CMMC – February Color – Blue-Greens Blau-Grün, die Farbe im Februar

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Gestern wurde unser Lockdown wieder um vier Wochen verlängert. Aber die Friseure dürfen ab 1. März wieder öffnen. Das verstehe, wer will … Und die Bundesländer dürfen entscheiden, ob und wie sie die Schulen öffnen. Da bin ich mal gespannt. In Bayern wird das Ganze sehr restriktiv ablaufen, dafür wird unser Ministerpräsident Söder sorgen.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin eine Befürworterin von Corona Schutzmaßnahmen und vor allem die Zahl der Toten ist immer noch viel zu hoch. Aber langsam geht mir diese Hängepartie ziemlich auf die Nerven. Lange hieß es eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 würde angestrebt. Nun muss der Wert wegen der Virus Mutationen, von denen man immer noch nicht (?) genau weiß, wie sie sich auf das Infektionsgeschehen auswirken, unter 35 liegen, bevor weitere Lockerungen erfolgen können.

Bin wirklich bescheiden geworden und, für meine Verhältnisse, ungeheuer geduldig. Es geht mir mometan nicht um das Reisen, aber zum Beispiel mal wieder Essen gehen oder wenigstens ins Café, eine Ausstellung besuchen oder einen Film im Kino sehen, wäre sehr schön. Alles unter Einhaltung sämtlicher Hygienebestimmungen natürlich!

Genug der Jammerei, die in meinem Fall auf hohem Niveau geschieht ! Um mich zu beruhigen, mache ich gerne bei Cee Neuners Fotochallenge „CMMC – February Color – Blue-Greens“ mit. Danke Cee Neuner für diese wohltuende Therapie !

Yesterday, our lockdown was extended again for four weeks. But the hairdressers are allowed to reopen from March 1. Understand this who can… And the Federal States may decide whether and how they open the schools. I’m curious what will happen. In Bavaria, the whole thing will be very restrictive, our Minister-President Söder will make sure of that.

Please do not get me wrong, I am a supporter of the Corona protective measures and especially the number of deaths is still far too high. But slowly this hanging game is getting on my nerves. For a long time they have been saying a seven-day incidence of 50 would be targeted. Now, because of the viral mutations, of which it is still (?) not known exactly how they affect the infection process in Germany, the value must be below 35 before further relaxations can be decided.

I have become really modest and, by my standards, tremendously patient. I’m not so keen on traveling at the moment, but for example having a meal in a restaurant or at least visit a café, look at an exhibition or seeing a film at the cinema would be very nice. All in compliance with all hygiene regulations, of course!

Enough of the whining, which in my case happens at a high level ! To calm myself down, I like to participate in Cee Neuner’s photo challenge „CMMC – February Color – Blue-Greens“. Thank you Cee Neuner for this soothing therapy !

Lake Maligne and Lake Peyto, Canada und Sun-Moon-Lake in Taiwan

Cinque Terre, Monterosso

Türen und Fenster sind auf Lanzarote Grün und mit einem blassen Blaugrün gestrichen.
Doors and windows are painted green in Lanzarote and also with a pale blue-green.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Highlight: Wandern in den Cinque Terre 3/Hiking in Cinque Terre 3

Reisen ist zur Zeit unmöglich. Bis zu einer Verbesserung der Situation bleibt uns nicht anderes übrig als die Erinnerung an wunderschöne, vergangene Reisen zu beleben.

In diesem Sinne veröffentliche ich noch einmal meine Beiträge über unseren Wanderurlaub in den Cinque Terre in Ligurien (Italien). Den im März 2018, in der Frühzeit meiner Bloggerei verfassten, Beitrag habe ich nicht verändert. Meine Texte waren damals länger und nur wenig bebildert. Wie gefällt euch das Ganze ?

Meinen ersten Beitrag zu unserer Wanderreise in den Cinque Terre findet ihr hier und den zweiten dort.

Cinque Terre im Vorfrühling 3

Wanderung von Sestri Levante zur Punta Manara

Nach der langen Wanderung gingen wir am nächsten Tag eigentlich nur spazieren. In Sestri Levante (Fahrt von Levanto mit dem Regionalzug ab 15 Minuten, einfache Fahrt 4 €) einem netten Städtchen bummelten wir und relaxten dann an der wunderschönen halbmondförmigen Baia del Silencio.

