Sylt im Winter # 4

Unsere Erfahrungen und Tipps für den Winterurlaub auf Sylt

Rund um Westerland am 6.12.2022

Morgens entschieden wir uns, es etwas ruhiger anzugehen. Seit dem Reisebeginn vor fünf Tagen hatten wir uns wenig erholt, sondern waren immer viel und lange unterwegs gewesen.Wir würden nur ein bisschen am Strand spazieren gehen und zwar in südlicher Richtung.

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Als wir gemütlich beim Frühstück saßen, kam die Sonne heraus, zum ersten Mal seit wir auf Sylt waren. Spontan beschloss ich, gleich einmal nach dem Meer zu schauen. Von unserer Ferienwohnung war es nur ein sehr kurzer Spaziergang, aus der Haustür, einmal rechts um die Ecke und dann wenige Meter bis zur Treppe, die auf den Deich und zum Strand führt. Ich genoss den Anblick des Strands im frühen Morgenlicht und ließ mich von den Sonnenstrahlen wärmen.

Panoramafoto bitte anklicken.

Danach ging ich in das nahegelegene Viertel, das von den Sylter Straßen Gaadt, Dr.-Ross-Straße und Bundiswung gebildet wird. Hier stehen noch mehrere hübsche Häuser der Seebäderarchitektur und im Gaadt auch eines der ältesten Häuser der Stadt, die knapp 400 Jahre alte Friesenstube, die heute ein sehr teures) Restaurant beherbergt. Im Morgenlicht fotografierte ich die wunderschönen Gebäude und deren schmucke Eingangstore, soweit sie nicht von Handwerkervans zugeparkt waren. Es handelte sich größtenteils um Ferienimmobilien, die offensichtlich in der Nebensaison renoviert wurden. Leider war mein Kamerakku fast erschöpft und da ich keinen Ersatz dabei hatte, nahm ich einige Häuser mit dem Smartphone auf.

Mit H. brach ich kurz vor 11 Uhr zu unserem Strandspaziergang am Weststrand von Sylt auf. Das Gehen in der Sonne war sehr, sehr schön, der Anblick der brausenden Wellen eine wahre Pracht. Die Sonne schien uns ins Gesicht und es herrschte kaum Wind. Ich zog meine Mütze aus und meine Wanderbluse, die ich unter dem Mantel getragen hatte. H entdeckte dann sogar Delphine oder Schweinswale, die ganz nah am Ufer entlang schwammen, nur 30 bis 40 Meter von uns entfernt. Sie tauchten zweimal kurz auf, wir sahen die Flossen und die Schnauzen, dann waren sie verschwunden. Ein tolles Erlebnis! Zu gerne hätte ich die Tiere fotografiert, war aber wieder einmal nicht schnell genug.

Am Lokal „Strandoase“ zweigten wir auf den Dünenkamm ab. Wie wir wussten, war das Restaurant wegen Ruhetags geschlossen. Wir stiegen über einen niedrigen Zaum und konnten auf der Außenterrasse in einem Strandkorb Platz nehmen und uns sogar ein bisschen sonnen. Zu essen gab es zwei Müsliriegel. Bevor wir aufbrachen, gingen wir noch auf die Aussichtsplattform. Von dort ließ sich der Sonnenuntergang sicher trefflich beobachten!

Panoramafoto zum Anklicken.

Den Rückweg nach Westerland legten wir im Landesinneren zurück, zuerst auf dem Radweg, der durch die Dünen und entfernt von der Hauptstraße verlief und dann auf einem Deichweg, der geradewegs auf die Hauptkirche St.Nicolai zuzulaufen schien. Bis dahin war es aber noch ein gutes Stück entlang mehrerer Ortsstraßen zu laufen. Als wir am Bahnhof in Westerland ankamen, war ich hungrig, durstig und mein Rücken schmerzte etwas.

Fazit:
Knapp 6 Km, Höhenunterschiede nur beim Strandzugang, 1 Stunde und 45 Minuten

Sehr netter Spaziergang am breiten Westerländer Weststrand, Rückweg zu Beginn abwechslungsreich durch Dünen und Weideland, am Ende länger durch den Ort entlang befahrener Straßen.

Wir gingen in das erstbeste Restaurant in der Nähe des Bahnhofs. Im Lokal saßen außer uns keine Gäste. Wir bestellten Gerichte vom Mittagstisch. Dann fiel uns auf, dass es im Lokal sehr kalt war. Wir zogen uns wärmer an und bemerkten, dass der Kellner einen dicken Pullover und eine Mütze trug. Als er unser Essen aus der Küche holte, drehte ich schnell einen Heizkörper auf. Das Essen war in Ordnung, aber der Kellner hustete ununterbrochen. Ich hatte Angst, dass wir uns mit Corona anstecken würden, was aber glücklicherweise nicht der Fall war.

Nach dem Essen gingen wir wir noch einmal zur der Sylter Stadtkirche St.Nicolai, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Im schlichten Kircheninneren gefielen mir die großen reifenförmigen Kronleuchter am besten.

Als letztes Ziel hatten wir uns die Kirche St. Niels ausgesucht. Diese liegt im dörflich gebliebenen Alt Westerland, wurde im Jahr 1635 erbaut und ist das älteste Gotteshaus in Westerland, aber nicht auf Sylt (dazu mehr in meinem nächsten Bericht). Der barocke Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert stammt noch aus der Vorgängerkirche und zeigt neben der Marienkrönung auf den Seitenflügeln die 12 Apostel,unter anderem St. Jakobus mit der Pilgermuschel.

An historische Friesenhäusern vorbei, die in Alt Westerland zum Teil erstaunlich groß waren, gingen wir wieder zum Bahnhof und kehrten dann in unsere Ferienwohnung zurück.

Viel Zeit zum Entspannen blieb mir nicht, auf Sylt ging die Sonne über dem Meer schon um kurz nach 16 Uhr unter und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Am Strand war richtig viel los, überall standen die Leute und fotografierten. Auf dem breiten Weststrand verteilten sich die Menschen aber und so konnte ich einen traumhaft schönen, dramatischen Sonnenuntergang beobachten und fotografieren.

Zum Abschluss besuchte ich das Westerländer Café Wien (Werbung ohne Auftrag), eines der beliebtesten Cafés auf Sylt, wo ich mich im gemütlichen Gastraum aufwärmte und es mir bei Schümli Kaffee und einer sehr leckeren Friesentorte richtig gut gehen ließ.

Was für ein wunderbarer sonniger Tag ! Wir hatten dann doch viel unternommen, obwohl wir uns eigentlich ausruhen wollten … Und am nächsten Tag hatten wir wieder eine Wanderung geplant, die zur Abwechselung einmal nicht am Weststrand sondern an der Wattseite der Insel entlang führen sollte.

Sylt im Winter # 4 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Throwback Thursday: Taj Mahal India

Wet and Dusty Roads ask us to post Throwback Photos, ‘nostalgia-inducing pictures … from a different era of your life”. In this context I would like to show the post about my visit of the Taj Mahal in January 2016, again . Hopefully, a repost is okay, too. Or does it have too much text for a photochallenge ?

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Visiting the world famous monument was an outstanding event during my travels and the period when we could travel freely feels nostalgic for me now.

