gulbransson, Erich Heckel, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Max Liebermann, August Macke, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Emil Nolde, Pierre-Auguste Renoir, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff.
Quelle: https://www.olaf-gulbransson-museum.de/vorschau2503a28c

Ich war begeistert : wunderschön ! Besonders gefielen die farbig leuchtenden Landschaftsimpressionen von Emil Nolde und echte Entdeckungen waren die Gemälde Das Duell von Marianne von Werefkin, das die bedrohliche Atmosphäre der 1930er Jahre ausstrahlt, und das undatierte Werk Elmau von Gabriele Münter, das durch seine grandios vereinfachten Formen und die grün-blauen Farbtöne im Kontrast zur schneebedeckten Bergkulisse fasziniert.

Nach dem Besuch der Ausstellung folgte ich der Seeuferpromenade nach Süden. Die Strecke führte durch einen Landschaftspark und bot wunderschöne Ausblicke zurück auf das Schloss Tegernsee und über den See nach Bad Wiessee und die dahinter aufragenden Berge Ein kleines Stück musste ich an der Straße zurücklegen, aber dann ging es auf die Halbinsel Point mit Strandbad und idyllischen Strandabschnitten. Den Blick auf Rottach-Egern fand ich fantastisch. Eine kleine Brise ließ das bunte Herbstlaub rascheln und sorgte für leichten Wellengang auf dem Tegernsee.

An der Point wollte ich eigentlich umkehren, mich aber vorher noch auf einer Bank ausruhen und die Eindrücke genießen. Dabei entdeckte ich die Ruderfähre, die man mit dem Läuten einer Glocke ruft, um dann in kurzer Zeit in einem Holzboot an das gegenüberliegende Ufer nach Rottach-Egern (Mai bis Oktober, 10 bis 18 Uhr, bei schönem, nicht zu windigen Wetter) übergesetzt zu werden. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen! Für gerade einmal 2,60 € schipperte ich gemütlich über den See und unterhielt mich sehr nett mit dem Ruderer, wobei ich Interessantes über die Orte am Tegernsee und die hiesige Hotellerie erfuhr.

In Rottach-Egern spazierte ich am Seeufer entlang und besuchte die Kirche. Auf die viel befahrene Hauptstraße hatte ich keine Lust und ging daher bald zurück zur Ruderfähre.

Auf dem Rückweg nach Tegernsee folgte ich einem etwas vom Ufer entfernten Spazierweg, der zu einem Pavillon hinauf führte, wo sich ein herrliches Panorama eröffnete. Ein Besuch der Pfarrkirche Tegernsee (ehemalige Klosterkirche) bildete den Abschluss meiner Tour.

Panoramafoto zum Anklicken.

Eigentlich wollte ich auf Kaffee und Kuchen im bekannten Klosterbräustüberl einkehren, aber dort war es ziemlich voll und das Kuchenangebot recht bescheiden, also kehrte ich zurück ins ARAN Schlosscafé. Dort gönnte ich mir einen Sahnekuchen mit Maracujaguss, der Cappuccino mundete wieder ausgezeichnet und im sonnigen Restaurantgarten ließ es es sich sehr gut aushalten.

„Was für ein zauberhafter Herbsttag!“ dachte ich, als ich mich auf die Heimfahrt begab. Vor dem Rückreiseverkehr grauste es mir, aber da hatte ich wohl Glück. Einige Male stand ich zwar, aber nie lange, so dass ich sehr zufrieden zu Hause ankam.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

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Ausgebremst # 6: Natur und Kultur am Starnberger See

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Immer noch ausgebremst aber schon viel besser zu Fuß, fuhr ich vor zweieinhalb Wochen nach Bernried am Starnberger See.

Zunächst besuchte ich das „Buchheim Museum der Phantasie“, das sehr idyllisch in einem großen Park am Starnberger Seeufer liegt. Gleich zu Beginn wird der Besucher mit Exponaten aus der „Sammlung Buchheim“ empfangen (Informationen über den Sammler, Künstler, Verleger und Autor Lothar-Günter Buchheim, der u.a. den verfilmten Roman „Das Boot“ schrieb).

Im Buchheim Museum schaute ich mir die Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ an, eine wahrhaft opulente, farbenfrohe und vielfältige Gemäldeausstellung. Gezeigt werden expressionistische Werke der Künstlervereinigungen „Brücke und „Blauer Reiter“ aus den Jahren 1905 bis 1914 von Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Max Pechstein, Emil Nolde, Otto Mueller und Fritz Bleyl für die „Brücke“ und Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin und Paul Klee für den „Blauen Reiter“.

Eindrucksvoll demonstriert wird, dass es damals innerhalb des expressionistischen Stils verschiedene Auffassungen darüber gab, ob die Wirklichkeit in erkennbaren Motiven wiedergegeben werden soll oder ob abstrakte Formen abgebildet werden sollen. Interessanterweise verlief diese Trennlinie weniger zwischen den Gruppen als innerhalb der Gruppen.
Quelle: https://www.buchheimmuseum.de/aktuell/2022/bruecke-blauer-reiter

Den Besuch der Ausstellung kann ich uneingeschränkt empfehlen. Auch wenn ihr nicht zu den Fans der Expressionistischen Kunst gehört, könnt ihr durch das einem Schiff nachempfundene Museumsgebäude schlendern und dabei Überraschendes entdecken, z.B. „schräge“ Kunstinstallationen, Ethnologisches und Buchheims Sammlungen aus seinem Wohnhaus. Auch der Park (kein Eintritt) mit den ungewöhnlichen Kunstobjekten ist schon einen Besuch wert.

Nach dem Ausstellungsbesuch war ich reif für eine Kaffeepause. Es herrschte strahlend sonniges Herbstwetter, aber ein frischer Wind kräuselte die Seeoberfläche. Auf der windgeschützten Terrasse konnte ich es dennoch gut aushalten.

Danach ging ich noch ein Stück am Seeufer spazieren und genoss die wunderschöne Aussicht über den Starnberger See. Es hatte tagelang geregnet und nun wirkte die Umgebung wie blankgeputzt. Der See strahlte in tiefem Blau.

Bald entdeckte ich die witzig, bissige Cartoonausstellung am Wegesrand. Diese war Teil des Bernrieder Humorfestivals, das nur bis zum 18.9.2022 lief, aber glücklicherweise waren die Tafeln noch nicht abgebaut.

Ich lief bis zum Bernrieder Landschaftspark, genoss den Seeuferweg im Nachmittagslicht und den Wellengang auf dem See. Ich freute mich auch darüber, dass ich meine Achillessehne beim Gehen kaum noch spürte.

