Top Highlight in Patagonia: Laguna de los Tres (El Chaltén)

An meinem zweiten Wandertag in El Chaltén im Januar 2017 im argentinischen Patagonien wollte ich bei besserem Wetter unterwegs sein. Bei meiner Tour zur Laguna Torre am Vortag hatte es geregnet und die Sicht war recht schlecht gewesen
https://wordpress.com/post/wanderlustig2019.wordpress.com/3935 .

Nun versprach mir die WetterApp einen sonnigen Tag. Diesen brauchte ich für die Königsetappe zur Laguna de los Tres, einer anstrengende Tagestour, bei der man mit einer unvergleichlich schönen Aussicht auf den Monte Fitzroy belohnt wird. Den Berg, der eine Hauptattraktion des Wandergebiets um El Chaltén darstellt,  hatte ich schon auf vielen Fotos bewundert und wollte ihn gerne in der Realität sehen.

Als ich morgens aufbrach war es leicht bewölkt, aber kaum hatte ich den Wanderweg erreicht, da zog es sich rasch zu und begann zu regnen. Während der ersten 1,5 Stunden konnte man den Berg überhaupt nicht sehen und meine Laune begann in den Keller zu sinken. Für den Aufstieg hatte ich die Variante über die Laguna Capri gewählt, in der sich der Fitzroy auf das Schönste spiegeln sollte. Aber natürlich war das nicht der Fall und der Ort lud auch nicht zum Verweilen ein, weil dort ein eisiger Wind pfiff.

On my second hiking day in El Chaltén in January 2017 in the Argentinean Patagonia I wanted to be on the road in better weather. During my tour to Laguna Torre the day before it had rained and the visibility had been quite bad
https://wordpress.com/post/wanderlustig2019.wordpress.com/3935 .

Now the WetterApp promised me a sunny day. I needed that for the king’s stage to the Laguna de los Tres, a strenuous day tour where you are rewarded with an incomparably beautiful view of Monte Fitzroy. On many photos I had already admired the mountain that is a main attraction of the hiking area around El Chaltén and wanted to see it in reality.

When I set off in the morning it was slightly cloudy, but as soon as I reached the hiking trail, it quickly closed up and it started to rain. During the first 1,5 hours you couldn’t see the mountain at all and my mood started to sink into the cellar. For the ascent I had chosen the variant over the Laguna Capri, in which the Fitzroy should be reflected in the most beautiful way. But of course this was not the case and the place did not invite to stay either, because there was an icy wind whistling.

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Und dann geschah das Wunder: der Fitz Roy tauchte plötzlich aus den Wolken auf. Das sollte während des gesamten Tages so bleiben. Oft wehten zarte Wolkenschleier über die  Bergspitzen, was den Berg aber nur noch fotogener aussehen  ließ.

And then the miracle happened: the Fitz Roy suddenly emerged from the clouds. This was to last throughout the day. Often there were soft veils of cloud blowing over the mountain tops, but this only made the mountain look more photogenic.

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Die 10 km lange Strecke zur Laguna de los Tres führte lange angenehm bergauf. Das Wasser des  Rio Blanco konnte man sogar trinken, viele Wanderer füllte dort ihre Wasserflaschen vor dem kommenden Steilanstieg auf . Ein sportlicher Zeitgenosse ging das Ganze sogar im Jogging Tempo an.  Auf den letzten zwei Kilometern  ging es dann, wie schon  bei der Wanderung zur Base de las Torres im Torres  del Paine Nationalpark  https://wordpress.com/post/wanderlustig2019.wordpress.com/1071
ordentlich zur Sache. Es  waren ca. 450 hm zu bewältigen. Wie gut, dass es zwischendurch Durchhalteschilder mit der verbleibenden Entfernung gab.

The 10 km long stretch to the Laguna de los Tres led uphill for a long time in a pleasant way. One could even drink the water of the Rio Blanco, where many hikers filled up their water bottles before the coming steep ascent. A sporty contemporary even started the whole thing at jogging speed.  On the last two kilometres the action was really happening as already during the hike to the Base de las Torres in the Torres del Paine National Park
https://wordpress.com/post/wanderlustig2019.wordpress.com/1071

There were about 450 hm to master. How good that in between there were stamina signs showing the remaining distance.

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Wie froh war ich als die Bergspitzen endlich wieder in meinem Blickfeld auftauchten. Oben angekoummen war alle Mühe vergessen.  Der atemberaubende Blick auf den Berg, den Gletscher, über die Felsenlandschaft und das in verschiedenen Blautönen schimmernde Wasser der Lagune entschädigten mich überreichlich.  Ich machte es mir an einer windgeschützten Stelle mit meinem Lunchpaket bequem und staunte und fotografierte und fotografierte. Immer wenn eine Wolkenschleier über die Zinnen zog, sah es wieder anders und noch schöner aus. Zu Hause fiel es mir nicht leicht, unter den Fotos mit dem selben, fast identischen Motiv auszuwählen. In der Sonne ließ es sich gut aushalten, daher fiel es mir sehr schwer, mich von dem fantastischen Anblick loszureißen. Ich hätte noch stundenlang bleiben können. Mir stand aber ein mindestens dreistündiger Rückweg bevor, daher brach ich nach einer Stunde wieder auf.

How happy I was when the mountain tops finally reappeared in my field of vision. When I arrived at the top, all my efforts were forgotten.  The breataking view of the mountain, the glacier, the rocky landscape and the water of the lagoon shimmering in different shades of blue compensated me abundantly.  I made myself comfortable with my packed lunch in a wind-protected place and marvelled and took pictures and took pictures again. Whenever a veil of cloud moved over the peaks, it looked different and even more beautiful. At home it was not easy for me to choose among the photos with the same, almost identical motif. It was very pleasant in the sun, so it was very difficult for me to tear myself away from the fantastic view. I could have stayed for hours more. But I had at least three hours to go back, so I left after one hour.

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Nach dem ersten steilen Abstieg lief ich sehr angenehm zurück. Der Weg zog sich ein bisschen, wie immer wenn man schon etwas müde ist. Auch die Kilometerschilder denen ich nun entnahm, wie weit es noch war, nervten auf dem Rückweg eher. Allerdings gab es immer wieder eine perfekte Sicht auf den Fitzroy.

Beim Mirador Fitz Roy hatten sich mehrere Wanderer auf einem in der Sonne liegenden Baumstamm niedergelassen  Ich setzte mich dazu und genoss den wunderbaren Ausblick und die Wärme. Dabei unterhielt mich mit zwei Niederländern, die natürlich (!) sehr gut Deutsch sprachen. Sehr schnell kam das Gespräch auf Traumreiseziele. Sie schwärmten von ihrem Namibiatrip, auf dem mit einem Geländewagen gereist waren und in der Wüste übernachtet hatten. Damals dachte ich, dass dies eines meiner nächsten Reiseziele sein könnte, aber es kam anders.  Ein Grund war, dass ich diese Reise nicht alleine unternehmen könnte…

After the first steep descent I walked back very pleasantly. The way seemed a bit long, as always when you are already a little tired. Also the mileage signs, from which I took the distance I still had to go, were more like a pain on the way back. But again and again there was a perfect view of the Fitzroy.

At the Mirador Fitz Roy several hikers had settled down on a tree trunk lying in the sun. I joined them and enjoyed the wonderful view and the warmth. I talked to two Dutchmen, who of course (!) spoke very good German. Very quickly the conversation turned to dream destinations. They raved about their trip to Namibia, on which they had travelled in an off-road vehicle and spent the night in the desert. At that time I thought that this could be one of my next travel destinations, but it turned out differently. One reason was that I could not do this trip alone…

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Auf dem letzten Stück der Wanderung freute ich noch einmal über den Ausblick auf den Rio de las Vueltas und kam danach wieder im El Chaltén an. Obwohl ich fußlahm und zersaust zurückkehrte, freute ich mich, dass ich durch den Ort laufen musste, um zu meiner Unterkunft zu kommen. So dauerte es auch nicht lange, bis ich mich in einem Café niederließ und dort eine Waffel mit Dulce die Leche zum Café con leche verzehrte. Die Milchcreme mit Vanille und Zucker hatte ich sonst zu süß und zu fett gefunden, aber nach der langen Wanderung war das genau richtig.

