Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #14

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Von Riggisberg nach Schwarzenburg

An meinem vorletzten Tag auf dem Schweizer Jakobsweg stärkte ich mich zunächst mit einem sehr guten und reichhaltigen Frühstück in meiner Unterkunft im Schloss Riggisberg. Als ich mit einem Blick zurück auf das Schlossgebäude startete, hörte es auf zu regnen und die Sonne brach durch die Wolken. Als ich kurz danach die vielen Stufen zur Kirche von Riggisberg hinaufstieg, gefiel das meinem Knie überhaupt nicht. Oben angelangt eröffnete sich ein wunderschönes Landschaftspanorama mit Ausblicken auf die Berge. Nun wurde ich für die Wanderung am Vortag entschädigt, als das schlechte Wetter nur sehr kurze Fernblicke erlaubt hatte.

Danach ging es kurz knackig bergauf aber dann entspannter über den Weiler Mättiwill nach Rüeggisberg. Inzwischen war die Sonne hinter dunklen Wolken verschwunden. Im Dorf war nicht viel los. Ein offenes Gasthaus fand ich nicht. Schließlich kehrte ich im Dorfladen ein, wo man auch einen Imbiss einnehmen konnte. Ich entschied mich wieder für Cappuccino und Nussgipfeli. Dieses Gebäck ist zwar oft etwas trocken, schmeckt mir aber sehr gut und es gibt viel Kraft zum Wandern.

Nicht weit von der Kirche befinden sich die eindrucksvollen Mauerreste des ehemaligen Cluniazenserklosters aus dem 11. Jahrhundert. Als ich den Klosterhof betrat, begann es zu schütten. Und das Wetter sollte den ganzen Tag lang sehr wechselhaft bleiben. Mitgezählt habe ich nicht, aber ich schätze, dass es mindestens fünfmal Regen und genauso oft Sonnenschein gab.

Nach einem längeren aber nicht unangenehmen Abstieg an Viehweiden vorbei, erreichte ich das Naturschutzgebiet Schwarzwasser, wo ein ziemlich matschiger Weg am rauschenden Flüsschen entlang führte und mehrmals vor Erdrutschgefahr gewarnt wurde. Tatsächlich war an einigen Stellen der Hang von den darüberliegenden Steilwänden abgestürzt. Trotzdem gefiel es mir, dem schönen Uferweg ein Stück zu folgen.

Nach dieser idyllischen Stecke kam es wie es kommen musste, es ging wieder einmal aufwärts. Auch waren immer wieder Viehgatter zu öffnen. Einmal wurstelte ich mich mit dem Wanderstock in den feuchten Händen so ungeschickt durch das Tor, dass ich, obwohl ich einen Plastikgriff in der Hand hielt, einen leichten elektrischen Schlag bekam. Ich muss gestehen, dass dieses undramatische Ereignis dazu führte, dass es mir reichte mit dem Jakobsweg. Jeder kleine Aufstieg war mir zu viel, vom Bergabgehen ganz zu schweigen. Mein Knie schmerzte auch schon wieder. Was tat ich auf dem Camino? Für eine längere Pilgerwanderung war ich doch längst zu alt! Seufzend ging ich weiter, mitten im Nirgendwo im Regen und Nebel konnte ich nicht stehen bleiben. Aber ich würde mir gut überlegen, ob ich im nächsten Jahr noch einmal auf den Jakobsweg gehen würde. (Spoiler: Inzwischen sehe ich das anders …)

Danach führte der Weg über eine Hochebene an Feldern und kleinen Gehöften vorbei. Einmal setzte ich mich auf eine Bank an einem Hofladen, um mich auszuruhen. Es regnete zwar gerade nicht, aber es ging ein sehr kalter Wind, der mich bald wieder aufstehen ließ. Die Temperatur war inzwischen deutlich gefallen, in den einstelligen Bereich.

An der Bushaltestelle in Mamishaus zweigte der Camino von der Straße nach links aufwärts ab. Auf einen weiteren Anstieg legte ich gerade keinen Wert. In der Schweiz bleiben die Straßennamen gleich, wenn eine Straße in den nächsten Ort führt. Also musste mein Hotel an der Straße liegen, wo ich mich gerade befand. Es waren knapp zwei Kilometer und an der leicht abfallenden Straße mit breitem Randstreifen konnte ich gefahrlos entlang gehen. Nach kurzer Zeit erreichte ich Schwarzenburg, wo ich auf dem Bürgersteig gehend zu meiner Unterkunft gelangte. Für die Mühen des Tages entschädigte ich mich mit einem leckeren lauwarmen Schokoladenkuchen zum Cappuccino.

Fazit:
15 km,170 m Aufstieg, 150 m Abstieg, 4 Stunden reine Gehzeit
Eine mittellange an für sich unschwierige Etappe, kurzweilig und abwechselungsreich, sehenswert sind vor allem die Kirche aus dem 14. Jahrhundert in Riggisberg (toller Panoramablick vom Kirchenplateau) und die Klosterruine in Riggisberg. Trotzdem mein persönlicher Tiefpunkt auf dem Jakobsweg!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

My Year 2019 Review Mein Jahr 2019 Rückblick

Last year  I  travelled a lot. First of all, from mid-March to the end of May, I took a long-distance trip to Japan, South Korea and Taiwan. In each country I stayed for about three weeks. It was an individually planned and carried out trip on which I travelled alone.
Im vergangenen Jahr  bin ich sehr viel gereist. Zunächst habe ich von Mitte März bis Ende Mai eine Fernreise nach Japan, Südkorea und Taiwan unternommen. In jedem Land habe ich mich rund drei Wochen aufgehalten. Es handelte sich um eine individuell geplante und durchgeführte Tour, auf der ich alleine gereist bin. 

Japan had long been my dream destination. From Kyoto and Osaka I took the Shinkasen to Hiroshima and Fukuoka and then to Tokyo. I also visited Nara, Koyasan, Miyajima, Himeji and the Kawaguchiko Lakes near Fujisan. Besides the cherry blossom which I finally experienced, the trip gave me an incredibly diverse impression of the Japanese landscape and culture. Three weeks were not enough to get to know this fascinating country. I would like to return to Japan during the time of leaf colouring in autumn.

Japan war schon lange mein Traumreiseziel. Von Kyoto und Osaka fuhr ich mit dem Shinkasen nach Hiroshima und Fukuoka und dann nach Tokyo. Ich besuchte außerdem Nara, Koyasan, Miyajima, Himeji und die Kawaguchikoseen in der Nähe des Fujisan. Neben der Kirschblüte, die ich schließlich doch noch erlebte, bescherte mir die Reise unglaublich vielfältige Eindrücke der japanischen Landschaft und Kultur. Drei Wochen waren nicht genug um das faszinierende Land kennenzulernen. Zur Zeit der Laubfärbung im Herbst würde ich gerne nach Japan zurückkehren.

In April  I travelled through South Korea and visited Seoul, Gangneung, Gyeongju, Busan and Jeju Island. In the country I saw beautiful landscapes and marvellous temples. The development of culture and modern society in South Korea I found very interesting.

Durch Südkorea reiste ich im April und besuchte Seoul, Gangneung, Gyeongju, Busan und die Insel Jeju. Im Reiseland bekam ich herrliche Landschaften und wunderbare Tempel zu sehen. Sehr interessant fand ich die moderne Entwicklung von Kultur und Gesellschaft in Südkorea.