By Johann Mayr „Serenity“ : „Why are you smiling, Captain ?“ „Positive sinking!“
By Katharina Greve: You lazy bastards. „I find our new robotic mower a bit too smart …“
By Dorte Landschulz „Shelf boards“ :
„Hello customer service. We have just bought shelves from you and now we find that do not fit at all through our front door !!!“
The difficult everyday life of „lateral thinkers“ (Querdenker)
By Johann Mayr „Early warning“ : „And I still said, Noah, no beavers!“

Etwas wehmütig dachte ich an meine viertägige Rucksackwanderung im Juli 2021 zurück, die ich mit einem Gang durch den Bernrieder Park begonnen hatte (Wieder auf Reisen #1). Damals hatte ich die zweite Corona Spritze erhalten und dachte, nun ausreichend und dauerhaft vor Corona geschützt zu sein. Aufbruchstimmung lag in der Luft. Wir glaubten, dass wir Covid-19 überstanden hatten und dass wir wieder unbeschwert leben und reisen könnten. Im Nachhinein kommt mir das reichlich naiv vor. Eine vergleichbare Situation hatte es in unserem Leben vorher noch nicht gegeben. Uns war es immer gut gegangen. Wir konnten uns daher nicht vorstellen, dass es nicht bald wieder der Fall sein würde.

Auf dem Rückweg ging ich nochmals kurz ins Museum, um den Gang auf das über den See ragende Panoramadeck nachzuholen. Dort war es ziemlich windig, aber der Ausblick schaute wieder fantastisch aus. Wegen meines Rückenproblems fotografierte ich an diesem Nachmittag mit meiner kleinen Panasonic Kamera, deren Panoramafunktion nicht mehr richtig funktioniert. Außerdem war der Steg stets bevölkert und die Leute bewegten sich, was für Panoramaaufnahmen ungünstig ist. Trotzdem zeige ich das Foto, um den Eindruck mit euch zu teilen.

Nach diesem wundervollen Nachmittag fuhr ich sehr zufrieden zurück nach Hause.

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Ausgebremst #5 : Street Art in München

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Nach meinem Gewaltmarsch auf dem Französischen Jakobsweg war ich immer noch ausgebremst, befand mich aber auf dem Weg der Besserung. Um auf andere Gedanken zu kommen, unternahm ich wieder einen kleinen Ausflug.

Mitte September fuhr ich in das Schlachthofviertel in München-Sendling. Das Quartier hatte ich nach über 30 Jahren in München noch nie besucht. Es ist DAS Viertel für Street Art.

Ende Juli 2022 wurde eine neue „Hall of Fame“, eine 130 Meter lange Mauer an der Großmarkthalle, von der Stadt München für die Sprayer-Szene zur Verfügung gestellt.

Diese Mauer, die entlang der Thalkirchner Straße verläuft und die bereits weitgehend besprüht wurde, schaute ich mir als Erstes an.

Dann ging ich in Richtung der Tumblinger Straße. An der dortigen Wand zum Schlachthof ist es ebenfalls legal, die Spraydose auszupacken und Wände zu besprühen, ohne dass man ein etablierter Künstler ist und einen offiziellen Auftrag erhalten hat

Unterwegs kam ich an der Alten Utting vorbei, einem bizarr wirkenden Schiff auf einer Brücke.

Aber, werdet ihr euch sicher fragen, wie das Schiff da oben gelandet ist und was dort geschieht. Die „Alte Utting“ ist ein ehemaliges Passagierschiff, welches sich auf der ehemaligen Gleisanschlussbrücke zur Großmarkthalle befindet und als Gastronomiebetrieb, Kultur- und Partylocation dient. Bis zum Jahr 2016 verkehrte das Schiff auf dem Ammersee. 2017 wurde das 144 Tonnen schwere Schiff vom Ammersee nach München transportiert und auf der Eisenbahnbrücke als künftige Kulturstätte aufgestellt und es wurde mit dem Aus- und Umbau begonnen. Seit Juli 2018 ist das Partyschiff täglich geöffnet.
Quelle: Wikipedia

Direkt gegenüber befindet sich das Szenelokal „Zur Gruam“, das nach einer zweifelhaften Vergangenheit nun ein Techno After Hour Club für ein junges Publikum ist.

An der Wand des ehemaligen Viehhofs zur Tumblinger Straße befindet sich der bekannste Ort zum legalen Sprühen in der Stadt. Ein ständiger Wechsel der sog. Pieces erfolgt durch das Crossing, das Übermalen bzw. -sprühen. Ich folgte der Mural und betrat dann das Gelände des ehemaligen Viehhofs, wo sich das Containerdorf des „Bahnwärter Thiel“ befindet.

Der „Bahnwärter Thiel“ ist ein Club und alternatives Kulturzentrum. Der Club befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Großviehhalle in München. Er besteht aus mehreren Dutzend Seefrachtcontainern und Triebwagen der Münchner U-Bahn. Im „Bahnwärter Thiel“ finden Techno-Clubnächte statt, ebenso wie Raves unter freiem Himmel und in den U-Bahn-Wagen, Lesungen, Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte und Flohmärkte.
Quelle: Wikipedia

Ich schaute mich im Containerdorf um und bewunderte dort und an der Rampe des früheren Viehhofs unzählige Street Art Werke.

Panoramabild zum Anklicken.

Auf dem Rückweg sah ich unzählige leergesprühte Farbdosen, die meisten aber ordentlich gesammelt. Noch einmal schaute ich zurück auf den Eingang zum „Bahnwärter Thiel“ und nahm mir vor, dort einmal eine Veranstaltung zu besuchen, um den Ort „in Aktion“ zu erleben. Das Gleiche gilt für die „Alte Utting“, wo man sich im Sommer auf der Terrasse sitzend den Sonnenuntergang bei Musik und einem Getränk anschauen kann.

Als ich mit der U-Bahn zurück fuhr, war ich angemessen beeindruckt. So eine Fülle kreativer Subkultur hatte ich dem sonst so propperen München nicht zugetraut. Auch wenn es sehr schade ist, wenn die Werke von bekannten Street Artists, wie die aller anderen, sehr schnell „gecrosst“ werden können, entsteht so immer wieder etwas Neues.

Mir fiel mein Besuch im Werksviertel ein, das ich vor fast zwei Jahren besucht hatte. Das Viertel wird neu gebaut und viele Street Art Pieces sind inzwischen wahrscheinlich der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Ich nahm mir vor, dort bald einmal nachzuschauen.

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Ausgebremst #2: in Ismaning

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Wie schon berichtet bin ich zur Zeit aus mehreren Gründen wenig mobil (Ausgebremst #1). Habe immer noch ein Rückenproblem (Auf dem französischen Jakobsweg: Yenne) und wegen meiner Achillessehnenentzündung kann ich nicht normal gehen. Nach ärztlicher Anweisung soll ich mich schonen. Aber immer nur schonen kann ich mich nicht. Mir ist es nicht gegeben, wochenlang zu Hause zu bleiben. Ich halte es eher mit Monaco Franze: „Ein bissl was geht immer.“ Seit es mir etwas besser geht, unternehme ich kleine Ausflüge ohne lange Gehstrecken. Dazwischen ruhe ich mich tagelang aus, weil ich möchte, dass bald alles wieder in Ordnung ist.

