Projekt ABC: L wie „lecker“

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Wortmann ruft uns im Projekt ABC auf, Fotos zum Buchstaben „L“ zu posten. Gerne beteilige ich mich mit einem Bild, das ich gestern in der Münchner Innenstadt aufgenommen habe.

Schon verschiedentlich habe ich mich in meinem Blog als Kaffee und Kuchen-Fan geoutet. Wenn ich unterwegs bin, lege ich sehr gerne eine Pause in einem Café ein. Nach dem langen Lockdown ist mein Nachholbedarf riesig ! Inzwischen ist es sommerlich warm und die Maskenpflicht in der Fußgängerzone wurde im Freien aufgehoben, aber sehr entspannt fand ich das Shoppen noch nicht. Um so schöner war es, nach dem Einkaufen auf einer schattigen Caféterrasse einen Cappuccino zu schlürfen und ein Törtchen mit Himbeeren in weißer Schokolade zu genießen. Sehr lecker !

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Nymphenburg: Stürmischer Tag im Schlosspark/ Stormy day in the castle gardens

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Mehr als zwei Wochen nach meiner ersten Coronaspritze traue ich mir mehr zu. Anfang letzter Woche begab ich mich bei strahlendem Sonnenschein (endlich wieder !) und recht starkem Wind auf eine 45-Minuten-Fahrt mit U-Bahn und Straßenbahn nach Schloss Nymphenburg. In der U-bahn war es wie gewohnt voll. Die Wahrung des Mindestabstands war schwierig, obwohl ich mehrmals hin und her rückte. Recht wohl fühlte ich mich dagegen auf beiden Fahrten mit der Straßenbahn, wo ich bequem und weit entfernt von den wenigen Mitfahrern Platz nehmen konnte.

Am großen Schlossrondell, dem riesigen Vorplatz vor dem Nymphenburger Schloss, stürmte es so heftig, dass ich kurz überlegte, ob ich umkehren sollte. Aber ich hatte mir den Ausflug schon seit einiger Zeit vorgenommen und meine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollte nicht vergeblich gewesen sein.

Das Schloss Nymphenburg gehört zu den Haupttouristenattraktionen in München. Das Schloss war jahrhundertelang die Sommerresidenz der Wittelsbacher Fürsten. Das Barockschloss mit seinem 180 ha großen Park liegt im Westen Münchens in Nymphenburg. Es bildet zusammen mit dem Schlosspark Nymphenburg, den vier Parkburgen und dem Schlossrondell ein Ensemble. Schloss Nymphenburg zählt zu den großen Königsschlössern Europas.Seine Breite übertrifft mit 632 Metern Schloss Versailles.
Quelle Wikipedia

Das Schlossinnere wollte ich dieses Mal nicht besuchen, sondern nur durch den Park spazieren. Gerne hätte ich zwei Schlösschen im Park, die Badenburg und die Pagodenburg besichtigt. Diese waren aber coronabedingt noch geschlossen.

Nachdem ich das Schlossgelände betreten hatte, stieg ich zunächst auf die Freitreppe auf der Rückseite des Schlosses, von der man den besten Ausblick auf den Park genießen kann. Dort liegt auch ein beliebter Foto- und Selfiespot.

Dann spazierte ich durch den Park zur Großen Kaskade und folgte dann dem mittleren Kanal . Neuerdings werden dort auch wieder Gondelfahrten angeboten. Dazu war es aber an diesem Nachmittag deutlich zu windig.

Bald bog ich auf den beschilderten Weg zur Pagodenburg ab, die am gleichnamigen See liegt. Nun befand ich mich im Landschaftspark mit hohen Bäumen und war vor dem starken Wind geschützt. Am See ging ich vorbei und erreichte dann das kleine Schlossgebäude. Meine Hoffnung, dass ich die mit Delfter Kacheln bedeckten Wände durch das Fenster sehen würde, erfüllte sich nicht. Die Fensterläden im Erdgeschoss waren geschlossen. Aber es war herrlich sonnig und sehr friedlich am See. Auf einer Bank am Ufer legte ich eine kurze Trinkpause ein.

