Street Art „Werksviertel München“

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Neulich las ich in der Süddeutschen Zeitung unter der Überschrift „Eine Reise ins Niemandsland“ einen interessanten Artikel über Street Art im „Werksviertel München“. Das brachte mich auf eine Idee.

Im Zuge des neuerlichen Lockdowns hatten wieder alle Museen geschlossen. Aber Kunstwerke kann man auch außerhalb von Kulturtempeln genießen, besonders Street Art. Praktischerweise musste ich zum „Werksviertel“ nicht einmal mit dem Auto fahren oder in ein öffentliches Verkehrsmittel einsteigen, sondern konnte das Radl benutzen. Fahrradfahren mag ich nicht besonders, aber diese Strecke konnte ich gut bewältigen.

Das Areal des „Werksviertels“ hat eine Größe von 39,5 Hektar. Hier befand sich noch in den 1980er-Jahren ein Gewerbegelände, auf dem unter anderem das Stammwerk der Kartoffelfabrik „Pfanni“, die „Optimol Ölwerke“ und der Fahrzeughersteller „Zündapp“ lagen. Bis Mitte der 1990er Jahre wurden alle Fabrikstandorte aufgegeben.

Das Pfanni- und Optimol-Gelände, das danach brach lag, wurde verpachtet und es entstand Vergnügungspark, der „Kunstpark Ost“. Bis September 1996 eröffneten dort bis zu dreißig Diskotheken. Nachfolger wurden die „Kultfabrik“ und die „Optimolwerke“, ein Kultur- und Veranstaltungszentrum bzw. ein Clubareal. Beide mussten schließlich dem Stadtentwicklungsprojekt für das neue Werksviertel weichen.

Auf dem Gelände entstehen mehr als 1000 Wohnungen, fünf Hotels (darunter auch ein Youth Hostel), Gastronomiebetriebe, Sportangebote und sogar ein Konzertsaal. Das „Werksviertel“ wird etwa 7000 neue Arbeitsplätze schaffen. Als Zwischennutzung des für das Konzerthaus vorgesehenen Geländes wurde 2019 ein 78 Meter hohes Riesenrad in Betrieb genommen (derzeit coronabedingt geschlossen).
Quelle Wikipedia

Im „Werksviertel“ angekommen staunte ich über die bereits errichteten Gebäude. Das leuchtend orange „Werk 3“, in dem es sogar Gaststätten mit Speisen zum Mitnehmen gab, und der schwarze Wolkenkratzer des Hotels „Adina“ bildeten einen spannenden Gegensatz zu den alten Werksbauten, deren Abriss im vollen Gange war. Bei meinem Streifzug über das Areal konnte ich, wie in der Süddeutschen Zeitung beschrieben, die wunderbaren Werke bekannter Street Art Künstler bewundern. Man merkte, dass hier „nicht einfach so gesprüht“ wurde, sondern dass viele Bilder vom renommierten Street-Art-Guru Loomit sozusagen kuratiert wurden. Von den diversen Stilrichtungen, den vielfältigen Farben und Formen sowie der Qualität der Kunstwerke war ich restlos begeistert ! Sehr schade ist, dass sie über kurz oder lang der Abrissbirne zum Opfer fallen werden. Wenn es euch interessiert, könnt ihr Näheres in der Süddeutschen Zeitung nachlesen.

Aber genug der Worte : nachfolgend zeige ich euch Impressionen aus dem „Münchner Werksviertel“.

Foto zum Vergrößern bitte anklicken !

Fazit:
Dem Werksviertel werde ich sicher weitere Besuche abstatten, um die Entwicklung dieses sehr interessanten Stadtteils mit zu verfolgen. Auch eine Fahrt mit dem Riesenrad steht schon lange auf meiner Wunschliste. Wenn es sich wieder dreht …

In diesem Sinne: passt gut auf euch und andere auf und bleibt gesund !

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Finale im Fichtelgebirge: Bayreuth Final in the Fichtel Mountains: Bayreuth

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Wie im Wetterbericht angekündigt regnete es anhaltend während unseres letzten Tages im Fichtelgebirge. Einerseits war das sehr schade, aber andererseits bot es uns die Gelegenheit, das nahegelegene Bayreuth zu besuchen. Bayreuth stand schon lange auf meiner Wunschliste. Es liegt zwar noch in Bayern aber mit 240 km doch ziemlich weit entfernt von unserem Wohnort in München. Als wir losfuhren, rechneten wir uns allerdings nicht damit, dass es den ganzen Tag lang ohne Pause regnen und zeitweise schütten würde.

Zunächst besuchten wir die Eremitage, die etwas außerhalb von Bayreuth liegt.
Die Eremitage, eine 1715 entstandene historische Parkanlage vor den Toren der Stadt Bayreuth, beherbergt das Alte Schloss mit Innerer Grotte und Wasserspielen. Weiterhin befinden sich das Neue Schloss mit Orangerie und dem zentralen Sonnentempel auf dem Gelände.
Quelle: Wikipedia

Trotz Dauerregen spazierten wir durch die zauberhafte Gartenanlage und auch ein bisschen durch den Landschaftpark. Besonders der Sonnentempel und die angrenzenden Gebäude faszinierten, weil sie aus bunten mosaikartigen Steinen zusammengesetzt wurden. Richtig schade war, dass alle Innenräume und die Grotte geschlossen waren. Die Räumlichkeiten sind so klein, dass die unter Coronabedingungen einzuhaltende maximale Besucherzahl zu schnell erreicht ist. Auch das Café im Sonnentempel, das einen wunderbaren Ausblick auf die Brunnenanlage und den Garten bietet, war leider geschlossen.

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken.

Danach fuhren wir in die Bayreuther Innenstadt, wo wir uns als Erstes Tickets für die nächste Führung im Markgräfliche Opernhaus holten. Das UNESCO-Weltkulturerbe ist eines der schönsten Barocktheater. Bayreuth hat es der Markgräfin Wilhelmine zu verdanken. Aktuell waren nur 28 Besucher zugelassen, für die es Platzkarten gab. Wir saßen dann sehr weit auseinander im Zuschauerraum, der 1267 Sitzplätze aufweist. Nur jede dritte Reihe war belegt. Außerdem saßen die Besucher diagonal versetzt und zueinander mit vier Sitzen Abstand. Auch H. und ich wurden so platziert. Es gab einen kurzen Film über die Historie des Opernhauses, dann erzählte der Führer etwas über die Entstehunggeschichte, und das war es dann auch schon. Für mich war das in Ordnung. Hatte ich doch überlegt, ob ich mich überhaupt in eine Filmvorführung trauen sollte. Immerhin habe ich seit Ende Februar kein Kino mehr besucht (!). Sehr schade war, dass man ohne Stativ in dem prächtigen Raum nicht ordentlich fotografieren konnte. Wenn ihr mögt, schaut doch einmal hier.

Nach dem Mittagessen beim Vietnamesen (zur Abwechselung mal keine fränkischen Knödel mit Braten) bummelten wir durch die Altstadt und schauten bei der Stadtkirche aus dem 13. Jahrhundert vorbei.

Schließlich gingen wir zum Neuen Schloss, wo wir durch den Garten flanierten.

Den Abschluss unserer Städtetour bildete das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel. Dort finden jährlich die berühmten Wagnerfestspiele statt. Natürlich ist auch diese Veranstaltung in diesem Jahr ausgefallen. Die Besichtigung des Hauses sparten wir uns, da wir nicht zu den Wagner Fans gehören.

In Bayreuth gibt es sehr viel Interessantes zu sehen. Die schöne Umgebung konnten wir am Regentag nur erahnen. Die Umgebung bietet auch Wandermöglichkeiten. Die Stadt muss ich, wenn Corona überstanden ist, noch einmal besuchen.

Fazit:
Im Fichtelgebirge hat es uns wesentlich besser gefallen als erwartet. Man kann tolle Wanderungen durch den märchenhaften Wald mit seinen spektakulären Felsformationen unternehmen. Zwischendurch sind Städtetouren nach Bayreuth und Kulmbach möglich, zwei völlig unterschiedliche Orte (siehe Kulmbach). Aber auch kleinere Orte haben ihren Charme und bieten oft Überraschendes. Habt ihr gewusst, dass der Schriftsteller Jean Paul in seiner Jugend in Wunsiedel lebte ? Oder dass Alexander von Humboldt als staatlicher Bergassessor den Bergbau in der Region Bayreuth in technischer und ökonomischer Hinsicht reorganisierte? Zahlreiche Museen können besucht werden, z.B. das Zinnfigurenmuseum in Bamberg.

Kurzum: das Fichtelgebirge ist eine landschaftliche sehr reizvolle Region mit einer sehr interessanten Historie. Die Gegend würde ich gerne wieder besuchen. Interessieren würde mich aber auch ein Wanderurlaub in der südwestlich gelegenen Fränkischen Schweiz.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Enns entdecken Discover Enns

Nach meinem sehr schönen Aufenthalt in Linz  hatte ich noch Zeit, um auf der Rückfahrt einen Abstecher zum 25 km entfernten Enns zu unternehmen.

Enns ist eine oberösterreichische Stadt mit ca. 12.000 Einwohnern. Sie liegt an der Donau und am Fluss Enns. Die Stadt bezeichnet sich als älteste Stadt Österreichs, was jedoch umstritten ist. Die Stadtrechtsurkunde stammt aus dem Jahr 1212.  Enns ist die Nachfolgestadt des römischen Garnisonsstützpunktes Lauriacum, der im 3. Jahrhundert zur Sicherung des Limes diente. Wahrzeichen der Stadt ist der 60 m hohe Stadtturm.
Quelle Wikipedia

In Enns angekommen besichtigte ich die gotische Marienkirche und die darin gelegene Wallseerkappelle mit Fresken aus dem 16. Jahrhundert und einer Madonnenstatue mit Kind. Sehr gut gefielen mir die gotischen, filigran wirkenden Spitzbögen und das helle Kircheninnere.

Eine Pause legte ich auf dem Hauptplatz mit Blick auf den Stadtturm aus dem 17. Jahrhundert ein. Bei Cappuccino und Teilchen ließ sich das Kleinstadtleben trefflich beobachten.

Danach schaute ich kurz im Stadtmuseum vorbei, wo u.a. zahlreiche Ausgrabungsstücke aus der römischen Garnison gezeigt wurden. Wieder war ich im Museum alleine und trug vorsichtshalber eine Maske (!). Bei dem schönen Wetter fehlte mir dann doch die Lust zu einer ausgiebigen Besichtigung.