On the last part of the hike I enjoyed the view of the Rio de las Vueltas once more and arrived back at El Chaltén. Although I returned footloose and ruffled, I was happy that I had to walk through the village to get to my accommodation. So it did not take long until I settled down in a café and ate a waffle with Dulce die Leche with a café con leche. The milk cream with vanilla and sugar I had usually found too sweet and too fat, but after the long hike it was just right.

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22 km, 10 Stunden (mit Pausen), 800 hm

Es folgt der Bericht über den letzten Wandertag in El Chaltén, an dem ich nicht nur Angenehmes erlebte …

Was habt ihr beim Wandern in traumhafter Gegend erlebt ? Wo fandet ihr es am Schönsten ?

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Meine Fotos zeige ich jetzt übrigens auch auf Instagram unter wanderlustig2020.

22 km, 10 hours (with breaks), 800 hm
Upcoming is  the report about the last hiking day in El Chaltén, on which not only  pleasant things happened to me …

What did you experience while hiking in a dreamlike area ? Where did you find it most beautiful ?

Looking forward to your feedback.

By the way I am also showing my fotos on Instagram under wanderlustig2020 now.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

 

 

 

 

 

 

 

Tophighlight: Jardín de Cactus (Lanzarote)

Ein weiteres Sehnsuchtsziel ist für mich die auf außergewöhnliche Art schöne Insel Lanzarote. Am 1. Dezember 2019 besuchte ich bei prächtigem Wetter, angenehmen 20 Grad und leichtem Sonnenschein, den Jardín de Cactus, eine der Hauptattraktionen und ein weiteres Werk des lanzarotenischen Ausnahmekünstlers, Architekten und Naturschützers Cesar Manrique.

Der Kakteengarten, Jardín de Cactus, befindet sich am Rand von Guatiza. Ein überdimensionaler Metall-Kaktus weist auf den Eingang hin. 1989 hatte Manrique begonnen, diesen Botanischen Garten inmitten von Opuntienfeldern in einen aufgelassenen Steinbruch hineinzubauen. (Opuntienkakteen werden insbesondere zur Gewinnung des Farbstoffes Cochenille-Rot kultiviert). 1990 wurde der Jardín de Cactus offiziell eröffnet. Es handelt sich um das letztes großes Werk von Manrique . Wahrzeichen des Gartens ist eine restaurierte Gofio-Mühle (Gofio ist ein traditionelles Getreidegericht aus Mais, Gerste etc.).

Der Kakteengarten ist terrassenförmig wie ein Amphitheater angelegt. Den Boden bedeckt vulkanisches Lapilli, den nächtlichen Tau speichernde Vulkanasche, die vielfach im Trockenfeldbau auf Lanzarote benutzt wird. Insgesamt gedeihen auf 5000 Quadratmetern mehr als 10.000 Exemplare 1400 verschiedener Kakteenarten.
Architektonisch sehr gelungen hat Manrique auch das zugehörige Bar-Restaurant aus dem Vulkangestein der Umgebung bauen lassen.
(Quelle Wikipedia)

Den Jardín besuchte ich am Nachmittag nach einer längeren Wanderung rund um die Bucht von Famara
https://wanderlustig2019.wordpress.com/2019/12/15/traumwanderungen-auf-lanzarote/ .
Ein bisschen geschafft war ich schon und hatte nicht erwartet, dass mich der Kakteengarten sehr fesseln würde. Es handelt sich aber um ein touristisches Highlight auf der Insel , das ich auch keinen Fall verpassen wollte.

Nachdem ich mich auf der erhöhten Terrasse der Bar mit wunderschönem Ausblick über den Garten gestärkt hatte, spazierte kreuz und quer durch das Gelände mit kleinen Teichen und Wasserfällen. Es gab unendlich viele zum Teil sehr ungewöhnliche Kakteen aus Lanzarote und vielen weiteren Ländern zu bewundern. Natürlich stieg ich auch auf den kleinen Hügel mit der Windmühle und schaute mir den Ausblick auf den Park und die angrenzenden Oputienfelder an. Im Zentrum des Gartens sah ich monolithartige Säulen aus Vulkangestein. Da sie sich nicht entfernen ließen, wurden sie in das Kunstwerk integriert.

Das Grün der Pflanzen harmonierte auf das Schönste mit dem zartblauen Himmel und dem Schwarzbraun und Rot des Vulkangesteins und bot zauberhafte Fotomotive. Am liebsten hätte ich jede Pflanze fotografiert und das schien den anderen Besuchern ebenso zu gehen.

Faszinierend fand ich auch die sorgfältige kreative Gestaltung der gesamten Anlage. Sogar die Toiletteneingänge waren Kunstwerke!

Aber schaut selbst …

For me, a further destination of longing is the island Lanzarote that is beautiful in an extraordinary way. On the 1st of December 2019, I visited the Jardín de Cactus, one of the main attractions and another work of the exceptional Lanzarote artist, arquitect and nature conservationist Cesar Manrique, in gorgeous weather, pleasant 20 degrees and light sunshine.

The cactus garden, Jardín de Cactus, is located on the edge of Guatiza. An oversized metal cactus points to the entrance. In 1989 Manrique began to build this botanical garden in the middle of opuntia fields in an abandoned quarry. (Opuntia cacti are cultivated chiefly for the extraction of the dye cochineal red).  The Jardín de Cactus was officially opened in 1990. It is the last great work of Manrique. The symbol of the garden is a restored gofio mill (gofio is a traditional cereal dish made from corn, barley, etc.).

The cactus garden is terraced like an amphitheatre. The ground is covered with volcanic lapilli, volcanic ash that stores the night dew and is often used in dry farming in Lanzarote. In total, more than 10.000 specimens of 1400 different cactuses grow on 5000 square metres.
Architecturally very successful, Manrique has also had the associated bar-restaurant built from the volcanic rock of the surrounding area.
(Source Wikipedia)

I visited the Jardín in the afternoon after a longer hike around the bay of Famara,
https://wanderlustig2019.wordpress.com/2019/12/23/marvellous-hikes-in-lanzarote/
Being a little tired and I was not expecting that the cactus garden would fascinate me very much. But it is a tourist highlight on the island, which I did not want to miss.

After I had rested on the elevated terrace of the bar with a beautiful view over the garden, I walked criss-cross through the area with small ponds and waterfalls. There were innumerable, partly very unusual,  cacti from Lanzarote and many other countries to admire. Of course, I also climbed up the small hill with the windmill and looked at the view to the park and the adjacent opuntia fields. In the centre of the garden, I saw monolithic columns made of volcanic rock. Since they could not be removed, they were integrated into the work of art.
The green of the plants harmonized beautifully with the delicate blue sky and the black-brown and red of the volcanic rock and offered magical photo motives. I would have loved to photograph every plant and the other visitors seemed to feel the same way.

I was also fascinated by the careful creative design of the whole plant. Even the toilets entries were works of art!

But see for yourself …

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Der Fundacíon César Manrique danke ich herzlich für ihre Erlaubnis, die Fotos in meinem Blog zu veröffentlichen.

Fazit:
Der Jardín de Cactus ist ein großartiges Beispiel der für Manrique typischen Verbindung von Kunst und Natur. Auch wenn kein Kakteenfreund ist, bzw. schon viele Kakteengärten  gesehen hat, sollte man sich diesen ganz besonderen Garten anschauen. Auf keinen Fall verpassen, wenn man auf Lanzarote ist!

War ihr schon einmal in einem faszinierenden Botanischen Garten und was habt ihr dort erlebt ?

Über eure Kommentare und eure Likes freue ich mich immer sehr.

Thanks to the Fundacíon César Manrique for their permission to publish the photos in my blog.

Conclusion:
The Jardín de Cactus is an amazing example of Manrique’s typical combination of art and nature. Even if you are no cactus lover and/or you have already seen many cacti gardens, you should have a look at this very special site. In no case, you should not miss it if staying in Lanzarote.

Have you ever been to a fascinating botanical garden and what did you experience there?

