Fotochallenge „Landschaften“/Photo Challenge „Landscape Photography“

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Roland ruft uns in dieser Woche auf, Fotos zum Thema „Landschaften“ zu posten. Landschaften gehören zu meinen Lieblingsmotiven, daher beteilige ich mich wieder mit Vergnügen.

Eine traumhaft schöne Berglandschaft befindet sich in Südtirol. Leider ist es schon wieder drei Jahre her, seit wir dort einen Wanderurlaub verbracht haben. Mein Foto zeigt den Ausblick zum Rosengarten, den wir beim Aufstieg auf den Schlern genießen durften.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Geschafft! Done !

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Auf dem Schweizer Jakobsweg von Brunnen nach Fribourg

Heute Nachmittag, nach neun Pilgertagen auf dem Schweizer Jakobsweg, bin ich in Fribourg angekommen. Soweit wollte ich es dieses Mal schaffen. Geschafft bin ich selber auch !

Trotzdem: es war ein wunderbares Erlebnis.

Näheres werde ich im Blog berichten.

Nachfolgend einige allererste Impressionen.

Panoramafoto bitte anklicken!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #6

Von Einsiedeln nach Brunnen

Mein vorerst letzter Tag auf dem Schweizer Jakobsweg und die Sonne lachte, als hätte sie etwas gutzumachen. Nach dem schlimmen Regenwetter vom Vortag traf das auch durchaus zu.

Um 8:30 Uhr stapfte ich frohgemut los. Allerdings stand mir die Königsetappe mit steilen Auf- und Abstiegen bevor. Vom höchsten Punkt der Schweizer Jakobswege, dem Haggenegg auf 1414 Meter, geht es hinunter nach Schwyz, das auf 404 m liegt. Außerdem würde diese Etappe mehr als 25 km lang sein.

Vor dem langen und steilen Abstieg hatte ich mich gefürchtet, aber wie beim Hörnli hatte ich beschlossen, auf diesem Stück nicht dem Jakobsweg sondern einem Bergsträßchen zu folgen, auch wenn das bedeutete, dass die Strecke sich noch einmal verlängerte.

Ein bisschen beunruhigt war ich aber doch. Mitten in der Nacht war ich mit einem stechenden Schmerz im linken Fuß aufgewacht. Meine Füße waren rundherum vertapt, aber als ich an an der schmerzenden Stelle das Band abzog, entdeckte ich sie. Eine Blase am Zeh und darunter eine offene Wunde ! Dieses Problem kannte ich beim Wandern überhaupt nicht, hatte nicht einmal Blasenpflaster eingepackt. Ich verpackte den Zeh so dick wie möglich und war doch froh, dass mir das erst am Ende meiner Pilgerwanderung passierte.

Sehr gemütlich ging die Wanderung los. Zwei Stunden lang folgte ich dem Flüsschen Alp auf ebener Strecke immer mit Blick auf den Großen und den Kleinen Mythen. Am Kloster Au ging ich vorbei, weil mir noch ein sehr langer Pilgertag bevorstand, aber die Kirche St. Appolonia in Alpthal besuchte ich und stempelte meinen Pilgerpass.

An der Bushaltestelle von Malosen begann der Aufstieg zum Haggenegg. Der breite Schotterweg stieg sehr stark an. Er führte direkt an einem Wasserlauf entlang, der in Stufen gefasst war und senkrecht nach unten fiel. Mehrmals musste ich stehen bleiben, um nach Luft zu schnappen. Dann endete der Weg plötzlich neben dem Bach. Ein Wegschild sah ich nicht. Die sonst so sorgfältige Ausschilderung des Schweizer Jakobswegs fehlte ausgerechnet an dieser Stelle. Normalerweise gehe ich in solchen Situationen zurück und schaue, ob ich ein Schild übersehen habe. Das kam dort überhaupt nicht in Frage. Auf diesem extrem steilen und schotterigen Weg würde ich nicht umkehren. Im Pilgerführer las ich dann zu meiner großen Erleichterung, dass ein Bach zu queren war. Wegen der vorangegangenen Regenfälle stand das Wasser ziemlich hoch, aber über Trittsteine war es kein Problem auf die andere Seite zu kommen, wo der Weg hinter der Böschung weiter führte. Mit zitternden Knien blieb ich stehen, um mich von dem Schock zu erholen.

In diesem Moment überholte mich ein junger Mann mit einem kleinen Rucksack. Erst dachte ich, dass er auf einer Tageswanderung war, aber dann entdeckte ich die Pilgermuschel. Ein Jakobspilger, der Erste den ich in der Schweiz traf! Wir unterhielten uns noch kurz, bevor er weiter stürmte. Ich erfuhr, dass viele Pilger erst von Einsiedeln starten.

Der zweite Aufstieg verlief durch einen Wald und war längst nicht so steil wie der erste. Auch ein, wenn auch ziemlich verblasstes, Wegzeichen entdeckte ich an einem Baum. Danach war der Jakobsweg wieder mustergültig ausgeschildert Als ich aus dem Wald trat, musste ich mich erst einmal ausruhen. Da traf es sich gut, dass sich nun erste wunderbare Ausblicke boten.

Panoramafoto bitte anklicken !

Weiter ging es mäßig ansteigend über Almwiesen. Bei einer Alm musste ich eine große Wiese mit vielen Kühen queren. Ganz wohl war mir nicht, aber ich ging ruhig an den friedlich grasenden Tieren vorbei.