Ein kurzer, leicht bergaufführender Spaziergang führte mich zum Schloss Ensegg. Das Schloss kann man nicht von innen besichtigen, aber durch den Hof und den Schlosspark flanieren und von dort einen Ausblick auf das Umland genießen. In der Ferne konnte ich die Alpen erahnen.

Einen  interessanten Anblick  bot auch die Renovierung eines kupfernen Schlossturms durch einen angeseilten Handwerker.

Zurück  lief ich auf dem „Erlebnisweg“ durch eine bewaldete Parkanlage, die an der mittelalterlichen  Stadtbefestigung entlang führte. Die sehr steilen und ziemlich hohen Mauern erstaunten mich. Fotografieren ließ sich das Ganze, hinter Blättern verborgen,  aus keiner möglichen Perspektive. Vielleicht hätte ich doch auf den Stadtturm steigen sollen, um einen Überblick über die mittelalterlichen Befestigungen zu bekommen …

Mit dem Auto fuhr ich zu der außerhalb des Stadtkerns gelegenen Laurentius Basilika. Die Kirche mit Friedhof befindet sich auf dem Gebiet der Garnison Lauriacum. Bei Ausgrabungen stieß man u.a. auf mächtige römische Mauerreste, die hinter dem Altar zu sehen sind. Auf dem Friedhofsgelände steht ein Beinhaus (Karner) aus dem 17. Jahrhundert. Darin befindet sich eine Ecce-Homo-Szene. Dargestellt sind Jesus und Pilatus, der wie ein türkischer Würdenträger gekleidet ist, was wohl mit der Belagerung von Wien durch die Türken zu tun hatte.

Schließlich trat ich die Rückfahrt an. Eigentlich wollte ich noch Mittagessen. Aber in der Nähe der Basilika, die in einem Industriegebiet lag, sah ich nichts Ansprechendes. Die österreichischen Autobahnraststätten werden von einer  Restaurantkette bewirtschaftet. Ein Restaurant schaute ich mir an. Nachdem ich gesehen hatte, dass es dort nur Essen vom Buffet gab, machte ich schnell kehrt.

Fazit: Enns ist ein sehr sehenswerter Ort, wo es viel Historisches zu bestaunen gibt. Die Atmosphäre ist kleinstädtisch entspannt und eine Besichtigung innerhalb eines halben Tages möglich. Geht auch als Tagesausflug von Linz aus.

Auf der Rückfahrt hörte ich im Radio eine skurrile Nachricht. Inzwischen hatte es die bekannten Coronaausbrüche im Schlachthof Tönnies gegeben. Eine Seniorenradlergruppe aus Güterslo hatte ein Hotel in Bayern gebucht. An diesem Tag hatte die bayerische Regierung die Beherbergungsbetrieb im Freistaat angewiesen, keine Touristen aus den Landkreisen Gütersloh und Warendorf aufzunehmen (Wurde später dahin gehend modifiziert, dass ein negativer Corona Test vorgelegt werden muss.) Die Senioren wurden abgewiesen,  fuhren schnurstracks weiter nach Österreich, stiegen dort ab und erst am nächsten Tag, als sich die Gruppe auf einem Tagesausflug befand, ging dem Hotelier ein Licht auf. Nun mussten alle Radler und das gesamte Hotelpersonal auf Corona getestet werden. Wie die Geschichte ausgegangen ist, weiß ich nicht, konnte im Netz nichts dazu finden.  Sie machte mich aber sehr nachdenklich und zeigte mir sie mir doch, wie schnell  die Situation wieder umschlagen konnte. Sehr dankbar war ich nun, dass ich ziemlich unbeschwert durch Österreich hatte reisen können. Ich hoffte, dass das auch künftig, oder wenigstens einen Sommer lang, der Fall sein würde. Inzwischen sind die Neuinfektionszahlen in Österreich und in der Schweiz wieder gestiegen. Hoffentlich kommt, dort wie hier, nicht so bald die 2. Welle!

After my very nice stay in Linz, I still had time to make a detour to Enns, 25 km away, on my return trip.

Enns is an Upper Austrian town with about 12.000 inhabitants. It is situated on the Danube and the river Enns. The town calls itself the oldest town in Austria, but this is controversial. The town charter dates back to 1212. Enns is the successor town of the Roman garrison base Lauriacum, which served to secure the Limes in the 3rd century. Landmark of the town is the 60 m high town tower.
Source Wikipedia

Having arrived in Enns I visited the gothic Marienkirche and the Wallseer chapel with frescos from the 16th century and a statue of the Madonna and Child. I liked very much the gothic, filigree looking pointed arches and the bright interior of the church.

I took a break on the main square with a view of the 17th century city ciy tower. Sitting outside with cappuccino and pastries I could observe the small town life very well.

Afterwards, I shortly visited the city museum, where among other things, numerous excavation pieces from the Roman garrison were presented. Again I was alone in the museum and wore a  protective mask (!) as a precaution. With the beautiful weather I had no desire for an extensive inspection of the museum.

A short, slightly uphill walk led me to Schloss Ensegg. The castle cannot be visited from inside, but you can stroll through the courtyard and the castle gardens and enjoy a view of the surrounding countryside. In the distance I could discern the Alps.

An interesting sight was also the renovation of a copper castle tower by a rope-linked craftsman.

I walked back on the „adventure path“ through a wooded park, which led along the medieval city fortification. The very steep and rather high walls amazed me. The whole thing could not be photographed, hidden behind leaves, from any  perspective. Maybe I should have climbed the city tower to get an overview of the medieval fortifications …

By car I drove to the Laurentius Basilica, which is located out of town. The church with cemetery is located on the territory of the garrison Lauriacum. During excavations one came across mighty Roman wall remainders, which are to be seen behind the altar. On the cemetery grounds there is an ossuary (Karner) from the 17th century. Inside is an Ecce Homo scene. It depicts Jesus and Pilate dressed as a Turkish dignitary, which probably had to do with the siege of Vienna by the Turks.

Finally, I started the return journey. Actually I wanted to have lunch. But near the Basilica, which was located in an industrial area, I saw no appealing place. The Austrian motorway service stations are run by a restaurant chain. I looked at one restaurant. After I saw that there was only food from the buffet, I quickly turned back.

Conclusion: Enns is very worth seeing, a town with many historical sights. The atmosphere is small-town relaxed and a viewing is possible within half a day. This is also possible as a day trip from Linz.

On the way back I heard a bizarre message on the radio. In the meantime there had been the well-known corona outbreaks in the slaughterhouse Tönnies. A group of senior cyclists from Gütersloh had  booked a hotel in Bavaria. On that day, the Bavarian government had instructed the accommodation providers in Bavaria not to accept tourists from the districts of Gütersloh and Warendorf (was later modified to require a negative corona test). The seniors were turned down, but drove straight on to Austria, checked in a hotel there and only the next day, when the group was on a day trip, did the hotelier become aware of the situation. Now all cyclists and the entire hotel staff had to be tested on Corona. How the story ended, I don’t know, couldn’t find anything on the net.  But it made me very thoughtful as it showed how quickly the situation could change again. I was very grateful that I had been able to travel through Austria without any problems. Hopefully  this would be possible in the future, or at least during the  summer. In the meantime the number of new infections in Austria and Switzerland has risen again. Let’s hope, there as well as here, the 2nd wave will not come so soon!

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Habt ihr Reisepläne für den Sommer und wohin traut ihr euch ?
Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Do you have travel plans for the summer and where do you dare to go ?
Always looking forward to your feedback.

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Liebenswertes Linz Loveable Linz

Linz,  Europäische Kulturhauptstadt 2009 (zusammen mit Vilnius),  wollte ich schon sehr lange besuchen. Mich reizte das in der Industriestadt entstandene Angebot moderner Kunst und innovativer digitaler Räume sowie die historische Architektur. Es standen aber so viele Fernreiseziele auf meiner Bucket List , dass ich es bisher nicht nach Linz geschafft hatte. Corona befreite mich, hoffentlich vorübergehend, von diesem „Reiseproblem“. Nachdem sich die Lage etwas entspannt hatte, traute ich mich vor kurzem, einen Kurztrip nach Österreich zu unternehmen (s. auch hier ).

Coronabedingt reiste ich mit dem PKW an und verbrachte zwei Nächte in einer Ferienwohnung. Nachdem ich dort alle Griffflächen, vor allem an Fenstern, Türen und Schränken desinfiziert hatte, fühlte ich mich einigermaßen wohl.

In Österreich mit nur ca. 30 Neuinfektionen pro Tag gelten weniger strenge Beschränkungen. Die Maskenpflicht besteht nur noch in Öffentlichen Verkehrsmitteln. In allen anderen öffentlichen Räumen auch in Restaurants, Kirchen und Museen ist sie aufgehoben. Das Servicepersonal muss aber noch Mund- und Nasenschutz tragen. Der Mindestabstand beträgt nur noch einen Meter.

Die Menschen schienen mir recht gelassen. Es kam mir alles viel normaler vor. Das lag sicher auch daran, dass bei dem schönen Wetter viele Leute auf der Donaupromenade, in Cafés, Restaurants und beim Shoppen unterwegs waren. Die Innenstadt wirkte nicht überlaufen, was wohl an den wenigen Touristen lag.  Auch die in einem Meter Abstand aufgestellten Restauranttische sahen nicht so künstlich vereinzelt aus wie bei uns. In den Hotels  wurden schon wieder Buffets angeboten.  Als ich das sah, war ich sehr froh über meine Ferienwohnung ! Mir waren diese Lockerungen nicht ganz geheuer. Freiwillig trug ich in Kirchen und Museen den Mundschutz und das obwohl ich dort meistens alleine war. Im Zweifelsfall bin ich gerne eher ein bisschen vorsichtiger. Nur bei der Donauschifffahrt musste ich Adresse und Telefonnummer angeben.

Besichtigt habe ich zunächst den barocken Hauptplatz mit der Pestsäule, die (passenderweise?) gerade renoviert wurde. Dann schlenderte ich durch die mittelalterliche Altstadt und ging hinauf zum Stadtschloss, wo es einen sehr schönen Ausblick über die Stadt und die Donau gab.

Außerdem besichtige ich gerne Kirchen und in dieser Hinsicht bot Linz Einiges an. Ich schaute mir u.a. den Alten und den Neuen Dom, die Martins- , die Minoriten- und die Ursulinenkirche an.  In meiner Kindheit  schleppte mich meine Mutter auf Reisen in jede Kirche. Besonders gut erinnere ich mich an unseren Besuch in Wien, wo die Gotteshäuser buchstäblich an jeder Ecke standen. Nach jahrzehntelanger Abstinenz  fällt es mir trotzdem heutzutage schwer, das Innere einer Kirche nicht zu betreten.

