Kleine Gipfeltour am Tegernsee/Bayern

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In der letzten Woche habe ich ein bisschen mit meiner Besteigung des Wallbergs am Tegernsee geprahlt (Gipfeltour am Tegernsee). Nach einer Übernachtung in Bad Wiesee bin ich auf einen weiteren Berg gewandert. Dabei habe ich nicht so viele Höhenmeter wie am ersten Wandertag zurückgelegt, sondern bin bereits nach einem Anstieg von 400 Metern auf dem Gipfel des 1187 m hohen Riederstein angekommen.

Die Aussicht von der Riedersteinkapelle war trotzdem außergewöhnlich schön. Und stärken musste ich mich nach meiner Wanderung natürlich auch …

Panoramafoto bitte anklicken!

Milzwurst mit Kartoffelsalat

Näheres zu meinen beiden Wandertagen in der herrlichen Tegernseeregion werde ich noch berichten.

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Gipfeltour am Tegernsee/Bayern

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Heute bin ich auf den Wallberg bei Rottach-Egern gelaufen. Bin sehr stolz, dass ich fast 1100 Höhenmeter geschafft habe. Die Aussicht vom Gipfel war traumhaft schön. Und ins Tal konnte ich mit der Wallbergbahn fahren und so mein Knie schonen.

Mein Bericht folgt, heute zeige ich zunächst zwei Smartphonephotos des Ausblicks vom Gipfelkreuz.

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Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #18

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Von Payerne nach Syens bei Moudon am 20.4.2022

Morgens ging ich noch einmal auf das Gelände der Payerner Abtei. Am Vorabend waren die Kirchen schon geschlossen gewesen und ich wollte mir noch einen Pilgerstempel holen. Die Abteikirche konnte, wie das Kloster, erst nachmittags (gegen Eintritt) besichtigt werden.

Ich besuchte die Gemeindekirche. Das Innere des romanischen Baus, das im zauberhaften Morgenlicht lag, gefiel mir sehr gut, aber den Stempel suchte ich ausgiebig und vergeblich. Später las ich, dass die Touristeninformation im Ort einen schönen Stempel anbietet.

Kurz nachdem ich aufgebrochen war, erreichte ich das Ufer des Flüsschens Broye, dem ich den ganzen Tag lang folgen würde. Davor lag die katholische Kirche. Vielleicht würde es dort einen Stempel geben. Zuerst sah es nicht danach aus, aber nach einigem Suchen entdeckte ich im Halbdunkel eine Notiz, dass Pilger im Pfarrbüro nebenan nachfragen sollten. Dort erhielt ich ohne Weiteres meinen „tampon de pélérinagne“, den ersten seit zwei Tagen.

Nun begann die Flussetappe, die im Pilgerbuch als immer am Ufer entlang führend und gleichförmig beschrieben worden war. Da man nicht ständig auf die Wegbeschilderung achten musste, sollte die Strecke eine Chance zum meditativen Gehen bieten. Zu Beginn fand ich das sanfte Landschaftsbild mit der grünen Frühlingsvegetation recht hübsch und marschierte munter auf dem ebenen Weg.

Nach zwei Stunden zweigte ich in den ersten Ort Granges-Près-Marnand ab, um mir eine Kaffeepause zu gönnen. Leider fand ich wieder einmal kein geöffnetes Café. Im Supermarkt erkundigte ich mich , verstand aber die französische Erklärung nicht und hatte nicht genügend Energie um nachzufragen. Stattdessen kaufte ich ein großes Eis am Stiel, das ich Gehen aß, als ich auf die Via Jacobi zurückgekehrt war. Inzwischen war es heiß geworden auf dem schattenlosen Weg und ich fühlte einen klitzekleinen Überdruss. Der meditative Flow wollte sich nicht einstellen. Wahrscheinlich bin ich einfach nicht der Typ für solche Erfahrungen.

Dann kam mir ein älterer Mann mit seinen beiden Enkeln entgegen. Er fragte mich, ob ich auf dem Jakobsweg unterwegs sei und erzählte, dass er mit 27 (vor 40 Jahren ?) mit dem Fahrrad von seinem Wohnort in der Nähe mit dem Fahrrad nach Santiago gepilgert war. Er hatte es, obwohl er damals sehr fit gewesen war, anstrengend gefunden aber auch sehr bewegend.

