Corona Obstacle Course Walking (COCW)

Waldspaziergang in „normalen“ Zeiten

Seit vielen Jahren gehe ich in „unserem“ Wald spazieren. Meistens begegnete ich nur einigen Joggern, Radfahrern, Hundehaltern und nur wenigen Spaziergängern . Am Sonntagnachmittag und bei schönem Wetter konnte es auch schon einmal voller werden. Oft schlurfte ich gedankenverloren durch den Wald. Mal langsamer und mal schneller je nach Lust und Laune. Dabei kamen mir oft gute Ideen. Probleme, über die ich auf dem Sofa sitzend lange nachgedacht hatte, lösten sich auf einmal fast von alleine.

Ausgangsbeschränkungen in Bayern

Bayern ist vom Coronavirus überdurchschnittlich stark betroffen. Nachdem sich immer mehr Einwohner mit der Krankheit infiziert hatten, verhängte die Bayerische Staatsregierung ab 21.März 2020 weitgehende Ausgangsbeschränkungen und Regeln zum „Social Distancing“. Diese wurden gestern vorerst bis zum 3.5.2020 verlängert. Neben Wegen zur Arbeit, Einkäufen und Arztbesuchen bleiben nur Spaziergänge und Sport treiben an der frischen Luft erlaubt. Voraussetzung ist, dass man alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung unterwegs ist. Dabei ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 m einzuhalten.

Spazierengehen in Corona Zeiten

Im Wald oder Park zu spazieren, zu radeln, zu joggen, mit dem Hund Gassi zu gehen o.Ä. sind die wenigen Möglichkeiten zu einem Tapetenwechsel. In „unserem“ Wald hat sich dadurch einiges geändert. Menschenmassen bevölkern die Wege wie nie zuvor.
Viele Münchner fliehen aus den überlaufenen Parks und Stadtwäldern. Sie fahren in die Berge. Nur um sich dort  in der Gesellschaft zahlreicher anderer Großstadtbewohner wiederzufinden!

Die Vorschriften habe ich dargestellt. Doch wie sieht die Praxis aus? Wir leben in einer Zeit, in der ein unheimlicher, sehr ansteckender Virus die Menschheit bedroht. Nur scheint das von vielen Mitmenschen, trotz eines Informationsdauerbeschusses, noch nicht realisiert worden sein oder sie wollen es nicht wahrhaben. Möglicherweise fühlt sich der ein oder andere unbesiegbar und möchte, warum auch immer, nicht zur Eindämmung der Pandemie beitragen. Zu diesem Thema könnte man eine längere Abhandlung verfassen. Das soll hier aber nicht geschehen. Festhalten möchte ich, dass nicht wenige Mitmenschen den Mindestabstand beim Spazierengehen, Radeln, Joggen etc. nicht einhalten.

Also was kann man tun ? Der Unbekümmerte geht einfach vorbei, der Vorsichtige, von manchen als übervorsichtig oder panisch bezeichnet, überlegt sich, was sie/er unternehmen kann. Aufgefallen ist mir, dass meine Fitness App für den gleichen Waldspaziergang nun mehr Schritte anzeigt. Das brachte mich auf die Idee, dass ich beim Spazierengehen eine neue Sportart treiben könnte : Corona Obstacle Course Walking (COCW).

Regeln/Tipps für COCW-Anfänger und leicht Fortgeschrittene
(nicht ganz ernst zu nehmen !)