Finally, I spent three weeks in hospitable Taiwan with spectacular landscapes and colorful temples. I stayed in Taipei, Juifen, the Taroko Gorge and the Kenting National Park, Kaoshiung, Tainan and at Sun-Moon-Lake. The Yunsan National Park I could not visit due to bad weather. Maybe next time…

Schließlich verbrachte ich drei Wochen im gastfreundlichen Taiwan mit spektakulären Landschaften und farbenfrohen Tempeln. Ich hielt mich in Taipeh, Juifen, der Taroko Schlucht und dem Kenting Nationalpark, Kaoshiung, Tainan und am Sonne-Mond-See auf. Den Yunsan Nationalpark konnte ich wegen schlechten Wetters nicht besuchen. Vielleicht beim nächsten Mal …

In July I spent some days in summery London.
Im Juli verbrachte ich einige Tage im hochsommerlichen London.

Between June and October I hiked in several stages on the Munich Way of St. James from Munich to Lindau. My first Way of St. James, which will not be my last !

In mehreren Etappen wanderte ich zwischen Juni und Oktober auf dem Münchner Jakobsweg von München nach Lindau. Mein erster Jakobsweg, der nicht mein letzter sein wird !

In September we hiked five days on the Malerweg with countless steps through the fantastic landscape of the Elbe Sandstone Mountains. Afterwards we visited Český Krumlov in Bohemia.

Fünf Tage wanderten wir im September auf dem Malerweg mit unzähligen Stufen durch die fantastische Landschaft des Elbsandsteingebirges. Im Anschluss besichtigten wir Český Krumlov in Böhmen.

In November/December I learned Spanish in Lanzarote, looked at the unique landscape and undertook several hikes.
Im November/Dezember lernte ich Spanisch auf Lanzarote, schaute mir die einzigartige Landschaft an und unternahm mehrere Wanderungen.

2019 was an incredible year of travel for me. I do not yet know what will happen in 2020. But as Monaco Franze (in a TV series from Munich from the 80’s) said: “ A bissel was geht immer („A little something is always possible“) ! I will make sure of that.

2019 war ein unglaubliches Reisejahr für mich.  Wie es 2020 weitergeht, weiß ich noch nicht. Aber wie schon Monaco Franze (in der Fernsehserie aus München aus den 80er Jahren) sagte : “ A bissel was geht immer!“ Dafür werde ich sorgen.

Looking  forward to your comments and likes.
Auf eure Kommentare und Likes freue ich mich.

Meine Reise durch Ostasien im Frühjahr 2019

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Einführung

Von Mitte März bis Ende Mai war ich in Japan, Südkorea und Taiwan unterwegs. Meine Erlebnisse könnt ihr in 16 Beiträgen nachlesen. Meistens habe ich am Ende des Berichts ein Fazit gezogen.

Wie sehe ich das nun, wenn ich die gesamte Reise betrachte ?

Meine Tour dauerte neun Wochen. Drei Wochen verbrachte ich in jedem Land. Mir war von vornherein klar gewesen, dass ich nicht viel Zeit in Japan hatte, wo es unendlich viel zu erleben und zu sehen gibt. In Südkorea und Taiwan hielt mich dagegen länger auf als die meisten Reisenden. Ziel war ein entspannteres Reisen.

Beeindruckendes

Die Länge der Reise bot mir eine außergewöhnliche Chance viel zu besichtigten und zumindest ansatzweise etwas über die Kultur des Reiselandes zu erfahren. Zusammenzufassen, was mich in den Ländern besonders beeindruckt hat, ist fast unmöglich.

In Japan fand ich alle besuchten Orte und deren Sehenswürdigkeiten so toll, dass ich nicht sagen kann, was mir am besten gefallen hat.
Es war mir vergönnt, die zauberhafte Kirschblüte (Sakura) mit den entzückten Einheimischen, auch beim Hanami Picknick, zu sehen Kirschblüte in Hiroshima und Fukuoka im März 2019 Japanreise im April 2019

Bei meinem Aufenthalt an den Fuji Seen hatte ich unglaubliches Glück mit dem Wetter. Der Fuji hüllt sich oft in Wolken. Die majestästische Schönheit des Berges durfte ich drei Tage lang bewundern. Auch Ansichten jenseits der Postkartenidylle konnten meine Faszination nicht trüben.

Darüber hinaus habe ich die Freundlichkeit und höfliche Rücksichtnahme der Japaner sehr geschätzt und das überaus ästhetische Design in vielerlei Hinsicht, z.B. in den Tempelgärten, beim Geschirr und der Anrichtung von Speisen.
Unglaublich durchdacht, ja geradezu liebevoll, ist auch die Organisation für die Reisenden, die genauen Beschilderungen auf den Bahnhöfen (auf dem Boden sind die Waggonnummern der Züge aufgemalt und diese halten, auf die Minute pünktlich, genau dort) und im Zug (an jedem Sitz ist die Lage der nächsten Toilette, des Mülleimers etc. verzeichnet), das immer gegenwärtige Servicepersonal, das z.B. auf dem Weg nach Koyasan an der Bergstation der Zahnradbahn steht und jeden Touristen anspricht, um ihm die passende Bushaltestelle zu zeigen. Es ist kaum möglich, sich zu verlaufen und wenn es doch einmal passiert, dann gibt es immer jemanden der bereitwillig hilft. Als ich vom Flughafen Narita nach Seoul fliegen wollte, war die Metroverbindung wegen einer technischen Störung unterbrochen. Mehrere Einheimische,  alle ohne Englischkenntnisse, halfen mir den alternativen Weg zu finden, der ein mehrfaches Umsteigen mit Richtungsänderungen erforderte, indem sie mich nacheinander ein Stück begleiteten.

Nach Japan möchte ich auf jeden Fall noch einmal reisen, am liebsten während der Laubfärbung im Herbst.

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Korea beeindruckte mich mit wunderbaren Landschaften und prächtigen Tempeln. Auf den sorgfältig angelegten Wanderwegen, wo es sogar mit Jute verkleidete Felsen gab, konnte ich oft beides zusammen genießen. Die Wege führten häufig an idyllisch gelegenen Tempeln vorbei. Beim Wandern habe ich sehr sportliche und oft ältere Koreaner getroffen, die mir außerdem sehr freundlich begegneten, mir Süßigkeiten und Energydrinks schenkten Wandern in Südkorea. Zu entdecken gab es auch die spannende Silla Kultur, die ich vor meiner Reise nicht kannte, mit Zeugnissen vom 1. bis zum 7.  Jahrhundert in der ehemaligen Hauptstadt Gyeongju Gyeongju: ein „Museum ohne Mauern“ in Südkorea

Wenn ich noch einmal nach Südkorea komme, würde ich mich gerne näher mit der innovativen und kreativen modernen Architektur und Kunst befassen. Auch das Nebeneinander von Tradition und Moderne könnte durchaus spannend sein.

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Im Gamcheon Cultural Village Busan

Taiwan hat mir wegen der traumhaften Landschaften, u.a. in der Tarokoschlucht und im Kenting Nationalpark sehr gut gefallen. Bei besserem Wetter hätte ich außerdem in den Alishan Forest Recreation fahren können, was wegen einer Straßensperrung nicht möglich war Taiwan, die Zweite.
Dort muss es magisch schön sein. Sollte ich noch einmal in die Gegend kommen, hole ich den Besuch nach.
Ganz wunderbar fand ich die reizenden Taiwaner, die mir z.T. schon zu Hilfe eilten, wenn ich noch nicht einmal darum gebeten hatte.
Auch für die farbenfrohen Tempel in Taiwan konnte ich mich noch einmal begeistern, obwohl ich in Japan und Korea schon so viele besucht hatte.

