Lohnenswertes Lübeck: das Ende/ Worthwhile Trip to Luebeck: the End

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Nun wurde es Zeit für meine Heimfahrt. In Travemünde hatte ich wunderbare Strandwanderungen unternehmen können (Lübeck-Travemünde lohnt sich/Worthwhile trip to Luebeck-Travemünde #4 und Lübeck-Travemünde lohnt sich/Worthwhile trip to Luebeck-Travemünde #5). Auch das Wetter hatte einigermaßen mitgespielt. Nach dem Frühstück ging ich noch einmal an die Ostsee und nahm Abschied.

Zurück im Hotel las ich in der Zeitung, dass eine neue Virusvariante entdeckt worden war. Der Omikron Virus war in Südafrika aufgetreten und man wusste damals nur, dass er wesentlich ansteckender als Delta war, aber noch nicht wie gefährlich die Corona Erkrankung war und auch nicht, ob die Impfungen vor der Ansteckung schützen. Es war auch abzusehen, dass der neue Virustyp wie seine Vorgänger nach Europa gelangen würde. “Na, das kann ja heiter werden!“ dachte ich.

Um 10 Uhr checkte ich im Hotel aus und ging zum Bahnhof. Mit dem Stadtbus fuhr ich in 40 Minuten zurück nach Lübeck. Meinen Koffer ließ ich am Bahnhof im Schließfach und begab mich in die Altstadt.

Ich wollte das Lübecker Rathaus besichtigen und kam gerade noch rechtzeitig zur Führung. Coronabedingt waren wir eine eher kleine Gruppe, wie uns der Führer verriet.

Die ältesten Gebäude, zwei verbundene Kaumannshäuser, stammen vom Beginn des 14. Jahrhunderts. Das Rathaus wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert. Dennoch ist ein prächtiges Ensemble mit sehr schönen Innenräumen entstanden.
Quelle: Reiseknow How City Trip Lübeck.

Die Eingangshalle ist im Stil der Neugotik gehalten und wurde 1887 umgebaut. Damals kam auch die große Freitreppe hinzu. Die Wände bestehen aus schwarzgrün glasierten Backsteinen und sind mit eindrucksvollen Gemälden verziert.

Der Audienzsaal im Erdgeschoss ist der größte Saal im Lübecker Rathaus. Hier tagte früher das Obergericht.

Von der Renaissanceausstattung des Audienzsaales ist die Saaltür des Lübecker Meisters Tönnies Evers aus dem Jahre 1573 erhalten. Sie zeigt in Reliefs das Urteil Salomos, die Gerechtigkeit und die Liebe. Es gibt zwei Türen: eine große und eine kleine. Die vor Gericht stehenden Personen, sollten im Falle einer Verurteilung den Saal durch die kleine Tür verlassen und im Falle eines Freispruches den Ausgang durch die große Tür nehmen. Dies diente zur Information für die vor dem Salal wartenden Bürger.

Der hohe eiserne Ofen aus dem 18. Jahrhundert war bis 1963 die einzige Möglichkeit, den Saal zu heizen.

Quelle: https://www.luebeck.de/de/stadtleben/tourismus/luebeck/sehenswuerdigkeiten/rathaus.html

Wir liefen weiter durch die Gänge des Gebäudes, wobei uns der Führer ein altes Fresko zeigte. Ich meine mich zu erinnern, dass es aus dem 14. Jahrhundert stammte und bei Restaurierungsarbeiten nach einem Wasserschaden vor einigen Jahren entdeckt worden war.

Nach einem Gang durch die Bürgermeisterahnengalerie und schauten wir in den Roten Saal, in dem der Lübecker Senat tagt. Dann ging es noch in den holzgetäfelten Bürgerschaftssaal aus dem 19. Jahrhundert. Dort tagen die 60 Mitglieder der Bürgerschaft, des Lübecker Stadtparlaments. Den Vorsitz führt der Stadtpräsident, der Bürgermeister und die hauptamtlichen Senatoren sitzen links davon.
Quelle: Reiseknow How City Trip Lübeck.

Auf dem Weg zum Ausgang schaute ich aus dem Fenster noch einmal auf den Marktplatz mit dem Weihnachtsmarkt.

Die Rathausführung gefiel mir richtig gut. Die Geschichte des Rathauses wurde sehr interessant präsentiert und die Innenräume des Gebäudes sind wunderschön eingerichtet. Außerdem war die Führung sehr preiswert (5 Euro – Stand November 2021). Meine Empfehlung: unbedingt teilnehmen! Über die aktuellen Termine weiß die Stadtinformation Bescheid. Man kann auch direkt am Rathauseingang nachfragen. Der Pressestelle des Lübecker Bürgermeisters danke ich herzlich für die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Fotos der Innenräume des Rathauses.

Lübeck wollte ich nicht verlassen, ohne das Teufelchen auf dem Teufelsstein am Eingang der Marienkirche gesehen zu haben. Es soll neben dem Holstentor zu den meistfotografierten Motiven in Lübeck gehören. Es geht die Sage, dass die Lübecker dem Teufel vorgeschwindelt hatten, dass statt der Marienkirche ein Weinhaus entstehen sollte. Daraufhin half der Teufel beim Bau kräftig mit, weil er sich von der Gaststätte das Einheimsen neuer Seelen versprach. Als er seinen Irrtum erkannte, wurde er wütend und schnappte sich einen riesigen Felsbrocken, um damit das Bauwerk zu zertrümern. Der Stein verfehlte die Kirche und blieb vor dem Eingang liegen, wo er sich immer noch befindet.
Quelle: Reiseknow How City Trip Lübeck.

Seit 1999 hockt der arme Teufel auf dem Teufelsstein und sieht dabei nicht sehr wütend aus. Die Plastik stammt vom Lübecker Bildhauer Rolf Goerler.

Auf dem Weg zum Bahnhof besorgte ich die Mitbringsel: Marzipan für T. und mich und „Lübecker Rotsporn“ (französischer Rotwein, der in Lübeck abgefüllt wird) für H.

Meine Heimfahrt verlief unspektakulär. Allerdings nervte mich eine kleine Reisegruppe im Rentenalter, die in Hamburg zu- und erst in Ingolstadt ausstieg, gewaltig. Die Leute unterhielten sich pausenlos und so laut, dass ich jedes Wort hören musste und hatten ihre Masken meistens auf Halbmast. Als sie ihre Koffer vor dem Ausstieg vorbeirollten, sah ich Gepäckanhänger von „Mein Schiff Aida“. Du lieber Himmel, die Leute hatten fünf Stunden lang mehr oder minder „unmaskiert“ in meiner Nähe gesessen und kamen von einem Kreuzfahrtschiff, einem potentiellen Superspreader! Es tröstete mich aber, dass die Schiffe von Hamburg wohl eher selten nach Südafrika fuhren, wo das neuartige Virus entdeckt worden war. Oder doch ?

