Nymphenburg: Stürmischer Tag im Schlosspark/ Stormy day in the castle gardens

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Mehr als zwei Wochen nach meiner ersten Coronaspritze traue ich mir mehr zu. Anfang letzter Woche begab ich mich bei strahlendem Sonnenschein (endlich wieder !) und recht starkem Wind auf eine 45-Minuten-Fahrt mit U-Bahn und Straßenbahn nach Schloss Nymphenburg. In der U-bahn war es wie gewohnt voll. Die Wahrung des Mindestabstands war schwierig, obwohl ich mehrmals hin und her rückte. Recht wohl fühlte ich mich dagegen auf beiden Fahrten mit der Straßenbahn, wo ich bequem und weit entfernt von den wenigen Mitfahrern Platz nehmen konnte.

Am großen Schlossrondell, dem riesigen Vorplatz vor dem Nymphenburger Schloss, stürmte es so heftig, dass ich kurz überlegte, ob ich umkehren sollte. Aber ich hatte mir den Ausflug schon seit einiger Zeit vorgenommen und meine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollte nicht vergeblich gewesen sein.

Das Schloss Nymphenburg gehört zu den Haupttouristenattraktionen in München. Das Schloss war jahrhundertelang die Sommerresidenz der Wittelsbacher Fürsten. Das Barockschloss mit seinem 180 ha großen Park liegt im Westen Münchens in Nymphenburg. Es bildet zusammen mit dem Schlosspark Nymphenburg, den vier Parkburgen und dem Schlossrondell ein Ensemble. Schloss Nymphenburg zählt zu den großen Königsschlössern Europas.Seine Breite übertrifft mit 632 Metern Schloss Versailles.
Quelle Wikipedia

Das Schlossinnere wollte ich dieses Mal nicht besuchen, sondern nur durch den Park spazieren. Gerne hätte ich zwei Schlösschen im Park, die Badenburg und die Pagodenburg besichtigt. Diese waren aber coronabedingt noch geschlossen.

Nachdem ich das Schlossgelände betreten hatte, stieg ich zunächst auf die Freitreppe auf der Rückseite des Schlosses, von der man den besten Ausblick auf den Park genießen kann. Dort liegt auch ein beliebter Foto- und Selfiespot.

Dann spazierte ich durch den Park zur Großen Kaskade und folgte dann dem mittleren Kanal . Neuerdings werden dort auch wieder Gondelfahrten angeboten. Dazu war es aber an diesem Nachmittag deutlich zu windig.

Bald bog ich auf den beschilderten Weg zur Pagodenburg ab, die am gleichnamigen See liegt. Nun befand ich mich im Landschaftspark mit hohen Bäumen und war vor dem starken Wind geschützt. Am See ging ich vorbei und erreichte dann das kleine Schlossgebäude. Meine Hoffnung, dass ich die mit Delfter Kacheln bedeckten Wände durch das Fenster sehen würde, erfüllte sich nicht. Die Fensterläden im Erdgeschoss waren geschlossen. Aber es war herrlich sonnig und sehr friedlich am See. Auf einer Bank am Ufer legte ich eine kurze Trinkpause ein.

Zurück am Mittelkanal ging ich über eine Brücke auf die andere Seite, wo der Pfad zum Badenburger See und zur Badenburg abzweigte. Am See sah ich die ersten Gänsepaare mit ihrem Nachwuchs. Nachdem ich die Tiere ausgiebig bewundert hatte, schlenderte ich zur Badenburg. Dort eröffnete sich auch ein schöner Ausblick auf den am anderen Seeufer gelegenen runden Apollotempel, einen Monopteros mit korinthischen Säulen.

Auf dem Rückweg sah ich mehrere Gänsefamilien. Besonders angetan war ich, zusammen mit anderen Passanten, von einem Kanadagänsepaar mit sieben Jungen. Die fürsorglichen Eltern schauten sich immer wieder um, während sie die Kleinen vorsichtig über den Spazierweg führten. Zahlreiche Wildgänse haben sich unseren Parks angesiedelt und überwintern dort auch. Sie werden langsam zur Plage. Trotzdem sind die Gänschen ganz allerliebst anzuschauen !

Mit einem Blick auf einen elegant dahingleitenden Schwan verabschiedete ich mich aus dem Nymphenburger Schlosspark.

Fazit:
Der Nymphenburger Schlosspark ist wunderschön. Das gilt für den Barockgarten auf der Parterre mit den Statuen und der Fontäne als auch für den riesigen Landschaftpark, wo noch viele ausgedehnte Spazierwege zu entdecken bleiben. Freiedenkerin sah vor kurzem beim Spaziergang im Park sogar ein Reh.

Bei meinem Besuch war das zauberhaft im Park gelegene Schlosscafé „Palmenhaus“ geschlossen. Dieser Besuch steht also noch aus. Ein weiterer Grund für eine Rückkehr wäre der nahegelegene botanische Garten, den man inzwischen wieder ohne Terminvereinbarung besuchen kann. Bei meinem letzten Besuch des Botanischen Gartens im Februar 2020 (s. hier) glaubte ich, dass ich jederzeit wieder kommen könne. Dann kam Corona und das war nicht so ohne Weiteres der Fall. Aber nun ist es bald soweit, ganz sicher!

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.


Zurück in München-Bogenhausen/ Back to Munich-Bogenhausen

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Im März besichtigte ich Jugendstilhäuser in München-Bogenhausen. Damals hatte ich mir vorgenommen, den Bogenhausener Friedhof anzuschauen aber erst im Frühling oder im Sommer. Am letzten Wochenende war es soweit. Die Sonne lachte, aber es ging ein kalter Wind, trotzdem ideales Fotowetter !

Wenn ich schon einmal in der Gegend war, wollte ich auch die mit Street Art verzierte Unterführung unter dem Münchner Friedensengel (Kurzer Bericht zum Friedensdenkmal siehe hier) besuchen.

Zunächst spazierte ich zum Friedensengel und fand bald den Tunnel, auf den mich mein neuer Street Art Führer (Street Art München, Reiseführer für Münchner) hingewiesen hatte.

Die Fußgänger- und Fahrrad-Unterführung befindet sich direkt unter dem Friedensengel und verläuft parallel zur Isar. Die Wände der Unterführung wurden 2014 von dem bekannten Münchner Sprayer Loomit und befreundeten Künstlern neu gestaltet.

In der Unterführung fotografierten aber nicht nur einige andere Besucher. Es rasten auch ständig Radfahrer vorbei, die an der Isar entlang fuhren. Beim Fotografieren musste ich bei jedem Schritt vorsichtig sein und oft schnell abdrücken, um die Radler nicht im Bild zu haben. Daher zeige ich nur eine kleine Auswahl gelungener Fotos. Interessant fand ich, dass viele Werke übersprüht worden waren („gecrosst“ im Fachjargon), bei einigen Bildern laut meinem Führer so stark, dass sie inzwischen neu gemalt werden mussten. Street Art ist dynamisch. Viele Bilder befinden sich auf zum Abriss vorgesehenen Gebäuden, aber auch solche, die zur Verschönerung von Unterführungen oÄ. dienen, sind der Zerstörung ausgesetzt.

Danach ging ich über die Möhlstraße, wo viele herrliche Gründerzeitvilla stehen, die oft von Konsulaten genutzt werden, in Richtung Friedhof. Eigentlich wollte ich nun eine Kaffeepause einlegen, aber das einzige mir bekannte Café in der Gegend ( Danke, Tom für den Hinweis auf das Wiener’s) hatte am frühen Nachmittag leider schon geschlossen. Nun ja, ein Schluck aus der Wasserflasche würde mir zunächst reichen.

Ein Spaziergang zwischen den Gräbern gehört eigentlich nicht zu meinem liebsten Zeitvertreib, aber der Bogenhausener Friedhof ist etwas Besonderes.

Aus Wikipedia:
Der Friedhof liegt am Bogenhauser Kirchplatz direkt an der St.-Georgs-Kirche und ist von einer efeuumrankten Friedhofsmauer umgeben …

Der alte, südliche Teil mit den angrenzenden Mauergräbern gehört der Pfarrkirchenstiftung Heilig Blut, fast der ganze nördliche Teil gehört der Landeshauptstadt München …

Eine Reihe prominenter Münchner und Wahlmünchner, Künstler, Wissenschaftler, Politiker, Beamte und Unternehmer haben auf dem Friedhof eine Gedenkstätte erhalten. Gleichwohl dominieren bescheidene Gräber mit schmiedeeisernen, bemalten Grabkreuzen und kleine Grabsteine das Bild, ganz anders als auf den anderen, großen Friedhöfen mit ihren Mausoleen, Marmorskulpturen oder steinernen Engeln.

Begraben werden können dort bekannte Persönlichkeiten, die sich um die Landeshauptstadt München in besonderer Weise verdient gemacht hat, u.a. liegen dort Regisseur Helmut Dietl, Dramatiker Tankred Dorst, Filmproduzent Bernd Eichinger, Regisseur Rainer Werner Fassbinder, Schriftsteller Oskar Maria Graf, Schriftsteller Erich Kästner , Schauspielerin Liesl Karlstadt, Unternehmer Josef Schörghuber und der Schauspieler Walter Sedlmayr (1926–1990). Im letzten Jahr kam das Grab des langjährigen Münchener Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel dazu.

Als ich über den kleinen und sehr friedlich wirkenden Friedhof ging, der rund um die Georgskirche liegt, staunte ich tatsächlich darüber, wie bescheiden die Gräber gestaltet sind. Das Grab von Bernd Eichinger, einer der bekannstesten auch international erfolgreichsten Filmproduzenten (u.a. „Der Name der Rose“) ist an Schlichtheit kaum zu überbieten. Am besten gefiel mir der Grabstein von Rainer Werner Fassbinder, ein nicht sonderlich großer Naturstein, der im Schatten eines japanischen Ahornbaums auf der Wiese liegt.

Auf meinem kleinen Ausflug hatte ich ganz gegensätzliche Eindrücke gewonnen. Der Stadtteil Bogenhausen bietet doch sehr viel mehr als die bekannten Nobelvillen.

