Ausgebremst #1

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Momentan berichte ich von meiner kürzlichen Pilgerwanderung auf der Via Gebennensis, dem französischen Jakobsweg, der von Genf nach Le Puy führt (z.B. Auf dem französischen Jakobsweg #3). Dort habe ich 175 Km zurückgelegt, also ca. die Hälfte des Weges. Allerdings habe ich neben unvergesslichen Eindrücken und Erinnerungen auch mehrere Probleme mitgebracht. Von einem wird hier die Rede sein.

Während der Fernwanderung begann die Achillessehne meines rechten Beins zu schmerzen. Mir fiel das immer dann auf, wenn ich eine Zeitlang nicht gelaufen war, z.B. morgens beim Beginn der Tour. Aber nach ein bis zwei Kilometern war alles normal und ich konnte unbeschwert gehen. Leider kippte das Ganze irgendwann. Seit meiner Rückkehr vom Camino tut jeder Schritt weh und ich humpele wie eine alte Oma, mit dem Unterschied dass meine eigene Großmutter mit über 90 Jahren noch gut zu Fuß war!

Der Orthopäde gab mir eine Spritze, die nichts half, riet zur Schonung und empfahl Dehnübungen (helfen tatsächlich ein bisschen) und eine Stoßwellentherapie (die ich mir ersparen möchte). Das war vor zwei Wochen und seitdem hat es sich nicht sehr gebessert.

Zwar habe ich kein Problem mich zu Hause zu beschäftigen, aber ich bin eine passionierte Geherin. Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, wandere ich sehr gerne. Wenn das nicht geht, spaziere oder walke ich mehrmals wöchentlich durch den heimischen Wald. Nun war ich drei Mal auf meiner allerkürzesten Strecke unterwegs, das reine Vergnügen war es keineswegs, aber jeder Gang durch den Wald war ein rauschhaftes Erlebnis. Ich höre so gerne die Blätter rauschen und lausche mit Vergnügen dem Zwitschern der Vögel. Außerdem liebe ich die changierenden Sonnenflecken auf dem Boden und bewundere die unendlich vielen Grüntöne des Waldes.

Auch das unbeschwerte Bummeln durch die Innenstadt würde ich gerne wieder genießen.

Jetzt hoffe ich erst einmal, dass meine Achillessehnenreizung und eine weitere Malaise (dazu später) sich bald wieder geben. Auf eine Fernwanderung werde ich mich aber so schnell nicht mehr begeben, Tageswanderungen können auch ganz wunderbar sein.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Ausgebremst #1 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Frohe Ostern 🐇🐣🍰 🇺🇦

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Ein frohes Osterfest und schöne Feiertage im Kreise eurer Lieben wünsche ich euch. Verwöhnt euch ausgiebig und unternehmt einen frühlingshaften (auf der Südhalbkugel: herbstlichen) Ausflug, wenn ihr mögt.

Dann wünsche ich mir noch, dass bald Frieden herrscht in der Ukraine und das Leid der Menschen ein Ende findet. Dass das demnächst eintritt, ist leider unwahrscheinlich, aber wünschen hat noch nie geschadet …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Meine Zauberpflanze, die Agapantie

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Sehr gerne denke ich an unseren Wanderurlaub auf Madeira im September 2014 zurück. Mir gefielen vor allem die gebirgige Küstenlandschaft und die vielfältige Flora der Blumeninsel. Es war auch das erste und das letzte Mal, das wir Wanderferien mit einer Gruppe buchten, auch wenn diese nur wenige Mitglieder hatte und aus durchweg freundlichen Menschen bestand. Ziemlich schnell stellten wir aber fest, dass wir beim Wandern gerne unsere Ruhe haben. Aber das ist eine andere Geschichte …

Unsere Wanderungen führten einige Male an den Levadas entlang. Diese künstliche Wasserläufe leiten das Wasser aus den niederschlagsreicheren Gegenden im Norden der Insel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden. Sehr angetan war ich von den am Rand der Levadas blühenden Agapanthien, den Afrikanischen Schmucklilien.

