Wanderung auf den Wallberg/Tegernsee

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Der Wallberg bei Rottach-Egern ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die meisten Leute fahren mit der Seilbahn auf das Wallbergplateau, laufen dann zum Wallbergkirchl und genießen die prachtvolle Aussicht. Einige steigen noch auf den Gipfel und die meisten kehren sicher im Panoramarestaurant ein. All das hatte ich auch schon getan, aber nun wollte ich von der Talstation der Seilbahn auf den Gipfel wandern und dann mit der Bahn ins Tal fahren, um meine Gelenke zu schonen.

Vor dem Aufstieg von rund 1030 Höhenmetern hatte ich schon einen gewaltigen Respekt aber ich vertraute darauf, dass es gehen würde, wenn ich mir viel Zeit ließ. In der vorletzten Woche herrschte dann richtig schönes Sommerwetter und nun wollte ich mein Vorhaben in die Tat um setzen. Außerdem hatte ich mir schon länger vorgenommen, einmal am Tegernsee zu übernachten, um abends am Tegernsee zu spazieren und am nächsten Tag noch eine weitere Wanderung unternehmen. Also reservierte ich ein Zimmer in Bad Wiessee.

Schon um 10 Uhr parkte ich an der Talstation der Wallbergbahn und dann ging es gleich los

Zunächst führte ein breiter Forstweg stetig bergauf, dann kam eine Gabelung. Schließlich entschied ich mich für den nach rechts abzweigenden Weg über die Wallbergmos-Alm, der über einen Pfad recht steil, wurzelig und oft steinig nach oben führte. Belohnt wurde ich schon bald durch schöne Blicke in die Berge und über den See.

Erstaunt war ich, dass ich keineswegs alleine den Berg hinauf schnaufte, sondern dass es noch einige weitere Wanderer den Aufstieg wagten. Eine Frau fiel mir auf, weil sie noch langsamer als ich ging, aber einen Fuß vor den anderen setzte und stetig weiter nach oben stieg.

Schneller als gedacht erreichte ich die Alm, wo ich mich mit zwei Mitwanderern unterhielt, die natürlich vor mir angekommen waren, aber auch von dort wieder ins Tal steigen wollten. Das kam für mich nicht in Frage, wenn es irgendwie ging, wollte ich mindestens bis zur Bergstation der Seilbahn wandern. Schon um nicht wieder hinunter gehen zu müssen. Nachdem ich mich mit Rhabarberkuchen und Kaffee gestärkt hatte, startete ich wieder. Noch eine Weile folgte ich dem zum Teil steilen Waldweg, der zwischendurch nicht ganz klar verlief. Verlaufen wollte ich mich auf diesem Stück nicht, daher schaute ich prüfend auf meinen GPS-Track. Froh war ich, als der Steig wieder auf den breiten Forstweg einmündete.

Nun wurde die Wanderung sehr viel entspannter. Es ging flacher bergauf und viel zu sehen gab es auch. Im lichten Wald blühten zahlreiche Blumen und die Ausblicke in die Bergwelt wurden immer schöner. Nun waren mehr Wanderer unterwegs, die vor allem bergab liefen.

Panoramafoto bitte anklicken!

Nachdem ich einer Art Wander- und Mountainbikeautobahn gefolgt war, kam ich bald unterhalb des Wallbergkirchls an. Nun sah ich auch den Wallberggipfel. In der Wanderbeschreibung hatte ich gelesen, dass man für den letzten Aufstieg Trittsicherheit benötigt und dass es an einigen Stellen sehr felsig und steil ist, so dass man die Hände zum Auf- und Abstieg braucht. Aber so steil sah der Berg doch gar nicht aus!

Am Kirchlein war es dann etwas voller, nun waren die Seilbahnfahrer hinzu gekommen. Trotzdem konnte ich Abstand halten und der traumhafte Ausblick entschädigte mich reichlich.

Panoramafoto bitte anklicken!

Ich war mir nicht sicher, ob ich tatsächlich weiter auf den Gipfel gehen sollte. Aber nun war ich schon so weit gekommen, die restlichen 100 Höhenmeter würde ich jetzt auch noch schaffen. Zunächst ließ sich die Strecke recht harmlos an. Der Forstweg wurde langsam steiler und dann kam die Abzweigung. Auf einem Schild wurde auf die erforderliche Trittsicherheit hingewiesen. Einen Moment lang blieb ich unschlüssig stehen und dann sah ich sie, die Wanderin die extrem langsam unterwegs gewesen war, auf den Steig abbiegen. Wenn sie das konnte, würde ich es auch schaffen!

