Wöchentliche Fotochallenge #11 „Wetter/Weather“

Roland von Royusch-Unterwegs hat in dieser Woche das Fotoprojekt „Wetter“ ausgerufen. Auf meinen Reisen habe ich die verschiedensten Wettersituationen erlebt, häufig herrlichen Sonnenschein aber auch hartnäckige Tiefdruckgebiete (s. hier). Das Thema kommt mir daher wie gerufen.

Als ich im Oktober 2019 mit dem Rucksack auf dem Jakobsweg von München nach Lindau pilgerte, verfolgte mich ein schlimmer Dauerregen. Mein Foto zeigt das Flüsschen Leiblach auf der letzte Etappe nach Lindau. Als ich auf der Brücke stand, sah ich, dass sich die Leiblach nach dem tagelangem Regen in ein reißendes Gewässer verwandelt hatte. Der Jakobsweg, der am Ufer verläuft, stand unter Wasser.

Wer wissen möchte, wie es weiterging, kann es hier erfahren.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Which Way Photo Challenge: Münchner Jakobsweg

For the first time I participate in Alive and Trekking’s Which Way Photo Challenge. Hopefully it is okay to post several photos.

This topic suits me perfectly as I love trekking and taking photos of the scenery and the trail. Thank you San for this wonderful challenge.

Following are a few pictures of the Munich Way of Saint James from my pilgrimage from Munich to Lindau (290 km).

Münchner Jakobsweg: das Ende! Munich Way of St. James: the end!

Wanderung von Utting nach Riederau am Ammersee

Der Münchner Jakobsweg verläuft am Ammersee von Herrsching am Ostufer über Stegen am nördlichen Ufer und dann entlang des Westufers über Schondorf und Utting bis nach Dießen.

Auf meiner Pilgerwanderung im Sommer/Herbst 2019 hatte ich eine Etappe am Ammersee ausgelassen. Mit dem Schiff war ich von Herrsching direkt nach Riederau bei Dießen gefahren (siehe hier). Im Sommer 2020 wollte ich die Etappe nachholen. Nach einer schönen und zum Teil anstrengenden Wanderung bei sommerlich heißen Temperaturen kam ich bis Utting, wo ich beschloss, mit dem Schiff zurück nach Herrsching zu fahren (siehe hier). Nun fehlten mir noch fünf Kilometer, um den Münchner Jakobsweg zu beenden. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich dazu aufraffen konnte. Die eisigen Temperaturen und die durch den Lockdown fehlenden Aufwärmmöglichkeiten sowie meine Trägheit spielten dabei eine Rolle. Nach mehreren Tagen mit fiesem Regenschauern wurde für den am letzten Donnerstag sonniges Vorfrühlingswetter bis 12 Grad Celsius vorhergesagt. Nun gab es keine Entschuldigung mehr.

Morgens fuhr ich nach Utting. Auf Tagesausflüge hatte ich seit Mitte November verzichtet, aber nachdem sich der harte Lockdown unendlich hinzog, und ich langsam einen „Lagerkoller“ entwickelte, hielt ich es für vertretbar, während der Woche bei weniger Ausflugsbetrieb eine kleine Wanderung zu unternehmen. Auf dem Parkplatz am Bahnhof/Dampfersteg war es fast leer. Das wäre in normalen Zeiten, selbst im Winter wenn die Ammerseeschiffahrt pausiert, wahrscheinlich nie vorgekommen.

Zunächst ging ich zur Schiffsanlegestelle. Von dort war ich im Sommer nach Herrsching zurückgefahren. Einige Leute saßen auf den Bänken und genossen den Sonnenschein oder spazierten am Ufer, aber im Coronawinter war wesentlich weniger los. Auch der Kiosk war geschlossen. Meine Hoffnung, mir wieder einen leckeren Cappuccino holen zu können, hatte sich nicht erfüllt. Nun, in Corona Zeiten muss man flexibel sein. Ich setzte mich auf eine Bank, aß einen mitgebrachten Schokoriegel und schlürfte meinen Zitronentee aus der Thermosflasche. Einfach in der Sonne sitzen und den Blick über den See schweifen lassen, war wunderschön. Für mich hatte sich der Ausflug schon gelohnt.