Mit der Pöstlingsbergbahn, die für mich eher wie eine Straßenbahn aussah, fuhr ich am zweiten Tag auf den gleichnamigen Aussichtsberg mit Wallfahrtskirche. Die Aussicht auf das an einer Donaukurve gelegene Linz fand ich sehr beeindruckend, allerdings war es leicht diesig, so dass der Blick nicht bis zu den Alpen ging. Auf der Terrasse des Pöstlingsbergsschlössel genoss ich noch einmal den schönen Stadtblick und eine leckere Linzer Schnitte mit Schlagobers.

Am Nachmittag begab ich mich auf eine knapp zweistündige  Donauschiffahrt. Die Fahrt wurde nur von einem Unternehmen angeboten und es fanden lediglich drei Touren pro Tag statt. Trotzdem befanden sich nur wenige Passagiere auf dem riesigen Schiff. Die Fahrt ging entlang  des riesigen Geländes des Stahlwerks „Voest Alpine“ mit rauchendem Hochofen. Dann fuhren wir zum Naturschutzgebiet an der Traunmündung  und auf dem Rückweg besuchten wie den Handelshafen , wo wir einige der bekannten Street Art und Graffiti Kunstwerke sahen. Schließlich passierten wir die OWAG Schiffswerft. Auf Schifffahrten ist mir meistens etwas langweilig aber diese Mischung aus Natur, Industrie und Kultur gefiel mir sehr gut. Gespenstig wenig Verkehr fand dagegen auf der Donau statt. Während der fast zweistündigen Tour begegneten uns nur einige Sportmotorboote. Die Kreuzfahrten von Passau nach Wien werden derzeit wohl nur eingeschränkt angeboten und der Frachtschiffverkehr scheint zum Erliegen gekommen zu sein.

Zum Abschluss besuchte ich das Lentosmuseum moderner Kunst , als eine von drei Besuchern.

Schade war, dass einige Hauptattraktionen noch geschlossen waren. Interessiert hätte mich vor allem das interaktive Medienkunstmuseum Ars Electronica Center , und die Voest Alpine Stahlwelt  . Die Führung durch die Street Art am Mural Harbour fand leider nur einmal wöchentlich statt. Auch der OÖ Höhenrausch,  eine Freiluftausstellung moderner Kunst über den Dächern der Stadt, fiel in diesem Jahr aus. Daher reiste ich nach zwei Tagen ab und besuchte auf der Rückfahrt die Stadt Enns. In einem weiteren Beitrag  berichte ich darüber.

Fazit: Linz ist eine sehr sehenswerte Stadt. Besonders interessant ist der Mix von historischen Gebäuden, moderner Kunst und Industrie. Die freundlichen Einheimischen tragen dazu bei, dass man sich wohlfühlt. Die  Stadt möchte ich noch einmal besuchen, wenn die ausländischen  Touristen zurück und die oben genannten Attraktionen wieder geöffnet sind. In Österreich erwies sich Reisen trotz Corona als viel unkomplizierter als ich erwartet hatte.

Wart ihr schon in Linz oder in einer anderen österreichischen Stadt außer Wien und wie fandet ihr das ?

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Meine Fotos zeige ich auch auf Instagram unter wanderlustig 2020.

Linz, European Capital of Culture 2009 (together with Vilnius), I have wanted to visit for a long time. I was attracted by the range of modern art and innovative digital spaces created in this industrial city, as well as by its historical architecture. But there were so many long-distance destinations on my bucket list that I had never made it to Linz before. Corona freed me, hopefully temporarily, from this „travel problem“. After the situation had relaxed a bit, I recently dared to take a short trip to Austria (see also here ).

Due to Corona I travel by car and spent two nights in a holiday flat. After I had disinfected all grip surfaces, especially on windows, doors and cupboards, I felt quite comfortable.

In Austria with only about 30 new infections per day, the restrictions are less strict . Masks are now only compulsory in public transport. In all other public places, also in restaurants, churches and museums, it has been abolished. For the service staff masks are still compulsory. Social distancing is now only one meter.

The people seemed quite relaxed. Everything seemed much more normal to me. That was surely also due to the fact that in the beautiful weather many people were on the Danube promenade, in cafés, restaurants and shopping. The city centre did not seem to be crowded, which was probably due to the few tourists.  Also the restaurant tables that were placed at a distance of one metre did not look so artificially isolated as in Germany. In the hotels, there were already buffets offered again.  When I saw that, I was very happy about my holiday flat ! Feeling a bit uneasy about these relaxations voluntarily wore the face mask in churches and museums and that although I was mostly alone there. In case of doubt I like to be a bit more careful. Only at  the Danube boat trip I had to provide my address and telephone number.

First, I visited the baroque main square ( Hauptplatz) with the plague column, which was (appropriately?) just being renovated. Then I strolled through the medieval old town and went up to the city castle, where there was a very nice view over the city and the Danube.

I also like to visit churches and in this respect Linz offered a lot. I visited the Old and the New Cathedral, the Martins-, the Minoriten- and the Ursulinenkirche.  In my childhood my mother dragged me on journeys into every church. I remember especially well our visit to Vienna, where the churches were literally at every corner. After decades of abstinence, I nevertheless find it difficult nowadays not to enter the interior of a church.

On the second day I took the Pöstlingsbergbahn, which looked more like a tram to me, and went up to the panoramic mountain of the same name with its pilgrimage church. I found the view of Linz, which is situated on a bend of the Danube, very impressive, but it was slightly hazy, so that the view did not go as far as the Alps. On the terrace of the Pöstlingsbergsschlössel I enjoyed once again the beautiful city view and a delicious Linzer Schnitte with whipped cream.

In the afternoon I went on a Danube boat trip of almost two hours. The trip was only offered by one company and there were only three tours per day. Nevertheless there were only a few passengers on the huge ship. The trip went along the huge area of the steelworks „Voest Alpine“ with smoking blast furnace. Then we drove to the nature reserve at the mouth of the Traun river and on the way back we visited the commercial harbour where we saw some of the famous street art and graffiti artwork. Finally, we passed the OWAG shipyard. On boat trips I am usually a bit bored but I really liked this mixture of nature, industry and culture. There was very little traffic on the Danube. During the almost two-hour tour we met only some sport motorboats. The cruises from Passau to Vienna are probably only offered in a limited way at the moment and the cargo ship traffic seems to have come to a standstill.

Finally,  I visited the Lentos Museum of Modern Art as one of three visitors.

It was a pity that some main attractions were still closed. I would have been especially interested in the interactive media art museum Ars Electronica Center, and the Voest Alpine Stahlwelt . Unfortunately, the guided tour through the Street Art at Mural Harbour took place only once a week. Also the OÖ Höhenrausch, an open-air exhibition of modern art above the roofs of the city, was cancelled this year. So I left after two days and visited the city of Enns on the way back. In another article I will report about it.

Conclusion: Linz is a very worth seeing city. Especially interesting is the mix of historical buildings, modern art and industry. The friendly locals help to make you feel at home. I would like to visit the city again when the foreign visitors have returned and the above mentioned attractions are open again.Travelling in Austria proved to be much less complicated than I had expected, despite Corona.

Have you already been to Linz or any other Austrian city except Vienna and what did you think of it?

Always looking forward to your feedback.

My fotos I am also showing on Instagram under wanderlustig2020.

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Padua und Venedig im Sommer 2018 Padua and Venice in summer 2018

Einführung

Einer meiner ersten Blogbeiträge befasste sich mit meiner Kurzreise nach Padua im Sommer 2018. Er ging damals unter und hatte nur eine spärliche Resonanz. Irgendwann löschte ich den Post.

In diesen Tagen denke ich oft an meine vielen wunderbaren Reisen durch Italien. Speziell in Padua habe ich mich schon mehrmals aufgehalten. Italien ist mein allerliebstes Reiseland. Auf meiner Bucket List steht eine individuelle Reise mit dem Zug von Südtirol bis zur Stiefelspitze. Es wird sicher noch dauern, bis das wieder möglich ist.

Zwischenzeitlich bleibt mir nicht mehr, als mich an die wunderbaren Reiseerlebnisse in Italien zu erinnern. Daher habe ich meinen damaligen Beitrag noch einmal verfasst. Bis auf zwei zusätzliche Fotos der Basilika San Antonio und die englische Übersetzung habe ich nichts verändert. Denjenigen, die meinem Blog folgen, wird vielleicht auffallen, dass ich damals anders geschrieben habe. Euer Feedback, wie euch das gefällt, würde mich interessieren.

Einstweilen wünsche ich den so tapferen Italienern, dass es ihnen bald wieder besser geht und dass sie die unvorstellbaren Verluste von Menschenleben so gut es nur geht verarbeiten können.

 Kurztrip vom 31.5. bis 3.6.2018

Mit Hilfe des Brückentages war wieder einmal ein kurzer Städtetrip nach Oberitalien möglich. Wie schon einige Male zuvor hatte ich in Padua ein Hotel gebucht und unternahm  Ausflüge mit der Bahn. Dieses Mal war ich in Venedig und Treviso. In Padua selber habe ich mich nicht so viel aufgehalten. Auch weil ich fast alle Sehenswürdigkeiten schon kannte. Padua ist aber eine schöne mittelgroße Stadt mit viel italienischem Flair und ein guter Ausgangspunkt, um mit der Bahn schnell nach Venedig zu fahren. Unnötig ist es fast zu erwähnen, dass die Übernachtungspreise in Padua günstiger sind als in Venedig .

Viel Spass beim Lesen meines Reiseberichts wünscht euch

Inga

Anreise nach Padua

Meine Fahrt von München nach Padua mit dem Flixbus war ein Experiment, das ich nur bei weniger Verkehrsaufkommen wiederholen würde. Die Fahrt sollte ca. 7:30 Stunden dauern. Tatsächlich standen wir quasi im Dauerstau und brauchten zwei Stunden länger. Nun gut damit hatte ich gerechnet, aber nicht damit, dass es keine Pause und keinen Getränkeverkauf geben würde. Wir hielten zwar in Bozen, Trient und Verona, aber das war meistens nur kurz und wenn wir länger stehenblieben, dann war nicht klar, wie lange wir bleiben würden. Es gab keine Ansagen. Ich fragte den Fahrer, wann wir Pause machen und er sagte nur „Dopo Bozen“, aber davon war dann nicht  mehr die Rede, wohl wegen der Verspätung. Da wir meistens in der Nähe der Bahnhöfe hielten, überlegte ich, ob ich einfach aussteigen und mit dem Zug weiterfahren sollte. Allerdings  wollte ich das nicht mit dem genervten Fahrer diskutieren …

Als wir endlich in Padua ankamen, brach ein Gewitter los und es fing richtig an zu schütten. Meinen Schirm hatte ich soweit griffbereit im Koffer, so dass ich nur ein bisschen nass wurde, aber ich lief nicht sehr weit, sondern stürmte in die nächste Bar, um meinen Koffeinpegel wieder anzuheben. Die Bars, die es in italienischen Städten buchstäblich an jeder Ecke gibt, liebe ich sehr. Zum Kaffee, der immer gut ist, ganz gleich, wo sich die Bar befindet, gibt es selten mehr als ein Croissant („brioche“) oder ein Sandwhich zu essen, aber die Möglichkeit, einfach schnell im Stehen mein Lieblingsgetränk zu genießen, ist  einzigartig.

