Geschafft! Done !

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Auf dem Schweizer Jakobsweg von Brunnen nach Fribourg

Heute Nachmittag, nach neun Pilgertagen auf dem Schweizer Jakobsweg, bin ich in Fribourg angekommen. Soweit wollte ich es dieses Mal schaffen. Geschafft bin ich selber auch !

Trotzdem: es war ein wunderbares Erlebnis.

Näheres werde ich im Blog berichten.

Nachfolgend einige allererste Impressionen.

Panoramafoto bitte anklicken!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #5

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Von Rapperswil nach Einsiedeln

Nachdem ich am Vortag mit dem Zug von Rapperswil nach Einsiedeln gefahren war, kehrte ich nun dorthin zurück, um meine Pilgerwanderung auf dem Schweizer Jakobsweg fortzusetzen. Da ich in Einsiedeln noch ein zweites Mal übernachten würde, freute ich mich auf die Tageswanderung mit leichtem Rucksack. Ganz so gemütlich sollte es aber doch nicht werden …

Am Bahnhof Rapperswil fand ich gleich den Einstieg in den Camino. Unmittelbar danach überquerte ich den Zürichsee über die längste Fußgängerholzbrücke der Schweiz , die fast auf Seehöhe verläuft und als Pilgersteg auf dem Schwabenweg dient. Sehr schöne Aussichten eröffneten sich, nur leider war das Wetter sehr trüb. Bei Sonnenschein würde ich den Gang über den 840 m langen Steg gerne wiederholen, nicht ohne mich auf eine der Bänke zu setzen und die Aussicht zu bewundern.

Während ich den See überquerte, hörte ich die Ansagen des am zweiten Tag laufenden „Ironman“ und das war so lange der Fall, wie ich mich in Seenähe aufhielt.

Im Laufe des Tages sollte es leicht regnen, aber das hatte mich nicht von meiner Wanderung abgehalten. Als ich mich nach einer Stunde Pfäffikon näherte, fing es an zu nieseln. „Kein Problem“, dachte ich, „habe doch meinen Wanderschirm dabei !“

Wie im Pilgerführer beschrieben, begann am Ortsende von Pfäffikon der steile Aufstieg, der bis zum Etzelpass führen würde. Hinter dem Lützelhof mit einem großen Hofladen und der Möglichkeit, im Stroh zu übernachten, ging es über die Autobahnbrücke der A 3. Der Verkehrslärm begleitete mich noch eine Weile, weil der Weg danach an einem Hang über der Autobahn entlang führte.

Während ich auf einer Bank am Hang eine Trinkpause einlegte, sah ich die Massen von unten ankommen. Sehr viele Wanderer waren, oft in Gruppen, an diesem Sonntag trotz des mäßigen Wetters unterwegs. Es ging weiter zum laut Pilgerführer „ausichtsreich gelegenen“ Gasthof Lugeten, der eine Vogelperspektive auf den Camino seit Rapperswil bieten sollte. Davon konnte jedoch nicht die Rede sein. Der Zürichsee war komplett in den Wolken verschwunden. Kurze Zeit später begann es stark zu schütten. Ich hatte den Regenschutz noch nicht über meinen Rucksack gezogen und konnte es kaum erwarten, in den Wald zu gelangen. Dort tropfte es allerdings immer noch gewaltig.

Der Camino hatte sich in einen bergauf gehenden wurzeligen und matschigen Pfad verwandelt. Zwischen hohen Stufen und glitschigen Wurzeln stand zum Teil schon das Wasser, so dass man gut aufpassen musste, wo man hin trat. Nun freute ich mich, dass so viele Mitwanderer unterwegs waren, weil ich sozusagen in deren Fußstapfen treten konnte. Manchmal war auch der Verlauf des ziemlich breitgetretenen und schlammigen Weges nicht ganz klar. Dann konnte ich mich gut an den Anderen orientieren. Ich lief mehr oder minder mit einer Gruppe von fünf Schweizerinnen in meinem Alter mit, von denen einige recht flott den Berg hinauf stürmten, aber auch immer wieder auf ihre lansameren Freundinnen warteten. Es beruhigte mich, dass ich nicht alleine auf diesem rutschigen Weg wanderte. So konnte ich auf Hilfe zählen, wenn ich ein Problem haben würde. Gerade als ich dachte, dass ich auf keinen Fall umkehren und den Weg wieder nach unten gehen konnte, kamen drei junge Mountainbiker herangeschossen, die sich fast ungebremst nach unten stürzten !