Als ich sie das nächste Mal sah, hing sie über mir und hangelte sich an einer geröllig schrofigen Felswand hinauf. Gut war, dass man sich immer an den Steinen festhalten und hochziehen konnte. Auch gab es nur drei ähnliche Steilstücke. Allerdings graute mir vor dem Abstieg.

Etwas geschafft aber glücklich erreichte ich den Gipfel. Die Aussicht war selbstverständlich wunderbar, jedoch nicht viel besser als vom Wallbergkirchl. Das Wichtigste war für mich aber , dass ich es tatsächlich bis zum Gipfel geschafft hatte.

Und ich gelangte wieder heil zur Seilbahnstation, teilweise auf dem Hosenboden, oft ganz vorsichtig rückwärts hinunter kletternd. Auf dem Rückweg traf ich übrigens die Wanderin, die vernünftigerweise aufgegeben hatte, weil sie sich doch unsicherer als ich in dem felsigen Gelände bewegte.

Im Panoramarestaurant bei der Seilbahnstation ließ ich es mir gut gehen. Auf der Aussichtsterrasse genoss ich noch einmal das fantastische Bergpanorama und nahm dann die Bahn ins Tal.

Panoramafoto bitte anklicken!

Fazit:
Etwa 7 Km, 1030 Hm, knapp 4 Stunden ohne Pausen
Leichte aber anstrengende Bergwanderung mit traumhaften Aussichten, der abschließende Pfad auf den Gipfel ist mittelschwer und erfordert Trittsicherheit. Wer keine Probleme mit den Gelenken hat, kann über den breiten Forstweg ins Tal zurück gehen.

Über meinen Spaziergänge am Tegernsee in Bad Wiessee und meine Wanderung auf den Riederstein am nächsten Tag werde ich noch berichten.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

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Gipfeltour am Tegernsee/Bayern

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Heute bin ich auf den Wallberg bei Rottach-Egern gelaufen. Bin sehr stolz, dass ich fast 1100 Höhenmeter geschafft habe. Die Aussicht vom Gipfel war traumhaft schön. Und ins Tal konnte ich mit der Wallbergbahn fahren und so mein Knie schonen.

Mein Bericht folgt, heute zeige ich zunächst zwei Smartphonephotos des Ausblicks vom Gipfelkreuz.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

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Wieder auf Reisen: Wandern in Bayern/ Traveling again: Hiking in Bavaria (4)

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Der letzte Tag meiner Rucksackwanderung in den bayerischen Alpen begann mit einem Frühstück um 7 Uhr. Zwar wollte ich nur eine Tageswanderung unternehmen und hätte es eigentlich ruhiger angehen können, aber coronabedingt musste ich mich im Hotel gleich beim Einchecken für einen der beiden Frühstückstermine entscheiden. Ich hatte den früheren gewählt in der Hoffnung, dass es dann weniger voll sein würde. Wieder einmal sollte ich froh über meinen vollständigen Impfstatus sein. Im winzigen Frühstücksraum und am Buffet staute es sich. Aber das Hotelmanagement hatte sich große Mühe gegeben : Schilder mit Hinweisen auf den Mindestabstand, die Maskenpflicht, wenn man vom Platz aufstand und die Plastikhandschuhe, die zu tragen waren, wenn man sich etwas vom Buffet holte.

Der Andrang war hauptsächlich auf eine Wandergruppe zurückzuführen. Wieder einmal war ich glücklich, dass ich alleine unterwegs war. Auf die zwangsläufig mitgehörten Gespräche am Frühstückstisch konnte ich gerne verzichten. Man unterhielt sich über die durch das Wandern eingetretenen Blessuren. Bald wusste ich, wem welche Knochen schmerzten und wieviele Blasen an den Füßen der Gruppenmitglieder aufgetreten waren. Ziemlich unpassend fand ich, dass eine Dame am Nachbartisch zur Demonstration ihren nackten Fuß über dem Tisch hochstreckte. Meinen anhaltend bösen Blick bemerkte nur der neben ihr sitzende Herr, der mir lächelnd zunickte.