Eine meiner kleinen Fluchten führte mich in der letzten Woche nach Ismaning, eine Gemeinde im Norden des Landkreises München mit rund 17.500 Einwohnern. Der Ort soll schon im 6./7. Jahrhundert besiedelt gewesen sein.

Nach Ismaning fuhr ich am Nachmittag eine kurze Strecke mit der S-Bahn (17 Minuten ab Ostbahnhof). Da kamen gleich nostalgische Gefühle auf. Der Ort liegt an der Strecke zum Münchner Flughafen, den ich seit fast drei Jahren nicht mehr betreten habe.

Vom Bahnhof spazierte ich leicht hinkend zum historischen Ortskern, vorbei am Schloss (beherbergt das Rathaus und kann nicht besichtigt werden) und dann in den Schlossgarten. Dort gefiel mir das tiefe Grün der Vegetation und besonders das LichtHaus. Ich setzte mich ein paar Minuten lang in das bunte Glashaus und freute mich über die farbigen Durchblicke zum Schlossmuseum und in den Park.

Im Kallmann Museum im Schlosspark schaute ich mir die sehr sehenswerte Ausstellung „Kaleidoskop Expressionismus – vom Aufbruch in die Moderne zur NS-Verfemung Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider“ an. Besonders interessant fand ich, dass neben den bekannten Expressionisten auch zahlreiche Werke unbekannter oder vergessener Künstler gezeigt werden. Natürlich darf man in einem kleinen Museum keine großformatigen Gemälde erwarten, aber die gezeigte Auswahl, darunter viele Druckgrafiken, ist doch beachtlich.

Danach schlenderte ich noch etwas durch den Park. Ich schaute kurz im Schlosspavillon vorbei, wo eine kleine Ausstellung zum 40jährigen Bestehen der dortigen Galerie gezeigt wurde.

Auf dem Rückweg folgte ich der idyllischen Promenade am Seebachufer. Schon auf dem Hinweg hatte ich mir eine Kaffeepause im denkmalgeschützten „Gasthof zur Mühle“ mit Biergarten und altem Baumbestand vorgemerkt. Leider wurde dort neben dem obligatorischen Apfelstrudel mit Eis und Vanillesauce (Ist für mich nicht mehr so attraktiv, seit ich in Bayern wohne, genau wie Leberkässemmel, Hax’n und ähnliche Spezialitäten), überhaupt kein Kuchen angeboten, so dass ich wieder aufbrach. Schließlich fand ich ein kleines Café an der Hauptstraße, wo ich auf einer sonnigen Terrasse Platz nahm und zum Cappuccino sogar noch das letzte (!) Stück Himbeerkuchen serviert bekam.

Nachfolgend zeige ich einige Impressionen. Die Bilder aus der Ausstellung kann ich aus Gründen des Urheberschutzes leider nicht publizieren. Der Austellungsflyer auf der Webseite des Kallmann Museums zeigt aber eine gute Auswahl.

Fazit:
Ismaning ist ein sympathischer Ort mit historischen Gebäuden und idyllischem Weg am Seebach. Im Kallmann Museum, dem Schlosspavillon und dem Schlossmuseum werden Wechselaussstellungen gezeigt. Die Ständige Sammlung des Schlossmuseums beleuchtet die Lokalgeschichte und dürfte eher für Einheimische interessant sein.

Es lohnt sich, einige Stunden in Ismaning zu verbringen. Nicht nur für Ausgebremste!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Ausgebremst #2: in Ismaning erschien zuerst auf Wanderlustig.



Corona Reisejahr 2021 / Corona Travel Year 2021 #1

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Das Jahr begann wie das alte aufgehört hatte: im Lockdown. Die Infektionszahlen wollten nicht sinken und am 14. Januar 2021 meldete das RKI die Höchstzahl von 1244 Corona-Toten in 24 Stunden in Deutschland.

Kontaktbeschränkungen galten, die meisten Läden waren geschlossen, in der Gastronomie gab es Essen nur zum Mitnehmen. All das war notwendig, aber alles andere als erfreulich.

Wann wir einen Impftermin ergattern würden, stand noch in den Sternen. Vor uns, den über 60jährigen, mussten die Hochbetagten und die besonders Gefährdeten mit dem knappen Impfstoff versorgt werden.

In dieser Situation fuhr ich nicht mit Öffentlichen Verkehrsmitteln, unternahm aber lange Spaziergänge in „unserem“ Wald und in den Parks, die ich zu Fuß erreichen konnte, dem Riemer See und dem Ostpark in München.

Als ich mich Ende Januar dem Coronakoller näherte, weil die Infektionszahlen wieder einmal stagnierten, nahm ich mir vor, einmal in der Woche ein sicheres Ausflugsziel aufzusuchen. Das bedeutete weitgehend mit dem Pkw zu fahren, die U-bahn nur etwa zehn Minuten lang zu benutzen und oft an der frischen Luft zu sein.

Als Einstieg ins Frischluftvergnügen wählte ich einen warmen Wintertag Anfang Februar für die Beendigung des Münchner Jakobswegs. Am Westufer des Ammersees Anfang holte ich die Strecke von Utting nach Riederau nach. Nun war ich bereit für die Fortsetzung auf dem Schweizer Jakobsweg!

Die Museen waren weiterhin geschlossen, aber Outdoor-Kunst gab es glücklicherweise auch zu sehen. Als Nächstes unternahm ich einen Ausflug nach Wasserburg am Inn, wo ich bei eisig kaltem aber sonnigem Winterwetter einen zauberhaften Spaziergang auf dem Skulpturenweg am Innufer und durch die größtenteils geschlossenen Altstadt unternahm.

Eine Woche später unternahm ich einen Ausflug nach Dachau. Dort spazierte ich durch die Amperauen und ging hinauf zum Dachauer Schloss mit traumhaftem Blick auf die mehr als 100 km entfernten Alpen. Die Dachauer Altstadt präsentierte sich allerdings wegen der vielen geschlossenen Läden als sehr verlassen.

Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen begab ich mich eine Woche später nach Murnau am Staffelsee. Zum Einstieg in meine Wandersaison hatte ich mir den rund sechs Kilometer langen „Drachenstichrundweg“ mit geringen Höhendifferenzen ausgesucht, wo ich nicht nur mit meinem anderen Ich kämpfte, der überaus pessismistischen Inga II, sondern auch den ersten Ausflug in der vorfrühlingshaften Berglandschaft sehr genoss. In der Murnauer Altstadt waren die Bänke besetzt, die Leute tranken Kaffee To Go, schleckten Eis und ratschten. Es herrschte eine ganze andere Stimmung als in Dachau bei kälteren Temperaturen.