Bevor ich mit der U-Bahn zurück fuhr, bekam ich doch noch einen Kaffee und Kuchen war auch dabei. Wie schön, dass die Außengastronomie wieder geöffnet hat. Nur das Wetter müsste noch ein bisschen wärmer werden …

Street Art in München: drinnen und draussen / Street Art in Munich: indoors and outside

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Endlich ist der Frühling ausgebrochen! Seit Donnerstag, pünktlich zum Vatertag, dürfen wir auch wieder die sogenannte Außengastronomie genießen. Das bedeutet für Münchner, dass sie in den Biergarten gehen können. Hurra! Wenn wir zu zweit gehen, ist dies unter Corona Hygieneauflagen möglich. Wollen wir mit Personen aus einem anderen Haushalt am Tisch sitzen, brauchen wir allerdings einen negativen Corona(schnell)test. Zur Zeit sinkt der Inzidenzwert in München in die Richtung der Schwelle von 50, womit weitere Lockerungen möglich würden. Hoffentlich ohne erneute Rückschläge …

Mit einer schlichten Onlinebuchung von Ticket und Termin kann man nun wieder die Museen besuchen. Das nutzte ich gestern aus, um mir das MUCA (Museum of Urban and Contemporary Art) anzuschauen. Das 2016 eröffnete Museum befindet sich in der Münchner Altstadt in der Nähe des Marienplatzes. Es zeigt auf über 2.000 Quadratmetern Fläche urbane Kunst.
Quelle: Wikipedia

Derzeit sind die Ausstellungen „Ikonen der Urban Art“ mit Werken von Banksy und weiteren herausragenden Künstlern der Szene zu sehen: Os Gêmeos, Shepard Fairey, Invader, KAWS, Barry McGee und Swoon. Außerdem werden zur Erinnerung an den „Godfather of Street Art“ Richard Hambleton seine überlebensgroßen „Schattenmänner“ ausgestellt.

Am besten gefiel mir „Are you using that chair ?“ Banksys Satire auf „Nighthawks“ von Edward Hopper. Banksy fügte dem Gemälde einen britischen Hooligan hinzu, der einen Stuhl gegen die Fensterscheibe knallt. Die schwarzen Schattenmänner von Hambleton wirkten dagegen sehr bedrohlich. Hätte ich sie in ihrem Originalumfeld gesehen, z.B. in einer dunklen Unterführung, wäre ich wahrscheinlich schreiend davon gerannt.

Im MUCA darf man leider nicht fotografieren, nicht einmal zum privaten Gebrauch. Im Blog hätte ich die Fotos wegen der Rechte der Künstlerohnehin nicht zeigen dürfen. Und eigentlich gehört Street Art auf die Straße! Wo sie auch den Vorteil hat, dass man sie im Rahmen der Panoramafreiheit verwenden und posten darf.

Im Museumsshop kaufte ich mir noch ein Buch über Street Art in München und spazierte danach über die Sendlinger Straße, eine meiner liebsten Routen in der Münchner Fußgängerzone. Wegen des Brückentags waren zahlreiche Passanten unterwegs und viele nutzen die Gelegenheit, wieder auf einer Caféterasse sitzen zu dürfen. Ich fand gerade noch einen freien Platz und erholte mich bei einem köstlichen Cappuccino und einem saftigen Stück Rüblitorte. Wirklich wunderschön !

Nachdem ich in meinem neuen Streetartführer geblättert hatte, beschloss ich, mir zum Abschluss noch zwei Murals anzuschauen. Nach einem Spaziergang durch das Bahnhofsviertel, wo es so belebt war, dass ich freiwillig die Maske aufsetzte , erreichte ich das Wandgemälde „Georg Elser“ von Loomit und Won ABC zum Gedenken an den Hitler-Attentäter, der am 8.November 1939 versuchte, den Diktator mit einer Zeitbombe im Münchner Bürgerbräukeller zu töten.

In der nahen Paul-Heyse-Straße schaute ich mir schließlich “ Sag es durch die Blume“ von Escif an. Erst auf den zweiten Blick sieht man einen Hinweis auf München als Standort der Rüstungsindustrie.

Fazit:
Das MUCA lohnt einen Besuch, vor allem wegen der zahlreichen Werke von Banksy. Aber auch weitere „Ikonen der Urban Art“ konnte ich dort entdecken und werde nach ihren Werken Ausschau halten, z.B. wenn wir wieder reisen dürfen. In normalen Zeiten gibt es auch Museumsführungen, die sicherlich gut sind, um mehr über Street Art zu erfahren. Aber diese Kunstform muss man unbedingt im öffentlichen Raum sehen. Der Museumsbesuch ist nur der Anfang …

Das war der Bericht über meinen Kurzausflug in die Münchner Innenstadt. Als Nächstes plane ich eine Wanderung, wenn möglich in den Bergen. Falls das wieder nicht klappt, gehe ich wahrscheinlich auf eine weitere Street-Art-Entdeckungstour in München.

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Schleißheimer Schlossrunde Around the Schleißheim Palaces

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Schon lange wollte ich mir die Schlossanlage in Oberschleißheim anschauen. Sie ist nicht so bekannt wie das Nymphenburger Schloss, das zum Pflichtprogramm der Touristen in München zählt(e), aber vergleichbar prächtig.

Die Schlossanlage Schleißheim liegt am nördlichen Stadtrand von München. Es handelt sich um drei einzelne Schlossbauten des 17. und 18. Jahrhunderts, die durch eine großzügige Gartenanlage miteinander verbunden sind. Das Areal umfasst das westlich gelegene Alte Schloss Schleißheim, das benachbarte Neue Schloss Schleißheim und das am Ostende des Parks gelegene Schloss Lustheim. Das Gebäudeensemble wurde von den bayerischen Kurfürsten als Sommerresidenz und Jagdschloss errichtet.

Schleißheim gehört neben Schloss Nymphenburg zu den größten Residenzen im Münchner Raum und wird zu den bedeutendsten Barockanlagen Deutschlands gezählt.
Quelle Wikipedia

Als das Wetter in der Mitte der letzten Woche besser wurde, fuhr ich an einem Nachmittag nach Oberschleißheim. Besichtigen konnte ich nur den Schlossgarten, weil die Schlösser wegen Corona geschlosssen waren. Außerdem wollte ich durch die südlich gelegene Umgebung spazieren. Ganz sicher war ich mir aber nicht. Es würde u.a. durch eine Heidelandschaft gehen und am nächsten Tag hatten wir wieder eine Fahrt nach Bad Gögging geplant, wo ich in einer ähnlichen Landschaft wandern wollte.

Nachdem ich das Auto auf dem fast leeren Parkplatz abgestellt hatte (Tagesticket 1 €) ging ich zunächst durch den Wilhelmshof zum Alten Schloss, das von Maximilian I. 1617 gebaut wurde. Dort nahm ich mir ein Infoblatt der Touristeninformation und entschied mich spontan für die Schleißheimer Schlossrunde, die zum Alten und Neuen Schloss, dann durch den Garten bis zum Schloss Lustheim führt und schließlich in einem großen nach Norden führenden Bogen durch den Berglwald zurück zum Ausgangspunkt.

Durch ein Tor betrat ich den Maximilianshof. Es war leicht bewölkt bei angenehmen Frühlingstemperaturen. Nun sah ich das Neue Schloss, das von Kurfürst Max Emanuel im Jahr 1701 in Auftrag gegeben wurde.

Obwohl alle Schlösser zu waren, nutzten viele Leute das schöne Wetter für einen Hofgartenspaziergang, aber in der weitläufigen Anlage herrschte kein Gedränge und die Einhaltung des Mindestabstandes war kein Problem.

Der Hofgarten befand sich zum Teil noch im winterlichen Zustand. Die Pflanzen musste wieder nachwachsen und die umgebenden Hecken waren kahl oder braun belaubt. Die barocke Gartengestaltung war aber deutlich zu erkennen und schöne bunte Frühlingsbeete waren schon angelegt worden. Auch die Springbrunnen sprudelten wieder. Vom sog. Gartenparterre mit Beeten und Statuen ging es ein paar Stufen hinauf zur Kaskade, dem zentralen Wasserspiel mit drei großen Fontänen. Nachdem ich die Kaskade passiert hatte, sah ich das Schloss Lustheim, schaute aber noch einmal zurück und bewunderte die Gartenfassade des Neuen Schlosses.

Nun lief ich am Mittelkanal entlang, der das Schloss Lustheim mit den anderen Schlossbauten verbindet und knapp einen Kilometer lang ist. Ich befand mich nun im Boskett genannten Teil des Barockgartens. Dieser Kunsthecken-Teil wird durch dichte, in geometrisch exakte Formen geschnittene Hecken gebildet. Die Boskette sind spiegelsymmetrisch um eine Hauptachse des Gartens aufgebaut, die in Oberschleißheim durch den Mittelkanal gebildet wird. So gegliederte Bereiche beinhalten kleine Salons (Gartenzimmer) im Freien, sie wiederholen gewissermaßen den Innenraum des Schlosses in der Außenwelt. Den Bosketten waren unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten zugedacht, so finden sich hier oft Heckentheater, Irrgärten oder offene „Konzertsäle“.
Quelle Wikipedia

Beim meinem Besuch waren die Hecken allerdings noch nicht belaubt, so dass man sich die Wirkung der Anlage nur vorstellen konnte. Auf einen Besuch des südlich des Bosket verlaufenden Landschaftsparks verzichtete ich deswegen.

Nach einem angenehmen Spaziergang erreichte ich das Schloss Lustheim. Natürlich war dieses geschlossen, ebenso wie die beiden daneben stehenden Pavillions. Ich hatte gehofft, dass die im südlichen Pavillion gelegene Renatus Kapelle wie eine Kirche geöeffnet wäre, aber das war leider nicht der Fall. Der Spaziergang durch den Garten mit schönen Wasserspiegelungen von Gebäuden und Bäumen gefiel mir trotzdem sehr. Den Hofgarten verließ ich durch das nördliche Tor.

Wider Erwarten war die „Schleißheimer Schlossrunde“ nicht ausgeschildert, so dass ich ein bißchen suchen musste. Mit Hilfe von Goggle Maps und einer Nachfrage bei freundlichen Einheimischen fand ich den vorgeschlagenen Weg durch den Berglwald. An einem kleinen Bach entlang, der im Sommer, wenn alles grün ist, sicher zauberhaft ist, gelangte ich zum (geschlossenen) Gasthof Bergl. Die Broschüre der Touristeninformation wies dort eine Votivkapelle und einen Kalvarienberg mit drei Kreuzen aus. Das wollte ich mir ansehen, daher ging ich in den neben dem Gasthof gelegenen Garten. Gerade wollte ich den kleinen Hügel mit den Kreuzen „besteigen“, als mich der Eigentümer recht barsch ansprach und mich darauf hinwies, dass ich mich auf Privatgrund befand und seine Erlaubnis zum Betreten nicht eingeholt hatte. Ich wies darauf hin, dass ich wegen der Beschreibung der Touristeninformation geglaubt hatte, dass der Zugang offen stehe, fragte den guten Mann aber bald darauf, ob er einverstanden sei, dass ich das Grundstück betrete, was er mir großzügig gewährte. Er ließ mich auch fotografieren, aber posten möchte ich die Bilder lieber nicht.