Am letzten Urlaubstag kauften wir Mitbringsel und Souvenirs in der Markthalle von Funchal. Sehr schnell hatte ich eine Packung mit Agapantienzwiebeln in der Hand. Allerdings herrscht auf Madeira ein milderes Klima als bei uns im Alpenvorland, so dass ich nicht sicher war, ob die Pflanzen im heimischen Garten gedeihen würden. Der Verkäufer versicherte mir, dass die Blumen bis 5 Grad Celsius vertragen. Wenn ich sie im Haus überwintern lassen würde, wäre alles in Ordnung.

Zu Hause setzte ich meine neu erstandenen Zwiebeln in zwei Töpfe und brachte sie im Spätherbst ins Haus. Von den sechs Zwiebeln waren nur drei gesprießt. Diese pflanzte ich im späten Frühjahr ins Gartenbeet. Es kamen viele grüne Blätter, aber Blüten zeigten sich nicht. Ich mahnte mich zur Geduld, auch im nächsten Jahr als die Lage unverändert war. Das Netz wurde ausgiebig befragt („Warum blüht die Agapantie nicht?“). Mal wurde geraten, die Zwiebeln weit auseinander zu pflanzen, dann sollten sie wieder ganz eng stehen. Ohne Erfolg probierte ich mal dieses und mal jenes aus. Im Herbst 2018 wurde es mir zu bunt. Ich war nun bereit, die Pflanzen sterben zu lassen und ließ sie über den Winter im Beet. Im Januar 2019 fiel außergewöhnlich viel Schnee. Trotzdem zeigte sich im Sommer die erste blaue Agapantienblüte. Begeistert fotografierte ich alle Stadien dieses Ereignisses. Mehr als eine Blüte wollte mir die Schmucklilie zwar nicht gönnen, aber das Wegwerfen hatte sie erfolgreich abgewendet.

In den folgenden Jahren tat sich wieder einmal nichts. Ein weiteres Verbleiben im Garten überstand die Pflanze, aber das war es dann auch. Im letzten Sommer, nachdem ich alle Pflanzen dicht nebeneinander in einen großen Blumentopf gesetzt hatte, kaufte ich den teuersten Agapantiendünger, den ich finden konnte, und fütterte das „Pflänzchen“ regelmäßig. Manchmal redete ich ihr auch leise gut zu und gelegentlich drohte ich ihr ein bisschen. Die Blätter wurden sehr grün und schön kräftig aber sonst passierte nichts. Resigniert räumten wir den Topf im Spätherbst nach drinnen, dieses Mal in ein selten beheiztes Zimmer statt in den Keller. Wieder einmal war ich entschlossen, die launische Pflanzendiva in der nächsten Saison zu entsorgen, wenn sie sich nicht zum Blühen bequemen würde.

Ende Februar geschah das Wunder ! Wir konnten es kaum fassen : die Agapantienpflanzen begannen zu sprießen . Inzwischen haben sich acht prächtige Blüten gebildet, die nun seltsamerweise weiß sind.

Im Sommer kommt die Schmucklilie wieder in den Garten und düngen werde ich sie auch. Mal schauen, was dann passiert, sei es im nächsten Frühjahr oder erst in einigen Jahren. In den Biomüll kann ich die Agapantie nach dieser beeindruckenden Anstrengung aber nicht mehr befördern.
Außerdem erinnert mich die Pflanze daran, dass ich auf die Trauminsel Madeira zurückkehren wollte, um dort einen weiteren, aber individuellen Wanderurlaub zu verringen.

Habt ihr schon einmal etwas Ähnliches erlebt ? Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Schon wieder ein Bloggeburtstag! Another blog birthday again!