Anfang März spielte ich in meiner Heimatstadt München Touristin. Da weiterhin alle Sehenswürdigkeiten geschlossen waren, blieben mir nur Besichtigungen im Freien. Nach einer kurzen U-Bahnfahrt von fünf Minuten besuchte ich nach 30 Jahren in München endlich den Nobelvorort Alt-Bogenhausen mit seinen prächtigen Jugendstilhäusern und Gründerzeitvillen. Im Mai setzte ich das Programm durch eine Tour zu den Jugendstilvillen in München-Schwabing (Jugendstil in Schwabing) fort.

Mit meiner neuen Kamera, die ich nach einer Terminvereinbarung im Fotogeschäft hatte kaufen können, ging ich als Nächstes auf Fototour durch den Arnulfpark, ein neues Stadtviertel in München mit Wohn- und Bürogebäuden, Kultureinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten und einem Park auf dem Gelände des ehemaligen Münchner Containerbahnhofs.

Nachdem Ende März endlich wieder einmal ein schöner Sonnentag vorhergesagt wurde, spazierte ich rund um Aschau im Chiemgau auf dem Kapellenweg durch eine verschneite Berglandschaft.

Zwischenzeitlich hatte die Ministerpräsidentenrunde zwar Lockerungen der Coronamaßnahmen beschlossen, einen Stufenplan, der größtenteils an sehr niedrige Inzidenzzahlen von unter 50 bzw. bis 100 gekoppelt war. Da die Coronazahlen aber weiterhin stiegen beschloss die Bundesregierung am 23.3.2021 einen strengen Osterlockdown vom 01. bis zum 5.4.2021.

Nur einen Tag später hörte ich auf dem Heimweg von Aschau im Radio, dass der beschlossene Osterlockdown wieder zurückgenommen wurde. Begründet wurde das damit, dass die Umsetzung der Maßnahmen so kurzfristig nicht möglich sei. Warum hatte man sich das denn nicht vor der Beschlussfassung überlegt ?

Von Ende März bis Ende April unternahm ich mehrere Wanderungen in der Nähe von Bad Gögging durch die Kultur- und Auenlandschaft an der Donau . Bei Essing (Kehlheim) waren einige Höhenmeter zurückzulegen, aber bei den weiteren Wanderungen (Flachlandwandern in Bayern, Flachlandwandern in Bayern 2, Römerwanderung bei Bad Gögging) stand für mich die Bewältigung von steigenden Streckenlängen im Vordergrund.

Ab Ende März war es endlich soweit, die Museen in München sperrten wieder auf. Bei einer Inzidenz von über 50 bis unter 100 waren Besuche mit vorheriger Ticketbuchung möglich. Soweit ich mich erinnere, mussten die Münchner Museen ein paar Tage später wegen gestiegener Inzidenzen wieder schließen, um dann bald erneut zu öffnen (Die armen Mitarbeiter!).

Ich besuchte zunächst die neu renovierte Glyptothek, das sehr sehenswerte Museum für Griechische und Römische Skulpturen. Das Museumscafé, eines meiner Lieblingskaffeetempel, war aber natürlich noch geschlossen. Dann kehrte ich in die Alte und die Neue Pinakothek sowie das Lenbachhaus zurück. Schließlich schaute mich erstmals im MUCA um, dem Street Art Museum (s. auch meinen Beitrag zur Münchner Street Art und dem Bogenhausener Friedhof), und ein Besuch in der Fotoausstellung „Erwin Olaf“ in der Hypo-Kunsthalle durfte auch nicht fehlen. Wieder einmal Kunst genießen zu dürfen, war wunderschön. Das ein oder andere Freudentränchen habe ich dabei vergossen.

Schon lange hatte ich vor, die Schlossanlage Schleißheim im Münchner Norden zu besuchen. Die Gebäude waren coronabedingt geschlossen, aber ein Spaziergang durch den großzügigen Schleißheimer Schlosspark und eine Runde durch den Wald waren Ende April doch möglich. Es gefiel mir ausnehmend gut, nur die Gartenanlage wirkte noch etwas kahl. Meinen Plan im Sommer oder Herbst wieder zu kommen, habe ich bisher nicht umgesetzt.

Danach hatte ich richtig Lust auf einen weiteren barocken Schlosspark und Landschaftsgarten und begab mich nach Schloss Nymphenburg . Inzwischen hatte ich die erste Impfung bekommen, daher traute ich mich, mit der U-bahn und der Straßenbahn 30 Minuten lang zu fahren. An diesem Tag herrschte schönes Wetter, aber es war sehr windig. Das vermittelte mir eine ganz besondere Sicht auf den bekannten Ort (Nymphenburg: Stürmischer Tag im Schlosspark ).

Nicht vergessen möchte ich, dass Mitte Mai die Gastronomie wieder öffnete und damit der von den Münchnern und von uns sehnlichst erwartete Biergartenbesuch möglich wurde. Zu Beginn war das Wetter allerdings noch etwas frisch …

Eine idyllische Genusswanderung unternahm ich Ende Mai auf dem Isar-Erlebnispfad in Krünn bei Mittenwald.

Im Juni wagte ich mich an eine erste Bergwanderung (Hoch auf den Hirschberg) und teste meine Fitness auf einem Anstieg von 900 Höhenmetern. Wieder debattierten Inga I und Inga II lebhaft. Ich musste einsehen, dass ich nicht fit war, geschafft hatte ich es aber trotzdem und darauf war ich ziemlich stolz. Und der Ausblick vom Gipfel war eine Wucht!

Nachdem ich Ende Juni den vollständigen Impfschutz erlangt hatte, konnte wieder mit „richtigen“ Reisen beginnen, davon wird im nächsten Beitrag die Rede sein. Bis dahin stöbert doch gerne in den verlinkten Posts.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Street Art in München: drinnen und draussen / Street Art in Munich: indoors and outside

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Endlich ist der Frühling ausgebrochen! Seit Donnerstag, pünktlich zum Vatertag, dürfen wir auch wieder die sogenannte Außengastronomie genießen. Das bedeutet für Münchner, dass sie in den Biergarten gehen können. Hurra! Wenn wir zu zweit gehen, ist dies unter Corona Hygieneauflagen möglich. Wollen wir mit Personen aus einem anderen Haushalt am Tisch sitzen, brauchen wir allerdings einen negativen Corona(schnell)test. Zur Zeit sinkt der Inzidenzwert in München in die Richtung der Schwelle von 50, womit weitere Lockerungen möglich würden. Hoffentlich ohne erneute Rückschläge …

Mit einer schlichten Onlinebuchung von Ticket und Termin kann man nun wieder die Museen besuchen. Das nutzte ich gestern aus, um mir das MUCA (Museum of Urban and Contemporary Art) anzuschauen. Das 2016 eröffnete Museum befindet sich in der Münchner Altstadt in der Nähe des Marienplatzes. Es zeigt auf über 2.000 Quadratmetern Fläche urbane Kunst.
Quelle: Wikipedia

Derzeit sind die Ausstellungen „Ikonen der Urban Art“ mit Werken von Banksy und weiteren herausragenden Künstlern der Szene zu sehen: Os Gêmeos, Shepard Fairey, Invader, KAWS, Barry McGee und Swoon. Außerdem werden zur Erinnerung an den „Godfather of Street Art“ Richard Hambleton seine überlebensgroßen „Schattenmänner“ ausgestellt.