Nachdem ich in meinem Hotel in der Altstadt eingecheckt hatte, herrschte wieder warmes und trockenes Sommerwetter. Ich beschloss, noch zur Basilika San Antonio zu spazieren. In dieser Wallfahrtskirche aus dem 13. Jahrhundert ist der Hl. Antonius begraben. Es ist ein majestätischer  Dom mit vielen Fresken  und kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten, aber die Hauptattraktion ist das Grab des Heiligen. Normalerweise muss man zunächst in einer langen Schlange von Pilgern anstehen, um dort hin zu gelangen, aber an diesem Abend kurz vor der Schließung der Kirche war es leer. Ich ging mit einer kleinen Gruppe hinter dem Begräbnisaltar  vorbei, berührte dort die schwarze steinerne Grabplatte mit den Händen, blieb einen Moment stehen und dachte an die Dinge, die ich mir wünschen würde, wenn Antonius mir helfen könnte. Ich bin nicht gläubig, habe aber das Gefühl, dass diese kleine Geste eher helfen als schaden könnte. Außerdem steckt die andächtige Stimmung, die am Grab herrscht, in gewisser Weise an. Als ich aus der Basilika kam, gewitterte es wieder. Ich ließ meinen Besuch beim Heiligen bei einem Aperol Spritz auf einer überdachten Terrasse mit Blick auf die Kirche ausklingen.

Ausflug nach Venedig

Am nächsten Morgen herrschte strahlender Sonnenschein. Es sollte ein sehr heißer Tag werden. Meinen Ausflug nach Venedig wollte ich früh beginnen und ging daher um kurz vor 8 Uhr zum Bahnhof. Nach dem üblichen Kampf mit dem Fahrkartenautomaten nahm ich einen Zug, der mich in 27 Minuten nach Venedig brachte ( Verbindungen auf der Homepage von Trenitalia nachschauen, Regionale Veloce – RV- zum Bahnhof Venezia Lucia, einfache Fahrt 4,25 €, am besten gleich die Rückfahrt dazu buchen und aufpassen, dass man keinen Schnellzug erwischt,  Ticket 16,90 €/ einfache Fahrt).

Direkt am Bahnhof in Venedig befindet sich eine Haltestelle der Vaporettos, dort stieg ich ein, um über den Canale Grande zum Markusplatz zu fahren (Ticket ACTV einfache Fahrt 7,50 €, die Tageskarte für 20 € lohnte sich für mich nicht und auch nicht der City Pass Venezia Unica ab 28,90 €,  weil die Museen, die ich besuchen wollte, nicht inkludiert waren).

Nachdem das Vaporetto zunächst so vollbesetzt angekommen war, dass ich nur noch im Innere stehen und überhaupt nichts sehen konnte, und ich  dachte, dass es keine gute Idee gewesen war, in der Hauptsaison nach Venedig zu fahren, leerte sich das Boot an der Rialto Brücke.

Introduction

One of my first blog posts was about my short trip to Padua in the summer of 2018, which was  hardly noticed. At some point I deleted the post.

These days I often think about my many wonderful journeys through Italy. Especially to  Padua I have travelled several times. Italy is my very dearest travel country. On my bucket list stands an individual journey by train from South Tyrol to the southern tip. It will surely take some time until this will possible again.

In the meantime I am limited to remembering my wonderful travel experiences in Italy. Therefore,  I have rewritten my former report. Except for two additional photos of the Basilica of San Antonio and the English translation, I have not changed anything. Those who follow my blog may notice that I wrote differently back then. I would be interested in your feedback on how you like it.

In the meantime, I wish the Italians who have been so brave, that they will soon be better and that they will be able to cope with the unimaginable loss of human life, as best they can.

Short trip from 31.5. to 3.6.2018

With the help of the Bridge Day a short city trip to Northern Italy was once again possible. Like several times before I had booked a hotel in Padua and went on excursions by train. This time I was in Venice and Treviso. In Padua itself I did not spend much time. Also because I already knew almost all sights. But Padua is a nice medium-sized city with a lot of Italian flair and a good starting point to get to Venice quickly by train. Needless to say that the accomodation in Padua is cheaper than in Venice.

I hope you enjoy reading my travel report

Inga

Journey to Padua

My trip from Munich to Padua with Flixbus was an experiment that I would only repeat in less traffic. The journey was supposed to take about 7:30 hours. In fact we stood in a permanent traffic jam and the trip took  two hours longer. Well I had expected that much, but not that there would be no break and no sale of drinks. We stopped in Bolzano, Trento and Verona, but that was mostly only for a short time and if we stopped for a longer, it was not  clear how long we would stay. There were no announcements. I had asked the driver when we were going to take a break and he just said „Dopo Bolzano“, but that was no longer an issue, probably because of the delay. Since we usually stopped near the stations, I thought about whether I should just get off and continue by train. But I did not want to discuss this with the stressed out driver …

When we finally arrived in Padua, a thunderstorm broke out and it started to pour down heavily. I had my umbrella in my suitcase ready to use, so that I only got a little wet, but I did not walk very far and stormed into the next bar to raise my caffeine level again. I really do love the bars that you find literally on every corner in Italian cities. With the coffee, which is always good, no matter where the bar is located, there is rarely offered more than a croissant („brioche“) or a sandwhich  but the opportunity to simply enjoy my favourite drink quickly while standing is unique.

After I had checked in at my hotel in the historic quarter, the weather was again dry, warm and summerly. I decided to walk to the Basilica San Antonio. St. Antonio is buried in this pilgrimage church from the 13th century. It is a majestic cathedral with many frescos and art-historical sights, but the main attraction is the grave of the saint. Normally you have to queue up in a long line of pilgrims to get there, but that evening, just before the church closed, it was empty. I walked with a small group behind the funeral altar, touching the black stone tomb slab with my hands, stopped for a moment and thought of the things I would wish for if St. Anthony could help me. I am not a believer, but I have the feeling that this small gesture could help rather than harm. Besides, the devotional atmosphere at the tomb is contagious in a certain way. When I came out of the basilica, there was a rain storm again. I finished my visit to the saint with an aperol spritz on a covered terrace with a view of the cathedral.

Trip to Venice

The next morning there was bright sunshine. It was going to be a very hot day. I wanted to start my trip to Venice early and so I went to the train station shortly before 8 am. After the usual fight with the ticket machine I took a train, which brought me to Venice in 27 minutes ( look up connections on the homepage of Trenitalia, Regional Veloce – RV- to the station Venezia Lucia, one way 4,25 €, best is to book the return trip right away and take care not to catch an express train, ticket 16,90 €/ one way).

Right at the station in Venice I found the stop  of the Vaporettos, where I boarded  a  boat  to drive over the Canale Grande to the Piazza San Marco (ticket ACTV one way 7,50 €, the day ticket for 20 € was not worthwhile for me and also not the City Pass Venezia Unica from 28,90 €, as the museums that I wanted to visit were not included).

When  the vaporetto had arrived it was so fully loaded, that I could only stand in the interior and was not able to see anything at all. I thought that it had not been a good idea to visit Venice in the main season, but then the boat got much emptier at the Rialto Bridge stop.

Venedig hatte ich schon einige Male besucht, trotzdem zog es mich zuerst zum Markusplatz. Der Platz begann sich gerade erst zu füllen. Es war noch früh. Zunächst musste ich anstehen, um in die Basilika San Marco hineinzukommen. Das Warten war sehr kurzweilig. Es gab viel zu sehen auf dem Platz: Baudenkmäler und Touristen aus der ganzen Welt.

Die Kirche, in der man nicht fotografieren durfte, schon im Eingangsbereich stand ein Wächter, der  „No foto“ brüllte, ist über und über mit den zweitgrößten Goldmosaiken der Welt verziert. Sie ließ mich aber seltsamerweise kalt und wirkte eher wie ein, schlecht ausgeleuchtetes, Museum. Es gab auch keine Kirchenbänke, wo man sich hätte hinsetzen können, um die Mosaiken  zu bestaunen. Ein kleiner Bereich mit Sitzgelegenheiten war nur für Betende geöffnet.

Den Domschatz „Pala D’Oro“ konnte man gegen einen Eintritt von 3 € besichtigen. Die Schlange der Wartenden war lang und bewegte sich nicht. Nach einer Viertelstunde gaben einige Leute auf und ich schloss mich ihnen an. So kam es, dass ich eine sehr gute Entscheidung traf. Ich ging ins Dommuseum (Museo Basilica, Eintritt 5 €). Es befindet sich auf einer Empore mit herrlichem Blick ins Innere der Kirche. Nun konnte ich auch die Mosaiken unter der Kuppel von ganz nahem anschauen. Das Museum an sich ist recht klein, aber neben mehreren Architekturmodellen der Basilika gab es vor allem „überzählige“ Mosaikfragmente zu sehen, also solche die bei Restaurierungen der Basilika übrig geblieben waren. Dabei waren sehr ausdrucksstarke Gesichter von Heiligen, die man sonst nicht so nah zu sehen bekommt oder die auf einem größeren Mosaik nicht zur Geltung kommen.

Außerdem sind die Originalbronzepferde von San Marco ausgestellt.  Die Quadriga, die aus lebensgroßen Goldbronzeplastiken besteht, wurde von den Venezianern bei einem Kreuzzug im 13. Jahrhundert erbeutet. Die Pferde sollen aus der Antike stammen und die ältesten freistehenden Plastiken sein, die aus dieser Zeit erhalten sind. Ein toller Anblick  (leider keine Photos möglich) !

Die modernen Kopien der Pferde stehen auf der Loggia, zu der man vom Museum Zutritt hat. Dorthin ging ich nun und bestaunte die Piazza mit den herbeiströmenden Menschenmassen und den  Blick zum Canale Grande.

I had already visited Venice a few times, but I was drawn to St. Mark’s Square first. The square just started to fill up. It was still early. First I had to queue to get into the Basilica San Marco. The waiting was very entertaining though. There was a lot to see in the square: monuments and tourists from all over the world.