Nach einem weiteren Spaziergang durch den Wald führte mich der Weg durch schöne Vorstadtviertel zunächst zum S-Bahnhof und kurz danach war ich wieder beim Schloss angelangt.

7 km, 2 Stunden reine Gehzeit, praktisch keine Höhenunterschiede.

Nun stand wieder meine Kaffeepause an. Bald fand ich ein geöffnetes Café, wo ich mir einen Cappuccino holte und eines der letzten Gebäckstücke ergatterte. Damit ging ich noch einmal in den Schlossgarten, wo ich mich auf eine Bank setzte. Im warmen Nachmittagslicht wirkte das Neue Schloss noch einmal schöner. Sehr zufrieden mit den vielen wunderbaren Eindrücken begab ich mich auf die Heimfahrt.

Fazit:
Im Sommer muss ich unbedingt zurückkehren, wenn im Hofgarten alles grün ist und auch die Schlösser hoffentlich wieder zugänglich sind. Verbinden würde ich den Ausflug gerne mit einem Besuch der Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums. Freuen würde ich mich auch über den Besuch des Schlossbiergartens und eines schönen Gartencafés. Ach ja, …

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Kleine Runde durch Alt-Bogenhausen Small Tour through Alt-Bogenhausen

Nach meinem Umzug nach München vor über 30 Jahren hatte ich mir einige Sehenswürdigkeiten angeschaut, aber seitdem nur noch regelmäßig die Museen besucht. Für München hatte ich relativ wenig Freizeit übrig, galt es doch zunächst Städte wie Tokyo, Hanoi, Delhi, Buenos Aires etc. zu erkunden. Aber was tut man nicht alles in Corona Zeiten. Warum nicht einmal in der Heimatstadt Touristin spielen? Bis vor kurzem waren in München alle Sehenswürdigkeiten geschlossen, so dass mir nur Besichtigungen an der frischen Luft blieben.

München zählt zu den Hochburgen des Jugendstils. Die meisten Gebäude befinden sich im Stadtviertel Schwabing. Aber auch im Nobelvorort Alt-Bogenhausen stehen prächtige Jugendstilhäuser und Gründerzeitvillen.

Bogenhausen war um die Wende zum 20. Jahrhundert eines der Münchner Künstlerviertel und Wohnort der Bohème. Im größtenteils von Bombenzerstörung verschonten Stadtteil kann man schön flanieren und dabei auch die Villen der Prominenten bestaunen. Jérome Boateng und Manuel Neuer haben dort gewohnt und am Shakespeareplatz soll angeblich Boris Becker residiert haben. Dementsprechend bewegen sich im Viertel die Immobilienpreise auf höchstem Niveau. Kürzlich wurde auf dem Immobilienmarkt eine Villa in Bogenhausen für schlappe 38 Mio. Euro angeboten.

Zunächst entschied ich mich für das nähergelegene Bogenhausen, auch weil ich mir die zahlreichen Jugendstilbauwerke in Schwabing in Ruhe anschauen und zwischendurch eine Pause in einem gemütlichen Café (derzeit alle geschlossen) einlegen wollte.

Als Erstes spazierte ich zum Friedensengel am Isarufer. Die goldene Statue steht auf einer hohen kannelierten Säule. Die Anlage von 1899 ist ein Denkmal für 25 Jahre Frieden nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Der Engel ist eine Nachbildung der Nike des Paionios, und steht damit auch für den militärischen Sieg.

Dann ging ich durch die Maria-Theresia-Straße und bewunderte Bauten der Gründerzeit, darunter das Gebäude des russischen Konsulats und die Monacensia, das einstige Wohnhaus des Bildhauers Adolf von Hildebrand. Die Monacensia beherbergt heute das Literaturarchiv der Stadt München sowie eine Präsenzbibliothek zur Münchner Geschichte (Öffnungen der Bibliotheken mit coronabedingten Maßgaben ab 8.3.2021 möglich). Schließlich kam ich zur Bechtolsheim-Villa (Maria-Theresia-Str.22) , die vom Architekten Martin Dülfer von 1896 bis 1898 erbaut wurde, und eine der ältesten, erhaltenen Jugendstilbauten Deutschlands ist.

Ganz wunderbar fand ich, dass die Bäume noch kahl waren. So konnte ich die Gebäude gebührend bestaunen und fotografieren. Nicht einfach war aber das Fotografieren in den engeren Straßen, weil ich mich dort nicht weit genug vom Motiv entfernen konnte, um stürzende Linien zu vermeiden.

Sodann schlenderte ich durch die angrenzenden Straßen. Vor allem in der Holbein- und in der Possartstraße bewunderte ich bei schönstem Sonnenschein sowohl mosaik- und stuckverzierte Jugendstilwohnhäuser als auch hochherrschaftliche Gründerzeitvillen.

Schließlich spazierte ich zum Prinzregentenplatz und bewunderte ein überaus schön verziertes Jugendstilhaus in der nahen Lucile-Grahn-Straße.

Vorbei am bekanntesten Jugendstilgebäude in Bogenhausen, dem  Prinzregententheater, ging ich zur U-Bahn Station, um nach Hause zurück zu fahren.

There will be silence without art.

Fazit:
Alt-Bogenhausen ist sehr sehenswert. Es gibt noch weitere Gebäude zu entdecken. Auch der Bogenhausener Friedhof mit den Gräbern vieler Prominenter, u.a. dem Autor Erich Kästner, den Filmemachern Rainer Werner Fassbinder und Bernd Eichinger sowie dem Schauspieler Walter Sedlmayr wäre einen Besuch wert. Im Lockdown wirkte die Gegend nur wenig belebt. Auf den Straßen waren kaum Leute unterwegs. Aber die Spielplätze waren gut besucht. Auch bei Familien scheint das Viertel beliebt zu sein. Bei einem weiteren Besuch würde ich mich in ein Restaurant oder ein Café setzen, um die Bewohner des Nobelviertels zu beobachten.

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Street Art „Werksviertel München“

Neulich las ich in der Süddeutschen Zeitung unter der Überschrift „Eine Reise ins Niemandsland“ einen interessanten Artikel über Street Art im „Werksviertel München“. Das brachte mich auf eine Idee.

Im Zuge des neuerlichen Lockdowns hatten wieder alle Museen geschlossen. Aber Kunstwerke kann man auch außerhalb von Kulturtempeln genießen, besonders Street Art. Praktischerweise musste ich zum „Werksviertel“ nicht einmal mit dem Auto fahren oder in ein öffentliches Verkehrsmittel einsteigen, sondern konnte das Radl benutzen. Fahrradfahren mag ich nicht besonders, aber diese Strecke konnte ich gut bewältigen.

Das Areal des „Werksviertels“ hat eine Größe von 39,5 Hektar. Hier befand sich noch in den 1980er-Jahren ein Gewerbegelände, auf dem unter anderem das Stammwerk der Kartoffelfabrik „Pfanni“, die „Optimol Ölwerke“ und der Fahrzeughersteller „Zündapp“ lagen. Bis Mitte der 1990er Jahre wurden alle Fabrikstandorte aufgegeben.

Das Pfanni- und Optimol-Gelände, das danach brach lag, wurde verpachtet und es entstand Vergnügungspark, der „Kunstpark Ost“. Bis September 1996 eröffneten dort bis zu dreißig Diskotheken. Nachfolger wurden die „Kultfabrik“ und die „Optimolwerke“, ein Kultur- und Veranstaltungszentrum bzw. ein Clubareal. Beide mussten schließlich dem Stadtentwicklungsprojekt für das neue Werksviertel weichen.

Auf dem Gelände entstehen mehr als 1000 Wohnungen, fünf Hotels (darunter auch ein Youth Hostel), Gastronomiebetriebe, Sportangebote und sogar ein Konzertsaal. Das „Werksviertel“ wird etwa 7000 neue Arbeitsplätze schaffen. Als Zwischennutzung des für das Konzerthaus vorgesehenen Geländes wurde 2019 ein 78 Meter hohes Riesenrad in Betrieb genommen (derzeit coronabedingt geschlossen).
Quelle Wikipedia

Im „Werksviertel“ angekommen staunte ich über die bereits errichteten Gebäude. Das leuchtend orange „Werk 3“, in dem es sogar Gaststätten mit Speisen zum Mitnehmen gab, und der schwarze Wolkenkratzer des Hotels „Adina“ bildeten einen spannenden Gegensatz zu den alten Werksbauten, deren Abriss im vollen Gange war. Bei meinem Streifzug über das Areal konnte ich, wie in der Süddeutschen Zeitung beschrieben, die wunderbaren Werke bekannter Street Art Künstler bewundern. Man merkte, dass hier „nicht einfach so gesprüht“ wurde, sondern dass viele Bilder vom renommierten Street-Art-Guru Loomit sozusagen kuratiert wurden. Von den diversen Stilrichtungen, den vielfältigen Farben und Formen sowie der Qualität der Kunstwerke war ich restlos begeistert ! Sehr schade ist, dass sie über kurz oder lang der Abrissbirne zum Opfer fallen werden. Wenn es euch interessiert, könnt ihr Näheres in der Süddeutschen Zeitung nachlesen.

Aber genug der Worte : nachfolgend zeige ich euch Impressionen aus dem „Münchner Werksviertel“.

Fazit:
Dem Werksviertel werde ich sicher weitere Besuche abstatten, um die Entwicklung dieses sehr interessanten Stadtteils mit zu verfolgen. Auch eine Fahrt mit dem Riesenrad steht schon lange auf meiner Wunschliste. Wenn es sich wieder dreht …

In diesem Sinne: passt gut auf euch und andere auf und bleibt gesund !