Looking forward to your comments and likes.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

 

 

 

 

 

Tophighlight in Vietnam: Sunset Cruise in der Halong Bay

Die Halong-Bucht  ist ein rund 1500 km² großes Gebiet im Norden Vietnams. Etwa 2000 von Regenwald bewachsene Kalkfelsen ragen dort bis zu mehreren hundert Meter hoch steil aus dem smaragdgrünen Wasser. Die UNESCO erklärte die Bucht zum Weltnaturerbe. Die Gegend gehört zu den beliebstesten Touristenattraktionen Vietnams.

Dorthin fuhr ich während meiner Vietnam- und Kambodschareise im Dezember 2013  von Hanoi aus gut 4 Sunden mit dem Shuttlebus. Im Dezember 2018 wurde ein 50 km entfernter Flughafen eröffnet, was die Anreise erleichtern dürfte.

Die Bootstour, die ich gebucht hatte, umfasste ein abwechselungsreiches Programm. Es gab u.a. Kanufahren um schwimmende, bewohnte Inseln, den Besuch einer beeindruckenden Höhle und einen Kochkurs zur vietnamesischen Frühlingsrolle. Außerdem übernachtete ich auf dem Boot, das in der Bucht ankerte.

Aber das absolute Highlight bildete die Fahrt durch den Sonnenuntergang („Sunset Cruise“) . In der Halong Bay herrscht Massentourismus. Daher hatte ich befürchtet, dass wir abends, wie schon tagsüber, von vielen anderen Booten begleitet würden. Unser Veranstalter warb damit, dass sein Boot während der Sunset Cruise eine Route nahm, die nur die beiden Schiffe der Gesellschaft befahren durften. Und es war tatsächlich so ! Wir konnten die zauberhafte Abendstimmung in der magischen Landschaft in aller Ruhe genießen. Es war einfach berauschend schön, wie die sinkende Sonne die Silhouetten der markanten Felsen zeichnete und Himmel und Meer sich allmählich tiefrot färbten. Nach den ersten bewundernden Ausrufen („marvellous“, „amazing“, „awesome“ etc.) herrschte eine andächtige Stille auf dem Deck, die nur vom leisen Klicken der Kameras unterbrochen wurde.

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Fazit:
Die Halong Bucht hatte ich schon lange besuchen wollen. Sie war einer der Gründe für meine Vietnamreise gewesen. Natürlich hatte ich vorher unzählige tolle Fotos gesehen. Wie immer bei dermaßen abfotografierten Sehenswürdigkeiten, erwartete ich nicht, dass die Wirklichkeit genau so schön sein würde. Und das trifft tatsächlich oft zu. Beim Sonnenuntergang in der Halong Bucht verhielt es sich aber ganz anders. Das Naturwunder in Wirklichkeit zu erleben, übertraf meine Vorstellungen bei Weitem und war eines meiner schönsten Reiseerlebnisse (Ging mir übrigens ebenfalls so, als ich das Taj Mahal besuchte. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich später erzählen möchte).

Wo befindet sich euer Reisehighlight und was hat euch dort besonders gut gefallen ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

 

Heidelberg in Böhmen : Traumstadt Krumau an der Moldau

Český Krumlov oder Krumau ist eine Stadt in Südböhmen. Die kleine Altstadt liegt malerisch an einer Flussschleife der Moldau.  Der gesamte Ortskern besteht aus über 300 Häusern im Renaissance- oder im Barockstil und ist bei der UNESCO als Kulturdenkmal eingetragen. Über den Häusern ragt das Schloss (erbaut im 13. Jh.) empor. Das Schlossgebäude weist Elemente aus der Spätgotik, der Renaissance und dem Barock auf. Vom runden Schlossturm  hat man einen fantastischen Panoramablick auf die am Fluss gelegene historische Stadt.

Asiatische und vor allem chinesische und koreanische Touristen bevölkern die Stadt in Massen. Sie scheint – zu Recht – festes Ziel einer Europareise zu sein. Die koreanischen Reisegruppen weckten meine Erinnerungen an das Zusammentreffen mit den Einheimischen während meiner Südkoreareise Begegnungen in Südkorea

Wir haben die Stadt Ende September auf der Rückreise vom Elbsandsteingebirge besucht, wo wir fünf Tage lang auf dem Malerweg unterwegs waren, einem der schönsten deutschen Wanderwege (Bericht folgt).

Beim Schlendern durch die Altstadtgassen mit sehr netten Cafés und Restaurants haben wir das empfehlenswerte Schiele Museum (befasst sich u.a. mit den Aufenthalten von Egon Schiele in Krumau, zeigt einige Originalzeichnungen und Reproduktionen von Gemälden, auf denen die Stadt abgebildet ist und zusätzlich Ausstellungen zeitgenössischer Kunst) und das historische Fotoatelier Seidl besucht, das zu einem informativen und spannenden Museum umgebaut wurde, und sind natürlich auf den Schlossturm gestiegen. Leider war das noch funktionsfähige Barocktheater im Schloss gerade geschlossen.
Die Český Krumlov Card gewährt reduzierten Eintritt in fünf Museen (umfasst nicht die Schlossführung aber den Schlossturm) und sie gilt ein Jahr lang. Für uns hat sich die Karte gelohnt. Auch das Kloster aus dem Mittelalter fanden wir sehenswert. Wenn man wenig Zeit hat, muss man es aber nicht unbedingt besuchen und sollte lieber noch ein bißchen durch die Altstadt flanieren.

Wir haben einen wunderbarenTag in einer außergewöhnlich gut erhaltenen und liebvoll restaurierten Altstadt verlebt.

Ganz herzlichen Dank an Hania Kartusch für ihren Bericht über Krumau  Krumau – Český Krumlov .Von ihren meisterhaften Fotos habe ich mich inspirieren lassen.

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Wart ihr schon einmal in einer Stadt in Tschechien mit einer schönen Altstadt?  Und was habt ihr erlebt ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

Tophighlight in Taiwan: Taroko-Schlucht

Einführung

Die Tarokoschlucht liegt im gleichnamigen Nationalpark in der Nähe der Ostküste von Taiwan. Die Schlucht wurde durch den Fluss Liwu tief in die oft aus Marmor bestehenden Felsen eingegraben. Eine  wunderschöne Mäanderlandschaft ist so entstanden. Es handelt sich um eine der schönsten Gebirgslandschaften in Taiwan.

Die Straße (Highway No. 8) führt direkt durch die  Taroko-Schlucht. Den Nationalpark besucht man ohne eigenes Fahrzeug mit einem Hop-On Hop-Off Bus, der von Hualien bis nach Tianxiang fährt. Der Tagespass kostet 250 NT$ (etwa 7,5 €). Der Bus fährt nur ca. alle 50 Minuten, so dass eine Tagestour zu den schönsten Punkten nur sehr zügig zu bewältigen ist. Ich nahm den 2. Bus  um 8:30 Uhr vom Bahnhof in Hualien und die letzte Verbindung zurück,  die in Tianxiang schon um 17 Uhr losgefahren war. Wenn man nur einen Tag Zeit hat, empfiehlt es sich, den ersten Bus um 7:00 Uhr zu benutzen.

Shakadang Trail

Auf meinem Ausflug ging ich zunächst auf dem Weg in der Shakadang Schlucht, einem Seitenarm der Taroko Gorge (hin- und zurück ca. 4 km und 1,5 Stunden, zahlreiche Fotostops miteingerechnet)  mit spektakulären Felsformationen aus Marmor auf einem in den Felsen geschlagenen Weg. Dort musste man des öfteren den Kopf einziehen !

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Yanzikou

Dann ging es mit dem Bus  zur Schwalbengrotte (Yanzikou). Auf der Fahrt bewunderte ich die unglaubliche Schönheit der Berg- und Flusslandschaft. Je weiter der Bus in die Schlucht fuhr,  desto höher wurden  Berge, desto tiefer der Abgrund.  Die Taroko Gorge wird von den steilen grünen Hängen der bis zu 3000 m hohen Bergen eingerahmt. Zudem hingen Nebelschwaden sehr fotogen im Bereich der Gipfel.