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Nachdenkliches

Allerdings wurde es mir oft zu viel. Es waren einfach zu viele Eindrücke zu verarbeiten. Zwischen den Besichtigungen hatten ich vor allem in Korea längere Wanderungen geplant, was so nicht möglich war Meine andere Südkoreareise
In Taiwan verhinderte oft die Regenzeit mit  sturzbachartigen Niederschlägen längere Aufhalte in der Natur Taiwan, die Zweite

So lange war ich seit vielen Jahren nicht mehr unterwegs gewesen. Als Reisepartnerin bin ich ziemlich ungeeignet, weil ich oft spontan meine Pläne ändere, noch einen Umweg gehe, etwas anderes weglasse oder verschiebe. Viele Reisen hatte ich daher schon alleine zurückgelegt und das auch meistens sehr genossen.
In Ostasien gab es wenig Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme. Viele Asiaten bleiben gerne unter sich und sind in Gruppen unterwegs. Auch traf ich sehr selten auf alleinereisende Frauen. Vor allem in Korea aber auch in Taiwan gab es auch nur wenige westliche Touristen.
In den zweieinhalb Wochen zwischen dem Besuch des Bulguksa Tempels in Korea und der Taroko Schlucht in Taiwan begegnete ich keinem einzigen Deutschen. Ich begann meine Landsleute regelrecht  zu vermissen …  Im Taroko Nationalpark quatschte ich deutschsprachige Reisende an, um mich wieder einmal in meiner Muttersprache über Reiseeindrücke austauschen zu können.
Oft habe ich in Hotels übernachtet, aber auch in Hostels und in Guesthouses war die Atmosphäre nicht kommunikativer. Gemeinsame Aufenthaltsräume wurden nicht  genutzt.
Kurzum, ich fühlte mich oft ziemlich einsam. Gut, dass es WhatsApp gibt und die Möglichkeit kostenlos nach Hause zu telefonieren!
Was das für künftige Reisen bedeutet, überlege ich noch. Zu Beginn einer Süd- oder Mittelamerikareise könnte ich einen Sprachkurs buchen (endlich richtig Spanisch lernen!) und mich erst einmal im Land akklimatisieren. Gruppenreisen mag ich nicht, aber zwischendurch einen Reisebaustein zu buchen, wäre eine Option .

Fazit:

Eine faszinierende Reise mit sehr vielfältigen Eindrücken, viel gelernt über die durchaus unterschiedlichen Kulturen in Ostasien, verlief zum Teil anders als erwartet, habe mich selber noch besser kennenlernt, viel Stoff zum Nachdenken und nachhaltiges Interesse an den besuchten Ländern gewonnen.

Wart ihr schon in Ostasien unterwegs und wie hat es euch gefallen ? Wie waren eure Erfahrungen mit dem Alleinreisen ?

Über eure Likes und Kommentare freue ich mich immer sehr.

 

Gyeongju: ein „Museum ohne Mauern“ in Südkorea

Einführung

Gyeongju ist eine Stadt im Südosten Südkoreas. Es war die Hauptstadt des Vereinigten Sillareichs, das fast ganz Korea umfasste. Das Königreich entstand zum Beginn des 1. Jahrhunderts und beherrschte den größten Teil der Koreanischen Halbinsel vom 7.  bis zum 9. Jahrhundert. Heute kann man noch ist eine große Anzahl historischer Stätten aus dieser Zeit zu besichtigen. In vielen Reiseführern wird Gyeongju daher als „Museum ohne Mauern“ bezeichnet.

Gyeongju habe ich Ostern 2019 besucht. Obwohl fast 30 % der Koreaner christlichen Glaubens sind, gab es keine Hinweise auf die Feiertage, keine Osterdekorationen, Verkauf von Schokoladenprodukten etc. Gut, dass ich einen  Schokoladenhasen von zu Hause mitgebracht hatte!  Das arme Tier fiel mir allerdings am Ostersonntag zum Opfer Osterhase in Korea .

Tumuli und ein Obbservatorium

Im Stadtgebiet von Gyeongju, zum Teil ganz in der Nähe des Busbahnhofs,  befinden sich mehere Tumuli Zonen. Es handelt sich um Gruppen von Königsgräbern aus der Silla Periode in grasbewachsenen Hügeln, die bis zu 15 m hoch sind. Die größte Gruppe Daereungwon enthält 23 Gräber. Das Grab Cheonmachong kann man sogar von Innen besichtigen und neben den prächtigen Fundstücken (Repliken) sieht man wie über den Gräbern erst Steinhügel und dann Erdmassen aufgeschichtet wurden. Während Daereungwon innerhalb einer Mauer liegt und einen geringen Eintritt (ca. 2,5 Euro) kostet, befinden sich im Stadtbereich von Gyeongju weitere öffentlich zugängliche Gruppen von Hügelgräbern, die zum Teil sehr pittoresk vor der herrlichen Berglandschaft in der Umgebung liegen.

Sehr interessant fand ich auch die Cheomseongdae Sternwarte, das älteste erhaltene Observatorium in Ostasien, das während der Silla Zeit im 7.Jahrhundert erbaut wurde. Es soll der Beobachtung der Sterne gedient haben und zu Wettervorhersagen. Zum Teil wird angenommen, dass der nur von außen über eine Leiter zugängliche Turm eher rituellen oder astrologischen Zwecken gedient haben könnte.

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Auf dem Weg zum Nationalmuseum von Gyeongju  spazierte ich über die prächtige  Woljeonggyo Brücke (Vorgängerbau aus dem 8.Jahrhundert).

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Im  ohne Eintritt zugänglichen Nationalmuseum in Gyeongju bestaunte ich die zahlreichen wunderbaren Fundstücken aus der Silla Zeit. Bei einzelnen Stücken  handelte es sich wohl um Repliken, da ich diese schon im Koreanischen Nationalmuseum in Seoul bewundert hatte.
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Bulguksa Tempel, Seokguram und Golgulsa Tempel

Am Ostersonntag fuhr ich mit dem Bus in ca. 40 Minuten zum Bulguksa Tempel. Es handelt sich um einen rekonstruierten Tempel aus der Silla Zeit (8. Jahrhundert) , der auf mehreren Steinterrassen errichtet wurde. Diese sind zum Teil im Original erhalten. Die Tempelanlage mit über 20 Gebäuden ist wunderschön in die Landschaft eingebettet und liegt in einem dichten Wald.

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Am Bulguksa war buchstäblich die Hölle los. Viele Besucher waren gekommen, um vor den vielen Altären zu beten. Mit Ostern konnte das in einem buddhistischen Tempel wohl nichts zu tun haben … Alle Zufahrten waren, kurz nachdem ich angekommen war, mit PKWs verstopft.