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Heute vor vier Jahren, am 15.03.2018, habe ich meinen ersten Blogbeitrag veröffentlicht. Seitdem hat sich mein Blog wunderbar entwickelt. Dafür danke ich euch allen, den regelmäßigen Followern und denjenigen, die nur ab und zu einmal vorbeischauen. Vor allem über eure zahlreichen, freundlichen und hilfreichen Kommentare habe ich mich sehr gefreut.

In den letzten Jahren habe ich jeweils ein Glückwunschschreiben an meinen Blog verfasst (1. Bloggeburtstag, 2.Bloggeburtstag und 3.Bloggeburtstag). Davon möchte ich in diesem Jahr absehen. Den Krieg in der Ukraine finde ich entsetzlich und die Menschen tuen mir unendlich leid. Betroffenheitsäußerungen gibt es in den sozialen Medien schon reichlich, daran schließe ich mich nur gelegentlich und eher andeutend an. Allerdings meine ich, dass wir gerade jetzt Ablenkung brauchen und werde weiterhin möglichst schöne Fotos und hoffentlich interessante Reise- und Ausflugsberichte posten. Aber über die Entwicklung meines unbedeutenden Blogs zu schreiben, erscheint mir in der derzeitigen Lage nicht angemessen.

Letztendlich bin ich es auch leid, anläßlich des Bloggeburtstags wieder einmal zu verkünden, dass im nächsten Jahr alles wieder gut wird. Derlei Prognosen versuche ich mir gerade abzugewöhnen. Lieber akzeptiere ich die Gegebenheiten. Das soll mich nicht daran hindern, kurzfristig Möglichkeiten zu Ausflügen und anderem schönem Zeitvertreib zu nutzen

Nochmals vielen Dank an euch alle! Die Bloggerei bereichert mich sehr. Sie hat sich zu einem echten Hobby entwickelt und mir in Coronazeiten sehr geholfen. Nun lege ich eine kurze kreative Pause ein, werde aber natürlich bei euch mitlesen und freue mich schon auf spannende Berichte und wunderbare Fotos.

Bis dann! Ich wünsche euch herzlich alles Gute und passt auf euch auf.

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Berlinale Blues 2022

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In diesem Jahr soll die Berlinale vom 10. bis 20.2.22 trotz Corona wieder als Präsenzfestival stattfinden. Das Programm wurde gekürzt, alle Empfänge sind abgesagt und die Vorführungen finden unter strengen Hygieneauflagen statt. Und sie werden ohne mich stattfinden!

Es fing damit an, dass ich erstmals keine Akkreditierung mehr bekam. Das hat natürlich mit meinem Rentnerinnenstatus zu tun, aber auch damit, dass es wegen Corona generell weniger Zulassungen gibt.

Seit 2007 habe ich dreizehnmal die Berlinale besucht. Es war immer sehr hektisch und ich habe mich über Vieles geärgert, aber das Privileg, bevorzugt an einem A-Festival teilnehmen zu dürfen, doch sehr genossen (und es weidlich ausgenutzt, wann immer sich ein Timeslot zwischen beruflichen Terminen auftat). Einige Filme waren sensationell andere grottenschlecht, viele bewegten sich in der Mitte, aber das gehört eben zu einem Filmfestival dazu.

Seit Anfang Januar hatte ich überlegt, trotzdem nach Berlin zu fahren. Irgendwie würde ich es schon schaffen, an Kinokarten zu kommen. Und wenn nicht, würde ich in Berlin sehr viel Neues und Interessantes entdecken können. Zum Beispiel wollte ich mir die nach langer Sanierung wieder eröffnete Nationalgalerie anschauen.

Aber dann stiegen die Inzidenzen in Berlin (wie auch in München) immer höher (Stand 25.1.2022: knapp 1600) und mir wurde klar, dass ich mich auf der Berlinale keinesfalls unbesorgt aufhalten konnte. Auch wenn in den Kinos strikte Maßnahmen gelten, bewegt man sich doch ständig in Menschenmengen, z.B. in den Öffentlichen Verkehrsmitteln, im Restaurant und im Hotel. Gelesen habe ich außerdem, dass die Booster Impfung nicht vor der Ansteckung mit Omikron sondern nur vor dem schweren Corona Verlauf schützt. Mich fern der Heimat zu infizieren und dann nicht nach Hause zu können, darauf lege ich wirklich keinen Wert.