Dann nahm ich die verbliebene Strecke des Jakobswegs nach Riederau in Angriff, knapp fünf Kilometer auf einem Weg ohne Steigungen. Zunächst folgte ich ein kleines Stück dem Ufer , aber ging es wie schon auf dem Camino im Juli 2020 weiter (s. hier) . Der Weg verlief nur in Utting direkt am Ammersee und setzte sich dann auf einer kleinen Straße fort, die auch noch direkt neben der Bahnstrecke lag. Statt mich über diese wenig naturnahe Wegführung zu ärgern, was ich früher getan hätte, war ich einfach nur zufrieden mit dem schönen Wetter und glücklich, dass ich um ersten Mal seit fast drei Monaten die Münchner Stadtgrenze überquert hatte. Auch begriff ich, warum der Wanderweg außerhalb der Orte nicht am Ufer entlang laufen konnte. Am Ortsrand stehen hinter hohen Hecken verborgene Luxusvillen mit Seegrundstücken in Traumlage und im Außenbezirk sind Schutzgebiete ausgewiesen , um die verbliebene Natur zu schützen. Den Zugang zum See sowie die Bademöglichkeiten auf die Orte zu beschränken, ist daher sinnvoll.

Im nächsten Ort Holzhausen schlenderte ich durch den wunderschönen am Seeufer gelegenen Park des Künstlerhauses Gasteiger des Bildhauers Mathias und der Malerin Anna Sophie Gasteiger. Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete Wohnhaus/Museum konnte man coronabedingt leider nicht besuchen. Wird nachgeholt!

Der Camino ging dann als Pfad durch ein streng geschütztes Naturgebiet weiter, das man nicht betreten durfte. Die vielfältigen Formen der Bäume, größtenteils uralte Eichen, bewunderte ich im Vorbeigehen und freute mich darüber, dass die kahlen Äste das Sonnenlicht durchließen. Den kurzen Regionalzug, der während meiner Wanderung vorbei fuhr, bemerkte ich kaum. Auch kamen nur wenige Radler vorbei.

Bald hatte ich Riederau erreicht, wo ich auf einer Bank am See Platz nahm. Der restliche Tee und einige Mandeln und Datteln bildeten meine Mittagsmahlzeit. Der Bootsteg, auf dem ich im Juli 2019 angekommen war, lag einsam und verlassen da. Auch fehlten in der Mitte einige Bretter. Vielleicht war das beabsichtigt, damit der Steg im Winter nicht betreten werden konnte. Auf jeden Fall musste das vor der nächsten Saison hergerichtet werden.

Einerseits war ich froh und stolz den Münchner Jakobsweg endgültig geschafft zu haben, andererseits blickte ich durchaus wehmütig zurück. Was für unbeschwerte Zeiten hatten wir damals. Meine Sorgen auf dem Camino, der schwere Rucksack, das zu heiße oder zu regnerische Wetter, die an manchen Stellen fehlende Beschilderung, etc. etc. erscheinen mir nun gerade zu lächerlich. Nie hätte ich mir vorstellen können, dass es im Jahr 2020 nicht möglich sein würde, in der Schweiz weiter zu pilgern. Zwar waren im letzten Sommer die Reisebeschränkungen in der Schweiz aufgehoben worden, aber ich hatte mich nicht getraut, dort auf den Jakobsweg zu gehen, weil sich an manchen Orten eine Übernachtung im Mehrbettzimmer nicht vermeiden ließ.

Nach meiner Teepause ging ich noch durch das kleine Ortszentrum von Riederau. Die Dorfkirche zu besuchen, erschien mir ein würdiger Abschluss einer Pilgerwanderung. Vielleicht gäbe es dort auch einen letzten Pilgerstempel. Nachdem ich meine Maske aus dem Rucksack gefischt und übergezogen hatte, stellte ich fest, dass die Kirche leider geschlossen war.

Auf dem Rückweg wurde ich für den versuchten Kirchenbesuch belohnt. Ich entdeckte, dass der Dorfladen eine gute Auswahl an Kaffeespezialitäten und Gebäck anbot. Mit einem Cappuccino to go und einem frischen Stück Strauben zog ich glücklich weiter. Danke, heiliger Sankt Jakob !

Panoramaphoto zum Vergrößern bitte anklicken !