Zurück am Mittelkanal ging ich über eine Brücke auf die andere Seite, wo der Pfad zum Badenburger See und zur Badenburg abzweigte. Am See sah ich die ersten Gänsepaare mit ihrem Nachwuchs. Nachdem ich die Tiere ausgiebig bewundert hatte, schlenderte ich zur Badenburg. Dort eröffnete sich auch ein schöner Ausblick auf den am anderen Seeufer gelegenen runden Apollotempel, einen Monopteros mit korinthischen Säulen.

Auf dem Rückweg sah ich mehrere Gänsefamilien. Besonders angetan war ich, zusammen mit anderen Passanten, von einem Kanadagänsepaar mit sieben Jungen. Die fürsorglichen Eltern schauten sich immer wieder um, während sie die Kleinen vorsichtig über den Spazierweg führten. Zahlreiche Wildgänse haben sich unseren Parks angesiedelt und überwintern dort auch. Sie werden langsam zur Plage. Trotzdem sind die Gänschen ganz allerliebst anzuschauen !

Mit einem Blick auf einen elegant dahingleitenden Schwan verabschiedete ich mich aus dem Nymphenburger Schlosspark.

Fazit:
Der Nymphenburger Schlosspark ist wunderschön. Das gilt für den Barockgarten auf der Parterre mit den Statuen und der Fontäne als auch für den riesigen Landschaftpark, wo noch viele ausgedehnte Spazierwege zu entdecken bleiben. Freiedenkerin sah vor kurzem beim Spaziergang im Park sogar ein Reh.

Bei meinem Besuch war das zauberhaft im Park gelegene Schlosscafé „Palmenhaus“ geschlossen. Dieser Besuch steht also noch aus. Ein weiterer Grund für eine Rückkehr wäre der nahegelegene botanische Garten, den man inzwischen wieder ohne Terminvereinbarung besuchen kann. Bei meinem letzten Besuch des Botanischen Gartens im Februar 2020 (s. hier) glaubte ich, dass ich jederzeit wieder kommen könne. Dann kam Corona und das war nicht so ohne Weiteres der Fall. Aber nun ist es bald soweit, ganz sicher!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.


Zurück in München-Bogenhausen/ Back to Munich-Bogenhausen

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Im März besichtigte ich Jugendstilhäuser in München-Bogenhausen. Damals hatte ich mir vorgenommen, den Bogenhausener Friedhof anzuschauen aber erst im Frühling oder im Sommer. Am letzten Wochenende war es soweit. Die Sonne lachte, aber es ging ein kalter Wind, trotzdem ideales Fotowetter !

Wenn ich schon einmal in der Gegend war, wollte ich auch die mit Street Art verzierte Unterführung unter dem Münchner Friedensengel (Kurzer Bericht zum Friedensdenkmal siehe hier) besuchen.

Zunächst spazierte ich zum Friedensengel und fand bald den Tunnel, auf den mich mein neuer Street Art Führer (Street Art München, Reiseführer für Münchner) hingewiesen hatte.

Die Fußgänger- und Fahrrad-Unterführung befindet sich direkt unter dem Friedensengel und verläuft parallel zur Isar. Die Wände der Unterführung wurden 2014 von dem bekannten Münchner Sprayer Loomit und befreundeten Künstlern neu gestaltet.

In der Unterführung fotografierten aber nicht nur einige andere Besucher. Es rasten auch ständig Radfahrer vorbei, die an der Isar entlang fuhren. Beim Fotografieren musste ich bei jedem Schritt vorsichtig sein und oft schnell abdrücken, um die Radler nicht im Bild zu haben. Daher zeige ich nur eine kleine Auswahl gelungener Fotos. Interessant fand ich, dass viele Werke übersprüht worden waren („gecrosst“ im Fachjargon), bei einigen Bildern laut meinem Führer so stark, dass sie inzwischen neu gemalt werden mussten. Street Art ist dynamisch. Viele Bilder befinden sich auf zum Abriss vorgesehenen Gebäuden, aber auch solche, die zur Verschönerung von Unterführungen oÄ. dienen, sind der Zerstörung ausgesetzt.