Gut gestärkt packte ich dann meinen Rucksack und steckte die notwendigen Wanderutensilien in mein Säckchen zum Umhängen. Die Wanderstöcke musste ich tragen, aber das störte mich nicht. Ich checkte aus und ließ meinen großen Rucksack im Hotel, um ihn vor der Rückfahrt wieder abzuholen.

Wandern wollte ich auf der Großen Kranzberg Runde, die von Mittenwald auf den Hohen Kranzberg, zum Ferchensee und Lautersee und zurück in den Ort führt. Die Wanderbeschreibung gab als Beginn die Talstation des Kranzberg-Sesselliftes an. Andererseits zeigte direkt vor meinem Hotel ein Wegweiser zum Lautersee. An der Rezeption erkundigte ich mich, ob ich die Runde auch umgekehrt gehen könnte und da hatte man keine Bedenken. Hinterher wusste ich, dass es schlauer gewesen wäre, die vorgeschlagene Richtung zu wählen.

Zuerst lief es sich ohne schweres Gepäck sehr angenehm, aber schon bald stieg die Temperatur. Auf dem schattigen Weg durch den Wald konnte ich aber recht gut mäßig steil bergauf gehen. Am Lautersee genoss ich den Blick auf die Wettersteinspitze und das von der Morgensonne angestrahlte Gewässer in verschiedenen Blautönen. Außer einer, wenn auch sehr lauten, Gruppe von E-Bikern traf ich am frühen Morgen nur wenige andere Passanten.

Der Aufstieg zum Ferchensee war schon etwas steiler, verlief aber im Schatten und durch einen dichten Mischwald. Bald kam ich am Südüfer des Sees an, wo ich mir eine erste Pause gönnte. Ein Mann mit Hund und ein Paar nahmen ein, wahrscheinlich recht kühles, Bad. Ich genoss die Ruhe, das Panorama und die Seerosen.

Dann folgte ich dem Westufer des Ferchensees, wo schon mehr Betrieb herrschte. Zahlreiche Wanderer und Radfahrer hielten sich dort auf, aber es war nicht überlaufen. Ziemlich überraschte war ich, als mich auf dem breiten Schotterweg ein Wanderbus überholte. Wenn man eine lange Strecke wandern will, z.B. zum Schachenhaus und zurück, kann man so ein Stück verkürzen. Es gibt natürlich auch diejenigen, nur relaxen und baden aber nicht wandern wollen. Mir hatte die Wanderung durch den Wald zu den beiden Seen gut gefallen, aber ich merkte mir die Busverbindung für zukünftige Touren.

Kurz hinter dem Gasthaus am Nordende des Sees fand ich die Abzweigung zum Großen Kranzberg. Nun ging es zur Sache, in weiten Kehren führte der Wanderweg steil bergauf. Sehr häufig kamen mir nun Wanderer entgegen. Das konnte zwei Gründen haben: der Gipfel war nicht mehr weit und die meisten Ausflügler waren in der Gegenrichtung unterwegs.

Nun musste ich mehrere kurze Trinkpausen einlegen und auch mein bewährter Traubenzucker kam zum Einsatz. Als ich aus dem Wald trat, sah ich den Hohen Kranzberg und die Hütte, das Kranzberghaus. Beides war nicht mehr weit und lag nicht viel höher. Beglückt nahm ich ein Foto dieses verheißungsvollen Anblicks auf.

Den letzten Anstieg auf den Hohen Kranzberg bewältigte ich in ein paar Minuten, aber unterwegs sah ich, dass das Wirtshaus nicht geöffnet hatte. Es hatte keinen Ruhetag, das hatte ich vorher nachgeschaut. Das Haus wirkte eher so, als ob dauerhaft geschlossen wäre.

Auf dem Kranzberggipfel (1391 m) schaute ich zunächst zurück in die Richtung, aus der ich gekommen war. Neben der Wettersteinwand, die ich schon auf der Wanderung gesehen hatte, entdeckte ich in der Ferne die Zugspitze und rechts daneben die Alpspitze. Auf die Zugspitze, den höchsten deutschen Berg (2962 m), will ich seit geraumer Zeit fahren, habe es aber bisher nicht geschafft. Die Alpspitze (2628 m) erinnerte mich an meinen vor drei Jahren verstorbenen Vater. Er schwärmte noch in hohem Alter von seiner Bergtour, die er Ende der 1930er Jahre mit einem „Kameraden“ von Garmisch (700 m) aus auf die Alpspitze (damals natürlich ohne Seilbahnunterstützung !) unternommen hatte.