Frisch gestärkt begab ich mich auf den Rückweg. Zurück zu gehen gehört auf dem Jakobsweg normalerweise nicht dazu. Der Pilger geht nur in Richtung Santiago und so ist der Weg auch ausgeschildert. Da ich keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen wollte, blieb mir nichts anderes übig als zurück zu wandern, was aber kein Problem darstellte. Die Strecke war kurz und einfach zu gehen. Von der Sonne abgewandt und im warmen Winternachmittagslicht machte mir das Fotografieren gleich noch mehr Spaß.

Nach einer knappen Stunde kehrte ich nach Utting zurück und knipste noch ein paar Abschiedsfotos. Besonders hatte es mir ein Schwanenpaar angetan. Und schließlich fotografierte ich noch einmal in Richtung des Strandbads Utting. Erst als ich die Fotos zu Hause anschaute, entdeckte ich Leute, die auf dem Sprungturm standen. Da oben hat man sicher einen tollen Ausblick über den See…

Letzte Etappe : ca. zehn Km, 14 Hm, zwei Stunden hin und zurück.
Gesamt: 290 km auf dem Münchner Jakobsweg gelaufen, 17 Tage , davon 14 mit dem Rucksack und 3 Tageswanderungen von München aus.

Fazit
Sehr glücklich fuhr ich nach Hause. Die Wanderung verlief in schöner, wenn auch nicht unberührter Natur. Das sonnige Wetter war zum Niederknien. Auf dem Wanderweg war viel weniger los als im heimischen Wald. Die Bewegung und das Sonnentanken hatten mir sehr gut getan.

Und: heiliger Sankt Jakob hilf ! Im nächsten Sommer möchten wir wieder pilgern. Unbedingt !

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr!

Zurück auf dem Münchner Jakobsweg Back on the Munich Way of St. James

Der Münchner Jakobsweg verläuft am Ammersee von Herrsching bis nach Stegen am nördllichen Ufer und dann entlang des Westufers über Schondorf und Utting bis nach Dießen.

Auf meiner Pilgerwanderung im Sommer/Herbst 2019 hatte ich eine Etappe am Ammersee ausgelassen. Mit dem Schiff fuhr ich von Herrsching direkt Riederau bei Dießen (s. hier). Damals war es sehr heiß, 25 km einzusparen und mit einer gemütlichen Bootsfahrt zu starten, war einfach attraktiver. Allerdings dachte ich, dass ich die fehlende Strecke ganz einfach mit einer Tageswanderung von München aus nachholen konnte. Von Riederau wollte ich dann mit dem Schiff nach Herrsching zurückkehren. Im Frühjahr 2020 kam aber der Lockdown. Als die Ausgangsbeschränkungen im Mai aufgehoben wurden, blieb die Ammersee Schifffahrt noch länger geschlossen. Ende Juni diesen Jahres konnte ich endlich den Weg fortsetzen. An einem wieder sehr heißen Tag startete ich in Herrsching.

Obwohl ich nur einen leichten Tagesrucksack trug, stellte sich bald das typische Jakobswegfeeling ein. Zunächst musste ich den Weg finden, der sich hinter Herrsching von der Seepromenade entfernte. In den Orten ist der Jakobsweg nicht durchgehend ausgeschildert, sondern erst dann, wenn er abzweigt. Das blaue oft ausgebleichte Muschelzeichen hängt oft unauffällig zusammen mit anderen Wegschildern an Verkehrsschildern o.Ä. Manchmal ist es auch zugewachsen ! Nachdem ich richtig abgebogen war, folgte eine kleine Steigung. Der Schotterweg verlief am Waldrand entlang und durch Felder. Auch das in der prallen Sonne Laufen kam mir sehr bekannt vor.

Hinter Breitbrunn eröffnete sich dann ein erstes, sehr schönes Ammerseepanorama, das mich wieder mit dem Weg versöhnte.

Schon ein bisschen müde und durstig kam ich in Buch an, wo ich (coronabedingt ?) keine Einkehrmöglichkeit fand. Schließlich landete ich auf dem Campingplatz am See, wo ich mir eine eiskalte Cola aus dem Automaten zog. Der Pächter hatte nichts dagegen, dass ich mich am Seeufer hinsetzte, um zu rasten und zu schauen.