Danach liefen wir zur Landzunge Punta Manara (ca. 1,5 Stunden hin und zurück), wo wir immer wieder herrliche Blicke auf die Stadt hatten. Danach gingen wir noch am Hauptstrand mit seinen herrlichen Palästen entlang, kehrten wegen der überteuerten Essenspreise aber in die Fussgängerzone zurück, wo wir den Ausflug bei Pasta, Kaffe und Eis ausklingen ließen.

Wanderung von Corniglia nach Manarola

Als wir am folgenden Morgen aus dem Fenster sahen, lachte zum ersten Mal in unserem Urlaub nicht die Sonne. Dunkle Wolken hingen über den Hügeln. Es war stark bewölkt, aber es regnete nicht. Im Grunde herrschte kein schlechtes Wanderwetter.

In unserer „Sammlung“ der Cinque Terre Dörfer fehlte uns noch Manarola. Als Alternative zu dem gesperrten Küstenwanderweg von Corniglia nach Manarola wollten wir nun den Höhenweg gehen.

In Corniglia stiegen wir aus dem Zug. Bei unserem ersten Aufenthalt am Bahnhof von Corniglia hatten wir einen kleinen Shuttlebus entdeckt, der ins Dorf fährt. Mit diesem Bus benutzten wir nun (2,50 € pro Person) und sparten damit einen ersten Anstieg von 80 m. Die restliche Höhe von etwas über 200 m absolvierten wir, inzwischen trainiert, ohne Probleme. Mit schönem Blick auf die Küste ging es dann eben weiter. Ein bisschen schade war, dass das Meer bei dieser Witterung nicht mehr zwischen azurblau und smaragdgrün changierte. Vielmehr herrschte ein dumpfes Dunkelgrau vor.

Mit der Zeit merkten wir, dass auch andere Wanderer auf unsere Alternativroute unterwegs waren. Uns kamen viele große Gruppen entgegen oder überholten uns. Wir bekamen eine Ahnung davon, wie das Wandern in der Hochsaison sein würde.

Der Weg war, besonders in dem Weinbaugebiet, das wir durchquerten, ziemlich schmal und man musste sich an einigen Stellen um auszuweichen, über die Weinstöcke oder vorsichtig über den Abgrund beugen. Es handelte sich um das größte Weinbaugebiet in den Cinque Terre, das mehrere Hänge bedeckte. Auf Hinweisschildern lasen wir, dass diese Art, den Wein auf steilen Terrassen anzubauen, Teil des UNESCO Weltkulturerbes der Dörfer der Cinque Terre ist. Die Landschaft lässt keinen Einsatz von Traktoren oder größeren Maschinen direkt am Hang zu. Die Weinhänge werden in mühsamer Handarbeit terrassenförmig angelegt, die Mauern ohne Zement, Mörtel o.ä. errichtet und müssen häufig kontrolliert werden, um ein Abrutschen zu verhindern. Auch die Ernte erfolgt in Handarbeit. Das einzige Beförderungsmittel ist das „Trenino“, eine Zahnradbahn zum Abtransport der Trauben. Hiervon sahen wir allerdings im Frühjahr nur die Schienen.

Unsere Hoffnung auf eine Mittagspause in Volastra, dem einzigen Dorf auf unserer Route, erfüllte sich nicht. Nur eine teurere Trattoria, in der man keine Snacks essen konnte, hatte geöffnet. Also stiegen wir gleich, auf zunächst bequemen Stufen, ab nach Manarola.