Zum Fotografieren fehlte mir die Energie. Es war mir zu nass, auch zu anstrengend und ich wollte nur noch so schnell wie möglich auf dem Etzelpass ankommen. Nachdem der Regen etwas nachgelassen hatte, lichtete ich aber wenigstens eine moosbedeckte Panzerabwehrsperre ab, die quer durch den Wald verlief. Wikipedia schreibt dazu, dass es sich um den Teil eines Verteidigungssystems der Schweizer Armee aus den 1940er Jahren handelt.

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Den in 950 Meter Höhe gelegenen Etzelpass erreichte ich nach etwas mehr als drei Stunden. So nah an den Zeitangaben des Pilgerbuchs hatte ich mich noch nie bewegt! Zunächst begab ich mich in die Kapelle St. Meinrad, wo ich mir den hart verdienten Stempel für den Pilgerpass holte. Dabei kam ich mit einer Wanderin aus Ulm ins Gespräch, die mir erzählte dass sie vor einigen Jahren von zu Hause (!) nach Santiago gepilgert war und mir „Buen Camino“ wünschte. Nun war es höchste Zeit für eine Mittagspause im Trockenen, so dass ich direkt zum Gasthaus neben der Kirche ging.

Das Gasthaus erwies sich als Feinschmeckerlokal mit Landhausambiente. Als ich mich umsah, entdeckte ich keinen freien Tisch und die nicht übermäßig freundlichen Bedienung sagte mir, dass die Gäste überwiegend noch bei der Vorspeise seien, so dass so schnell nichts frei werden würde. Ich brauchte diese Pause sehr dringend, also fragte ich ein Paar, das alleine an einem großen Tisch saß, ob ich mich als Geimpfte dazu gesellen durfte. Die Beiden hatten damit kein Problem (und glücklicherweise auch nicht die Servierkraft). Ich bestellte mir eine warme Suppe (die mir längst nicht so gut schmeckte, wie die Gerstensuppe einige Tage zuvor im Berggasthaus Hörnli) und ein alkoholfreies Weißbier. Mit meinen Schweizer Tischgenossen plauderte ich sehr angenehm. Unter anderem berichteten sie mir, dass sie in diesem Gasthaus eingekehrt waren, weil das Lokal vor Kurzem in einer Kochsendung empfohlen worden war. Das erklärte, warum dort so viele Menschen mehrere Gänge tafelten !

Als das Ehepaar nach lecker aussehenden aber auch reichlichen Vorspeisen den Hauptgang serviert bekam, verabschiedete ich mich. Es hatte inzwischen aufgehört zu regnen, aber die Wolken hingen immer noch sehr tief. Von dem angeblich herrlichen Berg- und Seepanorama konnte ich kaum etwas erkennen.

Vom Etzelpasss führte mich ein asphaltiertes Sträßchen, auf dem nur wenige Wanderer und Radfahrer unterwegs waren, zur Teufelsbrücke („Tüfelsbrugg“) über die Sihl. Daneben wies ein Gedenkstein darauf hin, dass an diesem Ort im Jahr 1541 Paracelsus, der Schweizer Arzt und Alchemist, geboren wurde.

Laut Pilgerführer beflügelte das herrliche Bergpanorama auf dieser Strecke den Schritt. Nun ja, … Es ging dann meistens angenehm bergab aber auch wieder leicht in die Höhe. Zwischendurch regnete es mehrmals, aber glücklicherweise nur leicht. Nun stimmte der Wetterbericht !

Schon von weitem war das Kloster Einsiedeln zu sehen. Ich hatte das Ziel nun vor Augen, es dauerte aber noch mehr als eine Stunde bis ich dort ankam. Vorbei ging es am Sihlsee, wo man nach einer Infotafel einige Berggipfel sehen sollte. Diese Berge waren leider komplett wolkenverhangen und der See zeigte sich in trübem Grau.

Panoramafoto bitte anklicken.

Fazit:
17 Km, 660 Hm Auf- und 160 Hm Abstieg, 5 Stunden und 20 Minuten ohne Pausen.
Sehr abwechselungsreiche aber recht lange Strecke. Steiler und zum Teil sehr wurzeliger Anstieg zum Etzelpass, würde ich bei Nässe nicht in umgekehrter Richtung empfehlen, danach auf angenehmen, hauptsächlich leicht bergab gehenden, Wegen und Sträßchen durch eine liebliche grüne Voralpenlandschaft. Gefehlt haben mir allerdings die als herrlich beschriebenen Aussichten. Diese würde ich gerne bei besserem Wetter sehen. Am Liebsten nach einer Fahrt auf den Etzelpass …