Nach dieser netten Unterhaltung, bei der es auch mit meinem Französich recht gut klappte, spendierte mir der Camino noch Etwas. Am Flussufer gab es häufiger Bänke, aber diese war etwas Besonderes. Sie ging um die Ecke. Ich ließ mich nieder, konnte mich anlehnen und dabei die Füße hochlegen. Und über mir rauschten die Birkenblätter in der leichten Brise. Herrlich !

Als ich dort saß, kamen tatsächlich zwei französischsprachige Pilgerinnen vorbei, die Ersten seit ich in Fribourg gestartet war. Sie hatten auf Via Jacobi in der Nähe von Biel begonnen und wollten dieses Mal bis Genf pilgern. Genau wie ich hatten sie in Moudon keine Unterkunft gefunden und würden in Billens, etwas abseits des Jakobswegs, privat übernachten. Ihren nächsten Urlaub im Mai wollten sie wieder auf dem Camino verbringen und in 14 Tagen bis Le Puy pilgern. Als sie weitergingen, verabschiedeten wir uns mit „Bonne route!“. Die Beiden habe ich nicht wieder getroffen, hoffe aber, dass sie gut in Genf angekommen sind.

Nach meiner Entspannungspause auf der Bank ging ich erfrischt weiter und es dauerte nicht lange, bis ich Lucens erreicht hatte.

Am Ortseingang überquerte ich eine Brücke und dann verlief ich mich wahrscheinlich, obwohl das doch auf der Strecke nicht möglich sein sollte. Ich wanderte an der Straße entlang durch ein fieses, stinkendes Industriegebiet. Einen Gehweg gab es nicht, so dass ich mich mehrmals vor dem Schwerlastverkehr in Sicherheit bringen musste.

Als ich am Rande der Innenstadt ankam, zeigte ein Caminoschild zuerst in die Richtung, aus der ich gekommen war. Zurückgehen kam für mich nicht in Frage. Ich ging weiter und entdeckte die Abzweigung nach Curtilles, dem nächsten Ort auf dem Schweizer Jakobsweg. Bis dahin sollte der Weg laut Pilgerbuch leicht bergauf und dann wieder an der Broye entlang nach Moudon führen. Ich beschloss zunächst den dringend benötigten Kaffee trinken zu gehen und bog nach Lucens ab. Bald stand ich am Bahnhof und sah ich, dass das Restaurant, das mir der nette Mann unterwegs empfohlen hatte, geschlossen war.

In früheren Zeiten sind den Pilgern fernab der Heimat auf ihrer langen und oft einzigen Reise ihres Lebens sicher viele Versuchungen begegnet. Auf der Via Jacobi ist es heutzutage vor allem die Schweizer Bahn SBB. Der Weg verläuft meistens nicht weit entfernt von der Bahnstrecke. Die Bahnverbindungen sind dicht getaktet und die Züge pünktlich. Es bedarf oft moralischen Standvermögens, um eine beschwerliche noch Stunden dauernde Wanderung fortzusetzen, wenn die Zugfahrt nur einige Minuten beträgt.

Am Bahnhof war der nächste Zug nach Moudon schon angezeigt. Er ging in wenigen Minuten. Blitzschnell rechnete ich mir aus, dass ich für die 6-7 km bis Moudon, die zudem wieder an der Broye filgten, noch etwa zwei Stunden brauchen würde, klickte mich durch die Optionen im Fahrkartenautomaten, kaufte ein Ticket und schaffte es in letzter Minute, zum richtigen Gleis zu eilen.

In wenigen Minuten hatte ich Moudon erreicht. Inzwischen machte ich mir Sorgen, weil A. meine Gastgeberin, bei der ich eine kleine Ferienwohnung in Syens hinter Moudon gemietet hatte, auf meine letzte Mail mit einer Bitte um eine genaue Wegbeschreibung nicht reagiert hatte. Als ich vor dem Bahnhof stand, sah ich das nächste Wegschild, auf dem die Gehzeit bis Syens mit 1,5 Stunden angegeben war. Das war mehr, als ich erwartet hatte, und ich wollte auf jeden Fall eine Rückmeldung von A. abwarten, bevor ich weiter ging. Außerdem musste ich nun endlich einen Kaffee trinken. Nun war es schon 14:30 Uhr. Zuletzt hatte ich mein koffeinhaltiges Lieblingsgetränk zum sehr frühen Frühstück getrunken. Das war für eine Kaffeeaficionada wie mich viel zu lange her. Rund um den Bahnhof waren sämtliche Gaststätten geschlossen, aber zwei sehr nette Frauen führten mich zu einem etwas versteckt liegenden Bäckereicafé.