Die letzte Wegstrecke  war als Panorama-Route ausgeschildert, das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Tatsächlich hatten wir eine sehr schöne Aussicht auf die farbenfrohen und übereinandergebauten Häuser von Manarola und den Hafen. Im Wanderführer stand, dass man hier bei Nässe nicht absteigen solle. Nun es regnete nicht, aber als wir am Beginn des Abstiegs über den Hang schauten, sahen wir eine Gruppe von Wanderern, die sich äußerst langsam hinunterhangelten, und hörten schon von weitem eine Frau sehr laut schreien. Das konnte ja heiter werden! Letztendlich schien es sich eher um ein psychologisches Problem gehandelt zu haben, wie wir bald erleichtert feststellten. Natürlich war es ein sehr steiler Abhang, den wir hinuntergingen, und es gab auch eine Stelle, wo man direkt über die Klippen ins Meer hätte stürzen können, aber man konnte sich doch ganz gut festhalten, so dass wir keine Probleme hatten. Aber ja, wenn der Weg feucht ist, sollte man ihn höchstens als Aufstieg nutzen, alles andere wäre gefährlich.

Nun hatten wir uns eine schöne Pause in Manarola verdient. Mit Snacks und Getränken von einem Imbissstand machten wir es uns auf einer Bank bequem. Dann liefen wir zum Hafen, immer weiter nach unten, während sich die Häuser von Manarola an den steilen Hängen geradezu übereinander zu stapeln schienen. Wir nahmen, mit vielen anderen Touristen, den Spazierweg an der Küste Richtung Corniglia, der aber, wie wir schon wussten, nach kurzer Zeit gesperrt war.

Zum Abschluss setzten wir uns auf die verglaste Terrasse einer Bar, tranken Kaffee und genossen Eis mit sehr leckerer Amarenasoße. Es gab wieder reichlich Gelegenheit, Leute zu beobachten. Die Bar lag auf dem Weg zum Hafen, den alle gehen, die Wanderer und die Touristen, die mit dem Zug angefahren kommen. Bei letzteren handelte es sich um die Mehrzahl und davon stammte ein sehr großer Prozentsatz aus Asien. Dass diese Leute nicht gewandert waren, sahen wir daran, dass sie nur dünne Kleidung trugen. Die Frauen bewegten sich oft auf Stöckelschuhen. Viele Passanten entsprachen dem Klischee, dass sich Asiaten gerne vor einer Touristenattraktion fotografieren lassen oder sich mit dem Selfie-Stick ablichten. Unerwartet war, dass nicht wenige dieser Touristen sich zum Fotografieren stocksteif hinstellten, sozusagen mit den Händen an der Hosennaht. Der Andrang war bereits beträchtlich. Vielleicht war es doch keine gute Idee die Cinque Terre in der Saison zu besuchen.

Vor der Rückfahrt wollten wir es nicht versäumen, wenigstens ein kleines Stück die berühmte Via dell‘ Amore zu gehen, die nach Riomaggiore führt. Nach fünf Minuten, vorbei an geschlossenen Bars und Imbissständen und den obligatorischen Schlössern, mit denen Liebende aus aller Welt Brücken und Geländer drapieren, kamen wir zu dem Tor, das den Weg versperrte. Noch während wir nach dem gesperrten Weg schauten, kamen uns zwei junge Leute entgegen. Er kletterte lässig über das Tor und half dann seiner Begleiterin. Er musste sich dabei allerdings auf die Meerseite lehnen, auf der ein Abgrund gähnte, so dass es nicht ganz ungefährlich war, die junge Frau hinüber zu heben. Wir hatten genug gesehen und fuhren nun mit dem Zug zurück.

An unserem letzten Urlaubstag regnete es. Wir flüchteten mit dem Zug nach Genua (Regionalzugverbindung ab 1:04 h von Monterosso, 13,20 € pro Person für Hin- und Rückfahrt), bummelten durch die interessante ehemals reiche Hafenstadt, die auch ihre dunklen Ecken hat, und verbrachten ein paar Stunden im riesigen Aquarium in der Gesellschaft von Haien, Manatees, Delphinen, Pinguinen, Seehunden und -pferdchen und vielen weiteren Fischarten (26 € Eintritt pro Person).

Bei der Rückkehr sahen wir viele Surfer am Strand von Levanto, die sich auf dem aufgewühlten Meer tummelten.