In Einsiedeln war am Sonntagnachmittag Einiges los. Besonders in der Klosterkirche bewegten sich die Massen. Ich klingelte an der Klosterpforte und bekam dort meinen Pilgerstempel vom zuständigen Mönch, der auch in meinem Pass signierte und mich zum Vespergottesdienst der Mönche in einer Stunde einlud. Dazu hatte ich keine Zeit, was ich dem freundlichen Herren aber nicht verriet. Im Hotel zog ich mich schnell um und besuchte danach ein nahegelegenes Café. Das Zuger Kirschtörtchen schmeckte, als wäre es in eine Schüssel mit Kirschwasser gefallen, mundete mir aber zusammen mit dem Cappuccino mit Schokoladensauce ganz köstlich, obwohl ich normalerweise Schokolade auf dem Milchschaum überhaupt nicht mag. Das war übrigens erst mein zweites Kaffeetrinken an diesem Tag, falls mal wieder jemand meint, ich wäre in der Schweiz zum „Kaffeepilgern“ gewesen.

Nach dem Abendessen spazierte ich noch kurz durch Einsiedeln und knipste einige Abschiedsfotos.

Am nächsten Tag legte ich meine vorerst letzte Etappe auf dem Schweizer Jakobsweg von Einsiedeln nach Brunnen zurück. Was ich dabei erlebt habe, werde ich noch berichten. Verraten sei aber schon, dass an diesem Tag strahlend schönes Wetter herrschte!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.



Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #4

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Von Gibswil nach Rapperswil

Weiter ging es auf dem Schwabenweg, einem Teil des Schweizer Jakobswegs, der von Konstanz nach Einsiedeln führt. Ich war nun drei Tage gepilgert und fühlte mich immer noch gut, auch wenn ich nicht so fit war, wie ich es mir gewünscht hätte.

Die 4. Etappe war bei geringen Höhenunterschieden sicher gemütlicher als die Strecke vom Vortag mit dem Auf- und Abstieg auf das Hörnli (s. hier) . Eigentlich hatte ich in Rapperswil übernachten wollen, aber wegen des an diesem Wochenende stattfindenden „Ironman 2021“ hatte ich kein Quartier bekommen. Daher hatte ich beschlossen, nach der Wanderung mit dem Zug nach Einsiedeln zu fahren, um dort zweimal zu übernachten. Am nächsten Tag würde ich nach Rapperswil zurückkehren und von dort die Etappe nach Einsiedeln angehen.

Morgens brach ich von Gibswil auf. Es war stark bewölkt. Um 16 Uhr war Starkregen vorausgesagt, so dass ich bis ich mich etwas beeilen wollte. Auch Rapperswil wollte ich mir möglichst noch im Trockenen anschauen.

Kurz nach Beginn meiner Wanderung riss es auf und der beste Bergblick des Tages ergab sich.

Ich befand mich nun auf der historischen Route des Jakobswegs. Seit fast 1000 Jahren ziehen hier Pilger entlang. Nach einem kleinen Aufstieg sah ich in Ried die 18. Jahrhundert erbaute Pilgerherberge “Zum weißen Kreuz”. Und oberhalb des Örtchens Wald ging der Pilgerweg an der ehemaligen Herberge “Dändler” vorbei.

Der Jakobsweg führte dann leicht an- und absteigend auf einem kaum befahrenen Sträßchen weiter. Dieses war vor kurzem frisch geteert worden, so dass es leider ziemlich stank. Ich durchquerte eine Wiesenlandschaft mit einigen kleineren Waldstücken. Immer wieder hatte ich traumhafte Weitblicke, wie sonst nur auf einem Panoramahöhenweg. Schöner wäre es allerdings bei klarer Sicht gewesen!

Panoramabild bitte anklicken!

Durch mehrere Dörfchen mit wunderbar restaurierten alten Bauernhäusern zog ich weiter. So schön die Gegend auch war, es gab über weite Strecken keinerlei Sitzgelegenheit, keine Bank, nicht einmal einen Holzstoß. Meine Trink- und Stretchingpausen verbrachte ich stehend.

Der Weg führte schließlich steil abwärts hinab zum Fluß Jona, aber über Stufen und mit einem Geländer gesichert. Hinter der Brücke musste ich natürlich wieder hinauf steigen und fühlte mich nach zweieinhalb Stunden Wandern mit dem Rucksack schon ziemlich matt. Hinter dem Ort Weier führte der Weg in den Wald. Und dann sah ich sie, eine schöne große Bank! Aber dort hatte es sich schon eine Wandergruppe bequem gemacht. Wegen Corona traute ich mich nicht, die Leute zu fragen, ob sie ein bisschen zusammenrücken können.