Danach ging ich über die Möhlstraße, wo viele herrliche Gründerzeitvilla stehen, die oft von Konsulaten genutzt werden, in Richtung Friedhof. Eigentlich wollte ich nun eine Kaffeepause einlegen, aber das einzige mir bekannte Café in der Gegend ( Danke, Tom für den Hinweis auf das Wiener’s) hatte am frühen Nachmittag leider schon geschlossen. Nun ja, ein Schluck aus der Wasserflasche würde mir zunächst reichen.

Ein Spaziergang zwischen den Gräbern gehört eigentlich nicht zu meinem liebsten Zeitvertreib, aber der Bogenhausener Friedhof ist etwas Besonderes.

Aus Wikipedia:
Der Friedhof liegt am Bogenhauser Kirchplatz direkt an der St.-Georgs-Kirche und ist von einer efeuumrankten Friedhofsmauer umgeben …

Der alte, südliche Teil mit den angrenzenden Mauergräbern gehört der Pfarrkirchenstiftung Heilig Blut, fast der ganze nördliche Teil gehört der Landeshauptstadt München …

Eine Reihe prominenter Münchner und Wahlmünchner, Künstler, Wissenschaftler, Politiker, Beamte und Unternehmer haben auf dem Friedhof eine Gedenkstätte erhalten. Gleichwohl dominieren bescheidene Gräber mit schmiedeeisernen, bemalten Grabkreuzen und kleine Grabsteine das Bild, ganz anders als auf den anderen, großen Friedhöfen mit ihren Mausoleen, Marmorskulpturen oder steinernen Engeln.

Begraben werden können dort bekannte Persönlichkeiten, die sich um die Landeshauptstadt München in besonderer Weise verdient gemacht hat, u.a. liegen dort Regisseur Helmut Dietl, Dramatiker Tankred Dorst, Filmproduzent Bernd Eichinger, Regisseur Rainer Werner Fassbinder, Schriftsteller Oskar Maria Graf, Schriftsteller Erich Kästner , Schauspielerin Liesl Karlstadt, Unternehmer Josef Schörghuber und der Schauspieler Walter Sedlmayr (1926–1990). Im letzten Jahr kam das Grab des langjährigen Münchener Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel dazu.

Als ich über den kleinen und sehr friedlich wirkenden Friedhof ging, der rund um die Georgskirche liegt, staunte ich tatsächlich darüber, wie bescheiden die Gräber gestaltet sind. Das Grab von Bernd Eichinger, einer der bekannstesten auch international erfolgreichsten Filmproduzenten (u.a. „Der Name der Rose“) ist an Schlichtheit kaum zu überbieten. Am besten gefiel mir der Grabstein von Rainer Werner Fassbinder, ein nicht sonderlich großer Naturstein, der im Schatten eines japanischen Ahornbaums auf der Wiese liegt.

Auf meinem kleinen Ausflug hatte ich ganz gegensätzliche Eindrücke gewonnen. Der Stadtteil Bogenhausen bietet doch sehr viel mehr als die bekannten Nobelvillen.

Bevor ich mit der U-Bahn zurück fuhr, bekam ich doch noch einen Kaffee und Kuchen war auch dabei. Wie schön, dass die Außengastronomie wieder geöffnet hat. Nur das Wetter müsste noch ein bisschen wärmer werden …

Street Art in München: drinnen und draussen / Street Art in Munich: indoors and outside

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Endlich ist der Frühling ausgebrochen! Seit Donnerstag, pünktlich zum Vatertag, dürfen wir auch wieder die sogenannte Außengastronomie genießen. Das bedeutet für Münchner, dass sie in den Biergarten gehen können. Hurra! Wenn wir zu zweit gehen, ist dies unter Corona Hygieneauflagen möglich. Wollen wir mit Personen aus einem anderen Haushalt am Tisch sitzen, brauchen wir allerdings einen negativen Corona(schnell)test. Zur Zeit sinkt der Inzidenzwert in München in die Richtung der Schwelle von 50, womit weitere Lockerungen möglich würden. Hoffentlich ohne erneute Rückschläge …

