Sylt im Winter: Erfahrungsbericht – # 1

Beginn der Anreise, Fahrt nach Berlin am 1.12.2022

Nachdem der Orthopäde mich als gesund erklärt hatte, begann ich sogleich Reisepläne zu schmieden. Die nordfriesische Insel Sylt wollte ich schon seit langem besuchen. Weil Sylt im Sommer völlig überlaufen sein soll, plante ich einen Winterurlaub. Mich einmal warm eingepackt von der frischen Nordseebrise durchpusten zu lasssen, und hinterher bei einem heißen Tee wieder „aufzutauen“ war ein langgehegter Traum. Wir wohnen aber „leider“ in München und die Entfernung nach Sylt beträgt mehr als 1000 km. Weiter kann man innerhalb Deutschlands nur fahren, wenn man noch weiter südlich lebt, z.B. in Garmisch-Partenkirchen. Mit dem Zug beträgt die Fahrtzeit von München mindestens 9 Stunden und 15 Minuten. Und das nur, wenn alles gut geht, ohne Verspätungen und Zugausfälle.

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Die Lösung ergab sich, als H. zu einem Treffen in Berlin im Dezember fuhr und mich fragte, ob ich mitkommen wollte. Natürlich wollte ich, nur sah ich nicht ein, dass wir nach zwei Tagen schon wieder zurückfahren sollten. Länger in Berlin zu bleiben, war keine Option, da die Stadt um diese Jahreszeit sehr grau und ungemütlich ist. Auch kannten wir Berlin schon ganz gut und hatten die touristischen Highlights, auch die Museen, bereits gesehen. (Im Sommer würde mich eine weitere Berlinreise aber schon reizen.)

Bei meiner Suche nach Bahnverbindungen nach Berlin fand ich die Lösung. Die Fahrtzeit von München in die Hauptstadt beträgt etwas mehr als fünf Stunden und von Berlin nach Westerland auf Sylt gibt es eine direkte Verbindung mit der Bahn, die noch einmal so lange dauert. Eine bezahlbare Ferienwohnung in Westerland war schnell gefunden und schon standen unsere Reisepläne. Wir würden acht Tage auf der Insel verbringen.

In Berlin kamen wir am frühen Nachmittag an. Erst war es neblig bewölkt und dann fing es sogar an zu schneien. Ich fuhr bald weiter nach Potsdam, um Freunde zu besuchen, die ich seit einigen Jahren nicht gesehen hatte, und kehrte dann nach Berlin zurück.

Berlin Aufenthalt am 2.12.2022

Am nächsten Tag besuchten wir vor allem die East Side Gallery .

Es handelt sich um eine Open-Air-Galerie auf dem längsten noch erhaltenen Teilstück der Berliner Mauer in der Mühlenstraße zwischen dem Berliner Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke entlang der Spree. Im Frühjahr 1990, nach der Öffnung der Berliner Mauer, wurde dieses Teilstück von 118 Künstlern aus 21 Ländern auf einer Länge von 1316 Metern bemalt. Anstelle der zerstörten und beschädigten Originale existieren heute nur noch die im Jahr 2009 entstandenen Repliken.
Quelle: Wikipedia

Die Street Art an der Berliner Mauer fanden wir äußerst sehenswert, aber es war ein sehr nebliger und richtig ungemütlicher Wintertag. Eigentlich wurde es den ganzen Tag über nicht richtig hell. Bei mir kamen schon Mütze und Handschuhe zum Einsatz, die erst für Sylt vorgesehen waren. Als wir nach eineinhalb Kilometern entlang der East Side Gallery bei der Oberbaumbrücke angekommen waren, mussten wir uns erst einmal aufwärmen, was wir im nächst gelegenen indischen Restaurant mit heißer Suppe taten.

Dennoch war die East Side Gallery einen Besuch wert, was ihr den nachfolgenden Fotos entnehmen könnt.