Als ich bei Cappuccino und Schokoladenéclair saß, meldete sich A. Wir telefonierten und sie bot mir an, mich vom Bahnhof abzuholen. Dazu konnte ich natürlich nicht nein sagen.

Nach dem Kaffeetrinken musste ich noch die Kirche besuchen. Nach Moudon würde ich nicht zurückkehren, weil Syens auf der Fortsetzung der Via Jacobi lag. Die gotische Kirche Saint- Etienne gefiel mir sehr gut. Ohne meine Mitfahrgelegenheit wäre ich dort sicher etwas länger geblieben.

Bevor ich mich mit A. traf, ging ich noch einkaufen, um mir abends Spaghetti mit Tomatensoße zu kochen. Und ein leckeres Quöllfrisch, Appenzeller Bier, besorgte ich auch, obwohl ich dazu noch ein weiteres Geschäft aufsuchen musste, weil der erste Laden einer bekannten Schweizer Supermarktkette, keinen Alkohol mehr führt.

Während ich auf dem Bahnhofsparkplatz auf A. wartete, gingen zwei Frauen mit Rucksäcken vorbei. Ihre außergewöhnlich kleinen Jakobspilgermuscheln entdeckte ich erst, als sie schon weitergegangen waren und ich sie nicht mehr ansprechen mochte.

Meine Unterkunft entpuppte sich als wunderschön im Grünen und am Flüsschen Le Brits gelegen. Von meiner Ferienwohnung ging es direkt auf eine schöne Gartenterrasse, wo ich erst einmal ausgiebig von blühenden Pflanzen umgeben in der Sonne sitzend relaxte. Abends kochte ich und freute mich sehr, einmal nicht essen gehen zu müssen.

Fazit:
16 Km bis Lucens (26 km bis Syens), 4 Stunden, keine Höhenunterschiede
Leichte Wanderung , die mittellange Strecke erfordert aber wegen der fehlenden Abwechselung Durchhaltevermögen, eine der ganz wenigen Etappen, die ich gerne in Begleitung eines Gesprächspartners gegangen wäre. Im Sommer bei Sonnenschein mangels Schatten nicht zu empfehlen. Übernachtung in Moudon rechtzeitig buchen, weil die Möglichkeiten sehr begrenzt sind.

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Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #17

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Von Fribourg nach Payerne am 19.04.2022

Obwohl ich früh aufgewacht war, zog ich erst um 9:30 Uhr los. Trotz des sonnigen Frühlingswetters herrschten morgens nur knapp 6 ° C. Nachdem ich durch eine Unterführung am Bahnhof gelaufen war, ging es bergauf durch ein Wohnviertel und schon bald wurde mir warm. In den nächsten eineinhalb Stunden führte mich der Jakobsweg immer in die Nähe von Orten und Hauptverkehrsstraßen über asphaltierte und Betonplattenwege.

Ich hatte mich für die Variante nach Moudon über Payerne entschieden. Bis Payerne war der Weg im Pilgerführer als abwechselungsreich beschrieben. Für die Fortsetzung, die sehr lange und eher eintönig immer am Flussufer der Broye entlang führte, sollte Durchhaltevermögen gefragt sein. Ich wollte mich schonen und hatte mir diese Strecke ausgesucht, weil sie weitgehend eben verlief. Auf diese Etappe war ich sehr gespannt.

Nachdem ich ein großes Pilgerkreuz aus dem 18. Jahrhundert passiert hatte, fand ich den Abzweig nach Payerne. Kurz danach überquerte ich die Autobahn A 12, die für mich die Krönung der verkehrsreichen Wegführung an diesem Tag darstellte.

Aber danach lief ich lange auf weichem Untergrund durch den Wald. Unzählige Frühlingsblüten, vor allem Buschwindröschen und Schlüsselblumen, sah ich auf dem Waldboden. Weil die meisten Bäume noch kein Laub gebildet hatten, fiel helles Licht in den Wald. Andererseits gab es kaum Schatten, so dass es mir im Laufe der Zeit ziemlich warm wurde. Bald konnte ich mich über die erste Aussicht auf die schneebedeckten Berge freuen, wobei ich bis heute nicht weiß, um welches Gebiet es sich handelt (die Schweizer Berge bei Crans-Montana ?).