Panoramafoto bitte anklicken.

Auf dem Kranzberggipfel steht eine Holzhütte als Unterstand. Ich setze mich auf die umlaufende Bank in den Schatten, wo ich auch vor dem überraschend kräftigen Wind geschützt war. Unter der Holzhütte standen viele bequeme Liegebänke aus Holz. Diese waren leider belegt und lagen außerdem in der prallen Sonne.

Von meinem Sitzplatz konnte ich den größten Teil des sensationellen 360° Bergpanoramas (Ester-, Soiern- und Karwendelgebirge) betrachten. Mein Blick ging zurück nach Wallgau, wo ich übernachtet hatte. Auch den Herzogstand, den ich am zweiten Wandertag bestiegen hatte, konnte ich erkennen. Der Ausblick ließ mich an meine zu Ende gehende Mehrtagestour mit dem Rucksack zurückdenken. Einfach toll, das alles so gut geklappt hatte !

Vom Kranzberggipfel konnte ich mich schließlich loseisen. Von nun an ging es bergab, auch im übertragenen Sinn. Wenn ihr meinem Blog folgt, wisst ihr vielleicht, dass ich mich vor dem Bergabgehen fürchte. Zunächst landete ich auf einem gerölligen Wegstück über dem Kranzberghaus , das sehr steil abwärts führte. Ich wollte gerade umkehren, als mir zugerufen wurde, dass es besser würde. Bis zur Sankt Anton Hütte führte die Strecke mal steiler und dann wieder angenehmer talwärts. Sehr hilfreich war, dass die steilsten Passagen asphaltiert waren und auffällig, dass mir mehrere schwer atmende Passanten entgegen kamen. Das waren wohl diejenigen Spaziergänger, die mit dem Kranzberglift hinauf gefahren waren und nur den letzten, allerdings sehr steilen, Aufstieg von 150 Höhenmetern bewältigen mussten. Aber wahrscheinlich hatte sich der Eine oder Andere das Ganze weniger anstrengend vorgestellt…

In der Sankt Anton Hütte verbrachte ich eine ausgedehnte Mittagspause bei Rindertafelspitz mit Kartoffelsalat und einem alkoholfreien Weizenbier. Beim Kaffee betrachte ich noch einmal die Landschaft und nahm Abschied von den wunderschönen Bergen. Vor allem das Karwendelgebirge hatte es mir angetan.

Panoramabild bitte anklicken.

Nach meinem Aufbruch traf ich ein (viel) älteres Paar, das das Bergpanorama mit dem Wildensee im Vordergrund bewunderte. Auf meine Nachfrage erklärten sie mir, dass sich die Bergstation der Kranzbergbahn nur wenige Meter unterhalb befinde. Ich war mir nicht sicher, ob ich laufen oder fahren sollte. Immerhin handelte es sich noch um 300 Höhenmeter. Daraufhin meinte der mindestens 80 Jahre alte Mann, dass der Weg ins Tal „sehr angenehm“ sei.

Wäre ich nur meinem Bauchgefühl gefolgt ! Aber mir ging eine Talfahrt mit dem Lift am Ende meines Wanderurlaubs gegen den Strich. Daher lief ich weiter talwärts und schwitzte auf den gerölligen Abschnitten Blut und Wasser. Sehr vorsichtig taste ich mich hinunter. Schließlich wollte ich mich nicht auf den letzten Kilometern meiner Wanderreise verletzen. Nun ging mir auch auf, warum die Wanderbeschreibung empfahl, den Aufstieg auf den Kranzberg, notfalls mit Hilfe des Lifts, zuerst anzugehen und dann gemütlich an den Seen entlang ins Tal zu spazieren.

Der Weg folgte der Sessellifttrasse und führte fast senkrecht hinunter. Nur einmal oder zwei Mal ging es in Kehren bergab. Als ich in Mittenwald ankam, zitterten mir die Knie, aber ich war heilfroh, dass alles gut gegangen war.