Kurz danach erreichte ich die Alpenkäserei Gummen. Auf einem Schild wurden Getränke angeboten. Ich entschied mich für eine Mangomolke, die ausgezeichnet schmeckte. Der Kaffee den mir der Senn brachte, war mit frischem Rahm zubereitet, schmeckte aber leider etwas dünn. Während ich vor der Molkerei an einem Tisch in der Sonne saß, sah ich wieder die Frau mit dem riesigen Rucksack, die schon eine ganze Zeit hinter mir gewandert war. Ich winkte ihr zu und sie setzte sich zu mir an den Tisch. Sie erzählte mir, dass sie als Schweizerin mit ihren fünf Kindern am Bodensee lebte und gerade in Einsiedeln losgelaufen war. Dann packte die Pilgerin ein (schweres) Glas nach dem anderen aus und begann ihre mitgebrachten veganen Speisen zu essen. Auch ein Zelt hatte sie dabei und wollte in Schwyz auf dem Campingplatz zelten. Die Frau wirkte ziemlich sportlich, aber ich fragte mich, wie weit sie mit diesem monströsen Gepäck kommen würde.

Ich verabschiedete mich und ging weiter. Nach fünf Minuten erreichte ich das Berggasthaus Haggenegg, von dem ich gelesen hatte, dass es Ruhetag hatte. Wenn ich gewusst hätte, dass es geöffnet war, hätte ich meinen Kaffee dort getrunken. Kurz danach erreichte ich die Haggeneggkapelle. Rundherum standen Bänke, auf denen sich schon mehrere Wanderer niedergelassen hatten, um die Traumaussicht auf den Vierwaldstättersee und das Bergpanorama im Vordergrund mit dem Kleinen Mythen zu genießen oder einfach nur in der Sonne zu liegen. Ich suchte mir eine schöne Bank , verspeiste Brot, Birne und würzigen Greyerzer Käse und schaute mir die Landschaft an.

Dann begann der lange Abstieg nach Schwyz. Auf der kaum befahrenen Straße hatte ich zwar kein Problem, aber die 1000 Meter nach unten zogen sich schon gewaltig trotz des durchgehend hinreißenden Ausblicks. Je näher ich dem Tal kam, desto schöner wurde das Wetter. Allerdings wurde es auch ziemlich warm, weil es fast keinen Schatten gab. Unterwegs sah ich ein paar Mal den Jakobsweg, der stark aufgeweicht und sehr steil den Hang hinabfiel. War ich froh, dass ich mich anders entschieden hatte!

Als ich mich Schwyz näherte, sah ich aus der Einmündung des Jakobswegs einen älteren Mann mit Rucksack kommen, den ich später ansprach. Das war nun schon der dritte Pilger, den ich an einem Tag traf. Mein absoluter Rekord seit ich in München meine Pilgerwanderung begonnen hatte! Der Mann berichtete, dass er den Abstieg auf dem Jakobsweg sehr schwierig und rutschig erlebt hatte. Ich dachte an die Frau mit dem riesigen Rucksack und hoffte, dass sie es geschafft hatte. Der Schweizer wollte auf dem Innerschweizer Jakobsweg weitergehen, der von Brunnen nach Flüeli-Ranft und über den Brünigpass führt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Fortsetzung über den Luzerner Weg nach Bern geplant. Inzwischen habe ich mir das anders überlegt.

Langsam aber stetig schleppte ich mich nach Schwyz. Unterwegs sah ich ein imposantes Gebäude. Es handelte sich nicht um ein Kloster, sondern um die „Kantonsschule Kollegium Schwyz“, eine öffentliche Mittelstufenschule. Im Ort holte ich mir schnell den Pilgerstempel in der Kirche St. Martin und suchte dann schnurstracks die nächstliegende Caféterrasse am Hauptplatz auf. Nach einem großen Cappuccino und einem Mineralwasser kehrten meine Lebensgeister wenigstens teilweise zurück.

Die letzten fünf Kilometer nach Brunnen kann ich persönlich nur als Tortur bezeichnen. Erst ging es ziemlich lange durch Schwyz und den nächsten Ort Ibach. Dann folgte ein recht schöner Weg mit Rückblicken auf die Mythen und mehreren Kapellen, von den ich nicht eine einzige besuchte.

Als der Weg dann noch das Tal verlies und leicht anstieg, war ich schon sehr erschöpft. Über lange Treppe mit kleinen Trittstufen ging es wieder hinunter nach Brunnen am Vierwaldstätter See. Eigentlich hatte ich geplant, mit dem Schiff nach Luzern zu fahren. Aber nun stand mir nicht mehr der Sinn nach einer gut zweistündigen Schifffahrt und vom Bahnhof zur Anlegestelle wären es noch einmal 1,5 Km gewesen. Also fuhr ich mit dem Zug nach Luzern. Der erste Halt nach wenigen Minuten war übrigens in Schwyz!

Fazit:
29 km auf der Straße ab Haggenegg (bei Nässe empfehlenswert), auf dem Jakobsweg 24,1 Km, 540 m Auf- und 1010 m Abstieg, , 7,5 Stunden ohne Pausen
Sehr fordernde Jakobswegetappe, wunderschönes Landschaftserlebnis, ein echtes Highlight auf dem Schweizer Jakobsweg, evtl. im Gasthaus Haggenegg übernachten oder nur bis Schwyz gehen.

In Luzern verbrachte ich einen weiteren Tag. Über meinen Aufenthalt in dieser Traumstadt werde ich gesondert berichten.

Zum Schluss möchte ich euch noch etwas verraten: es hat mir auf dem Schweizer Jakobsweg so gut gefallen, dass ich ihn fortsetzen werde und zwar in den nächsten Tagen. Nach meiner Rückkehr im August bekam ich leider Schmerzen im linken Knie, die mich schließlich zum Orthopäden führten. Es war nichts Schlimmes, nur eine Überlastung. Ich hätte wohl doch einmal meine orthopädischen Knieschützer anziehen sollen, vor allem bei dem langen Abstieg nach Schwyz! Nachdem ich mich ausgiebig geschont habe, wie vom Orthopäden empfohlen, traue ich mich nun wieder auf den Camino. Starke Gefälle werde ich sehr vorsichtig angehen oder meiden. Auch Ruhepausen bzw. -tage sind eingeplant. Und Blasenpflaster werde ich auch einpacken!

