Wöchentliche Fotochallenge/Weekly Photo Challenge #24

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In dieser Woche fordert uns Roland in seinem Blog „Royusch-Unterwegs“ auf, ein Foto zum Thema Frucht/Früchte zu posten. Wieder einmal beteilige ich mich gerne und danke dir Roland für dein tolles Engagement in Sachen Fotochallenges.

Mein Foto zeigt eine Hallabong. Diese Frucht wird in Südkorea hauptsächlich auf der südlichen Insel Jeju angebaut. Die intensiv süße Hallabong, eine Art Tangerine, ist kernlos, leicht zu schälen und sehr saftig. Und sie schmeckt ganz köstlich ! Als ich Jeju verließ, nahm ich mir die bekannte Hallabong Schokolade mit. Am besten schmeckte mir aber die frische Frucht.

Die Schönste ist die Hallabong allerdings nicht, daher lautet ihr englischer Spitzname „Ugly Orange“.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Essen in Südkorea oder wie esse ich mit glatten Metallstäbchen Nudelsuppe?

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Einführung

Koreanische Gerichte habe ich als Einzelreisende nach dem Trial and Error Prinzip gegessen. Oft wusste ich nicht genau, was ich bestellte. Das unterschied mich von Reisenden, die z.B. mit einer Gruppe essen gehen und sich bei der Bestellung beraten lassen können.

Erster Eindruck der koreanischen Küche

Auf dem Flug von Tokio nach Seoul bekam ich meine erste koreanische Mahlzeit. Auf dem zweistündigen Flug mit Korean Air gab es tatsächlich ein warmes Mittagessen! Ich bestellte Rind und erhielt ein appetitlich aussehendes Ragout. Aber dann: nach den ersten Bissen konnte ich nicht weiteressen. Während Flugzeugessen normalerweise  schwach gewürzt serviert wird, war dieses Gericht brennend scharf. Neugierig schaute ich mich um, aber die asiatischen Mitreisenden aßen völlig ungerührt weiter.

Die südkoreanische Küche weist einen hohen Anteil von rohen Speisen auf: Fisch, Fleisch und sogar Meeresfrüchte. Am Eingang der Restaurants stehen oft Aquarien, die dicht an dicht bevölkert sind und in denen man sich ein Tier aussuchen kann, das frisch zubereitet wird. Gehört habe ich, dass es in Südkorea besonders geschätzt wird, wenn die Tentakel des rohen Oktopus beim Servieren noch zucken. Gesehen habe ich eine solches Gericht nie, aber um die Restaurants mit den Aquarien habe ich auch einen Bogen gemacht.

Essen im Restaurant

Wenn die koreanische Küche beschrieben wird, ist immer von Kimchi die Rede, dem fermentierten mit Knoblauch und Chili gewürzten Weißkohl. Richtig ist, dass es Kimchi, der in jedem Restaurant anders schmeckt, zu jedem Essen gibt, aber meistens als eine der Beilagen, die zu den Gerichten serviert werden. Auf dem Foto sieht man Kimchi hinten in der Mitte.DSC_1055

In Südkorea besitzt Essen und Essen gehen einen sehr hohen Stellenwert. Wie in Japan gibt es zahlreiche Viertel mit vielen nebeneinander liegenden Restaurants, die sehr gut besucht sind.
Am Eingang befindet sich eine Theke, an der man bestellt. Da ich kein Hangeul lesen kann und in der Regel keine englischen Speisekarten aushingen, fragte ich dort, was es gab. Zum Teil wurden dann englische „Menus“ herausgezogen oder es gab Fotos, auf denen mehr oder minder viel zu erkennen war. Nach kurzem Aufenthalt im Land hatte ich festgestellt, dass koreanisches Essen äußerst scharf gewürzt sein kann. Auch wollte ich keinen rohen Fisch oder Fleisch essen. Wenn ich mir ein Gericht ausgesucht hatte, fragte ich daher immer noch „not spicy ?“ und „not raw ?“. Ersteres wurde entweder verstanden oder ich konnte es durch Zeichensprache vermitteln.  Letzteres war schwieriger, aber letztendlich bekam ich nie rohes Fleisch oder ungekochten Fisch serviert. Einmal kam tatsächlich eine Pfanne mit rohen Zutaten, mehreren Gemüsesorten, Tintenfisch und Shrimps. Es handelte sich aber um eines der vielen Restaurants, in denen am Tisch gekocht wird. In die Tischplatte war eine Kochstelle eingelassen und eine Kellnerin kam mehrmals zum Umrühren vorbei. Nie habe ich frischeren Oktopus gegessen und die Shrimps waren butterzart: ein sehr leckeres Essen, wäre da nicht die höllisch scharfe Chilisauce gewesen, in der das Gericht gekocht worden war.

Nach der Bestellung an der Theke wird man zu einem Tisch gebracht und erhält kostenloses gefiltertes Wasser, Mineralwasser oder Tee.  Das Essen wird meist recht schnell serviert. Zum Zahlen geht man wieder an die Theke. Zahlen mit Kreditkarten ist weit verbreitet. Trinkgelder sind nicht üblich.