Leicht abfallend führte mich die Via Jacobi danach zu einem Bächlein. Auch dort bedeckten wunderschöne Blüten den Waldboden. Kurz nachdem ich begeistert blühende Zweige an einem Baum vor dem strahlend blauen Himmel fotografiert hatte, begann ein kurzer, aber äußerst steiler Aufstieg. An einem Punkt hatte ich sogar Angst, mit dem Rucksack nach hinten zu kippen. Danach befand ich mich auf einem schräg abschüssigen Pfad wieder und war sehr froh, dass der Untergrund trocken war. Quer über dem Weg lag ein umgestürzter Baum, wobei ich den Fortgang der Strecke nur daran erkannte, dass dahinter Stufen den Hang hinauf führten. Schwer atmend und mit zitternden Beinen erreichte ich schließlich die Höhe. Nun rief ich St. Jakob an und bat ihn um eine Bank. Und was kam bald darauf ? Einer von diesen opulent ausgestatteten Schweizer Rastplätzen im Wald mit Schutzhütte und Grillstelle. In der Tat: Camino provides !

Dort ließ ich mich nieder. Nach fast drei Stunden Rucksackwanderung war ich reif für eine Pause und eine ausgedehnte Brotzeit. Ich schälte das aus dem Hotel mitgenommene Osterei, aß die Reste meiner Verpflegung von der Zugfahrt und mein letztes Schokoladenei musste daran glauben. Dazu trank ich eine Menge Wasser. Alles war perfekt, nur der Kaffee fehlte!

Frisch gestärkt brach ich wieder auf. Zum nächsten Ort Noréaz ging es angenehm bergab durch den frischen grünen Wald und bald sah ich wieder ein herrliches Bergpanorama.

Der Ort präsentierte sich leider ohne Restaurants oder Cafés, aber am Ortsausgang kam ich an einem Haus mit einem großen Schild vorbei, auf dem Getränke und Kuchen angeboten wurden. Es sah nicht nach einem geöffneten Lokal aus, aber ich war kaffeedurstig genug, um an der Haustür zu klingeln.

Die Dame des Hause öffnete und antwortete mir, dass es keinen Kaffee gäbe, aber meine Wasserflasche, die ich in der Hand hielt, wollte sie mir füllen. Ich nahm dankend an und fragte, ob sich in der Nähe ein geöffnetes Café befinde. Das war nicht der Fall und so kochte mir Madame schließlich einen aromatisch starken Kaffee und wollte nicht einmal Geld annehmen. Wir unterhielten uns ein bisschen und sie berichtete, dass sie schon häufiger vorbeiziehende Pilger mit Kaffee verpflegt hatte. Richtig nett!

Vorbei an schönen Gärten mit frühlingshaften Blüten, ging es danach kurz steil hinab nach Moulin de Prez. Unten überquerte ich den Bach L’Arbogne, dem ich eine Weile folgte. Auf einem Felsen sah ich den Turm der Burgruine Montagny.

Ab Les Arbognes, einem Ort mit einem Sägewerk, wenigen Häusern und einem (wegen Ruhetag geschlossenen) Restaurant, lief ich auf der wenig befahrenen Straße. Der Verkehr nahm in Cousset zu, aber gleich am Ortseingang war eine Abzweigung auf dem Jakobsweg ausgeschildert. So zeigte es auch mein GPX-Track an. Ich wollte lieber dem Pilgerführer glauben und lief auf dem Bürgersteig durch den Ort. Auch hatte ich auf eine Einkehrmöglichkeit gehofft, aber da gab es wieder nichts. Das Bahnhofshotel hatte geöffnet, aber die Gaststätte war geschlossen. Am Ortsausgang führte die Umgehung zurück auf meine Strecke. Bald darauf sah ich schon den Turm der Wallfahrtskirche Notre-Dame de Tours. Nun schon etwas müde schleppte ich mich über die Stufen hinauf zu dem Gotteshaus. In der Kirche war es angenehm kühl, aber ein Pilgerstempel wurde nicht angeboten.

Über einen Wiesenpfad erreichte ich Corcelles, wo ich es wieder besser wusste und der stark befahrenen Hauptstraße folgte. Der Verkehr störte mich schließlich so sehr, so dass ich mit Hilfe des GPX-Tracks abzweigte und nach einer kleinen Steigung auf dem über einen Wiesenpfad verlaufenden Jakobsweg landete. Die letzten Kilometer zogen sich fürchterlich, aber schließlich kam ich doch in meiner Unterkunft am Bahnhof von Payerne an.

Fazit:
22 Km, 180 m Aufstieg, 320 Abstieg, 6,5 Stunden ohne Pausen
Sehr abwechselungsreiche Etappe, nachdem man Fribourg und Umgebung passiert hat, weitgehend naturnah, die Frühlingsvegetation im Wald gefiel mir ausgesprochen gut. Wenige Einkehrmöglichkeiten, daher besser Proviant und Wasser mitnehmen. Für mich persönlich eine lange Strecke, bei durchschnittlicher Fitness unproblematisch.