Wenn es nicht mehr geht oder keinen Spaß macht, fahre ich einfach nach Hause. Mal sehen, wie weit ich komme …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #5

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Von Rapperswil nach Einsiedeln

Nachdem ich am Vortag mit dem Zug von Rapperswil nach Einsiedeln gefahren war, kehrte ich nun dorthin zurück, um meine Pilgerwanderung auf dem Schweizer Jakobsweg fortzusetzen. Da ich in Einsiedeln noch ein zweites Mal übernachten würde, freute ich mich auf die Tageswanderung mit leichtem Rucksack. Ganz so gemütlich sollte es aber doch nicht werden …

Am Bahnhof Rapperswil fand ich gleich den Einstieg in den Camino. Unmittelbar danach überquerte ich den Zürichsee über die längste Fußgängerholzbrücke der Schweiz , die fast auf Seehöhe verläuft und als Pilgersteg auf dem Schwabenweg dient. Sehr schöne Aussichten eröffneten sich, nur leider war das Wetter sehr trüb. Bei Sonnenschein würde ich den Gang über den 840 m langen Steg gerne wiederholen, nicht ohne mich auf eine der Bänke zu setzen und die Aussicht zu bewundern.

Während ich den See überquerte, hörte ich die Ansagen des am zweiten Tag laufenden „Ironman“ und das war so lange der Fall, wie ich mich in Seenähe aufhielt.

Im Laufe des Tages sollte es leicht regnen, aber das hatte mich nicht von meiner Wanderung abgehalten. Als ich mich nach einer Stunde Pfäffikon näherte, fing es an zu nieseln. „Kein Problem“, dachte ich, „habe doch meinen Wanderschirm dabei !“

Wie im Pilgerführer beschrieben, begann am Ortsende von Pfäffikon der steile Aufstieg, der bis zum Etzelpass führen würde. Hinter dem Lützelhof mit einem großen Hofladen und der Möglichkeit, im Stroh zu übernachten, ging es über die Autobahnbrücke der A 3. Der Verkehrslärm begleitete mich noch eine Weile, weil der Weg danach an einem Hang über der Autobahn entlang führte.

Während ich auf einer Bank am Hang eine Trinkpause einlegte, sah ich die Massen von unten ankommen. Sehr viele Wanderer waren, oft in Gruppen, an diesem Sonntag trotz des mäßigen Wetters unterwegs. Es ging weiter zum laut Pilgerführer „ausichtsreich gelegenen“ Gasthof Lugeten, der eine Vogelperspektive auf den Camino seit Rapperswil bieten sollte. Davon konnte jedoch nicht die Rede sein. Der Zürichsee war komplett in den Wolken verschwunden. Kurze Zeit später begann es stark zu schütten. Ich hatte den Regenschutz noch nicht über meinen Rucksack gezogen und konnte es kaum erwarten, in den Wald zu gelangen. Dort tropfte es allerdings immer noch gewaltig.

Der Camino hatte sich in einen bergauf gehenden wurzeligen und matschigen Pfad verwandelt. Zwischen hohen Stufen und glitschigen Wurzeln stand zum Teil schon das Wasser, so dass man gut aufpassen musste, wo man hin trat. Nun freute ich mich, dass so viele Mitwanderer unterwegs waren, weil ich sozusagen in deren Fußstapfen treten konnte. Manchmal war auch der Verlauf des ziemlich breitgetretenen und schlammigen Weges nicht ganz klar. Dann konnte ich mich gut an den Anderen orientieren. Ich lief mehr oder minder mit einer Gruppe von fünf Schweizerinnen in meinem Alter mit, von denen einige recht flott den Berg hinauf stürmten, aber auch immer wieder auf ihre lansameren Freundinnen warteten. Es beruhigte mich, dass ich nicht alleine auf diesem rutschigen Weg wanderte. So konnte ich auf Hilfe zählen, wenn ich ein Problem haben würde. Gerade als ich dachte, dass ich auf keinen Fall umkehren und den Weg wieder nach unten gehen konnte, kamen drei junge Mountainbiker herangeschossen, die sich fast ungebremst nach unten stürzten !

Zum Fotografieren fehlte mir die Energie. Es war mir zu nass, auch zu anstrengend und ich wollte nur noch so schnell wie möglich auf dem Etzelpass ankommen. Nachdem der Regen etwas nachgelassen hatte, lichtete ich aber wenigstens eine moosbedeckte Panzerabwehrsperre ab, die quer durch den Wald verlief. Wikipedia schreibt dazu, dass es sich um den Teil eines Verteidigungssystems der Schweizer Armee aus den 1940er Jahren handelt.

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Den in 950 Meter Höhe gelegenen Etzelpass erreichte ich nach etwas mehr als drei Stunden. So nah an den Zeitangaben des Pilgerbuchs hatte ich mich noch nie bewegt! Zunächst begab ich mich in die Kapelle St. Meinrad, wo ich mir den hart verdienten Stempel für den Pilgerpass holte. Dabei kam ich mit einer Wanderin aus Ulm ins Gespräch, die mir erzählte dass sie vor einigen Jahren von zu Hause (!) nach Santiago gepilgert war und mir „Buen Camino“ wünschte. Nun war es höchste Zeit für eine Mittagspause im Trockenen, so dass ich direkt zum Gasthaus neben der Kirche ging.

Das Gasthaus erwies sich als Feinschmeckerlokal mit Landhausambiente. Als ich mich umsah, entdeckte ich keinen freien Tisch und die nicht übermäßig freundlichen Bedienung sagte mir, dass die Gäste überwiegend noch bei der Vorspeise seien, so dass so schnell nichts frei werden würde. Ich brauchte diese Pause sehr dringend, also fragte ich ein Paar, das alleine an einem großen Tisch saß, ob ich mich als Geimpfte dazu gesellen durfte. Die Beiden hatten damit kein Problem (und glücklicherweise auch nicht die Servierkraft). Ich bestellte mir eine warme Suppe (die mir längst nicht so gut schmeckte, wie die Gerstensuppe einige Tage zuvor im Berggasthaus Hörnli) und ein alkoholfreies Weißbier. Mit meinen Schweizer Tischgenossen plauderte ich sehr angenehm. Unter anderem berichteten sie mir, dass sie in diesem Gasthaus eingekehrt waren, weil das Lokal vor Kurzem in einer Kochsendung empfohlen worden war. Das erklärte, warum dort so viele Menschen mehrere Gänge tafelten !