The church, in which one was not allowed to take pictures, already in the entrance area there was a guard who shouted „No foto“, is adorned over and over with the second biggest gold mosaics of the world. But strangely enough it left me cold and seemed more like a, badly illuminated, museum. There were also no pews where you could have sat down to admire the mosaics. A small area with seats was only open for prayers.

The cathedral treasure „Pala D’Oro“ could be viewed for an entrance fee of 3 €. The queue was long and did not move. After a quarter of an hour, some people gave up and I joined in. By this way, it happened that I made a very good decision. I went to the cathedral museum (Museo Basilica, entrance fee 5 €). It is located on a gallery with a wonderful view into the interior of the church. Now I could have a very close look at the mosaics under the dome. The museum itself is quite small, but beside several architecture models of the basilica, there were mainly „surplus“ mosaic fragments to see, thus those that were left over during the restorations of the basilica. They were very expressive faces of saints that one normally does not get to see so close or that do not come to the fore in a larger mosaic.

Also on display are the original bronze horses of San Marco.  The quadriga, made of life-size gold bronze sculptures, was captured by the Venetians during a crusade in the 13th century. The horses are said to be from ancient times and to be the oldest free-standing sculptures preserved from that period. A great sight (unfortunately no photos possible) !

The modern copies of the horses can be seen on the loggia, which is accessible from the museum. There I went and admired the piazza with the crowds of people and the view to the Canale Grande.

PaduaBlog (6)Inzwischen war es brütend heiß. Ich spazierte zunächst zum Palazzo Grassi, um mir eine Ausstellung moderner Kunst anzuschauen. Beim Blick auf den Stadtplan hatte ich gesehen, dass es nicht sehr weit war, der Weg aber durch zahlreiche verwinkelte Gassen ging. Sorgen, dass ich mich verirren würde, hätte ich mir aber nicht zu machen brauchen. Zunächst folgte ich eine ganze Weile der guten Ausschilderung zur Rialto Brücke und dann gab es nahe der Kirche S. Stefano einen Abzweig zum Palazzo Grassi. Auf dem Weg entdeckte ich, dass überall sehr, sehr viel Betrieb herrschte, aber auch, dass jedes Gebäude, an dem ich vorbeiging , auf seine Art ästhetisch schön war. Oft überquerte ich kleine Brücken, die über Kanäle führten, die vom Canale Grande abzweigten. Dort konnte man auch Gondeln mieten (sehr teuer, ab 80 € pro halber Stunde ). Auch gab es alle paar Minuten eine Kirche zu sehen und die meisten öffentlichen Gebäude waren in atemberaubenden Palazzi untergebracht. Ich begann zu ahnen, dass mein Tagesausflug nur an der Oberfläche dieser fantastischen Stadt kratzen würde.

Im Palazzo Grassi besuchte ich eine Ausstellung mit Gemälden von Albert Oehlen und freute mich über das gelungene Zusammenspiel der modernen Kunst mit der Architektur des Venezianischen Palastes aus dem 18. Jahrhundert.

In the meantime it had become scorching hot. First I walked to Palazzo Grassi to see an exhibition of modern art. By looking at the city map I had seen that it was not very far, but the way went through numerous winding alleys. But I did not have to worry that I would get lost. First, I followed the good signposting to the Rialto Bridge for a while and then, close to the church S. Stefano, there was a branching off to the Palazzo Grassi. On the way I discovered that there was a lot of activity everywhere, but also that every building I passed was aesthetically beautiful in its specific way. I often crossed small bridges that led over canals that branched off the Grand Canal. There, one could also rent gondolas (very expensive, from 80 € per half hour). There was a church to visit every few minutes and most of the public buildings were accommodated in breathtaking palazzi. I started to suspect that my day trip would only scratch the surface of this fantastic city.

In Palazzo Grassi I visited an exhibition of paintings by Albert Oehlen and was pleased about the successful interaction of modern art with the architecture of the Venetian palace from the 18th century.

Ich hatte ein Kombiticket gekauft, mit dem ich auch die Fotoausstellung „Dancing with Myself“ in der Punta Dogana sehen konnte (18 € für beide Ausstellungen). Über die Brücke an der Accademia, die gerade renoviert wurde, aber auf einem schmalen völlig überlasteten Steg zugänglich war, gelangte ich nach Dorsoduro, wo die Orientierung einfach war, weil ich in Richtung der Landspitze unterwegs war.

With my  combination ticket, I could also see the photo exhibition „Dancing with Myself“ in the Punta Dogana (18 € for both exhibitions). Over the bridge at the Accademia, which was just renovated but accessible on a narrow, completely overloaded footbridge, I arrived in Dorsoduro, where orientation was easy, as I was heading towards the point.

Vorbei an der Guggenheim Collection, die ich schon einmal gesehen hatte, ging ich an der schönen Kirche San Gregorio vorbei zum Museum Punta Dogana. Auch in dieses Museum hatte sich kaum ein Tourist verirrt, was in Anbetracht der Massen, die in Venedig unterwegs waren, unendlich gut tat. Die Fotoausstellung fügte sich in die umgebaute Zollstation aus dem 15. Jahrhundert ebenfalls sehr schön ein. Etwas versteckt ging es in den obersten Stock (ausgeschildert: Bellevue) in ein einzelnes Turmzimmer mit einem sensationell  schöner Blick in drei Richtungen nach San Marco, Guidecca und den Hafen. Das Kunstwerk von Damien Hirst geriet dabei leider etwas ins Hintertreffen.

Passing the Guggenheim Collection, which I had seen before, I walked past the beautiful church San Gregorio to the museum Punta Dogana. Also in this museum, there were hardly any tourists, something that did infinitely well considering the masses that were on the road in Venice. The photo exhibition also fitted very nicely into the rebuilt customs station of the 15th century. A little bit hidden on the top floor (signposted: Bellevue)  I discovered a single tower room with a sensationally beautiful view in three directions to San Marco, Guidecca and the harbour. Unfortunately, Damien Hirst’s work of art fell somewhat behind.

PaduaBlog (13) - Kopie

Auf dem Rückweg zum Bahnhof passierte ich die Rialto Brücke, die von vielen Besuchern belagert wurde.

Walking back to the station I passed the Rialto Bridge, which was besieged by many visitors.

PaduaBlog (14)Danach fuhr ich mit dem Aufzug auf die Dachterrasse des in einem Venezianischen Palazzo untergebrachten Luxuskaufhauses Fondaco dei Tedeschi, von der man den besten Blick über den Canale Grande genießen kann. Auf der Homepage des Kaufhauses hatte ich gelesen, dass man die Besuchszeit reservieren soll, aber ich ging einfach hin und es klappte! Bemerkenswert war, dass asiatische Touristen tatsächlich zum Shopping von Luxusprodukten im Gebäude unterwegs waren, während alle anderen Besucher nur zur Aussichtsplattform fuhren.

Afterwards, I took the elevator to the roof terrace of the luxury department store Fondaco dei Tedeschi that is accommodated in a Venetian palazzo and from which one can enjoy the best view over the Canale Grande. I had read in the homepage of the department store that one should reserve the visiting time, but I simply went there and it worked! What was remarkable was that the Asian tourists actually went to the building for shopping luxury products, while all other visitors only went to the observation deck.

Padua Venedig Opa FFM (55)
Auf dem Weg zum Bahnhof ließ ich den geplanten Besuch des Museums im Ca‘ d’Oro, einem gotischen Palazzo, aus. Soviel Schönes hatte ich an diesem Tag schon gesehen, meine Aufnahmefähigkeit war erschöpft.

On the way to the train station I skipped the planned visit of the museum in the Ca‘ d’Oro, a gothic palazzo. I was already satiated with beauty.
PaduaBlog (16)
Stattdessen trank ich noch einen wohlverdienten Bellini in einer Bar mit Blick auf die vorbeihastenden Touristen und fuhr dann mit einem langsameren Regionalzug in einer dreiviertel Stunde zurück nach Padua.
Instead I drank a well-deserved Bellini in a bar with a view of the tourists rushing by and then took a slow regional train back to Padua in three quarters of an hour.

Ausflug nach Treviso

Am nächsten Tag, dem 2. Juni, war der italienische Nationalfeiertag. Ich nahm den Zug nach Treviso ( mit dem Reginonale Velocce, einmal Umsteigen in Venezia Mestre, 10 Euro hin- und zurück, Fahrtzeit einfache Strecke ca. 45 Minuten).

In Treviso ging es wesentlich ruhig zu als in Venedig, wohl auch weil es nicht annähernd so viel zu sehen gibt.

Ich sah eine sehr getragene Feier zum Nationalfeiertag am Siegesdenkmal La Vittoria.

Trip to Treviso

The next day, June 2, was the Italian national holiday. I took the train to Treviso (with Reginonale Velocce, one change in Venezia Mestre, 10 Euro return, one way takes about 45 minutes).

In Treviso it was much quieter than in Venice, probably also because there is not nearly as much to see.

I saw a very festive event for the national holiday at the victory monument La Vittoria.

Dann besichtigte ich San Nicolo‘ und Santa Lucia, zwei sehenswerte Kirchen mit wunderbaren Fresken.

Then I visited San Nicolo‘ and Santa Lucia, two churches worth seeing with wonderful frescos.

Unterwegs traf ich auf eine johlende Reisegruppe bei der Fontana delle Tette, einer Brunnenskulptur nach einem antiken Vorbild, aus deren Brüsten Wasser strömt. Die Herren der Schöpfung ließen es sich nicht nehmen, sich als Busengrapscher zu gerieren, was von den Damen der Gruppe heftig beklatscht wurde.

En route, I met a cheering tourist group at the Fontana delle Tette, a fountain sculpture based on an antique model, from whose breasts water flows. The male travellors did not pass the opportunity to grope at the breasts of the statue, which was applauded fiercely by the ladies of the group.

PaduaBlog (21)
Nach meinem Besuch im Museo Santa Catarina, wo es eine sehenswerte Rodin Ausstellung gab (wenn man noch nicht im Musée Rodin in Paris war, aus dem die Exponate stammten) trieb ich mich noch ein bisschen im Mühlenviertel I Buranelli herum, was ich aber nicht herausragend fand, und erholte mich dann bei einem köstlichen Oktopus-/Shrimpssalat und Prosecco.

After my visit to the Museo Santa Catarina, where there was a Rodin exhibition worth seeing (if you haven’t been to the Musée Rodin in Paris, where the exhibits came from), I hung around a little in the mill district I Buranelli, which I did not think outstanding, and then relaxed with a delicious octopus/shrimp salad and Prosecco.
PaduaBlog (22)
Dann ging ich zur hochgelobten Promenade am Fluss Sile, stellte aber nach kurzer Zeit fest, dass es sich um einen durchaus idyllischen Teil des Radwegs München Venedig handelte, der für Fußgänger aber zu langweilig war. Ein paar netten Entchen mit ihrer Mama begegnete ich dann aber doch.