Am besten gefiel mir „Are you using that chair ?“ Banksys Satire auf „Nighthawks“ von Edward Hopper. Banksy fügte dem Gemälde einen britischen Hooligan hinzu, der einen Stuhl gegen die Fensterscheibe knallt. Die schwarzen Schattenmänner von Hambleton wirkten dagegen sehr bedrohlich. Hätte ich sie in ihrem Originalumfeld gesehen, z.B. in einer dunklen Unterführung, wäre ich wahrscheinlich schreiend davon gerannt.

Im MUCA darf man leider nicht fotografieren, nicht einmal zum privaten Gebrauch. Im Blog hätte ich die Fotos wegen der Rechte der Künstlerohnehin nicht zeigen dürfen. Und eigentlich gehört Street Art auf die Straße! Wo sie auch den Vorteil hat, dass man sie im Rahmen der Panoramafreiheit verwenden und posten darf.

Im Museumsshop kaufte ich mir noch ein Buch über Street Art in München und spazierte danach über die Sendlinger Straße, eine meiner liebsten Routen in der Münchner Fußgängerzone. Wegen des Brückentags waren zahlreiche Passanten unterwegs und viele nutzen die Gelegenheit, wieder auf einer Caféterasse sitzen zu dürfen. Ich fand gerade noch einen freien Platz und erholte mich bei einem köstlichen Cappuccino und einem saftigen Stück Rüblitorte. Wirklich wunderschön !

Nachdem ich in meinem neuen Streetartführer geblättert hatte, beschloss ich, mir zum Abschluss noch zwei Murals anzuschauen. Nach einem Spaziergang durch das Bahnhofsviertel, wo es so belebt war, dass ich freiwillig die Maske aufsetzte , erreichte ich das Wandgemälde „Georg Elser“ von Loomit und Won ABC zum Gedenken an den Hitler-Attentäter, der am 8.November 1939 versuchte, den Diktator mit einer Zeitbombe im Münchner Bürgerbräukeller zu töten.

In der nahen Paul-Heyse-Straße schaute ich mir schließlich “ Sag es durch die Blume“ von Escif an. Erst auf den zweiten Blick sieht man einen Hinweis auf München als Standort der Rüstungsindustrie.

Fazit:
Das MUCA lohnt einen Besuch, vor allem wegen der zahlreichen Werke von Banksy. Aber auch weitere „Ikonen der Urban Art“ konnte ich dort entdecken und werde nach ihren Werken Ausschau halten, z.B. wenn wir wieder reisen dürfen. In normalen Zeiten gibt es auch Museumsführungen, die sicherlich gut sind, um mehr über Street Art zu erfahren. Aber diese Kunstform muss man unbedingt im öffentlichen Raum sehen. Der Museumsbesuch ist nur der Anfang …

Das war der Bericht über meinen Kurzausflug in die Münchner Innenstadt. Als Nächstes plane ich eine Wanderung, wenn möglich in den Bergen. Falls das wieder nicht klappt, gehe ich wahrscheinlich auf eine weitere Street-Art-Entdeckungstour in München.

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Rund um Murnau/Around Murnau

Manchmal rede ich mit mir selbst. Auf meinen Reisen, wenn ich keine Ansprechpartner habe, gerne auch laut. Oder ich spreche mit Hunden, Katzen und Kühen am Wegesrand. Natürlich nur, wenn ich meine, dass mich niemand hört. Zu Hause im Alltag führe ich stille Zwiegespräche.

Es ist dann so, als ob meine Persönlichkeit gespalten wäre. Inga I ist vernünftig, geduldig und meint, dass wir Corona durch angemessene Maßnahmen bekämpfen müssen. Außerdem erkennt sie, dass es ihr in der Pandemie relativ gut geht. Gesund zu bleiben und keine finanzielle Not zu leiden, sind schließlich am Wichtigsten.

Inga II jammert oft und zwar ausgiebig:
Meine Tochter habe ich seit einem Jahr nicht mehr in den Arm genommen. Bin in Rente und kann die Vorteile nicht genießen. Dass ich eineinhalb Jahre früher in Rente gegangen bin, um mehr Zeit für meine Hobbies zu haben, hat mir nicht viel geholfen. Kann nicht ins Ausland reisen wegen Corona. Gesundheitlich bin ich auch eingeschränkt. Die Sehenswürdigkeiten sind geschlossen, die Zoos und die Botanischen Gärten auch. Shoppen ist nicht so mein Ding, aber meine Lieblingscafés in der Stadt möchte ich mal wieder besuchen. Wie langte dauert das Ganze noch? Es reicht !
usw., usw.

Inga I: Aber wir dürfen immerhin im Freien spazieren gehen.

Inga II: In „unserem“ Wald begegne ich sehr, sehr vielen Spaziergängern, Radfahrern und heftig keuchenden Joggern. Die meisten halten den Mindestabstand nicht ein, so dass ich oft ausweichen muss und dann im Gebüsch stehe. Das hat sich seit Beginn der Pandemie kaum verändert (siehe auch hier). Auf Spaziergängen kann ich mich selten entspannen. Corona ist immer präsent.

Inga I: Klage doch nicht immer! Du bist in Rente und hast viel Zeit. Du lebst in München. Es gibt viele schöne Ausflugsziele. Es ist nicht weit in die Berge. Du kannst dir einen Tag mit gutem Wetter aussuchen und dann gehst du Wandern!

Mittwoch letzter Woche war es soweit, bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen begab ich mich nach Murnau am Staffelsee , das in der Nähe von Garmisch liegt. Zum Einstieg in meine Wandersaison hatte ich mir den rund sechs Kilometer langen „Drachenstichrundweg“ mit geringen Höhendifferenzen ausgesucht.

Vom Bahnhof Murnau lief ich zunächst zum bestens ausgeschilderten Münter-Haus. Nachdem die Malerin Gabriele Münter das Haus an der Kottmüllerallee in Murnau 1909 erworben hatte, hielten sie und Wassily Kandinsky sich oft in diesem Haus, im Volksmund auch als „Russenhaus“ bezeichnet, auf.

