Lübeck lohnt sich/Worthwhile trip to Lübeck #2

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Am vorherigen Tag war ich nachmittags in Lübeck angekommen und hatte einen ersten Stadtrundgang unternommen (Lübeck lohnt sich #1). Nun lachte wieder die Sonne. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Zu Hause war es seit Wochen neblig grau gewesen. Allerdings wurde eine Verschlechterung des Wetters in Lübeck vorausgesagt, also musste ich den heutigen Tag für eine ausgedehnte Stadtbesichtigung nutzen.

Vom Hotel ging ich über die Trave in die Altstadt und schaute mir zunächst einige der zum Unesco Welterbe gehörenden Gänge an.

Der Wohnraum innerhalb der Stadtmauern wurde schon ab dem 13. Jahrhundert knapp. Daher brachen geschäftstüchtige Kaufleute und andere findige Hausbesitzer zumeist schmale Gänge durch die Vorderfronten ihrer Häuser und bauten winzige einstöckige und oft fensterlose “Buden” in ihre Hinterhöfe. Diese vermieteten sie an Bedienstete, Tagelöhner, kleine Handwerker und einfache Seeleute mit ihren Familien. Es existieren noch etwa 90 Gänge. Die meisten sind öffentlich zugänglich. Die kleinen, liebevoll restaurierten Ganghäuschen sind heute begehrter Wohnraum im Herzen der Stadt.
Quellen: Wikipedia und Lübeck Tourismus

Als ich vor dem Hellgrünen Gang stand, der von der Straße Engelswisch abzweigte, zweifelte ich an der öffentlichen Zugänglichkeit. Der Eingang war dermaßen niedrig, dass ich nur stark gebückt durchgehen konnte. Allerdings entdeckte ich später, dass es noch einen anderen Zugang von der Untertrave gab, über eine ganz normale, wenn auch ziemlich schmale Gasse.

Hinter dem Eingang befindet sich ein sehr idyllisches Viertel mit gepflegten Häuschen und winzigen Plätzen. Die Gebäude stammen größtenteils aus dem 18. Jahrhundert.

An der Straße „Engelsgrube“ liegt ein weiteres Gängeviertel. Dort schaute ich mich im Bäckergang um.

Danach war ich bereit für eine Ruhepause im Café, wo ich mir einen Cappuccino und ein Franzbrötchen gönnte. Es handelt sich um ein Plunderteilchen aus Norddeutschland, das mit Zucker und Zimt gefüllt ist und zu meinen Lieblingskuchen zählt. Als ich vor Jahren in einem Bistro in El Calafate im südlichen Patagonien auf ein Teilchen zeigte, um es zu bestellen, antwortete die Kellnerin tatsächlich „Franzbrötchen?“ Ich war begeistert! Schmeckte allerdings nicht so gut wie in der Heimat.

Nun stand eine Kirchenbesichtigung an.

Die Sankt Jakobikirche ist die Kirche der Seefahrer aber auch Pilgerkirche, weil sie an der Via Baltica liegt, einem Jakobsweg, der von Swinemünde nach Osnabrück führt.

Die St. Jakobikirche wurde im 14. Jahrhundert gebaut. Neben bedeutenden Kunstschätzen wie dem spätbarocken Altar und mittelalterlichen Wandmalereien an den Pfeilern befindet sich dort das Rettungsboot des Segelschulschiffs Pamir, das 1957 unterging. Von 86 Passagieren konnten nur sechs gerettet werden. Neben dem Schiff sind die Namen der 80 Ertrunkenen eingemeißelt.
Quelle: Reise KnowHow City Trip Lübeck

Nachdem ich mich umgeschaut hatte, holte ich mir am Informationsstand spaßeshalber noch einen Pilgerstempel für meinen Reiseführer und unterhielt mich mit dem netten älteren Herren am Informationsstand. Er bestätigte mir, was ich schon geahnt hatte. In der gesamten Fußgängerzone in der Altstadt galt Maskenpflicht im Freien, es durfte aber auch eine medizinische Maske sein. Diese besorgte ich mir am Nachmittag tatsächlich, um sie draußen zu tragen. So beschlug meine Brille etwas weniger und ich sah wenigstens halbwegs, wohin ich ging.

Als ich aus der Kirche trat, sah ich das Haus der Schiffergesellschaft, in dem sich ein historisches Lokal mit von den Decken hängenden Schiffsmodellen befindet. Das Essen soll sehr gut sein. Leider habe ich es nicht geschafft, dort während meines Lübeck Aufenthalts zu essen. Vielleicht beim nächsten Mal …

Danach wollte ich das Heiligen-Geist-Hospital anschauen, eine der Top-Sehenswürdigkeiten von Lübeck, aber es war geschlossen, weil im Hof gerade ein weiterer Weihnachstmarkt aufgebaut wurde.