The Taj Mahal, the most outstanding work of Indo-Islamic architecture, is a mausoleum covered with white marble slabs, standing on a square platform about 5 m high on the banks of the Yamuna River in Agra (India). The mausoleum was built by the Muslim Grand Mogul Shah Jahan for his deceased wife Mumtaz Mahal. She died in 1631 after the birth of her 14th child. Her last wish was that her husband would build her the most beautiful of all tombs.  The Grand Mogul, whose great love was Mumtaz Mahal, started the construction of the mausoleum in the same year, which was completed in 1648 with immense financial and logistical effort. More than 20,000 craftsmen and several architects were involved. From India and other Asian countries came the building materials, which were transported by more than 1,000 elephants.

In the last years before his death, Shah Jahan was imprisoned by his son, who had taken power in the meantime. From the window of his room in the Red Fort of Agra, Jahan was able/ had to see the mausoleum of his dearest wife every day. He was finally buried next to her. Inside the Taj Mahal are the cenotaphs (mock graves) of Mumtaz Mahal and Shah Jahan, surrounded by an octagonal barrier. The tomb of Mumtaz Mahal is exactly in the middle, in accordance with the symmetry of the room, while the only slightly larger tomb of her husband is shifted to the side (no photography permitted, see photo in Wikipedia ). The real graves are in the crypt, which is not accessible.

The outer facades and also the tombs inside are decorated with finely chiselled reliefs. There are colorful floral motifs, such as lilies, roses and other flowers, but also inscriptions with passages from the Koran.

I visited the Tadj Mahal on the last day of my round trip through Rajasthan in January 2016. By then I had already been able to see the extremely magnificent palaces of Mughal architecture and desert fortresses that began to glow in the evening light, among others in Jodhpur, Jaisalmer, Udaipur and Jaipur. On my itinerary I had visited Hindu and Buddhist temples (partly inhabited by  rats and monkeys !).  And I would have admired the fine sculptures in the Jain temples for hours if I had enough time. In short, I was already saturated with numerous very beautiful impressions.

The Taj Mahal, which belongs to the UNESCO World Heritage Site and to the 7 New Wonders of the World, was a sight I could not leave out during a trip to India, but I had not expected much from the visit.  I had already seen countless photos of the world famous sight. The Indian tourist office advertised with photos of the Taj Mahal. Often the building was shown in bright orange before a sunset and in front of a purple sky. Also I knew rather kitschy looking photo wallpapers and a long time ago I had even put together a puzzle with the Taj Mahal. Was it really worth looking  at the real thing ?

Early in the morning, when it was not yet so crowded, I stepped through the gate in the wall surrounding the Taj Mahal. And then, the unexpected happened! A miracle of white marble spread out before me, magically beautiful as in a fairy tale. Where did this beauty come from? Was it the perfect symmetry, the masterly aesthetics, the realization of the Golden Section in which the parts of the building stood in relation to each other, the morning sun that made the mausoleum shine in white light (although the cloudless sky seemed rather grey because of the air pollution)? I did not know. Never before had I been so moved by the sight of architecture. My feelings reminded me of unique landscape experiences, for example when hiking in Patagonia  Topreiseerlebnis : Wandern in Patagonien

My faszination is almost imposssible to describe.  Even photos can only give an approximate impression.

In any case, I could hardly get enough and was once again glad that I was not travelling with a group. When it got busier, I broke away and continued my journey to Delhi to fly back home. The visit of the Taj Mal was the perfect final highlight of my Rajastan tour.

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Sylt im Winter: Erfahrungsbericht – # 1

Beginn der Anreise, Fahrt nach Berlin am 1.12.2022

Nachdem der Orthopäde mich als gesund erklärt hatte, begann ich sogleich Reisepläne zu schmieden. Die nordfriesische Insel Sylt wollte ich schon seit langem besuchen. Weil Sylt im Sommer völlig überlaufen sein soll, plante ich einen Winterurlaub. Mich einmal warm eingepackt von der frischen Nordseebrise durchpusten zu lasssen, und hinterher bei einem heißen Tee wieder „aufzutauen“ war ein langgehegter Traum. Wir wohnen aber „leider“ in München und die Entfernung nach Sylt beträgt mehr als 1000 km. Weiter kann man innerhalb Deutschlands nur fahren, wenn man noch weiter südlich lebt, z.B. in Garmisch-Partenkirchen. Mit dem Zug beträgt die Fahrtzeit von München mindestens 9 Stunden und 15 Minuten. Und das nur, wenn alles gut geht, ohne Verspätungen und Zugausfälle.

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Die Lösung ergab sich, als H. zu einem Treffen in Berlin im Dezember fuhr und mich fragte, ob ich mitkommen wollte. Natürlich wollte ich, nur sah ich nicht ein, dass wir nach zwei Tagen schon wieder zurückfahren sollten. Länger in Berlin zu bleiben, war keine Option, da die Stadt um diese Jahreszeit sehr grau und ungemütlich ist. Auch kannten wir Berlin schon ganz gut und hatten die touristischen Highlights, auch die Museen, bereits gesehen. (Im Sommer würde mich eine weitere Berlinreise aber schon reizen.)

Bei meiner Suche nach Bahnverbindungen nach Berlin fand ich die Lösung. Die Fahrtzeit von München in die Hauptstadt beträgt etwas mehr als fünf Stunden und von Berlin nach Westerland auf Sylt gibt es eine direkte Verbindung mit der Bahn, die noch einmal so lange dauert. Eine bezahlbare Ferienwohnung in Westerland war schnell gefunden und schon standen unsere Reisepläne. Wir würden acht Tage auf der Insel verbringen.

In Berlin kamen wir am frühen Nachmittag an. Erst war es neblig bewölkt und dann fing es sogar an zu schneien. Ich fuhr bald weiter nach Potsdam, um Freunde zu besuchen, die ich seit einigen Jahren nicht gesehen hatte, und kehrte dann nach Berlin zurück.

Berlin Aufenthalt am 2.12.2022

Am nächsten Tag besuchten wir vor allem die East Side Gallery .

Es handelt sich um eine Open-Air-Galerie auf dem längsten noch erhaltenen Teilstück der Berliner Mauer in der Mühlenstraße zwischen dem Berliner Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke entlang der Spree. Im Frühjahr 1990, nach der Öffnung der Berliner Mauer, wurde dieses Teilstück von 118 Künstlern aus 21 Ländern auf einer Länge von 1316 Metern bemalt. Anstelle der zerstörten und beschädigten Originale existieren heute nur noch die im Jahr 2009 entstandenen Repliken.
Quelle: Wikipedia

Die Street Art an der Berliner Mauer fanden wir äußerst sehenswert, aber es war ein sehr nebliger und richtig ungemütlicher Wintertag. Eigentlich wurde es den ganzen Tag über nicht richtig hell. Bei mir kamen schon Mütze und Handschuhe zum Einsatz, die erst für Sylt vorgesehen waren. Als wir nach eineinhalb Kilometern entlang der East Side Gallery bei der Oberbaumbrücke angekommen waren, mussten wir uns erst einmal aufwärmen, was wir im nächst gelegenen indischen Restaurant mit heißer Suppe taten.