Der Zug kam pünktlich in München an und bald war ich wieder zu Hause. Home sweet home!

Fazit:
Lübeck hat mir sehr gut gefallen. In die Backsteingotik verliebte ich mich geradezu. Die freundlichen, unaufgeregten Norddeutschen waren ein weiteres Plus. Wie gut auch, dass ich an die Ostsee gefahren war. Die Travemünder Strände waren noch schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Das Meer nach über zwei Jahren wiederzusehen, war zum Weinen schön. Die Gegend werde ich sicher wieder besuchen. Auch meinen Corona bedingt ausgefallenen Trip nach Rostock/Warnemünde möchte ich nachholen und vielleicht weiter nach Stralsund und Usedom reisen.

Sehr froh war ich, dass ich mich getraut hatte, bei steigenden Inzidenzen nach Norddeutschland zu reisen. In Lübeck gab es weniger Fälle als zu Hause, aber die 2G Regel wurde strikt eingehalten und kontrolliert (durch Impfnachweis und Personalausweis). Die Menschen hielten sich diszipliniert an die Corona Maßnahmen, versuchten auch den Mindestabstand einzuhalten. Die Maskenpflicht in der Lübecker Fußgängerzone fand ich ebenfalls richtig, auch wenn sie bei mir oft zum „Blindgang“ führte. Die Luftfeuchtigkeit war selbst an den trockenen Tagen viel höher als bei uns in München, so dass meine Brille dauerhaft beschlagen blieb. Manchmal half nur noch das Absetzen, wenn ich meine Mitmenschen nicht über den Haufen rennen wollte. Während der Reise fühlte ich mich alles in allem sicher und im Norden ging es oft entspannter zu als zu Hause.

Ps: Von der Corona Warn App bekam ich einige Tage nach meiner Rückkehr eine rote Warnung über eine Risikobegegnung am Anreisetag. Der Schnelltest beim Hausarzt verlief negativ. Aber das ist eine andere Geschichte …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Lübeck-Travemünde lohnt sich/Worthwhile trip to Luebeck-Travemünde #5

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An meinem letzten Tag an der Ostsee hatte ich mir eine kleine Wanderung auf der Halbinsel Priwall vorgenommen. Leider blieb das Wetter den ganz Tag lang äußerst trübe, wenn auch trocken.

Nachdem ich gegen 8:30 Uhr mein Hotel in der Kaiserallee verlassen hatte, wo sich mehrere historische Gründerzeitvillen befanden, ging ich zur Fähre nach der Halbinsel Priwall. Ich musste über die Strandpromenade durch den ganzen Ortskern laufen. Es gab eine zweite, näher gelegene Fährverbindung, die angeblich nur im Sommer betrieben wurde. Dass diese Information nicht stimmte und das Boot sehr wohl fuhr, sollte ich später sehen, fand es aber nicht schlimm, weil ich Travemünde bisher nur im Dunkeln gesehen hatte und so einen kleinen Stadtbummel einlegen konnte. Ich nutzte außerdem die Gelegenheit für einen Spaziergang durch den historischen Dorfkern.

Im Fährbüro löste ich auch ein Ticket für die Rückfahrt und bekam eine Broschüre mit dem eingezeichneten Wanderweg. Am Quai fuhr gerade wieder eine riesige Skandinavienfähre vorbei. Auf das Boot nach Priwall musste ich nicht lange warten, es verkehrt alle paar Minuten. Die Fahrt über die 240 m breite Trave dauerte nur kurze Zeit. Unterwegs gab es wunderbare Ausblicke auf Travemünde mit dem Hochhaus des Hotels „Maritim“ und den davor zwergenhaft wirkenden alten Leuchturm.

Der Rundweg führte nicht an der Ostsee entlang, aber ich wollte noch ein bisschen das Meer genießen, daher spazierte ich zunächst lange am Naturstrand entlang und wollte erst später auf den Priwallweg abbiegen.

Aber zunächst folgte ich der Promenade am Priwall Hafen . Dort wurde vor einigen Jahren eine großflächige Feriensiedlung mit Marktplatz und Lokalen errichtet. Auch die „Passat“, ein zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebautes Segelschiff und das Wahrzeichen von Travemünde, liegt dort. Ein Rundgang durch das Schiff war im November aber leider nicht möglich. Da es mir zwischen den grauen und bunten Neubauten nicht so gut gefiel, durchquerte ich das Gebiet zügig.

Am Strand waren viele Muscheln angespült worden, die von den zahlreichen Spaziergängern, vor allem den Kindern, aufgesammelt wurden. Es handelte sich um einen feinsandigen und sehr breiten Strand, so dass man gut ausweichen konnte. Eigentlich ein sehr schöner Fleck, aber im Gegensatz zur Steilküste an der ich am Vortag spaziert war, fand ich es nach einer Weile fast ein bisschen langweilig. Wahrscheinlich lag das aber auch an dem extrem diesigem Licht, das die Küste ziemlich kontrastarm aussehen ließ.

Sehr interessant waren dagegen die Informationen auf einem Schild, das an der früheren Grenze zur DDR stand. Neben teilweise tragischen Fluchtgeschichten wurde von einem jungen Mann berichtet, der dort in den 1970er Jahren am damaligen FKK Strand badete. Im Wasser lief er-unbekleidet- an der Absperrkette entlang auf das DDR-Gebiet. Besorgte Badegäste riefen ihn zurück. Er reagierte nicht. DDR-Grenzsoldaten kamen mit vorgehaltener Kalaschnikow auf den nackten Mann zu und zwangen ihn die Hände hoch zu nehmen. Er blieb so ungefähr eine halbe Stunde stehen. Erst nach einer Stunde durfte er zurückgehen. Es handelte sich um einen jungen Briten, der kein Deutsch verstand.

Die Grenzbefestigungen wurden nach der deutschen Einheit abgebaut, um einen verbliebenen bunt bemalten Wachturm grasten nun friedliche Schafe.