Then I went to the highlyrecommended promenade along the river Sile, but after a short time I realized that it was a thoroughly idyllic part of the Munich Venice cycle path, but too boring for pedestrians. At least, I met some nice little ducks with their mummy.

An meinem letzten Tag, dem Sonntag, musste ich um 16 Uhr mit dem Zug zurück nach München fahren. Vormittags besuchte ich in Padua eine Kunstausstellung im Palazzo della Ragione. Ich mag den Ratssaal, der schon im 13. Jahrhundert als Gerichtssaal benutzt wurde, wegen seiner wunderbaren Fresken sehr. Die aktuellen Ausstellung mit Kunstwerke von Gaetano Pesce, über die der Saal zugänglich war, versperrte leider oft den Blick auf die Architektur.

On my last day, Sunday, I had to take the train back to Munich at 4 pm. In the morning I visited an art exhibition in the Palazzo della Ragione in Padua. The council hall, which was already used as a courtroom in the 13th century, I like very much because of its wonderful frescos. Unfortunately, the current exhibition with works of art by Gaetano Pesce, through which the hall was accessible, often blocked the view of the architecture.
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Dann wollte die älteste Kirche von Padua, Santa Sofia aus dem 11. Jahrhundert, besichtigen, was wegen der Sonntagsmesse nicht ging. Ich schaute kurz ins Innere und beschloss, mir die Kirche für meinen nächsten Besuch in Padua aufzuheben.

Then I wanted to visit the oldest church of Padua, Santa Sofia from the 11th century, but this was not possible because of the Sunday mass. Instead I took a quick look inside and decided to save the church for my next visit to Padua.

Noch einmal besuchte ich die Basilika San Antonio und dann hieß es Abschied nehmen, vom Heiligen und von der liebenswerten Stadt Padua.

One last time I visited the Basilica of San Antonio and then it was time to say goodbye to the Saint and to the lovely city of Padua.

Nach knapp sieben Stunden Zugfahrt kam ich erschöpft aber glücklich in München an.

After almost seven hours of train travel I arrived in Munich exhausted but happy.

Reist ihr gerne nach Italien und welche Reisen haben haben euch besonders gut gefallen ?
Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

Do you like to travel to Italy and which trips did you especially like ?
Looking forward to your comments and likes.

 

 

Unterwegs auf Lanzarote (2)

Am Sonntagmorgen sah das Wetter viel besser aus. Im Gegensatz zum Vortag Unterwegs auf Lanzarote (1) war es nur leicht bewölkt und wurde im Laufe des Tages immer schöner.
Zuerst fuhr ich zur Südwestküste der Insel nach El Golfo. In einer Bucht in der Nähe des  idyllischen Örtchens liegt ein beliebtes Ausflugsziel, der Charco de los Clicos. Es handelt sich um einen Vulkankrater, der zur Hälfte ins Meer abgerutscht ist. Vor einem schwarzem Lavastrand liegt der grün leuchtende Lagunensee. Das Ganze wird von einem tiefroten Hang eingerahmt. Zu Beginn des Pfades, der zum Charco de los Clicos führte, zog ich meine Wanderschuhe an. Das wäre allerdings nicht nötig gewesen, da ich nach fünf Minuten am Mirador ankam, der einen atemberaubenden Blick auf die farbenfrohe Landschaft bietet.

DSC04412Danach fuhr ich an der Küste entlang nach Yaiza. Der bekannteste Halt an der wilden Klippenküste befindet sich bei den sog. Hervideros. Dort prallen die Wellen mit großer Wucht auf die Felsen aus tiefschwarzer Lava, schießen durch Felslöcher hindurch nach oben.  Die aufgewühlte weiße Gischt und das hellblaue Meer bieten noch dazu einen sehr schönen Farbkontrast zu den Lavafelsen. Man kann im Areal herumspazieren und an einige Stellen durch Felsgrotten in die Gischt blicken.

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Inzwischen schon etwas hungrig fuhr ich nach Yaiza. Das Städtchen, das schon mehrfach als schönstes spanisches Dorf ausgezeichnet wurde, präsentierte sich mit malerischer kanarischer Architektur,  blank geputzt und vorbildlich renoviert. Allerdings irrte ich zunächst durch den sonntäglich verlassenen Ort. Die Restaurants waren geschlossen. Schließlich entdeckte ich an der Hauptstraße eine sehr gut besuchte Bar, wo man sich an der Theke auch kleine warme Gerichte aussuchen konnte. Die Einheimischen nahmen das Essen auch mit nach Hause. Mein geschmortes Huhn mit Gemüse und Kartoffeln  schmeckte ausgezeichnet und ich ergatterte sogar noch einen Sitzplatz am Tisch bei einem englischen Ehepaar,  mit dem ich mich sehr nett unterhielt.

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Gut gestärkt begab ich mich zu DEM Highlight eines Lanzarote Besuchs, dem Nationalpark Timanfaya mit den Feuerbergen (Montanas del Fuego).

Zur Entstehungsgeschichte folgender Auszug aus Wikivoyage:
“Am 1. September 1730 brach bei der Ortschaft Timanfaya die Erde auf, es bildet sich ein Berg, aus dessen Gipfel Flammen in die Höhe schossen. Es war der Beginn einer gewaltigen Vulkaneruption, die insgesamt 6 Jahre lang andauerte. In ihrem Verlauf wurden 11 Ortschaften zusammen mit dem fruchtbarsten Ackerland der Insel Lanzarote vernichtet. In der Erde bildete sich ein Riss von 14 km Länge, an dessen Rändern Lavafelder entstanden. Der längste Lavastrom hatte eine Länge von über 20 km und erreichte schließlich bei Arrecife das Meer.
Bei diesem von zahlreichen Seebeben begleiteten Naturschauspiels verlor ein Großteil der Bevölkerung auf Lanzarote seine Existenzgrundlage …
Im Jahr 1824 kam es erneut zu einem Vulkanausbruch, es war vorläufig der letzte, sein Zentrum lag am Rand des heutigen  Nationalparks …“

Den Nationalpark kann man nicht auf eigene Faust besichtigen. Es gilt die kargen, im Entstehen begriffenen  und äußerst empfindlichen Flechtenkulturen auf der Lava streng zu schützen. Außerdem ist der Boden vielfach unterhöhlt und es gibt gefährliche Spalten in der Lava.

Mit dem Pkw fährt man, nachdem man den Eintritt bezahlt hat ( aktuell 10 €),  ohne Zwischenstops zum Besucherzentrum „Islote de Hilario“, wo man das Fahrzeug parkt.

Auf dem Weg in den Nationalpark  kann man einen kurzen Ritt auf einem Dromedar unternehmen. Das hatte ich schon einmal ausprobiert. Die schaukelnde Gangart der Tiere hatte mir nicht zugesagt und daher verzichtete ich gerne auf das Vergnügen.

Das Besucherzentrum befindet sich auf einem Hügel. Dort gibt es ein rundherum verglastes Panoramarestaurant, das natürlich wieder vom Lanzeroter Künstler Cesar Manrique konzipiert wurde. Vorführungen der an dieser Stelle herrschenden starken Erdhitze werden geboten. In eine Erdspalte wird ein trockenes Pflanzenbüschel platziert, das sofort in Flammen aufgeht. Außerdem kann man den natürlichen Vulkangrill hinter dem Restaurant bewundern. Gegrillt wird über einem ummauerten Erdloch ausschließlich mit der natürlichen Erdhitze. Im Restaurant kann man so zubereitetes Fleisch und Fisch bestellen. Schmeckt sicher sehr gut,  aber so viel Zeit wollte ich mir doch nicht nehmen.

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Vom Besucherpark starten Busse zu einer Rundfahrt von dreißig Minuten auf der „Ruta de los Volcanes“. Die Strecke führt über 14 km durch einen kleinen Teil eines riesigen Gebietes. Der Bus hält an markanten Punkten kurz an, aber aussteigen darf man nicht. Nach alledem waren meine Erwartungen ziemlich niedrig, als ich mich in dem vollbesetzten Bus setzte, glücklicherweise auf die richtige Seite zum Fotografieren, rechts in Fahrtrichtung.

Während der vom Band abgespielten Erklärungen auf Englisch und Spanisch wurden immer wieder Teile aus der Chronik des Pfarrers von Yaiza wieder gegeben. Don Curbelo erlebte die Katastrophe von 1730  als Augenzeuge und beschrieb sie sehr eindrucksvoll. Es folgt ein Auszug aus seiner Chronik der Katastrophe.

“… Am 1. September 1730, zwischen 9 und 10 Uhr abends, öffnete sich plötzlich die Erde bei Timanfaya, zwei Wegstunden von Yaiza. Ein gewaltiger Berg bildete sich
bereits in der ersten Nacht und Flammen schossen aus seinem Gipfel, die 19 Tage lang weiterbrannten. Wenige Tage später brach ein neuer Schlund auf und der Lavastrom ergoss sich über Timanfaya, Rodeo und einen Teil der Mancha Blanca.
Die Lava floss nach Norden, anfangs wie sprudelndes Wasser, später zähflüssig wie Honig. Doch am 7. September stieg mit unheilvollem Donnern ein riesiger Fels aus der Tiefe und zwang die Lava dazu, ihren Fluss nach Westen und Nordwesten zu wenden. Dort zerstörte sie die Orte Maretas und Santa Catalina.
Am 11. September erneuerte sich die Gewalt der Lava. Sie bedeckte und verbrannte das Dorf Mazo und stürzte danach acht Tage lang als feuriger Katarakt unter furchtbarem Tosen ins Meer, so dass tote Fische in riesigen Mengen an der Oberfläche schwammen oder ans Ufer geworfen wurden. Danach beruhigte sich alles und die Eruptionen hörten auf.
Jedoch am 18. Oktober brachen direkt über dem verbrannten Santa Catalina drei neue Schlünde auf, aus denen schwere Rauchwolken strömten, die sich über die ganze Insel verbreiteten. Sie trugen Unmengen an Asche und Sand mit sich und überall fielen dicke Wassertropfen nieder. Die dadurch verursachte Finsternis, Asche und Rauch vertrieben mehrfach die Einwohner von Yaiza und Umgebung.
Doch kehrten sie wieder zurück, als auf die Eruptionen keine weiteren Ausbrüche mehr folgten. Am 28. Oktober, als diese Ereignisse zehn Tage angedauert hatten,
fiel in der ganzen Region das Vieh tot um, erstickt vom stinkenden Dunst.
Vom 1. bis 20. November brach unaufhörlich Rauch und Asche aus den Kratern hervor und am 27. wälzte sich mit enormer Geschwindigkeit ein Lavastrom die Hänge hinunter. Am 1. Dezember erreichte er das Meer und bildete dort eine erstarrende Insel. Am 16. Dezember änderte die Lava plötzlich ihren Lauf, floss nicht mehr ins Meer, sondern verschüttete das Dorf Chupadero und vernichtete die fruchtbare Ebene von Uga.
Am 7. Januar 1731 kam es zu neuen Ausbrüchen, die die früheren Krater wieder zerstörten. Aus zwei Öffnungen brach Lava heraus, begleitet von dichten Rauchwolken,
in denen rote und blaue Blitze tobten. Dazu donnerte es wie bei Gewittern, was für die Bewohner sehr erschreckend war, da sie auf ihrer Insel keine Gewitter kannten.