Die Murnauer Landschaft, insbesondere das Haus selbst, der Garten und die unmittelbare Umgebung, wurde für Münter und Kandinsky zu einer wichtigen Inspirationsquelle. Oft malten sie den Blick aus dem Fenster zur Kirche und zum Schloß sowie zur Bergkette. Das Münter-Haus spielte auch eine ausschlaggebende Rolle in der Geschichte des „Blauen Reiter“. Es wurde zu einem bedeutenden Treffpunkt der Avantgarde. Das Haus ist mit Gemälden, Graphiken und Hinterglasbildern von Kandinsky und Münter sowie mit Beispielen der Volkskunst, die sie sammelten, und mit ihren selbst bemalten Möbeln ausgestattet und kann besichtigt werden (derzeit leider geschlossen).
Quelle: http://www.muenter-stiftung.de/de/das-munter-haus-2/

Weiter ging es durch die historische Kottmüller-Allee, einen Fußweg mit 140 Eichen. Gleich am Anfang der Allee legte ich einen kurzen Abstecher zur Lourdes Grotte ein, die einige hundert Meter weiter, etwas versteckt aber gut ausgeschildert, in einer Schlucht unterhalb der Baumallee liegt.

Zurück auf der Eichenallee, auf der nur wenige Spaziergänger unterwegs waren, gelangte ich alsbald auf einen Höhenrücken. Von einem Aussichtspavillon sollte man eigentlich einen traumhaften Blick auf das Murnauer Moos, eine ausgedehnte Moorlandschaft, und die dahinterliegende Bergkette genießen können. Sogar die Zugspitze, unser höchster Berg, sollte zu sehen sein. Trotz des guten Wetters war die Sicht aber wegen des Saharastaubs und des Gegenlichts äußerst diesig. Die Umgebung von Murnau wird wegen ihrer Bedeutung für den „Blauen Reiter“ das „Blaue Land“ genannt. Nun sah es eher nach einem „Gelben Land“ aus.

Inga II: So ein Mist! Von Dachau aus, habe ich letzte Woche die mehr als 100 km entfernten Berge viel klarer gesehen. Das wird schwierig mit dem Fotografieren.

Inga I: Ist das schön, was für ein zauberhafter Ausblick! Wenn man ein bisschen genauer hinschaut, kann man die Silhouetten der Berge erkennen. Die Fotos kann ich mit HDR und Bracket aufnehmen und noch nachbearbeiten.

Kurz darauf zweigte ein Weg zum „Ähndl“ ab, dem Georgskirchl aus dem 8. Jahrhundert, das als die älteste Kirche im Staffelseegebiet bezeichnet wird. Die Kirche und die daneben liegende Wirtschaft waren leider geschlossen.

Inga II: Warum ist diese Kirche geschlossen ? Und das Foto wäre mit einem Berg im Hintergrund viel schöner.

Inga I: Schöne alte Kirche und der Biergarten sieht toll aus. War klar, dass der nicht geöffnet hat. Im Inneren der Kirche sind wertvolle Gegenstände. Sie ist deswegen wahrscheinlich nur am Wochenende offen, wenn auch das Wirtshaus mit Speisen zum Mitnehmen geöffnet ist.

Von der Kirche sah ich, dass auf dem darunterliegenden Parkplatz viele Autos standen. Die meisten Wanderer waren wohl auf dem 12 km langen Rundweg durch das Murnauer Moos unterwegs. Das wäre sicher eine schöne Tour, die ich aber nur bei guter Sicht auf die Bergkette unternehmen würde.

Zurück auf dem Rundweg kam ich bald an den Drachenstich, eine idyllische Schlucht mit einem kleinen Wasserfall. Dann ging es über steile Stufen hinauf auf einen weiteren Höhenrücken. Wieder einmal fiel mir auf, dass meine Fitness stark ausbaufähig war. Nach kurzer Zeit blieb ich stehen, um die Wanderer hinter mir vorbei zu lassen. Während ich den Blick von oben auf den Wasserfall genoss, stellten sich die Beiden direkt neben mich. In gewohnter Manier wich ich zurück und sagte in freundlichem Ton. „Jetzt bin ich Ihnen doch gerade ausgewichen!“ „Oh, Entschuldigung!“, antworteten sie. Wir kamen dann ins Gespräch. Die Leute, die auf Mitte 40 schätzte, erzählten mir, dass sie zwar vorsichtig seien, manchmal aber doch zu unbesorgt, weil sie beiden schon an Corona erkrankt waren. Die Frau hatte nur vorübergehend den Geschmacksinn verloren, während sich der Mann mit Fieber und Schüttelfrost drei Tage lang ziemlich schlecht gefühlt hatte.

Inga I: Wie schön, so wäre Corona kein Problem!

Inga II: Mich würde es bestimmt heftiger treffen!

Nach Überquerung einer Straße ging ich durch einen schönen Wald mit ersten Frühlingsblüten hinunter zum Staffelsee.

Als ich den Staffelsee erreichte, staunte ich nicht schlecht. Das Gewässer war größtenteils mit Eis bedeckt, obwohl es schon seit Tagen frühlingshaft warm war. Am Strandbad Murnau stand ein geöffneter Kiosk, der allerlei Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbot. Ich entschied mich für Cappuccino und Käsekuchen und ließ mich damit auf der Wiese nieder. Viele, aber nicht zu viele Menschen genossen dort den Blick über den See bei angenehmer Frühlingssonne.

Inga I und II: Bin begeistert!

Anschließend ging ich hinauf in die Altstadt, wobei ich wieder ziemlich ins Schnaufen kam. Offensichtlich reichte es nicht, täglich spazieren zu gehen. Ich musste mehr tun. Einige vom Lockdown betroffene Einzelhandelsgeschäfte hatten zum Zeichen des Protestes ihre Schaufenster verkleidet und kündeten eine Klagewelle gegen die Corona Maßnahmen der Regierung an.

Die Murnauer Altstadt kannte ich von einem Besuch vor einigen Jahren. Im Hochsommer hatte ich in einem Café in der Fußgängerzone gesessen und es viel zu heiß gefunden. Wie gut es mir damals ging!

Nun schlenderte ich an den schönen bunt bemalten Häusern mit historischen Hinweisschildern vorbei und freute mich, dass doch einige Passanten auf Bänken saßen, mit Einkaufstüten oder einem Speiseeis vorbei gingen. Es herrschte eine ganze andere Stimmung als in Dachau, wo nur wenige Menschen mit der obligatorischen Maske vorbeieilten.

Inga II: Schon schön, aber wenn man die Berge im Hintergrund sehen könnte, wäre es noch schöner. Und ein Eis würde ich jetzt gerne essen, bin aber noch satt vom Käsekuchen.
Inga I: Aber es ist nicht überlaufen und die Altstadt ist wirklich malerisch.

Dank einer sehr guten Ausschilderung fand ich ohne weiteres zum Bahnhof zurück.

Fazit:
Schöne und sehr abwechselungsreiche Kurzwanderung (6,1 km, mit Abzweigungen zur Lourdes Grotte und zum Georgskirchl ca. 8 km, 110 Höhenmeter, gut 2 Stunden, 3 Stunden mit Pausen). Die Murnauer Altstadt ist sehr sehenswert. Wer sich für den „Blauen Reiter“ interessiert, sollte das Münter Haus und das Schlossmuseum Murnau besuchen, wenn die Museen wieder geöffnet sind.