Auf der Suche nach meinem Wanderweg irrte ich dann noch eine Weile in einer verlassenen Ferienhausgegend umher. Schließlich beschloss ich, die Runde in der anderen Richtung vom Fährterminal aus zu beginnen und ging zurück. Noch einmal kam ich an der „Passat“ vorbei, begegnete einem Seebären und kehrte in einem Restaurant/Café ein. Als ich gemütlich im Warmen sitzend einen Cappuccino schlürfte, fühlte ich mich sofort viel besser. Zum Frühstück hatte ich mir koffeinfreien Kaffee bestellt, weil ich nach den Beschwerden vom Vortag vorsichtig sein wollte. Dass mir die Wanderung auf dem Priwall bisher schwergefallen war, lag eindeutig an meinem ungewöhnlich niedrigen Koffeinspiegel!

An der Autofähre fand ich dann schnell den Wanderweg, der um den südlichen Teil der Halbinsel herumführt. Zunächst passierte ich das große Gelände eines Seniorenheims, das direkt am Wasser lag und lief dann am Traveufer mit Blick auf den gegenüber liegenden Skandinavienkai. Leider lagen dort keine Fährschiffe. Die riesigen Pötte waren wohl gerade unterwegs. Nach der Südspitze von Priwall wurde der Weg richtig schön. Zunächst führte er durch ein Schilfgebiet und dann durch ein riesiges Moor, wo früher ein Flugplatz lag (?) und nun eine sehr große Wiesenfläche. Da graste dann auch noch eine Herde Wasserbüffel ! Durch ein Waldstück gelangte ich nach eineinhalb Stunden zurück zur Fähranlegestelle.

Bald war ich nach Travemünde zurückgekehrt, wo ich mich mit einem leckeren Krabbenbrötchen für den Rückweg ins Hotel stärkte. Ich bummelte sodann gemütlich an der Strandpromenade entlang und stattete auch dem Hauptstrand noch einen längeren Besuch ab. Dort blieb ich bis es dämmerte (leider ohne einen schönen Sonnenuntergang) und kehrte dann in meine Unterkunft zurück.

Insgesamt war ich immerhin 16 km gelaufen und hatte einen sehr schönen Tag verbracht, der bei besserem Wetter wohl traumhaft gewesen wäre.

Am nächsten Tag würde ich nach Lübeck zurückkehren, wo ich noch an einer Rathausführung teilnehmen wollte. Und danach sollte es mit der Bahn nach Hause gehen.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Lübeck lohnt sich/Worthwhile trip to Lübeck #3

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Nachdem ich die Hansestadt Lübeck bisher nur im schönsten Sonnenschein gesehen hatte (siehe Lübeck #1 und Lübeck #2 ) , stellte ich am Morgen des dritten Tages fest, dass das vorhergesagte schlechte Wetter eingetroffen war. Es war sehr diesig, Nebel hing in Tröpfchen in der Luft und ließ die rot-braunen Backsteingebäude viel dunkler erscheinen. Das musste das berüchtigte norddeutsche „Schietwetter“ sein.

Nach einem ausgedehnten Frühstück begab ich mich ein bisschen widerwillig auf eine weitere Runde durch die Lübecker Altstadt. Zunächst ging es zur St. Petri Kirche, wo ich mit dem Lift auf die Aussichtsplattform fuhr. Leider herrschte nicht das beste Wetter für diese Unternehmung, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Die Fernsicht, die bis zur Ostsee gehen sollte, war nicht vorhanden. Auch zog es oben auf dem Turm ganz gewaltig. Es war feucht kalt, richtig eisig. Aber ich konnte die hohe Marienkirche und das Rathaus endlich ohne stürzende Linien und die auf dem Marktplatz aufgebauten Weihnachtsmarktbuden ablichten. Auch die Sicht auf den Dom und das nahe Holstentor gefielen mir sehr. Allerdings begab ich mich sofort wieder nach unten, nachdem ich in alle Richtungen fotografiert hatte.

Als ich die Kirche verließ, regnete es. Schnell ging ich zum Dom. Ich wählte den Weg durch die Mitte der Altstadtinsel, der wesentlich kürzer war, als derjenige am Ufer der Trave, wo ich am Vorabend herumgeirrt war.

Der Lübecker Dom war der erste große Backsteinkirchbau an der Ostsee und mit fast 132 Metern Länge eine der längsten Backsteinkirchen. 1173 wurde der Lübecker Dom von Heinrich dem Löwen gestiftet und 1247 geweiht.
Quelle: Wikipedia

Im Inneren schaute ich mir das Triumphkreuz und den Lettner mit der Kirchenuhr von Bernt Notke aus dem 15. Jahrhundert sowie die gotischen Flügeraltäre an und schlenderte in aller Ruhe durch die Kirche. Ein bisschen grauste es mir davor, nach draußen ins Naßkalte zurück zu kehren. Bald bemerkte ich, dass sich die anderen Kirchenbesucher ebenfalls ungewöhnlich lange umsahen.

Bei diesem Wetter half nur noch ein Museumsbesuch. Vom Dom war es nicht weit zum Museumsquartier St. Annen. Aber zunächst musste ich durch das „Fegefeuer“ gehen !

Das Lübecker Museumsquartier St. Annen befindet sich in den Gebäuden des ehemaligen St. Annenklosters. Es umfasst neben dem St. Annen-Museum die Kunsthalle St. Annen. In der 2003 eröffneten Kunsthalle schaute ich mir eine Ausstellung moderner Kunst an. Gezeigt wurde Kunst nach 1945 aus den Sammlungen der Kunsthallen Lübeck und Rostock. Interessant war es, die unterschiedlichen Kunstströmungen aus dem Osten und dem Westen zu vergleichen.

Danach folgte ein richtiggehendes Kontrastprogamm. Ich schaute mir sakrale Kunst des Mittelalters an, die in den Klostergebäuden präsentiert wird. Das St. Annen Museum verfügt über die größte Anzahl mittelalterlicher Flügelaltäre in Deutschland. Viele stammen aus Lübecker Kirchen. Die in den Kreuzgewölben wunderbar präsentierte Sammlung fand ich sehr beeindruckend, auch wenn diese Kunstrichtung nicht gerade mein Fall ist. Sehr gut gefiel mir aber der Passionsaltar von Hans Memeling vom 1491.

Danach ging es weiter in eine kleine Sonderausstellung über den Lübecker Maler Hans Kemmer, der Meisterschüler von Lucas Cranach dem Ältere gewesen sein soll, mit einem sehenswerten Vergleich der Gemälde beider Künstler.