Dennoch war die East Side Gallery einen Besuch wert, was ihr den nachfolgenden Fotos entnehmen könnt.

Nachmittags besuchte ich die wunderschöne Ausstellung „Donatello – der Erfinder der Renaissance“ in der Berliner Gemäldegalerie. Und traf mich danach zu einem sehr anregenden und gemütlichen Plausch bei Kaffee und Zupfkuchen mit meiner Bloggerfreundin Elke. Es lohnt sich, in ihren Blog Elke unterwegs hineinzuschauen, wo es gut geschriebene Berichte über ihre individuell geplanten und durchgeführten Reisen und richtig tolle Fotos zu sehen gibt. Zur Zeit berichtet Elke über ihre mehrwöchige Zugreise quer durch die USA mit dem California Zephyr.

Den Abend in Berlin ließen wir bei einem köstlichen Tapas Essen mit der Gruppe ausklingen.

Weiterreise nach Sylt am 3.12.2022

Kurz nach 9 Uhr bestiegen wir den Zug, der uns in 5, 5 Stunden pünktlich nach Sylt schaukelte. Die Überfahrt auf die Insel erfordert keine Fährverbindung, sondern verläuft seit den 1930er Jahren auf dem Hindenburgdamm. Als wir in Westerland ausstiegen, nieselte es und die feuchte Kälte ging durch und durch. Wir bezogen unsere Ferienwohnung und konnten vor dem Sonnenuntergang um kurz nach 16 Uhr gerade noch einen kleinen Spaziergang zum Strand unternehmen, der einen guten ersten Eindruck machte. Aber das Wetter musste unbedingt besser werden, ansonsten wären unsere geplanten Strandwanderungen eine echte Herausforderung!

Winterreise nach Sylt: ein Erfahrungsbericht – #1 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Nach dem Französischen Jakobsweg : Lyon # 5

Wie ich den Nachmittag des 2. Tages in Lyon verbrachte:

Nach der Mittagspause setzte ich meinen Aufstieg auf den Hügel Croix-Rousse fort. Ich begann, nach den im Stadtplan eingezeichneten Traboules Ausschau zu halten. Wie schon erwähnt sind die Traboules von Lyon besondere Sehenswürdigkeiten. Es handelt sich um versteckte Gänge und Passagen, die es erlauben, lange Strecken abseits der Straße zurückzulegen. Dabei spaziert man durch Hausflure, durch Innenhöfe und Treppenhäuser, die miteinander verbunden sind. Die Widerstandskämpfer der Résistance legten so während der deutschen Besatzung große Strecken versteckt vor der Gestapo zurück.
Quelle: https://lyon.sehenswuerdigkeiten-online.de/sehenswuerdigkeiten/traboules.html

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Nun hatte ich mehr Glück mit dem Besuch der Innenhöfe als in Vieux Lyon am Vortag. Im Croix-Rousse Viertel sind die Traboule mit Symbolen am Hofeingang gekennzeichnet und daher gut zu finden. Eine Traboule beeindruckte mich besonders. Es ging mehrere Treppen nach oben, wieder hinunter, um die Ecke und durch mehrere miteinander verbundene Innenhöfe. Wirklich verwirrend und ich konnte mir gut vorstellen, dass Ortsfremde sich darin verlaufen konnten. Als ich wieder auf die Straße trat, musste ich mich neu orientieren, bevor ich den Weg fortsetzte.

Über eine lange steile Treppe, die durch einen Park führte, kam ich schließlich schnaufend auf den Pentes de la Croix-Rousse an, dem höchsten Teil des Stadtviertels. Oben genoss ich die wunderbare Aussicht über Lyon und den Fourvière Hügel mit der Wallfahrtskirche Notre-Dame, die ich am Vortag besucht hatte.

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging ich weiter zu den Murs de Canuts, der Wandmalerei in Lyon. Unterwegs entdeckte ich eine hohe Tafel mit Street Art.

Das 1987 errichtete und 1997 überarbeitete Murs des Canuts, ein Trompe-l’œil Gemälde, das bei der Sanierung des Croix-Rousse Quartiers entstand (früher das Viertel der Seidenarbeiter, zur Geschichte der Seidenherstellung in Lyon), ist mit 1200 qm das größte Fresko Europas. Eine riesige Mauer, die durch Perspektiven und hohe Treppen geöffnet wird. Auf beiden Seiten findet das tägliche Leben der authentischen Bewohner des Viertels statt, die das Erbe der Canuts ( Seidenweber) und der Seidenindustrie bewahren.
Quelle : https://www.lyon.fr/lieu/contemporaine-19eme-20eme/mur-des-canuts, übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator.

Die Murs de Canuts konnte man nicht verfehlen, dorthin waren schon einige Touristen unterwegs. Ich war angemessen beeindruckt von der detaillierten Malerei und den lebendigen Szenen aus dem Alltagsleben der Bewohner von Croix-Rousse, die dort täuschend echt wiedergegeben sind. Eine ursprünglich riesige dunkelgraue Häuserwand auf der Rückseite mehrerer Gebäude mit vereinzelten lukenartigen Fenstern (Mur de Canuts historisch) wurde in ein wunderschönes Kunstwerk verwandelt.

Nun war ich reif für eine Ruhepause im Hotel. An der Place de la Croix-Rousse nahm ich die Metro zur Place Bellecour. Der in die Jahre gekommene Zug kam unendlich langsam angefahren und setzte die Fahrt genau so fort. Es ratterte und knatterte und ich befürchtete schon, dass ich gleich in der U-Bahn festsitzen würde. An der nächsten Haltestelle fiel mir auf, dass ich auf einem schräg nach unten geneigten Platz saß. Da wurde mir klar, dass ich mit der zur Metro von Lyon gehörenden unterirdischen Zahnradbahn fuhr, die den steilen Hang ab dem Hôtel de Ville nach Croix-Rousse hinauf – und hinunterfährt.

In meinem Hotelzimmer entspannte ich kurz und zog dann wieder los. Als letzte Sehenswürdigkeit stand das Musée Lumière auf meinem Plan. Mit zwei U-bahnen gelangte ich in kurzer Zeit ins Viertel Monplaisir. Vor dem Museumsbesuch stand das Kaffeetrinken an. Im Museumscafé bekam ich ein Stück umgedrehten Apfelkuchen („Tartine“) mit fester sehr kalter Crème frâiche (lecker!) zum Kaffee.

Das Museum befindet sich in der Villa Lumière, dem Wohnhaus der Brüder Auguste und Louis Lumière, die 1895 den ersten Kinématographen erfanden, der sowohl Kamera als auch Vorführergerät des Films war. Ausgestellt waren auch Vorläufer der Projektion z.B. die Laterna Magica. Auch die weiteren Erfindungen der Lumières, wie die Fotoplatte, das Photorama, aber auch die mechanische Hand, die Louis entwickelte, um den Amputierten nach dem 1.Weltkrieg zu helfen. Produziert wurden die Geräte, und später auch Filme und Fotopapiere, in den Lumière Werken in der Nähe.