Die Cinque Terre haben mir sehr gut gefallen. Würde gerne noch einmal wiederkommen und nach dem Wandern im Meer baden. Aber wie ich dann die Touristenmassen umgehen kann, ist mir noch nicht klar. Es wird wohl nicht ausreichen, auf entlegene Höhenwegen auszuweichen …

Wart Ihr schon einmal im Urlaub in den Cinque Terre ? Und habt Ihr Tipps, wie man dort in der Saison den Urlaub genießen kann ?

Highlight: Wandern in den Cinque Terre 2 / Hiking in Cinque Terre 2

Reisen ist zur Zeit unmöglich. Bis zu einer Verbesserung der Situation bleibt uns nicht anderes übrig als die Erinnerung an wunderschöne, vergangene Reisen zu beleben.

In diesem Sinne veröffentliche ich noch einmal meine Beiträge über unseren Wanderurlaub in den Cinque Terre in Ligurien (Italien). Den im März 2018, in der Frühzeit meiner Bloggerei verfassten, Beitrag habe ich nicht verändert. Meine Texte waren damals länger und nur wenig bebildert. Wie gefällt euch das Ganze ?

Den ersten Post zu unserer Wanderreise in den Cinque Terre findet ihr hier.

Cinque Terre im Vorfrühling 2 

Wanderung von Levanto nach Bonassola und Framura

Nachdem wir am Samstag die Massen beobachtet hatten, die in die Cinque Terre strömten, beschlossen wir, am Sonntag dort nicht zu wandern. Wir gingen zunächst von Levanto nach Bonassola. Der Weg verlief größtenteils durch ein locker mit Ferienhäusern bebautes Gebiet, bot aber schöne Aussichten und war nicht schwierig. Natürlich ging es wieder bergauf und bergab, aber daran hatten wir uns inzwischen gewöhnt. Das dachten wir jedenfalls …

Nach ca. einer Stunde kamen wir am idyllischen Strand (zumindest um diese Jahreszeit) von Bonassola an, wo wir eine kleine Rast einlegten. Es war zwar sonnig und recht warm, ca. 13 bis 15 Grad, aber der kühle Wind vertrieb uns relativ schnell. Einige mutige junge Frauen konnten wir trotzdem bei einem kurzen Bad beobachten. Auf einer windgeschützten Caféterrasse machten wir es uns in der Sonne bei Cappuccino und Brioche bequem.

Wir suchten dann den Weg nach Framura, dem Nachbarort, der unser heutiges Ziel darstellen sollte. Nach einigen Fragen bei Einheimischen und in der Touristeninformation folgten wir schließlich dem Zeichen nach Framura  (hinterher merkten wir, dass wir den einfacheren Pfad mit der Bezeichnung SVA hätten gehen können). Unser Weg führte nun durch eine sehr schöne Küstenlandschaft mit atemberaubenden Ausblicken (u.a. vom Aussichtspunkt Salto de la Lepre) und die Umgebung war dichtbewachsen mit mediterraner Macchia. Allerdings gab es auch zahlreiche ausgesetzte Stellen an Steilhängen, die bis zu zweihundert Meter tief ins Meer abfielen. Ich bin nicht empfindlich, aber nach einiger Zeit zerrte das an meinen Nerven. Mit zitternden Knien bewegte ich mich auf den sehr steilen Abstiegen. Immer wenn ich dachte „Jetzt sind wir gleich unten!“, kam der nächste Aufstieg und danach wieder ein Abhang, auf dem es keine Stufen gab, sondern oft nur Geröll und Matsch auf dem abschüssigen Terrain. So brauchten für eine Strecke von knapp fünf Kilometern dann tatsächlich zwei Stunden, so wie es uns die Dame von der Touristeninformation vorhergesagt hatte.


Die Aussicht auf eine schöne Mittagsrast im Örtchen Framura hatte uns während der anstrengenden Wanderung getröstet. Nach einem letzten steilen Abstieg landeten wir am Bahnhof Framura, um festzustellen, dass es dort sonst nichts gab, nicht einmal eine Bahnhofsbar. Ein Getränkeautomat stand auf einem Bahnsteig, aber der schien nicht zu funktionieren, da ihn ein italienischer Wanderer gerade mit wütenden Flüchen bedachte. Hinter dem Bahnhof entdeckten wir einen Tunnel und hoch über uns am Berg eine Dorfkirche. „Da geh‘ ich jetzt nicht wieder hoch!“ rief ich spontan. (Später las ich, dass Framura ein Ort mit 650 Einwohnern ist, die sich auf fünf „Fraktionen“ verteilen. Der Bahnhof befindet sich in der Fraktion Anzo.)