Es folgten gefühlte 20 Themenräume mit Rats-, Zunft- und Kirchensilber, alten liturgischen Gewändern, Beispielen zur Lübecker Wohnkultur etc. Obwohl das für sich durchaus interessant war, strich ich nun die Segel. Meine Aufnahmefähigkeit war erschöpft.

Als ich das Museum verließ, regnete es nicht mehr. Es hatte sich sogar etwas aufgehellt. Durch die südliche Altstadt ging ich zum Traveufer. Die St. Petri Kirche war aus dem Nebel aufgetaucht, nun konnte ich sie fotografieren. Ich schlenderte zurück zum Hotel, wo ich mich eine Stunde lang ausruhte.

Um 15 Uhr startete ich wieder, um das berühmte Café Niederegger zu besuchen. Lübeck ist die deutsche Marzipanstadt und das vor 200 Jahren gegründete Café des Marzipanfabrikanten Niederegger ist die Institution. Direkt gegenüber dem Rathaus werden unendlich viele Marzipanspezialitäten verkauft. Im Laden im Erdgeschoss herrschte ein ziemlicher Andrang, so dass ich schnell in den ersten Stock hinauf ging, wo sich das Kaffeehaus befindet. Es war gut besucht, aber längst nicht so überlaufen wie ich befürchtet hatte. Eine sehr freundliche, unaufgeregte Kellnerin brachte mir ein Stück Marzipan-Nusssahne-Torte und einen Café Crème. Marzipan mag ich gerne, normalerweise würde es mir aber nicht auf dem Kuchen schmecken, wäre mir zu süß und zu fett. Dieses Kuchenstück war gar köstlich, sehr frisch und schmackhaft und das Marzipan zerging auf der Zunge !

Anschließend ging ich noch kurz durch das kleine Marzipanmuseum im Niederegger, wo die Geschichte des Marzipans und des Hauses Niederegger dargestellt wird.

Vorbei am Lübecker Marzipanspeicher, wo die Süßigkeit ebenfalls erworben werden kann, ging ich zurück zu meiner Unterkunft.

Abends war ich noch so gut gesättigt, dass ich mir nur ein leckeres Fischbrötchen von einer Imbissbude holte. Später setzte ich mich in die Hotelbar, wo ich beim Bier relaxte, Tagebuch schrieb und den nächsten Tag plante. Ich würde in den 20 Km entfernten Lübecker Vorort Travemünde fahren und dort zweimal übernachten. Auf das Spazierengehen am Meer freute ich mich schon sehr. Nach zwei Jahren !

Die Wettervorhersage war nicht gut, es sollte auch regnen. Zur Not würde ich die Ostsee eben bei Wind und Wetter genießen. Das alles etwas anders kam, werde ich berichten (Lübeck-Travemünde lohnt sich #4).

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Lübeck lohnt sich/Worthwhile trip to Lübeck #2

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Am vorherigen Tag war ich nachmittags in Lübeck angekommen und hatte einen ersten Stadtrundgang unternommen (Lübeck lohnt sich #1). Nun lachte wieder die Sonne. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Zu Hause war es seit Wochen neblig grau gewesen. Allerdings wurde eine Verschlechterung des Wetters in Lübeck vorausgesagt, also musste ich den heutigen Tag für eine ausgedehnte Stadtbesichtigung nutzen.

Vom Hotel ging ich über die Trave in die Altstadt und schaute mir zunächst einige der zum Unesco Welterbe gehörenden Gänge an.

Der Wohnraum innerhalb der Stadtmauern wurde schon ab dem 13. Jahrhundert knapp. Daher brachen geschäftstüchtige Kaufleute und andere findige Hausbesitzer zumeist schmale Gänge durch die Vorderfronten ihrer Häuser und bauten winzige einstöckige und oft fensterlose “Buden” in ihre Hinterhöfe. Diese vermieteten sie an Bedienstete, Tagelöhner, kleine Handwerker und einfache Seeleute mit ihren Familien. Es existieren noch etwa 90 Gänge. Die meisten sind öffentlich zugänglich. Die kleinen, liebevoll restaurierten Ganghäuschen sind heute begehrter Wohnraum im Herzen der Stadt.
Quellen: Wikipedia und Lübeck Tourismus

Als ich vor dem Hellgrünen Gang stand, der von der Straße Engelswisch abzweigte, zweifelte ich an der öffentlichen Zugänglichkeit. Der Eingang war dermaßen niedrig, dass ich nur stark gebückt durchgehen konnte. Allerdings entdeckte ich später, dass es noch einen anderen Zugang von der Untertrave gab, über eine ganz normale, wenn auch ziemlich schmale Gasse.

Hinter dem Eingang befindet sich ein sehr idyllisches Viertel mit gepflegten Häuschen und winzigen Plätzen. Die Gebäude stammen größtenteils aus dem 18. Jahrhundert.

An der Straße „Engelsgrube“ liegt ein weiteres Gängeviertel. Dort schaute ich mich im Bäckergang um.

Danach war ich bereit für eine Ruhepause im Café, wo ich mir einen Cappuccino und ein Franzbrötchen gönnte. Es handelt sich um ein Plunderteilchen aus Norddeutschland, das mit Zucker und Zimt gefüllt ist und zu meinen Lieblingskuchen zählt. Als ich vor Jahren in einem Bistro in El Calafate im südlichen Patagonien auf ein Teilchen zeigte, um es zu bestellen, antwortete die Kellnerin tatsächlich „Franzbrötchen?“ Ich war begeistert! Schmeckte allerdings nicht so gut wie in der Heimat.

Nun stand eine Kirchenbesichtigung an.

Die Sankt Jakobikirche ist die Kirche der Seefahrer aber auch Pilgerkirche, weil sie an der Via Baltica liegt, einem Jakobsweg, der von Swinemünde nach Osnabrück führt.

Die St. Jakobikirche wurde im 14. Jahrhundert gebaut. Neben bedeutenden Kunstschätzen wie dem spätbarocken Altar und mittelalterlichen Wandmalereien an den Pfeilern befindet sich dort das Rettungsboot des Segelschulschiffs Pamir, das 1957 unterging. Von 86 Passagieren konnten nur sechs gerettet werden. Neben dem Schiff sind die Namen der 80 Ertrunkenen eingemeißelt.
Quelle: Reise KnowHow City Trip Lübeck

Nachdem ich mich umgeschaut hatte, holte ich mir am Informationsstand spaßeshalber noch einen Pilgerstempel für meinen Reiseführer und unterhielt mich mit dem netten älteren Herren am Informationsstand. Er bestätigte mir, was ich schon geahnt hatte. In der gesamten Fußgängerzone in der Altstadt galt Maskenpflicht im Freien, es durfte aber auch eine medizinische Maske sein. Diese besorgte ich mir am Nachmittag tatsächlich, um sie draußen zu tragen. So beschlug meine Brille etwas weniger und ich sah wenigstens halbwegs, wohin ich ging.