Nach der Besichtigung des Tempels fuhr ich mit dem Bus zur Seokguram Grotte, die auf einem Berg auf 740 m Höhe über dem Bulguksa in einer herrlichen Berglandschaft liegt (Fußweg ca. 45 Minuten). Vom Parkplatz bis zur Grotte ging es noch einmal bergauf. Trotzdem war es ein herrlicher Spaziergang durch den frühlingshaften Laubwald. Von oben genoß ich die  großartige Sicht über die Landschaft, die an klaren Tagen bis zum Japanischen Meer reichen soll.
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Die Seokguram Grotte war einer der Gründe gewesen, warum es mich nach Gyeongju verschlagen hatte. Es handelt sich um eine künstliche angelegte Felsenhöhle aus dem 8. Jahrhundert, in dem sich eine fein ausgearbeitete Buddhastatue aus Granit befindet. Sie ist 3,2 m hoch und sitzt im Lotussitz auf einem  steinernen Podest. Im koreanischen Nationalmuseum in Seoul hatte ich in einer  Animation gesehen, wie die einzelnen Steinblöcke kuppelartig über der Statue aufgeschichtet wurden. Diesen Ort musste ich sehen ! Leider befindet sich aus konservatorischen Gründen inzwischen eine Holzkonstruktion mit raumhohen Glaswänden vor der Rotunde, so dass man die wunderschöne Statue nicht richtig sehen kann. Außerdem gilt ein allgemeines Fotografierverbot in der Grotte. So konnte ich leider nur den Eingang zur Grotte ablichten.

Um zu meinem letzten Ziel, dem Golgulsa Felsentempel, zu kommen, musste ich mit dem Bus fahren und zwei Mal umsteigen, was normalerweise kein Problem gewesen wäre. Allerdings standen wir in der Nähe des Bulguksa Tempels sehr lange mit dem vollbesetzten Bus im Stau. Zum Golgulsa wollte ich hauptsächlich,  um die Summodo Kampfkunstvorführungen der Mönche um 15 Uhr zu erleben. Leider schaffte ich es nicht rechtzeitig. Die Vorführung, die ca. eine Stunde dauert, war gerade zu Ende, als ich dort ankam. Interessant war, dass unter den mir entgegenkommenden Besuchergruppen sehr viele  Leute deutsch sprachen. Sie trugen eine Art Judobekleidung und unterhielten sich angeregt. Als ich eine Gruppe ansprach, erzählten sie mir,  dass sie sich auf einem Temple Stay im Golgulsa Tempel befanden und dass sie  gerade Taekwondo hatten vorführen dürfen, bevor die Mönche Summodo präsentierten. Schade, dass ich die berühmte und gut besuchte Vorführung verpasst hatte!

Wenigstens stieg  ich, schon leicht erschöpft , die steilen Treppen zum Felsenbuddha hinauf. Das überlebensgroße Buddharelief auf der Spitzr einer steilen Klippe wurde im 9. Jahrhundert errichtet.

Als ich zum Ausgang ging, konnte ich noch einige interessante Statuen bestaunen, daunter auch einen Summodo Kämpfer.

Fazit:

In Gyeongju befindet man sich inmitten zahlreicher historischer Sehenswürdigkeiten. Die koreanische Geschichte der frühen Neuzeit wird lebendig. Ich war 2,5 Tage dort. Wenn man individuell und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sollte man drei oder vier Tage bleiben, da die Sehenswürdigkeiten zum Teil weit auseinander liegen. Auch wäre ich gerne noch gewandert. Der Weg auf den Namsan soll großartig sein. Wenn man nicht viel Zeit hat, sollte man sich evtl. einer organisierten Tour anschließen.

Mein Aufenthalt in Gyeongju gehörte zu den schönsten Erlebnissen meiner Südkorea Reise.

Wart Ihr schon einmal in der Region ? Und wo hat es euch am besten gefallen?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

Essen in Südkorea oder wie esse ich mit glatten Metallstäbchen Nudelsuppe?

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Einführung

Koreanische Gerichte habe ich als Einzelreisende nach dem Trial and Error Prinzip gegessen. Oft wusste ich nicht genau, was ich bestellte. Das unterschied mich von Reisenden, die z.B. mit einer Gruppe essen gehen und sich bei der Bestellung beraten lassen können.

Erster Eindruck der koreanischen Küche

Auf dem Flug von Tokio nach Seoul bekam ich meine erste koreanische Mahlzeit. Auf dem zweistündigen Flug mit Korean Air gab es tatsächlich ein warmes Mittagessen! Ich bestellte Rind und erhielt ein appetitlich aussehendes Ragout. Aber dann: nach den ersten Bissen konnte ich nicht weiteressen. Während Flugzeugessen normalerweise  schwach gewürzt serviert wird, war dieses Gericht brennend scharf. Neugierig schaute ich mich um, aber die asiatischen Mitreisenden aßen völlig ungerührt weiter.

Die südkoreanische Küche weist einen hohen Anteil von rohen Speisen auf: Fisch, Fleisch und sogar Meeresfrüchte. Am Eingang der Restaurants stehen oft Aquarien, die dicht an dicht bevölkert sind und in denen man sich ein Tier aussuchen kann, das frisch zubereitet wird. Gehört habe ich, dass es in Südkorea besonders geschätzt wird, wenn die Tentakel des rohen Oktopus beim Servieren noch zucken. Gesehen habe ich eine solches Gericht nie, aber um die Restaurants mit den Aquarien habe ich auch einen Bogen gemacht.

Essen im Restaurant

Wenn die koreanische Küche beschrieben wird, ist immer von Kimchi die Rede, dem fermentierten mit Knoblauch und Chili gewürzten Weißkohl. Richtig ist, dass es Kimchi, der in jedem Restaurant anders schmeckt, zu jedem Essen gibt, aber meistens als eine der Beilagen, die zu den Gerichten serviert werden. Auf dem Foto sieht man Kimchi hinten in der Mitte.DSC_1055

In Südkorea besitzt Essen und Essen gehen einen sehr hohen Stellenwert. Wie in Japan gibt es zahlreiche Viertel mit vielen nebeneinander liegenden Restaurants, die sehr gut besucht sind.
Am Eingang befindet sich eine Theke, an der man bestellt. Da ich kein Hangeul lesen kann und in der Regel keine englischen Speisekarten aushingen, fragte ich dort, was es gab. Zum Teil wurden dann englische „Menus“ herausgezogen oder es gab Fotos, auf denen mehr oder minder viel zu erkennen war. Nach kurzem Aufenthalt im Land hatte ich festgestellt, dass koreanisches Essen äußerst scharf gewürzt sein kann. Auch wollte ich keinen rohen Fisch oder Fleisch essen. Wenn ich mir ein Gericht ausgesucht hatte, fragte ich daher immer noch „not spicy ?“ und „not raw ?“. Ersteres wurde entweder verstanden oder ich konnte es durch Zeichensprache vermitteln.  Letzteres war schwieriger, aber letztendlich bekam ich nie rohes Fleisch oder ungekochten Fisch serviert. Einmal kam tatsächlich eine Pfanne mit rohen Zutaten, mehreren Gemüsesorten, Tintenfisch und Shrimps. Es handelte sich aber um eines der vielen Restaurants, in denen am Tisch gekocht wird. In die Tischplatte war eine Kochstelle eingelassen und eine Kellnerin kam mehrmals zum Umrühren vorbei. Nie habe ich frischeren Oktopus gegessen und die Shrimps waren butterzart: ein sehr leckeres Essen, wäre da nicht die höllisch scharfe Chilisauce gewesen, in der das Gericht gekocht worden war.