Auf dem Weg zum Abendessen spazierte ich zu den beiden Kirchen auf dem Gelände der Abtei von Payerne. Das Kloster gehörte im Jahr 962 zu den ersten Tochterklöstern von Cluny. Schließlich mussten die Mönche das Kloster im Jahr 1536 während der Reformation verlassen. Teile des Konventsgebäudes wurden abgerissen oder umgewidmet. 1926 wurde der Komplex sorgfältig restauriert.
Quelle: Rother Pilgerführer, Jakobswege Schweiz

Einen wunderschönen Blick auf die Kirchen hatte ich vom Fenster meines Hotelzimmers. Allerdings schlugen die Kirchturmuhren die ganze Nacht lang jeweils zur vollen Stunde, erst die eine und dann die andere!

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Wo geht es hier nach Santiago? Which way to Santiago?

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Die Markierung der Jakobswege in der Schweiz ist ausgesprochen gut. An den wichtigsten Abzweigungen stehen außerdem große Schilder, welche die nächsten Ziele mit Wegzeiten anzeigen.

Außerdem ist die weiße Vier auf grünem Grund mit blauer Umrandung und gelber Jakobsmuschel ausgeweisen. Das Camino-Wegzeichen, die strahlende Sonne, bedeutet, dass Santiago in Richtung der runden Sonnenscheibe liegt und nicht dass man den Strahlen folgen soll. Der Jakobsweg führt nur in eine Richtung und zwar nach Santiago. Das Schild mit der 4, das in die andere Richtung weist, zeigt also nicht den Camino an.

Es kommt manchmal vor, dass die stilisierte Sonne in die falsche Richtung zeigt. Auf dem abgebildeten Wegweiser weist das Symbol sogar in beiden Richtungen nach Santiago. Für alte Camino Hasen wie mich war das natürlich kein Problem: bin einfach in Richtung meines Tagesziels Payerne abgebogen. Und da ich für den Weg meistens eine um ein Drittel längere Zeit brauche, bedeutete das noch einen ziemlich langen Wandertag …

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Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #16

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Einführung

Im letzten Sommer und Herbst pilgerte ich 280 km mit dem Rucksack auf dem Schweizer Jakobsweg von Konstanz/Kreuzlingen bis nach Fribourg (s. meine Posts, beginnend mit Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino #1). Unterwegs durfte ich traumhafte Landschaftsbilder sehen, aber das Wandern strengte mich auch an. Obwohl ich mein linkes Knie soweit wie möglich schonte, kam ich humpelnd in Fribourg an.
Zu Hause ging es mir bald wieder gut. Mein Orthopäde meinte, dass beide Menikusseiten angerissen seien und ich bei Fernwanderungen wieder mit Schmerzen rechnen müsse, vor allem solle ich das Bergabgehen vermeiden.

Das Pilgern auf der Via Jacobi, dem Schweizer Camino, wollte ich aber gerne beenden. Der Jakobsweg, der von Fribourg nach Genf und dann noch ein kurzes Stück zur französischen Grenze führt, ist zwar noch rund 150 km lang, überwindet aber keine großen Höhenunterschiede mehr. Hinter Fribourg hatte ich mir eine flachere Variante ausgesucht und kurz danach verläuft der Weg weitgehend eben am Genfer See entlang.

Anreise

Am 18. April 2022, dem Ostermontag, nahm ich den Zug um 6:48 Uhr von München nach Zürich. Meine Umsteigezeit in Zürich betrug nur fünf Minuten und ich war gespannt, ob SBB, die Schweizer Bahn, das hinbekommen würde. Als Alternative hatte ich mir eine Bahn ausgesucht, die eine Stunde später nach Fribourg fuhr. Ab der Schweizer Grenze war die Maskenpflicht im Zug, wie alle Schweizer Coronamaßnahmen aufgehoben, aber die meisten Reisenden, wohl hauptsächlich Touristen, schützten sich weiterhin.

In Zürich kamen wir zehn Minuten später an und die nächste Verbindung war gestrichen worden. Ich entschied mich für den gerade abfahrenden Zug nach Bern, das ging wenigstens in die richtige Richtung. Die freundliche und fixe Schaffnerin riet mir, mit der S-Bahn nach Fribourg zu fahren und wies mich darauf hin, dass ich mich beeilen und auf dem Gleis bis ganz nach vorne gehen musste. Alles klappte und ich kam gegen 13 Uhr, nur eine Stunde später als vorgesehen, am Zielort an.