Als ich aus der Kirche trat, sah ich das Haus der Schiffergesellschaft, in dem sich ein historisches Lokal mit von den Decken hängenden Schiffsmodellen befindet. Das Essen soll sehr gut sein. Leider habe ich es nicht geschafft, dort während meines Lübeck Aufenthalts zu essen. Vielleicht beim nächsten Mal …

Danach wollte ich das Heiligen-Geist-Hospital anschauen, eine der Top-Sehenswürdigkeiten von Lübeck, aber es war geschlossen, weil im Hof gerade ein weiterer Weihnachstmarkt aufgebaut wurde.

Nach einem Spaziergang durch das Burgtor schaute ich noch am Hafen vorbei. Unterwegs gab es wieder wunderschöne Backsteinhäuser zu sehen, die im Sonnenschein in warmen Farbtönen glänzten. Habt ihr schon gewusst, dass die Norddeutsche Backsteingotik ihre Existenz dem Mangel an geeignetem anderen Baumaterial verdankt ?

Im Europäischen Hansemuseum verbrachte ich eineinhalb lehrreiche Stunden.

Die Hanse war eine zwischen der Mitte des 12. Jahrhunderts und der Mitte des 17. Jahrhunderts bestehende Vereinigung hauptsächlich norddeutscher Kaufleute, zur Sicherung der Schiffspassagen und zur Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen, besonders im Ausland. Sie war auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein wichtiger Faktor.
Quelle: Wikipedia

Im Museum wurde das gesamte Umfeld der Hanse in Lübeck, Brügge, Nowgorod und an weiteren Orten dargestellt. Außerdem konnte man mit einem Chip in der Eintrittskarte an den meisten Stationen noch weitere Informationen abrufen. Die Ausstellung fand ich sehr interessant, aber ich erlebte einen Overkill an Informationen. Jedes der dargestellten Teilgebiete hätte einen eigenen Museumsbesuch gerechtfertigt. Eine Führung wäre ideal gewesen, wurde aber an meinem Besuchstag leider nicht angeboten. Gegen Ende der Präsentation wurden dann noch die großen Pestwellen im Mittelalter und ihre verheeren Auswirkungen auf die Gesellschaft dargestellt, wobei mich natürlich nicht Alles aber doch Einiges an die gegenwärtige Pandemie erinnerte. Die drei Pestwellen im 14. Jahrhundert, die ganz Europa durchzogen, dauerten übrigens jeweils vier bis sechs Jahre (!).

Nachdem ich mich im Museumscafé des Behnhaus Drägerhaus erholt und einen leckeren Bagel mit Lachs verspeist hatte, war ich halbwegs fit für den Museumsbesuch. Die zwei Kaufmannshäuser aus dem 18. Jahrhundert sind prächtig mit zeitgenössischen Möbeln eingerichtet. Wandfriese, Plastiken und Gemälden können bewundert werden. Zudem gibt es dort noch eine Gemäldegalerie mit Bildern aus dem 19. und 20. Jahrhundert und eine Sonderausstellung. Dazu kommt derzeit noch die Ausstellung über Thomas und Heinrich Mann, die aus Buddenbrockhaus verlagert wurde, weil dieses Gebäude gerade saniert wird. Das Behnhaus Drägerhaus ist ein sehr sehenswertes Museum, aber man sollte richtig viel Zeit für den Besuch mitbringen!

Als ich bemerkte, dass um kurz nach 15 Uhr schon die Dunkelheit hereinbrach, legte ich einen Zahn zu. Ich wollte unbedingt noch einen Blick in den Füchtingshof in der Glockengießergasse werfen.
Die Höfe beruhen häufig auf Stiftungen wohlhabender Lübecker Bürger. Der Ratsherr Johann Füchting bestimmte 1636 ein Drittel seines Erbes „zum Nutzen und Besten der Armen“. Als Gegenleistung erbat sich der Stifter das Gebet nach seinem Ableben. Das sollte ihm dann einen „guten Platz im Himmel“ sichern. Noch heute sind 28 Wohnungen günstig an Pensionärinnen, oftmals auch Witwen und Lübecker Kaufleute, vermietet.
Quelle: Hansestadt Lübeck

Abschließend ging ich noch am Dom in der südlichen Altstadt vorbei, aber nun war es stockdunkel und die Kirche war geschlossen. Irrte dann noch etwas in der nicht gut beleuchteten Umgebung herum und kam schließlich nach einem straffen Besichtigungsprogramm und dem stundenlangen Maskentragen ziemlich erschöpft zurück ins Hotel.

Lübeck hatte mir dennoch sehr gut gefallen. Allerdings nahm ich mir vor, es am nächsten Tag etwas ruhiger angehen zu lassen.

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Lübeck lohnt sich! Worthwhile trip to Luebeck #1

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Ende November 2021 unternahm ich eine Kurzreise nach Lübeck, wie schon berichtet (Auf nach Norden: Lübeck) . Dort waren die Corona Inzidenzwerte wesentlich niedriger als in München (in Lübeck am 22.11.2021: unter 200, Stand am 15.01.2022: 896) und ich wollte mich dort freier bewegen, z.B. ohne einen zusätzlichen Test Museen besuchen. Außerdem plante ich, nach Lübeck-Travemünde zu fahren, um nach zwei Jahren das Meer wiederzusehen.

Am Nachmittag des 22. November begab ich mich gleich nach dem Einchecken im Hotel auf eine erste Runde durch die Stadt. Die Sonne stand schon ziemlich tief, tatsächlich ging sie eine gute halbe Stunde früher unter als zu Hause in München, und ich musste mich beeilen, wenn ich noch etwas bei Tageslicht sehen und fotografieren wollte.

Zunächst spazierte ich zum berühmten Holstentor.