Nach der Bestellung an der Theke wird man zu einem Tisch gebracht und erhält kostenloses gefiltertes Wasser, Mineralwasser oder Tee.  Das Essen wird meist recht schnell serviert. Zum Zahlen geht man wieder an die Theke. Zahlen mit Kreditkarten ist weit verbreitet. Trinkgelder sind nicht üblich.

Suppe essen

In Busan lernte ich Pork Rice Soup kennen. In Downtown gibt es sogar eine „Pork Soup Alley“ mit Restaurants, die diese Spezialität anbieten. Serviert wird eine kräftige Brühe mit leckeren, sehr saftigen Bauchfleischstücken, die ähnlich kräftigend wirkt wie eine japanische Ramen. Zur nur schwach gewürzten Suppe gibt es Reis, weitere Beilagen (z.B. Kimchi ) und Würzmittel, die man nach Gusto in die Suppe geben kann. Sehr lecker ! Die servierten Knoblauchzehen und Chilischoten habe ich aber übrig gelassen.
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Häufiger aß ich auch Nudelsuppe mit Fleisch oder Meeresfrüchten. In koreanischen Restaurants gibt es in jedem Tisch Schubladen, aus denen der Gast Stäbchen und Servietten nimmt. Mit Stäbchen war ich bis dahin in allen bereisten asiatischen Ländern gut zurecht gekommen. Die koreanische Variante besteht aus extrem langen und glatten Metallstäbchen. Später erzählte mir ein Chinese, dass sogar er Schwierigkeiten habe, mit diesem Besteck zu essen.
dsc_1075-kopie.jpgNudelsuppen zu essen, bedeutete eine besondere Herausforderung für mich . Zur Suppe gab es meistens einen kleinen Löffel, z. T. aus Plastik. Mit diesem schöpfte ich zunächst etwas Flüssigkeit ab. Aber dann glitten mir die Nudeln oft wieder von den Stäbchen und platschten in die Brühe. Sehr viel Kleidung hatte ich nicht dabei, daher musste ich entweder rasant zurückweichen oder mit dem Kopf dicht über der Suppenschale die Nudeln sehr schnell schlürfen, was Koreaner perfekt beherrschen.
Als ich einmal, schon in Taiwan, meinen Kaffee verschüttete, lief dieser nicht über meine Kleidung sondern über die Bank, auf der ich gesessen hatte. Mein Training in Korea hatte sich gelohnt. Ich konnte immer noch blitzschnell ausweichen !
Nach meinem sehr anstrengenden Wandertag im Hallasan National Park   Wandern in Südkorea bestellte ich mir eine Gabel und rollte die Nudeln über dem Suppenlöffel wie Spaghetti auf.

Auf Jeju Island gibt es eine spezielle Schweinerasse namens „Black Pork“. In der Inselhauptstadt Jeju-Si besuchte ich die „Black Pork Alley “ (Auf die „Raw Fish Street“ verzichtete ich.) In einem Grillrestaurant durfte ich als Einzelne essen, während die anderen Tische von koreanischen Gruppen belegt waren, die das leckere leicht marmorierte Fleisch genossen und dazu reichlich Soju tranken. Der milde Kartoffel- und Reisschnapps schmeckte mir auch, aber bei einem Alkoholgehalt von 20 % wollte ich nicht die Viertelliterflasche leeren, die in den Restaurants serviert wird.  Das Fleisch wird mit den Beilagen auf Elektoplatten am Tisch gegrillt. Statt eines Messers verwendet man in Korea eine Schere, mit der man Oktopus, Fleisch und Teigtaschen u.s.w. in mundgerechte Stücke schneidet. Das Zerteilen von Knochen o.Ä. hörte sich für mich oft gewöhnungsbedürftig an. Das Gegrillte wird schließlich mit Würzsaucen in ein Salbeiblatt gerollt, was sehr schmackhaft ist.

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Auf Jeju wächst auch die unglaublich süße und saftige Hallabong, eine nur dort vorkommende Tangerinenart.
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Nach einem äußerst pikanten Esssen gönnte ich mir in Korea manchmal einen besonderen Nachtisch aus der Heimat.
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Fazit:

Die Küche Südkoreas ist äußerst vielfältig. Sehr frische Zutaten werden verarbeitet. Obwohl ich gerne etwas scharf esse, überforderte mich der Schärfegrad vieler Gerichte. Außer Suppen habe ich aber Gerichte gefunden, die meistens milder gewürzt wurden, z.B. Bulgogi  (Ragout aus mariniertem Rindfleisch) oder Bibimbap Eintopf mit Rindfleisch, Gemüse und rohem Spiegelei. Einen sehr gastfreundlichen Eindruck machten auf mich die zahlreichen Beilagen, die zusammen mit dem bestellten Essen oft den ganzen Tisch bedeckten. Auch die kostenlosen Getränke (Wasser und Tee), die zu jedem Essen gehörten, haben mir gefallen.

PS: Es gab überhaupt kein Problem mit meinem koffeinhaltigen Lieblingsgetränk in Südkorea. In den Städten fand ich viele Shops von Kaffeeketten, die Cappuccino, Latte Macchiato und Drip Coffee, frisch aufgebrühten Filterkaffee, anboten. Nur am Kuchenangebot könnten die Koreaner noch etwas arbeiten …

Wie hat euch das Essen auf Reisen geschmeckt und wo besonders gut ?

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Gyeongju: ein „Museum ohne Mauern“ in Südkorea/ a „museum without walls“

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Einführung

Gyeongju ist eine Stadt im Südosten Südkoreas. Es war die Hauptstadt des Vereinigten Sillareichs, das fast ganz Korea umfasste. Das Königreich entstand zum Beginn des 1. Jahrhunderts und beherrschte den größten Teil der Koreanischen Halbinsel vom 7.  bis zum 9. Jahrhundert. Heute kann man noch ist eine große Anzahl historischer Stätten aus dieser Zeit zu besichtigen. In vielen Reiseführern wird Gyeongju daher als „Museum ohne Mauern“ bezeichnet.

Gyeongju habe ich Ostern 2019 besucht. Obwohl fast 30 % der Koreaner christlichen Glaubens sind, gab es keine Hinweise auf die Feiertage, keine Osterdekorationen, Verksuf von Schokoladenproduktne etc. Gut, dass ich einen  Schokoladenhasen von zu Hause mitgebracht hatte!  Das arme Tier fiel mir allerdings am Ostersonntag zum Opfer Osterhase in Korea .

Tumuli und ein Obbservatorium

Im Stadtgebiet von Gyeongju, zum Teil ganz in der Nähe des Busbahnhofs,  befinden sich mehere Tumuli Zonen. Es handelt sich um Gruppen von Königsgräbern aus der Silla Periode in grasbewachsenen Hügeln, die bis zu 15 m hoch sind. Die größte Gruppe Daereungwon enthält 23 Gräber. Das Grab Cheonmachong kann man sogar von Innen besichtigen und neben den prächtigen Fundstücken (Repliken) sieht man wie über den Gräbern erst Steinhügel und dann Erdmassen aufgeschichtet wurden. Während Daereungwon innerhalb einer Mauer liegt und einen geringen Eintritt (ca. 2,5 Euro) kostet, befinden sich im Stadtbereich von Gyeongju weitere öffentlich zugängliche Gruppen von Hügelgräbern, die zum Teil sehr pittoresk vor der herrlichen Berglandschaft in der Umgebung liegen.