  1. Gehe nicht davon aus, dass andere dir ausweichen, um den Mindestabstand einzuhalten. Rechne damit, dass z.B. eine Gruppe von Radfahrern, die die gesamte Wegbreite einnimmt, nebeneinander an dir vorbeifährt oder dich auf breiteren Wegen sogar in die Zange nimmt, also an beiden Seiten an dir vorbeifährt.
  2. Schaue voraus und plane dann deine Route zwischen den auf dich zu kommenden Fußgängern, Radfahrern, Joggern, kurz den beweglichen Hindernissen. Berechne deren Richtung und Geschwindigkeit.
  3. Drehe dich häufig um und verfeinere deine Planung in Bezug auf die von hinten kommenden Hindernisse.
  4. Nähere dich Straßenecken oder Abzweigungen im Wald vorsichtig. Wer weiß wie viele Radfahrer oder Jogger dahinter lauern und plötzlich auf dich zustreben.
  5. Hast du einen Parcours gefunden, dann beobachte die Situation laufend weiter. Gerade ältere Mitmenschen, vor allem Hundebesitzer, und Kinder bleiben oft unvermittelt stehen oder ändern ihre Richtung.
  6. Plane deine Ausweichmöglichkeiten ein, wenn es nicht ausreicht, dass du am äußersten Wegrand spazierst. Liegt neben dem Weg ein geeignetes Dickicht, in das du treten oder zur Not hüpfen kannst ? Oder kannst du auf einer Wiese oder einem Feld weitergehen.? Sehr sicher sind auch schlammige Wegabschnitte. Im zähen Matsch wirst du anderen nur selten begegnen .
  7. Bewerte die Situation laufend neu. Du bist gerade auf die Seite gegangen und zwischen dir und einem anderen Spaziergänger befindet sich nun ein ausreichender Mindestabstand. Schnell nähern sich Radler oder heftig keuchende Jogger. In diesen Zeiten beginnen viele mit Joggen, die das schon lange  tun wollten. Diese wenig trainierten Sportler überfordern sich oft, sind zum Teil knallrot im Gesicht, aber wenigstens hört man sie beim Näherkommen.
    Rechne damit, dass die durch dein Ausweichen entstandene Lücke genutzt wird, um zu überholen. Reagiere schnell und hüpfe auf die Seite oder warte an einem breiten Wegstück, bis diese Zeitgenossen vorbeigezogen sind. Fädele schnell wieder ein, bevor die nächsten Überholer nahen.
  8. Bleib gelasssen! Sprich die Leute nicht an. Wer z.B. zusammen mit anderen fast gesamte Breite des Waldwegs einnimmt oder alleine genau in der Mitte läuft und keinerlei Anstalten macht, dir auszuweichen, ist beratungsresistent.  Nur einmal habe ich zwei Radler, die nebeneinander fahrend, knapp an mir vorbeigefahren waren, freundlich gefragt. „Warum fahren Sie nicht hintereinander?“ Sie radelten ungerührt weiter. Ich hörte noch wie die Frau den Mann erstaunt fragte. „Warum sollen wir denn nicht nebeneinander fahren ?“ (!).
  9. Wenn es, wie an Ostern, sehr voll wird, dann empfehle ich dir, einen weniger naturnahen Weg zu zu wählen, also an der Straße entlang, statt durch den Wald oder den Park. Im Moment herrscht weniger Autoverkehr, so dass das eine entspanntere Alternative sein kann.
    Kürzlich erlebte ich auf dem schmalen Bürgersteig an einer Hauptstraße eine Herausforderung der besonderen Art. Dort verlief kein Radweg.  Viele Radfahrer wollen aber, auch in den verkehrsberuhigten Coronazeiten,  nicht auf der Straße fahren. An der Stelle gab es keine offenen Vorgärten, in die man ausweichen konnte, sondern nur hohe Zäune. Als mir zwei Radler auf dem Trottoir entgegenkamen, dachte ich daran, mich zum Zaun zu drehen und in diese Richtung zu atmen. Kurz vor mir standen plötzlich zwei weitere Radfahrer, die eine Baustelle betrachteten und sich lebhaft unterhielten. Also was tun ? Über den Zaun zu steigen, die Königsklasse von COCW,  kam für mich nicht in Frage. Schnell überzeugte ich mich davon, dass kein Verkehr kam, und wich rasch auf die Fahrbahn aus.

Fazit:
COCW kann dazu beitragen, vom Spaziergang sicher und gesund nach Hause zu kommen. Es handelt sich um eine fordernde Sportart, einen Lauf um sich erratisch bewegende Hindernisse. Sie erfordert schnelles Reaktionsvermögen und eine hohe Bereitschaft zum schnellen Ausweichen.  Ältere, nicht trainierte Sportler sind grundsätzlich benachteiligt, ihre Muskelkoordination ist schlechter ausgeprägt, so dass plötzliche Ausfallschritte nicht so gut gelingen. Dies lässt sich durch akkurat geplante Parcours partiell ausgleichen. Hier kommt älteren Mitbürgern ihre Lebenserfahrung zu Gute. Sie sind schon lange in der Freizeit unterwegs und kennen ihre Pappenheimer, d.h. sie können die Reaktionen ihrer Mitmenschen bessser einschätzen.

COCW bietet flotte Bewegung an der frischen Luft und stärkt die Fitness und die Abwehrkräfte. Es ist eine herausfordernde Sportart, bei der man immer etwas Neues erlebt.  Zur Entspannung ist COCW weniger geeignet.

Wie erlebt ihr die Bewegung an der frischen Luft in Corona Zeiten ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich imer sehr.