Als das Ehepaar nach lecker aussehenden aber auch reichlichen Vorspeisen den Hauptgang serviert bekam, verabschiedete ich mich. Es hatte inzwischen aufgehört zu regnen, aber die Wolken hingen immer noch sehr tief. Von dem angeblich herrlichen Berg- und Seepanorama konnte ich kaum etwas erkennen.

Vom Etzelpasss führte mich ein asphaltiertes Sträßchen, auf dem nur wenige Wanderer und Radfahrer unterwegs waren, zur Teufelsbrücke („Tüfelsbrugg“) über die Sihl. Daneben wies ein Gedenkstein darauf hin, dass an diesem Ort im Jahr 1541 Paracelsus, der Schweizer Arzt und Alchemist, geboren wurde.

Laut Pilgerführer beflügelte das herrliche Bergpanorama auf dieser Strecke den Schritt. Nun ja, … Es ging dann meistens angenehm bergab aber auch wieder leicht in die Höhe. Zwischendurch regnete es mehrmals, aber glücklicherweise nur leicht. Nun stimmte der Wetterbericht !

Schon von weitem war das Kloster Einsiedeln zu sehen. Ich hatte das Ziel nun vor Augen, es dauerte aber noch mehr als eine Stunde bis ich dort ankam. Vorbei ging es am Sihlsee, wo man nach einer Infotafel einige Berggipfel sehen sollte. Diese Berge waren leider komplett wolkenverhangen und der See zeigte sich in trübem Grau.

Panoramafoto bitte anklicken.

Fazit:
17 Km, 660 Hm Auf- und 160 Hm Abstieg, 5 Stunden und 20 Minuten ohne Pausen.
Sehr abwechselungsreiche aber recht lange Strecke. Steiler und zum Teil sehr wurzeliger Anstieg zum Etzelpass, würde ich bei Nässe nicht in umgekehrter Richtung empfehlen, danach auf angenehmen, hauptsächlich leicht bergab gehenden, Wegen und Sträßchen durch eine liebliche grüne Voralpenlandschaft. Gefehlt haben mir allerdings die als herrlich beschriebenen Aussichten. Diese würde ich gerne bei besserem Wetter sehen. Am Liebsten nach einer Fahrt auf den Etzelpass …

In Einsiedeln war am Sonntagnachmittag Einiges los. Besonders in der Klosterkirche bewegten sich die Massen. Ich klingelte an der Klosterpforte und bekam dort meinen Pilgerstempel vom zuständigen Mönch, der auch in meinem Pass signierte und mich zum Vespergottesdienst der Mönche in einer Stunde einlud. Dazu hatte ich keine Zeit, was ich dem freundlichen Herren aber nicht verriet. Im Hotel zog ich mich schnell um und besuchte danach ein nahegelegenes Café. Das Zuger Kirschtörtchen schmeckte, als wäre es in eine Schüssel mit Kirschwasser gefallen, mundete mir aber zusammen mit dem Cappuccino mit Schokoladensauce ganz köstlich, obwohl ich normalerweise Schokolade auf dem Milchschaum überhaupt nicht mag. Das war übrigens erst mein zweites Kaffeetrinken an diesem Tag, falls mal wieder jemand meint, ich wäre in der Schweiz zum „Kaffeepilgern“ gewesen.

Nach dem Abendessen spazierte ich noch kurz durch Einsiedeln und knipste einige Abschiedsfotos.

Am nächsten Tag legte ich meine vorerst letzte Etappe auf dem Schweizer Jakobsweg von Einsiedeln nach Brunnen zurück. Was ich dabei erlebt habe, werde ich noch berichten. Verraten sei aber schon, dass an diesem Tag strahlend schönes Wetter herrschte!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.



Ferien in der Fränkischen Schweiz/Holidays in Franconian Switzerland (5)

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Unser fünfter Wandertag in der Fränkischen Schweiz war vor allem anstrengend !

Wir liefen auf dem „Frankenweg“ von Obertrubach nach Egloffstein und auf dem Rückweg durch das Trubachtal. Nach der kurzen Wanderung vom Vortag (s. hier) wollten wir etwas länger gehen. Auch wollte für meine Pilgerwanderung auf dem Schweizer Jakobsweg trainieren, die ich mir kurz nach dem Urlaub in der Fränkischen Schweiz vorgenommen hatte.

Bei schönstem Sonnenwetter brachen wir morgens auf. Beim Kletterzentrum Obertrubach stiegen wir an einer Felswand entlang über eine steile Felstreppe auf den Frankenweg in Richtung Hundsdorf hinauf. Über Wiesen und Felder führte uns der Weg noch weiter, aber angenehmer hinauf. Bald erreichten wir eine Wiese, von der es hinab in einen Wald ging, wo wir wieder bergauf steigen mussten. Und nach diesem Muster ging es den ganzen Tag weiter! Zwar leitete uns Weg immer wieder durch lauschige kleine Mischwälder und vorbei an schönen Wiesen, wo wir auf keine anderen Wanderer trafen, aber es gab praktisch keine ebenen Strecken. Zum Teil betrug die Entfernung zwischen Auf- und Abstieg nicht einmal fünf Meter!

Einen kleinen Umweg legten wir zum Signalstein ein, der sich in einer für die Fränkische Schweiz typischen Felsenlandschaft befand.

Der Signalstein ist einer der höchsten Aussichtsfelsen der Fränkischen Schweiz.