 

Der Pfad zur Schwalbengrotte führt direkt neben der Straße durch einen Tunnel für Fußgänger. Es wird dringend empfohlen, auf diesem Weg Schutzhelme zu tragen. Häufige Steinschläge haben schon zu ernsten Verletzungen und sogar Todesfällen geführt. Unser Busfahrer hatte uns darauf nicht hingewiesen und war an der Verleihstation der Helme vorbeigefahren. Die Passagiere aus unserem Bus trugen daher keine Helme. Ich hatte ein  mulmiges Gefühl.
Man lief ca. 20 Minuten direkt an der Taroko Schlucht entlang, die hier sehr eng war, mit einer wunderbaren Aussicht auf die gegenüberliegenden von der Erosion „durchlöcherten“ Felsen,  in der sich z.T. Schwalbennester befanden. Die Aussicht auf die durch Erosion entstandenen Kunstwerke der Natur war so atemberaubend, dass es mir nichts ausmachte,  den Weg an der nicht sehr befahrenen Straße wieder zurück gehen zu müssen, weil es keinen Rundweg gab. So konnte ich die Felsformationen ein weiteres Mal bestaunen.

Baiyan Trail

Danach fuhr ich zum Endpunkt der Bustour nach Tianxiang und ging zum Start des 1 km enfernten Baiyan Trail (2,1 km einfache Strecke). Einen solchen Wanderweg war ich noch nie gegangen. Er führte durch acht unbeleuchtete Tunnel. Der erste Tunnel, mit dem der Trail begann, war der längste mit ca. 800 m. Mit der Handytaschenlampe konnte man die Tunnel ganz gut begehen. Nur der letzte Tunnel war extrem dunkel, wenn auch nicht nicht sehr lang. Um die Orientierung nicht zu verlieren, taste ich mich am  Geländer weiter, das wie in allen Tunneln an der Felswand angebracht war. Zwischendurch gab es immer wieder eine hinreißende Landschaft zu bestaunen, u.a. steil herabschießende Wasserfälle.

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In einer Höhle am Ende des Trails (2,1 km einfache Strecke) befand sich der Water Curtain. Schon am Eingang tropfte es gewaltig. Ich kehrte recht bald um, weil ich keinen richtigen Regenschutz dabei hatte und Kamera und Handy nicht einfach draußen stehen lassen konnte. Auch wurden die Steine, über die man ins Innere ging, immer glitschiger.

Auf dem Rückweg wollte ich eigentlich noch den Lushi Trail gehen, aber mir lief die Zeit davon.  Als der Bus beim Schrein des Ewigen Frühlings (Changchun Shrine) ankam, hatte es zu regnen begonnen. Daher knipste ich nur ein paar Fotos und entschied mich, den Ausflug auf dem Rückweg am Qixingtan Beach ausklingen zu lassen.

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Fazit:
Mein Besuch in der Taroko Schlucht war eines der schönsten Erlebnisse auf meiner Taiwan Reise. Die Highlights der Taroko Gorge kann man an einem Tag anschauen.
Am nächsten Tag wäre ich gerne noch einmal zurückgekehrt, um weitere, auch längere, Wanderungen zu unternehmen und die grandiose Landschaft noch einmal zu genießen. Es regnete aber leider fast ununterbrochen.
Wenn man nicht auf den Shuttlebus angewiesen sein möchte, empfiehlt es sich ein Fahrzeug zu mieten. Allerdings könnte es zum Teil mit Parkplätzen für PKW eng werden.

Habt ihr schon einmal eine wunderschöne Landschaft erlebt,  die euch nachhaltig beeindruckt hat ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tophighlight: Koya-san im März 2019

Buddhistischer Friedhof Oku-no-in

Nach Koya-san bin ich aus mehreren Gründen gefahren. Ich wollte den Oku-no-in sehen, einen riesigen buddhistischen Friedhof, auf dem sich neben jahrhundertealten mit Moos überwucherten Grabmälern mit Stelen und Stupas auch zeitgenössische befinden, z.B. für Mitarbeiter der Panasonic Corporation. Der Oku-no-in ist etwa zwei Kilometer lang und ganz am Ende liegt das Mausoleum von Kobo Daishi, der den Shingon Buddhismus und die Klosteranlage Koya-san im 9. Jahrhundert gegründet hat. Nach einer Legende soll Kobe Daishi nicht gestorben sein, sondern sich in ewiger Meditation in seinem Grab befinden, wo er auf die Ankunft des zukünftigen Buddhas wartet, um dessen Botschaft an die Menschheit zu entschlüsseln. Zwischenzeitlich soll er denjenigen helfen, die ihn um Erlösung bitten. Der Oku-no-in ist einer der heiligsten Stätten Japans und zahlreiche Pilger suchen ihn auf.

Tempelübernachtung

Außerdem wollte ich in einem buddhistischen Tempel übernachten. Von den über hundert Tempeln im Ort, bieten ca. 50 shukubo, d.h. Pilgerübernachtung mit Halbpension, an. Dabei wird buddhistische Küche ohne Fleisch, Fisch, Knoblauch und Zwiebeln angeboten, die kunstvoll präsentiert wird und sehr delikat schmeckt.

Von Osaka fuhr ich fast drei Stunden nach Koya-san, zuerst mit dem „Eil“zug, dann mit einer äußerst steilen Zahnradbahn und zum Schluss mit dem Bus. In der letzten Stunde wurde die Fahrt immer  schöner. Die Berglandschaft wirkte so dramatisch  wie auf einer japanischen Tuschezeichnung.

Es folgen einige Impressionen aus Koya-san.

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Zimmer im Tempel
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Abendessen nach shojin ryori Art

Nach dem Abendessen besuchte ich noch den Tempelkomplex Garan, der in unmittelbarer Nachbarschaft lag und an diesem Abend stimmungsvoll angestrahlt war (siehe Beitragsbild).

Kurzwanderung vor der Abreise

Am nächsten Morgen nieselte es leicht, aber es war ohne weiteres möglich, vor meiner Rückreise eine kleine Wanderschaft auf einen etwa 100 Meter höher gelegenen Berg  zu unternehmen. Die erhoffte Aussicht über die Berge rund um Koya-san hatte ich leider nicht. Es war sehr diesig. Aber ich traf bei einem Shintoschrein einen japanischen Rentner, der gerade dabei war, die Löwenfiguren, die das Heiligtum bewachten, zu messen. Sein Hobby war das Erfassen und Dokumentieren von Schreinen. In Osaka und Umgebung hatte er bereits über 1100 Schreine beschrieben. Was für eine  schöne und sinnvolle Beschäftigung im Rentenalter.

 

Bewertung

Koya-san liegt in einer sehr idyllischen waldreichen Umgebung und bietet gute Erholung von den Städtaufenthalten. Der Oku-no-in hat mir mit seiner unvergesslichen Stimmung und der wunderbaren Lage im Zedernwald sehr gut gefallen. Rund um das Mausoleum herrschte Fotografierverbot, aber die ehrfürchtige Stille der betenden Pilger zu stören, hätte sich ohnehin verboten.

Die Unterbringung im geschmackvollen Ambiente meines Zimmers fand ich sehr besonders und habe vor allen das Schlafen auf dem Futonbett genossen, das nach dem Abendessen ausgerollt wurde. Die buddhistische Mönchsküche war überraschend würzig, besonders die Gemüse- und Pilzbrühen. Für meinen Geschmack gab allerdings etwas zu viel Tofu.

Morgens um 6 Uhr durften wir an der Gebetsstunde der Mönche teilnehmen. Wir hockten eine halbe Stunde lang auf den Hacken oder im Schneidersitz und lauschten dem für westliche Ohren monotonen Singsang. Schließlich durften wir einzeln vortreten und einen stillen Wunsch an Buddha richten. Als es ein gemeinsames Frühstück gab, saßen die meisten Gäste wieder in diesen Haltungen auf dem Boden und es wurde nur gedämpft geflüstert. Das fand ich übertrieben, brach daher relativ schnell auf.

Insgesamt war der Aufenthalt in Koya-san eine einzigartige Erfahrung für mich.

Jetzt fragt ihr euch sicher, wann ich den endlich die Kirschblüte 🌸 gesehen habe. Darüber berichte in meinem nächsten Post.