Finale im Fichtelgebirge/Final in the Fichtel Mountains (Bayreuth)

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Wie im Wetterbericht angekündigt regnete es anhaltend während unseres letzten Tages im Fichtelgebirge. Einerseits war das sehr schade, aber andererseits bot es uns die Gelegenheit, das nahegelegene Bayreuth zu besuchen. Bayreuth stand schon lange auf meiner Wunschliste. Es liegt zwar noch in Bayern aber mit 240 km doch ziemlich weit entfernt von unserem Wohnort in München. Als wir losfuhren, rechneten wir uns allerdings nicht damit, dass es den ganzen Tag lang ohne Pause regnen und zeitweise schütten würde.

Zunächst besuchten wir die Eremitage, die etwas außerhalb von Bayreuth liegt.
Die Eremitage, eine 1715 entstandene historische Parkanlage vor den Toren der Stadt Bayreuth, beherbergt das Alte Schloss mit Innerer Grotte und Wasserspielen. Weiterhin befinden sich das Neue Schloss mit Orangerie und dem zentralen Sonnentempel auf dem Gelände.
Quelle: Wikipedia

Trotz Dauerregen spazierten wir durch die zauberhafte Gartenanlage und auch ein bisschen durch den Landschaftpark. Besonders der Sonnentempel und die angrenzenden Gebäude faszinierten, weil sie aus bunten mosaikartigen Steinen zusammengesetzt wurden. Richtig schade war, dass alle Innenräume und die Grotte geschlossen waren. Die Räumlichkeiten sind so klein, dass die unter Coronabedingungen einzuhaltende maximale Besucherzahl zu schnell erreicht ist. Auch das Café im Sonnentempel, das einen wunderbaren Ausblick auf die Brunnenanlage und den Garten bietet, war leider geschlossen.

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken.

Danach fuhren wir in die Bayreuther Innenstadt, wo wir uns als Erstes Tickets für die nächste Führung im Markgräfliche Opernhaus holten. Das UNESCO-Weltkulturerbe ist eines der schönsten Barocktheater. Bayreuth hat es der Markgräfin Wilhelmine zu verdanken. Aktuell waren nur 28 Besucher zugelassen, für die es Platzkarten gab. Wir saßen dann sehr weit auseinander im Zuschauerraum, der 1267 Sitzplätze aufweist. Nur jede dritte Reihe war belegt. Außerdem saßen die Besucher diagonal versetzt und zueinander mit vier Sitzen Abstand. Auch H. und ich wurden so platziert. Es gab einen kurzen Film über die Historie des Opernhauses, dann erzählte der Führer etwas über die Entstehunggeschichte, und das war es dann auch schon. Für mich war das in Ordnung. Hatte ich doch überlegt, ob ich mich überhaupt in eine Filmvorführung trauen sollte. Immerhin habe ich seit Ende Februar kein Kino mehr besucht (!). Sehr schade war, dass man ohne Stativ in dem prächtigen Raum nicht ordentlich fotografieren konnte. Wenn ihr mögt, schaut doch einmal hier.

Nach dem Mittagessen beim Vietnamesen (zur Abwechselung mal keine fränkischen Knödel mit Braten) bummelten wir durch die Altstadt und schauten bei der Stadtkirche aus dem 13. Jahrhundert vorbei.

Schließlich gingen wir zum Neuen Schloss, wo wir durch den Garten flanierten.

Den Abschluss unserer Städtetour bildete das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel. Dort finden jährlich die berühmten Wagnerfestspiele statt. Natürlich ist auch diese Veranstaltung in diesem Jahr ausgefallen. Die Besichtigung des Hauses sparten wir uns, da wir nicht zu den Wagner Fans gehören.

In Bayreuth gibt es sehr viel Interessantes zu sehen. Die schöne Umgebung konnten wir am Regentag nur erahnen. Die Umgebung bietet auch Wandermöglichkeiten. Die Stadt muss ich, wenn Corona überstanden ist, noch einmal besuchen.

Fazit:
Im Fichtelgebirge hat es uns wesentlich besser gefallen als erwartet. Man kann tolle Wanderungen durch den märchenhaften Wald mit seinen spektakulären Felsformationen unternehmen. Zwischendurch sind Städtetouren nach Bayreuth und Kulmbach möglich, zwei völlig unterschiedliche Orte (siehe Kulmbach). Aber auch kleinere Orte haben ihren Charme und bieten oft Überraschendes. Habt ihr gewusst, dass der Schriftsteller Jean Paul in seiner Jugend in Wunsiedel lebte ? Oder dass Alexander von Humboldt als staatlicher Bergassessor den Bergbau in der Region Bayreuth in technischer und ökonomischer Hinsicht reorganisierte? Zahlreiche Museen können besucht werden, z.B. das Zinnfigurenmuseum in Bamberg.

Kurzum: das Fichtelgebirge ist eine landschaftliche sehr reizvolle Region mit einer sehr interessanten Historie. Die Gegend würde ich gerne wieder besuchen. Interessieren würde mich aber auch ein Wanderurlaub in der südwestlich gelegenen Fränkischen Schweiz.

Enns entdecken Discover Enns

Nach meinem sehr schönen Aufenthalt in Linz  hatte ich noch Zeit, um auf der Rückfahrt einen Abstecher zum 25 km entfernten Enns zu unternehmen.

Enns ist eine oberösterreichische Stadt mit ca. 12.000 Einwohnern. Sie liegt an der Donau und am Fluss Enns. Die Stadt bezeichnet sich als älteste Stadt Österreichs, was jedoch umstritten ist. Die Stadtrechtsurkunde stammt aus dem Jahr 1212.  Enns ist die Nachfolgestadt des römischen Garnisonsstützpunktes Lauriacum, der im 3. Jahrhundert zur Sicherung des Limes diente. Wahrzeichen der Stadt ist der 60 m hohe Stadtturm.
Quelle Wikipedia

In Enns angekommen besichtigte ich die gotische Marienkirche und die darin gelegene Wallseerkappelle mit Fresken aus dem 16. Jahrhundert und einer Madonnenstatue mit Kind. Sehr gut gefielen mir die gotischen, filigran wirkenden Spitzbögen und das helle Kircheninnere.

Eine Pause legte ich auf dem Hauptplatz mit Blick auf den Stadtturm aus dem 17. Jahrhundert ein. Bei Cappuccino und Teilchen ließ sich das Kleinstadtleben trefflich beobachten.

Danach schaute ich kurz im Stadtmuseum vorbei, wo u.a. zahlreiche Ausgrabungsstücke aus der römischen Garnison gezeigt wurden. Wieder war ich im Museum alleine und trug vorsichtshalber eine Maske (!). Bei dem schönen Wetter fehlte mir dann doch die Lust zu einer ausgiebigen Besichtigung.

Ein kurzer, leicht bergaufführender Spaziergang führte mich zum Schloss Ensegg. Das Schloss kann man nicht von innen besichtigen, aber durch den Hof und den Schlosspark flanieren und von dort einen Ausblick auf das Umland genießen. In der Ferne konnte ich die Alpen erahnen.

Einen  interessanten Anblick  bot auch die Renovierung eines kupfernen Schlossturms durch einen angeseilten Handwerker.

Zurück  lief ich auf dem „Erlebnisweg“ durch eine bewaldete Parkanlage, die an der mittelalterlichen  Stadtbefestigung entlang führte. Die sehr steilen und ziemlich hohen Mauern erstaunten mich. Fotografieren ließ sich das Ganze, hinter Blättern verborgen,  aus keiner möglichen Perspektive. Vielleicht hätte ich doch auf den Stadtturm steigen sollen, um einen Überblick über die mittelalterlichen Befestigungen zu bekommen …

Mit dem Auto fuhr ich zu der außerhalb des Stadtkerns gelegenen Laurentius Basilika. Die Kirche mit Friedhof befindet sich auf dem Gebiet der Garnison Lauriacum. Bei Ausgrabungen stieß man u.a. auf mächtige römische Mauerreste, die hinter dem Altar zu sehen sind. Auf dem Friedhofsgelände steht ein Beinhaus (Karner) aus dem 17. Jahrhundert. Darin befindet sich eine Ecce-Homo-Szene. Dargestellt sind Jesus und Pilatus, der wie ein türkischer Würdenträger gekleidet ist, was wohl mit der Belagerung von Wien durch die Türken zu tun hatte.

Schließlich trat ich die Rückfahrt an. Eigentlich wollte ich noch Mittagessen. Aber in der Nähe der Basilika, die in einem Industriegebiet lag, sah ich nichts Ansprechendes. Die österreichischen Autobahnraststätten werden von einer  Restaurantkette bewirtschaftet. Ein Restaurant schaute ich mir an. Nachdem ich gesehen hatte, dass es dort nur Essen vom Buffet gab, machte ich schnell kehrt.

Fazit: Enns ist ein sehr sehenswerter Ort, wo es viel Historisches zu bestaunen gibt. Die Atmosphäre ist kleinstädtisch entspannt und eine Besichtigung innerhalb eines halben Tages möglich. Geht auch als Tagesausflug von Linz aus.

Auf der Rückfahrt hörte ich im Radio eine skurrile Nachricht. Inzwischen hatte es die bekannten Coronaausbrüche im Schlachthof Tönnies gegeben. Eine Seniorenradlergruppe aus Güterslo hatte ein Hotel in Bayern gebucht. An diesem Tag hatte die bayerische Regierung die Beherbergungsbetrieb im Freistaat angewiesen, keine Touristen aus den Landkreisen Gütersloh und Warendorf aufzunehmen (Wurde später dahin gehend modifiziert, dass ein negativer Corona Test vorgelegt werden muss.) Die Senioren wurden abgewiesen,  fuhren schnurstracks weiter nach Österreich, stiegen dort ab und erst am nächsten Tag, als sich die Gruppe auf einem Tagesausflug befand, ging dem Hotelier ein Licht auf. Nun mussten alle Radler und das gesamte Hotelpersonal auf Corona getestet werden. Wie die Geschichte ausgegangen ist, weiß ich nicht, konnte im Netz nichts dazu finden.  Sie machte mich aber sehr nachdenklich und zeigte mir sie mir doch, wie schnell  die Situation wieder umschlagen konnte. Sehr dankbar war ich nun, dass ich ziemlich unbeschwert durch Österreich hatte reisen können. Ich hoffte, dass das auch künftig, oder wenigstens einen Sommer lang, der Fall sein würde. Inzwischen sind die Neuinfektionszahlen in Österreich und in der Schweiz wieder gestiegen. Hoffentlich kommt, dort wie hier, nicht so bald die 2. Welle!

