Entspanntes Wandern bei Essing Relaxing hike around Essing

Im März herrschte bei uns tagelang schauriges Aprilwetter mit Schnee- und Graupelschauern. Für Mittwoch letzter Woche wurde endlich wieder Sonnenschein mit Temperaturen bis zu 20℃ angekündigt. Das musste ich zum Wandern nutzen, zumal es über Ostern erneut ungemütlich werden sollte. In den Bergen wollte ich nach der Schlechtwetterperiode lieber nicht wandern. H. nahm mich nach Bad Gögging bei Kehlheim mit. Zu meinem Wanderziel Essing im Altmühltal fuhr ich noch knapp 20 km weiter.

Kaum hatte ich geparkt, da wurde mir klar, dass die im Wanderprospekt (ohne Höhenprofil) angegebenen 253 Höhenmeter auf ein Mal und zwar entlang der steil aufragenden Felsen zu absolvieren waren.

Frohgemut machte ich mich auf den Weg. Durch den lichten Wald schien die Sonne auf den steilen aber trockenen Pfad. Bald musste ich, heftig schnaufend, zwei Lagen Kleidung ablegen. Meine Mühe wurde nach kurzer Zeit durch einen wunderbaren Blick ins Altmühltal mit dem Main-Donau-Kanal belohnt.

Nun folgte ich dem gemächlicher steigenden Weg bis zur Burgruine Randeck. Der Zugang zur Burg aus dem 11. Jahrhundert war, wie zu erwarten, geschlossen. Von ihrem Burgfried soll man eine einmalige Aussicht auf das Altmühltal geniessen können. Auf der sonnigen Bank vor der Burganlage ließ ich mich nieder und verspeiste meine mitgebrachte Brotzeit. Immer wieder kamen andere Wanderer vorbei, aber den Corona Abstand einzuhalten, war kein Problem.

Nach der Burg trennte sich der Rundweg von einer deutlich kürzeren Route und dann war ich alleine auf weiter Flur. Das sollte sich während der nächsten Stunden nicht ändern und war sehr entspannend. Ich genoss die frische, milde Luft und dachte ich eine ganze Zeit lang überhaupt nicht an Corona.

Zunächst kam ich an der idyllisch an einem Weiher (der als „Bartholomä See“ bezeichnet wird) gelegenen Kapelle St. Bartholomä vorbei.

Dann lief ich auf der Jurahochfläche weiter. Nicht verhehlen möchte ich, dass die Landschaft nun kahl und etwas eintönig wirkte. Auch brannte die Märzsonne und die unbelaubten Bäume warfen keinen Schatten. Ein bisschen schade fand ich auch, dass die Gegend noch sehr winterlich aussah. Frühlingsgrüne Knospen konnte ich nur selten ausmachen. Im Wald entdeckte ich aber zahlreiche Leberblümchen. Anderseits lief ich alleine durch Wald und Feld und einmal sprangen sogar zwei Rehe direkt hinter mir über den Weg. Fotografieren konnte ich so schnell leider nicht.

Der Abstieg vom Hochplateau ins Altmühltal verlief glücklicherweise allmählicher. Nur im Naturschutzgebiet Schulerloch war ein kurzes Steilstück zu bewältigen. Der Weg war trocken, fast schon zu trocken für die Jahreszeit. Ich ging vorsichtig hinunter, brauchte aber keine Wanderstöcke. Nun freute ich mich, dass ich mich auf dem Hinweg „verlaufen“ hatte. Im Wandervorschlag wurde die Strecke in umgekehrter Richtung beschrieben. Persönlich laufe ich lieber steil bergauf als bergab. Aber das sehen manche Wanderer vielleicht anders!

Eine weitere Attraktion, die Tropfsteinhöhle Schulerloch, hatte coronabedingt geschlossen. Am Eingang gab es aber einen zauberhaften Blick ins Tal mit Essing im Hintergrund.

Das letzte Stück der Wanderung zog sich. Die Sonne sorgte für eine gehörige Wärme und es waren auch wieder mehr Leute unterwegs, zu denen man Abstand halten musste. Die kleine Treppe auf den letzten Metern bewältigte ich japsend. Kurz danach kam ich wieder auf dem Parkplatz an, wo ich noch letzte Fotos von Kirche und Felswänden aufnahm. Dass ich den auf den Kirchenbesuch verzichtete, war für mich eher untypisch. Wahrscheinlich war ich doch ein bisschen fertig …

11 Km, 253 Hm, 3 Stunden ohne Pausen

Fazit:
Im Altmühltal verbrachte ich einen schönen sonnigen, durchaus fordernden, aber nicht zu anstrengenden Wandertag. Auf der Hochebene ist es sicher schöner, wenn die Vegetation weiter fortgeschritten ist. Wiederkommen würde ich gerne, wenn die Burg Randeck und die Tropfsteinhöhle wieder geöffnet sind. Auch einige schön gelegene Gasthäuser mit Gartenterrassen habe ich unterwegs gesehen…

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.