Heute recherchierte ich die Filme im diesjährigen Berlinale Wettbewerb und suchte diejenigen aus, die ich gerne sehen möchte. Das geht sicher zu einem späteren Zeitpunkt im Kino oder als Stream. Das Ganze erinnerte mich aber sehr an meine echte Berlinale Planung und es machte mich ziemlich traurig.

Draußen lachte die Abendsonne, also begab ich mich auf einen flotten Waldspaziergang. Und danach ging es mir gleich viel besser. Wahrscheinlich klappt es wieder mit dem Münchner Filmfest im Sommer. Darauf freue ich mich schon sehr …

Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Happy Birthday, kleiner Blog!

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3. Bloggeburtstag – 15.03.2021

Bloggen in Corona Zeiten

Heute vor drei Jahren veröffentlichte ich meinen ersten Blogbeitrag .

Im letzten Jahr entwickelte sich mein Blog sehr gut. Die Zugriffszahlen haben sich im Jahr 2020, von einem relativ niedrigen Niveau ausgehend, verfünffacht. Das mag mit der Pandemie zu tun haben. In Zeiten strikter Reisebeschränkungen kann man mit Blogthemen reüssieren, die vorher nicht den sprichwörtlichen Hund hinter dem Ofen hervorgelockt hätten. Der Bericht über meine Reise nach Padua und Venedig aus dem Jahr 2018 ging in der Flut ähnlicher Posts unter. Schließlich war ein Kurztrip nach Venedig über ein (verlängertes) Wochenende damals, in den „guten alten“ Zeiten, nichts Besonderes (Die Venezianer klagten damals über Overtourism und überlegten, ob ein Eintritt für die Lagunenstadt verlangt werden sollte.). Sehr viel besser lief mein Beitrag aber, als ich ihn im April 2020 noch einmal publizierte.

Nun habe ich sehr viel Zeit und meine Motivation, über vergangene Reisen zu schreiben oder sogar kleine Tagesausflüge zu schildern und zu bebildern, ist stark gestiegen. Früher als alles noch „normal“ war, gab es schließlich immer sehr viel Anderes zu tun. Zahlreiche Reisen mussten geplant und umfangreich vorbereitet werden 😉. Während ich damals ungefähr zweimal in der Woche postete, schreibe ich derzeit täglich.

Das Bloggen hilft mir auch, mein Fernweh im Zaum zu halten. Es macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Euch, meinen treuen Followern und interessierten Lesern, danke ich ganz herzlich. Eure Likes weiß ich sehr zu schätzen und richtig dankbar bin ich allen, die sich die Mühe machen, einen Kommentar zu verfassen. Eure Beiträge finde ich sehr spannend und lehrreich. Eure schönen Bilder vermitteln eure Erlebnisse noch einmal intensiver. Auf eure kommenden Beiträge freue ich mich !

Im letzten Jahr habe ich begonnen, an Fotochallenges und Fotoprojekten teilzunehmen. Danke vor allen an Manni von Mannis Fotobude und an Roland von ROYUSCH-UNTERWEGS für die vielen herausfordernden Projekte! Das war eine sehr gute Schule meines fotografischen Blicks und half mir beim Aufbrechen etablierter Fotomuster. Durch die Kommentare habe ich außerdem Vieles über das Erkennen und Lösen von Fotoproblemen gelernt. Sehr erfreulich fand ich, dass die Kommentare immer freundlich und hilfreich blieben. So konnte ich Teil einer wirklich netten Community werden, wofür ich sehr dankbar bin.