After my very nice stay in Linz, I still had time to make a detour to Enns, 25 km away, on my return trip.

Enns is an Upper Austrian town with about 12.000 inhabitants. It is situated on the Danube and the river Enns. The town calls itself the oldest town in Austria, but this is controversial. The town charter dates back to 1212. Enns is the successor town of the Roman garrison base Lauriacum, which served to secure the Limes in the 3rd century. Landmark of the town is the 60 m high town tower.
Source Wikipedia

Having arrived in Enns I visited the gothic Marienkirche and the Wallseer chapel with frescos from the 16th century and a statue of the Madonna and Child. I liked very much the gothic, filigree looking pointed arches and the bright interior of the church.

I took a break on the main square with a view of the 17th century city ciy tower. Sitting outside with cappuccino and pastries I could observe the small town life very well.

Afterwards, I shortly visited the city museum, where among other things, numerous excavation pieces from the Roman garrison were presented. Again I was alone in the museum and wore a  protective mask (!) as a precaution. With the beautiful weather I had no desire for an extensive inspection of the museum.

A short, slightly uphill walk led me to Schloss Ensegg. The castle cannot be visited from inside, but you can stroll through the courtyard and the castle gardens and enjoy a view of the surrounding countryside. In the distance I could discern the Alps.

An interesting sight was also the renovation of a copper castle tower by a rope-linked craftsman.

I walked back on the „adventure path“ through a wooded park, which led along the medieval city fortification. The very steep and rather high walls amazed me. The whole thing could not be photographed, hidden behind leaves, from any  perspective. Maybe I should have climbed the city tower to get an overview of the medieval fortifications …

By car I drove to the Laurentius Basilica, which is located out of town. The church with cemetery is located on the territory of the garrison Lauriacum. During excavations one came across mighty Roman wall remainders, which are to be seen behind the altar. On the cemetery grounds there is an ossuary (Karner) from the 17th century. Inside is an Ecce Homo scene. It depicts Jesus and Pilate dressed as a Turkish dignitary, which probably had to do with the siege of Vienna by the Turks.

Finally, I started the return journey. Actually I wanted to have lunch. But near the Basilica, which was located in an industrial area, I saw no appealing place. The Austrian motorway service stations are run by a restaurant chain. I looked at one restaurant. After I saw that there was only food from the buffet, I quickly turned back.

Conclusion: Enns is very worth seeing, a town with many historical sights. The atmosphere is small-town relaxed and a viewing is possible within half a day. This is also possible as a day trip from Linz.

On the way back I heard a bizarre message on the radio. In the meantime there had been the well-known corona outbreaks in the slaughterhouse Tönnies. A group of senior cyclists from Gütersloh had  booked a hotel in Bavaria. On that day, the Bavarian government had instructed the accommodation providers in Bavaria not to accept tourists from the districts of Gütersloh and Warendorf (was later modified to require a negative corona test). The seniors were turned down, but drove straight on to Austria, checked in a hotel there and only the next day, when the group was on a day trip, did the hotelier become aware of the situation. Now all cyclists and the entire hotel staff had to be tested on Corona. How the story ended, I don’t know, couldn’t find anything on the net.  But it made me very thoughtful as it showed how quickly the situation could change again. I was very grateful that I had been able to travel through Austria without any problems. Hopefully  this would be possible in the future, or at least during the  summer. In the meantime the number of new infections in Austria and Switzerland has risen again. Let’s hope, there as well as here, the 2nd wave will not come so soon!

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Habt ihr Reisepläne für den Sommer und wohin traut ihr euch ?
Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Do you have travel plans for the summer and where do you dare to go ?
Always looking forward to your feedback.

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Liebenswertes Linz Loveable Linz

Linz,  Europäische Kulturhauptstadt 2009 (zusammen mit Vilnius),  wollte ich schon sehr lange besuchen. Mich reizte das in der Industriestadt entstandene Angebot moderner Kunst und innovativer digitaler Räume sowie die historische Architektur. Es standen aber so viele Fernreiseziele auf meiner Bucket List , dass ich es bisher nicht nach Linz geschafft hatte. Corona befreite mich, hoffentlich vorübergehend, von diesem „Reiseproblem“. Nachdem sich die Lage etwas entspannt hatte, traute ich mich vor kurzem, einen Kurztrip nach Österreich zu unternehmen (s. auch hier ).

Coronabedingt reiste ich mit dem PKW an und verbrachte zwei Nächte in einer Ferienwohnung. Nachdem ich dort alle Griffflächen, vor allem an Fenstern, Türen und Schränken desinfiziert hatte, fühlte ich mich einigermaßen wohl.

In Österreich mit nur ca. 30 Neuinfektionen pro Tag gelten weniger strenge Beschränkungen. Die Maskenpflicht besteht nur noch in Öffentlichen Verkehrsmitteln. In allen anderen öffentlichen Räumen auch in Restaurants, Kirchen und Museen ist sie aufgehoben. Das Servicepersonal muss aber noch Mund- und Nasenschutz tragen. Der Mindestabstand beträgt nur noch einen Meter.

Die Menschen schienen mir recht gelassen. Es kam mir alles viel normaler vor. Das lag sicher auch daran, dass bei dem schönen Wetter viele Leute auf der Donaupromenade, in Cafés, Restaurants und beim Shoppen unterwegs waren. Die Innenstadt wirkte nicht überlaufen, was wohl an den wenigen Touristen lag.  Auch die in einem Meter Abstand aufgestellten Restauranttische sahen nicht so künstlich vereinzelt aus wie bei uns. In den Hotels  wurden schon wieder Buffets angeboten.  Als ich das sah, war ich sehr froh über meine Ferienwohnung ! Mir waren diese Lockerungen nicht ganz geheuer. Freiwillig trug ich in Kirchen und Museen den Mundschutz und das obwohl ich dort meistens alleine war. Im Zweifelsfall bin ich gerne eher ein bisschen vorsichtiger. Nur bei der Donauschifffahrt musste ich Adresse und Telefonnummer angeben.

Besichtigt habe ich zunächst den barocken Hauptplatz mit der Pestsäule, die (passenderweise?) gerade renoviert wurde. Dann schlenderte ich durch die mittelalterliche Altstadt und ging hinauf zum Stadtschloss, wo es einen sehr schönen Ausblick über die Stadt und die Donau gab.

Außerdem besichtige ich gerne Kirchen und in dieser Hinsicht bot Linz Einiges an. Ich schaute mir u.a. den Alten und den Neuen Dom, die Martins- , die Minoriten- und die Ursulinenkirche an.  In meiner Kindheit  schleppte mich meine Mutter auf Reisen in jede Kirche. Besonders gut erinnere ich mich an unseren Besuch in Wien, wo die Gotteshäuser buchstäblich an jeder Ecke standen. Nach jahrzehntelanger Abstinenz  fällt es mir trotzdem heutzutage schwer, das Innere einer Kirche nicht zu betreten.

Mit der Pöstlingsbergbahn, die für mich eher wie eine Straßenbahn aussah, fuhr ich am zweiten Tag auf den gleichnamigen Aussichtsberg mit Wallfahrtskirche. Die Aussicht auf das an einer Donaukurve gelegene Linz fand ich sehr beeindruckend, allerdings war es leicht diesig, so dass der Blick nicht bis zu den Alpen ging. Auf der Terrasse des Pöstlingsbergsschlössel genoss ich noch einmal den schönen Stadtblick und eine leckere Linzer Schnitte mit Schlagobers.

Am Nachmittag begab ich mich auf eine knapp zweistündige  Donauschiffahrt. Die Fahrt wurde nur von einem Unternehmen angeboten und es fanden lediglich drei Touren pro Tag statt. Trotzdem befanden sich nur wenige Passagiere auf dem riesigen Schiff. Die Fahrt ging entlang  des riesigen Geländes des Stahlwerks „Voest Alpine“ mit rauchendem Hochofen. Dann fuhren wir zum Naturschutzgebiet an der Traunmündung  und auf dem Rückweg besuchten wie den Handelshafen , wo wir einige der bekannten Street Art und Graffiti Kunstwerke sahen. Schließlich passierten wir die OWAG Schiffswerft. Auf Schifffahrten ist mir meistens etwas langweilig aber diese Mischung aus Natur, Industrie und Kultur gefiel mir sehr gut. Gespenstig wenig Verkehr fand dagegen auf der Donau statt. Während der fast zweistündigen Tour begegneten uns nur einige Sportmotorboote. Die Kreuzfahrten von Passau nach Wien werden derzeit wohl nur eingeschränkt angeboten und der Frachtschiffverkehr scheint zum Erliegen gekommen zu sein.

Zum Abschluss besuchte ich das Lentosmuseum moderner Kunst , als eine von drei Besuchern.

Schade war, dass einige Hauptattraktionen noch geschlossen waren. Interessiert hätte mich vor allem das interaktive Medienkunstmuseum Ars Electronica Center , und die Voest Alpine Stahlwelt  . Die Führung durch die Street Art am Mural Harbour fand leider nur einmal wöchentlich statt. Auch der OÖ Höhenrausch,  eine Freiluftausstellung moderner Kunst über den Dächern der Stadt, fiel in diesem Jahr aus. Daher reiste ich nach zwei Tagen ab und besuchte auf der Rückfahrt die Stadt Enns. In einem weiteren Beitrag  berichte ich darüber.

Fazit: Linz ist eine sehr sehenswerte Stadt. Besonders interessant ist der Mix von historischen Gebäuden, moderner Kunst und Industrie. Die freundlichen Einheimischen tragen dazu bei, dass man sich wohlfühlt. Die  Stadt möchte ich noch einmal besuchen, wenn die ausländischen  Touristen zurück und die oben genannten Attraktionen wieder geöffnet sind. In Österreich erwies sich Reisen trotz Corona als viel unkomplizierter als ich erwartet hatte.

Wart ihr schon in Linz oder in einer anderen österreichischen Stadt außer Wien und wie fandet ihr das ?

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Meine Fotos zeige ich auch auf Instagram unter wanderlustig 2020.

Linz, European Capital of Culture 2009 (together with Vilnius), I have wanted to visit for a long time. I was attracted by the range of modern art and innovative digital spaces created in this industrial city, as well as by its historical architecture. But there were so many long-distance destinations on my bucket list that I had never made it to Linz before. Corona freed me, hopefully temporarily, from this „travel problem“. After the situation had relaxed a bit, I recently dared to take a short trip to Austria (see also here ).