 

Walking in the forest in „normal“ times

For many years I have been walking in „our“ forest. Mostly I met only some joggers, cyclists, dog owners and only a few walkers. On Sunday afternoon and with good weather it could become more populated. Often I shuffled thoughtlessly through the forest. Sometimes slower and sometimes faster depending on my mood. Often good ideas came to me. Problems that I had thought about sitting on the sofa for a long time suddenly almost solved themselves.

Corona Restrictions in Bavaria

Bavaria is affected by the coronavirus above the German average. After more and more inhabitants had become infected with the disease, the Bavarian State Government imposed extensive initial restrictions and rules for „social distancing“ from 21 March 2020. Yesterday, these were extended for the time being until 3.5.2020. Apart from trips to work, shopping and visits to the doctor, only walks and sports in the fresh air will be allowed. The prerequisite is that you are travelling alone or with members of your own household and without any other group formation. A minimum distance between two persons of 1.5 m must be maintained.

Walking in Corona times

Walking in the forest or park, cycling, jogging, taking the dog for a walk or the like are the few possibilities for a change of scenery. In „our“ forest a lot has changed because of this. Crowds of people populate the paths like never before.
Many Munich residents flee from the overcrowded parks and city forests. They are heading for the mountains. Only to find themselves there in the company of numerous other city dwellers!

I have described the regulations. But how does the practice look like? We live in a time in which an eerie, highly contagious virus is threatening mankind. But it seems that many people have not yet realized this, despite the constant bombardment of information, or they do not want to admit it. Maybe one or the other feels invincible and, for whatever reason, does not want to contribute to the containment of the pandemic. One could write a longer essay on this subject. But that is not going to happen here. I would like to point out that quite a few people do not keep the minimum distance when walking, cycling, jogging etc.
So what can you do ? The unconcerned person just walks by, the cautious person, described by some as over-cautious or panicky, thinks about what she/he can do.
I noticed that my fitness app  now shows more steps for the same walk in the woods. This gave me the idea that I could do a new sport while walking: Corona Obstacle Course Walking (COCW)

Rules/tips for COCW beginners and slightly advanced
(not to be taken entirely seriously!)

  1. Do not assume that others will avoid you to keep the minimum distance. For example, do expect that a group of cyclists who cover the entire width of the path will pass you side by side or even pinch you on wider paths, i.e. pass you on both sides.
  2. Look ahead and then plan your route between the pedestrians, cyclists, joggers coming towards you, in short the moving obstacles. Calculate their direction and speed.
  3. Turn around frequently and refine your planning in relation to the obstacles coming from behind.
  4. Approach street corners or junctions in the forest carefully. Who knows how many cyclists or joggers lurk behind them and suddenly come towards you.
  5. Once you have found a course, keep watching the situation. Elderly people, especially dog owners, and children are bound to stop suddenly or change direction.
  6. Plan your avoidance possibilities, in case it is not sufficient that you walk along the outermost edge of the path. Is there a suitable thicket next to the path where you can step into or jump if necessary? Or can you continue on a meadow or a field ? Muddy sections of the path are also very safe. In the tough mud you will rarely meet the others.
  7. Re-evaluate the situation constantly. You have just gone to the side and there is now a sufficient minimum distance between you and another walker. Quickly approaching are cyclists or violently panting joggers. In these times many people start jogging who have wanted to do this for a long time. These little trained athletes often overtax themselves, are sometimes bright red in the face, but at least you can hear them when they approach. Expect that the gap created by your dodging is used to overtake. React quickly and jump to the side or wait on a wide stretch of the path until these contemporaries have passed. Thread again quickly before the next overtakers approach.
  8. Stay calm! Do not approach these people. If, for example, they take up almost the entire width of the forest path together with others or walk alone right in the middle and make no attempt to dodge, they are resistant to advice.  Only once, did I ask two cyclists who riding side by side and had just passed close to me, in a friendly manner. „Why don’t you ride behind each other?“ They continued to ride without stirring. I could still hear the woman asking the man in astonishment. „Why can’t we ride side by side?“ (!).
  9. When it gets very crowded, like at Easter, I recommend to take a less natural route, along the road, instead of through the forest or the park. There is less car traffic at the moment, so this can be a more relaxed alternative.
    Recently,  I experienced a special kind of challenge on the narrow sidewalk along a main road. There was no cycle path. But many cyclists, even in traffic-calmed down corona times, do not want to ride on the road. There were no open front gardens at this place where you could get out of the way, only high fences. When two cyclists approached me on the sidewalk, I thought of turning towards the fence and breathing in that direction. Suddenly, shortly before me two other cyclists were standing, looking at a construction site and chatting lively. So what to do ? Climbing over the fence, COCW’s premier class, was out of the question for me. I quickly convinced myself that there was no traffic and swerved onto the road.
    Conclusion:
    COCW can help you get home from the walk safe and sound. It is a demanding sport, a run around erratically moving obstacles. It requires quick reactions and a high degree of readiness to take evasive action.  Older, untrained athletes are generally at a disadvantage, their muscle coordination is less developed, so that sudden lunges are not so successful. This can be partially compensated for by accurately planned courses. This is where older citizens will benefit from their life experience. They have been on the road for a long time in their leisure time and know their fellow citizens, i.e. they can better assess their reactions.COCW offers brisk exercise in the fresh air and strengthens your fitness and immunesystem. It is a challenging  sport where you always experience something new. COCW is less suitable for relaxation.How do you experience exercise in the fresh air in Corona times?
    Looking forward to your comments and Likes.