Sehr interessant fand ich auch die Cheomseongdae Sternwarte, das älteste erhaltene Observatorium in Ostasien, das während der Silla Zeit im 7.Jahrhundert erbaut wurde. Es soll der Beobachtung der Sterne gedient haben und zu Wettervorhersagen. Zum Teil wird angenommen, dass der nur von außen über eine Leiter zugängliche Turm eher rituellen oder astrologischen Zwecken gedient haben könnte.

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Auf dem Weg zum Nationalmuseum von Gyeongju  spazierte ich über die prächtige  Woljeonggyo Brücke (Vorgängerbau aus dem 8.Jahrhundert).

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Im  ohne Eintritt zugänglichen Nationalmuseum in Gyeongju bestaunte ich die zahlreichen wunderbaren Fundstücken aus der Silla Zeit. Bei einzelnen Stücken  handelte es sich wohl um Repliken, da ich diese schon im Koreanischen Nationalmuseum in Seoul bewundert hatte.

 
 
   
   
   
   

Bulguksa Tempel, Seokguram und Golgulsa Tempel

Am Ostersonntag fuhr ich mit dem Bus ca. 40 Minuten lang zum Bulguksa Tempel. Es handelt sich um einen rekonstruierten Tempel aus der Silla Zeit (8. Jahrhundert) , der auf mehreren Steinterrassen errichtet wurde. Diese sind zum Teil im Original erhalten. Die Tempelanlage mit über 20 Gebäuden ist wunderschön in die Landschaft eingebettet und liegt in einem dichten Wald.

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Am Bulguksa war buchstäblich die Hölle los. Viele Besucher waren gekommen, um vor den Altären zu beten. Mit Ostern konnte das in einem buddhistischen Tempel wohl nichts zu tun haben … Alle Zufahrten waren, kurz nachdem ich angekommen war, mit PKWs verstopft.

Nach der Besichtigung des Tempels fuhr ich mit dem Bus zur Seokguram Grotte, die auf einem Berg auf 740 m Höhe über dem Bulguksa in einer herrlichen Berglandschaft liegt (Fußweg ca. 45 Minuten). Vom Parkplatz bis zur Grotte ging es noch einmal bergauf. Trotzdem war es ein herrlicher Spaziergang durch den frühlingshaften Laubwald. Von oben genoss ich die  großartige Sicht über die Landschaft, die an klaren Tagen bis zum Japanischen Meer reichen soll.
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Die Seokguram Grotte war einer der Gründe gewesen, warum es mich nach Gyeongju verschlagen hatte. Es handelt sich um eine künstliche angelegte Felsenhöhle aus dem 8. Jahrhundert, in dem sich eine fein ausgearbeitete Buddhastatue aus Granit befindet. Sie ist 3,2 m hoch und sitzt im Lotussitz auf einem  steinernen Podest. Im koreanischen Nationalmuseum in Seoul hatte ich in einer  Animation gesehen, wie die einzelnen Steinblöcke kuppelartig über der Statue aufgeschichtet wurden. Diesen Ort musste ich sehen ! Leider befindet sich aus konservatorischen Gründen inzwischen eine Holzkonstruktion mit raumhohen Glaswänden vor der Rotunde, so dass man die wunderschöne Statue nicht richtig sehen kann. Außerdem gilt ein allgemeines Fotografierverbot in der Grotte. So konnte ich leider nur den Eingang zur Grotte ablichten.

Um zu meinem letzten Ziel, dem Golgulsa Felsentempel, zu kommen, musste ich mit dem Bus fahren und zwei Mal umsteigen, was normalerweise kein Prolem gewesen wäre. Allerdings standen wir in der Nähe des Bulguksa Tempels sehr lange mit dem vollbesetzten Bus im Stau. Zum Golgulsa wollte ich hauptsächlich,  um die Summodo Kampfkunstvorführungen der Mönche um 15 Uhr zu erleben. Leider schaffte ich es nicht rechtzeitig. Die Vorführung, die ca. eine Stunde dauert, war gerade zu Ende, als ich dort ankam. Interessant war, dass unter den mir entgegenkommenden Besuchergruppen sehr viele  Leute deutsch sprachen. Sie trugen eine Art Judobekleidung und unterhielten sich angeregt. Als ich eine Gruppe ansprach, erzählten sie mir,  dass sie sich auf einem Temple Stay im Golgulsa Tempel befanden und dass sie  gerade Taekwondo hatten vorführen dürfen, bevor die Mönche Summodo präsentierten. Schade, dass ich die berühmte und stets gut besuchte Vorführung verpasst hatte!

Wenigstens stieg  ich, schon leicht erschöpft , die steilen Treppen zum Felsenbuddha hinauf. Das überlebensgroße Buddharelief auf der Spitze einer steilen Klippe wurde im 9. Jahrhundert errichtet.

Als ich zum Ausgang ging, konnte ich noch einige interessante Statuen bestaunen, darunter auch einen Summodo Kämpfer.

 

Fazit:

In Gyeongju befindet man sich inmitten zahlreicher historischer Sehenswürdigkeiten. Die koreanische Geschichte der frühen Neuzeit wird lebendig. Ich war 2,5 Tage dort. Wenn man individuell und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sollte man drei oder vier Tage bleiben, da die Sehenswürdigkeiten zum Teil weit auseinander liegen. Auch wäre ich gerne noch gewandert. Der Weg auf den Namsan soll großartig sein. Wenn man nicht viel Zeit hat, sollte man sich evtl. einer organisierten Tour anschließen.

Mein Aufenthalt in Gyeongju gehörte zu den schönsten Erlebnissen meiner Südkorea Reise.

Wart Ihr schon einmal in der Region ? Und wo hat es euch am besten gefallen?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

Begegnungen in Südkorea Encounters in South Korea

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Reiseerfahrungen in Südkorea

Im April 2019  reiste ich drei Wochen lang durch Südkorea. Hierzu habe ich schon mehrfach berichtet Meine andere Südkoreareise Kurioses und Geniales aus Südkorea  und  Wandern in Südkorea .

Neben schönen und sehr interessanten Erlebnissen beschäftigen mich bis heute meine Begegnungen mit den Einheimischen und wie sich diese auf meine Reise auswirkten.

Nachfolgend gebe ich meine persönlichen Reiseerlebnisse wider. Allgemeine Aussagen über „die Koreaner“ sind nicht beabsichtigt.

Den Weg finden

Von Tokyo kommend reiste ich über den Flughafen Gimpo ein. In Japan war es ein guter Plan gewesen, bei der Ankunft an einem neuen Ort die Touristeninformation aufzusuchen und dort einen Stadtplan zu holen sowie weitere Informationen z.B. zum Subwaynetz. Im International Airport Gimpo gab es keinen Plan im Tourist Information Center.

Tragisch war das nicht, weil ich ohnehin mit dem Taxi ins Guesthouse in Seoul fahren wollte. Dort traf ich den sehr netten Inhaber, der mir in den kommenden Tagen immer wieder helfen, z.B. die beste Anfahrt zum Bukhansan Nationalpark erklären würde, aber einen Stadtplan hatte er auch nicht. An der Wand hing ein Metroplan, den ich mit dem Handy fotografierte. Am nächsten Tag ergatterte ich doch noch einen Innenstadtplan, aber in den übrigen Orten in Südkorea war es schwierig. In Gangneung, Gyeongju und in der Inselhauptstadt Jeju- si  gab es nur eine grobe Übersicht. Auf einem Tagesausflug an die Südküste von Jeju nach Seogwipu bekam ich einen richtigen Plan mit Straßennamen in lateinischer Schrift und fühlte mich fast wie bei einem Sechser im Lotto.