Due to Corona I travel by car and spent two nights in a holiday flat. After I had disinfected all grip surfaces, especially on windows, doors and cupboards, I felt quite comfortable.

In Austria with only about 30 new infections per day, the restrictions are less strict . Masks are now only compulsory in public transport. In all other public places, also in restaurants, churches and museums, it has been abolished. For the service staff masks are still compulsory. Social distancing is now only one meter.

The people seemed quite relaxed. Everything seemed much more normal to me. That was surely also due to the fact that in the beautiful weather many people were on the Danube promenade, in cafés, restaurants and shopping. The city centre did not seem to be crowded, which was probably due to the few tourists.  Also the restaurant tables that were placed at a distance of one metre did not look so artificially isolated as in Germany. In the hotels, there were already buffets offered again.  When I saw that, I was very happy about my holiday flat ! Feeling a bit uneasy about these relaxations voluntarily wore the face mask in churches and museums and that although I was mostly alone there. In case of doubt I like to be a bit more careful. Only at  the Danube boat trip I had to provide my address and telephone number.

First, I visited the baroque main square ( Hauptplatz) with the plague column, which was (appropriately?) just being renovated. Then I strolled through the medieval old town and went up to the city castle, where there was a very nice view over the city and the Danube.

I also like to visit churches and in this respect Linz offered a lot. I visited the Old and the New Cathedral, the Martins-, the Minoriten- and the Ursulinenkirche.  In my childhood my mother dragged me on journeys into every church. I remember especially well our visit to Vienna, where the churches were literally at every corner. After decades of abstinence, I nevertheless find it difficult nowadays not to enter the interior of a church.

On the second day I took the Pöstlingsbergbahn, which looked more like a tram to me, and went up to the panoramic mountain of the same name with its pilgrimage church. I found the view of Linz, which is situated on a bend of the Danube, very impressive, but it was slightly hazy, so that the view did not go as far as the Alps. On the terrace of the Pöstlingsbergsschlössel I enjoyed once again the beautiful city view and a delicious Linzer Schnitte with whipped cream.

In the afternoon I went on a Danube boat trip of almost two hours. The trip was only offered by one company and there were only three tours per day. Nevertheless there were only a few passengers on the huge ship. The trip went along the huge area of the steelworks „Voest Alpine“ with smoking blast furnace. Then we drove to the nature reserve at the mouth of the Traun river and on the way back we visited the commercial harbour where we saw some of the famous street art and graffiti artwork. Finally, we passed the OWAG shipyard. On boat trips I am usually a bit bored but I really liked this mixture of nature, industry and culture. There was very little traffic on the Danube. During the almost two-hour tour we met only some sport motorboats. The cruises from Passau to Vienna are probably only offered in a limited way at the moment and the cargo ship traffic seems to have come to a standstill.

Finally,  I visited the Lentos Museum of Modern Art as one of three visitors.

It was a pity that some main attractions were still closed. I would have been especially interested in the interactive media art museum Ars Electronica Center, and the Voest Alpine Stahlwelt . Unfortunately, the guided tour through the Street Art at Mural Harbour took place only once a week. Also the OÖ Höhenrausch, an open-air exhibition of modern art above the roofs of the city, was cancelled this year. So I left after two days and visited the city of Enns on the way back. In another article I will report about it.

Conclusion: Linz is a very worth seeing city. Especially interesting is the mix of historical buildings, modern art and industry. The friendly locals help to make you feel at home. I would like to visit the city again when the foreign visitors have returned and the above mentioned attractions are open again.Travelling in Austria proved to be much less complicated than I had expected, despite Corona.

Have you already been to Linz or any other Austrian city except Vienna and what did you think of it?

Always looking forward to your feedback.

My fotos I am also showing on Instagram under wanderlustig2020.

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Padua und Venedig im Sommer 2018 Padua and Venice in summer 2018

Einführung

Einer meiner ersten Blogbeiträge befasste sich mit meiner Kurzreise nach Padua im Sommer 2018. Er ging damals unter und hatte nur eine spärliche Resonanz. Irgendwann löschte ich den Post.

In diesen Tagen denke ich oft an meine vielen wunderbaren Reisen durch Italien. Speziell in Padua habe ich mich schon mehrmals aufgehalten. Italien ist mein allerliebstes Reiseland. Auf meiner Bucket List steht eine individuelle Reise mit dem Zug von Südtirol bis zur Stiefelspitze. Es wird sicher noch dauern, bis das wieder möglich ist.

Zwischenzeitlich bleibt mir nicht mehr, als mich an die wunderbaren Reiseerlebnisse in Italien zu erinnern. Daher habe ich meinen damaligen Beitrag noch einmal verfasst. Bis auf zwei zusätzliche Fotos der Basilika San Antonio und die englische Übersetzung habe ich nichts verändert. Denjenigen, die meinem Blog folgen, wird vielleicht auffallen, dass ich damals anders geschrieben habe. Euer Feedback, wie euch das gefällt, würde mich interessieren.

Einstweilen wünsche ich den so tapferen Italienern, dass es ihnen bald wieder besser geht und dass sie die unvorstellbaren Verluste von Menschenleben so gut es nur geht verarbeiten können.

 Kurztrip vom 31.5. bis 3.6.2018

Mit Hilfe des Brückentages war wieder einmal ein kurzer Städtetrip nach Oberitalien möglich. Wie schon einige Male zuvor hatte ich in Padua ein Hotel gebucht und unternahm  Ausflüge mit der Bahn. Dieses Mal war ich in Venedig und Treviso. In Padua selber habe ich mich nicht so viel aufgehalten. Auch weil ich fast alle Sehenswürdigkeiten schon kannte. Padua ist aber eine schöne mittelgroße Stadt mit viel italienischem Flair und ein guter Ausgangspunkt, um mit der Bahn schnell nach Venedig zu fahren. Unnötig ist es fast zu erwähnen, dass die Übernachtungspreise in Padua günstiger sind als in Venedig .

Viel Spass beim Lesen meines Reiseberichts wünscht euch

Inga

Anreise nach Padua

Meine Fahrt von München nach Padua mit dem Flixbus war ein Experiment, das ich nur bei weniger Verkehrsaufkommen wiederholen würde. Die Fahrt sollte ca. 7:30 Stunden dauern. Tatsächlich standen wir quasi im Dauerstau und brauchten zwei Stunden länger. Nun gut damit hatte ich gerechnet, aber nicht damit, dass es keine Pause und keinen Getränkeverkauf geben würde. Wir hielten zwar in Bozen, Trient und Verona, aber das war meistens nur kurz und wenn wir länger stehenblieben, dann war nicht klar, wie lange wir bleiben würden. Es gab keine Ansagen. Ich fragte den Fahrer, wann wir Pause machen und er sagte nur „Dopo Bozen“, aber davon war dann nicht  mehr die Rede, wohl wegen der Verspätung. Da wir meistens in der Nähe der Bahnhöfe hielten, überlegte ich, ob ich einfach aussteigen und mit dem Zug weiterfahren sollte. Allerdings  wollte ich das nicht mit dem genervten Fahrer diskutieren …

Als wir endlich in Padua ankamen, brach ein Gewitter los und es fing richtig an zu schütten. Meinen Schirm hatte ich soweit griffbereit im Koffer, so dass ich nur ein bisschen nass wurde, aber ich lief nicht sehr weit, sondern stürmte in die nächste Bar, um meinen Koffeinpegel wieder anzuheben. Die Bars, die es in italienischen Städten buchstäblich an jeder Ecke gibt, liebe ich sehr. Zum Kaffee, der immer gut ist, ganz gleich, wo sich die Bar befindet, gibt es selten mehr als ein Croissant („brioche“) oder ein Sandwhich zu essen, aber die Möglichkeit, einfach schnell im Stehen mein Lieblingsgetränk zu genießen, ist  einzigartig.

Nachdem ich in meinem Hotel in der Altstadt eingecheckt hatte, herrschte wieder warmes und trockenes Sommerwetter. Ich beschloss, noch zur Basilika San Antonio zu spazieren. In dieser Wallfahrtskirche aus dem 13. Jahrhundert ist der Hl. Antonius begraben. Es ist ein majestätischer  Dom mit vielen Fresken  und kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten, aber die Hauptattraktion ist das Grab des Heiligen. Normalerweise muss man zunächst in einer langen Schlange von Pilgern anstehen, um dort hin zu gelangen, aber an diesem Abend kurz vor der Schließung der Kirche war es leer. Ich ging mit einer kleinen Gruppe hinter dem Begräbnisaltar  vorbei, berührte dort die schwarze steinerne Grabplatte mit den Händen, blieb einen Moment stehen und dachte an die Dinge, die ich mir wünschen würde, wenn Antonius mir helfen könnte. Ich bin nicht gläubig, habe aber das Gefühl, dass diese kleine Geste eher helfen als schaden könnte. Außerdem steckt die andächtige Stimmung, die am Grab herrscht, in gewisser Weise an. Als ich aus der Basilika kam, gewitterte es wieder. Ich ließ meinen Besuch beim Heiligen bei einem Aperol Spritz auf einer überdachten Terrasse mit Blick auf die Kirche ausklingen.

Ausflug nach Venedig

Am nächsten Morgen herrschte strahlender Sonnenschein. Es sollte ein sehr heißer Tag werden. Meinen Ausflug nach Venedig wollte ich früh beginnen und ging daher um kurz vor 8 Uhr zum Bahnhof. Nach dem üblichen Kampf mit dem Fahrkartenautomaten nahm ich einen Zug, der mich in 27 Minuten nach Venedig brachte ( Verbindungen auf der Homepage von Trenitalia nachschauen, Regionale Veloce – RV- zum Bahnhof Venezia Lucia, einfache Fahrt 4,25 €, am besten gleich die Rückfahrt dazu buchen und aufpassen, dass man keinen Schnellzug erwischt,  Ticket 16,90 €/ einfache Fahrt).

Direkt am Bahnhof in Venedig befindet sich eine Haltestelle der Vaporettos, dort stieg ich ein, um über den Canale Grande zum Markusplatz zu fahren (Ticket ACTV einfache Fahrt 7,50 €, die Tageskarte für 20 € lohnte sich für mich nicht und auch nicht der City Pass Venezia Unica ab 28,90 €,  weil die Museen, die ich besuchen wollte, nicht inkludiert waren).