Weiter ging es nun immer am östlichen Seeufer entlang. Der Jakobsweg verlief nun durch herrlich schattige Laubwälder auf dem „Sieben Brücken Weg“ über einige Holzstege. Den See sah man allerdings nur selten, obwohl sich die Strecke ganz in seiner Nähe befand. Bald war ich in Stegen am Nordende des Sees angekommen. Dort gönnte ich mir im Biergarten, der wunderbar idyllisch am Seeufer liegt, eine Brotzeit. Natürlich unter Einhaltung sämtlicher Corona Hygieneregeln !

Gut gestärkt pilgerte ich weiter. Plötzlich stand ich vor einem Bauzaun, der quer über den Jakobsweg verlief. Zunächst folgte ich dann dem Radweg, der direkt an der Autobahn entlang geführt wurde. Bald befand ich mich aber wieder in einem dichten und schön schattigen Laubwald. Den Ammersee sah ich erst bei Schondorf wieder. Dort besuchte ich die romanische Sankt-Jakobs-Kirche. Den einzigen Pilgerstempel an diesem Tag erhielt ich in der Pension, die sich neben der Kirche befindet.

Am See entlang gehend erreichte ich bald Utting. Beim Blick auf die Uhr kam ich ins Grübeln. Eigentlich wollte ich bis Riederau laufen, um den Münchner Jakobsweg abzuschließen. Wegen Corona war der Fahrplan der Schiffe aber noch ausgedünnt. Das letzte Boot von Riederau nach Herrsching ging in einer guten Stunde. Die restlichen fünf Kilometer konnte ich auf der ebenen Strecke wohl schaffen. Allerdings wollte ich mich zum Schluss nicht abhetzen und man konnte nicht wissen, wie voll es auf dem Boot werden würde. Das Risiko nicht befördert zu werden wollte ich nicht eingehen. Schweren Herzens entschied ich mich, von Utting aus zurückzufahren. Die Wartezeit von 20 Minuten vertrieb ich mir bei einem schmackhaften Eis und einem Cappuccino. Eine Bank am Seeufer teilte ich mir mit einer Einheimischen. Natürlich saßen wir auf Hygieneabstand! Sie erzählte mir, dass der See nun immer durch Ausflügler völlig überlaufen sei und dass die Einheimischen nicht wissen, wann sie einmal einigermaßen ungestört am Ufer unterwegs sein können. So verhielt es sich auch an diesem Tag. Das Strandbad und der Uferweg waren rappelvoll!

Mit dem Schiff ging es zurück über den See. Auf dem Steg und dem gesamten Boot bestand Maskenpflicht. Trotzdem genoss ich die Bootsfahrt bei schönem Sommerwetter. Auf dem Pier in Herrsching standen viele Wartende, ziemlich dicht, aber fast alle mit Mund-Nasen-Schutz. Allerdings es gab auch solche, die die Corona Hygiene Maßnahmen ignorierten und lieber ein Eis schleckten.

20 km, ca 100 Hm

Fazit: Die Strecke bietet keine besonderen Schwierigkeiten. Sie verläuft erfreulich häufig durch Laubwälder und dann wieder schön am Ammersee entlang. Leider verläuft der Jakobsweg am Ammersee oft auf der gleichen Strecke wie der Radweg, der rundum den See führt. Die vorbeisausenden Radler fand ich in Corona Zeiten noch unangenehmer als sonst.

Schade war, dass ich es nicht bis Riederau geschafft habe. Eigentlich wollte ich die fehlende Strecke noch in diesem Jahr laufen. Momentan sieht es nicht gut aus, weil wir uns wieder im Lockdown befinden. Im Winter wird außerdem die Schifffahrt eingestellt. Also müsste ich, um die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden, das Auto in Utting parken und von dort fünf Kilometer nach Riederau laufen und wieder zurück. Mal schau´n …
(siehe Bericht hier ).

Im Oktober 2019 pilgerte ich tagelang bei strömendem Regen. In der Nähe von Lindau stand der Jakobsweg schließlich unter Wasser. Daher legte ich die restliche Strecke mit dem Bus zurück. Diese fehlende Stück erlasse ich mir als eine Art Erschwernisausgleich !