Im ersten Stock der Gründerzeitvilla mit wunderbaren Jugendstildekorationen besuchte ich den Projektionsraum, in dem die ersten (restaurierten) Filme der Gebrüder Lumière zu sehen sind. Da ging mir, wie wohl jedem Cinephilen, das Herz auf. Der allererste Film (Arbeiter, die die Lumière Fabrik verlassen) wurde in drei verschiedenen Fassungen gezeigt. Gut zu erkennen waren erste Regieansätze. Es lief u.a. die erste Komödie (Der begossene Gärtner) und natürlich der berühmte Film Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat. Die ersten Zuschauer sollen den Saal fluchtartig verlassen haben, weil sie glaubten, der Zug rase auf sie zu. Heutige Sehgewohnheiten sind wohl gänzlich anders. Auf mich wirkte die Einfahrt des Zuges sehr gemächlich.

Zur ersten Filmvorführung in einem Café in Paris vor geladenem Publikum im Jahr 1895 waren nur 30 Personen gekommen, aber die Vorführung des Kinematographen vor zahlendem Publikum wurde schnell zu einer großen Attraktion. Den Besuch des Musée Lumière fand ich hochinteressant und den Geburtsort des Kinos zu sehen, war zugleich sehr rührend.

Das letzte Abendessen nahm ich mit weiteren hunderten Gästen in der riesigen Brasserie Georges in der Nähe meines Hotels ein. Es war ein Erlebnis, die perfekte Organisation im Lokal zu beobachten. Unzählige Kellner wuselten durch das Restaurant und brachten die Speisen flott zu den Kunden. Auch gab es große Portionen, gegessen hatte ich aber während meines Frankreich Aufenthalts schon wesentlich besser.

Rückfahrt nach München am 8.8.2022

Für die Rückfahrt hatte ich mir notgedrungen eine Verbindung mit zwei äußerst knappen Umsteigezeiten ausgesucht. In Genf hatte ich sieben Minuten Zeit. Unterwegs erfuhr ich dann noch, dass ich dort durch die Passkontrolle und den Zoll gehen musste. Mit weiteren Reisenden rannte bzw. humpelte ich wegen meiner Achillessehnenreizung vom Französischen zum Schweizer Bahnsteig. Die Schweizer Grenzbeamten hatten ein Einsehen und kontrollierten uns nicht. Den Zug nach Zürich fuhr pünktlich ab, aber ich erreichte ihn ohne Probleme.

Noch knapper war das Umsteigen innerhalb von fünf Minuten in Zürich. Laufen musste ich dort nicht, weil der Zug nach München am Nachbargleis stand. Nach 8,5 Stunden Zugfahrt kam ich pünktlich an. Die beteiligten Bahngesellschaften SCNF und SBB hatten es wirklich gut hinbekommen.

H. holte mich am Bahnhof ab und dann endlich: Home Sweet Home!

Fazit

Nach jeder Wanderung ziehe ich normalerweise ein Fazit. Nach meiner Pilgerreise auf der Via Gebennensis fällt es mir schwer. Nur wenige Tage nach meiner Rückkehr stellte sich heraus, dass ich mich ernster verletzt hatte als gedacht. Das führte dazu, dass ich mehr als drei Monate lang ziemlich eingeschränkt war. Für mich folgt daraus, das mein wunderbares Caminoprojekt nun gestorben ist. Mir tut es nach insgesamt 900 km und unglaublich schönen Erlebnissen auf dem Jakobsweg sehr leid, aber ich muss es akzeptieren.

Wenn möglich möchte ich mehr Reisen in die Ferne unternehmen und dabei auch wandern, aber nicht tagelang und mit Gepäck. Erste Pläne gibt es schon. Ich lasse von mir hören …

Zum Abschluss noch ein Bild von meiner Zugfahrt mit einer Sicht auf den traumhaft schönen Genfer See. Ganz in der Nähe war ich auf dem Schweizer Jakobsweg gepilgert, allerdings bei viel schlechterem Wetter.

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Nach dem Französischen Jakobsweg: Lyon #4

Was ich am Vormittag des 2. Tages in Lyon erlebte : 7.8.2022

Nach meiner Besichtigung der Altstadt von Lyon am Vortag verließ ich das Hotel um halb 9 Uhr . Auf ein Frühstück im überfüllten Speisesaal hatte ich keine Lust, daher suchte ich den Laden einer bekannten Bäckereikette auf, wo ich ein gutes französiches Frühstück mit Baguette, Marmelade, frisch gepresstem Orangensaft und einem großen Capuccino zu mir nahm. Da ich nicht wandern wollte, reichte mir diese Mahlzeit vollkommen aus.

Von der Place Bellecour ging ich zunächst zum Ufer der Rhône. Den Fluss hatte ich zuletzt auf meiner Pilgerwanderung in der Nähe von Yenne gesehen. Als ich auf der Brücke stand, staunte ich nicht schlecht. Die Rhône hatte sich zu einem wahrhaft majestätischen Strom entwickelt.

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Auf der Uferpromenade, die ein bisschen Schatten vor der bereits herrschenden Hitze bot, spazierte ich vorbei am Grand-Hôtel Dieu, einem riesigen prächtigen Gebäude, einem ehemaligen Spital, das heutzutage neben einem Luxushotel ein Einkaufszentrum, Büros und Restaurants beherbergt.

Sodann lief ich auf der Halbinsel zwischen Saône und Rhône nach Norden, wobei ich mich an den Punkten orientierte, welche die Dame in der Touristeninformation im Stadtplan farbig als sehenswert markiert hatte. Auf Stadtbesichtigungen bereite mich normalerweise gründlich vor. Als ich auf dem Camino unterwegs war, wusste ich aber nicht, ob und wie lange ich mich in Lyon aufhalten würde. Vorgesehen hatte ich eine längere Pilgerwanderung bis Le Puy, was wegen gesundheitlicher Probleme dann nicht klappte. In Lyon hatte ich höchstens einmal vor der Rückfahrt übernachten wollen. Das war anders gekommen und nun ich war froh darüber, weil es mir in der Stadt sehr gut gefiel. Allerdings lief ich nun statt mit einem Reiseführer nur mit einem analogen (!) Stadtplan durch die Stadt. War mal etwas anderes und gar nicht so schlecht.

Zunächst ging ich zur Place des Jacobins. Der elegante Platz mit seinem schönen Brunnen war noch ziemlich verlassen, beeindruckte mich aber schon. Aber was an der Place des Célestins besonders schön sein sollte, außer dass dort das gleichnamige Theater steht, erschloss sich mir nicht.

Während ich der Rue du Président Edouart Herriot, einer Wohn- und Geschäftsstraße, weiter nach Norden folgte, bewunderte ich die zahlreichen kunstvollen Fassaden der Gebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wunderschön!

An der Place de Cordeliers mit dem riesigen Gebäude der Börse entdeckte ich zunächst nichts Besonderes. Aber dann erblickte ich einen am Sonntag morgen geöffneten Monoprix mit Supermarkt. Als Mitbringsel für zuhause kaufte ich verschiedene Käsesorten, Wurst, Apfelsenf und Rotwein. Um die frischen Lebensmittel einigermaßen kühl zu halten, nahm ich noch eine Tiefkühlisoliertüte mit.

Der kleine Platz hinter der Börse sprach mich mehr an, schön gestaltet und nett bepflanzt. Meine Route führte danach zum Place des Terreaux mit dem Lyoner Rathaus.