Fazit:
13 Km, 480 Hm, 3 Stunden ohne Pausen
Empfehle die Wanderung an der Talstation des Kranzbergliftes zu beginnen, den man auch als Aufstiegshilfe benutzen kann. Sehr abwechselungsreiche und leichte Wanderung mit steilen Aufstiegen, wunderschönes 360° Bergpanorama auf dem Hohen Kranzberg (Ester-, Soiern- und Karwendelgebirge), Bademöglichkeiten an den Seen.

Ich schlenderte noch einmal durch die Mittenwalder Altstadt. In einem Eiscafé in der Fußgängerzone erholte ich mich bei Erdbeer-Spaghetti-Eis und Espresso von den Strapazen.

Auf der Rückfahrt mit dem Zug erwartete mich noch eine unangenehme Überraschung. Die Bahnstrecke zwischen Oberau und Eschenlohe war gesperrt. Offensichtlich hatte sich ein Gleiskörper wegen der hohen Temperaturen von über 30 ℃ verformt. Ab Oberau fuhr ein Notfallbus bis Eschenlohe und zwar ausgerechnet über die Superstaustrecke, die Bundesstraße (B 2). Letztendlich lief alles nur auf eine halbe Stunde Verspätung hinaus, auch wenn nicht gerade angenehm war, mit dem vollgestopften Bus zu fahren. Auch die zweistündige Zugfahrt von Eschenlohe nach München war nicht gerade ein Vergnügen. Immerhin bekam ich gerade noch einen Sitzplatz.

Im Zug saßen auch etliche ältere Leute. Ich bemerkte, dass viele die FFP2-Maskenpflicht sehr nachlässig befolgten. Neben dem bekannten Herunterziehen unter die Nasenlöcher, zeigten sich schlampig angelegte OP- und Stoffmasken und ein Herr hielt sich die Maske sogar wie einen Maulkorb mit Abstand vor das Gesicht. Wahrscheinlich waren diese Herrschaften vollständig geimpft, während dies bei den jungen Passagieren in ihrer Nähe überwiegend nicht der Fall war. Wie bekannt ist, können auch Geimpfte das Virus noch übertragen. Selten habe ich mich so sehr fremdgeschämt! Was müssen die Jungen von unserer Generation denken? Sie werden die wirtschaftliche Last der Corona Pandemie in der Zukunft tragen müssen und wir sind nicht einmal bereit, ein bisschen Rücksicht zu nehmen.

Nach meiner wunderbaren Wanderreise kam ich glücklich, dankbar und etwas erschöpft wieder nach Hause. Schön war’s !

Eine Bewertung meiner viertägigen Rucksackwanderung mit vollständigem Impfschutz veröffentliche ich in einem weiteren Beitrag.

Es geht wieder los … Time for the next round …

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Seit gestern gehöre ich zu den Glücklichen, die den vollständigen Impfschutz genießen. Darüber freue ich mich sehr. Ganz entspannen kann ich mich erst, wenn alle Familienmitglieder den gleichen Status erreicht haben, was in den nächsten Wochen der Fall sein wird.

Bis dahin werde ich aber nicht die Hände in den Schoß legen. Auf eine längere Reise möchte ich mich noch nicht begeben. In diesem Sommer stehen ohnehin nur Touren im Inland und in die Nachbarländer an. Mein großer Traum ist ein etwas längerer Aufenthalt in Italien. Durch mein Lieblingsland möchte ich dann mit dem Zug fahren.

Um mich ganz langsam wieder ans Reisen zu gewöhnen, werde ich ab morgen drei bis vier Tage mit dem Rucksack in den Bayerischen Bergen wandern. Geplant habe ich zwei Touren in der Ebene und eine Bergwanderung. Letztere Tour lohnt sich nur bei gutem Wetter.

Heute morgen habe ich meinen Rucksack gepackt. Wie üblich habe ich jedes Teil zunächst auf die Küchenwaage gelegt. Mit Getränken werde ich ca. 9 kg auf dem Buckel haben, was relativ wenig ist. Bin gespannt, wie das Tragen meinem Rücken bekommen wird. Ein bisschen dient meine Kurzreise auch dazu, auszuprobieren, ob ich noch einmal auf den Jakobsweg zurückkehren kann. Geplant ist also eine Art Probepilgern wie vor zwei Jahren auf dem Münchner Jakobsweg.

Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist durchwachsen. Für den Notfall habe ich mir ein Schlechtwetterprogramm überlegt. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn ihr mir die Daumen drückt, dass es nicht schüttet, zumindest dann, wenn ich gerade wandere.