In diesem Moment überholte mich eine junge Frau mit einem Tagesrucksack. „Das war die einzige Bank in zehn Kilometern!“ sprach ich sie an. Wir kamen ins Gespräch und liefen ein Stück gemeinsam durch den Wald. Sie hatte einige Jahre in der Schweiz gearbeitet und wohnte nun in München. Zur Zeit war sie in der Alpenrepublik zu Besuch. Von ihren Wanderausflügen kannte sie schon einige Teile der Via Jacobi und war, wie ich auch, schon über den Münchner Jakobsweg nach Lindau gepilgert. Ich wandere sehr gerne alleine, hänge meinen Gedanken nach, fluche laut wenn mir danach ist, und möchte in meinem eigenen, eher langsamen, Tempo, laufen. Aber ein Stück mit einer Begleitung zu pilgern, mit der ich mich über Caminoerlebnisse austauschen kann, habe sehr genossen.

Wie ihr wahrscheinlich schon wisst, trinke ich sehr gerne Kaffee. Gerade hatte ich mich bei meiner Gesprächspartnerin darüber beklagt, dass es in den Schweizer Dörfern am Jakobsweg nur selten Cafés gibt (was auch auf Münchner Jakobsweg zutrifft!) und schon standen wir vor dem „Pilgerstübli“, einem kleinen Hofladen am Wegesrand. Auf einer handgeschriebenen Tafel wurden u.a. Kaffee und Most angeboten. Danke, Heiliger Jakob ! Meine Begleiterin ging weiter, während ich mich an den Tisch auf der gemütlichen kleinen Terrasse setzte. Bei der Bauersfrau bestellte ich Kaffee und frischen Apfelmost. Beides war sehr gut und ein Stück selbstgebackenen Schokoladenkuchen gab mir die nette Frau gratis dazu.

Kurz danach kam der Bauer. Er setzte sich zu mir und wir unterhielten uns sehr nett. Vor Jahren war er auf dem Jakobsweg bis Fribourg gepilgert. Außerdem erzählte er mir, dass manche Pilger in einer Etappe von Fischingen nach Rapperswil wanderten, eine Strecke von 32 km. Bei 30 Grad im Hochsommer kämen sie oft sehr erschöpft im „Pilgerstübli“ an und pausierten dort, um sich für die letzten fünf Kilometer zu stärken. Zwischendurch traf noch eine Nachbarin ein, die frische Milch kaufte. Von dem kurzen Gespräch auf Schweizerdeutsch habe ich allerdings nur wenig mitbekommen. Gut erholt und gestärkt verabschiedete ich mich schließlich.

Die restliche Strecke nach Rapperswil verlief durch den Stadtwald und alle paar hundert Meter gab es Bänke und Rastplätze ! Durch das Stadtgebiet ging es ziemlich lange, aber immer gut ausgeschildert weiter. Schließlich erreichte ich die auf einer Halbinsel im Zürichsee gelegene Altstadt .

Fazit:
16,3 km, 5 Stunden ohne Pausen, 120 Hm bergauf und 460 Hm bergab.
Leichte, mittellange Etappe. Der einzige steile Absteig ist durch Treppen und Geländer gesichert. Wunderbare Fernblicke in die Alpen (wenn das Wetter es erlaubt!). Ein Großteil des Weges verläuft über verkehrsarme Sträßchen. Einige Waldstücke, aber bei sonnigem Wetter bietet die Strecke nur wenig Schatten.

Den historischen Ortskern von Rapperswil schaute ich mir kurz an. In der Kirche St. Johann aus der Mitte des 13. Jahrhunderts (nach einem Brand im 19. Jahrhundert neugotisch ausgestattet) holte ich mir den Pilgerstempel und auf dem Schlosshügel besichtigte ich die Liebfrauenkapelle (ursprünglich ein Beinhaus, das um 1250 n. Chr erbaut wurde). Am meisten bewunderte ich die wunderschöne Aussicht auf den Zürichsee und das Umland. Aber schon zogen ganz dunkle Wolken heran …

Panoramafoto bitte anklicken!

Eine Treppe führte direkt hinunter zum Hauptplatz mit dem Rathaus aus dem 15. Jahrhundert.

Von dort eilte ich zum Bahnhof. Der Himmel hatte sich tiefdunkel verfärbt und ein kalter Wind wehte. Als mein Zug nach Einsiedeln Rapperswil verließ, kam der angekündigte Starkregen. Den Zürich See konnte ich kaum erkennen, als wir ihn überquerten. Während der kurzen Fahrt von rund 20 Km überwand der Zug knapp 500 Höhenmeter. Nun schwante mir, dass die nächste Etappe von Rapperswil nach Einsiedeln kein Spaziergang werden würde …

Als ich durch den Regen zu meiner Unterkunft in der Nähe des Klosters Einsiedeln ging, entdeckte ich mehrere Cafés. Ratet mal, was ich bald nach dem Einchecken in Einsiedeln unternommen habe.