Nördlich des Hôtel de Ville ging es in das Viertel Croix-Rousse. Es handelt sich dabei um einen Hügel in Lyon, auf dem das gleichnamige Quartier liegt. Unweit des Rathauses beginnen die Gassen mit steilen Aufstiegen. Auch gibt es zahlreiche Treppen, die auf den Hügel hinauf führen. An der Rue de Griffe stärkte ich mich zunächst in einem netten Café mit einer bezaubernden Terrasse, die auf einem kleinen idyllischen Platz liegt. Es gab meinen letzten Sirop de Menthe in Frankreich und eine Crêpe mit Honig mit einer fetten Sahnedekoration. Lecker!

Nach der Mittagspause stieg ich den Hügel Croix-Rousse weiter hinauf, über steile Treppen und Gassen. Was ich dort erlebte, verrate ich euch in meinem nächsten Beitrag. Auch über meinen Besuch im Musée Lumière, wo der erste Film gedreht wurde, werde ich berichten.

Nach dem Französischen Jakobsweg: Lyon #4 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Nach dem französischen Jakobsweg : Lyon #3

Wie ich den Nachmittag im Zentrum von Lyon verbrachte (6.8.2022)

Nach meinem erholsamen und köstlichen Mittagessen ging ich zurück über die Saône ins Viertel Croix-Rousse. Diese Gegend stand erst auf meinem Besichtungsplan für den nächsten Tag, aber ich hatte gesehen, dass dieser sehr voll werden konnte und längere Strecken zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln enthielt. Daher legte ich einen kleinen Abstecher zur nicht weit entfernten Fresque de Lyonnais ein.

Das Fassadenkunstwerk „La fresque des Lyonnais“ (Bürger von Lyon) bedeckt eine Fläche von 800 m². Es stellt 30 berühmte historische wie zeitgenössische Persönlichkeiten dar, die mit der Geschichte der Stadt eng verbunden sind. Es wurde in den Jahren 1994/1995 von den Künstlern der Gruppe CitéCréation geschaffen. Auf der riesigen Trompe l’Oeil Wandmalerei sind die berühmtesten Lyoner verewigt sind, darunter der kleine Prinz und Antoine de Saint-Exupéry, Paul Bocuse, Abbé Pierre, Bertrand Tavernier oder die Brüder Lumière .
Quellen: Wikipedia und https://lyon.sehenswuerdigkeiten-online.de/sehenswuerdigkeiten/wandmalereien.html

Um die Mittagszeit war es doch wieder sehr heiß und leider lagen die wunderbaren Malereien nun im tiefen Schatten oder im Gegenlicht. Aufgrund der beengten räumlichen Verhältnisse war das Fotografieren auch nicht einfach. Aber ich tat mein Möglichstes beim Knipsen und beim Nachbearbeiten.

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Zurück über die Saône und vorbei am neoklassizistischen Palais de Justice ging es in die Altstadt, wo ich Postkarten kaufte. Die Karten schrieb ich in einem Café und trank einen erfrischenden Sirop de Menthe. Der Briefmarkenkauf gestaltete sich etwas schwieriger, aber schließlich landete ich einem Maison de Presse, wo die Karten auch gleich frankiert wurden. Wunderbarerweise führte das Geschäft sogar USB-Kabel und ich erstand ein Ladekabel für die Kamera zum Sonderpreis, weil die Verpackung leicht beschädigt war.

Danach nahm ich die Zahnradbahn, um die Basilika Notre-Dame de Fourvière zu besuchen. Die weithin sichtbare Kirche auf den Fourvière Hügel ist eine der Hauptattraktionen von Lyon und dementsprechend groß ist der Besucherandrang. Die Fahrt mit der überfüllten Bahn dauerte glücklicherweise nur ein paar Minuten. Normalerweise wäre ich zu Fuß auf den Hügel gelaufen, aber bei der Hitze und nach der langen Pilgerwanderung hatte ich darauf keine Lust.

Notre-Dame de Fourvière ist eine römisch-katholische Votiv- und Wallfahrtskirche auf dem Fourvière-Hügel. Sie zählt zum Unesco Weltkulturerbe.

Als Lyon von einer Pest-Epidemie betroffen wurde, gelobte der Rat der Stadt 1643 eine alljährliche Dankprozession zur Fourvière-Kapelle für den Fall eines raschen Endes der Seuche. Diese Prozession findet bis heute am 8. September statt.

Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 legten die Bürger von Lyon das Gelübde ab, das Heiligtum von Fourvière zu vergrößern und zu verschönern, falls ihre Stadt von preußischer Besatzung verschont bliebe. Der Wunsch ging in Erfüllung, und schon 1872 wurde der Grundstein der neuen Kirche gelegt.
Quelle: Wikipedia

Im Innenraum der Basilika staunte ich über die reiche Ausstattung. Die Säulen und Wände sind über und über bemalt oder mit viel Gold, Mosaiken und Statuen verziert. Das helle Licht, das an diesem sonnigen Tag durch die farbigen Kirchenfenster fiel, ließ das Gold der Verzierungen hell erstrahlen. Die Krypta war so groß und reich dekoriert, dass sie wie ein weiteres Gotteshaus wirkte.

Die Basilika ist überaus prächtig ausgestattet, sicherlich ein Gesamtkunstwerk, wirkte auf mich aber ausstaffiert und überladen. Trotzdem ist sie etwas Besonderes und sicherlich einen Besuch wert.

Nach dem Kirchenbesuch spazierte ich zur Aussichtsplattform, die direkt neben der Basilika liegt. Dort genoss ich die wunderbare Sicht über die Altstadt und ganz Lyon (mit hässlichen Wolkenkratzern). Bei klarer Sicht soll man bis zu den Alpen schauen können, was aber an diesem Nachmittag nicht der Fall war.

Beim Abstieg in die Altstadt wollte ich eigentlich noch das römische Theater „mitnehmen“, aber als ich an der Abzweigung stand, an der es noch einmal bergauf ging, fehlte mir die Energie. Auch hatte ich in meinem Leben schon einige dieser Theater gesehen. So flanierte ich gemütlich den Hang hinunter und kam bald wieder in „Vieux Lyon“ an.

Die Rue de Saint-Jean, auf der es mir schon morgens zu voll gewesen war, sah nun schwarz vor lauter Menschen aus. Ich wich auf kleinere Gassen aus und entdeckte eine gut besuchte Eisdiele, wo es köstliches Eis und Kaffee zum Mitnehmen gab. Daneben lag ein kleiner etwas, abseits gelegener Hof mit kleinen Tischen im Schatten, wo ich mich mit den Sachen hinsetzte und ein bisschen erholte, bevor ich ins Hotel zurück ging.

Am frühen Abend kam ich ziemlich erledigt in meiner Unterkunft an (vom Achillessehnen- und Rückenproblem wird hier nicht mehr die Rede sein). Nach dem Verspeisen der letzten Essensreste von meiner Wanderung auf dem Camino ergänzt durch etwas Obst ruhte ich mich aus und beschloss den Abend an der Hotelbar mit Tagebuchschreiben und Gin Tonic. Mein erster Tag in Lyon hatte mir sehr gut gefallen. Eine tolle, interessante und lebendige, wenn auch überlaufene Stadt!