Im Mittelalter verständigten und warnten sich die Burgen Leienfels, Bärnfels, Obertrubach, Egloffstein und Thuisbrunn durch Signalfeuer, sogenannte Fanale, die hier entzündet wurden. Ein weiträumiges Netz an Warten, Wartsteinen und Signalsteinen reichte bis ins Thüringische. Diese Art des Warnsystems wurde bis in das 19. Jahrhundert angewandt.
Quelle: Tourismuszentrale Fränkische Schweiz

Wir kletterten über eine extrem steile, aber gut gesicherte Treppe auf den Felsen, die uns an das Wandern auf dem Malerweg in der Sächischen Schweiz erinnerte, um festzustellen, dass die Aussicht komplett zugewachsen war. Das Signalsystem würde heutzutage nicht mehr funktionieren !

Egloffstein erreichten wir nach zweieinhalb Stunden. Unterhalb der Burg Egloffstein legten wir eine Pause in einem hübschen Café an der Trubach ein. Danach wollten wir eigentlich den Ort Egloffstein besichtigen. Wir schnauften den steilen Weg in Richtung Burg hinauf, fanden aber das Ortszentrum trotz Nachfrage bei der Touristeninformation nicht. Das wohl inzwischen zu Gunsten eines Neubaus aufgegebene Rathaus am Marktplatz überzeugte uns nicht. Läden und Gaststätten gab es dort jedenfalls nicht. Wir beschlossen, nicht weiter bis zur Burg hinauf zu steigen, weil unser Rückweg nach Obertrubach noch lang sein würde.

Auf dem Rückweg liefen wir durch das Trubachtal, eine liebliche und idyllische Flußlandschaft. Immer wieder führte uns der Weg durch Wiesen und Wälder, allerdings auch auf Anhöhen, von denen es sogleich wieder ins Tal ging. Zwischendurch fragte ich mich, ob nicht eine Wegführung auf der Höhe des Flüsschens möglich gewesen wäre. Allerdings wurde es zu keinem Zeitpunkt langweilig, immer wieder boten sich neue und schöne Landschaftbilder.

Untertrubach, das im Jahr 2007 zusammen mit Obertrubach 1000jähriges Gründungsjubiläum gefeiert hatte, enttäuschte meine schwache Hoffnung auf eine Kaffeepause. Der Ort wirkte menschenleer und es gab keinerlei Verköstigungsmöglichkeiten. Das Gasthaus am Ortsrand war ebenfalls geschlossen.

Als wir kurz danach auf einer Brücke am Fluss standen, kam mir das schon komisch vor und in der Tat, wir hatten uns verlaufen. Wir liefen zurück und entdeckten hinter dem Gasthaus die Abzweigung unseres Wegs. Und nach kurzer Zeit ging es wieder steil hinauf.

Auf einem verhältnismäßig ebenen Wegstück genossen wir erneut die Aussicht ins Tal und auf die gegenüberliegenden Felswände. Und schließlich durften wir sogar hinab steigen und die Trubach überqueren. Vorbei ging es am Richard-Wagner-Felsen, dessen Felsprofil dem bekannten Musiker ähnlich sehen soll

Nun führte unsere Strecke auf einem separaten Weg an der kaum befahrenen Straße entlang, aber fast bis zum Schluss galt es, unterhalb der Felsen auf – und abzusteigen. Ziemlich geschafft kehrten wir schließlich nach Obertrubach zurück.

Fazit:
18,5 km, 6 Stunden, 565 Höhenmeter

Mittellange bis lange Strecke, 565 m Auf- sowie Abstieg, obwohl Obertrubach und Egloffstein fast auf einer Höhe liegen. Typischer Mittelgebirgswanderweg, allerdings ist das ständige Auf- und Ab dieses Weges recht extrem. Auch der Rückweg von Egloffstein nach Obertrubach ist kein Spaziergang am Flussufer (s.o.). Sehr abwechselungsreiche Strecke, Landschaft idyllisch und variantenreich.

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Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #4

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Von Gibswil nach Rapperswil

Weiter ging es auf dem Schwabenweg, einem Teil des Schweizer Jakobswegs, der von Konstanz nach Einsiedeln führt. Ich war nun drei Tage gepilgert und fühlte mich immer noch gut, auch wenn ich nicht so fit war, wie ich es mir gewünscht hätte.

Die 4. Etappe war bei geringen Höhenunterschieden sicher gemütlicher als die Strecke vom Vortag mit dem Auf- und Abstieg auf das Hörnli (s. hier) . Eigentlich hatte ich in Rapperswil übernachten wollen, aber wegen des an diesem Wochenende stattfindenden „Ironman 2021“ hatte ich kein Quartier bekommen. Daher hatte ich beschlossen, nach der Wanderung mit dem Zug nach Einsiedeln zu fahren, um dort zweimal zu übernachten. Am nächsten Tag würde ich nach Rapperswil zurückkehren und von dort die Etappe nach Einsiedeln angehen.

Morgens brach ich von Gibswil auf. Es war stark bewölkt. Um 16 Uhr war Starkregen vorausgesagt, so dass ich bis ich mich etwas beeilen wollte. Auch Rapperswil wollte ich mir möglichst noch im Trockenen anschauen.

Kurz nach Beginn meiner Wanderung riss es auf und der beste Bergblick des Tages ergab sich.

Ich befand mich nun auf der historischen Route des Jakobswegs. Seit fast 1000 Jahren ziehen hier Pilger entlang. Nach einem kleinen Aufstieg sah ich in Ried die 18. Jahrhundert erbaute Pilgerherberge “Zum weißen Kreuz”. Und oberhalb des Örtchens Wald ging der Pilgerweg an der ehemaligen Herberge “Dändler” vorbei.

Der Jakobsweg führte dann leicht an- und absteigend auf einem kaum befahrenen Sträßchen weiter. Dieses war vor kurzem frisch geteert worden, so dass es leider ziemlich stank. Ich durchquerte eine Wiesenlandschaft mit einigen kleineren Waldstücken. Immer wieder hatte ich traumhafte Weitblicke, wie sonst nur auf einem Panoramahöhenweg. Schöner wäre es allerdings bei klarer Sicht gewesen!