An meinem ersten Tag in Seoul besichtigte ich die bekannten Paläste, zunächst  Gyeongbokgung, der ganz in der Nähe meines Guesthouses lag und ging dann weiter zum Changdeokgung. Den Weg hatte mir der Inhaber des Guesthouses beschrieben und ich konnte ihn auf dem inzwischen ergatterten Stadtplan weiterverfolgen. Leider war auf dem Rückweg eine Straße wegen Bauarbeiten gesperrt und meine Orientierung war dahin. Ich fragte zwei älterere Herren nach dem Weg zum Gyeongbokgung. Sie winkten mir zu und baten mich auf koreanisch, ihnen zu folgen. Wir liefen dann eine gute Viertelstunde nebeneinander und an einer Palastmauer mit einem Tor, das mir bekannt vorkam, verabschiedeten wir uns . Bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass es sich nicht um Gyeongbokgung handelte. In diesem Moment kamen die beiden schon zurück und wir beratschlagten auf Koreanisch bzw. Englisch, wo wir uns befanden, was die Beiden nicht zu wissen schienen (!). Ein vorbeilaufender amerikanischer Tourist erklärte mir den Weg und empfahl,  die Metro zu nehmen, weil ich mich weit vom Gyeongbokgung entfernt hatte. Nach diesem, wenn auch liebenswerten, Erlebnis kaufte ich mir sofort eine koreanische SIM Card für mein Smartphone.

Dann stellte ich fest, dass Google Maps auch online in Südkorea nicht ausreichend funktioniert. Fußwege werden  nicht angezeigt und Busverbindungen existieren z.T. nicht so wie angezeigt. In Südkorea lässt die Regierung aus Sicherheitsgründen den Online-Kartendienst nur eingeschränkt zu wegen des Konflikts mit Nordkorea. In Seoul konnte ich „City Mapper“ verwenden, sogar auf Deutsch, und damit war mein Navigationsproblem vorerst gelöst.

Mein nächster Stop war Gangneung. Im Hotel hatte ich angefragt, wie ich vom Bahnhof am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin gelangte. Der Rat lautete kurz und bündig „Take a taxi.“ Vor dem Bahnhof stand eine Reihe Taxis. Sie fuhren vor, um die Passagiere aufzunehmen. Der Fahrer öffnete die Kofferraumklappe von innen. Ich hatte alle Mühe, meinen schweren Koffer in den hochgelegenen Kofferraum zu hieven, musste mehrmals ansetzen und das dauerte etwas. Der Fahrer stieg nicht aus, um mir zu helfen, sondern rief aus dem Fenster gelehnt, dass ich mich beeilen sollte. Im Auto zeigte ich ihm die koreanische Schreibweise meiner Hoteladresse. Als ich ihn dann noch fragte, was die Fahrt kosten würde, schrie er mich an, natürlich auf Koreanisch. Ich war erst einmal fassungslos und dann froh, als er mich vor dem richtigen Hotel absetzte.

Dort probierte ich City Mapper aus, um mir einen Überblick über die Stadt zu verschaffen, da ich auch keinen Stadtplan im Hotel bekommen hatte. (Es gab wirklich keinen, selbst in der ansonsten sehr hilfreichen Touristeninformation am Bahnhof mit einem excellent Englisch sprechenden Mitarbeiter. Von ihm erfuhr ich dann die Basics, Busverbindungen zum Strand, wie heißt die Haltestelle, an der ich aussteigen muss, um zum Hotel zurückzukommen, o.Ä). City Mapper meldete mir, dass ich mich nicht in Seoul befinde, daher funktioniere es nicht. Ich versuchte wieder einmal,  die Naver App herunterzuladen, die in Korea jeder benutzt und die Fußwege und alle Verkehrsverbindungen sogar mit Preisen anzeigt. Das klappte allerdings nur in der koreanischen Variante mit Hangeul Schriftzeichen.

Als ich vom Strand zurückkam, bummelte ich noch durch die Innenstadt und dann wußte ich nicht genau, wo sich mein Hotel befand. Da ich vor einer weiteren Touristeninformation stand, ging ich hinein und fragte nach. Dort sprach man kein Englisch. Kein Problem dachte ich und zeigte die koreanische Adresse meiner Buchung.  Leider verstanden die beiden Damen überhaupt nicht, was ich wollte. Suchte ich ein Hotel zum Übernachten ? Nachdem ich selber ein bisschen mit Google Maps herumprobiert hatte, sah ich das Hotel, den einzigen Wolkenkratzer in der Gangneunger Innenstadt, nicht weit entfernt. Prima, dachte ich, und fotografierte das Gebäude für den Fall, dass ich wieder einmal jemand fragen musste. Zwei Tage später sollte ich feststellen, dass das nichts änderte. Die Passanten, die ich um Auskunft bat, kannten das markante Gebäude  nicht.

Am nächsten Morgen war dringend mein Bargeldproblem zu lösen. Zwar konnte man überall die Kreditkarte benutzen, aber auf die Dauer wollte ich nicht jeden Kaffee damit bezahlen. In Südkorea geht man zu einer Bank , um am Automaten Geld zu holen, im Seven Eleven,  wie in Japan und Taiwan, funktioniert es mit ausländischen Karten nicht. Aber auch die Bankautomaten hatten kein Geld herausgerückt, man braucht einen „Global ATM“. Danach  fragte ich die Dame an der Hotelrezeption, worauf sie erwiderte „Oh, I don’t know“ und keine Anstalten machte, irgendwie zu helfen. Auf meine weitere Frage, wie ich zum Busbahnhof käme, wo ich mich wegen meiner Weiterfahrt erkundigen wollte, entgegnete sie „Why don’t you take a taxi ?“ Nun  ja !

Den Bankautomaten fand ich selber, aber dann stand ich an einer Haltestelle, an der im Minutentakt Busse abfuhren und wußte nicht, welcher zum Busbahnhof fuhr. Sobald man im richtigen Bus saß, war übrigens alles gut, die Haltestellen wurden auch auf Englisch angesagt. An der Haltestelle warteten sehr viele Leute, von denen ich einige nach dem Bus zum Busterminal fragte. Zuerst sprach einen jungen Mann an, weil ich dachte, dass die Jugendlichen in der Schule bestimmt Englisch lernen. Wie dem auch sei, er griff zu seinem Handy. Aber statt über Google Translate  zu helfen, fing er an zu telefonieren. Andere schüttelten  auf meine Frage hin den Kopf und sagten „No English“  oder zuckten mit den Achseln, ohne etwas zu sagen. Schließlich erbarmte sich eine ältere Frau und gab mir ein Zeichen, dass sie auch zum Busbahnhof fuhr.

Ähnliche Erlebnisse hatte ich immer wieder an Bushaltestellen. Schließlich gelang es mir „Naver“ auf Englisch herunter zu laden, so dass fast alle Nachfragen entfielen. Manchmal musste ich aber doch etwas fragen, z.B. zeigte die App oft nicht genau die Straßenseite der Bushaltestelle an. In Jeju City hielt der Bus direkt vor dem Hotel, aber der vielsilbige Name der Haltestelle war für mich nur schwer auszusprechen. Das führte dazu, dass ich keine Antwort bekam, weil ich z.B. eine Silbe falsch betont hatte. Auch das Vorzeigen des in Hangeul geschriebenen Namens half  oft nicht weiter. In Korea war ich froh, wenn ich die U-Bahn benutzen  konnte, da das System sehr einfach zu verstehen ist.