Mit einer schlichten Onlinebuchung von Ticket und Termin kann man nun wieder die Museen besuchen. Das nutzte ich gestern aus, um mir das MUCA (Museum of Urban and Contemporary Art) anzuschauen. Das 2016 eröffnete Museum befindet sich in der Münchner Altstadt in der Nähe des Marienplatzes. Es zeigt auf über 2.000 Quadratmetern Fläche urbane Kunst.
Quelle: Wikipedia

Derzeit sind die Ausstellungen „Ikonen der Urban Art“ mit Werken von Banksy und weiteren herausragenden Künstlern der Szene zu sehen: Os Gêmeos, Shepard Fairey, Invader, KAWS, Barry McGee und Swoon. Außerdem werden zur Erinnerung an den „Godfather of Street Art“ Richard Hambleton seine überlebensgroßen „Schattenmänner“ ausgestellt.

Am besten gefiel mir „Are you using that chair ?“ Banksys Satire auf „Nighthawks“ von Edward Hopper. Banksy fügte dem Gemälde einen britischen Hooligan hinzu, der einen Stuhl gegen die Fensterscheibe knallt. Die schwarzen Schattenmänner von Hambleton wirkten dagegen sehr bedrohlich. Hätte ich sie in ihrem Originalumfeld gesehen, z.B. in einer dunklen Unterführung, wäre ich wahrscheinlich schreiend davon gerannt.

Im MUCA darf man leider nicht fotografieren, nicht einmal zum privaten Gebrauch. Im Blog hätte ich die Fotos wegen der Rechte der Künstlerohnehin nicht zeigen dürfen. Und eigentlich gehört Street Art auf die Straße! Wo sie auch den Vorteil hat, dass man sie im Rahmen der Panoramafreiheit verwenden und posten darf.

Im Museumsshop kaufte ich mir noch ein Buch über Street Art in München und spazierte danach über die Sendlinger Straße, eine meiner liebsten Routen in der Münchner Fußgängerzone. Wegen des Brückentags waren zahlreiche Passanten unterwegs und viele nutzen die Gelegenheit, wieder auf einer Caféterasse sitzen zu dürfen. Ich fand gerade noch einen freien Platz und erholte mich bei einem köstlichen Cappuccino und einem saftigen Stück Rüblitorte. Wirklich wunderschön !

Nachdem ich in meinem neuen Streetartführer geblättert hatte, beschloss ich, mir zum Abschluss noch zwei Murals anzuschauen. Nach einem Spaziergang durch das Bahnhofsviertel, wo es so belebt war, dass ich freiwillig die Maske aufsetzte , erreichte ich das Wandgemälde „Georg Elser“ von Loomit und Won ABC zum Gedenken an den Hitler-Attentäter, der am 8.November 1939 versuchte, den Diktator mit einer Zeitbombe im Münchner Bürgerbräukeller zu töten.

In der nahen Paul-Heyse-Straße schaute ich mir schließlich “ Sag es durch die Blume“ von Escif an. Erst auf den zweiten Blick sieht man einen Hinweis auf München als Standort der Rüstungsindustrie.

Fazit:
Das MUCA lohnt einen Besuch, vor allem wegen der zahlreichen Werke von Banksy. Aber auch weitere „Ikonen der Urban Art“ konnte ich dort entdecken und werde nach ihren Werken Ausschau halten, z.B. wenn wir wieder reisen dürfen. In normalen Zeiten gibt es auch Museumsführungen, die sicherlich gut sind, um mehr über Street Art zu erfahren. Aber diese Kunstform muss man unbedingt im öffentlichen Raum sehen. Der Museumsbesuch ist nur der Anfang …

Das war der Bericht über meinen Kurzausflug in die Münchner Innenstadt. Als Nächstes plane ich eine Wanderung, wenn möglich in den Bergen. Falls das wieder nicht klappt, gehe ich wahrscheinlich auf eine weitere Street-Art-Entdeckungstour in München.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

CFFC: Natural Light vs Man Made Light

This is for Cee Neuner’s Photo Challenge.