Panoramabild bitte anklicken!

Durch mehrere Dörfchen mit wunderbar restaurierten alten Bauernhäusern zog ich weiter. So schön die Gegend auch war, es gab über weite Strecken keinerlei Sitzgelegenheit, keine Bank, nicht einmal einen Holzstoß. Meine Trink- und Stretchingpausen verbrachte ich stehend.

Der Weg führte schließlich steil abwärts hinab zum Fluß Jona, aber über Stufen und mit einem Geländer gesichert. Hinter der Brücke musste ich natürlich wieder hinauf steigen und fühlte mich nach zweieinhalb Stunden Wandern mit dem Rucksack schon ziemlich matt. Hinter dem Ort Weier führte der Weg in den Wald. Und dann sah ich sie, eine schöne große Bank! Aber dort hatte es sich schon eine Wandergruppe bequem gemacht. Wegen Corona traute ich mich nicht, die Leute zu fragen, ob sie ein bisschen zusammenrücken können.

In diesem Moment überholte mich eine junge Frau mit einem Tagesrucksack. „Das war die einzige Bank in zehn Kilometern!“ sprach ich sie an. Wir kamen ins Gespräch und liefen ein Stück gemeinsam durch den Wald. Sie hatte einige Jahre in der Schweiz gearbeitet und wohnte nun in München. Zur Zeit war sie in der Alpenrepublik zu Besuch. Von ihren Wanderausflügen kannte sie schon einige Teile der Via Jacobi und war, wie ich auch, schon über den Münchner Jakobsweg nach Lindau gepilgert. Ich wandere sehr gerne alleine, hänge meinen Gedanken nach, fluche laut wenn mir danach ist, und möchte in meinem eigenen, eher langsamen, Tempo, laufen. Aber ein Stück mit einer Begleitung zu pilgern, mit der ich mich über Caminoerlebnisse austauschen kann, habe sehr genossen.

Wie ihr wahrscheinlich schon wisst, trinke ich sehr gerne Kaffee. Gerade hatte ich mich bei meiner Gesprächspartnerin darüber beklagt, dass es in den Schweizer Dörfern am Jakobsweg nur selten Cafés gibt (was auch auf Münchner Jakobsweg zutrifft!) und schon standen wir vor dem „Pilgerstübli“, einem kleinen Hofladen am Wegesrand. Auf einer handgeschriebenen Tafel wurden u.a. Kaffee und Most angeboten. Danke, Heiliger Jakob ! Meine Begleiterin ging weiter, während ich mich an den Tisch auf der gemütlichen kleinen Terrasse setzte. Bei der Bauersfrau bestellte ich Kaffee und frischen Apfelmost. Beides war sehr gut und ein Stück selbstgebackenen Schokoladenkuchen gab mir die nette Frau gratis dazu.

Kurz danach kam der Bauer. Er setzte sich zu mir und wir unterhielten uns sehr nett. Vor Jahren war er auf dem Jakobsweg bis Fribourg gepilgert. Außerdem erzählte er mir, dass manche Pilger in einer Etappe von Fischingen nach Rapperswil wanderten, eine Strecke von 32 km. Bei 30 Grad im Hochsommer kämen sie oft sehr erschöpft im „Pilgerstübli“ an und pausierten dort, um sich für die letzten fünf Kilometer zu stärken. Zwischendurch traf noch eine Nachbarin ein, die frische Milch kaufte. Von dem kurzen Gespräch auf Schweizerdeutsch habe ich allerdings nur wenig mitbekommen. Gut erholt und gestärkt verabschiedete ich mich schließlich.

Die restliche Strecke nach Rapperswil verlief durch den Stadtwald und alle paar hundert Meter gab es Bänke und Rastplätze ! Durch das Stadtgebiet ging es ziemlich lange, aber immer gut ausgeschildert weiter. Schließlich erreichte ich die auf einer Halbinsel im Zürichsee gelegene Altstadt .

Fazit:
16,3 km, 5 Stunden ohne Pausen, 120 Hm bergauf und 460 Hm bergab.
Leichte, mittellange Etappe. Der einzige steile Absteig ist durch Treppen und Geländer gesichert. Wunderbare Fernblicke in die Alpen (wenn das Wetter es erlaubt!). Ein Großteil des Weges verläuft über verkehrsarme Sträßchen. Einige Waldstücke, aber bei sonnigem Wetter bietet die Strecke nur wenig Schatten.

Den historischen Ortskern von Rapperswil schaute ich mir kurz an. In der Kirche St. Johann aus der Mitte des 13. Jahrhunderts (nach einem Brand im 19. Jahrhundert neugotisch ausgestattet) holte ich mir den Pilgerstempel und auf dem Schlosshügel besichtigte ich die Liebfrauenkapelle (ursprünglich ein Beinhaus, das um 1250 n. Chr erbaut wurde). Am meisten bewunderte ich die wunderschöne Aussicht auf den Zürichsee und das Umland. Aber schon zogen ganz dunkle Wolken heran …

Panoramafoto bitte anklicken!

Eine Treppe führte direkt hinunter zum Hauptplatz mit dem Rathaus aus dem 15. Jahrhundert.

Von dort eilte ich zum Bahnhof. Der Himmel hatte sich tiefdunkel verfärbt und ein kalter Wind wehte. Als mein Zug nach Einsiedeln Rapperswil verließ, kam der angekündigte Starkregen. Den Zürich See konnte ich kaum erkennen, als wir ihn überquerten. Während der kurzen Fahrt von rund 20 Km überwand der Zug knapp 500 Höhenmeter. Nun schwante mir, dass die nächste Etappe von Rapperswil nach Einsiedeln kein Spaziergang werden würde …

Als ich durch den Regen zu meiner Unterkunft in der Nähe des Klosters Einsiedeln ging, entdeckte ich mehrere Cafés. Ratet mal, was ich bald nach dem Einchecken in Einsiedeln unternommen habe.