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

Wollt ihr wissen, was vor Koyasan geschah, dann schaut doch mal hier:

Happy Birthday, kleiner Blog ❤️
Impressionen aus Kyoto im März 2019
Kyoto, Nara und Osaka im März 2019

 

 

 

Traumsafari in Uganda im Murchinson Nationalpark

Intermezzo

Nach vier Beiträgen über die Berlinale 2019  (zuletzt Meine Berlinale 2019 Tag 3 ) möchte ich euch und mir etwas Abwechselung gönnen.
Im Januar 2018 reiste ich mit meiner Tochter nach Uganda, wo wir auf Safari gingen.
Einer der Höhepunkte war unser wunderbarer Aufenthalt im Murchinson Nationalpark.

Im Folgenden zeige ich euch ein paar Fotos: zunächst von unserer Safari am Morgen, von der  Bootsfahrt auf dem Nil und von unserer Wanderung zur Spitze der Murchinson Falls.

Jeepsafari

MurchinsonSafari (11)MurchinsonSafari (14)

Da gab es mehr Touristen als Löwen !
Und dann haben wir meine Lieblingstiere gesehen.

MurchinsonNilfahrt (2)MurchinsonNilfahrt (3)

MurchinsonSafari (16)MurchinsonSafari (15)

 

Fahrt auf dem Nil

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MurchinsonNilfahrt (1)MurchinsonNilfahrt (5)

MurchinsonNilfahrt (4)

Wanderung

Die Fälle sind nur 42 Meter hoch, aber bei der feuchten Hitze und weil wir vor Sonnenaufgang aufgestanden waren, fanden wir es trotzdem anstrengend. Belohnt wurden wir durch sehr schöne Ausblicke auf die herabstürzenden Wassermassen.

MurchinsonNilfahrt (12)MurchinsonNilfahrt (13)MurchinsonNilfahrt (14)

Im Murchinson Nationalpark verlebten wir einen sehr abwechslungsreichen Tag und die Möglichkeiten zur Beobachtung von Tieren waren außerordentlich gut.

Wenn ihr  ein weiteres Highlight  unserer Ugandareise sehen möchtet, schaut doch mal hier Traum Reiseerlebnis: Gorillatracking in Uganda

Über eure Kommentare, die Berichte über eure Traumreiseerlebnisse und eure Likes freue ich mich sehr.

Tophighlight : Wandern in Patagonien

Wetterbedingungen in Patagonien

Das Wetter in Patagonien ist zu Recht berüchtigt: es ist unberechenbar, selbst im Sommer muss mit empfindlichen Kälteeinbrüchen gerechnet werden, peitschende Regengüsse sind an der Tagesordnung, Windgeschwindigkeiten erreichen Orkanstärke.

Jahrelang hatte ich mich, da häufig vom Wetterpech verfolgt Reisepech: Das Wetter ! nicht getraut,  in diese Gegend mit ihren spektakuläre Landschaften zu reisen. Im Januar 2017 wagte ich es schließlich, gut ausgestattet mit wind- und wasserfestem Equipment, und das Wetter war tatsächlich extrem wechselhaft und wies alle genannten Phänomene auf.  Aber immer wieder, besonders an den spektakulärsten Punkten, erlebte ich plötzlich ausgesprochen traumhaftes Wetter !

Parque Nacional Torres del Paine Chile

Im Torres del Paine National Park hielt ich mich drei Tage lang auf. Weitere Informationen über den Nationalpark gibt es auf  https://torresdelpaine.com/en/

Das allerschönste Erlebnis war meine Wanderung zur Base de las Torres. Ich hatte mir eine Hotelunterkunft am  Eingang des Nationalparks am Rio Serrano mit Blick auf die Cuernos gegönnt, die wie alle anderen recht teuer war. Außerdem hatte ich  mich nur für diesen Teil meiner Reise für einen Mietwagen entschieden. Ansonsten war ich in Patagonien mit den sehr guten Bussen  unterwegs. Regelrechten Horror hatte ich vor dem Befahren der Straßen im Nationalpark mit dem Mietwagen gehabt, da es dort nur mehr oder minder üble Schotterpisten gibt. Im Großen und Ganzen stellt sich das als aufregend aber nie als gefährlich dar. Es gab immer genug Platz zum Ausweichen. Um zu den Ausgangspunkten der Wanderungen zu kommen, hätte ich ohne ein eigenes Fahrzeug auch Transfers im Hotel buchen können. Von den hohen Preisen einmal abgesehen, wollte ich aber lieber unabhängig sein, meine Touren je nach Wetter kurzfristig planen.  Im Torres del Paine gibt es auch Mehrtageswanderungen. Die meisten Wanderer gehen den W-Treck in vier bis fünf Tagen und übernachten in Campamentos oder Refugios (einfache Campingplätze und Berghütten). Ich hatte mich für Tagestouren entschieden.

Traumwanderung zur Base de las Torres

Zur Base de las Torres, dem Highlight im Nationalpark,  wollte ich bei möglichst schönem Wetter wandern. Beim Blick aus dem Fenster am frühen Morgen entdeckte ich riesige Pfützen und dunkle Wolken zogen gerade heran. Am Vortag hatte sich ein plötzlicher Wettersturz ereignet und ich hatte nicht schnell genug meine Regenkleidung überziehen können, so dass ich völlig durchnässt und ordentlich durchgepustet worden war. Ich beschloss, wieder schlafen zu gehen und später je nach Wetter eine kleinere Wanderung zu unternehmen.  Als ich gegen 7 Uhr wieder hinaus schaute,  hatte es sich schon beträchtlich aufgehellt. Schnell prüfte ich den Wetterbericht, wonach es bald schöner werden sollte und sogar sonnig. Ich überlegte kurz. Die Wanderung würde mindestens 8 Stunden dauern, der Startpunkt der Wanderung lag am anderen Ende des Nationalparks, würde ich das überhaupt schaffen ? Das Gute am Sommer in Patagonien ist aber, dass es Tageslicht bis ca. 22 Uhr gibt.  Kurzentschlossen packte ich alles ein, auch mein Regenzeug, frühstückte schnell und fuhr gegen 8 Uhr los. Ich konnte es nicht glauben, auf der Fahrt wurde das Wetter laufend schöner. Wie beim Fahren am Vortag schwankte meine Stimmung beim Autofahren ständig zwischen: „Es kann doch nicht wahr sein, dass diese Piste immer noch enger und steiler wird und die Schottersteine wieder größer, wow diese Landschaft ist überwältigend, aber diese großen Schlaglöcher sind neu, die sind durch den Regen heute Nacht entstanden. Wahnsinn, diese Farben des Himmels und der Lagos,  Grün und Blau in allen Schattierungen und das kontrastierende  Gelbbraun der Vegetation, einfach wunderschön ! … “

Fotografieren konnte ich leider nicht, mit dem Autofahren war ich ziemlich beschäftigt. Aber ein Guanako am Straßenrand im Gegenlicht hatte ich doch  erwischt.

torres del paine (79)

Nach der Abzweigung zum Wanderparkplatz musste ich noch einmal tief durchatmen,  als es über eine nur mit Holzplanken lose (?) belegte enge Brücke ging, aber natürlich stellte das kein Problem dar. Für die ca. 50 km lange Fahrstrecke hatte ich fast zwei Stunden gebraucht. Mit der Höchstgeschwindigkeit von 60 km/ h war ich aber auch nie gefahren. Vom Parkplatz bis zum Hotel Las Torres  war es noch fast eine halbe Stunde zu laufen, bis die Wanderung begann. Ich ahnte nun schon, dass ich an diesem Tag keinesfalls alleine unterwegs sein würde. Heerscharen von Wanderern bewegten sich in Richtung meines Ziels. Vor meiner Reise hatten mich viele gefragt, ob mir das nicht zu gefährlich sei, alleine wandern zu gehen. Während meiner Wanderungen in Patagonien war das überhaupt kein Problem. Die Sommersaison in Patagonien ist kurz und der Tourismus konzentriert sich auf wenige Ziele. Einsam in Not geraten konnte ich da wirklich nicht !

Zu Beginn ging es langsam aber stetig bergauf. Bis zum Refugio Chileno konnte man mit dem Pferd reiten. In den ersten Minuten lief ich direkt hinter einem Pferdehinterteil, dann verliefen der Wander- und der Reitweg gottlob getrennt.

Die Aussicht ins Tal über die unberührte Landschaft war wunderschön. Allerdings wurde es in der Sonne nun auch immer heißer und ich war nicht die Einzige, die eine  Auszieh- und Eincremepause einlegte.