Nachdem das Vaporetto zunächst so vollbesetzt angekommen war, dass ich nur noch im Innere stehen und überhaupt nichts sehen konnte, und ich  dachte, dass es keine gute Idee gewesen war, in der Hauptsaison nach Venedig zu fahren, leerte sich das Boot an der Rialto Brücke.

Introduction

One of my first blog posts was about my short trip to Padua in the summer of 2018, which was  hardly noticed. At some point I deleted the post.

These days I often think about my many wonderful journeys through Italy. Especially to  Padua I have travelled several times. Italy is my very dearest travel country. On my bucket list stands an individual journey by train from South Tyrol to the southern tip. It will surely take some time until this will possible again.

In the meantime I am limited to remembering my wonderful travel experiences in Italy. Therefore,  I have rewritten my former report. Except for two additional photos of the Basilica of San Antonio and the English translation, I have not changed anything. Those who follow my blog may notice that I wrote differently back then. I would be interested in your feedback on how you like it.

In the meantime, I wish the Italians who have been so brave, that they will soon be better and that they will be able to cope with the unimaginable loss of human life, as best they can.

Short trip from 31.5. to 3.6.2018

With the help of the Bridge Day a short city trip to Northern Italy was once again possible. Like several times before I had booked a hotel in Padua and went on excursions by train. This time I was in Venice and Treviso. In Padua itself I did not spend much time. Also because I already knew almost all sights. But Padua is a nice medium-sized city with a lot of Italian flair and a good starting point to get to Venice quickly by train. Needless to say that the accomodation in Padua is cheaper than in Venice.

I hope you enjoy reading my travel report

Inga

Journey to Padua

My trip from Munich to Padua with Flixbus was an experiment that I would only repeat in less traffic. The journey was supposed to take about 7:30 hours. In fact we stood in a permanent traffic jam and the trip took  two hours longer. Well I had expected that much, but not that there would be no break and no sale of drinks. We stopped in Bolzano, Trento and Verona, but that was mostly only for a short time and if we stopped for a longer, it was not  clear how long we would stay. There were no announcements. I had asked the driver when we were going to take a break and he just said „Dopo Bolzano“, but that was no longer an issue, probably because of the delay. Since we usually stopped near the stations, I thought about whether I should just get off and continue by train. But I did not want to discuss this with the stressed out driver …

When we finally arrived in Padua, a thunderstorm broke out and it started to pour down heavily. I had my umbrella in my suitcase ready to use, so that I only got a little wet, but I did not walk very far and stormed into the next bar to raise my caffeine level again. I really do love the bars that you find literally on every corner in Italian cities. With the coffee, which is always good, no matter where the bar is located, there is rarely offered more than a croissant („brioche“) or a sandwhich  but the opportunity to simply enjoy my favourite drink quickly while standing is unique.

After I had checked in at my hotel in the historic quarter, the weather was again dry, warm and summerly. I decided to walk to the Basilica San Antonio. St. Antonio is buried in this pilgrimage church from the 13th century. It is a majestic cathedral with many frescos and art-historical sights, but the main attraction is the grave of the saint. Normally you have to queue up in a long line of pilgrims to get there, but that evening, just before the church closed, it was empty. I walked with a small group behind the funeral altar, touching the black stone tomb slab with my hands, stopped for a moment and thought of the things I would wish for if St. Anthony could help me. I am not a believer, but I have the feeling that this small gesture could help rather than harm. Besides, the devotional atmosphere at the tomb is contagious in a certain way. When I came out of the basilica, there was a rain storm again. I finished my visit to the saint with an aperol spritz on a covered terrace with a view of the cathedral.

Trip to Venice

The next morning there was bright sunshine. It was going to be a very hot day. I wanted to start my trip to Venice early and so I went to the train station shortly before 8 am. After the usual fight with the ticket machine I took a train, which brought me to Venice in 27 minutes ( look up connections on the homepage of Trenitalia, Regional Veloce – RV- to the station Venezia Lucia, one way 4,25 €, best is to book the return trip right away and take care not to catch an express train, ticket 16,90 €/ one way).

Right at the station in Venice I found the stop  of the Vaporettos, where I boarded  a  boat  to drive over the Canale Grande to the Piazza San Marco (ticket ACTV one way 7,50 €, the day ticket for 20 € was not worthwhile for me and also not the City Pass Venezia Unica from 28,90 €, as the museums that I wanted to visit were not included).

When  the vaporetto had arrived it was so fully loaded, that I could only stand in the interior and was not able to see anything at all. I thought that it had not been a good idea to visit Venice in the main season, but then the boat got much emptier at the Rialto Bridge stop.

Venedig hatte ich schon einige Male besucht, trotzdem zog es mich zuerst zum Markusplatz. Der Platz begann sich gerade erst zu füllen. Es war noch früh. Zunächst musste ich anstehen, um in die Basilika San Marco hineinzukommen. Das Warten war sehr kurzweilig. Es gab viel zu sehen auf dem Platz: Baudenkmäler und Touristen aus der ganzen Welt.

Die Kirche, in der man nicht fotografieren durfte, schon im Eingangsbereich stand ein Wächter, der  „No foto“ brüllte, ist über und über mit den zweitgrößten Goldmosaiken der Welt verziert. Sie ließ mich aber seltsamerweise kalt und wirkte eher wie ein, schlecht ausgeleuchtetes, Museum. Es gab auch keine Kirchenbänke, wo man sich hätte hinsetzen können, um die Mosaiken  zu bestaunen. Ein kleiner Bereich mit Sitzgelegenheiten war nur für Betende geöffnet.

Den Domschatz „Pala D’Oro“ konnte man gegen einen Eintritt von 3 € besichtigen. Die Schlange der Wartenden war lang und bewegte sich nicht. Nach einer Viertelstunde gaben einige Leute auf und ich schloss mich ihnen an. So kam es, dass ich eine sehr gute Entscheidung traf. Ich ging ins Dommuseum (Museo Basilica, Eintritt 5 €). Es befindet sich auf einer Empore mit herrlichem Blick ins Innere der Kirche. Nun konnte ich auch die Mosaiken unter der Kuppel von ganz nahem anschauen. Das Museum an sich ist recht klein, aber neben mehreren Architekturmodellen der Basilika gab es vor allem „überzählige“ Mosaikfragmente zu sehen, also solche die bei Restaurierungen der Basilika übrig geblieben waren. Dabei waren sehr ausdrucksstarke Gesichter von Heiligen, die man sonst nicht so nah zu sehen bekommt oder die auf einem größeren Mosaik nicht zur Geltung kommen.

Außerdem sind die Originalbronzepferde von San Marco ausgestellt.  Die Quadriga, die aus lebensgroßen Goldbronzeplastiken besteht, wurde von den Venezianern bei einem Kreuzzug im 13. Jahrhundert erbeutet. Die Pferde sollen aus der Antike stammen und die ältesten freistehenden Plastiken sein, die aus dieser Zeit erhalten sind. Ein toller Anblick  (leider keine Photos möglich) !

Die modernen Kopien der Pferde stehen auf der Loggia, zu der man vom Museum Zutritt hat. Dorthin ging ich nun und bestaunte die Piazza mit den herbeiströmenden Menschenmassen und den  Blick zum Canale Grande.

I had already visited Venice a few times, but I was drawn to St. Mark’s Square first. The square just started to fill up. It was still early. First I had to queue to get into the Basilica San Marco. The waiting was very entertaining though. There was a lot to see in the square: monuments and tourists from all over the world.

The church, in which one was not allowed to take pictures, already in the entrance area there was a guard who shouted „No foto“, is adorned over and over with the second biggest gold mosaics of the world. But strangely enough it left me cold and seemed more like a, badly illuminated, museum. There were also no pews where you could have sat down to admire the mosaics. A small area with seats was only open for prayers.

The cathedral treasure „Pala D’Oro“ could be viewed for an entrance fee of 3 €. The queue was long and did not move. After a quarter of an hour, some people gave up and I joined in. By this way, it happened that I made a very good decision. I went to the cathedral museum (Museo Basilica, entrance fee 5 €). It is located on a gallery with a wonderful view into the interior of the church. Now I could have a very close look at the mosaics under the dome. The museum itself is quite small, but beside several architecture models of the basilica, there were mainly „surplus“ mosaic fragments to see, thus those that were left over during the restorations of the basilica. They were very expressive faces of saints that one normally does not get to see so close or that do not come to the fore in a larger mosaic.

Also on display are the original bronze horses of San Marco.  The quadriga, made of life-size gold bronze sculptures, was captured by the Venetians during a crusade in the 13th century. The horses are said to be from ancient times and to be the oldest free-standing sculptures preserved from that period. A great sight (unfortunately no photos possible) !

The modern copies of the horses can be seen on the loggia, which is accessible from the museum. There I went and admired the piazza with the crowds of people and the view to the Canale Grande.

PaduaBlog (6)Inzwischen war es brütend heiß. Ich spazierte zunächst zum Palazzo Grassi, um mir eine Ausstellung moderner Kunst anzuschauen. Beim Blick auf den Stadtplan hatte ich gesehen, dass es nicht sehr weit war, der Weg aber durch zahlreiche verwinkelte Gassen ging. Sorgen, dass ich mich verirren würde, hätte ich mir aber nicht zu machen brauchen. Zunächst folgte ich eine ganze Weile der guten Ausschilderung zur Rialto Brücke und dann gab es nahe der Kirche S. Stefano einen Abzweig zum Palazzo Grassi. Auf dem Weg entdeckte ich, dass überall sehr, sehr viel Betrieb herrschte, aber auch, dass jedes Gebäude, an dem ich vorbeiging , auf seine Art ästhetisch schön war. Oft überquerte ich kleine Brücken, die über Kanäle führten, die vom Canale Grande abzweigten. Dort konnte man auch Gondeln mieten (sehr teuer, ab 80 € pro halber Stunde ). Auch gab es alle paar Minuten eine Kirche zu sehen und die meisten öffentlichen Gebäude waren in atemberaubenden Palazzi untergebracht. Ich begann zu ahnen, dass mein Tagesausflug nur an der Oberfläche dieser fantastischen Stadt kratzen würde.

Im Palazzo Grassi besuchte ich eine Ausstellung mit Gemälden von Albert Oehlen und freute mich über das gelungene Zusammenspiel der modernen Kunst mit der Architektur des Venezianischen Palastes aus dem 18. Jahrhundert.

