Wieder auf Reisen: Wandern in Bayern/ Traveling again: Hiking in Bavaria (1)

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Ein bisschen aufgeregt war ich schon, als ich am letzten Freitag zu meiner ersten Reise seit vielen Monaten aufbrach. Dieses Mal ging es nicht in die Ferne, nicht einmal in ein anderes Bundesland. Eigentlich wollte ich nur meinen frischen, vollständigen Impfschutz genießen und hatte mir vorgenommen, wohnortnah zu wandern, endlich wieder Öffentliche Verkehrsmittel in größerem Umfang zu benutzen und im Hotel zu übernachten.

Nach einiger Recherche, die für mich ungewohnt geworden war, aber doch wieder viel Spaß machte, kam mir die Idee, mit dem Rucksack von Bernried am Starnberger See nach Mittenwald zu wandern. Eigentlich hatte ich fast die gesamte Strecke an drei Tagen zu Fuß zurücklegen wollen, aber dann spielte das Wetter nicht mit. Häufige Regenschauer herrschten vor und es kühlte stark ab. Letzteres war mir beim Wandern recht, aber wieder ständig nass zu werden wie auf dem Jakobsweg im Herbst 2019, dazu hatte ich keine Lust. Zwei Übernachtungen hatte ich allerdings schon verbindlich gebucht, so dass eine Verschiebung nur bedingt in Frage kam.

Am Donnerstag war das Wetter regnerisch, also verschob ich meine Wanderung um einen Tag. Für den Freitag war wechselhaftes Wetter angekündigt, am Starnberger See wurden aber erst nachmittags leichte Regenschauer erwartet. Ich beschloss daher, bis zum frühen Nachmittag nach Iffeldorf an den Osterseen zu wandern und von dort den Zug nach Kochel zu nehmen. So sparte ich eine Tageswanderung ein und kam noch rechtzeitig zum Hotel am Kochelsee. Von der Kesselbergpasshöhe bei Kochel wollte ich am nächsten Tag auf den Herzogstand wandern, dann mit der Seilbahn hinunter zum Walchensee fahren und dort den Bus nach Wallgau benutzen. Nach einer Übernachtung sollte es zu Fuß nach Mittenwald gehen.

Der Wetterbericht für das folgende Wochenende war positiv, daher hoffte ich, dass ich mein Schlechtwetterprogramm nicht brauchen würde. Zur Not würde ich aber Museen besuchen, mit dem Schiff fahren, Kurzwanderungen in der Ebene und Stadtbesichtigungen unternehmen.

Kurz vor 10 Uhr stieg ich am Freitag in Bernried aus dem Zug. Zunächst folgte ich den Wegweisern zum Kloster Bernried. Nach einem kleinen Umweg zu einem netten Café, wo ich mich mit Cappuccino und Rosinensemmel für die bevorstehende Wanderung stärkte, durchquerte ich den Klosterhof. Die Kirche am Beginn meiner Tour zu besuchen, hätte mir gefallen, allerdings war diese, wohl wegen Bauarbeiten, nicht zugänglich.

Der Weg nach Seeshaupt, am Südende des Starnberger Sees, führte am Seeufer entlang. Zunächst durchquerte ich den Bernrieder Park, der ab dem 11. Jahrhundert bis zur Säkularisation dem Bernrieder Kloster gehörte hatte. Der direkt am See gelegene Park wurde im 19. Jahrhundert in einen sehr schönen Englischen Landschaftspark umgewandelt. Ich freute mich über die wunderbaren Aussichten auf die Seelandschaft und die Berge. Außer mir waren hauptsächlich Radfahrer unterwegs, von denen sich viele auf den idyllisch gelegenen Bänken am Seeufer niedergelassen hatten. Die Temperatur betrug ca. 16 Grad ℃, was angenehm zum Wandern war. Auch die Sicht auf die Berge war gegeben, obwohl es teilweise bewölkt war. Zufrieden schritt ich auf dem ebenen Uferweg dahin. Bald erreichte ich die Methusalem Eiche, ein jahrhundertealtes Naturdenkmal.

Dann kam die Sonne heraus und es wurde sofort recht warm. Ich zog meine Jacke aus, was in der Sumpflandschaft am See dazu führte, dass mich die Mücken überfielen. Außerdem färbten sich meine winterblassen Arme schon rosa. Auf einer Bank legte ich eine Trinkpause ein und cremte bzw. sprühte mich ein. Aber nun, ich konnte es kaum glauben, begannen dicke Regentropfen zu fallen. Eilig holte ich meine Regenjacke aus dem Rucksack und flüchtete. Der Weg führte anschließend durch den Wald. Als ich den Forst kurz darauf wieder verließ, hingen immer noch dunkele Wolken über dem See, aber der Regen hatte wieder aufgehört.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist rucksackwandern-bernrieder-park-11-2.jpg.

Die St. Jakobus Kapelle in Seeleiten, in welcher der Heilige als Pilgerwanderer zu sehen ist, war leider geschlossen. Zu gerne hätte ich eine stumme Zwiesprache mit dem Hl. Jakobus gehalten, weil ich immer noch eine Fortsetzung des Jakobswegs plane.