Gegen Ende 2020 intensivierte sich mein Kontakt mit einer internationalen Bloggercommunity, eine sehr schöne und interessante Erfahrung. Meine Beiträge werden zwar von Google Translate übersetzt, aber meine eingerosteten Englischkenntnisse kann ich nun durch das Lesen und Kommentieren auffrischen. Ganz herzlichen Dank noch einmal an Maggie und Richard von Monkey’s Tale für die Einladung zur „Travel Challenge“.

Das hörte sich jetzt so an, als ob ich durch das Bloggen immer nur gelernt hätte. Tatsächlich ist der Spaß nicht zu kurz gekommen und die Bloggerei hat sich zu einem echten Hobby entwickelt.

Geburtstagswünsche

Aber nun zum Geburtstagskind, der Hauptperson des heutigen Tages!

Hallo kleiner Blog,

wieder liegt ein Jahr hinter uns, in dem wir sehr viel zusammen erlebt haben, auch wenn es ganz anders war als in den zwei vorangegangen Jahren. Reisen waren wegen Corona nur sehr eingeschränkt möglich. Das war ein ziemlicher Schlag für unseren aufblühenden Reiseblog. Aber ich finde, wir haben uns ziemlich gut geschlagen. Unsere Kreativität war gefragt und wir hatten dann doch Einiges zu berichten (siehe hier).

Zunächst einmal ganz herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag. Du hast dich ganz prächtig zu einem quirligen Kleinkind entwickelt, bist sehr aufgeweckt und interessiert. Und immer wieder bringst du mich auf neue Themen. Lieben Dank für Alles und mach‘ weiter so !

Aber wie begehen wir jetzt deinen Geburtstag ? Zu deinem 2. Geburtstag schrieb ich:

„Aber deinen Geburtstag feiern wir auf jeden Fall nach, wenn alles vorbei ist ! Ich stelle mir vor, dass wir in einer Bar, z.B. in Padua, einen herrlich duftenden Cappuccino zu einer Brioche con Crema genießen. Dir bestelle ich natürlich eine Arranciata. Wir freuen uns über die lebhaften Italiener, die sich mit Küsschen  und Umarmungen begrüßen und ihre lauten Gespräche  mit zahlreichen Gesten unterstreichen.

Dann besuchen wir das Grab des Hl. Antonius in der Basilika. Dort gehen wir mit den anderen Besuchern hinter dem Begräbnisaltar vorbei,  berühren den Sarkophag des Heiligen mit den Händen, bleiben einen Moment stehen und beten, dass es der Menschheit  gut gehen möge.

Danach kaufen wir uns köstliches Gelato. Du darfst ausnahmsweise soviele Kugeln essen, wie du möchtest. Wir nehmen das Eis auf die Hand (ohne vorher Hände gewaschen zu haben !) setzen uns auf den Platz vor der Basilika und genießen die Abendstimmung und den lebhaften Touristenbetrieb. Das wird sehr schön !“

Wie optimistisch ich damals noch war ! Die Pandemie erschien mir wie ein Phänomen, das in wenigen Monaten vorbei wäre, jedenfalls so schnell, dass wir deinen zweiten noch vor dem dritten Geburtstag hätten feiern können.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, wie man so schön sagt. Irgendwann ist Alles vorbei. Das muss einfach so sein. Dann holen wir deine Geburtstagsfeiern nach und unternehmen eine richtig schöne, ausgedehnte Reise. Vielleicht im März nächsten Jahres, pünktlich zu deinem Jahrestag! Der März ist eine gute Reisezeit für Zypern, Marokko, Israel …

Und es wird schöner sein als jemals zuvor. Alles, was wir früher für selbstverständlich oder sogar ärgerlich gehalten haben, wird wieder ganz frisch und sehr aufregend sein. Ein Bad in einer Touristenmenge nehmen , wie wunderbar ! Anstehen vor dem Dom auf dem Markusplatz und dabei Leute beobachten. An einer italienischen Bartheke dem Barrista zusehen und dabei einen Cappuccino mit köstlich feinporigem Milchschaum schlürfen. Beim Essen eines sauscharfen Gerichts nach Luft schnappen. Eine Nudelsuppe mit Stäbchen essen. Bei Wind und Wetter auf einen verspäteten Bus warten. Mit dem Mietwagen über eine wilde Schotterstrecke brettern. Im Flieger bangen, dass man den Anschlussflug verpasst. Diese und viele weitere Reiseerlebnisse kann ich kaum erwarten.