In the meantime it had become scorching hot. First I walked to Palazzo Grassi to see an exhibition of modern art. By looking at the city map I had seen that it was not very far, but the way went through numerous winding alleys. But I did not have to worry that I would get lost. First, I followed the good signposting to the Rialto Bridge for a while and then, close to the church S. Stefano, there was a branching off to the Palazzo Grassi. On the way I discovered that there was a lot of activity everywhere, but also that every building I passed was aesthetically beautiful in its specific way. I often crossed small bridges that led over canals that branched off the Grand Canal. There, one could also rent gondolas (very expensive, from 80 € per half hour). There was a church to visit every few minutes and most of the public buildings were accommodated in breathtaking palazzi. I started to suspect that my day trip would only scratch the surface of this fantastic city.

In Palazzo Grassi I visited an exhibition of paintings by Albert Oehlen and was pleased about the successful interaction of modern art with the architecture of the Venetian palace from the 18th century.

Ich hatte ein Kombiticket gekauft, mit dem ich auch die Fotoausstellung „Dancing with Myself“ in der Punta Dogana sehen konnte (18 € für beide Ausstellungen). Über die Brücke an der Accademia, die gerade renoviert wurde, aber auf einem schmalen völlig überlasteten Steg zugänglich war, gelangte ich nach Dorsoduro, wo die Orientierung einfach war, weil ich in Richtung der Landspitze unterwegs war.

With my  combination ticket, I could also see the photo exhibition „Dancing with Myself“ in the Punta Dogana (18 € for both exhibitions). Over the bridge at the Accademia, which was just renovated but accessible on a narrow, completely overloaded footbridge, I arrived in Dorsoduro, where orientation was easy, as I was heading towards the point.

Vorbei an der Guggenheim Collection, die ich schon einmal gesehen hatte, ging ich an der schönen Kirche San Gregorio vorbei zum Museum Punta Dogana. Auch in dieses Museum hatte sich kaum ein Tourist verirrt, was in Anbetracht der Massen, die in Venedig unterwegs waren, unendlich gut tat. Die Fotoausstellung fügte sich in die umgebaute Zollstation aus dem 15. Jahrhundert ebenfalls sehr schön ein. Etwas versteckt ging es in den obersten Stock (ausgeschildert: Bellevue) in ein einzelnes Turmzimmer mit einem sensationell  schöner Blick in drei Richtungen nach San Marco, Guidecca und den Hafen. Das Kunstwerk von Damien Hirst geriet dabei leider etwas ins Hintertreffen.

Passing the Guggenheim Collection, which I had seen before, I walked past the beautiful church San Gregorio to the museum Punta Dogana. Also in this museum, there were hardly any tourists, something that did infinitely well considering the masses that were on the road in Venice. The photo exhibition also fitted very nicely into the rebuilt customs station of the 15th century. A little bit hidden on the top floor (signposted: Bellevue)  I discovered a single tower room with a sensationally beautiful view in three directions to San Marco, Guidecca and the harbour. Unfortunately, Damien Hirst’s work of art fell somewhat behind.

PaduaBlog (13) - Kopie

Auf dem Rückweg zum Bahnhof passierte ich die Rialto Brücke, die von vielen Besuchern belagert wurde.

Walking back to the station I passed the Rialto Bridge, which was besieged by many visitors.

PaduaBlog (14)Danach fuhr ich mit dem Aufzug auf die Dachterrasse des in einem Venezianischen Palazzo untergebrachten Luxuskaufhauses Fondaco dei Tedeschi, von der man den besten Blick über den Canale Grande genießen kann. Auf der Homepage des Kaufhauses hatte ich gelesen, dass man die Besuchszeit reservieren soll, aber ich ging einfach hin und es klappte! Bemerkenswert war, dass asiatische Touristen tatsächlich zum Shopping von Luxusprodukten im Gebäude unterwegs waren, während alle anderen Besucher nur zur Aussichtsplattform fuhren.

Afterwards, I took the elevator to the roof terrace of the luxury department store Fondaco dei Tedeschi that is accommodated in a Venetian palazzo and from which one can enjoy the best view over the Canale Grande. I had read in the homepage of the department store that one should reserve the visiting time, but I simply went there and it worked! What was remarkable was that the Asian tourists actually went to the building for shopping luxury products, while all other visitors only went to the observation deck.

Padua Venedig Opa FFM (55)
Auf dem Weg zum Bahnhof ließ ich den geplanten Besuch des Museums im Ca‘ d’Oro, einem gotischen Palazzo, aus. Soviel Schönes hatte ich an diesem Tag schon gesehen, meine Aufnahmefähigkeit war erschöpft.

On the way to the train station I skipped the planned visit of the museum in the Ca‘ d’Oro, a gothic palazzo. I was already satiated with beauty.
PaduaBlog (16)
Stattdessen trank ich noch einen wohlverdienten Bellini in einer Bar mit Blick auf die vorbeihastenden Touristen und fuhr dann mit einem langsameren Regionalzug in einer dreiviertel Stunde zurück nach Padua.
Instead I drank a well-deserved Bellini in a bar with a view of the tourists rushing by and then took a slow regional train back to Padua in three quarters of an hour.

Ausflug nach Treviso

Am nächsten Tag, dem 2. Juni, war der italienische Nationalfeiertag. Ich nahm den Zug nach Treviso ( mit dem Reginonale Velocce, einmal Umsteigen in Venezia Mestre, 10 Euro hin- und zurück, Fahrtzeit einfache Strecke ca. 45 Minuten).

In Treviso ging es wesentlich ruhig zu als in Venedig, wohl auch weil es nicht annähernd so viel zu sehen gibt.

Ich sah eine sehr getragene Feier zum Nationalfeiertag am Siegesdenkmal La Vittoria.

Trip to Treviso

The next day, June 2, was the Italian national holiday. I took the train to Treviso (with Reginonale Velocce, one change in Venezia Mestre, 10 Euro return, one way takes about 45 minutes).

In Treviso it was much quieter than in Venice, probably also because there is not nearly as much to see.

I saw a very festive event for the national holiday at the victory monument La Vittoria.

Dann besichtigte ich San Nicolo‘ und Santa Lucia, zwei sehenswerte Kirchen mit wunderbaren Fresken.

Then I visited San Nicolo‘ and Santa Lucia, two churches worth seeing with wonderful frescos.

Unterwegs traf ich auf eine johlende Reisegruppe bei der Fontana delle Tette, einer Brunnenskulptur nach einem antiken Vorbild, aus deren Brüsten Wasser strömt. Die Herren der Schöpfung ließen es sich nicht nehmen, sich als Busengrapscher zu gerieren, was von den Damen der Gruppe heftig beklatscht wurde.

En route, I met a cheering tourist group at the Fontana delle Tette, a fountain sculpture based on an antique model, from whose breasts water flows. The male travellors did not pass the opportunity to grope at the breasts of the statue, which was applauded fiercely by the ladies of the group.

PaduaBlog (21)
Nach meinem Besuch im Museo Santa Catarina, wo es eine sehenswerte Rodin Ausstellung gab (wenn man noch nicht im Musée Rodin in Paris war, aus dem die Exponate stammten) trieb ich mich noch ein bisschen im Mühlenviertel I Buranelli herum, was ich aber nicht herausragend fand, und erholte mich dann bei einem köstlichen Oktopus-/Shrimpssalat und Prosecco.

After my visit to the Museo Santa Catarina, where there was a Rodin exhibition worth seeing (if you haven’t been to the Musée Rodin in Paris, where the exhibits came from), I hung around a little in the mill district I Buranelli, which I did not think outstanding, and then relaxed with a delicious octopus/shrimp salad and Prosecco.
PaduaBlog (22)
Dann ging ich zur hochgelobten Promenade am Fluss Sile, stellte aber nach kurzer Zeit fest, dass es sich um einen durchaus idyllischen Teil des Radwegs München Venedig handelte, der für Fußgänger aber zu langweilig war. Ein paar netten Entchen mit ihrer Mama begegnete ich dann aber doch.

Then I went to the highlyrecommended promenade along the river Sile, but after a short time I realized that it was a thoroughly idyllic part of the Munich Venice cycle path, but too boring for pedestrians. At least, I met some nice little ducks with their mummy.

An meinem letzten Tag, dem Sonntag, musste ich um 16 Uhr mit dem Zug zurück nach München fahren. Vormittags besuchte ich in Padua eine Kunstausstellung im Palazzo della Ragione. Ich mag den Ratssaal, der schon im 13. Jahrhundert als Gerichtssaal benutzt wurde, wegen seiner wunderbaren Fresken sehr. Die aktuellen Ausstellung mit Kunstwerke von Gaetano Pesce, über die der Saal zugänglich war, versperrte leider oft den Blick auf die Architektur.

On my last day, Sunday, I had to take the train back to Munich at 4 pm. In the morning I visited an art exhibition in the Palazzo della Ragione in Padua. The council hall, which was already used as a courtroom in the 13th century, I like very much because of its wonderful frescos. Unfortunately, the current exhibition with works of art by Gaetano Pesce, through which the hall was accessible, often blocked the view of the architecture.
PaduaBLOG Opa
Dann wollte die älteste Kirche von Padua, Santa Sofia aus dem 11. Jahrhundert, besichtigen, was wegen der Sonntagsmesse nicht ging. Ich schaute kurz ins Innere und beschloss, mir die Kirche für meinen nächsten Besuch in Padua aufzuheben.

Then I wanted to visit the oldest church of Padua, Santa Sofia from the 11th century, but this was not possible because of the Sunday mass. Instead I took a quick look inside and decided to save the church for my next visit to Padua.

Noch einmal besuchte ich die Basilika San Antonio und dann hieß es Abschied nehmen, vom Heiligen und von der liebenswerten Stadt Padua.

One last time I visited the Basilica of San Antonio and then it was time to say goodbye to the Saint and to the lovely city of Padua.

Nach knapp sieben Stunden Zugfahrt kam ich erschöpft aber glücklich in München an.

After almost seven hours of train travel I arrived in Munich exhausted but happy.

Reist ihr gerne nach Italien und welche Reisen haben haben euch besonders gut gefallen ?
Über eure Kommentare und Likes freue ich mich immer sehr.

Do you like to travel to Italy and which trips did you especially like ?
Looking forward to your comments and likes.