Auf jeden Fall werde ich über meine Erlebnisse bei den Wanderungen berichten und freue mich schon auf euer Feedback.

Hoch auf den Hirschberg/ Walking up Hirschberg

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Wie schon berichtet führe ich oft stille Zwiegespräche, aber eigentlich sind es zwei Personen Inga I und Inga II, die sich unterhalten und sich dabei meistens streiten. Inga I ist vernünftig, geduldig und sieht die Dinge positiv, während Inga II oft Schlimmes erwartet, gerne aus der Haut fährt und klagt und Letzteres nicht zu knapp. Nicht erst seit Corona fällt es Inga I schwer, sich gegen Inga II durchzusetzen, aber sie gibt nicht auf!

Auf den Hirschberg wollte ich schon sehr lange wandern. Meine letzte Tour auf diesen hoch über dem Tegernsee aufragenden Gipfel lag schon lange zurück, aber ich erinnerte mich noch an die grandiose Rundumsicht in die Berge und zum Tegernsee.

Inga II: 920 Höhenmeter hoch und wieder runter, das schaffst du nie. Flachlandwandern bei Bad Gögging ist besser für dich. Du bist überhaupt nicht fit!

Inga I: Denke ich immer, wenn ich mir die Tour auf den Hirschberg anschaue, aber jetzt will ich es einmal versuchen.

Inga II : Du wirst dich überanstrengen! Letzten Sommer hattest du einen Schwächeanfall beim Wandern. Damals konntest du schnell absteigen und zurückfahren. Das geht auf dem Hirschbergweg nicht.

Inga I: Ich wandere hin und zurück auf dem Forstweg. Der steigt allmählich an. Und ich laufe ganz langsam. Wenn ich nicht mehr kann, kehre ich um. Außerdem lege ich eine lange Erholungspause im Hirschberghaus ein, bevor ich auf den Gipel gehe.

Inga II: Und du behauptest immer, dass ich unvernünftig bin.

Am letzten Mittwoch fuhr ich schließlich zum Start des Hirschbergwegs in Scharling bei Kreuth. Es herrschte schönes Sommerwetter, war aber noch nicht ganz so heiß wie an den folgenden Tagen. Am Start des Wanderwegs war die Strecke mit zwei Stunden bis zum Hirschberghaus und mit 2,5 Stunden zum Gipfel ausgeschildert.

Inga I: So eine schöne Sicht auf den Hirschberg gleich zu Beginn des Weges !

Inga II: Der Hirschberg ist der hintere Berg und der sieht verdammt hoch aus!

Inga I: Schmarr’n, da bin ich schon einige Male hochgelaufen, das geht schon.

Inga II: Wann war das denn? Vor zehn Jahren ?

Inga I: Mmh, wohl eher vor 15 Jahren, vielleicht auch 20 …

Inga II: ???

Nach einem kurzen steilen Anstieg auf der Straße führte der Wanderweg in den schattigen Wald. Die Steigung war nun etwas angenehmer. Den Berg sah ich nicht mehr. Schon bald musste ich eine Trinkpause einlegen. Zur Stärkung verspeiste ich auch ein Stück Traubenzucker .

Nach einer Weile fand ich einen sehr langsamen aber stetigen Rhytmus, der mich nicht zu sehr anstrengte. Dann trat ich aus dem Wald. Dem Hirschberg war ich ein ganzes Stück näher gekommen und die Höhendifferenz, die ich noch zu bewältigen hatte, wirkte nun riesig . Als mir kurz darauf ein Wanderer entgegenkam, fragte ich ihn, ob es sich tatsächlich um den Hirschberg handelte. Der Mann verriet mir, dass das nicht der Fall war. Erleichtert wollte ich schon aufatmen als er fortfuhr: “ Das ist das Gipfelkreuz beim Hirschberghaus, den Hirschberggipfel kann man von hier nicht sehen. Er liegt dahinter und noch ein Stück höher.“

„Ach, du Schei… „, rief Inga II laut, die sich wieder einmal nicht beherrschen konnte.

Inga I entschuldigte sich und unterhielt sich noch etwas mit dem netten Wanderer mittleren Alters, der fast jeden Tag auf dem Hirschbergrundweg lief, um fit zu bleiben. Alle Achtung!