Am 10. Januar türmte sich ein hoher Berg auf, der noch am selben Tag wieder in sich zusammenstürzte. Steine und Asche regneten auf die Insel und Lavaströme flossen über den Malpaís ins Meer.
Am 7. März entstanden gleich mehrere Vulkane, die sich in einer Reihe von Ost nach West erhoben.
Am 4. Juni öffneten sich in der Timanfaya-Region drei Krater auf einmal. Sie verbanden sich schnell zu einem einzigen Vulkankegel, aus dem ein Lavastrom ins Meer
floss. Aus einem Nebenkrater schossen Asche und Blitze heraus, aus einem anderen entwich weißer Dampf, wie man ihn bisher nicht gesehen hatte. Ende Juni waren alle Küsten an der Westseite der Insel mit riesigen Mengen von toten Fischen bedeckt, von denen man viele Arten noch nie gekannt hatte. Nordwestlich von Yaiza stiegen mit heftigen Detonationen Rauch und Flammen aus dem Meer empor.
Im Oktober und November verstörten neue Eruptionen die Einwohner. Am 25. Dezember bebte die Erde und am 28. schoss ein Lavastrom aus einem neu entstandenen Kegel, zerstörte ein weiteres Dorf und eine Kapelle bei Yaiza …“

Als der Pfarrer die Insel verlassen musste,  brachen die Notizen ab, aber die Eruptionen dauerten noch weitere fünf Jahre an. 

Wir rollten langsam durch eine Landschaft, die nicht von dieser Welt zu sein schien. Die fehlende Vegetation, die vielfältigen Formen und Farbtöne des Gesteins und die Silhouetten der Vulkane  waren von außerirdischer Schönheit. Timanfaya  wird oft mit einer Mondlandschaft verglichen. Ich fand, das es eher wie auf dem roten Planeten, dem Mars, aussah. Einerseits war ich äußerst beeindruckt von der dramatischen Vulkanlandschaft, hätte am liebsten mehrmals laut „Wow“ gerufen, andererseits konnte ich mir wegen der Berichte des Augenzeugen lebhaft vorstellen, wie die Landbevölkerung  im 18. Jahrhundert unter der nicht endenden wollenden apokalyptischen Naturkatastrophe gelitten haben muss. Die Vulkaneruptionen haben Lanzarote nachhaltig verändert. Große fruchtbare Gebiete wurden von einer hohen Lavaschicht bedeckt und waren für den Ackerbau verloren.

Aber schaut selbst, wie atemberaubend diese Landschaft aussieht.
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Nachdem die Busfahrt viel zu schnell vorbei war, gönnte ich mir im Restaurant Kaffee und Kuchen und genoss noch einmal den Ausblick über die wunderschöne Vulkanlandschaft.
Schließlich  schaute ich mir noch die informative Ausstellung über Vulkanismus im Allgemeinen und in Lanzarote im Besucherzentrum in Mancha Blanca an und machte mich dann auf den Rückweg.
Von der Nationalparkbehörde werden übrigens  auch geführte kostenlose Wanderungen für eine geringe Anzahl von Besuchern angeboten. Diese kann man online genau einen Monat vorher buchen aber sie sollen immer sofort ausgebucht sein.

Bevor ich nach Costa Teguise zurückkehrte, besuchte ich noch die Fundacion Cesar Manrique, das zu einem Kunstmuseum umgewandelte Wohnhaus des Künstlers. Diese außergewöhnliche Sehenswürdigkeit und weitere Werke Manriques sind einem eigenen Beitrag vorbehalten.

Wart ihr schon einmal in einer Vulkanlandschaft und wie hat es euch gefallen?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

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Unterwegs auf Lanzarote (1)

Am ersten Wochenende auf Lanzarote war ich mit dem Mietwagen unterwegs. Zum ersten Mal während meines Aufenthalts auf der Insel kam ich über Costa Teguise hinaus.

Am Samstagmorgen schaute ich aus dem Fenster und konnte es nicht glauben. Während der gesamten Woche, die ich im Sprachunterricht verbracht hatte, herrschte wunderbares Wetter. Fast immer schien die Sonne und die Temperaturen bewegten sich um angenehme 20 °C.  Nun regnete es tatsächlich und zwar nicht nur ein bisschen. Meine Reservierung für den Fiat Panda wollte ich aber nicht verfallen lassen, so begab ich mich auf eine Tour durch den Norden der Insel.

Zuerst ging es nach Teguise, in die Inselhauptstadt im Landesinneren. Eigentlich wollte ich dort nicht stoppen,  vertrieb mir dann aber die Zeit mit Kaffeetrinken und Schlendern durch die Altstadtgassen im spanischen Kolonialstil in der Hoffnung auf besseres Wetter.

DSC04320DSC04327Es war immer noch regnerisch. Daher beschloss ich, nach Haria zu fahren und dort das letzte Wohnhaus des Ausnahmekünstlers Cesar Manrique (1919-1992) anzuschauen, das in ein Museum umgewandelt wurde. Manrique war Maler, Architekt, Bildhauer und Designer. Er prägte das Erscheinungsbild von Lanzarote maßgeblich und sorgte dafür, dass die touristische Bebauung mit Hochhäusern unterblieb. Die von ihm entworfenen Ferienanlagen orientierten sich an der traditionellen kanarischen Architektur. Außerdem schuf er Werke, in denen die Natur der Vulkaninsel und die Kunst eine  einzigartige Symbiose eingehen (Über die einzelnen Orte  berichte ich jeweils).

Nach Haria fährt man auf einer Serpentinenstrecke, wird aber mit schönen Ausblicken von mehreren Miradores belohnt. Letzeres war mir nicht gegönnt. Die Gegend war in dichten Nebel gehüllt.

In dem schönen Ort Haria gibt es Manriques liebevoll gestaltetes Haus in exquisitem Design und sein Maleratelier zu sehen. Sehr sehenswert sind u.a. die außergewöhnlichen Bäder mit Glasfronten, durch die man nach draußen in das  Lavaformationen schaut (Fotografieren durfte man in den Innenräumen nicht). Etwas unheimlich war, dass die Einrichtung der Privaträume so belassen wurde, wie Manrique sie vor seinem Unfalltod verlassen hatte. Das geht sogar soweit, dass in der Bar noch seine alten, angebrochenen Flaschen stehen!

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In Haria war es nicht neblig, aber sehr trübe und es regnete ein bisschen. Ich überlegte, ob ich weiter zum Mirador del Rio nach Norden oder zu meinen nächsten Zielen an der  Ostküste fahren sollte. Nun ja, die Hoffnung stirbt zuletzt und so landete ich in einer Nebelsuppe am schönsten Aussichtspunkte von Lanzarote, dem Mirador del Rio.
Der Mirador del Rio mit dem dazugehörigen Restaurant ist ein Werk von Cesar Manrique. Die Cafeteria bietet großartige halbrunde Panoramafenster und ist geschmackvoll und puristisch möbliert, so als ob nicht von dem einzigartigen Ausblick abgelenkt werden soll. Angeblich ist der Blick auf die vorgelagerte Insel La Graciosa einer der schönsten auf den Kanaren. Nur kurz konnte ich dies erahnen. Die Insel tauchte einmal aus dem Dunst auf. Ich stürzte nach draußen, um zu fotografieren, da war es schon wieder vorbei ! Mit Cafe con Leche  und leckerem Apfelkuchen tröstete ich mich und beschloss, noch einmal zum Mirador zu fahren, entweder in diesem Urlaub oder später einmal.

DSC04346Am Nachmittag besichtigte ich ein weiteres Werk von Manrique an der Ostküste. Die Jameos del Aqua liegen nördlich von Arrieta. Dort lachte endlich wieder die Sonne. In einem eingestürzten Lavatunnel befindet sich ein großartiges Gesamtkunstwerk. Rund um einen türkisschimmernden Salzsee mit endemischen Albinokrebschen ließ Manrique ein Restaurant, einen Pool und einen unterirdischen Konzertsaal einbauen.  Wirklich eine einzigartige Sehenswürdigkeit, die durch subtropische  Vegetation noch verschönert wird.

Schließlich besuchte ich noch die nahe Cueva de los Verdes, die einen Teil eines fast acht Kilometer langen Lavatunnels bildet. Mit einer Führung können knapp zwei Kilometer der Höhle besichtigt werden. Stimmungsvoll beleuchtet kommen die Struktur der erstarrten Lavaströme und die verschiedenen eingelagerten Gesteinsarten sehr gut zur Geltung. Immer wieder wurden wir aber auch aufgefordert den Kopf einzuziehen. Die Decke war oft ziemlich niedrig.

Nach einem erlebnisreichen Tag kam ich erschöpft aber glücklich zurück nach Costa Teguise. Über meinen Ausflug am nächsten Tag folgt ein weiterer Bericht.

Wart ihr schon mit dem Mietauto auf Lanzarote oder einer anderen Kanareninsel unterwegs und wie fandet ihr das ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

 

 

 

Tophighlight: Taj Mahal in Agra Indien

Der Taj Mahal, das herausragendste Werk der indo-islamischen Baukunst, ist ein mit weißen Marmorplatten verkleidetes Mausoleum, das auf einer quadratischen ca. 5 m hohen  Plattform am Ufer des Yamuna Flusses in Agra (Indien) steht. Das Mausoleum wurde vom muslimischen Großmogul Shah Jahan für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal errichtet. Sie starb im Jahr 1631 nach der Geburt ihres 14. Kindes. Ihr letzter Wunsch war, dass ihr Mann ihr die schönste aller Grabstätten bauen möge.  Der Großmogul,  dessen große Liebe Mumtaz Mahal gewesen war, begann noch  im gleichen Jahr mit dem Bau des Mausoleums, das mit immensem finanziellen und logistischem Aufwand im Jahr 1648 fertiggestellt wurde. Beteiligt waren mehr als 20.000 Handwerker und mehrere Architekten. Aus Indien und anderen asiatischen Ländern stammen die Baumaterialien, die durch mehr als 1.000 Elefanten transportiert wurden.