Es geht weiter mit dem Bericht über meinen zweiten Tag in Lyon, an dem ich mich im Quartier Croix-Rousse umschaute und das Musée Lumière besuchte.

Nach dem Französischen Jakobsweg : Lyon #3 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Nach dem französischen Jakobsweg: Lyon #2

Wie ich den Vormittag in der Altstadt von Lyon verbrachte (6.8.2022)
Das Frühstück im Hotel war für französische Verhältnisse ungewohnt reichlich und gut. Im Speisesaal herrschte aber ein Mordsbetrieb. Es wurde gedrängelt am Buffet und man unterhielt sich laut über mehrere Tische hinweg. Leider muss ich zugeben, dass es sich bei denjenigen, die mir negativ auffielen, ausschließlich um meine Landsleute handelte.

Zuerst ging ich wieder zur Place Bellecour, dem größten Platz von Lyon, der auf der Halbinsel zwischen Saône und Rhône liegt. In der Nähe wollte ich einen Fotoladen aufsuchen, der noch nicht geöffnet hatte, also vertrieb ich mir die Zeit auf dem riesengroßen Platz. Der Sockel der Reiterstatue von Ludwig XIV war zwecks Renovierung eingerüstet, das Denkmal bot aber immer noch einen schönen Vordergrund für ein Foto der Wallfahrtskirche Notre-Dame de Fourvière, die auf einem Hügel hinter der Altstadt von Lyon („Vieux Lyon“) liegt.

Nach dem Gewitter vom Vortag schien nun wieder die Sonne und der Himmel sah strahlend blau aus. Es würde wieder heiß werden, aber ich musste nicht wandern und konnte mich jederzeit in den Schatten begeben bzw. mir eine Erfrischung holen.

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Im Fotogeschäft fragte ich, woher der große dunkle Punkt stammte, der auf meinen Bildern oft zu sehen war, vor allem in hellen Bereichen wie dem Himmel, und den ich bei der Bildbearbeitung jeweils entfernen musste. Als ich im Laden fotografierte, war der Fleck plötzlich verschwunden. Ich zeigte dann ein anderes Foto und der Fachverkäufer erklärte mir, dass es sich um ein Staubkorn auf dem Sensor handele, das auch wieder verrutschen könne. Bis heute hat sich dieser Punkt nicht wieder gezeigt, allerdings bekommt meine Panasonic Kompakt Kamera gerade immer mehr Macken …

Außerdem brauchte ich ein neues Ladekabel, weil ich meins verloren hatte. Das war nicht vorrätig, also schickte mich in einen nahe gelegenen Elektroniksupermarkt. Dort stellte sich heraus, dass ich ein schlichtes USB-Kabel für ein altes Smartphone benötigte. Allerdings wollte ich das Kabel ohne Stecker nicht für den stolzen Preis von 20 € kaufen, so dass ich den Laden unverrichteter Dinge wieder verließ.

In der Touristeninformation auf der Place Bellecour holte ich mir einen Stadtplan mit Kurzbeschreibungen der Sehenswürdigkeiten. Die nette flotte Dame am Schalter kringelte mir innerhalb kürzester Zeit mit einem pinken Marker zahlreiche sehenswürdige Orte an. Nun war ich doch sehr froh, dass ich einen weiteren Tag in Lyon verbringen konnte. Am meisten interessierte mich die Altstadt. Außerdem lagen dort die Kringel viel näher zusammen. Diese Orte konnte ich größtenteils zu Fuß erreichen.

Über eine Saône-Brücke ging ich zunächst zur romanisch-gotischen Kathedrale Saint-Jean, die ab dem 12. Jahrhundert erbaut wurde. Am besten gefiel mir das hohe helle Innere und besonders die prächtigen Rosetten. Ich fotografierte sehr sparsam mit der Kamera und auch etwas mit dem Smartphone, weil ich noch nicht wusste, ob ich mit der Restladung meiner zwei Akkus während meines Aufenthalts in Lyon auskommen musste. Das war einerseits sehr erholsam, aber andererseits fehlt mir nun nach fast drei Monaten ein Teil der Erinnerung an den Kirchenbesuch, die sich üblicherweise aus vielen Fotos und Tagebuchnotizen rekonstruieren lässt.

Nach dem Kirchenbesuch lief ich auf der Rue de Saint-Jean durch „Vieux Lyon“. Die historische Gasse mit schönen Häusern, z.T. aus dem 16. und 17. Jahrhundert, ist eine einzige Fressmeile. Dicht an dicht reihen sich die Restaurants, deren Terrassen während meines Besuchs schon um 11 Uhr besetzt waren. Das lag wohl daran, dass Lyon als gastronomische Hauptstadt Frankreichs gilt. Ich wich auf die parallele Rue de Boeuf aus, wo es etwas ruhiger zuging.

Viele der charmanten alten Häuserfassaden waren sehr lange nicht restauriert worden und wirkten heruntergekommen, was ich schade fand. Aus den historischen Gebäuden konnte man wirklich mehr machen. Andererseits wirkten die Häuser gerade dadurch besonders pittoresk.

In der Altstadt waren im Stadtplan einige Traboules eingezeichnet.Die Traboules von Lyon sind besondere Sehenswürdigkeiten. Es handelt sich um versteckte Gänge und Passagen, die es erlauben, lange Strecken abseits der Straße zurückzulegen. Dabei spaziert man durch Hausflure, durch Innenhöfe und Treppenhäuser, die miteinander verbunden sind. Die Widerstandskämpfer der Résistance legten so während der deutschen Besatzung große Strecken versteckt vor der Gestapo zurück.
Quelle: https://lyon.sehenswuerdigkeiten-online.de/sehenswuerdigkeiten/traboules.html

Die Zugänge zu den Innenhöfen und den Traboules waren leider fast durchgehend geschlossen und dort wo das nicht der Fall war, war es sehr dunkel, eng und voller Menschen, so dass ich kein ordentliches Foto aufnehmen konnte. Das gelang mir aber am nächsten Tag im Viertel Croix-Rousse.

Auf der Suche nach einem ruhigen Restaurant landete ich im idyllischen Dachgarten der Musées Gadagne. Dort bestellte mir das Tagesgericht, ohne richtig zu verstehen, worum es sich handelte („Irgendwas mit Huhn ?“). Serviert wurde eine riesige, sehr saftige Hühnerbrust mit Gemüsereis und sehr delikatem Karottensalat. Das aromatische Gericht schmeckte mir sehr. Dazu trank ich ein Glas kühlen trockenen Weißwein und hinterher gab es noch Kaffee. Nun konnte ich zum ersten Mal während meines Aufenthalts die französische Lebensart richtig genießen. Auf dem Camino hatte ich mittags nur Brotzeiten gegessen und beim Abendessen hatte ich mich oft sehr müde gefühlt.

Frisch gestärkt und gut erholt begab ich mich auf meine Nachmittagstour zu den Trompe L’oeil Wandmalereien „Fresque des Lyonnais“. Darüber und über meine Fahrt mit der Zahnradbahn zur Wallfahrtskirche Notre Dame de Fourvière werde ich noch berichten (Nach dem französischen Jakobsweg: Lyon #3).