Bald ging es wieder in den Wald, wofür ich nicht nur wegen des Schattens dankbar war. Auf die Sicht auf den Berg, dem ich mich nur langsam näherte, konnte ich für eine Weile verzichten. Nach der folgenden Wegbeschilderung betrug die Gehzeit zum Hirschberghaus nur noch eine Stunde.

Inga I: Na also, bis zur Hütte schaffe ich es auf jeden Fall !

Inga II: Warten wir es ab!

Kurz vor Mittag preschte ein 4WD vorbei nach oben. Das war wahrscheinlich der Almwirt, der zur Öffnung des Restaurants fuhr. Wenn man bis oben fahren konnte, würde ich einfach immer auf der Forststraße bleiben und dann wäre die Wanderung ziemlich einfach.

Kurz danach zweigte ein Steig ab, der steil den Hang hinaufführte. Das Hinweisschild versprach nur eine Zeitersparnis von einer viertel Stunde gegenüber der Wanderung auf dem Wirtschaftsweg. Da musste ich nicht lange überlegen und blieb auf meiner Strecke. Im Wald zu gehen war recht angenehm. Auch wehte mit zunehmender Höhe ein schönes kühles Lüftchen. Bald erreichte ich die Stelle, an der der Pfad wieder auf den Forstweg mündete und freute mich,dass ich alles richtig gemacht hatte. Meine Freude währte nicht lange. Einige hundert Meter weiter endete die Forststraße an einer Materialseilbahn. Dort parkte auch der Geländewagen, der mich überholt hatte. Der Pfad, der nun zum Hirschberghaus abzweigte, sah schon zu Beginn steil und steinig aus. Die Gehzeit war mit 30 Minuten angegeben.

Inga I: So ein Mist ! Aber 30 Minuten ist jetzt nicht so viel…

Inga II: Du glaubst, dass du es in 30 Minuten schaffst? Du musst verrückt sein ! Warum liest du eigentlich nie die Wanderbeschreibung in deinem Buch ?

Inga I: Hab ich irgendwie anders verstanden.

Inga II: Willst du nicht umkehren ? Auf der Forststraße hast du es gerade noch geschafft, aber mehr geht nicht.

Inga I: Jetzt schauen wir mal, zurückgehen kann ich immer noch. Bis zur Alm möchte ich es schon schaffen.

Nachdem ich mich auf einer Bank noch einmal ausgeruht hatte, begann ich mit dem Aufstieg zur Hütte. In der Folge eröffneten sich wunderbare Ausblick auf den Tegernsee, die ich nicht recht genießen konnte.

Der Weg zog sich nun felsig und in zum Teil steilen Serpentinen den Hang hinauf. Nach kurzer Zeit blieb ich schwer atmend stehen und packte einen Wanderstock aus, damit ich mich abstützen konnte. Die Hütte war nicht zu sehen, nur die Trasse der Materialseilbahn, die immer weiter den Hang hinaufführte. Zu einer Trinkpause ließ ich mich auf einem Felsen nieder, aber auf dem engen Pfad musste man schon gut aufpassen. Als sich der Weg gabelte, entschied ich mich für den Sommer- statt für den Winterweg. Wie ich hinterher erfuhr, sollte das keinen großen Unterschied ausmachen.

Nach unzähligen Kehren musste ich wieder auf den Weg setzen. Ich warf einen Blick auf meinem Fitnesstracker, der mir einen hohen Pulsschlag anzeigte. Nun zweifelte ich zum ersten Mal, dass ich die Hirschbergalm erreichen würde. Als ein älterer Wanderer von unten nahte, musste ich aufstehen. Der Mann grüßte freundlich und verriet mir, dass es nicht mehr weit sei. Ich schüttelte den Kopf und meinte: „Das schaffe ich nicht mehr, bin am Rande meiner Kräfte.“ Der Wanderer schaut auf sein GPS-Gerät und verkündete: „Hütte in 200 Metern!“. Er ging vorbei und ich schlappte hinterher.