Wenn ihr wissen wollte, was ich an diesem Abend noch erlebt habe, dann schaut doch mal hier.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr..

Ferien in der Fränkischen Schweiz/Holidays in Franconian Switzerland (4)

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Nach unserer etwas längeren Tour am Vortag ( s. hier ) planten wir eine kürzere Wanderung rund um den Ort Waischenfeld. Unterwegs wollten wir uns die Sophienhöhle mit ihren schönen Tropfsteinformationen anschauen. Auf der Homepage wurde empfohlen, möglichst online vorzubuchen, da wegen Corona nur 15 Personen an den obligatorischen Führungen teilnehmen durften. Wir wussten aber nicht, wann wir den Ort zu Fuß erreichen würden. Ich dachte mir, dass wir einfach an der Kasse nachfragen könnten, ob und wann es noch Plätze gab.

Nachdem wir in Waischenfeld geparkt hatten gingen wir an der Wisent entlang. Unser Weg verlief nun bis zum Hotel Pulvermühle als „Literaturweg Gruppe 47“ mit interessanten Informationsstelen.

1967 beherbergte die Pulvermühle die Gruppe 47 bei ihrem letzten regulären Treffen. Als Gruppe 47 werden die Teilnehmer an den deutschsprachigen Schriftstellertreffen bezeichnet, zu denen Hans Werner Richter von 1947 bis 1967 einlud. Die Treffen dienten der gegenseitigen Kritik der vorgelesenen Texte und der Förderung junger, noch unbekannter Autoren. Der in demokratischer Abstimmung ermittelte „Preis der Gruppe 47“ erwies sich für viele Ausgezeichnete als Beginn ihrer literarischen Karriere. Beispielhaft erwähnt seien die folgenden Gruppenmitglieder: Ingeborg Bachmann, Tankred Dorst, Hans Magnus Enzensbeger und die späteren Träger des Literaturnobelpreises Heinrich Böll und Günter Grass.
Quelle: Wikikpedia

Nachdem wir das unscheinbar aussehende Hotel Pulvermühle passiert hatten, liefen wir durch ein Wäldchen und gelangten dann in eine Gegend, wo sich blühende Wiesen bis zum Horizont zu erstrecken schienen.

Am späten Vormittag erreichten wir die Burg Rabenstein. Im Biergarten wollten wir noch nicht einkehren. Es war uns zu früh, außerdem hatte sich der Himmel zugezogen, so dass Regen drohte. An der Biergartenkasse erfuhr ich, dass man das Ticket für die Höhle nur direkt am Eingang kaufen konnte. Zur Burg und dann zur Höhle führte ein schöner, mäßig steiler Waldweg. Auf den Hinweisschildern erfuhren wir, dass wir etwa eine halbe Stunde bis zur Sophienhöhle brauchen würden. Wir eilten an der Burg vorbei, nachdem wir von einem Passanten erfahren hatten, dass die übernächste Führung um 15 Uhr durch eine Gruppe ausgebucht war.

Vor dem Höhleneingang warteten wir fast eine Stunde. Da wir ziemlich weit vorne in der Schlange standen, hoffte ich, dass wir hinein kommen würden. Erst ganz kurz vor Beginn der Führung kam eine Dame zum Eingang um zu verkünden, dass es nur noch fünf freie Plätze gebe. Wir durften also nicht hinein, was sich aber zwei Tage später, als wir die Höhle besuchen konnten, als großes Glück herausstellen sollte.

Wutentbrannt wegen der gewöhnungsbedürftigen Organisation stürmte ich weiter auf dem Weg zum Aussichtspunkt Schweinsberg. Dort war die Sicht auf die Burg Rabeneck ziemlich getrübt, da es inzwischen angefangen hatte zu regnen.

Unter dem Regenschirm ging es nun zurück nach Waischenfeld. Wir kamen in eine landwirtschaftlich geprägte Gegend mit großen Feldern und einigen Bauernhöfen. Vielleicht lag es an meinem Frust über das „Höhlenerlebnis“ oder einfach am Wetter, jedenfalls fand ich diesen Teil der Wanderung ziemlich öde.

Wir waren froh als wir wieder in Waischenfeld ankamen. Unsere Hoffnung, dort ein kühles Getränk oder gar einen Snack in einem Gasthaus zu bekommen, erfüllte sich allerdings nicht. Kurz vor 14 Uhr waren alle Restaurants geschlossen.

Fazit:
10 km, ca. 130 Hm Auf- und Abstieg, 3 Stunden ohne Pausen
Nicht unser schönster Wandertag ! Der Hinweg von Waischenfeld zur Burg Rabenstein/Sophienhöhle war abwechselungsreich, der relativ lange Rückweg über Hannberg dagegen ziemlich unspektakulär. Auf beiden Wegteilen wenig Schatten. Lieber eine andere Tour zur Höhle und der Burg wählen (Höhlenführung online vorbuchen!) oder, wie wir zwei Tage später, direkt dorthin fahren und danach evtl. in der Nähe wandern.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf dem Schweizer Jakobsweg /On the Swiss Camino #3

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Von Fischingen nach Gibswil

Am dritten Tag meiner Wanderung auf dem Schweizer Jakobsweg stand die erste Bergetappe auf dem Weg von Fischingen nach Gibswil an. Den Anstieg von rund 500 Höhenmetern auf das Hörnli würde ich sicher schaffen, zur Not halt sehr langsam gehend. Allerdings fürchtete mich vor dem Abstieg nach Steg, der im Pilgerführer als teilweise steil abwärts führend beschrieben war.