Hinter dem Refugio Chileno begann der Weg anzusteigen, um kurz darauf wieder bergab zu verlaufen. Dies wiederholte sich mehrere Male, so dass ich kaum an Höhe gewann. In der Wanderbeschreibung hatte ich gelesen, dass der finale Aufstieg von 300 Höhenmetern erst auf dem letzten Kilometer der 9 km langen Strecke zu bewältigen war. Nach einer letzten Trink- und Snackpause (mit warmem Cola, köstlich ! Wirkt aber bei mir wie ein sehr guter Kaffeeersatz ) am Campamento Torres wurde der Weg sehr steil und felsig. Das letzte Stück führte mitten durch ein riesiges Geröllfeld aus groben Felsbrocken und nahm einfach kein Ende.  Dort waren auch zahlreiche Wandergruppen unterwegs, die entgegenkamen oder überholen wollten, so dass man oft ausweichen musste. Auf allen Vieren und mit letzter Kraft zog ich mich an den Felsen hoch. Meine bewährte Strategie beim Wandern, mit kleinen Schritten auch im steilen Terrain langsam immer weiter zu gehen, versagte und ich musste mehrmals schwer atmend stehen bleiben. Zwischendurch konnte ich immer mal wieder die Spitzen der Torres sehen und das motivierte. Nach knapp vier Stunden erreichte ich schließlich das Ziel.

Und dann als ich an der Lagune mit Blick auf die Torres angekommen war, war die ganze Plage vergessen. Es war einfach wunderschön, die Torres wirkten unglaublich majestätisch in der großartigen Gebirgslandschaft und jeder Schritt dorthin hatte sich gelohnt. Darin  war ich mir mit meinen zahlreichen Wandernachbarn einig. Es machte mir auch nichts aus, dass es dort oben so voll war, dass man sich am „Kodak Point“ für das berühmte Foto vor der Lagune mit den Bergspitzen anstellen musste, um alleine auf das Bild zu kommen.

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Trotz strahlendem Sonnenschein konnte man sich an der Base de las Torres nicht sehr lange aufhalten. Durchgeschwitzt wie ich war, begann ich bald zu frieren. Und mir stand auch noch der lange Rückweg bevor. Den steilen Abstieg über das Geröllfeld bewältigte ich sehr vorsichtig. Dann ging es natürlich wieder stetig bergab und bergauf und das blieb so bis fast ganz zum Schluss der Strecke. Obwohl sich nun im Nachmittagslicht immer wunderschöne Ausblicke eröffneten, zog sich der Rückweg gewaltig. Im Refugio Chileno bekam ich den dringend notwendigen Koffeinschub und dann ging es zurück ins Tal.

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torres del paine (137)Auf dem letzten Kilometer war ich so fertig, dass ich es nicht schaffte, meinen offenen Schnürsenkel  zu binden. Als ich am Parkplatz ankam, war es schon 18:30 Uhr und ich fragte mich, wie ich die fast zweistündige Rückfahrt über die Schotterpiste bewälltigen sollte. Aber dann passierte ein weiteres Wunder. Ein warmes Abendlicht verzauberte die Landschaft noch zusätzlich. Aufgrund der späten Stunde herrschte auch nur wenig Verkehr. Das Beste waren die zahlreichen Guanakos. Zwei Tieren jagten leichtfüssig an einem abschüssigen Hang entlang, Staubfahnen im Gegenlicht hinter sich herziehend. Ein magisches Bild!

Fazit: Die Wanderung zur Base de las Torres war trotz aller Anstrengung und der langen Anfahrt ein berauschendes Naturerlebnis. Obwohl es dort in der Hochsaison sehr voll werden kann, unbedingt empfehlenswert !

Kurze Wanderungen im Nationalpark Torres del Paine

Im Torres del Paine habe ich die folgenden kürzeren Wanderungen unternommen.

Vom Parkplatz zum Mirador Cóndor (einfache Strecke 40 Minuten, toller Ausblick, aber sehr stürmisch auf dem Mirador)

Vom Parkplatz zum Wasserfall Salto Grande und weiter zum Mirador Cuernos mit Ausblick zum Lago Nordernsköld (einfache Strecke 1 Stunde, leicht, Guanakoherden gesehen)

Am Lago Grey entlang zum Mirador Grey  (einfache Strecke ca. 1 Stunde, toller Ausblick auf den Gletscher und die auf dem See treibenden Eisberge)

Vom Lago Grey zum Mirador Ferrier (knackige 700 Höhenmeter, je 2 Stunden für Auf- und Abstieg, wegen schlechten Wetters nur bis zur Hälfte gegangen, wunderbarer Blick aber auch schon von dort).

Bewertung Torres del Paine Nationalpark

Im Torres del Paine Nationalpark habe ich atemberaubende Landschaften gesehen. Der Zugang zu den Wanderwegen war oft stressig. Das konnte ich aber beim Anblick der Berge, Gletscher, Seen, die in ständig wechselndes Licht getaucht wurden und immer wieder neu bestaunt werden konnten, schnell vergessen. Der Aufenthalt dort gehört unbedingt zu einer Patagonienreise.

Um so mehr kann man danach das Wandern in El Chaltén genießen. Den Ort erreicht man mit dem Bus von El Calafate in drei Stunden, wobei die Fahrt ein weiteres schönes Landschaftserlebnis bietet. Die Treks beginnen im Ort und  bieten reichtlich Gelegenheit zum Schauen in die wunderschöne Gegend. Dazu möchte ich einen weiteren Bericht schreiben.

Was waren eure schönsten Landschaftserlebnisse beim Wandern ? Welche Treks sollte man nicht verpassen?

Über eure Kommentare und eure Like freue ich mich sehr.

Traum Reiseerlebnis: Gorillatracking in Uganda

Wir wandern im Winterwunderland rund um Bad Aussee. Was für ein Gegensatz zu unseren ersten Januartagen 2018 in Uganda.

Seit meiner Kindheit hatte  ich von einer Safari in Afrika geträumt. Zum Jahresende 2017 war es soweit: wir begaben uns auf eine abenteuerliche Reise nach Uganda.  Das absolute Highlight des Trips war der Besuch bei den Berggorillas im Bwindi Impenetrable National Park, den wir heute vor einem Jahr unternahmen.

Früh am Morgen fuhren wir zum Treffpunkt im Nationalpark. Berggorillas sind streng geschützt, was sicher auch der Forschung von Diane Fossey („Gorillas in the Mist“) zu verdanken ist. Insgesamt leben nur noch etwa 900 Tiere im Bwindi Park sowie in den Nationalparks in Ruanda und der Republik Kongo. Berggorillas werden nicht in Zoos gehalten .

Im Bwindi Park leben ca. 400 Tiere, etwa 40 davon, die alle in Familien leben, sind habituiert. Sie werden von den Rangern allmählich über mehrere Jahre an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt. Wilde Gorillas fliehen normalerweise in panischer Angst vor Menschen.  Besuchergruppen dürfen die habituierten Affen nur für eine Stunde besuchen, um sie nicht zu sehr zu stören.

Die Gorillapermits sind sehr begrenzt (auf einige Dutzend pro Tag im Bwindi, daher müssen sie Monate vorher gebucht werden) und alles andere als billig (600 $ pro Besucher in Uganda in der Hauptsaison, 1500 $ in Ruanda!). Letztendlich zahlt der Besucher für ein zutiefst beeindruckendes Erlebnis, spendet aber vor allem für den Erhalt des Nationalparks und den Schutz der Berggorillas.

Ein bisschen skeptisch war ich aber schon. Würden wir die Gorillas überhaupt finden oder nur lange und erfolglos durch den Dschungel stapfen?  Von einer Stunde Wanderung bis zu sechs Stunden war die Rede und eine Garantie, dass man die Gorillas zu sehen bekam und sich ihnen nähern konnte, wurde natürlich nicht gegeben.

Zu Beginn wurden wir in Gruppen eingeteilt. Die Tracker spüren die Tiere auf. Sie wissen, wo die Gorillas am Vorabend ihre Schlafnester gebaut haben und folgen den einzelnen Familien, wenn sie am Vormittag aufbrechen.