Auf der Hirschbergalm stärkte ich mich mit saftigem Rotweinkuchen und alkoholfreiem Weißbier. Die Aussicht, die bis zur Zugspitze reichte, war bereits grandios. Der Hirschberggipfel war nun zu sehen und die Höhendifferenz sah machbar aus. Die Strecke war mit dreißig Minuten angegeben, aber diese Zeit traf für mich wohl nicht zu. Mit dem Wanderer, den ich unterwegs getroffen hatte, unterhielt ich mich eine Weile und während ich mich im Schatten ausruhte, kehrten meine Lebensgeister zurück. Mein Gesprächspartner wollte auf jeden Fall zum Gipfel gehen und schwärmte, wie einzigartig schön der Rundumblick dort oben sei. Eigentlich sah der Weg auf den Berg ziemlich harmlos aus…

Mit einem großen Haferl Kaffee setzte ich mich in die Sonne und genoß den Blick in die Berge. Immer wieder schaute ich auch zum Hirschbergipfel.

Inga I: Das müsste zu schaffen sein, wenn ich ganz langsam gehe. Es sind nur noch 150 Höhenmeter. Einen Traubenzucker habe ich auch noch.

Inga II: Du musst verrückt sein, hast du schon vergessen, wie es dir auf dem Weg nach hier oben ging. Du bist alt, sieh das endlich ein!

Inga I: Kannst du nicht einfach mal, die Klappe halten ? Ich bin vorsichtig, verlass dich drauf. Wenn es zu anstrengend ist, dann gehe ich zurück und setze mich noch ein bisschen auf diese schöne Terrasse.

Nach einer für meine Verhältnisse sehr langen Pause von 45 Minuten, packte ich es an. Kurzum, es war anstrengend, aber längst nicht so wie der Anstieg zur Hütte. Und oben auf dem Gipfel, in 1670 m Höhe, wurde ich mit einem traumhaft schönen Bergpanorama belohnt. Erinnern konnte ich mich noch, dass sich früher Menschenmassen auf dem Hirschberggipfel aufgehalten hatten. Nun, zu Coronazeiten, saßen dort nicht einmal zehn Ausflügler.

Die Panoramabilder könnt ihr gerne anklicken. Bei der anstrengenden Wanderung hatte ich mir leider eine klebrige Substanz auf die Linse geschmiert, was ich erst nach einiger Zeit bemerkte. Deswegen seht ihr auf manchen Fotos leichte Flecken, die aber die wunderschöne Bergsicht nur leicht trüben können.

Inga I: Ein tolles Erlebnis, ich bin ja so froh, dass ich es geschafft habe. Die Mühe hat sich doch gelohnt!

Inga II: Stimmt ist schön, aber jetzt mach dich auf die Socken! Du hast noch einen langen Rückweg.

Inga I: Du hast recht. Beim Bergabgehen muss ich besonders aufpassen.

Auf dem Rückweg folgte ich derselben Strecke wie auf dem Hinweg. Vor allem auf dem ersten Stück eröffneten sich immer wieder schöne Blicke über den Tegernsee und die blühende Alpenvegetation. Die Terrasse des Hirschberghauses lag verlassen in der Nachmittagssonne. Anscheinend hatte die Hütte schon geschlossen.

Nachdem ich meine orthopädischen Knieschützer angezogen und meine Wanderstöcke gezückt hatte, begab ich mich ganz vorsichtig auf den Abstieg zur Materialseilbahn, der sich glücklicherweise als unproblematisch erwies.

Über die Forststraße ging es hinunter, was auf die Dauer ziemlich anstrengend aber recht einfach war. Weil ich zu Verletzungen beim Bergabgehen neige, besonders wenn ich müde bin, lief ich sehr konzentriert und achtete darauf, nicht über lose Steine wegzurutschen. Bei einer letzten Rast auf einer schaukelnden Bank schaute ich noch einmal zum Hirschberg, der im Abendlicht noch einmal schöner wirkte. Nach einer weiteren halben Stunde kam ich müde aber glücklich zurück zum Parkplatz.

13 km, 920 Hm, bei durchschnittlicher Fitness in 5 Stunden zu schaffen, auch als Rundweg über Rauheckalm möglich.

Inga I: Für mich war es eine sehr schwere Wanderung und ich bin jetzt schon stolz, dass ich es geschafft habe.

Inga II: Ja, ja, aber werd‘ jetzt bloß nicht leichtsinnig.

Inga I: Meine Fitness ist gerade miserabel, ich muss mehr trainieren, vielleicht wieder joggen…

Fazit:
Eine sehr schöne abwechselungsreiche Wanderung mit traumhaftem Gipfelpanorama und gemütlicher Einkehrmöglichkeit, demjenigen, der fit genug ist, unbedingt zu empfehlen.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.