Wenn ihr wissen wollte, was ich an diesem Abend noch erlebt habe, dann schaut doch mal hier.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr..

Drei/Three

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Mit seiner 26. (!) wöchentlichen Fotochallenge hat Roland in seinem Blog „Royusch -Unterwegs“ das Thema „Drei“ aufgerufen. Gepostet werden darf wie immer nur ein Foto.

Wieder beteilige ich mich gerne und danke Roland für die neue Challenge.

Diesen Wegweiser der drei Ziele angibt, habe ich kürzlich auf dem Jakobsweg in der Schweiz fotografiert, während ich in Richtung Rapperswil und Santiago ging. Ich befand mich schon in der Nähe von Rapperswil, aber nach Santiago waren es noch mehr als 2000 Kilometer ! Bin gespannt, ob ich es dahin noch schaffe …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #2

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Von Märstetten nach Fischingen

Wenn es auf meiner Pilgerwanderung in der Schweiz eine Chaos-Etappe gab, dann handelte es sich um diejenige am zweiten Tag. Nachdem ich am Vortag mit pausenlosem Regen (siehe hier) zu kämpfen hatte, sollte ich nun Schwierigkeiten anderer Art begegnen.

Zunächst servierte die Bäuerin in meiner Unterkunft ein opulentes Frühstück. Dazu durfte ich mir beliebig viel Kaffee in einer Kapselmaschine zubereiten. Dementsprechend gut gestärkt begab ich mich schon um 8:30 Uhr auf die lange Etappe nach Fischingen. Ein bisschen fürchtete ich mich vor dieser Strecke, die bei maßvollen Höhendifferenzen immerhin fast 27 km betragen würde. Notfalls wollte ich, was in der Schweiz praktisch überall möglich ist, die restliche Strecke mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen.

Als Erstes galt es, zurück zum Jakobsweg zu finden, den ich am Vortag verlassen hatte, um in Märstetten zu übernachten. In der Kirche hoffte ich einen weiteren Pilgerstempel zu erhalten. Das Gotteshaus hatte aber leider geschlossen. Ich spazierte durch den Ort, fotografierte noch ein historisches Fachwerkhaus und verpasste so die Abzweigung zum Bahnhof, den mir meine Gastgeberin beschrieben hatte. Möglicherweise hatte ich auch die Schweizerdeutsch sprechende Bauersfrau nicht richtig verstanden. So kam es, dass ich einen ersten Umweg rund um den Ort von ca. einem Kilometer zurücklegte.

Kurz vor dem Bahnhof sprach mich ein Mann an, der meine Jakobsmuschel am Rucksack gesehen hatte und mir erzählte, dass er schon lange auf den Camino gehen wollte. Er kam aus Sachsen, arbeitete aber schon viele Jahre als Küchenbauer in der Schweiz. Wir unterhielten uns ein bisschen über den Camino, aber dann wollte er recht genau wissen, wo ich wann hingehe und ob ich alleine wandere. Vorsichtig wie ich bin, verabschiedete ich mich schnell und ging weiter.

Danach hatte ich kein Problem, den Jakobsweg wieder zu entdecken, der allerdings als asphaltierter Fuß- und Radweg an der Straße entlang bis zum nächsten Ort Amlikon führte. Das recht trübe Wetter hellte sich nun zunehmend auf, erste Wolkenlöcher waren zu sehen. Am Nachmittag sollte es aber wieder regnen, so dass ich mich möglichst beeilen wollte.

Am Ortseingang von Amlikon bog der Jakobsweg nach Hünikon ab. Es ging durch ein idyllisches kleines Tal mit schönen Bauernhöfen auf einer kaum befahrenen Straße.

Nach Hünikon folgten weitere kleine Weiler und Gehöfte mit sehr schönen Fachwerkhäusern. Der Camino führte nun auf Feldwegen durch eine landwirtschaftlich geprägte Gegend mit Feldern und Rinderherden.