Das Holstentor ist ein Stadttor, das die Altstadt der Hansestadt Lübeck nach Westen begrenzt und 1487 erbaut wurde. Es ist das Wahrzeichen der Stadt. Das spätgotische Gebäude gehört zu den Überresten der Lübecker Stadtbefestigung. Das Holstentor ist neben dem Burgtor das einzige erhaltene Stadttor Lübecks.
Quelle: Wikipedia

Das Holstentor fand ich sehr wuchtig, etwas plump, aber es sah doch schön altehrwürdig aus. Auch die rotglänzenden und dunklen Backsteinziegel des Bauwerks gefielen mir. Ziemlich perplex war ich, als ich meine Fotos bearbeitete und feststellte, dass ich das Tor nicht gerade ausrichten konnte. Schließlich las ich, dass das Gebäude auf einer künstlichen Aufschüttung steht und dass es für den Untergrund zu schwer ist. Daher sackte der Südturm leicht schräg ab und im Laufe der Jahrhunderte sank das Bauwerk immer tiefer, so dass die untersten Schießscharten sich nun unter der Erde befinden (!).
Quelle: City Trip Lübeck, Reise Know-How

Weitere Fotos des Holstentors habe ich im obengenannten Post gezeigt.

Hinter dem Tor überquerte ich die Trave und gelangte bald in die Altstadt. Dort ging es recht geschäftig zu, was nicht nur mit der Haupteinkaufsgegend um die Breite Straße zu tun hatte, sondern auch mit dem an diesem Tag eröffneten Weihnachtsmarkt. In Bayern waren sämtliche Weihnachtsmärkte wegen Corona sehr kurzfristig untersagt worden. Im weniger betroffenen Lübeck traute man sich noch, allerdings unter strikten Vorgaben. Wie ich bald feststellen sollte, herrschte in der gesamten Fußgängerzone eine Maskenpflicht im Freien und der Zugang zum Hauptteil des Weihnachtsmarktes auf dem Platz hinter dem Rathaus war rundherum abgesperrt. Der Zugang war nur mit 2 G Nachweis (geimpft oder genesen) möglich. Ich hatte nicht vor, den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Schon in normalen Zeiten bin ich kein Fan vom Glühweintrinken und fettigem Essen in der Kälte, so dass ich mir den Besuch wegen des Ansteckungsrisikos gerne schenken wollte.

Zunächst ging ich durch das Hauptportal des Rathauses an der Breite Straße und dann am Zaun entlang, um das prächtige, ab dem 13. Jahrhundert errichtete Rathausgebäude zu fotografieren, das gerade von der untergehenden Sonne auf das Schönste angestrahlt wurde. Bald musste ich feststellen, dass der gesamte Platz durch den Weihnachtsmarkt eingenommen wurde. Also zeigte ich meinen Impfausweis und den Personalausweis vor. Beides wurde eingescannt und dann durfte ich den glücklicherweise gerade kaum besuchten Weihnachtsmarkt betreten. Auf dem Marktplatz war es ziemlich eng und dann standen auch noch die Buden beim Fotografieren im Weg! Aber den schönen Blick auf die Gebäude konnte ich trotzdem genießen und die Fotos können dies zumindest ansatzweise vermitteln.

Nachdem mein Fotostop erledigt war, verließ ich sogleich den Weihnachtsmarkt. Das Rathaus wollte ich später mit einer Führung besuchen. Recht schnell stellte ich fest, das auch die Marienkirche, die mir als Nächstes anschauen wollte, nur über den Weihnachtsmarkt zugänglich war. Also zurück zu einem anderen Zugang, wo ich wieder alles vorzeigen musste.

Die Lübecker Marienkirche wurde von 1277 bis 1351 erbaut. Die Lübecker Markt- und Hauptpfarrkirche befindet sich auf dem höchsten Punkt der Lübecker Altstadtinsel. Sie ist Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt und eine der größten Backsteinkirchen der Erde. St. Marien gilt als „Mutterkirche der Backsteingotik“ und als ein Hauptwerk des Kirchenbaus im Ostseeraum.
Quelle: Wikipedia

Das Innere der Kirche, die eine Museumskirche ist und 4 Euro Eintritt kostete, sah leider gerade wie eine großen Baustelle aus. Hauptwerke der Kirchenausstattung, wie das Kruzifix von Gerhard Marcks von 1959 als auch die berühmte astronomische Uhr waren durch hohe Gerüste größtenteils verdeckt. Auch war mir im Reiseführer nicht aufgefallen, dass die Kopie des im 15. Jahrhundert gemalten Totentanzzyklus im 2. Weltkrieg zerstört wurdee und dass nur noch einige Photos an den Wänden der Totentanzkapelle zu sehen sind. Allerdings gab es dort noch zwei schöne zeitgenössische Glasfenster zum Thema Totentanz von Alfred Mahlau und das halbrunde Fenster von Markus Lüpertz.

Nachdem ich die Hauptsehenswürdigkeiten angeschaut hatte, ging ich noch eine Runde durch die Kirche und bewunderte die schiere Größe des Bauwerks, das aber gleichwohl nicht bombastisch sondern gerade zu leicht in die Höhe strebend wirkte. Die einsetzende Dunkelheit und die spärliche Beleuchtung des Kircheninneren erzeugten eine geradezu magische Stimmung.

Vom ersten Stadtrundgang in Lübeck erholte ich mich in einem Café, an dem ich schon mehrmals vorbeigegangen war. Die Champagnertorte schmeckte mir ausgezeichnet, aber durch den Cappuccino hatten sie nur einige wenige Bohnen geschossen. Aber das passte schon, zum Kaffeetrinken war es für mich schon recht spät …

Nach dem Abendessen traute ich mich sogar noch in die Hotelbar, wo ich gemütlich beim Bier saß und den nächsten Tag plante. Ich war gespannt, wie sich Corona entwickelte und ob ich meine Reise wie geplant verwirklichen konnte.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Corona Reisejahr 2021 / Corona Travel Year 2021 #2

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In der ersten Jahreshälfte 2021 hatte ich einige Ausflüge unternommen, ging zum Wandern, hatte Schlossparks, Museen und Münchner Stadtviertel besucht (Corona Reisejahr 2021 #1) , aber Verreisen war „dank Corona“ erst im zweiten Halbjahr möglich.

Rucksackreise in Bayern

Endlich vollständig geimpft traute ich mich Ende Juni wieder Öffentliche Verkehrsmittel in größerem Umfang zu benutzen und im Hotel zu übernachten. Mit dem Rucksack wanderte ich vier Tage im Bayerischen Voralpenland von Bernried am Starnberger See über Kochel nach Mittenwald, benutzte für einzelne Strecken aber auch Bus und Bahn.