Inga I: Sehr schöner Ausflug! Das hat mir gut getan.
Inga II: Stimmt, aber beim nächsten Mal will ich die Berge sehen!

PS: Inga I setzt sich meistens durch.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.




Zauberhafter Ausflug nach Wasserburg am Inn Magical excursion to Wasserburg am Inn

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1. Eine unheimliche Erscheinung

Es war im zweiten Jahr der Pandemie. An diesem Abend saß ich auf dem Sofa und surfte schon seit geraumer Zeit auf meinem Ipad. Zunächst hatte ich nach den aktuellen Coronazahlen gesucht und war dann zu grundsätzlichen Fragen übergegangen bis ich schließlich bei „Wie lange dauert Corona noch ?“ landete. Auf einmal wurde der Bildschirm meines Geräts schwarz und sogleich erfolgte ein ohrenbetäubendes Krachen.

Vorsichtig öffnete ich die Augen, die ich voller Panik geschlossen hatte. Ungläubig bestaunte ich die ältere Dame, die gegenüber auf unserem Sofa Platz genommen hatte. Zur Sicherheit setzte ich meine Brille auf und schaute genauer hin. Ach du Schreck, wie kam eine Fremde so plötzlich in unser Wohnzimmer? Sie lächelte mich freundlich an, sagte aber Nichts.

„Wer sind Sie ? Was machen Sie hier ?“
„Ich bin die gute Fee, “ antwortete sie mit sanfter Stimme.
„Das glaube ich nicht. Sie sehen nicht so aus !“

Tatsächlich war sie keine zierliche blonde Erscheinung auch nicht jung und schön. Ihr faltiges Gesicht, die grauen Haare und ihre nachlässige Kleidung, Jeans und Holzfällerhemd, statt einer pastellfarbigen fließenden Robe kamen mir alles andere als feenhaft vor.

„Inga, wie hast du dir denn eine Fee vorgestellt ? Du hast wohl zu viele Disney Filme gesehen. Weißt du nicht, dass wir uns anpassen? Ich bin die Fee, die älteren Herrschaften erscheint. Und Schluss jetzt mit dem Gejammer! Du hast drei Wünsche frei. Also los!“

Da musste ich nicht lange überlegen.
„Bitte beende die Pandemie sofort, damit wir zur Normalität zurückkehren können!“

Sie schüttelte den Kopf. Zwischen ihren Augenbrauen erschien ein tiefe, senkrechte Falte.

„Das wünschen sich heutzutage alle. Tut mir leid, so mächtig bin ich nicht. Ich kann dir einen persönlichen Wunsch erfüllen, aber nicht die ganze Welt retten. Dein nächster Wunsch lautet wie?“

„Ich möchte, dass sich niemand aus unserer Familie ansteckt.“

„Mhm, ja … “ Die Fee schaute mich traurig mit heruntergezogenen Mundwinkeln an. Ihre Miene glich nun derjenigen von Angela Merkel . Tatsächlich legte die Fee ihre Hände in die charakteristische Rautenform und sagte betont sachlich:

„Dafür müßt ihr selber sorgen. Wenn ihr auf euch und andere aufpasst, den Mindestabstand und die Kontaktbeschränkungen einhaltet sowie den Mund-Nasen-Schutz tragt, werdet ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit gesund bleiben.“

Mir war zum Heulen zumute. Da erschien mir einmal im Leben eine Fee, und ich hatte mir zweimal etwas gewünscht, dass sie nicht erfüllen konnte. Aber einen Wunsch hatte ich noch.

“ Kannst du denn dafür sorgen, dass die Museen sehr schnell wieder öffnen? Im endlosen Lockdown war ich soviel im Wald spazieren, dass ich dringend etwas Anderes sehen will, am liebsten Kunst. Das müsste doch gehen, wenn die Museen strikte Hygienevorschriften erfüllen, oder ?“

Sie überlegte kurz und dann erschien ein seliges Lächeln auf ihrem Gesicht. Ihre Falten glätteten sich, so dass sie mit einem Mal viel jünger wirkte.

„Wie schon gesagt, Corona beeinflussen kann ich nicht. Aber ich habe eine Idee! In Wasserburg am Inn gibt es einen Skulputurenweg, im Freien, sehr schön am Innufer gelegen. Das ist ein wunderbarer Spaziergang. Es ist gerade eisig kalt, aber morgen wird die Sonne scheinen. Du wirst sehen, das wird ganz zauberhaft.“

Mit einem weiteren lauten Schlag verschwand die Fee, bevor ich mich bedanken konnte. Der Bildschirm meines Ipads flackerte und zeigte mir die Suchergebnisse meiner letzten Frage. Ganz oben las ich „Wissenschafter rechnen mit zwei Jahren.“

2. Ausflug nach Wasserburg am Inn

Als ich morgens aufwachte, war ich sicher, dass ich die ganze Geschichte geträumt hatte. Ich schaute aus dem Fenster. Die Sonne lachte wie schon lange nicht mehr. Das Thermometer zeigte knackige -9 Grad Celsius. Trotzdem fand ich die Idee, einen Ausflug nach Wasserburg zu unternehmen, genial. Ich beschloss, sie am Nachmittag umzusetzen. In meine wärmste Skikleidung eingepackt und mit heißem Tee im Tagesrucksack fuhr ich mittags los.

Die Altstadt von Wasserburg am Inn liegt sehr idyllisch auf einer Halbinsel im Fluss. Der Spaziergänger folgt dem Inn um die Stadt auf dem 1,5 km langen Skulpturenweg. Künstler des örtlichen Kunstvereins „Arbeitskreis 68“ stellen dort über 30 Werke aus. Der Skulpturenweg in Wasserburg ist die größte “open air Galerie” in Bayern und eine der größten in Deutschland.

Nach einer einstündigen Autofahrt über die eisfreie Bundesstraße kam ich in Wasserburg an. Nach ein bißchen Suchen fand ich sowohl einen Parkplatz und als auch das Ende des Skulpturenwegs. Das war mir ganz recht, so konnte ich in den Weg in umgekehrter Richtung gehen, dann durch die Altstadt zurück.

Der Fluß lag im schönsten Sonnenschein und der Weg bot wundervolle Blicke auf den das gegenüberliegende Hochufer, die sogenannte Innleiten. Die Skulpturen wurden vom warmen Winterlicht wunderschön angestrahlt und gefielen mir ausnehmend gut. Neben allen Skulpturen ist ein Schild angebracht, auf dem der Name des Künstlers steht. Weitere Informationen über die Kunstwerke habe ich leider nicht gefunden (Die Tourismusinformation war geschlossen, aber einen Plan mit Werksverzeichnis kann man hier sehen). Sehr warm angezogen fror ich nicht und freute mich, dass an diesem Wochentag nur einige Spaziergänger unterwegs waren und zwar wesentlich weniger als in München.