Unterwegs sah ich viele Raubvögel, die zum Teil auf Bäumen saßen und aufflogen, wenn ich mich näherte. Die Vögel hatten einen Gabelschwanz und ich meine, dass es sich um Milane handelte. Leider schaffte ich es nicht, die Tiere abzulichten. Entweder reichte das Telezoom meiner kleinen Kamera nicht oder die Lichtverhältnisse waren schwierig. Oder beides …

In Maltbach zweigte der Camino wieder ab. Als Fußweg führte er an der stark befahrenen Hauptstraße Nr. 16 entlang, allerdings nur ein kurzes Stück bis zum nächsten Ort. Leider lag die Kapelle in Kaltenbrunnen, die vom Pilgerführer als „beachtenswertes und hübsches Kleinod“ bezeichnet wurde, direkt an dieser Straße und sie war wegen Corona geschlossen. Meine Pause, die ich dort geplant hatte, legte ich trotzdem auf einer Bank an der Kirchenmauer ein. Ich war seit mehr als zwei Stunden unterwegs und musste meinen Rucksack absetzen, um die Schultern zu entspannen. Der Verkehr an der Hauptstraße bestand aber auch aus Schwerlastern, die direkt an mir vorbei donnerten, so dass ich nach einer kurzen Trinkpause wieder aufbrach.

Kurt danach befand ich mich wieder alleine in einer Wald- und Wiesenlandschaft und erreichte dann Affeltrangen. Am Ortseingang erblickte ich eine AGIP-Tankstelle, was mich auf einen Shop mit Espressoangebot hoffen ließ. Es handelte sich aber um eine Dieseltankstelle, wo es nur Kraftstoffe und Autozubehör zu kaufen gab.

Am Ausgang des Ortes sah ich schön gestaltete Jakobswegsteine und folgte dann den Wegweisern nach Tobel. Das ging ja wie am Schnürchen ! Tatsächlich bewegte ich mich fast in dem Zeitrahmen, den das Pilgerbuch für die Strecke vorsah. Nun lief ich auf Feldwegen durch eine liebliche Bauernlandschaft, die von grünen Hügeln umrahmte wurde. Zwischen den Wolken lachte die Sonne. Auf der schattenlosen Strecke wurde mir langsam heiß.

Die Markierung der Jakobswege in der Schweiz ist ausgesprochen gut. An den wichtigsten Abzweigungen stehen große Schilder, welche die nächsten Ziele mit Wegzeiten anzeigen. Außerdem gab es auf meiner Strecke die weiße Vier auf grünem Grund mit blauer Umrandung und gelber Jakobsmuschel. Zusätzlich ist der Schwabenweg bis zum Hörnli (s. nächster Bericht) mit markanten weißen Pfosten ausgezeichnet. Dazwischen stehen an jeder Abzweigung kleine leuchtend gelbe Hinweisschilder mit stilisierten Wanderern. Manchmal sind auch separate blau-gelbe Muschelmarkierungen angebracht. Diese sind allerdings gelegentlich mit Vorsicht zu genießen. Das Camino-Wegzeichen, die strahlende Sonne, bedeutet, dass Santiago in Richtung der runden Sonnenscheibe liegt und nicht dass man nicht den Strahlen folgen soll. Es kommt vor, dass die stilisierte Sonne in die falsche Richtung zeigt. Das lässt sich allerdings leicht durchschauen. Wenn man richtig abgebogen ist, sieht man als Bestätigung bald ein gelbes Rautenzeichen, das für die Schweizer Wanderwege steht. Zu dieser sorgfältigen und gerade zu liebevollen Ausschilderung kann man den Schweizern nur gratulieren!

Auf dem Jakobsweg nach Fischingen gelang es mir trotzdem, mich zu verlaufen. Hinter Affeltrangen sah ich schon den nächsten Ort auf einer Anhöhe. „Prima, das ist schon Tobel,“ dachte ich, „bald habe ich die halbe Strecke geschafft“. Zu meinem großen Erstaunen wies ein Wanderweg-Schild (das mit dem Wanderer, ohne weitere Angaben) kurz darauf scharf nach rechts. Zweifelnd folgte ich der Beschilderung. Der Weg führte nun immer weiter weg von „Tobel“ und als an der nächsten Kreuzung kein Schild stand, beherzigte ich nicht die oberste Wanderregel: „Wo kein Schild steht, geht es weiter geradeaus.“, sondern bog nach links in die meiner Meinung nach richtige Richtung ab. Gerne hätte ich mich bei Google Maps rückversichert, aber wie berichtet, funktionierte meine Schweizer SimCard leider nicht.

Danach kamen lange Zeit keine Schilder und mir schwante, dass ich mich verlaufen hatte. Auf einem Hof fragte ich einen Mann, der im Garten mit seinem Hund spielte, wo ich mich befand. Es stellte sich heraus, dass es nicht weit von Lommis war. Im Pilgerbuch war zwar ein Abstecher zur Jakobskirche nach Lommis beschrieben, den hatte ich allerdings nicht gehen wollen, die 27-Km- Etappe waren mir schon lang genug.