Bevor ich das Kloster Fischingen verließ, holte ich mir in der prächtigen Idda-Kapelle noch einen Pilgerstempel. Dann streckte ich meine Füsse in das Loch unter dem Grabstein der Hl. Idda, was den Pilger angeblich von Fußschmerzen befreien soll. Zwar hatte ich keine Probleme mit den Füßen, dachte aber, es könne nicht schaden. Dazu später mehr …

Als ich morgens aufbrach, war es stark bewölkt, aber immerhin regnete es nicht. Gleich zu Beginn führte der Weg mal durch den Wald und dann wieder auf einer Nebenstraße und immer steil in die Höhe. Einen letzten Blick auf das schöne Kloster Fischingen werfend ging ich weiter.

Kurz vor dem Weiler Au verlief der Schwabenweg etwas angenehmer begauf. Am Wegesrand lag auch ein hübsches St.Idda-Bildstöckchen.

Aber gleich hinter dem nächsten Dörfchen war wieder meine Kondition gefragt. Die Krönung war eine lange steile Himmelstreppe, die wie im Pilgerbuch beschrieben, „den Kreislauf in Schwung bringt“.

Weiter bergauf führte nun ein aufgeweichter wurzeliger und rutschiger Waldweg. Nicht zum ersten Mal fragte ich mich, wie ich dessen Pendant beim Abstieg bewältigen würde.

Den Gasthof zum Kreutz konnte ich bald sehen und erreichte ihn schließlich angemessen außer Puste. Da traf es sich gut, dass es den ersten Weitblick zu bewundern gab. Auch das örtliche Federvieh schaute ich mir an und fotografierte es. Die armen Truthähne würden sicher bald als „Trutenfleisch“ enden.

Das Wetter klarte nun weiter auf und ich brauchte mich nicht mehr zu sorgen, dass es auf dem Hörnli keine Aussicht geben würde.

Nach einem weiteren knackigen Anstieg von 150 Höhenmetern hatte ich das Hörnli erreicht. Zunächst suchte ich das Berggasthaus auf, das nur wenige Meter unterhalb des Gipfels lag.

Ein kühler Wind trieb mich in die urige holzvertäfelte Gaststube. Dort trocknete ich meine verschwitzen Klamotten so gut wie möglich und erholte mich bei einer köstlichen vegetarischen Gerstensuppe. Bei einer Tasse Kaffee studierte ich die Karte in meinem Pilgerführer noch einmal etwas genauer. Zu meiner großen Begeisterung entdeckte ich, dass sich ein Sträßchen dicht am Jakobsweg entlang schlängelte. Zur Sicherheit fragte ich den Wirt, der mir bestätigte, dass ich diesen Weg nach Stegen nehmen könne, allerdings wäre es etwas weiter. Mein Entschluss stand schnell fest. Ich folgte zwar dem Jakobsweg, aber wenn es galt, eine für mich unangehme Strecke zu vermeiden, würde ich nicht päpstlicher als der Papst sein. Und auf ein paar Kilometer mehr kam es mir nicht an .

Aber zunächst suchte ich den nur wenige Meter höher gelegenen Hörnli Gipfel auf. Dort war es ziemlich belebt. Das 360 Grad Panorama war schon grandios aber die Sicht doch ziemlich getrübt. Bei klarerem Wetter hätte man sicher eine bessere Fernsicht mit weiteren Bergspitzen genießen können.

Panoramafoto bitte anklicken!

Danach folgte ich der kleinen Bergstraße, von der schon bald der Jakobsweg steil bergab führend abzweigte. Da der Weg nach dem tagelangem Regen schlammig und rutschig aussah, blieb ich weiterhin auf dem Teerweg und folgte damit dem Beispiel der großen Mehrzahl der Wanderer. Während ich genüsslich hinunter schlenderte und dabei die Aussicht genoss, erschien mir die nicht durchgehend asphaltierte Strecke nicht zu lang. Erst im unteren Teil kamen einige Fahrzeuge vorbei.

Panoramaphoto bitte anklicken.

Kurz vor dem Talort Steg traute ich schließlich mich zweimal, ein Stück abzukürzen, indem ich auf den Jakobsweg zurückkehrte. Der Pfad war etwas glitschig, verlief aber über flache Stufen und ich konnte meine Wanderstöcke einsetzen. In Stegen angekommen entdeckte ich bald einen Wirtshausgarten, wo ich mich bei einem großen Milchkaffee erholte.

Die letzten fünf Kilometer durch das Tösstal kamen mir danach etwas lang vor. Zum Einen brannte inzwischen die Sonne und zum anderen verlief der Weg zwar weitgehend eben führte aber oft ziemlich dicht an den Bahngleisen entlang. Allerdings folgten immer wieder idyllische Abschnitte am Wasser. Da hatte sich jemand viel Mühe gegeben, die Wanderstrecke so angenehm wie möglich anzulegen.

Als kurz vor Gibswil noch ein kürzerer Aufstieg anstand, fanden das meine müden Beine überhaupt nicht lustig. Aber schließlich erreichte ich meine Unterkunft in Gibswil. Auf der Caféterrasse fand ich mich bald darauf ein und freute mich bei Cappuccino und Hörnli-Gebäck über den gelungenen Pilgertag. Und ein bisschen stolz war ich auch …

Fazit:
Knapp 19 Km (15,3 km auf dem Jakobsweg), 600 Aufstieg, 450 m Abstieg, 5,5 Stunden ohne Pausen.
Sehr schöner und panoramenreicher Weg. Anstieg auf das Hörnli zum Teil steil, geht aber, wenn man sich Zeit lässt. Wenn der Camino wegen Nässe rutschig ist, empfiehlt es sich beim Abstieg, die kleine kaum befahrene Bergstraße mit den tollen Weitblicken zu nehmen. Das gilt nicht für Pilger, die noch die nächste Etappe von Gibswil nach Rapperswil anhängen wollen, weil ihre Strecke ohnehin schon über 30 km beträgt.
Der Weg von Steg nach Gibswil ist eigentlich ein Spaziergang kann aber am Ende der Etappe ermüdend sein.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.