In den letzten Jahren vor seinem Tod wurde Shah Jahan von seinem Sohn eingesperrt, der zwischenzeitlich die Macht übernommen hatte. Aus dem Fenster seines Zimmers im Roten Fort von Agra konnte/mußte Jahan jeden Tag das Mausoleum seiner liebsten Ehefrau betrachten. Begraben wurde er schließlich neben ihr. Im Inneren  des Taj Mahal befinden sich die von einer achteckigen Schranke umgebenen Kenotaphen (Scheingräber) von Mumtaz Mahal und Shah Jahan. Das Grabmal von Mumtaz Mahal befindet sich genau in der Mitte, im Einklang mit der Symmetrie des Raumes, während das nur wenig größere Grabmal ihres Ehemanns sich  seitlich versetzt befindet (Fotografieren leider verboten; Foto Wikipedia ). Die richtigen  Gräber liegen in der nicht zugänglichen Krypta.

Die Außenfassaden und auch die Grabmäler im Inneren sind mit feinzisilierten Reliefs verziert. Es gibt bunte florale Motive, wie z. B. Lilien, Rosen und andere Blumen, aber auch Inschriften mit Passagen aus dem Koran.

Den Tadj Mahal besuchte ich am letzten Tag meiner Rundreise durch Rajasthan im Januar 2016.  Bis dahin hatte ich schon die äußerst prächtigen Paläste der Moghul Architektur und Wüstenfestungen, die im Abendlicht zu leuchten begannen, anschauen dürfen, u.a. in Jodhpur, Jaisalmer, Udaipur und Jaipur. Auf meiner Reiseroute hatte ich Hindu- und buddhistische Tempel (teilweise mit Ratten und Affen !) gesehen. Die Skulpturen in den Jain Tempeln hätte ich stundenlang bewundern können, wenn ich genug Zeit gehabt hätte. Kurzum, ich war bereits gesättigt mit zahlreichen sehr schönen Eindrücken.

Das Taj Mahal, das zum UNESCO Weltkulturerbe und zu den 7 neuen Weltwundern gehört, betrachtete ich eine Sehenswürdigkeit, die man bei einer Indienreise nicht auslassen durfte, erwartete aber nicht viel von dem Besuch. In Deutschland hatte ich schon unzählige Fotos des Mausoleums gesehen. Das indische Fremdenverkehrsamt warb mit Fotos des Taj Mahal. Oft war das Bauwerk vor einem Sonnenuntergang in  knalligem Orange und vor einem lilagetöntem Himmel abgebildet. Auch kannte ich die recht kitschig wirkenden Fototapeten und hatte vor langer Zeit sogar ein Puzzle mit dem Taj Mahal zusammengesetzt. Dass es etwas bringen würde, sich das Ganze in Wirklichkeit anzuschauen, bezweifelte ich.

Früh morgens, als es noch nicht sehr voll war, trat ich durch das Tor in der Mauer, die den Taj Mahal umgibt. Und dann geschah das Unerwartete. Vor mir breitete sich ein Wunder aus weißem Marmor aus, zauberhaft schön wie aus einem Märchen . Woher kam diese Schönheit ? War es die perfekte Symmetrie, die meisterhafte Ästhetik, die Verwirklichung des Goldenen Schnitts,  in dem die Gebäudeteile zueinanderstanden , die Morgensonne, die das Mausoleum im weißen Licht erstrahlen ließ (obwohl der wolkenlose Himmel eher grau wirkte, was mit der Luftverschmutzung zusammenhing) ? Ich wußte es nicht. Nie zuvor war ich durch  den Anblick von Architektur so ergriffen gewesen. Meine Gefühle erinnerten mich an einzigartige Landschafterlebnise, zum Beispiel beim Wandern in Patagonien Topreiseerlebnis : Wandern in Patagonien. Meine Faszination in Worten zu vermitteln, ist nur unvollkommen möglich.  Auch Fotos können den tatsächlichen Eindruck nur annährend vermitteln.

Jedenfalls konnte ich mich kaum sattsehen und war wieder einmal froh, dass ich nicht mit einer Reisegruppe unterwegs war. Als es dann voller wurde, riß ich mich los und setzte meine Reise nach Delhi fort, wo in der kommenden Nacht mein Rückflug ging. Der Besuch des Taj Mal bildete den vollkommenen abschließenden Höhepunkt meiner Rajastan Rundreise.

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Über Indien gäbe es noch sehr viel mehr zu berichten, aber das soll einem weiteren Beitrag vorbehalten sein. Wart ihr schon einmal am Taj Mahal oder an einer anderen weltberühmten Sehenswürdigkeit und wie habt ihr das erlebt ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

 

 

 

 

 


 

 

Tophighlight in Vietnam: Sunset Cruise in der Halong Bay

Die Halong-Bucht  ist ein rund 1500 km² großes Gebiet im Norden Vietnams. Etwa 2000 von Regenwald bewachsene Kalkfelsen ragen dort bis zu mehreren hundert Meter hoch steil aus dem smaragdgrünen Wasser. Die UNESCO erklärte die Bucht zum Weltnaturerbe. Die Gegend gehört zu den beliebstesten Touristenattraktionen Vietnams.

Dorthin fuhr ich während meiner Vietnam- und Kambodschareise im Dezember 2013  von Hanoi aus gut 4 Sunden mit dem Shuttlebus. Im Dezember 2018 wurde ein 50 km entfernter Flughafen eröffnet, was die Anreise erleichtern dürfte.

Die Bootstour, die ich gebucht hatte, umfasste ein abwechselungsreiches Programm. Es gab u.a. Kanufahren um schwimmende, bewohnte Inseln, den Besuch einer beeindruckenden Höhle und einen Kochkurs zur vietnamesischen Frühlingsrolle. Außerdem übernachtete ich auf dem Boot, das in der Bucht ankerte.

Aber das absolute Highlight bildete die Fahrt durch den Sonnenuntergang („Sunset Cruise“) . In der Halong Bay herrscht Massentourismus. Daher hatte ich befürchtet, dass wir abends, wie schon tagsüber, von vielen anderen Booten begleitet würden. Unser Veranstalter warb damit, dass sein Boot während der Sunset Cruise eine Route nahm, die nur die beiden Schiffe der Gesellschaft befahren durften. Und es war tatsächlich so ! Wir konnten die zauberhafte Abendstimmung in der magischen Landschaft in aller Ruhe genießen. Es war einfach berauschend schön, wie die sinkende Sonne die Silhouetten der markanten Felsen zeichnete und Himmel und Meer sich allmählich tiefrot färbten. Nach den ersten bewundernden Ausrufen („marvellous“, „amazing“, „awesome“ etc.) herrschte eine andächtige Stille auf dem Deck, die nur vom leisen Klicken der Kameras unterbrochen wurde.

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Fazit:
Die Halong Bucht hatte ich schon lange besuchen wollen. Sie war einer der Gründe für meine Vietnamreise gewesen. Natürlich hatte ich vorher unzählige tolle Fotos gesehen. Wie immer bei dermaßen abfotografierten Sehenswürdigkeiten, erwartete ich nicht, dass die Wirklichkeit genau so schön sein würde. Und das trifft tatsächlich oft zu. Beim Sonnenuntergang in der Halong Bucht verhielt es sich aber ganz anders. Das Naturwunder in Wirklichkeit zu erleben, übertraf meine Vorstellungen bei Weitem und war eines meiner schönsten Reiseerlebnisse (Ging mir übrigens ebenfalls so, als ich das Taj Mahal besuchte. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich später erzählen möchte).

Wo befindet sich euer Reisehighlight und was hat euch dort besonders gut gefallen ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

 

 

Heidelberg in Böhmen : Traumstadt Krumau an der Moldau

Český Krumlov oder Krumau ist eine Stadt in Südböhmen. Die kleine Altstadt liegt malerisch an einer Flussschleife der Moldau.  Der gesamte Ortskern besteht aus über 300 Häusern im Renaissance- oder im Barockstil und ist bei der UNESCO als Kulturdenkmal eingetragen. Über den Häusern ragt das Schloss (erbaut im 13. Jh.) empor. Das Schlossgebäude weist Elemente aus der Spätgotik, der Renaissance und dem Barock auf. Vom runden Schlossturm  hat man einen fantastischen Panoramablick auf die am Fluss gelegene historische Stadt.

Asiatische und vor allem chinesische und koreanische Touristen bevölkern die Stadt in Massen. Sie scheint – zu Recht – festes Ziel einer Europareise zu sein. Die koreanischen Reisegruppen weckten meine Erinnerungen an das Zusammentreffen mit den Einheimischen während meiner Südkoreareise Begegnungen in Südkorea

Wir haben die Stadt Ende September auf der Rückreise vom Elbsandsteingebirge besucht, wo wir fünf Tage lang auf dem Malerweg unterwegs waren, einem der schönsten deutschen Wanderwege (Bericht folgt).

Beim Schlendern durch die Altstadtgassen mit sehr netten Cafés und Restaurants haben wir das empfehlenswerte Schiele Museum (befasst sich u.a. mit den Aufenthalten von Egon Schiele in Krumau, zeigt einige Originalzeichnungen und Reproduktionen von Gemälden, auf denen die Stadt abgebildet ist und zusätzlich Ausstellungen zeitgenössischer Kunst) und das historische Fotoatelier Seidl besucht, das zu einem informativen und spannenden Museum umgebaut wurde, und sind natürlich auf den Schlossturm gestiegen. Leider war das noch funktionsfähige Barocktheater im Schloss gerade geschlossen.
Die Český Krumlov Card gewährt reduzierten Eintritt in fünf Museen (umfasst nicht die Schlossführung aber den Schlossturm) und sie gilt ein Jahr lang. Für uns hat sich die Karte gelohnt. Auch das Kloster aus dem Mittelalter fanden wir sehenswert. Wenn man wenig Zeit hat, muss man es aber nicht unbedingt besuchen und sollte lieber noch ein bißchen durch die Altstadt flanieren.

Wir haben einen wunderbarenTag in einer außergewöhnlich gut erhaltenen und liebvoll restaurierten Altstadt verlebt.

Ganz herzlichen Dank an Hania Kartusch für ihren Bericht über Krumau  Krumau – Český Krumlov .Von ihren meisterhaften Fotos habe ich mich inspirieren lassen.

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Wart ihr schon einmal in einer Stadt in Tschechien mit einer schönen Altstadt?  Und was habt ihr erlebt ?

Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.