Gemächlich spazierte ich am Flußufer entlang bis zum Ende des Skulturenwegs an der Roten Brücke. Am Flußufer stehend genoss ich eine Tasse heißen Tee und tankte etwas Sonne. Dann bog ich nach rechts in die Altstadt ab.

Auch in der Altstadt von Wasserburg gab es Einiges zu sehen. Aber zum Einen waren die meisten Sehenswürdigkeiten geschlossen und zum Anderen wollte ich rechtzeitig zurück fahren. Es war immer noch sehr kalt und eine Rückfahrt auf glatten Straßen wollte ich vermeiden. Daher schlenderte ich nur ein bisschen durch die Gassen schaute mir die farbenfrohen Fassaden der Häuser an. Dabei entdeckte ich zunächst die Frauenkirche aus dem 14. Jahrhundert. Als ich das Gebäude mit Maske betrat, beschlug leider meine Brille so stark, dass ich kaum etwas erkennen konnte. Ohne Brille ging es mir aber genauso! Ich nahm ein Foto auf, um mir die Kirche später anzusehen.

Bald darauf kam ich zum Marienplatz, wo ich das Kernhaus mit der wunderschön struckierten Fassade aus dem 18. Jahrhundert bestaunte und das spätmittelalterliche Rathaus. Zu meiner großen Freude bot das Café im Rathaus Kaffee und Backwaren zum Mitnehmen an. Auf dem Marienplatz stehend schlürfte ich einen Cappuccino und genoss eine Quarktasche, während ich mir die historischen Fassaden anschaute.

Nach diesem würdigen Abschluss eines wunderschönen Nachmittags ging ich zum Auto zurück und fuhr sehr zufrieden nach Hause.

3. Fazit

Die Altstadt von Wasserburg am Inn besticht durch ihre einzigartige Lage auf einer Halbinsel im Fluß. Die Werke auf dem Skulpturenweg sind sehr sehenswert und harmonieren perfekt mit der Umgebung. Durch das Winterlicht und die verschneite Landschaft kamen sie besonders gut zur Geltung. In einer anderen Jahreszeit würde ich den Weg gerne noch einmal besuchen aber vorher versuchen, mehr Informationen über die Künstler und ihre Werke zu bekommen. In der Altstadt von Wasserburg gibt es noch viel zu sehen, z.B. mehrere Museen und die Burganlage. Über die Rote Brücke würde ich gerne zum anderen Innufer spazieren und mir das Altstadtpanorama von dort anschauen. Kurzum: ich werde wiederkommen, aber erst dann wenn Alles wieder geöffnet ist. Eine Stadtbesichtigung macht so einfach mehr Spaß.

Übrigens: vielen lieben Dank, du gute Fee !

El arte limpia del alma el polvo de la vida cotidiana. – Pablo Picasso
Kunst ist dazu da, den Staub des Alltags von der Seele zu waschen.Pablo Picasso

Street Art „Werksviertel München“

Neulich las ich in der Süddeutschen Zeitung unter der Überschrift „Eine Reise ins Niemandsland“ einen interessanten Artikel über Street Art im „Werksviertel München“. Das brachte mich auf eine Idee.

Im Zuge des neuerlichen Lockdowns hatten wieder alle Museen geschlossen. Aber Kunstwerke kann man auch außerhalb von Kulturtempeln genießen, besonders Street Art. Praktischerweise musste ich zum „Werksviertel“ nicht einmal mit dem Auto fahren oder in ein öffentliches Verkehrsmittel einsteigen, sondern konnte das Radl benutzen. Fahrradfahren mag ich nicht besonders, aber diese Strecke konnte ich gut bewältigen.

Das Areal des „Werksviertels“ hat eine Größe von 39,5 Hektar. Hier befand sich noch in den 1980er-Jahren ein Gewerbegelände, auf dem unter anderem das Stammwerk der Kartoffelfabrik „Pfanni“, die „Optimol Ölwerke“ und der Fahrzeughersteller „Zündapp“ lagen. Bis Mitte der 1990er Jahre wurden alle Fabrikstandorte aufgegeben.

Das Pfanni- und Optimol-Gelände, das danach brach lag, wurde verpachtet und es entstand Vergnügungspark, der „Kunstpark Ost“. Bis September 1996 eröffneten dort bis zu dreißig Diskotheken. Nachfolger wurden die „Kultfabrik“ und die „Optimolwerke“, ein Kultur- und Veranstaltungszentrum bzw. ein Clubareal. Beide mussten schließlich dem Stadtentwicklungsprojekt für das neue Werksviertel weichen.

Auf dem Gelände entstehen mehr als 1000 Wohnungen, fünf Hotels (darunter auch ein Youth Hostel), Gastronomiebetriebe, Sportangebote und sogar ein Konzertsaal. Das „Werksviertel“ wird etwa 7000 neue Arbeitsplätze schaffen. Als Zwischennutzung des für das Konzerthaus vorgesehenen Geländes wurde 2019 ein 78 Meter hohes Riesenrad in Betrieb genommen (derzeit coronabedingt geschlossen).
Quelle Wikipedia

Im „Werksviertel“ angekommen staunte ich über die bereits errichteten Gebäude. Das leuchtend orange „Werk 3“, in dem es sogar Gaststätten mit Speisen zum Mitnehmen gab, und der schwarze Wolkenkratzer des Hotels „Adina“ bildeten einen spannenden Gegensatz zu den alten Werksbauten, deren Abriss im vollen Gange war. Bei meinem Streifzug über das Areal konnte ich, wie in der Süddeutschen Zeitung beschrieben, die wunderbaren Werke bekannter Street Art Künstler bewundern. Man merkte, dass hier „nicht einfach so gesprüht“ wurde, sondern dass viele Bilder vom renommierten Street-Art-Guru Loomit sozusagen kuratiert wurden. Von den diversen Stilrichtungen, den vielfältigen Farben und Formen sowie der Qualität der Kunstwerke war ich restlos begeistert ! Sehr schade ist, dass sie über kurz oder lang der Abrissbirne zum Opfer fallen werden. Wenn es euch interessiert, könnt ihr Näheres in der Süddeutschen Zeitung nachlesen.

Aber genug der Worte : nachfolgend zeige ich euch Impressionen aus dem „Münchner Werksviertel“.

Fazit:
Dem Werksviertel werde ich sicher weitere Besuche abstatten, um die Entwicklung dieses sehr interessanten Stadtteils mit zu verfolgen. Auch eine Fahrt mit dem Riesenrad steht schon lange auf meiner Wunschliste. Wenn es sich wieder dreht …

In diesem Sinne: passt gut auf euch und andere auf und bleibt gesund !