Nach einem Spaziergang durch das Burgtor schaute ich noch am Hafen vorbei. Unterwegs gab es wieder wunderschöne Backsteinhäuser zu sehen, die im Sonnenschein in warmen Farbtönen glänzten. Habt ihr schon gewusst, dass die Norddeutsche Backsteingotik ihre Existenz dem Mangel an geeignetem anderen Baumaterial verdankt ?

Im Europäischen Hansemuseum verbrachte ich eineinhalb lehrreiche Stunden.

Die Hanse war eine zwischen der Mitte des 12. Jahrhunderts und der Mitte des 17. Jahrhunderts bestehende Vereinigung hauptsächlich norddeutscher Kaufleute, zur Sicherung der Schiffspassagen und zur Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen, besonders im Ausland. Sie war auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein wichtiger Faktor.
Quelle: Wikipedia

Im Museum wurde das gesamte Umfeld der Hanse in Lübeck, Brügge, Nowgorod und an weiteren Orten dargestellt. Außerdem konnte man mit einem Chip in der Eintrittskarte an den meisten Stationen noch weitere Informationen abrufen. Die Ausstellung fand ich sehr interessant, aber ich erlebte einen Overkill an Informationen. Jedes der dargestellten Teilgebiete hätte einen eigenen Museumsbesuch gerechtfertigt. Eine Führung wäre ideal gewesen, wurde aber an meinem Besuchstag leider nicht angeboten. Gegen Ende der Präsentation wurden dann noch die großen Pestwellen im Mittelalter und ihre verheeren Auswirkungen auf die Gesellschaft dargestellt, wobei mich natürlich nicht Alles aber doch Einiges an die gegenwärtige Pandemie erinnerte. Die drei Pestwellen im 14. Jahrhundert, die ganz Europa durchzogen, dauerten übrigens jeweils vier bis sechs Jahre (!).

Nachdem ich mich im Museumscafé des Behnhaus Drägerhaus erholt und einen leckeren Bagel mit Lachs verspeist hatte, war ich halbwegs fit für den Museumsbesuch. Die zwei Kaufmannshäuser aus dem 18. Jahrhundert sind prächtig mit zeitgenössischen Möbeln eingerichtet. Wandfriese, Plastiken und Gemälden können bewundert werden. Zudem gibt es dort noch eine Gemäldegalerie mit Bildern aus dem 19. und 20. Jahrhundert und eine Sonderausstellung. Dazu kommt derzeit noch die Ausstellung über Thomas und Heinrich Mann, die aus Buddenbrockhaus verlagert wurde, weil dieses Gebäude gerade saniert wird. Das Behnhaus Drägerhaus ist ein sehr sehenswertes Museum, aber man sollte richtig viel Zeit für den Besuch mitbringen!

Als ich bemerkte, dass um kurz nach 15 Uhr schon die Dunkelheit hereinbrach, legte ich einen Zahn zu. Ich wollte unbedingt noch einen Blick in den Füchtingshof in der Glockengießergasse werfen.
Die Höfe beruhen häufig auf Stiftungen wohlhabender Lübecker Bürger. Der Ratsherr Johann Füchting bestimmte 1636 ein Drittel seines Erbes „zum Nutzen und Besten der Armen“. Als Gegenleistung erbat sich der Stifter das Gebet nach seinem Ableben. Das sollte ihm dann einen „guten Platz im Himmel“ sichern. Noch heute sind 28 Wohnungen günstig an Pensionärinnen, oftmals auch Witwen und Lübecker Kaufleute, vermietet.
Quelle: Hansestadt Lübeck

Abschließend ging ich noch am Dom in der südlichen Altstadt vorbei, aber nun war es stockdunkel und die Kirche war geschlossen. Irrte dann noch etwas in der nicht gut beleuchteten Umgebung herum und kam schließlich nach einem straffen Besichtigungsprogramm und dem stundenlangen Maskentragen ziemlich erschöpft zurück ins Hotel.

Lübeck hatte mir dennoch sehr gut gefallen. Allerdings nahm ich mir vor, es am nächsten Tag etwas ruhiger angehen zu lassen.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Geschafft! Done !

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Auf dem Schweizer Jakobsweg von Brunnen nach Fribourg

Heute Nachmittag, nach neun Pilgertagen auf dem Schweizer Jakobsweg, bin ich in Fribourg angekommen. Soweit wollte ich es dieses Mal schaffen. Geschafft bin ich selber auch !

Trotzdem: es war ein wunderbares Erlebnis.

Näheres werde ich im Blog berichten.

Nachfolgend einige allererste Impressionen.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.