Nach dem französischen Jakobsweg Lyon #2 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Nach dem französischen Jakobsweg : Lyon #1

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Ankunft in Lyon am 5.8.2022

Am Vortag hatte ich meine Pilgerei auf der Via Gebennensis aus gesundheitlichen Gründen in La Côte-St-André beendet, obwohl ich geplant hatte, bis Le Puy zu wandern. Nun fuhr ich gegen Mittag mit dem Bus nach Lyon. Alles klappte problemlos, auch das Umsteigen mit einem Aufenthalt von 20 Minuten in einem kleinen Ort, der in der Mittagszeit völlig verlassen in der glühenden Hitze lag.

Panoramafoto zum Anklicken.

Am Bahnhof Lyon Part-Dieu kam ich pünktlich an, aber dann wurde es chaotisch. Ich hatte es nicht geschafft, ein Online-Zugticket für die Heimfahrt zu finden. Hilfe versprach ich mir am Ticketschalter der SCNF. Davor stand schon eine lange Schlange, die sich extrem langsam bewegte. Nur einer der zahlreichen Schalter war mit einer jungen Frau besetzt. In dem Raum herrschte eine tropische Hitze und ich glühte unter der Maske, die ich als eine der Wenigen trug, vor mich hin.

Als ich endlich an der Reihe war, erfuhr ich, dass am Sonntag, meinem geplanten Rückreisetag, alle Züge nach Deutschland ausgebucht waren. Ich entschied mich schnell, einen Tag später zu fahren. Zwei volle Tage in Lyon waren sicher nicht zu viel. Es ging dann eine Weile hin und her. Schließlich buchte mir die gute Frau eine Verbindung in der 2. Klasse, obwohl ich um die 1. Klasse gebeten hatte. Mit dem fälligen Aufpreis war ich einverstanden, aber nicht damit, dass die Fahrt mit dem Ticket, das ich schon bezahlt hatte, nur bis Mannheim statt nach München ging.

Die Dame fand anschließend eine Zugverbindung bis München. Insgesamt wären dafür aber etwa 300 € fällig gewesen. Da reichte es mir und ich bat um Stornierung. Mit der Rückerstattung klappte allerdings erst nach längerer Zeit und nicht ohne die Hilfe von zwei nacheinander herbeigeholten Kollegen der SCNF. Auf Französisch einigermaßen höflich schimpfen zu können, war mein einziges Erfolgserlebnis im Buchungscenter. Die Servicekraft entschuldigte sich eher lauwarm bei mir und überreichte mir einen Papierfächer der französischen Bahn. Als ich nach einer guten Stunde verschwitzt und ohne Ticket den Bahnhof verließ, kochte ich vor Wut und wedelte mir mit dem Fächer, dessen Aufschrift eine Erfrischung „im Nu“ versprach, heftig Luft zu.

Die Fahrt mit der Métro ins Hotel am Bahnhof Lyon-Perrache verlief dann total unproblematisch. Inzwischen waren mächtige dunkle Wolken aufgezogen und es donnerte schon. Schnell lief zu meiner Unterkunft, wo ich mich im klimatisierten Zimmer eine Weile erholte.

Am Nachmittag besuchte ich die Hotelbar und bestellte mir einen Cappuccino und Gebäck. Während ich dort saß, versuchte ich noch einmal, online ein Bahnticket am Montag zu buchen. Ich fand schließlich eine Verbindung mit sehr kurzen Umsteigezeiten in Genf und Zürich (7 bzw. 5 Minuten). Ob das klappen würde, war mir schleierhaft, aber irgendwie würde ich in der Schweiz schon weiterkommen und mangels anderer Möglichkeiten kaufte ich die Fahrtkarte, die im Übrigen wesentlich günstiger als 300 € war. Glücklicherweise konnte ich im Hotel auch eine weitere Übernachtung buchen.

Am Abend, als es nur noch leicht regnete, unternahm ich einen ersten Rundgang mit Schirm. Das Hotel lag am Rande der Altstadt, allerdings musste man erst eine düstere und sehr hässliche Fußgängerunterführung durchqueren.

Ich spazierte bis zur Place Bellecour, dem größten Platz in der Innenstadt von Lyon, auf dem wegen des Regens nicht viel los war, ging eine Kleinigkeit essen, bewunderte die ersten schönen Türen, und kehrte recht bald zurück zu meiner Unterkunft.

Am nächsten Tag besuchte ich die quirlige Altstadt von Lyon mit ihren wunderbaren Sehenswürdigkeiten und freute mich darüber, dass ich noch einen weiteren Tag bleiben konnte. Näheres werde ich in meinem nächsten Beitrag berichten (Nach dem französischen Jakobsweg: Lyon # 2) und es wird auch wieder mehr Fotos zu sehen geben. Versprochen!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Nach dem französischen Jakobsweg: Lyon #1 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Ausgebremst #5 : Street Art in München

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Nach meinem Gewaltmarsch auf dem Französischen Jakobsweg war ich immer noch ausgebremst, befand mich aber auf dem Weg der Besserung. Um auf andere Gedanken zu kommen, unternahm ich wieder einen kleinen Ausflug.

Mitte September fuhr ich in das Schlachthofviertel in München-Sendling. Das Quartier hatte ich nach über 30 Jahren in München noch nie besucht. Es ist DAS Viertel für Street Art.

Ende Juli 2022 wurde eine neue „Hall of Fame“, eine 130 Meter lange Mauer an der Großmarkthalle, von der Stadt München für die Sprayer-Szene zur Verfügung gestellt.

Diese Mauer, die entlang der Thalkirchner Straße verläuft und die bereits weitgehend besprüht wurde, schaute ich mir als Erstes an.

Dann ging ich in Richtung der Tumblinger Straße. An der dortigen Wand zum Schlachthof ist es ebenfalls legal, die Spraydose auszupacken und Wände zu besprühen, ohne dass man ein etablierter Künstler ist und einen offiziellen Auftrag erhalten hat

Unterwegs kam ich an der Alten Utting vorbei, einem bizarr wirkenden Schiff auf einer Brücke.

Aber, werdet ihr euch sicher fragen, wie das Schiff da oben gelandet ist und was dort geschieht. Die „Alte Utting“ ist ein ehemaliges Passagierschiff, welches sich auf der ehemaligen Gleisanschlussbrücke zur Großmarkthalle befindet und als Gastronomiebetrieb, Kultur- und Partylocation dient. Bis zum Jahr 2016 verkehrte das Schiff auf dem Ammersee. 2017 wurde das 144 Tonnen schwere Schiff vom Ammersee nach München transportiert und auf der Eisenbahnbrücke als künftige Kulturstätte aufgestellt und es wurde mit dem Aus- und Umbau begonnen. Seit Juli 2018 ist das Partyschiff täglich geöffnet.
Quelle: Wikipedia

Direkt gegenüber befindet sich das Szenelokal „Zur Gruam“, das nach einer zweifelhaften Vergangenheit nun ein Techno After Hour Club für ein junges Publikum ist.