Von St. Antoni nach Fribourg

Als ich ausstieg und durch den Bahnhof nach draußen ging, fiel mir auf, dass ich als eine der Wenigen eine Maske trug. Fribourg empfing mich mit sonnigem Frühlingswetter und kaltem Wind. Nichtsdestotrotz saßen die Leute, oft in Sommerkleidung, auf den Caféterrassen. Nach dem Einchecken im Hotel zog ich gleich meine Wanderschuhe an und packte Wasser und Snacks in meine leichte Umhängetasche. Im letzten Herbst hatte ich es nämlich nicht bis Fribourg geschafft, sondern in St. Antoni den Bus genommen (Auf dem Schweizer Jakobsweg/On the Swiss Camino #15). Die ausgelassene Strecke wollte ich nun nachholen.

Mit dem Bus fuhr ich in 20 Minuten bis St. Antoni Dorf. Schon von weitem sah ich die reformierte Kirche, an der ich den Camino im Oktober beendet hatte.

An der katholischen Kirche setzte ich den Weg fort. Wieder auf dem Camino zu pilgern, war ein unglaubliches Gefühl. In der Kirche holte ich mir den ersten Pilgerstempel und setzte mich einen Moment lang auf eine Bank. Den Hl. Jakob bat ich darum, mich zu beschützen und mir zu helfen, dass ich den Weg wie geplant gehen konnte. Als Beten würde ich das nicht bezeichnen oder war es das etwa doch?

Der Weg führte dann angenehm bergab in ein Tal , an der kleinen Sebastianskapelle vorbei und weiter über eine Wiese zu einer Marien-Andachtsstätte, wo ich eine kurze Trinkpause einlegte. Im Windschatten fand ich es ziemlich heiß und hatte auch noch, wohl doch etwas müde, Sonnenhut und -creme vergessen.

An der Straße entlang erreichte ich Tafers. Neben der Kirche befindet sich die Jakobskapelle aus dem 18. Jahrhundert und auf der Fassade ist die Legende vom Hühner- und Galgenwunder dargestellt. Auch das Innere der Kapelle gefiel mir sehr.

Die weitere Strecke bot, von einem Ausblick auf die schneebedeckten Berge abgesehen, nicht viel Sehenswertes.

Über Feld- und Wiesenwege näherte ich mich Fribourg und befand mich schließlich in der Vorstadt. An einem großen Kreisel am Ortseingang fand ich die Wegbeschilderung nicht und folgte dann der Strecke, die ich mit dem Bus zurückgelegt hatte. So verpasste ich die Ankunft durch die historische Unterstadt, was ich sehr schade fand. Als ich auf der Brücke stand und auf die Gegend hinabschaute, reichte meine Energie jedoch nicht um zurück zu gehen. Die Ecke kannte ich außerdem schon von meinem Aufenthalt in der Stadt (Nach dem Schweizer Jakobsweg/After the Swiss Camino Fribourg). So freute ich mich über das schöne Nachmittagslicht und lichtete den wunderbaren Ausblick mehrmals ab.

Abschließend schlappte ich, nun schon etwas erschöpft, zur Kathedrale St. Nicolas in der Oberstadt. Im Inneren hielten sich viele Besucher auf, so dass ich lieber Maske trug, was ich direkt nach der Wanderung aber sehr heiß fand. Schnell holte ich mir noch einen neuen Pilgerstempel und ging dann zu meiner Unterkunft in der Fußgängerzone.

Fazit:
10 km, kaum Aufstieg und ca. 130 m Abstieg, 3 Stunden
Die Kapelle in Tafers ist sehr sehenswert, ansonsten begeisterte mich diese Etappe nicht. Wenn man die längere Strecke von Schwarzenburg nach Fribourg geht, wie ich es im Oktober geplant hatte, ist die Wanderung insgesamt abwechselungsreicher. Für mich lohnte sich dieser Abschnitt vor allem als kurzer Wiedereinstieg in den Camino ohne Rucksack.

Nach dem Abendessen unternahm ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt und freute mich über das Stadtpanorama im Abendlicht.

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Which Way: Via Jacobi in Switzerland

Back on the Way of St. James I have had very nice weather so far. The spring vegetation looks lovely but does not offer enough shadow for hiking.