Wir hatten Glück bei der Einteilung, unsere Gorillafamilie  „Oruzogo“ würde sich voraussichtlich in relativ geringer Entfernung aufhalten. Für den Hinweg wurde mit einer Gehzeit von 1,5 Stunden gerechnet. „Gehen“ war in diesem Zusammenhang allerdings ein Euphemismus. Im dichten Regenwald ging es auf einem kaum erkennbaren Pfad steil bergab. Immer wieder mussten unsere Begleiter mit der Machete den Weg von Schlingpflanzen befreien.

Der Bwindi Park liegt in einer Höhe von ca. 2600 bis 3000 Metern. Durch das feucht-kalte Tropenklima triefte der Wald auch in Trockenzeit nur so vor Nässe und der Lehmboden hatte sich in eine veritable Schlitterbahn verwandelt.

Uganda 2018 (346)

Ich war die einzige in unserer zwölfköpfigen Besuchergruppe, die einen Träger gebucht hatte. Der junge Mann namens Michael sollte allerdings nicht mich tragen, sondern  festhalten, wenn es steil und glatt bergab ging. In den letzten Jahren hatte ich einige zwar harmlose Stürze erlebt , die aber im Gegensatz zu früher oft zu ernsten Verletzungen (Beinbrüche o.Ä.) geführt hatten. Das passierte leider auch, wenn ich vor der Reise ein Kraft- und Fitnesstraining absolviert hatte. Nun war ich heilfroh, dass ich Michael die Hand reichen konnte, wenn es steil und glatt nach unten ging. Allerdings wollte er mich auch den Hang heraufziehen, wenn es bergauf ging, was ich dankend ablehnte. So schlimm stand es mit mir noch nicht !

Nach einer guten halben Stunde blieben wir erst einmal stehen. Unser Guide sprach in sein Walkie Talkie mit den Tracker, um den Weg zu  „unserer“ Familie zu finden. Trotz einer fetten Ladung Moskitospray und einer fast völligen Körperbedeckung mit Hut, langärmeliger Oberbekleidung, langen Hosen, die in dieWanderschuhe gesteckt worden waren, Handschuhen und Halstüchern hatten wir alle Mühe, die Myriaden von Insekten abzuwehren, die sich auf uns stürzen wollten.

Schließlich ging es weiter, steil bergauf und dann wieder herunter auf der lehmigen und immer schmaler werdenden Rutschbahn. Einige junge Leute rutschten aus und standen ungerührt wieder auf. Begleitet wurden wir von mehreren bewaffneten Wächtern. Ich dachte, dass es nicht nur darum gehen konnte, Tierangriffe abzuwehren und fürchtete mich ein ganz kleines bißchen.

Und dann war es soweit: wir mussten unsere Rucksäcke, den Proviant und die Getränke sowie unsere Wanderstöcke zurücklassen. Es ging darum, die Affen, zu deren Rastplatz wir nun herabstiegen, nicht zu irritieren. Der Guide bat uns außerdem, nicht mit Blitz zu fotografieren und uns möglichst ruhig zu verhalten.

Jetzt wurde es noch unwegsamer und wir liefen durch ein hohes Dickicht von Schlingpflanzen. Nur kurz fragte ich mich, ob da nicht irgendwo meine Horrortiere, die Schlangen, auf uns warteten.

Wir trafen bald auf die Gorillafamilie, zunächst auf einzelne Mitglieder, aber dann zeigte uns unser Guide noch weitere, die in der hohen Vegetation tiefenentspannt relaxten. Sie lagen dort und steckten sich genüsslich, die am nächsten wachsenden Blätter in den Mund und mampften oder sie schliefen aneinandergeschmiegt. Wir sahen Weibchen, einige halbwüchsige Affen, die umhersprangen und ein bisschen kletterten, und ein Jungtier, das sich an seine Mama kuschelte. Der Silberrücken der Gruppe richtete sich nur halb auf, als wir ankamen und ließen sich dann zurück auf seinen Ruheplatz fallen. Ab und zu gab er ein tiefes Grummeln von sich und unser Guide antworte dann mit einem ähnlichen Geräusch. Das hörte sich ein bisschen so an, als ob sich zwei alte Freunde unterhalten.

Wir folgten unserem Guide, der uns rund um den Rastplatz führte, und uns bis auf ca. 1,5 Meter an die Affen heran ließ. Nur wenn man näher als etwa drei Meter an den Silberrücken herantreten wollte, winkte er ab. Keiner von uns hatte erwartet, dass wir den Gorillas so nahe kommen würden. Die Begeisterung in der Gruppe, die aber nur leise geäußert wurde, war entsprechend groß.

Es war ein unglaubliches Erlebnis die total entspannten Gorillas zu beobachten, die es nicht zu kümmern schien, dass zwölf Besucher sich in ihrer unmittelbaren Nähe aufhielten und dabei wie wild fotografierten. Die Affen schauten uns entweder direkt an, interessiert und auch ein bisschen skeptisch, oder sie drehten gelangweilt den Kopf weg. Diese eindrucksvolle Gelassenheit hatte ich den Gorillas überhaupt nicht zu getraut und ich war einfach überwältigt. Das ging so weit, dass ich irgendwann gar nicht mehr fotografieren konnte,  sondern nur noch gucken wollte.

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Berggorillas haben übrigens ein flauschigeres Fell als die Tieflandgorillas aus dem Zoo und sie wirkten so knuffig, dass man Lust bekam, sie zu streicheln, was aber gottlob niemand tat.

Mit den Insekten hatten wir übrigens kein Problem mehr, die umschwirrten in dichten Wolken die Gorillas, die das Ganze in stoischer Ruhe hinnahmen.

Viel zu schnell war unsere „Besuchszeit“ vorbei. Das Jungtier gab noch eine drollige Abschiedsvorstellung. Es hangelte sich durch das Dickicht, stürzte auf den weichen Untergrund und kletterte immer wieder hoch.

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Nach knapp vier Stunden kamen wir ziemlich erschöpft aber sehr glücklich wieder am Ausgangspunkt an. Zum Abschluss wurde jedem Teilnehmer ein „Gorilla Tracking Certificate“ mit dem Namen der „getrackten“ Gorillafamilie verliehen.

Fazit: Das Gorilla Tracking im Bwindi Impenetrable Nationalpark in Uganda  gehörte zu meinen eindrucksvollsten Reiseerlebnissen. Es tat mir um keinen einzigen Dollar leid, den ich für den Erhalt dieser faszinierenden Tiere und ihren Schutz vor Wilderern ausgegeben hatte. Besonders beeindruckt war ich von der Ruhe und Friedfertigkeit der Gorillas, die ich nicht erwartet hatte.

Nach meiner Rückkehr aus Uganda habe ich in Stresssituationen oft gedacht :

„Sei so gelassen wie ein Gorilla !“

Wart ihr schon einmal auf Safari und was war euer schönstes Erlebnis ?

Über eure Komentare und Likes freue ich mich.

 

Jordanien Rundreise im November 2018 (5) Amman

Mein Aufenthalt in Amman verlief  nicht so reibungslos, wie ich es mir gewünscht hatte. Eine Begegnung der besonderen Art hatte ich mit der jordanischen Verkehrspolizei.

8.-11.2018 Amman 

Am Morgen freute ich mich im Olive Branch Hotel bei Jerash über den Ausblick vom Balkon. Nachts hatte ich schon den Blick über das Lichtermeer von Amman bestaunt. Nun gab es tatsächlich Bäume. Eine dermaßen grüne Landschaft hatte ich in Jordanien noch nicht gesehen. Allerdings waren die diversen Fels- und Wüstenlandschaften fantastisch schön, wie ihr meinen Reiseberichten entnehmen könnt.

