Heute vor einem Jahr One year ago today

For translation please klick on the Google translate button.

Wichtiger ist der heutige Nationalfeiertag, mit dem wir der deutschen Wiedervereinigung am 03.10.1990 gedenken. Für mich ist der 3. Oktober aber auch ein persönlicher Gedenktag. Genau vor einem Jahr begann ich den letzten Abschnitt des Münchner Jakobswegs, der bis nach Lindau führt. In Stötten am Auer setzte ich den Weg fort (s. hier) und kam fast bis nach Lindau (siehe dort).

Ziemlich herausfordernd war das ständige Regenwetter, aber trotzdem oder gerade weil ich immer weiter lief, wurde meine Pilgerwanderung zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken.

Meinen Vorsatz, in diesem Jahr auf einem Schweizer Jakobsweg weiter zu pilgern, konnte ich wegen der Pandemie nicht umsetzen. Aber wer weiß, was noch alles möglich ist. Andere Fernwanderwege in Deutschland kommen auch in Frage. Ich lass‘ mich überraschen ..

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Auf dem Münchner Jakobsweg (6)

Meine Fortsetzung des Münchner Jakobswegs im Oktober 2019

Nach einem ziemlichen Sommertheater mit großer Hitze war ich sehr gespannt, was mir der Weg im Herbst bescheren würde. Meine Hoffnung war, dass ich im sog. Goldenen Oktober einen ideales Wanderklima vorfinden würde. Nun ja, die  Wettervorhersage war durchwachsen. Aber ein bisschen Regen würde mich nicht umbringen. Ich hatte keine Ahnung …

1. Etappe von Stötten nach Geisenried,  ca. 17 km

Wie schon angekündigt wollte ich den Weg in Stötten am Auerberg fortsetzen.  Dort hatte ich die Wanderung beendet, ein bisschen früher als beabsichtigt Auf dem Münchner Jakobsweg (5)

H. brachte mich morgens am 3.10. zum Gasthaus in Stötten. Ich merkte gleich, dass eine andere Stimmung herrschte. Der Gastgarten war geschlossen und auf der Straße gab es keine Passanten. Ich sah ein junges Paar mit Rucksäcken, das in Richtung des Jakobswegs ging. Diese Leute hätte ich gleich ansprechen sollen. Wahrscheinlich waren es Jakobspilger und die sollte in den nächsten Tagen nicht mehr treffen. Aber zunächst ging ich noch einen Cappuccino trinken und die Kirche musste ich vor der Fortsetzung meiner Pilgerreise auch noch besuchen.

P1040233

Dann ging ich zügig los. Hinter mir, am Auerberg, ballten sich schon gewaltige dunkele Wolken zusammen. Ein kalter Wind pfiff, aber das Wetter hielt an diesem Nachmittag. Ich hatte fast den Eindruck, dass ich den Regenwolken davon laufen konnte.

Das Gehen bei kälteren Temperaturen fand ich wesentlich angenehmer. Allerdings wog mein Rucksack mindestens ein Kilo mehr als im Sommer. Auch mehrmaliges Ein- und Auspacken hatte daran nichts geändert. Zwar hatte ich jedes Teil auf die Küchenwaage gelegt und Einiges aussortiert, aber das hatte nicht viel geholfen. Ich traute mich z.B. nicht auf meine orthopädischen Knieschützer zu verzichten, die ich bei steilen Abstiegen brauche. Und es gibt so Einiges, von dem ich früher nie gedacht hätte, dass ich einmal mitschleppen muss. Daher machte mir das Rucksacktragen etwas zu schaffen, aber sonst war alles gut.

P1040237P1040240P1040238Auffällig war, dass am Feiertag nur wenige Leute unterwegs waren. Im Wald traf ich einen einsamen Jogger und einen Radler. Bei einer Trinkpause  freute ich mich über die Gesellschaft einer neugierigen Muh.P1040241DSC_3900Auf der wunderschönen Kurfürstenallee mit 200 Jahre alten Lindenbäumen bei Marktoberdorf traf ich dann auf einige Spaziergänger.P1040253Gut  war, dass ich in Marktoberdorf eine Pause mit alkoholfreiem Weißbier und Flammkuchen einlegte.

P1040254Danach musste ich zwar nur noch knapp 5 km zu meinem Tagesziel Geisenried laufen, aber die hatten es in sich. Von Marktoberdorf nach Kempten verläuft der Jakobsweg in zwei Varianten. Die eine über Görrisried  ist 41 km lang und die andere über Oberthingau, die ich gewählt hatte, nur 31 km. Außerdem würde ich nun bereits bis Geisenried gehen, so dass ich am nächsten Tag „nur“ 26 km zurückzulegen hatte. Die alternative Strecke sollte landschaftlich schöner sein, der Pilgerführer riet aber zu einer Übernachtung in der Mitte. Dort hatte ich kein Quartier gefunden.

Wie im Wanderbuch beschrieben ging es nun an der vielbefahrenen B 472 entlang. Es gab zwar einen sicheren Rad- und Fußweg aber diesem musste man über Kilometer durch mehrere Gewerbegebiete folgen. Erst kurz vor Geisenried kam die Abzweigung auf die kleine Ortsstraße, die neben wohltuender Ruhe auch eine schöne Aussicht auf die Berge im Abendlicht bot. Kurz danach erreichte ich den Gasthof, in dem ich meine Übernachtung gebucht hatte. Mit meinem ersten Wandertag war ich ganz zufrieden. Die Strecke war fast eben und mir zum Einlaufen mit dem Rucksack auch nicht zu lang gewesen.

Wie würde meine Wanderung nach Kempten verlaufen ? Meine längste Etappe auf dem Münchner Jakobsweg stand bevor. Es gab erst kurz vor Kempten eine Einkehrmöglichkeit und davor würde ich recht einsam durch den ausgedehnten Kemptner Wald gehen. Ein bisschen grauste es mir vor dem nächsten Tag.

Wie geht es euch bei Fernwanderungen ? Und wie plant ihr eure Etappen ?

Über eure Kommentare und eure Likes freue ich mich immer sehr.

Und so ging es weiter Auf dem Münchner Jakobsweg (7)