„Na, dann gehen wir halt zum Strand. Da gibt’s bestimmt eine Bar.“ meinte H. Wir entdeckten eine Art Promenade, einen schön angelegten Weg aus Felsplatten, der knapp über der Meereshöhe direkt an der Steilküste klebte. Hier musste es zum Strand gehen. Wir gingen eine Weile an riesigen Felsen vorbei, an die ständig und lautstark beträchtliche Wellen anbrandeten. Schließlich endete der Weg an einem  engen und kurzen Strandstück direkt unterhalb der Bahngleise, die hier nicht im Tunnel verliefen. Einige Leute hatten sich schon auf den wenigen Plätzen niedergelassen, auf denen man einigermaßen im Trockenen sitzen konnte.

Wo waren wir denn da gelandet? Nach dieser anstrengenden Wanderung, wo wir von oben immer wieder die schönste Gegend bestaunt hatten! Wir gingen ein Stück zurück und fanden dann eine Art Steinpodest über dem Meer, wo wir hungrig über unsere mitgebrachte Notbrotzeit aus Schoko- und Müsliriegeln und Apfel herfielen und unser Wasser austranken.

Eigentlich wollten wir den Fahrrad- und Fußgängerweg von Framura nach Levanto zurückgehen, der auf Meereshöhe verlaufen sollte, fanden aber in Framura den Einstieg nicht. Dann kam auch gleich ein Zug, mit dem wir bis Bonassola zurückfuhren. Der Fahrpreis betrug hier, außerhalb der Cinque Terre, nur 1,90 €.

In Bonassola stärkten wir uns zuerst mit Kaffee und Getränken und fanden dann den Fahrrad- und Spazierweg (Pista Ciclabile) nach Levanto ohne Probleme. Wir hatten uns schon gefragt, wie der Weg an dieser zerklüfteten Küste auf Meereshöhe verlaufen kann. Die Lösung war, dass wir durch mehrere lange Tunnel liefen, die im 19.Jahrhundert als Eisenbahnstrecke angelegt worden waren und nun von Spaziergängern und Radfahrern benutzt werden konnten. Zwischen den Tunneln hatten wir tolle Ausblicke auf die dramatische Felsküste und die Brandung. Das war wirklich eine einzigartige Wandererfahrung. Wir nahmen uns vor, an einem Regentag, wenn die Wellen noch wilder gegen die Felsen peitschen würden, wieder zu kommen.

Am Montag hatten wir uns eine längere Wanderung von Riomaggiore nach Portovenere vorgenommen. Nachdem wir in Riomaggiore gestartet waren, erreichten wir ziemlich schnell auf einem Weg mit angenehmer Steigung (ohne steile Stufen) die Wallfahrtskirche Madonna di Monte Nero (345 m hoch).  Riomaggiore hatten wir wegen der bevorstehenden längeren Wanderung von fünf bis sechs Stunden schnell hinter uns gelassen. Der Plan war, in der Cafeteria der Wallfahrtskirche ein zweites Frühstück zu genießen. Nun ja, da hatte ich mich wohl verrechnet. An diesem Montag waren die Kirche und die Cafeteria geschlossen. Der wunderbare Ausblick über die Cinque Terre auf der einen und die Halbinsel von Portovenere auf der anderen Seite , den wir auf einer Bank in der Sonne bei mit Schokoriegeln und Cola genossen, entschädigte uns aber.

Die Wanderung sollte dann sehr einsam werden. Zwischendurch sorgte ich mich fast. Was würde passieren, wenn einer von uns stürzte ? Gäbe es Wanderer, die uns helfen könnten? Begleitet von schönen Blicken auf die Küste stiegen wir zum Telegrafo auf in 513 m Höhe auf. Teilweise mussten wir auf Händen und Füßen klettern.