Jordanien Rundreise im November 2018 (1) Madaba und Totes Meer

Jordanien Rundreise im November 2018 (2) Wadi Dana

Jordanien Rundreise im November 2018 (3) Petra

Jordanien Rundreise im November 2018 (4) Wadi Rum und Jerash

 

Jordanien (375)Zu meiner großen Freude funktionierte das GPS wieder, so dass ich das Sydney Hotel in Amman sicher finden würde. Ich war etwas später losgefahren, um es bisschen gemütlicher anzugehen und weil ich hoffte, dass der Berufsverkehr in Amman nicht mehr so dicht wäre. Zunächst verlief  alles gut, aber als ich in die Innenstadt kam, staute sich der Verkehr. Auf den breiten Straßen gab es immer mehr Spuren, die  munter gewechselt wurden. Man musste höllisch aufpassen. Würde mir das Abbiegen rechtzeitig gelingen? In einer Unterführung geschah es dann. Ich schaute nach einem Schild, das oben an der Brücke hing, achtete einen Sekundenbruchteil nicht auf den Verkehr, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf den dicht vor mir stehenden PKW auf. Dieser wurde auf seinen Vordermann geschoben. Wir stiegen aus und begutachten die Unfallfolgen, allesamt leichte Blechschäden, wobei das Fahrzeug meines Vordermanns rundherum teils ältere Beulen und eine leicht verbogene Haube aufwies. Von der Brücke gestikulierte ein Polizist, wir sollten aus der Unterführung heraus und an den  Straßenrand fahren.

Es war nichts Schlimmes passiert, aber ich war, trotz meiner Vollkaskoversicherung für den Mietwagen, ziemlich geschockt. Mein Unfallgegner rief die Verkehrspolizei und es dauerte  lange, bis diese auftauchte. Ich telefonierte mit meiner Mietwagenfirma am Flughafen. Der Angestellte sagte, das sei kein Problem, ich solle den Unfall bei der Abgabe schildern und unbedingt den Polizeibericht mitbringen.

Die herbeigerufenen Ordnungshüter konnten allerdings kein einziges Wort Englisch. Während der gesamten Befragung dolmetschte mein Unfallgegner! Ein Protokoll wurde aufgenommen und die beiden Polizisten hatten ihre liebe Not mit dem Abschreiben meines Namens im Pass und EU-Führerschein. Einer der beiden überreichte  mir schließlich mehrere Papiere, darunter den Polizeibericht, die allesamt auf Arabisch geschrieben waren. Gott sei Dank musste ich nichts unterschreiben!  Es wurde mir dann noch mitgeteilt, dass ich am Unfall schuld sei, weil ich den vorgeschriebenen Mindestabstand nicht eingehalten hätte (was  im sehr dichten Verkehr illusorisch gewesen war) und ich musste 5 JOD Gebühr an die Polizei zahlen (Das war nicht das Bußgeld, dieses wurde separat über meine Kreditkarte abgebucht.).

Als alles geregelt war, hatten es meine Unfallgegner verständlicherweise eilig, mussten zur Arbeit. Einer fuhr in meine Richtung und brachte mich netterweise bis zum 1st Circle, nicht ohne vorher süffisant zu bemerken, dass ich ihm zwar folgen könne, aber bitte nicht auffahren solle. Danach war es überhaupt kein Problem, das Hotel Sydney zu finden. Ich kam dort ziemlich geschafft an. Einen Parkplatz hatte das Hotel nicht, also stellte ich den Wagen  an  der Straße ab. Dort würde er während meines Aufenthalts in der Stadt bleiben, ich wollte damit nur noch zum Flughafen fahren.

Mein Zimmer war schon fertig, so dass ich mich ein bisschen regenerieren konnte. Etwas später nahm ich mir ein Taxi zum Jordan Museum (gut investierte 3 JOD). Der Taxifahrer fuhr durch schmale Altstadtgässchen, um den Verkehr auf den Hauptstraßen zu umgehen. Aus dem gleichen Grund setzte er mich  auf der Rückseite des Museums ab und ich hatte etwas Mühe, den Eingang zu finden.

Als ich mein Ticket kaufte ( 5 JOD, nicht im Jordan Pass enthalten) stellte ich fest, dass das Museum nicht wie im Reiseführer beschrieben um 14 Uhr schloss, sondern drei Stunden später. Ich hatte es nun überhaupt nicht eilig und merkte, dass mein Koffeinspiegel viel zu niedrig war. Mein Wunsch, das Museum erst etwas später zu besuchen, stieß aber auf Unverständnis beim Museumspersonal . Nach einer längeren Debatte, an der mehrere Angestellte teilnahmen, ging es dann doch.

Als ich aus dem Museum kam, musste ich zunächst die Straße überqueren. Auf den fünf Spuren staute sich nicht und es gab keine Verkehrslücken.  Ich lief zu einer Art Busbahnhof, wo ein Fußgängerüberweg lag, der zwar nicht zum Bremsen der Fahrzeuge führte, aber doch dazu, dass sie etwas langsamer fuhren, weil sie wegen der Busstation mit Fussgängern rechneten. Glücklich auf der anderen Seite angekommen, sah ich einen Schnellimbiss, der aber keinen Kaffee verkaufte. Mit einer Wegbeschreibung bog ich in die nächste Querstraße ein, wo ich bald ein Café entdeckte,  in dem nur ältere arabische Männer saßen. Da konnte ich unmöglich Kaffee trinken! Ein paar Läden weiter rief mir der Besitzer ein freundliches „Welcome“ zu. Auf meine Frage verwies er mich an das besagte Café und meinte, ich könne auch Take Away Coffee trinken. Als ich das Café betrat, verstummten die Gespräche und ich hatte den Eindruck, dass mir viele Blicke  auf  meinem Weg zur  Theke am anderen Ende des Raumes folgten, wo ich mir Kaffee bestellte. Ich bekam einen vollen Pappbecher mit glühendheißem arabischen Kaffee mit Kardamon. Und als ich zahlen wollte, lächelte  der  Cafébetreiber mir zu  und sagte „It‘s on the house.“

Zurück im Museum staunte ich: von frühesten Behausungen, über biblische Orte, Nabatäersiedlungen, griechisch-römische Städte bis zu den Kreuzfahrerburgen, den islamischen Eroberern, den Osmanen, das kleine Land Jordanien hatte sich immer im Schnittpunkt großer Zivilisationen befunden. Entsprechend vielfältig waren die Ausstellungsstücke, die sehr anschaulich präsentiert wurden.

Highlights waren die mit 9500  Jahren bisher ältesten entdeckten menschlichen Statuen  von Ain Ghazal, ein Teil der Schriftrollen vom Toten Meer (Dead Sea Scrolls) und Ausgrabungsstücke aus Petra.

Nahm dann ein Taxi zurück ins Hotel. Lustig fand ich, dass mein Fahrer, ein netter älterer Herr, zunächst noch einen Fahrgast in eine andere Richtung beförderte und unterwegs einen weiteren Passagier aufnahm, der höchstens 500 Meter mitfuhr und mit einer kleinen Münze bezahlte. Am 1st Circle fragte mich der Fahrer, wo er jetzt zum Hotel abbiegen müsse. Das wusste ich allerdings nicht mehr. Kurze Zeit später schlug er mir vor, den Rest zu  laufen. Es sei nicht mehr weit. Das fand ich nicht so toll, weil ich nicht wusste, wo das Hotel lag und mich nicht noch verlaufen wollte. Schließlich ließ ich mich an einer Stelle absetzen, von der man auf das Hotel heruntersehen konnte. Das war mir lieber als noch länger durch schmale Straßen zu kurven oder im Stau zu stehen.

Am Abend besuchte  ich die bekannte Rainbow Street. Amman liegt auf 20 Hügeln. Man läuft  oft  steil bergauf und bergab. Die  Rainbow Street lag zwar in der Nähe des Hotels,  aber ich musste ziemlich nach oben steigen. In der Straße befanden  sich viele Shops mit Klamotten und Souvenirs. Es gab zahlreiche von jungen Jordaniern und Touristen besuchte Cafés, hauptsächlich für Freunde der Shisha (zu denen ich nicht gehöre). Schließlich fand ich ein schönes Restaurant. Im Sufra aß ich leckere Falafel und ein Lammschmorgericht. Dazu hätte ich gerne ein Glas Rotwein getrunken, aber in diesem Restaurant  in der Hauptstadt mit gehobener Küche wurde kein Alkohol serviert, also bestellte ich mir wieder mal ein Bitter Lemon. Immerhin wurde ich  als „Alleinesserin“ an einen guten Platz und nicht am Ausgang oder der Toilette platziert und freundlich und flott bedient.

Den Abend beschloss ich bei einem Lemon-Mint-Drink in der Old View Bar mit Blick über das unendliche Lichtermeer.

Und so ging es weiter: Jordanien Rundreise im November 2018 (6)