Nach Lommis ging es dann ziemlich bergauf. Kaum war die Sonne hinter einer dunkelen Wolke verschwunden, da begann es auch schon stark zu schütten. Fluchend holte ich meinen Schirm heraus und zog die Regenhülle über den Rucksack. So plötzlich wie der Regen gekommen, hörte er nach wenigen Minuten auf. Durch die dampfend schwüle Hitze ging ich weiter. Als ich in Lommis ankam, war die gesamte Gastronomie des kleinen Ortes geschlossen und die Straßen schienen menschenleer.

Nachdem ich die Kirche angeschaut hatte, wo es wenigstens einen schönen Pilgerstempel gab, folgte ich einem Hinweisschild auf dem „Grillshop“ stand. Leider stellte sich heraus, dass es sich um einen Shop für Grillzubehör ohne Bewirtung handelte. Inzwischen hatte ich beschlossen, nicht nach Tobel zurückzukehren, sondern auf einer kleinen Straße zu laufen, die direkt zum Ort St. Margarethen führte, wo ich wieder auf den Jakobsweg treffen würde. Vor dem Grillshop standen Einheimische, die ich mir nach meiner Nachfrage die nicht beschilderte Abzweigung zu der Nebenstraße beschrieben.

Nach einer Erholungs- und Snackpause auf einer Bank vor der geschlossenen Touristeninformation ging ich weiter. Die Straße führte zunächst steil bergauf aber dann angenehm hinunter durch einen schattigen Wald und vorbei an Weihnachtsbaumplantagen. Den häufig vorbeifahrenden Autos konnte ich gut auf dem Seitenstreifen ausweichen. St. Margarethen erreichte ich nach einer guten Stunde. Kurz hinter dem Ortsschild hörte ich es donnern und der Regen setzte wieder ein. Ich war nun soweit , dass ich vom Nachbarort Münchwilen mit Zug und Bus nach Fischingen fahren wollte.

An der Hauptstraße fragte ich eine Frau nach dem Bahnhof und nach einem Café. Gleich um die Ecke lag ein Restaurant. Ich betrat die kleine Außenterrasse, auf der schon eine fröhliche Männerunde vor den Gläsern saß. Die Bedienung, die bei den Gästen hockte, erhob sich seufzend, als ich eintrat. Normalerweise wäre ich sofort umgekehrt, aber ich brauchte sehr dringend eine Kaffeepause.

Als ich die Terrasse betrat, entschuldigte ich mich dafür, das ich vergessen hatte, meine Maske aufzusetzen und legte eine Strecke von vielleicht eineinhalb Metern zurück, bevor ich meinen Rucksack absetzte und mich auf einen freien Stuhl fallen ließ. „Macht nichts !“ antwortete ein älterer Mann, der eine extrem stinkende Zigarre qualmte, „In der Schweiz ist das mit der Maske nur in den feineren Restaurants ein Ding! Wir sitzen ja auch draußen.“

Auf der überdachten Terrasse vor meinem köstlich dampfenden Kaffee sitzend entdeckte ich Jakobswegschilder und die spätgotische Kapelle St. Margarethen. Während ich darauf wartete, dass es aufhörte zu regnen und meinen Kaffee genoss, plauderte ich mit den anderen Gästen, die sich als nette und hilfsbereite Menschen erwiesen und sich für meine Pilgerwanderung interessierten. Ein Mann versuchte sogar, meine SIM-Karte zu aktivieren, was leider nicht gelang. Wenn ich nicht vollständig geimpft gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht nicht wohl gefühlt, aber so verbrachte ich eine schöne Pause. Es stellte sich heraus, dass der Weg nach Fischingen noch mehr als zwei Stunden betrug. Der Zigarrenraucher riet mir, auf dem Jakobsweg eine halbe Stunde weiter zu laufen und dann nach Sirnach abzubiegen, um mit dem Bus direkt zum Kloster Fischingen zu fahren.

Nachdem ich mich verabschiedet hatte, besuchte ich die Kapelle, fand sie ausgesprochen schön, war aber so fertig, dass ich den Pilgerstempel vergaß.

Dann lief ich weiter auf dem Jakobsweg, der nun sehr idyllisch am rauschenden Flüsschen Murg entlang und durch eine Parklandschaft führte. Trotz des immer wieder einsetzenden Regens empfand ich dieses Stück als sehr erholsam.

Nach einigem Suchen fand ich die richtige Bushaltestelle in Sirnach und kam nach kurzer Zeit in Fischingen an. Im Kloster Fischingen checkte ich um 17:30 Uhr ein, neun Stunden nachdem ich aufgebrochen war.