An der Wand des ehemaligen Viehhofs zur Tumblinger Straße befindet sich der bekannste Ort zum legalen Sprühen in der Stadt. Ein ständiger Wechsel der sog. Pieces erfolgt durch das Crossing, das Übermalen bzw. -sprühen. Ich folgte der Mural und betrat dann das Gelände des ehemaligen Viehhofs, wo sich das Containerdorf des „Bahnwärter Thiel“ befindet.

Der „Bahnwärter Thiel“ ist ein Club und alternatives Kulturzentrum. Der Club befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Großviehhalle in München. Er besteht aus mehreren Dutzend Seefrachtcontainern und Triebwagen der Münchner U-Bahn. Im „Bahnwärter Thiel“ finden Techno-Clubnächte statt, ebenso wie Raves unter freiem Himmel und in den U-Bahn-Wagen, Lesungen, Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte und Flohmärkte.
Quelle: Wikipedia

Ich schaute mich im Containerdorf um und bewunderte dort und an der Rampe des früheren Viehhofs unzählige Street Art Werke.

Panoramabild zum Anklicken.

Auf dem Rückweg sah ich unzählige leergesprühte Farbdosen, die meisten aber ordentlich gesammelt. Noch einmal schaute ich zurück auf den Eingang zum „Bahnwärter Thiel“ und nahm mir vor, dort einmal eine Veranstaltung zu besuchen, um den Ort „in Aktion“ zu erleben. Das Gleiche gilt für die „Alte Utting“, wo man sich im Sommer auf der Terrasse sitzend den Sonnenuntergang bei Musik und einem Getränk anschauen kann.

Als ich mit der U-Bahn zurück fuhr, war ich angemessen beeindruckt. So eine Fülle kreativer Subkultur hatte ich dem sonst so propperen München nicht zugetraut. Auch wenn es sehr schade ist, wenn die Werke von bekannten Street Artists, wie die aller anderen, sehr schnell „gecrosst“ werden können, entsteht so immer wieder etwas Neues.

Mir fiel mein Besuch im Werksviertel ein, das ich vor fast zwei Jahren besucht hatte. Das Viertel wird neu gebaut und viele Street Art Pieces sind inzwischen wahrscheinlich der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Ich nahm mir vor, dort bald einmal nachzuschauen.

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Ausgebremst # 3: Münchner Westpark

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Jetzt wohne ich schon über 30 Jahre in München. Seit Corona habe ich meine Heimatstadt neu entdeckt und dabei viele Orte besucht, an denen ich nie zuvor war. Aber in den Westpark hat es mich noch nie verschlagen. Das mag daran liegen, dass ich ganz im Münchner Osten wohne. Aber wenn ich die Entfernung zu diesem Park z.B. mit meiner Reise nach Patagonien vergleiche, dann handelt es sich um den sprichwörtlichen Katzensprung (oder eher Mäusehüpfer ?).

Der Westpark in München wurde 1983 zur internationalen Gartenausstellung angelegt. Er ist nach dem Englischen Garten, Schlosspark Nymphenburg und dem Olympiapark der viertgrößte Park in München. Der Park ist in zwei Teile aufgeteilt (Westteil und Ostteil) und besitzt zwei Seen.

Vor allem im Westteil des Parks gibt es sehr viel zu entdecken, da hier nach der internationalen Gartenausstellung vieles erhalten blieb. So befindet sich dort das Ostasien-Ensemble mit seinen asiatischen Tempeln und Parkanlagen.

Quelle: https://www.dailytrip.de/ausfluege/westpark-muenchen-sehenswuerdigkeiten-park-muenchen/

Da ich gerade „ausgebremst“ bin, bot sich vor einer Woche ein kleiner Ausflug in die Gartenanlage an. Um meine noch „zickende“ Achillessehne zu schonen, würde ich meine Tour auf den Westteil des Parks beschränken. Ich parkte an der U-Bahn, die mich in einer knappen halben Stunde zur Station „Westpark“ brachte. Nach einem kurzen Spaziergang hatte ich die Grünanlage erreicht.

Am Westsee entlang ging ich zum Ostasien Ensemble. Ich schaute mir den Japanischen Garten an, ein Geschenk der Münchner Partnerstadt Sapporo. Die Anlage fand ich recht hübsch. Sie konnte aber mit den penibel gepflegten Gärten im Herkunftsland nicht mithalten. Wegen der Sommerhitze wirkte das Ensemble zudem leicht ausgedörrt.

Bald erreichte ich den farbenprächtigen thailändischen Pavillon Tempel, der mitten im Wasser steht und daher nicht betreten werden kann. Im Tempel befindet sich eine große Buddha-Statue. Definitiv ein Highlight, aber natürlich nicht ganz so prächtig wie die Tempel in Thailand z.B. in Bangkok.

Beim Blick über den See hatte ich schon die Nepalesische Pagode mit ihren wunderbaren Holzschnitzereien entdeckt, die von 300 nepalesischen Handwerkern in mühevoller Handarbeit geschnitzt und im Rahmen der internationalen Gartenausstellung nach München verschifft wurde. Kurios war, dass die Hohlräume der Pagode beim Transport nach München zum Schmuggel von 400 kg Haschisch genutzt wurden.
Quelle:
https://www.dailytrip.de/ausfluege/westpark-muenchen-sehenswuerdigkeiten-park-muenchen/

Nepal habe ich leider noch nicht besucht. Die Schnitzereien fand ich ausgesprochen schön. Mein Fernweh war geweckt. Aber dass ich es jemals nach Nepal schaffen werde, glaube ich nicht.

Auf der Suche nach einer Einkehrmöglichkeit lief ich am Ufer des Westsees entlang. Wie in allen Münchner Parks waren dort Wildgänse zur Plage geworden und hatten die Wiesen und das Gewässer verschmutzt.

Inzwischen war die Sonne verschwunden und dicke schwarze Wolken zogen auf. Mit dem Kaffeetrinken im Park wurde es dann leider nichts. Der Biergarten am Rosengarten war geschlossen und auf der Terrasse des daneben liegen Restaurants wollte man mich wegen des nahenden Gewitters nicht mehr bedienen. In die Innenräume konnte ich auch nicht gehen, weil dort eine Hochzeitsgesellschaft feierte.

Ich brach schnell wieder auf und erreichte die U-Bahn-Station, noch bevor das Gewitter kam. Erst als ich schon im Zug saß, fiel mir ein, dass ich auf dem Rückweg eigentlich noch den Chinesischen Garten besuchen wollte.

Fazit:
Das Ostasien Ensemble hat mir sehr gut gefallen, war eine tolle Chance einer kleinen Stippvisite durch vier faszinierende Länder. Gastronomisch fand ich den Westteil des Parks eher unattraktiv. Auch die Parkanlage bot im Vergleich zu den anderen großen Münchner Parks nichts Besonderes.

Der Ostteil des Parks soll die schönere Gartenlandschaft besitzen. Außerdem gibt es dort ein viel gelobtes Café am See, das „Gans am Wasser“. Den Ostteil möchte ich noch besuchen, am besten im Herbst, wenn die Blätter bunt gefärbt sind. Dann werde ich auch meinen Besuch im Chinesischen Garten nachholen. Das Laufen sollte dann hoffentlich kein Problem mehr sein.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Ausgebremst # 3: Münchner Westpark erschien zuerst auf Wanderlustig.