Oben angekommen entdeckten wir, dass das Restaurant ebenfalls wegen Ruhetag geschlossen war. Außerdem flog ein Hubschrauber ständig über dem Gebiet hin- und her, der große Steine in Taschen an eine uns unbekannte Stelle transportierte. Diese musste sich aber in der Nähe befinden, weil der Helikopter immer direkt mit sehr lautem Dröhnen wiederkehrte. Außerdem stellten wir fest, dass auf den Telegrafo eine Straße führte und einige Wanderer bis hierhin mit dem Auto gefahren waren.

Ein bisschen frustriert beschlossen wir, gleich weiter nach Portovenere zu gehen. Kaum zehn Minuten später kamen wir an einen Kiosk mitten im Wald. Der Pächter saß an einem Tisch und las die Zeitung, sonst war niemand zu sehen. Erleichtert setzten wir uns und pausierten bei Kaffee und Kuchen. Auf den Cappuccino hatte ich keine große Hoffnung gesetzt. Aber wir befanden uns in Italien, wo es selbst in einem Kiosk im Wald eine professionelle Kaffeemaschine gibt !

Gut gestärkt gingen wir weiter. Erstaunlicherweise verlief der Weg nun noch ein bisschen höher, so dass wir uns schließlich auf 586 m Höhe befanden (Das sollte unser Rekord bleiben.). Hier liefen wir durch einen dichten Wald, aber es gab keine immergrünen Pflanzen wie in der Macchia. Auch wies kein einziges Laubgehölz Knospen auf. Jetzt bemerkten uns zum ersten Mal bewusst, dass wir uns noch durch eine Winterlandschaft bewegten. An der Küste hatte es bisher immer ein paar hellgrüne Flecken gegeben und ganz vereinzelt auch blühende Zweige. Ich beschloss, einmal im Frühling zu den Cinque Terre zurückzukehren. Trotz der Touristenmassen muss es dann sehr schön sein.

Bald blickten wir auch auf die andere Seite der Halbinsel von Portovenere, den Golf von La Spezia und dahinter den schneebedeckten Apennin – ein beeindruckender Anblick!

Nachdem wir eine ganze Weile auf bequemen Pfaden unterwegs gewesen waren, näherten wir uns der Steilküste. Unser Weg bewegte sich nun zum Teil sehr dicht an hohen Klippen entlang, bot aber auch atemberaubende Ausblicke auf die Küste. Manchmal hätte ich gerne ein Geländer zum Festhalten gehabt, aber wirklich gefährlich war es nicht, zumindest nicht bei trockenem Gestein.

Wir liefen danach durch einen dichten Wald und zwar leicht bergauf und dann wieder sehr langsam bergab . Ich machte mir schon Gedanken, ob wir richtig waren, weil uns die bis dahin sehr häufigen Wegweiser nach Portovenere verlassen hatten und es nur noch Wanderzeichen mit wechselnden Nummern im 500er Bereich gab. Ein Blick auf unseren Standort mit Hilfe von Google Maps verriet uns, dass wir uns in die richtige Richtung bewegten. Schließlich begannen sie wieder: die Stufen, viele, viele, hoch und sehr steil. Wir schleppten uns hinunter und landeten direkt auf dem Hauptplatz von Portovenere ! In der ersten Bar ließen wir uns auf Terrassenstühle fallen und regenerierten uns bei Kaffee, Eis und Bier.

Danach liefen wir durch die Altstadt zur Festung mit der Kirche San Pietro, ein magischer Ort mit berauschenden Ausblicken auf die Küste, den Hafen und den Apennin. Im Hafen von Portovenere dümpelten leider erst einige Boote. Den bekannten Postkartenblick konnte ich nicht ablichten. Wohl aus Platzmangel waren die für den Winter mit Planen eingerüsteten Boote nicht nur in der Nähe der Häfen untergebracht sondern standen meist mitten im Ort, zum Beispiel neben den Restaurants.