Nachmittags besuchte ich die wunderschöne Ausstellung „Donatello – der Erfinder der Renaissance“ in der Berliner Gemäldegalerie. Und traf mich danach zu einem sehr anregenden und gemütlichen Plausch bei Kaffee und Zupfkuchen mit meiner Bloggerfreundin Elke. Es lohnt sich, in ihren Blog Elke unterwegs hineinzuschauen, wo es gut geschriebene Berichte über ihre individuell geplanten und durchgeführten Reisen und richtig tolle Fotos zu sehen gibt. Zur Zeit berichtet Elke über ihre mehrwöchige Zugreise quer durch die USA mit dem California Zephyr.

Den Abend in Berlin ließen wir bei einem köstlichen Tapas Essen mit der Gruppe ausklingen.

Weiterreise nach Sylt am 3.12.2022

Kurz nach 9 Uhr bestiegen wir den Zug, der uns in 5, 5 Stunden pünktlich nach Sylt schaukelte. Die Überfahrt auf die Insel erfordert keine Fährverbindung, sondern verläuft seit den 1930er Jahren auf dem Hindenburgdamm. Als wir in Westerland ausstiegen, nieselte es und die feuchte Kälte ging durch und durch. Wir bezogen unsere Ferienwohnung und konnten vor dem Sonnenuntergang um kurz nach 16 Uhr gerade noch einen kleinen Spaziergang zum Strand unternehmen, der einen guten ersten Eindruck machte. Aber das Wetter musste unbedingt besser werden, ansonsten wären unsere geplanten Strandwanderungen eine echte Herausforderung!

Winterreise nach Sylt: ein Erfahrungsbericht – #1 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Berlinale Blues 2022

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In diesem Jahr soll die Berlinale vom 10. bis 20.2.22 trotz Corona wieder als Präsenzfestival stattfinden. Das Programm wurde gekürzt, alle Empfänge sind abgesagt und die Vorführungen finden unter strengen Hygieneauflagen statt. Und sie werden ohne mich stattfinden!

Es fing damit an, dass ich erstmals keine Akkreditierung mehr bekam. Das hat natürlich mit meinem Rentnerinnenstatus zu tun, aber auch damit, dass es wegen Corona generell weniger Zulassungen gibt.

Seit 2007 habe ich dreizehnmal die Berlinale besucht. Es war immer sehr hektisch und ich habe mich über Vieles geärgert, aber das Privileg, bevorzugt an einem A-Festival teilnehmen zu dürfen, doch sehr genossen (und es weidlich ausgenutzt, wann immer sich ein Timeslot zwischen beruflichen Terminen auftat). Einige Filme waren sensationell andere grottenschlecht, viele bewegten sich in der Mitte, aber das gehört eben zu einem Filmfestival dazu.

Seit Anfang Januar hatte ich überlegt, trotzdem nach Berlin zu fahren. Irgendwie würde ich es schon schaffen, an Kinokarten zu kommen. Und wenn nicht, würde ich in Berlin sehr viel Neues und Interessantes entdecken können. Zum Beispiel wollte ich mir die nach langer Sanierung wieder eröffnete Nationalgalerie anschauen.

Aber dann stiegen die Inzidenzen in Berlin (wie auch in München) immer höher (Stand 25.1.2022: knapp 1600) und mir wurde klar, dass ich mich auf der Berlinale keinesfalls unbesorgt aufhalten konnte. Auch wenn in den Kinos strikte Maßnahmen gelten, bewegt man sich doch ständig in Menschenmengen, z.B. in den Öffentlichen Verkehrsmitteln, im Restaurant und im Hotel. Gelesen habe ich außerdem, dass die Booster Impfung nicht vor der Ansteckung mit Omikron sondern nur vor dem schweren Corona Verlauf schützt. Mich fern der Heimat zu infizieren und dann nicht nach Hause zu können, darauf lege ich wirklich keinen Wert.

Heute recherchierte ich die Filme im diesjährigen Berlinale Wettbewerb und suchte diejenigen aus, die ich gerne sehen möchte. Das geht sicher zu einem späteren Zeitpunkt im Kino oder als Stream. Das Ganze erinnerte mich aber sehr an meine echte Berlinale Planung und es machte mich ziemlich traurig.

Draußen lachte die Abendsonne, also begab ich mich auf einen flotten Waldspaziergang. Und danach ging es mir gleich viel besser. Wahrscheinlich klappt es wieder mit dem Münchner Filmfest im Sommer. Darauf freue ich mich schon sehr …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.