Natural light

Near München, Germany
Friedensengel, München, Germany
Near Lake Egglburg, Germany
Levanto,, Italia
Portovenere, Italia
Dachau, Germany
München
Kratie, Cambodia

Man-made light

Maximilianeum, München,
Busan, South Korea
Seoul, South Korea
Seoul, South Korea
Metro Station Formosa Boulvard, Kaoshiung, Taiwan
Hoi Ann, Vietnam
Paris
Kabukichō,Red light district, Tokyo, Japan
Schloss Ambras, Innsbruck, Austria
Garan Tempel, Koyasan, Japan

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Schleißheimer Schlossrunde Around the Schleißheim Palaces

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Schon lange wollte ich mir die Schlossanlage in Oberschleißheim anschauen. Sie ist nicht so bekannt wie das Nymphenburger Schloss, das zum Pflichtprogramm der Touristen in München zählt(e), aber vergleichbar prächtig.

Die Schlossanlage Schleißheim liegt am nördlichen Stadtrand von München. Es handelt sich um drei einzelne Schlossbauten des 17. und 18. Jahrhunderts, die durch eine großzügige Gartenanlage miteinander verbunden sind. Das Areal umfasst das westlich gelegene Alte Schloss Schleißheim, das benachbarte Neue Schloss Schleißheim und das am Ostende des Parks gelegene Schloss Lustheim. Das Gebäudeensemble wurde von den bayerischen Kurfürsten als Sommerresidenz und Jagdschloss errichtet.

Schleißheim gehört neben Schloss Nymphenburg zu den größten Residenzen im Münchner Raum und wird zu den bedeutendsten Barockanlagen Deutschlands gezählt.
Quelle Wikipedia

Als das Wetter in der Mitte der letzten Woche besser wurde, fuhr ich an einem Nachmittag nach Oberschleißheim. Besichtigen konnte ich nur den Schlossgarten, weil die Schlösser wegen Corona geschlosssen waren. Außerdem wollte ich durch die südlich gelegene Umgebung spazieren. Ganz sicher war ich mir aber nicht. Es würde u.a. durch eine Heidelandschaft gehen und am nächsten Tag hatten wir wieder eine Fahrt nach Bad Gögging geplant, wo ich in einer ähnlichen Landschaft wandern wollte.

Nachdem ich das Auto auf dem fast leeren Parkplatz abgestellt hatte (Tagesticket 1 €) ging ich zunächst durch den Wilhelmshof zum Alten Schloss, das von Maximilian I. 1617 gebaut wurde. Dort nahm ich mir ein Infoblatt der Touristeninformation und entschied mich spontan für die Schleißheimer Schlossrunde, die zum Alten und Neuen Schloss, dann durch den Garten bis zum Schloss Lustheim führt und schließlich in einem großen nach Norden führenden Bogen durch den Berglwald zurück zum Ausgangspunkt.

Durch ein Tor betrat ich den Maximilianshof. Es war leicht bewölkt bei angenehmen Frühlingstemperaturen. Nun sah ich das Neue Schloss, das von Kurfürst Max Emanuel im Jahr 1701 in Auftrag gegeben wurde.

Obwohl alle Schlösser zu waren, nutzten viele Leute das schöne Wetter für einen Hofgartenspaziergang, aber in der weitläufigen Anlage herrschte kein Gedränge und die Einhaltung des Mindestabstandes war kein Problem.

Der Hofgarten befand sich zum Teil noch im winterlichen Zustand. Die Pflanzen musste wieder nachwachsen und die umgebenden Hecken waren kahl oder braun belaubt. Die barocke Gartengestaltung war aber deutlich zu erkennen und schöne bunte Frühlingsbeete waren schon angelegt worden. Auch die Springbrunnen sprudelten wieder. Vom sog. Gartenparterre mit Beeten und Statuen ging es ein paar Stufen hinauf zur Kaskade, dem zentralen Wasserspiel mit drei großen Fontänen. Nachdem ich die Kaskade passiert hatte, sah ich das Schloss Lustheim, schaute aber noch einmal zurück und bewunderte die Gartenfassade des Neuen Schlosses.