Eigentlich wollten wir mit dem Boot nach Monterosso zurückfahren. Wir hätten aber noch eine Stunde warten müssen und wären dann erst zwei Stunden später in Levanto gewesen. Unsere Aufnahmekapazität für schöne Landschaften waren außerdem erschöpft. Wir entschieden uns, mit dem Bus nach La Spezia zu fahren und nahmen dort den Zug zurück in unseren Ferienort Levanto (Dauer- ohne unsere Suche des Bahnhofs in der Stadt – ca. 1 Stunde).

Highlight: Wandern in den Cinque Terre 1/ Hiking in Cinque Terre 1

Reisen ist zur Zeit unmöglich. Bis zu einer Verbesserung der Situation bleibt uns nicht anderes übrig als die Erinnerung an wunderschöne, vergangene Reisen zu beleben.

In diesem Sinne veröffentliche ich noch einmal meine Beiträge über unseren Wanderurlaub in den Cinque Terre in Ligurien (Italien). Den im Jahr 2018, in der Frühzeit meiner Bloggerei, verfassten Beitrag habe ich nicht verändert. Meine Texte waren damals länger und nur wenig bebildert. Wie gefällt euch das Ganze ?

Wandern in den Cinque Terre vom 22.- 30.3.2018

Cinque Terre im Vorfrühling 1

Von Levanto aus, wo wir unsere Unterkunft gebucht hatten, kann man sehr gut mit dem Zug fahren: westwärts nach den Cinque Terre (Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Rio Maggiore)  sowie nach La Spezia und westwärts nach Sestri Levante ca.  alle 30 Minuten. Auch nach Genua gibt es häufige Zugverbindungen. In den Cinque Terre  gilt der Einheitstarif von 4 € pro Fahrt, auch wenn man nur in das nächstgelegene Dorf fährt. Für den gleichen Preis kann man auch nach La Spezia und Sestri Levante reisen. Wir sind jeden Tag mit dem Zug zum Ausgangspunkt unserer Wanderungen gefahren. Die Tageskarte Cinque Terre Card für 16 €  haben wir nicht benutzt.

Unsere erste Wanderung sollte Monterosso nach Riomaggiore führen. Das ist die beliebteste Wanderung und sie kostet Eintritt. Diesen mussten wir aber nicht bezahlen, weil der Wanderweg offiziell erst am nächsten Tag eröffnet wurde.

Wir fuhren mit dem Zug nach Monterosso. Die Fahrt dauert nur fünf Minuten. Trotzdem hatten wir uns auf Plätze auf der Meeresseite in einem erhöht gelegenen Zugteil gesetzt, um die Aussicht zu genießen. Wir mussten dann aber feststellen, dass der Zug direkt nach der Abfahrt in einem Tunnel verschwand, aus dem er erst kurz vor dem Bahnhof von Monterosso wieder auftauchte. Da wussten wir noch nicht, dass dies auf der gesamten Strecke in den Cinque Terre der Fall sein würde. Bei manchen Bahnhöfen, wie zum Beispiel in Riomaggiore, steigt man sogar in einem Tunnel aus.

Vom Bahnhof in Monterosso liefen wir durch einen Fussgänger- und Fahrzeugtunnel, der zum alten Stadtkern des Örtchens führt. Nach ein bisschen Fragen und Suchen fanden wir auch den Beginn des Wanderwegs, links neben der Kirche. Danach war es kein Problem mehr. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und oft mit Treppengeländern versehen. Zwischendurch gibt es nummerierte Punkte („Punto“) mit Schildern, die sogar mit Notrufnummern versehen sind.

Bei schönstem Wetter liefen wir zunächst bis Vernazza. Wir staunten nicht schlecht darüber, dass das Wandern recht anstrengend war. Obwohl die zu bewältigenden Höhen nicht über 220 Meter hinaus gingen, mussten wir ständig treppauf und treppab laufen. Aber die Ausblicke auf das smaragdgrüne Meer und die wilde Küste waren wirklich wunderschön. Nach Vernazza stiegen wir hinunter und verbrachten dort eine ausgiebige Mittagspause in einer Bar am Hafen. Selten habe ich schöner gesessen. Allerdings war es erwartungsgemäß ziemlich teuer: 30 Euro für zwei kleine Snacks, Bier, Wasser und Espresso.

