Im schwäbischen Schwarzwald: die Schwarzwaldhochstraße In the Swabian Black Forest: the Black Forest High Road

For translation please use the Google translate button.

Den Ausflug auf der Schwarzwaldhochstraße und zur Hornisgrinde, dem höchsten Berg im Nördlichen Schwarzwald, wollten wir nur bei schönem Wetter und bei klarer Sicht unternehmen. Und siehe da, endlich war es soweit! An unserem letzten Urlaubstag schien die Sonne.

Von Baiersbronn fuhren wir zunächst nach Freudenstadt. Was wir dort im Vorbeifahren von der Altstadt sahen, gefiel uns sehr. Vielleicht würden wir im nächsten Urlaub eine Unterkunft in Freudenstadt suchen. Als Ausgangspunkt für Wanderungen eignete es sich ähnlich gut wie Baiersbronn und abends könnte man mehr unternehmen, hätte mehr Auswahl unter den Restaurants. In normalen Zeiten …

Bald erreichten wir die Schwarzwaldhochstraße (B 500). Die 60 km lange Strecke gehört zu den schönsten Panoramastrecken in Deutschland und führt auf Höhenlagen zwischen 600 und 1000 m mitten durch den Nationalpark Schwarzwald.

Wir fuhren bis Kniebis und parkten auf dem großen Platz bei der Kniebishütte. Von dort gingen wir auf einem kleinen Rundweg zur Aussichtsplattform „Ellbachseeblick“ und zurück (insgesamt ca. 2km, geringe Steigungen). Außer auf den Ellbachsee blickten wir auf dichte Nadelwälder und in der Ferne sahen wir den Baiersbronner Ortsteil Mitteltal. Eine wunderbare Aussicht und so einfach zu erreichen! Natürlich kann man von Mitteltal auch zum Ellbachsee wandern … Das wäre ein schönes Projekt für für den nächsten Schwarzwaldurlaub.

Unseren nächsten Stopp legten wir am „Lotharpfad“ ein. Am 2. Weihnachtsfeiertag 1999 traf das von Westen kommende Orkantief „Lothar“ mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h in seiner ganzen Breite auf den Schwarzwald. Die Bilanz des Infernos: dreizehn Tote in Baden-Württemberg und der auf einer Fläche von rund 40.000 Hektar total zerstörte Wald. Am Verheerendsten wütete der Orkan im nördlichen Schwarzwald.

Auf der Fahrt über die Schwarzwaldhochstraße sind die Kahlflächen, die der Orkan hinterließ, noch zu sehen. Ein Teil der vom Sturm betroffenen Fläche wurde sich selbst überlassen, d.h. umgestürzte, entwurzelte Bäume blieben liegen. Dort werden keine Neuanpflanzungen vorgenommen. Alles wird dem Wirken der Natur überlassen. Im Jahr 2003 wurde hier der ca. ein Kilometer lange „Lotharpfad“ eröffnet. Der Weg führt über Treppen, Leitern und Stege durch die unberührte Natur. Interessant war es zu sehen, wie schnell die Sturmfläche wieder zuwächst. Abgestorbene und von Pilzen besiedelte Baumstämme und riesige Wurzeln umgestürzter Bäume liegen neben dem Grün junger Bäume und Sträucher. Die nachgewachsenen Bäume haben bereits Höhen von etwa fünf bis zehn Metern erreicht.

Weiter ging unsere Fahrt. Am „Ruhestein“ wollten wir eine Pause einlegen und uns im Nationalparkzentrum umschauen. Die Parkplätze waren dort wegen einer großen Baustelle ziemlich knapp. Wir kurvten eine Weile herum und gaben dann auf. Inzwischen habe ich auf der Homepage des Nationalparks gelesen, dass die schrittweise Eröffnung eines neuen attraktiveren Nationalparkzentrums im März 2021 geplant ist. Wahrscheinlich würde es sich lohnen, den Ruhestein später noch einmal zu besuchen.

Auf der Weiterfahrt zum Mummelsee trafen wir nur auf wenige Fahrzeuge. Trotzdem fürchtete ich, dass wir am meist besuchten Karsee im Nordschwarzwald keinen Parkplatz finden würden. Tatsächlich war es auf den großen Parkplätzen sehr voll. Man merkte die Nähe des Ausflugsziels zu den Orten im Rheintal und vor allem zu Karlsruhe. Relativ schnell fanden wir ein einen guten Stellplatz. Darüber war ich ziemlich erleichtert. Unsere Wanderung zur Hornisgrinde würde direkt am Mummelsee beginnen.

Nach einer Brotzeit mit Schwarzwälder Schinkenbrot aus dem Laden des „Hotels Mummelsee“ umrundeten wir zunächst den kleinen See. Dort waren zahlreiche Besucher unterwegs. Der Mummelsee ist ein beliebtes Ziel für Reisegruppen. Ein bißchen überrascht war ich schon über den zu Coronazeiten doch recht lebhaften Betrieb.

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken !

Beim Aufstieg zur Hornisgrinde, die mit 1163 m nur knapp 160 m über dem Mummelsee liegt, war schon etwas weniger los. Der Weg führte uns erst mäßig steil auf dem letzten Stück aber dann doch recht knackig in weniger als einer Stunde auf das breite Gipfelplateau. In der Nähe des gesperrten Hornisgrindeturms bot sich uns der versprochene Blick in die Rheinebene. An klaren Tagen soll man bis zu den Vorgesen sehen können. Bei unserem Besuch war es leider zu diesig. Von der anderen Seite der Hochebene genossen wir wieder eine wunderbare Schwarzwaldausicht . Besonders gut gefiel mir der Gang über den drei Kilometer langen Grindepfad durch das schöne Hochmoor auf der Hornisgrunde. Schon wieder ein Ort, den ich gerne noch einmal besuchen möchte, evtl. im Frühjahr, wenn die Moorpflanzen blühen oder bei Sonnenuntergang. Gehört habe ich auch, dass es dort viele Schmetterlinge gibt.

Den Tag ließen wir auf der Terrasse des Hotels “Mummelsee“ ausklingen, wo wir es uns in der Sonne bei Kaffee und Kuchen gut gehen ließen und noch einmal zum See und zur Hornisgrinde blickten.

Auf der Rückfahrt bogen wir am Ruhestein auf eine Nebenstraße ab, die uns zurück nach Baiersbronn führte. Die Fahrt über die Schwarzwaldhochstraße stellte ein Highlight unseres Urlaubs im Nordschwarzwald dar. Wie wunderbar, dass wir zum Urlaubsende noch einmal schönes Wetter erwischt hatten !

Fazit:
Niemals hätte ich gedacht, dass es mir im Nordschwarzwald so gut gefallen würde. Schon oft hatten wir uns im südlichen, dem Hochschwarzwald aufgehalten, den ich als meine zweite Heimat betrachte. Aber die zauberhaften Nadel- und Mischwälder und die liebvoll angelegten Wanderpfade sowie die vielen Ausflugsmöglichkeiten rund um Baiersbronn sind definitiv eine Reise wert und auch noch eine Weitere. Hoffentlich bei schönerem Wetter !

Auf euer Feedback freue ich mich immer sehr.