 

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

13 Kommentare zu „Corona Obstacle Course Walking (COCW)

  1. Ja, ja, COCW betreibe ich auch seit Einführung der Corona-Beschränkungen ganz fleißig. Ich versuche immer wieder, nicht mit Leuten zu diskutieren, die mich haarscharf passieren, aber manchmal kann ich mir dann doch die Frage nicht verkneifen, ob sie schon jemals etwas vom Mindestabstand gehört oder gelesen hätten. Vom blöden Spruch über albernes Gekichere bis zur Entschuldigung ist dann als Antwort alles drin.
    Was mich ein wenig erbost ist, dass ich als Schwerbehinderte in der Regel den anderen, die zumeist weitaus fitter sind als ich, aus dem Weg zu gehen versuche. Ich versuche das mit Humor zu nehmen, aber so manches Mal brauche ich davon schon eine satte Überdosis…
    Hab einen guten Tag – und bleib gesund!

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  2. Also Sigmaringen kann ich nur empfehlen. Ganz tolle Stadt mit einem schönen Schloss !
    Ja Urlaub in Deutschland ist wohl angesagt dieses Jahr wenn überhaupt ! Ich bin da noch skeptisch. Dazu müssten Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen wieder geöffnet sein und wenn ja dann wird Deutschland sehr überlaufen sein in den Urlaubsorten. Kann mir das sehr gut vorstellen um die Seen rund um München.
    Ammersee, Starnberger See, Chiemsee ect.
    Schönes Wochenende

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  3. gut ich fahre auf die Schwäbische Alb 10 oder 20 km sie ist ja praktisch vor der Haustüre das ist schon ein Vorteil und bei uns geht es generell schon ländlich zu ! Ich bin ich jetzt auch ganz froh darüber !

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  4. In der Nähe der Großstadt verläuft es sich nicht. Habe aber schon ein paar kleinere Schleichwege entdeckt. Gut gefällt es mir auch, durch die ruhigen Seitenstraßen in unserem Vorort zu spazieren und immer wieder unbekannte Ecken zu finden, wo ich normalerweise nie hingekommen wäre.

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  5. Wenn ich rausfahren würde, ins Umland, nicht bis in die Berge, wäre es wahrscheinlich auch besser, aber wir sind bisher sehr weitgehend zu Hause geblieben, zwecks Eindämmung.
    Was ich beschrieben habe, habe ich so erlebt, aber auch mit einem Augenzwinkern dargestellt. Natürlich gibt es auch viele rücksichtsvolle Menschen. Wenn es aber so voll ist, dann gibt es doch immer wieder Leute, die es nicht sind. Jetzt nach Ostern geht es schon wieder entspannter zu 😊.

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  6. Also ich kann dem nicht ganz so zustimmen. Bin jetzt über Ostern auch raus und die Schwäbische Alb ist so groß da findet man immer ein Plätzchen. Klar die Highlights sollte man meiden aber ich habe nur sehr gute Erfahrungen gemacht was das Abstandhalten ect. betrifft. Auch keine größere Gruppen gesehen sondern nur Familie mit evtl. Kinder.
    Ich glaube aber dass dies in einer Großstadt anders verläuft. Wie gesagt meine Erfahrung !!!!

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  7. Doch, das muss man ernst nehmen, denn genauso ist es! Herrlich geschrieben, genauso haben wir es erlebt! Aber zum Glück kennen wir die Schleichwege bei uns auf der Alb …

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