Am ersten Tag, auf der Strecke am Starnberger See und an den Osterseen bis nach Kochel, sah das Wetter bedrohlich aus, glücklicherweise regnete es nicht (Wieder auf Reisen 1).

Starnberger See Seeshaupt Bayern

Das Highlight war meine Wanderung am folgenden Tag von der Kesselberg Paßhöhe auf den Herzogstand bei sehr schönem Wetter mit traumhaften Aussichten. Nur auf dem Gipfel bewölkte es sich vorübergehend (Wieder auf Reisen 2).

Auf dem Buckelwiesenweg von Wallgau nach Mittenwald genoss ich wunderschöne Landschaftseindrücke. Auf dem schattenlosen Weg setzte mir allerdings die Sommerhitze zu.

Am letzten Tag wanderte ich auf den Mittenwalder Hausberg, den Kranzberg, mit fantastischen Ausblicken in Bergwelt.

Wandern in der Fränkischen Schweiz

Ende Juli hatte H. ebenfalls den vollständigen Impfschutz erreicht. Das nutzten wir für eine Woche Wanderurlaub in der Fränkischen Schweiz, die sich in Bayerns Norden befindet (s. ab hier: Ferien in der Fränkischen Schweiz 1).

Wir unternahmen kürzere und längere Tageswanderungen, schauten uns eine Wallfahrtskirche, Burgen, eine Höhle, sowie Fachwerkhäuser an und bewunderten die typischen Felsformationen. Danach erholten wir uns in unserer gemütlichen Pension beim köstlichen und sehr vielfältigen Kuchenangebot und beobachten die Ziegenherde an einem steilen Felsen direkt gegenüber .

Schweizer Camino von Konstanz nach Brunnen

Anfang August war die Zeit reif für die Fortsetzung des Jakobswegs in der Schweiz. Trotz bescheidener Wetteraussichten machte ich mich auf den Weg. In der Schweiz stiegen die Coronazahlen stetig. Anfang August betrug die 7-Tage-Inzidenz August schon über 70, was damals als hoch galt. Ich wollte aber die Pilgerwanderung in der Schweiz nicht schon wieder verschieben wie im Jahr 2020.

Zwar gab es dann Tage mit viel Regen und mancher schöne Ausblick entging mir, aber das Pilgern durch die wunderbare Schweiz mit ihren liebvoll restaurierten Häusern, den vielen Kapellen, dem Weg, der über historische Pilgerpfade führte, war möglich und gefiel mir sehr. Auch blieb es an einigen Tagen trocken, wurde sogar richtig schön (Näheres: Auf dem Schweizer Jakobsweg #1 bis #6 ). Zum Abschluss gönnte ich mir einen Tag in der Traumstadt Luzern.

Leipzig, Quedlinburg und Eisenach

In Ostdeutschland waren die Inzidenzen Ende August relativ niedrig, in Leipzig lag sie z.B. unter 30. Daher begab ich mich auf die schon seit längerer Zeit geplante Städtereise. Der Sommer war wirklich verregnet im letzten Jahr. Zwei Tage verbrachte in jeder Stadt und an einem schüttete es jeweils! Trotzdem war ich sehr beeindruckt vom reichen kulturellen Erbe der besuchten Orte.

In Leipzig sah ich die Schauplätze der Montagsdemonstrationen im Herbst 1989 und bewunderte den Mut der Bevölkerung, der zum Ende des DDR Regimes führte (s. Street Art Mural). Auch die vielen sorgfältig restaurierten historischen Gebäude begeisterten mich.

In der Welterbestadt Quedlinburg konnte ich Stiftskirche mit dem Quedlinburger Domschatz, die Altstadt mit Kirchen, Stadtmauer und über 1300 Fachwerkhäusern aus mehreren Jahrhunderten besuchen.

Ganz oben auf meiner Liste hatte die Welterbestätte Wartburg in Eisenach gestanden. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als „Junker Jörg“ hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel ins Deutsche. Im Lutherhaus in Eisenach wurde die Bibelübersetzung anschaulich und interaktiv vermittelt. Man konnte sogar einzelne Passagen an den Bildschirmen mitübersetzen (natürlich nur mit Einmalhandschuhen). Im 16. Jahrhundert exitierte keine einheitliche, hochdeutsche Sprache nur viele verschiedene Dialekte. Durch Luthers Bibelübersetzung wurde die Heilige Schrift nicht nur zugänglicher für die breite Bevölkerung sondern Luther legte die Grundlage für die deutsche Standardsprache (Wartburg und Luther).

Schweizer Jakobsweg von Brunnen nach Fribourg

Das Pilgern auf dem Schweizer Jakobsweg im August hatte mir so gut gefallen, dass ich den Weg in Brunnen am Vierwaldstätter See Anfang Oktober fortsetzte. Zunächst zögerte ich noch, weil sich die Corona Infektionen in der Schweiz wieder auf relativ hohem Niveau bewegten, aber als sie im Oktober leicht gesunken waren und ich las, dass genau auf die Maskenpflicht geachtet wurde und in jeder Unterkunft und allen Restaurants 3G galt, was streng kontrolliert wurde, zögerte ich nicht mehr.

In neun Tagen lief ich auf dem Camino bis nach Fribourg. Einen Ruhetag verbrachte ich am Brienzer See und einen weiteren nach dem Jakobsweg humpelnd in Fribourg. Über meine Erlebnisse, die vielen Höhen und wenige Tiefpunkte habe ich ausführlich berichtet (beginnend: Auf dem Schweizer Jakobsweg #7). Auf dem Schweizer Jakobsweg möchte ich in diesem Jahr über Lausanne und Genf bis zur Schweizer Grenze weiter ilgern, am liebsten im Frühjahr, wenn es Corona zulässt.

Im November stiegen die Inzidenzzahlen in Bayern immer weiter. Einzelne Gebiete, welche die Schwelle von 1000 erreicht hatten, mussten in den Lockdown gehen, und in München lag die Zahl bei 720, mit steigender Tendenz. Dazu kam, dass für alle Freizeitangebote, also auch für Museen und Kinos, 2 G plus (Zugang nur für Geimpfte oder Genesene mit aktuellem Test) galt. Ich beschloss, Corona ein Stück weit auszuweichen und unternahm eine Kurzreise nach Lübeck und Travemünde in Norddeutschland, wo die Inzidenzwerte mit unter 200 vergleichsweise moderat waren.