Am Bus Terminal  wollte ich ein Ticket nach Gyeongju für den nächsten Tag kaufen. Ich ahnte nicht, dass dieses Vorhaben zu größeren Unwägbarkeiten führen würde. Die Dame am Schalter verstand mich nicht und schickte mich zur Tourist Information, die sich im gleichen Gebäude befand. Meine Frage nach der Busverbindung konnte dort mangels Fremdsprachenkenntnissen zunächst nicht beantwortet werden. Ich wurde aber mit einer Englisch sprechenden Mitarbeiterin verbunden. Diese erklärte mir, dass ich nur die Fahrt bis nach Pohang buchen könne, von dort aber in kurzen Abständen Busse nach Gyeongju führen. Mit dieser Information ging ich zurück an den Schalter, um ein Billet nach Pohang lösen. An der Anzeigetafel hatte ich gesehen, dass es eine Verbindung um 9:30 Uhr gab. Zu der Dame am Schalter sagte ich, dass ich für folgenden Tag , dem 19.4., den Bus zu dieser Zeit nehmen wollte. Sie fragte „Day?“ und ich antwortete „19“. Daraufhin sie wieder „Day?“ und ich etwas lauter als vorher „19“. Ich malte die Zahl mit dem Finger auf, einen Stift hatte ich leider nicht dabei. Die Dame wollte mir ihren Stift nicht geben und so führten wir unseren unfreundlicher werdenden Austausch fort. Schließlich wurde ich wieder zur Touristeninformation geschickt. Nachdem ich erneut mit der englischsprechenden Angestellten telefoniert hatte, bat diese eine der beiden Damen in der Info, mit mir das Ticket kaufen zu gehen !

Während der mehrstündigen Fahrt nach Pohang graute es mir vor dem nächsten Ticketkauf. Aber überhaupt kein Problem ! Wie es mir geraten worden war, zeigte ich auf den koreanisch geschriebenen Namen meines Ziels ( koreanische Ortsnamen werden oft anders ausgesprochen als in der lateinischer Umschrift, da kann man bei mündlicher Bestellung leicht woanders landen), erhielt ein Billet für den nächsten Bus und meine Frage nach dem Bahnsteig wurde in perfektem Englisch beantwortet.

Im Nachhinein betrachte ich meinen Aufenthalt in Gangneung als den Tiefpunkt meiner Reise. Ähnliches hatte ich bei mehreren selbstorganisierten Reisen durch Asien noch nicht erlebt. Während meines fast dreitägigen Aufenthalts in der Stadt sah ich aber auch  nur einen westlichen Besucher und zwar in Begleitung einer koreanischen Frau.

„Koreaner sind etwas rauhbeinig“

Es handelt sich um ein Zitat einer Amerikanerin koreanischer Abstammung, die ihre Landsleute als „ A little rough“ bezeichnete.

In Japan begegnet man einer unglaublichen Höflichkeit. Japaner entschuldigen sich ständig, beim nichtigsten Anlaß, z.B. wenn sie dir in einer Menschenmenge entgegenkommen und du einen kleinen Schritt zur Seite gehen musst, um ihnen auszuweichen. Manchmal war mir es fast zu viel. Nach dem Einchecken im Hotel brachte mich eine Angestellte zum Aufzug und verbeugte sich immer wieder lächelnd, bis die Tür geschlossen war. Das fand ich übertrieben und es zuckte mir  in den Fingern, den Knopf zu drücken, um die Aufzugstür schneller zu schließen, aber das wäre sicher sehr unhöflich gewesen.

In Korea sind viele Leute in der Öffentlichkeit unterwegs und man wird sehr oft angerempelt. Zuerst dachte ich, es läge an meinem Day Pack, der mir oft vollgepackt vom Rücken herunterhing, so dass ich mehr Platz einnahm als andere Passanten, was von den Vorbeigehenden nicht bemerkt wurde. Ich gewöhnte mir an, in einer Menschenansammlung den Rucksack eng am Körper oder vorne zu tragen. Aber das änderte nichts. Alt und Jung schrammten an mir vorbei. Einmal filmte ich eine Karatevorführung. Aus dem Augenwinkel sah ich eine ältere Frau, die direkt hinter mir vorbeigehen wollte. Ich legte Wert darauf, dass meine Aufnahme nicht verwackelte und ging vorsichtig einen Schritt nach vorne. Zack, die Gute rannte gegen meinen Rucksack. Ich setzte erneut zum Filmen an, da kam sie zurück und dieses Mal rannte sie mich fast um. Am meisten erstaunte es mich, dass sich bei diesen Gelegenheiten, die ja mal vorkommen können, niemand entschuldigte. Die Einheimischen,  Kinder und Erwachsene,  gingen wortlos weiter. Manchmal schaute ich sie fragend an, wartete auf ein „Sorry“ oder vielmehr ein „Byeonmyeong“ , aber das kam nicht. Es fällt mir schwer, es zu sagen, aber koreanische Passanten, die dich anrempeln, entschuldigen sich nicht. Es scheint nicht zu ihrer Kultur zu gehören.

In Unterkünften habe ich dagegen oft „Sorry !“ gehört. Das bedeutete,  dass ein Service nicht angeboten wurde und damit hatte es sein Bewenden. In meinem Hotel auf Jeju gab es z.B. nur am ersten Tag Frühstück. Dann hing ein Schild im Aufzug, dass es bis auf weiteres kein Frühstück mehr gab und es folgte  „ We’re sorry to give you an inconvience“. Ich übernachtete dort mehrmals  und legte Wert auf die Mahlzeit im Haus, ein Minifrühstück hätte mir gereicht. Aber auf meine Nachfragen entgegnete das Personal stets nur „Sorry !“, ohne mir eine Alternative anzubieten.

Fazit:

Reisen in Korea hatte ich mir anders vorgestellt. Wenn ich jemand ansprach, grüßte ich zuerst freundlich lächelnd („Annyeonghaseyo“ oder „Haseyo“) und bedankte mich mit „Kamsahamnida“.  Zum Teil begegnete ich einer geringen Hilfsbereitschaft, eher selten auf unfreundliche Reaktionen, die mich schlucken ließen. In Seoul und Busan, aber auch in Gyeongju, habe ich dagegen häufig nette Einheimische getroffen, mit denen ich mich gut verständigen konnte, auf Englisch, mit der Unterstützung von Google Translate, altmodisch mit Zeichensprache oder einer Kombination von alledem.

Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, zuerst nach Korea zu reisen und sich danach über die  höflichen und lieben Japaner zu freuen.

In Taiwan, das ich danach bereiste, habe ich die fantastische Hilfsbereitschaft der Einheimischen kennengelernt, Impressionen aus Taiwan,  die  sich über die wenigen westlichen Touristen regelrecht zu freuen schienen und mir ihre Hilfe anboten, bevor ich gefragt hatte.

Wart ihr schon in Südkorea unterwegs und wie habt ihr die Reise  erlebt ?

Über eure Kommentare und eure Likes freue ich mich immer sehr.