But the weather forecast says the sunny days will be over soon …

This is for Alive and Trekking’s fun challenge. Thank you San for hosting.

Always looking forward to your feedback.

Auf Sisis Spuren am Starnberger See/Following Sisi’s tracks at Lake Starnberg

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Anfang März gab es erste schöne Tage in München und Umgebung. Einen Spaziergang am Starnberger See wollte ich schon länger unternehmen. Von München kann man in einer Dreiviertelstunde mit der S-Bahn an den See fahren. Wegen der Corona Ansteckungsgefahr hatte ich mich in letzter Zeit nicht getraut. Bei meinem Ausflug an den Starnberger See mit dem Auto, den ich einige Wochen zuvor unternommen hatte, war ich im Feierabendverkehr in München stecken geblieben und hatte über zwei Stunden für den Heimweg von 40 km gebraucht. Nun wollte ich die S-Bahn-Fahrt wagen. Wegen des schönen Wetters war der Zug am Vormittag in der Woche gut besetzt. Ganz wohl war mir nicht, aber ich konnte mich mit dem Mindestabstand hinsetzen. (Erst zehn Tage nach dem Ausflug, als die Inkubationszeit des Virus längst vorbei war, erhielt ich eine grüne Warnung der Corona-App, „Begegnung mit niedrigem Risiko“) .

Am schön renovierten Bahnhof in Feldafing stieg ich aus und ging zum Starnberger See hinunter.

Gegenüber vom „Golfhotel Kaiserin Elisabeth“ beginnt der „Kaiserin-Elisabeth-Weg“ der mich zunächst hinunter zum Feldafinger Strandbad führte. Die Sonne strahlte, aber es pfiff ein frischer, sehr kühler Wind. Trotzdem ließ ich mich auf einer Restaurantterrasse nieder, wo ich mich fest in eine Decke einwickelte und ein Tintenfischrisotto bestellte. Ich schaute über den See und fand es einfach schön. Das Essen mundete mir sehr, allerdings wurde es mir doch etwas kühl, so dass ich bald wieder aufbrach.

Anm Seeufer entlang spazierte ich weiter zum Schloss Possenhofen. Das Schloss befindet sich im Ortsteil Possenhofen der Gemeinde Pöcking am Starnberger See. Prinzessin Elisabeth von Bayern (auch bekannt als „Sisi“), die spätere Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, verbrachte hier große Teile ihrer Kindheit.  Da sich das Anwesen im Privatbesitz befindet, kann es leider nicht besichtigt werden.

Dem Uferweg folgte ich weiter bis zum Kiosk am Steg 1. Dort gab es einen wunderbar windgeschützten Strand mit Liegestühlen, wo ich mich kurz ausruhte und noch einmal über den See schaute. Den sehr gemütlichen Ort merkte ich mir für künftige Wanderpausen vor.

Nun bog ich nach links ab und ging bei maßvoller Steigung durch den Possenhofener Wald hinauf zum Kaiserin-Elisabeth-Museum im Bahnhof Possenhofen. Das Museum war leider noch coronabedingt geschlossen. Der Besuch läßt sich aber einfach nachholen, da die S-Bahn direkt vor der Türe hält.

Auf dem geologischen Lehrpfad durch die Wolfsschlucht (Starzenbach) kam ich zurück zum S-Bahnhof Feldafing.

Fazit:
2 bis 2,5 Stunden, 8,7 km, Aufstieg 106 hm, Abstieg 119
Ein längerer Spaziergang mit herrlichen Blicken über den Starnberger See mit Alpenpanorama. Im Sommer sind ein Ausflug zur Roseninsel, eine Badepause und ein Besuch des Sisi-Museums (ab Mai 2022) möglich.

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Rund um Rottach-Egern am Tegernsee / Around Rottach-Egern on Lake Tegernsee

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Die Tegernseeregion gehört zu den Wanderzielen, die man von München in ungefähr einer Stunde erreichen kann, zumindest während der Woche, wenn sich nicht viel Ausflugsverkehr auf der Straße tummelt. Trotzdem war ich gut eineinhalb Jahre nicht mehr dort gewessen. Als sich Ende März die Sonne zeigte und frühlingshafte Temperaturen herrschten, beschloss ich eine leichte Wanderung von Rottach-Egern aus zu unternehmen.