Nun lief ich am Mittelkanal entlang, der das Schloss Lustheim mit den anderen Schlossbauten verbindet und knapp einen Kilometer lang ist. Ich befand mich nun im Boskett genannten Teil des Barockgartens. Dieser Kunsthecken-Teil wird durch dichte, in geometrisch exakte Formen geschnittene Hecken gebildet. Die Boskette sind spiegelsymmetrisch um eine Hauptachse des Gartens aufgebaut, die in Oberschleißheim durch den Mittelkanal gebildet wird. So gegliederte Bereiche beinhalten kleine Salons (Gartenzimmer) im Freien, sie wiederholen gewissermaßen den Innenraum des Schlosses in der Außenwelt. Den Bosketten waren unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten zugedacht, so finden sich hier oft Heckentheater, Irrgärten oder offene „Konzertsäle“.
Quelle Wikipedia

Beim meinem Besuch waren die Hecken allerdings noch nicht belaubt, so dass man sich die Wirkung der Anlage nur vorstellen konnte. Auf einen Besuch des südlich des Bosket verlaufenden Landschaftsparks verzichtete ich deswegen.

Nach einem angenehmen Spaziergang erreichte ich das Schloss Lustheim. Natürlich war dieses geschlossen, ebenso wie die beiden daneben stehenden Pavillions. Ich hatte gehofft, dass die im südlichen Pavillion gelegene Renatus Kapelle wie eine Kirche geöeffnet wäre, aber das war leider nicht der Fall. Der Spaziergang durch den Garten mit schönen Wasserspiegelungen von Gebäuden und Bäumen gefiel mir trotzdem sehr. Den Hofgarten verließ ich durch das nördliche Tor.

Wider Erwarten war die „Schleißheimer Schlossrunde“ nicht ausgeschildert, so dass ich ein bißchen suchen musste. Mit Hilfe von Goggle Maps und einer Nachfrage bei freundlichen Einheimischen fand ich den vorgeschlagenen Weg durch den Berglwald. An einem kleinen Bach entlang, der im Sommer, wenn alles grün ist, sicher zauberhaft ist, gelangte ich zum (geschlossenen) Gasthof Bergl. Die Broschüre der Touristeninformation wies dort eine Votivkapelle und einen Kalvarienberg mit drei Kreuzen aus. Das wollte ich mir ansehen, daher ging ich in den neben dem Gasthof gelegenen Garten. Gerade wollte ich den kleinen Hügel mit den Kreuzen „besteigen“, als mich der Eigentümer recht barsch ansprach und mich darauf hinwies, dass ich mich auf Privatgrund befand und seine Erlaubnis zum Betreten nicht eingeholt hatte. Ich wies darauf hin, dass ich wegen der Beschreibung der Touristeninformation geglaubt hatte, dass der Zugang offen stehe, fragte den guten Mann aber bald darauf, ob er einverstanden sei, dass ich das Grundstück betrete, was er mir großzügig gewährte. Er ließ mich auch fotografieren, aber posten möchte ich die Bilder lieber nicht.

Nach einem weiteren Spaziergang durch den Wald führte mich der Weg durch schöne Vorstadtviertel zunächst zum S-Bahnhof und kurz danach war ich wieder beim Schloss angelangt.

7 km, 2 Stunden reine Gehzeit, praktisch keine Höhenunterschiede.

Nun stand wieder meine Kaffeepause an. Bald fand ich ein geöffnetes Café, wo ich mir einen Cappuccino holte und eines der letzten Gebäckstücke ergatterte. Damit ging ich noch einmal in den Schlossgarten, wo ich mich auf eine Bank setzte. Im warmen Nachmittagslicht wirkte das Neue Schloss noch einmal schöner. Sehr zufrieden mit den vielen wunderbaren Eindrücken begab ich mich auf die Heimfahrt.

Fazit:
Im Sommer muss ich unbedingt zurückkehren, wenn im Hofgarten alles grün ist und auch die Schlösser hoffentlich wieder zugänglich sind. Verbinden würde ich den Ausflug gerne mit einem Besuch der Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums. Freuen würde ich mich auch über den Besuch des Schlossbiergartens und eines schönen Gartencafés. Ach ja, …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.