Was ich dort erlebte, werde ich noch berichten. Nur soviel: ich verliebte mich in die Backsteingotik der Welterbe Stadt Lübeck, besuchte sehr interessante Museen und naschte vom berühmten Lübecker Marzipan. In Travemünde konnte ich nach zwei Jahren endlich wieder am Meer spazieren gehen, ein auch bei trübem Herbstwetter wunderschönes und berührendes Erlebnis.

Fazit:
2021 war ein besonderes aber trotzdem sehr ereignisreiches und schönes Reisejahr für mich. Die meisten Ziele suchte ich dann auf, wenn es coronabedingt günstig war. Der vollständige Impfschutz und mein Rentnerinnenstatus ermöglichten mir das. Weil ich mich viel an der frischen Luft aufhielt und mich eher etwas strenger als erforderlich an die Coronamaßnahmen hielt, fühlte ich mich auch sicher.

Alle Orte hatte ich schon länger aufsuchen wollen und es gefielt mir ausnahmslos sehr gut. Obwohl es stimmt, dass es in Deutschland und in den Nachbarländern unendlich viel Wunderbares zu sehen und zu erleben gibt, hoffe ich doch sehr, dass bald wieder Auslandsreisen in weiter entfernte Länder möglich werden. Europäische Länder würden mir schon reichen …

Abschließend danke ich euch, meinen treuen Lesern und Followern, für euer stetiges Interesse an meinen Reiseberichten und das immer sehr nette Feedback. So macht das Schreiben von Blogposts richtig Spaß!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Doors of Luebeck

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As already reported, I visited the Hanseatic city of Lübeck at the end of November.
Apart from the spectacularly beautiful Brick Gothic (Backsteingotik) buildings , I was particularly taken with the doors in the old town.

Gaengeviertel Luebeck
Gaengeviertel Luebeck
Marienkirche Luebeck
Engelswisch Luebeck
Schiffergesellschaft Luebeck
Gate to Glandorps Hof
Cathedral Luebeck

Ethnological Museum Luebeck
St. Lorenz Church Luebeck-Travemünde

This is for Dan Antion’s Thursday Doors challenge. Thank you Dan for hosting ! I had great fun taking photos of the marvellous doors in Luebeck.

As I have participated in Thursday Doors only lately, I do not post my favorite doors of 2021. There are not so many photos yet and I do not want to bore readers showing the same pictures after a short time.

Always looking forward to your feedback.

Auf nach Norden: Lübeck – Going north: Luebeck

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Ende November wurde ich wieder einmal ungeduldig. Wenn man so gerne reist wie ich, ist in diesen Corona Zeiten besonders viel Geduld gefragt. Und genau das ist überhaupt nicht meine Stärke! Vor einem Jahr las ich eine Prognose, dass die Pandemie zwei Jahre dauern könnte. Das konnte ich mir damals nicht vorstellen, aber diese Zeitdauer ist fast erreicht. Wir würden uns nun freuen, wenn tatsächlich im nächsten Frühjahr alles vorbei ist. Leider sieht es derzeit nicht danach aus.

In Bayern stiegen die Inzidenzen in den Landkreisen und in der Stadt München immer weiter. Einzelne Gebieten, welche die Schwelle von 1000 erreicht hatten, mussten in den Lockdown gehen, und in München lag die Zahl seinerzeit bei 720, mit steigender Tendenz. Ich saß nur noch zu Hause und traute mich nirgendwo mehr hin. Dazu kam, dass für alle Freizeitangebote, also auch für Museen und Kinos, 2 G plus (Zugang nur für Geimpfte oder Genesene mit aktuellem Test) galt. Als vollständig Geimpfte verspürte ich wenig Neigung mich zusätzlich testen zu lassen, um einen Film oder eine Ausstellung anzusehen.

Was also tun ? Langsam reifte mein Plan, Corona ein Stück weit auszuweichen und zwar in den deutschen Norden, wo die Zahlen vergleichsweise niedrig waren. Auch am Meer wollte ich nach zwei Jahren endlich wieder spazieren gehen. Ich plante Lübeck und Travemünde sowie Rostock und Warnemünde zu besuchen. Bald merkte ich, dass Rostock keine Option war, weil dort die Fallzahlen rapide gestiegen und die Corona Beschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern genauso streng wie in Bayern festgesetzt worden waren. Es blieb also noch eine Reise nach Lübeck. Aber sollte ich überhaupt fahren ? War es nicht vernünftiger, zu Hause zu bleiben, Kontakte zu reduzieren und abzuwarten, bis sich die Lage besserte? Das schon, aber ich brauchte dringend noch eine Abwechselung, bevor es in den langen Corona-Winter ging.

Schließlich entschied ich mich, mit dem Zug nach Lübeck zu reisen. Dort buchte ich drei Übernachtungen, die ich von Tag zu Tag stornieren konnte. Wie es danach weiterging, ob ich noch ein bis zwei Tage am Meer in Travemünde, einem Ortsteil von Lübeck in 20 km Entfernung, anhängen würde, wollte ich vor Ort entscheiden. Wenn ich mich nicht wohlfühlte, oder die Situation in Bayern weiter eskalierte, konnte ich kurzfristig nach Hause fahren.

Am frühen Nachmittag des 22.11. nach einer gut sechsstündigen Zugfahrt erreichte ich Lübeck. Die Stadt lag im schönsten Sonnenschein. Bald sah ich das berühmte Holstentor. Nach dem Einchecken im Hotel begab ich mich gleich auf eine erste Stadterkundung.

Fortsetzung folgt …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Pull up a Seat Photo Challenge 2021-Week 48

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This is for XingFu Mama’s fun challenge. Thank you for hosting!

Today I took a ferry from Lübeck-Travemünde to the Priwall peninsula where I walked at the natural beach. So wonderful to be back to the sea after two years!

However, this might well be my last trip for the coming months. Corona cases in Germany are rising dramatically. A new virus variant, supposed to be even more contagious, has been discovered in South Africa. A further German lock-down is being discussed …

Always looking forward to your feedback.

Holstentor at Night

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The Holsten Gate (Holstentor) is a city gate marking off the western boundary of the old center of the Hanseatic city of Lübeck. Built in 1464, the Brick Gothic construction is one of the relics of Lübeck’s medieval city fortifications and one of two remaining city gates. Known for its two-round towers and arched entrance, it is regarded today as a symbol of the city. Together with the old town centre of Lübeck it has been a UNESCO World Heritage Site since 1987.
Source: Wikipedia

This is for Dan Antion‘s fabulous Thursday Doors Challenge. Thank you Dan for hosting!

Always looking forward to your feedback.