Als ich auf dem Parkplatz am Seeufer ankam, waren dort noch viele Stellplätze frei, allerdings musste ich feststellen, dass die Höchstparkdauer vier Stunden betrug. Ich sprach einen Einheimischen an, der mir erzählte, dass es auch auf den anderen Parkplätzen im Ort keine längere Stelldauer gäbe. Mein Wanderung war mit gut drei Stunden angegeben und einkehren wollte ich unterwegs auch, also würde es knapp werden. Ich ging kurz zum Seeufer, schaute über den Tegernsee und lief dann zum nahen Rottach-Dammweg, der nun recht lange am Fluss entlang in Richtung der Berge führte. Der Weg war idyllisch gelegen, aber die Vegetation zeigte sich noch winterlich karg. Es gab kaum Schatten und mir wurde bald warm.

Nach ungefähr zwei Kilometern ließ der Strom der Spaziergänger und Hundegassiführer nach. Meine Strecke führte nun am ungedämmten Fluss entlang und schön durch den Wald. Auch erste Leberblümchen konnte ich entdecken. Endlich Frühling !

Bei Enterrottach zweigte ich nach links in die Kühzaglstraße ab in Richtung des Cafés Angermaier. Der Waldboden zu beiden Seiten der kleinen, nicht befahrenen Straße war bedeckt von unzähligen blühenden Märzenbechern. Wie schön!

Es ging nun etwas, aber nicht anstrengend bergauf. Dem Weg, der immer wieder schöne Aussichten in die Berge (Wallbergregion) bot, folgte ich bis zum Café Angermaier im Rottach-Egener Ortsteil „Berg“. Dort angekommen, musste ich feststellen, dass sich das Gasthaus im Betriebsurlaub befand.

Schade, vor dem bevorstehenden Aufstieg zum Tegernseer Höhenweg hätte ich mich gerne noch etwas gestärkt. Auf einer Bank verspeiste ich ein paar Nüsse und Datteln und zweigte kurz danach im Weiler „Brandstätt“ nach rechts oben ab. Zunächst fotografierte ich noch einige Blüten, aber dann war es bald vorbei.

Die Wanderstrecke führte mich nun zweimal steil bergauf und wieder bergab. Wieder einmal bemerkte ich, dass ich überhaupt nicht fit war, obwohl ich regelmäßig und zum Teil sehr flott in unserem Wald spazieren gehe. Allerdings weisen die Wege dort überhaupt keine Steigungen auf und leider hat mir der Orthopäde wegen meiner Knieprobleme das Joggen verboten. Beim Bergaufgehen stieg mein Puls rapide, so dass ich immer wieder stehen bleiben musste, und bergab schlich ich in gewohnter Manier. Glücklicherweise war der Untergrund überhaupt nicht rutschig und die An- und Abstiege waren nicht sehr lang.

Schließlich kam ich zum über Rottach-Egern gelegenen Wanderparkplatz „Riederstein“, den ich mir für zukünftige Wanderungen in der Gegend merkte. Von dort ging es allmählicher hinunter bis zur Rottach.

Dem Rottach-Dammweg folgte ich nun in umgekehrter Richtung und erreichte bald wieder den Parkplatz. Inzwischen war ich ziemlich hungrig und verspeiste noch schnell eine Kartoffelsuppe, bevor mein Parkticket abgelaufen war.

Fazit:
11 Km, 252 kumulierte Höhenmeter, 3,5 Stunden ohne Pausen
Eine Frühlingswanderung mit schönem Bergpanorama, die bei weiter fortgeschrittener Vegetation sicher noch reizvoller wäre. Die kurzen, aber heftigen An- und Abstiege rechtfertigen die Einstufung als „mittelschwer“. Evtl sollte man den Weg umgekehrter Reihenfolge laufen, um die anstrengenden Passagen am Anfang zu bewältigen. Unbedingt einen anderen Parkplatz suchen, weil 4 Stunden Parkdauer mit einer gemütlichen Pause im Café Angermaier knapp werden können.

Auf dem Rückweg fuhr ich nicht über den Ort Tegernsee zurück, sondern umrundete den See, weil ich noch eine Kaffepause in Bad Wiessee am westlichen Seeufer einlegen wollte. Ich holte mir dort ein köstliches Gelato und einen Cappuccino zum Mitnehmen und schlenderte über die Seepromenade, bevor ich zurück nach München fuhr.

Das ist mein Beitrag zu Rolands Fotoprojekt im April 2022 : Wanderungen und Fahrradtouren. Danke Roland, dass du uns schon kurz nach deiner Rückkehr eine Fotochallenge mit einem tollen Thema stellst. Sehr nett war außerdem, dass du mir so schnell und kompetent beim Erstellen der Karte geholfen hast. Schon wieder was gelernt!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.