Suppe essen

In Busan lernte ich Pork Rice Soup kennen. In Downtown gibt es sogar eine „Pork Soup Alley“ mit Restaurants, die diese Spezialität anbieten. Serviert wird eine kräftige Brühe mit leckeren, sehr saftigen Bauchfleischstücken, die ähnlich kräftigend wirkt wie eine japanische Ramen. Zur nur schwach gewürzten Suppe gibt es Reis, weitere Beilagen (z.B. Kimchi ) und Würzmittel, die man nach Gusto in die Suppe geben kann. Sehr lecker ! Die servierten Knoblauchzehen und Chilischoten habe ich aber übrig gelassen.
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Häufiger aß ich auch Nudelsuppe mit Fleisch oder Meeresfrüchten. In koreanischen Restaurants gibt es in jedem Tisch Schubladen, aus denen der Gast Stäbchen und Servietten nimmt. Mit Stäbchen war ich bis dahin in allen bereisten asiatischen Ländern gut zurecht gekommen. Die koreanische Variante besteht aus extrem langen und glatten Metallstäbchen. Später erzählte mir ein Chinese, dass sogar er Schwierigkeiten habe, mit diesem Besteck zu essen.
dsc_1075-kopie.jpgNudelsuppen zu essen, bedeutete eine besondere Herausforderung für mich . Zur Suppe gab es meistens einen kleinen Löffel, z. T. aus Plastik. Mit diesem schöpfte ich zunächst etwas Flüssigkeit ab. Aber dann glitten mir die Nudeln oft wieder von den Stäbchen und platschten in die Brühe. Sehr viel Kleidung hatte ich nicht dabei, daher musste ich entweder rasant zurückweichen oder mit dem Kopf dicht über der Suppenschale die Nudeln sehr schnell schlürfen, was Koreaner perfekt beherrschen.
Als ich einmal, schon in Taiwan, meinen Kaffee verschüttete, lief dieser nicht über meine Kleidung sondern über die Bank, auf der ich gesessen hatte. Mein Training in Korea hatte sich gelohnt. Ich konnte immer noch blitzschnell ausweichen !
Nach meinem sehr anstrengenden Wandertag im Hallasan National Park   Wandern in Südkorea bestellte ich mir eine Gabel und rollte die Nudeln über dem Suppenlöffel wie Spaghetti auf.

Auf Jeju Island gibt es eine spezielle Schweinerasse namens „Black Pork“. In der Inselhauptstadt Jeju-Si besuchte ich die „Black Pork Alley “ (Auf die „Raw Fish Street“ verzichtete ich.) In einem Grillrestaurant durfte ich als Einzelne essen, während die anderen Tische von koreanischen Gruppen belegt waren, die das leckere leicht marmorierte Fleisch genossen und dazu reichlich Soju tranken. Der milde Kartoffel- und Reisschnapps schmeckte mir auch, aber bei einem Alkoholgehalt von 20 % wollte ich nicht die Viertelliterflasche leeren, die in den Restaurants serviert wird.  Das Fleisch wird mit den Beilagen auf Elektoplatten am Tisch gegrillt. Statt eines Messers verwendet man in Korea eine Schere, mit der man Oktopus, Fleisch und Teigtaschen u.s.w. in mundgerechte Stücke schneidet. Das Zerteilen von Knochen o.Ä. hörte sich für mich oft gewöhnungsbedürftig an. Das Gegrillte wird schließlich mit Würzsaucen in ein Salbeiblatt gerollt, was sehr schmackhaft ist.

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Auf Jeju wächst auch die unglaublich süße und saftige Hallabong, eine nur dort vorkommende Tangerinenart.
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Nach einem äußerst pikanten Esssen gönnte ich mir in Korea manchmal einen besonderen Nachtisch aus der Heimat.
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Fazit:

Die Küche Südkoreas ist äußerst vielfältig. Sehr frische Zutaten werden verarbeitet. Obwohl ich gerne etwas scharf esse, überforderte mich der Schärfegrad vieler Gerichte. Außer Suppen habe ich aber Gerichte gefunden, die meistens milder gewürzt wurden, z.B. Bulgogi  (Ragout aus mariniertem Rindfleisch) oder Bibimbap Eintopf mit Rindfleisch, Gemüse und rohem Spiegelei. Einen sehr gastfreundlichen Eindruck machten auf mich die zahlreichen Beilagen, die zusammen mit dem bestellten Essen oft den ganzen Tisch bedeckten. Auch die kostenlosen Getränke (Wasser und Tee), die zu jedem Essen gehörten, haben mir gefallen.

PS: Es gab überhaupt kein Problem mit meinem koffeinhaltigen Lieblingsgetränk in Südkorea. In den Städten fand ich viele Shops von Kaffeeketten, die Cappuccino, Latte Macchiato und Drip Coffee, frisch aufgebrühten Filterkaffee, anboten. Nur am Kuchenangebot könnten die Koreaner noch etwas arbeiten …

Wie hat euch das Essen auf Reisen geschmeckt und wo besonders gut ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.