Vernazza Cinque Terre

Nach dem Ort  mussten wir wieder viele Treppen hinaufsteigen, um nach Corniglia, dem Cinque Terre Dorf Nr. 3,  zu gelangen. Dieses liegt aber nicht auf Meereshöhe sondern 80 m hoch, so dass der Abstieg nicht so beschwerlich war.

In dem hübschen Örtchen mit der sehenswerten Wallfahrtskirche San Pietro gönnten wir uns ein leckeres Eis, gingen aber gleich weiter. Die Fortsetzung des Wegs nach Manarola und Riomaggiore würde viel erholsamer werden. Unsere Karte zeigte einen Verlauf auf Meereshöhe.

Aber zunächst liefen wir viele, aber bequeme Treppen hinunter, die vom Ort zum Bahnhof Corniglia führten. Dort standen ziemlich viele Leute, die wohl keine Lust zum Laufen mehr hatten. Wir liefen weiter an der Küste an verfallenen Buden vorbei und dann stellte sich heraus, dass der Weg bis zum Ende in Riomaggiore gesperrt war. Ein riesiges Gatter verwehrte uns den Zugang. Dahinter sah man mehrere Stellen, an denen der Weg  durch Erdrutsche abgebrochen war. Wir waren etwas sauer und fragten uns, warum es keinen Hinweis auf die Sperrung am Bahnhof Corniglia gegeben hatte. Wie wir später erfuhren ist dieser Wegabschnitt seit mehreren Jahren gesperrt und wird auch in diesem Jahr (2018) nicht geöffnet. Selbst die berühmte Via dell‘ Amore zwischen Manarola und Rio Maggiore, die angeblich von Liebespaaren aus der ganzen Welt begangen wird, ist nicht zugänglich. Nun gut, für den ersten Tag reichte es uns  mit dem Wandern. Cinque Terre No. 4 und 5 Manarola und Riomaggiore würden wir an anderen Tag besuchen. Wir nahmen den Zug zurück nach Levanto.

Am nächsten Tag spürten wir unsere Knochen und beschlossen, einen kurzen Wandertag einzulegen. Bei  leicht bewölktem Wetter starten wir am Ende des Strandes von Levanto. Es ging wieder über steile Stufen bergauf. Wir wollten über die Punta Mesco (320 m hoch) nach Monterossa laufen. Unterwegs wurden wir immer wieder von einer großen amerikanischen Jugendgruppe überholt, die zwischendurch aber Pausen einlegte. Ohne es zu wollen, erfuhren wir vieles über die Zukunftspläne der jungen Leute, die sich lautstark unterhielten. Der Weg war nicht gefährlich, wir mussten aber wegen felsiger und ausgesetzter Stellen besser aufpassen als am Vortag. Auch fehlten die praktischen Geländer. Der wunderschöne Blick von der Punta Mesco auf die Cinque Terre entschädigte uns aber für alle Mühen des Aufstiegs.

Ein bisschen grauste mir vor dem im Wanderführer beschriebenen steilen Abstieg nach Monterosso. Tatsächlich führte der Weg nach der Punta Mesco zunächst steil über teilweise loses Gestein herunter. Nach kurzer Zeit begannen aber wieder Stufen, die uns nun sehr gelegen kamen. Nach knapp drei Stunden kamen wir in Monterosso an.

In der Nähe des Bahnhofs legten wir eine schöne Mittagspause  ein. Heute, am Samstag, herrschte wesentlich mehr Betrieb als am Vortrag. Jedesmal wenn ein Zug angekommen war, zogen ganze Völkerscharen an uns vorüber. Witzig war, dass die Stühle unserer Bar sehr dicht an diesem Spazierweg standen. Man durfte aber auch nicht zu weit nach hinten rücken, weil man sonst auf der Straße saß, auf der gelegentlich ein Auto oder ein Motorrad vorbeifuhr. Trotzdem war es eine sehr schöne Pause. Wir schauten bei schönstem Sonnenschein auf das Meer und konnten allerlei Leute beobachten.

Wir besuchten noch die malerische Altstadt von Monterosso, wo es einiges an Souvenirs zu kaufen gibt und nahmen dann am frühen Nachmittag den Zug zurück nach Levanto.