Heute denke ich an ganz oft dich und freue ich mich auf ein neues wunderbares Jahr mit dir. Mit oder ohne Pandemie!

Alle Liebe und Gute

deine Inga

PS: Aber halt, ein kleines Geburtstagsgeschenk habe ich doch noch für dich. Der schöne Frühlingsstrauß wird dir sicher gefallen.

Blumenstrauss bunt

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Reiseexperimente/Experimental Travel

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Unbeauftragte und unbezahlte Werbung.

Definition „Experimental Travel“

Vor einigen Jahren wurde ich auf den „Lonely Planet Guide to Experimental Travel“ von Joël Henry und Rachael Antony aufmerksam. Die Idee ist grob gesagt, dass man anstatt eine Reise akribisch zu planen und dann mit Hilfe von Reiseführern und Smartphone touristische Sehenswürdigkeiten hinteinander abzuhaken, das Reiseziel auf spielerische Weise entdeckt und dadurch Details wahrnimmt, die individuelles Erleben ermöglichen und näher zur Lebenswirklichkeit in den Orten führen können.

Joël Henry, beschreibt Experimentelles Reisen so:
«Experimental travel evades definition, but it can loosely be described as a playful way of travelling, where the journey’s methodology is clear but the destination may be unknown»

Im Buch werden 40 Möglichkeiten vorgeschlagen, eine Stadt oder eine Gegend zu erkunden, z.B. „Ästhetische Reisen“, „Counter Tourism“ (Das Gegenteil von dem tun, was ein Tourist tun würde“), Reiseziele auswürfeln, Reisen ans Ende einer Bahn-/Bus-Linie oder 24 Stunden auf einem Flughafen verbringen, ohne ein Flugzeug zu nehmen (derzeit keine gute Idee!).

Erster Versuch in Lindau am Bodensee

Im Sommer vor drei Jahren unternahm ich eine experimentelle Reise nach Lindau. Ich benutzte keinen Reiseführer und googelte nicht über das Reiseziel. Für meinen Aufenthalt wählte ich die Methode „Automatic Travel“, die im Buch wie folgt beschrieben wird:
„…escape from the constraints of reason by travelling automatically (i.e. without thinking) and see where your subconscious takes you.“

Morgens reiste ich mit dem (vorgebuchten) Flixbus an. Als erstes erkundete ich das nahe Einkaufszentrum und entdeckte dabei ein schönes Selbstbedienungsrestaurant, in dem ich lange gemütlich sitzen blieb, Leute bebachtete und über ein aktuelles Problem nachdachte.

Dann lief ich spontan los, am Bodenseeufer entlang. Blöderweise gelangt man in Lindau nach kurzer Zeit auf die Insel, auf der die gesamte Altstadt liegt, aber einen Tag lang schlenderte ich ziellos durch die Gassen und entdeckte touristisch Sehenswertes nebenbei, z.B. eine Ausstellung mit Gemälden von Paul Klee, von der ich nichts gewusst hatte. Etwas schwierig war es eine Unterkunft zu bekommen, aber schließlich kam ich relativ günstig in einem sehr schönen Hotel am See unter. Allein das Frühstück mit Blick auf die Seepromenade am nächsten Morgen war jeden Euro wert. Am zweiten Tag zog ich aber doch ein kleines Besichtigungsprogramm nebst Bootsfahrt auf dem See durch. Am Nachmittag entschied ich mich spontan, mit dem Zug nach Hause zu fahren.