Nach knapp sechs Kilometern erreichte ich Seeshaupt, wo ich eine Mittagspause auf einer Bäckereiterrasse einlegte.

Die Beschilderung führte mich zu meinem nächsten Ziel, den Osterseen. Bald passierte ich die nördlichen Seen. Auf den Schildern war der Ort Iffeldorf aber nicht angegeben. Die Richtung des Weges stimmte zwar, aber zur Sicherheit fragte ich bei einem älteren Mann nach, der mir entgegenkam. Von ihm erhielt ich eine genaue Wegbeschreibung. Nicht lange danach war Iffeldorf ausgeschildert.

Nachdem ich eine Weile an Eisenbahnschienen entlang marschiert war, erreichte ich den Großen Ostersee, wo ich mich über das „Große Osterseepanorama“ freute, das einen fantastischen Ausblick über den See bis in die Berge bietet. Zuletzt stand ich dort im März 2020, kurz vor dem ersten Lockdown. Noch sehr gut erinnere ich mich, wie bevölkert diese Stelle damals war. Die Leute wussten schon, dass die Ausgangssperre drohte und wollten noch einmal „raus“. Nun war kaum etwas los. Unterwegs traf ich nur wenige Wanderer und Radfahrer.

Kurz nach dem Panoramablick, nahm ich den Weg, der zum Bahnhof Iffeldorf abzweigte. Ich lief nun durch den Wald und entfernte mich von den Osterseen. Zwar kannte ich die Strecke am Wasser schon, aber es tat mir doch leid, dass ich die schönen Ausblicke auf die Seen und die Berge nicht länger genießen konnte. Immerhin erreichte ich bald den Bahnhof, wo ich nur eine gute Viertelstunde auf den Zug warten musste, der mich in 20 Minuten nach Kochel brachte.

ca. 16 Km, 50 Hm, 4 Stunden ohne Pausen und Fotostopps

Fazit:
Genusswanderung mit wunderbaren See- und Bergpanoramen, bietet viel Abwechselung, so dass die Länge der Strecke nicht auffällt. Den Rucksack zu tragen, fiel mir bei dem kühleren Wetter und den geringen Höhenunterschieden nicht schwer.

In Kochel verwöhnte ich mich am Nachmittag in einer italienischen Eisdiele. Das hatte ich mir verdient!

Ein Spaziergang durch den Ort rundete meinen Wandertag auf das Schönste ab. Allerdings fehlte mir die Energie, um noch die 15 Minuten zum Kochelsee zu laufen, den ich aber schon mehrere Male besucht hatte.

Nachdem der Wetterbericht für den folgenden Tag viel Sonnenschein versprach, wollte ich wie geplant auf den Herzogstand gehen. Ich freute mich sehr auf diese Bergwanderung durch eine außerordentlich schöne Landschaft. Allerdings fragte ich mich, ob ich 900 Hm mit dem Rucksack schaffen würde. Die Wanderstrecke war als einfach eingestuft, aber das musste nicht viel bedeuten. Wie ich von meiner Wanderung auf den Hirschberg wusste, war ich überhaupt nicht fit. Aber wenigstens versuchen wollte ich es …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Es geht wieder los … Time for the next round …

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Seit gestern gehöre ich zu den Glücklichen, die den vollständigen Impfschutz genießen. Darüber freue ich mich sehr. Ganz entspannen kann ich mich erst, wenn alle Familienmitglieder den gleichen Status erreicht haben, was in den nächsten Wochen der Fall sein wird.

Bis dahin werde ich aber nicht die Hände in den Schoß legen. Auf eine längere Reise möchte ich mich noch nicht begeben. In diesem Sommer stehen ohnehin nur Touren im Inland und in die Nachbarländer an. Mein großer Traum ist ein etwas längerer Aufenthalt in Italien. Durch mein Lieblingsland möchte ich dann mit dem Zug fahren.

Um mich ganz langsam wieder ans Reisen zu gewöhnen, werde ich ab morgen drei bis vier Tage mit dem Rucksack in den Bayerischen Bergen wandern. Geplant habe ich zwei Touren in der Ebene und eine Bergwanderung. Letztere Tour lohnt sich nur bei gutem Wetter.

Heute morgen habe ich meinen Rucksack gepackt. Wie üblich habe ich jedes Teil zunächst auf die Küchenwaage gelegt. Mit Getränken werde ich ca. 9 kg auf dem Buckel haben, was relativ wenig ist. Bin gespannt, wie das Tragen meinem Rücken bekommen wird. Ein bisschen dient meine Kurzreise auch dazu, auszuprobieren, ob ich noch einmal auf den Jakobsweg zurückkehren kann. Geplant ist also eine Art Probepilgern wie vor zwei Jahren auf dem Münchner Jakobsweg.

Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist durchwachsen. Für den Notfall habe ich mir ein Schlechtwetterprogramm überlegt. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn ihr mir die Daumen drückt, dass es nicht schüttet, zumindest dann, wenn ich gerade wandere.

Auf jeden Fall werde ich über meine Erlebnisse bei den Wanderungen berichten und freue mich schon auf euer Feedback.