Fazit:
21 km, ca. 7,5 Stunden ohne Pausen, auf meiner Route geringe Höhenunterschiede, auf dem „normalen“ Jakobsweg bis Fischingen 380 m im Aufstieg und 230 m im Abstieg, Weg oft schattenlos.

Der auf der von mir gegangenen Strecke nicht besonders abwechselungsreiche Weg war mir persönlich mit 27 km zu lang, evtl. verkürzen und die Strecke der nächsten Etappe hinzufügen.

Nach dem Abendessen im Kloster Fischingen schaute ich mir die prächtige Klosterkirche im Barock- und Rokokostil mit der Iddakappelle an. Den Abend ließ ich mit einem würzigen Klosterbier ausklingen und hoffte, dass der nächste Pilgertag weniger chaotisch verlaufen würde.

Heute war mein Bericht etwas länger als sonst, ich hoffe, er hat euch trotzdem gefallen. Über euer Feedback freue ich immer sehr.

Auf einem Schweizer Jakobsweg /On a Swiss Way of St. James

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… werde ich bald in Richtung Santiago weiterpilgern.

Gestern habe ich erstmals von unserem kürzlichen Urlaub in der Fränkischen Schweiz berichtet und nun soll es schon wieder auf Tour gehen? Man könnte meinen, ich sei verrückt geworden. Ehrlich gesagt, ich nehme mit, was ich bekommen kann in diesen verrückten Zeiten.

Vollständig geimpft bin ich, also kann es losgehen. Ob ich alles schaffe, was ich mir vorgenommen habe, weiß ich nicht. Einige Stempel für den Pilgerpass werde ich mir sicher verdienen und wenn es nicht mehr geht, nehme ich halt den Zug und fahre nach Hause.

Wie dem auch sei, es wird sicher Einiges zu berichten geben…

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Fotoprojekt „Wöchentliche Fotochallenge“/“Weekly Fotochallenge #08

Nun fordert Roland von Royusch-Unterwegs uns in seiner wöchentlichen Fotochallenge auf, Fotos zum Thema „leer“ zu posten. Wieder beteilige ich mich gerne und danke Roland für seinen unermüdlichen, tollen Einsatz.

Mariaberg bei Kempten, Allgäu, Bayern

Nein, das ist kein Bild von einem pandemiebedingt geschlossenen Wirtshausgarten ! Das Foto habe ich im Oktober 2019 bei Kempten im Allgäu aufgenommen, als ich im strömendem Regen mit dem Rucksack auf dem Jakobsweg pilgerte. Im Unterschied zu den gegenwärtigen Verhältnissen konnte ich aber dann in die gemütliche Wirtsstube eintreten und mich bei heißem Tee und Apfelkücherl erholen. Aber statt mich darüber zu freuen, wie ich es heutzutage tun würde, starrte ich nur mißmutig nach draußen und hoffte, dass es bald aufhören würde zu regnen. Was aber nicht der Fall war! Ziemlich durchnässt erreichte ich am Nachmittag meine Unterkunft auf dem Bauernhof. Dort wurde ich sehr freundlich und mit selbstgebackenem Apfelkuchen empfangen. In meinem warmen Bauernstubenzimmer konnte ich meine Klamotten trocknen und es mir gemütlich machen.

Schade, dass ich es damals nicht zu schätzen wußte, wie gut es mir trotz Dauerregens auf diesem Teil der Jakobswegs ging. Das soll mir nie wieder passieren ….

Über eurer Feedback freue ich mich immer sehr.

Pull up a seat Week 8

This for XingfulMama’s „Pull Up a Seat“ weekly photo challenge.

XingfulMama:
“As I get older I find myself more and more often looking for a place to perch when I am out and about. This might be a chair, a bench, a wall, a pew…maybe even a log or a rock. These spots can be artfully designed, quirky or very plain, sometimes they have a view, sometimes you meet someone else who needs a rest.”

My pictures show the backpack I was carrying on the Munich way of St. James from Munich to Lindau, Germany. Whenever I took a rest, the backpack went down first !

Nice company !
Relaxing in the shade on a hot day
Relaxing in the middle of nowhere
I made it ! Arrival in Lindau.

Which Way Photo Challenge: Münchner Jakobsweg

For the first time I participate in Alive and Trekking’s Which Way Photo Challenge. Hopefully it is okay to post several photos.

This topic suits me perfectly as I love trekking and taking photos of the scenery and the trail. Thank you San for this wonderful challenge.

Following are a few pictures of the Munich Way of Saint James from my pilgrimage from Munich to Lindau (290 km).