Eine Kamera hatte ich nicht mitgenommen. Ganz konnte ich es aber doch nicht lassen und nahm einige wenige Fotos mit dem Smartphone auf. Interessanterweise sind diese Bilder in meinem Fotoarchiv nicht mehr auffindbar, so dass ich alleine auf meine Erinnerungen angewiesen bin. Eine wieder ganz neue Erfahrung!

„Experimental Travel“ auf Fernreisen ?

Auf Fernreisen hatte ich „Experimental Travel “ nicht eingeplant. Schließlich war ich um die halbe Welt geflogen, um herausragende Sehenswürdigkeiten zu sehen und hatte nicht genug Zeit, um auch noch „experimentell“ unterwegs zu sein. Als ich aber auf meiner Reise durch Japan nach vielen Tempelbesuchen schon völlig übersättigt war, fuhr ich mit dem Zug nach Fukuoka, wo ich zwei Tage lang nichts besichtigen wollte. Vielmehr ging ich nach dem Verlassen des Hotels spontan in eine Richtung und folgte mehr oder minder der Methode „Automatic Travel“. Dabei entdeckte ich zufällig mehrere Plätze, an denen die Einheimischen das Wochenende genossen, u.a. das erste japanische Hanami (Picknick unter den blühenden Kirschbäumen), und es wurde mir überhaupt nicht langweilig. Fukuoka gefiel mir ausnehmend gut ( s. hier ).

„Experimental Travel“ in München und die Farbe „Blau“

Im letzten Sommer dachte ich, dass Experimental Travel in Corona Zeiten eine gute Möglichkeit wäre, den Wohnort neu zu erkunden. Nun probierte ich „Abwechselnde Reisen“ aus, bzw. „Links-/Rechts-Reisen“. An einem Ort, der nicht weit von zu Hause entfernt liegt, lief ich los. Im Buch wird vorgeschlagen, an der ersten Möglichkeit links abzubiegen und dann an der nächsten rechts. Stattdessen wechselte ich zu zwei rechts/zwei links, weil ich mich etwas weiter von zu Hause entfernen wollte. Da es in unserem Vorort nicht so spannend aussieht und ich viele Straßen von meinen Corona Spaziergängen schon gut kannte, stellte ich mir eine weitere Aufgabe aus der Kärtchensammlung „Anywhere Travel Guide“ , und zog das Kärtchen „Look especially for everything blue“.

Bei großer Hitze schlappte ich los und entdeckte vieles in Blau, das mir normalerweise nicht bewußt aufgefallen wäre. Blau ist eine ruhige Farbe, sie signalisiert Frieden und Entspannung. Im Unterschied zu Rot oder Gelb hat Blau keine Warnfunktion. Blau wird auf Verkehrsschildern verwendet, um auf Erlaubtes (z.B. auf Parkmöglichkeiten) hinzuweisen. Blau soll Vertrauen schaffen, daher wird es oft auf Firmenschildern verwendet.

Blau ist eine Farbe der bayerischen Flagge („weiß-blau“ nicht „blau-weiß“). In der bayerischen Hauptstadt sieht man überall Blau. Der Münchner Verkehrsverbund betreibt blaue Busse und Straßenbahnen. Deren Innenausstattung ist meistens blau und alle oberirdischen Haltestellen und der Zugang zur U-Bahn sind so gestaltet. Alle Straßen- und die Hausnummernschilder in München sind blau. Blau war der Himmel an diesem heißen Sommertag. Blau steht für Wasser und besonders das helle Blau erzeugt eine maritime Stimmung. Blaue Blumen sind selten und oft giftig (z.B. der Eisenhut). Blaue Lebensmittel sind in der Regel chemisch gefärbt, z. B. Blaubeerjoghurt und Speiseeis.

Die Komplementärfarbe Gelb wird manchmal zusammen mit Blau verwendet, um das Design eines Objektes aufzupeppen. Das erinnert mich an die „Postbank“ und ich finde, dass Blau in dieser Kombination plaktativ wirkt und den beruhigenden Charakter verliert.

Aber nun genug der Worte: schaut selber!

Mit der Zwei rechts/zwei links Methode landete ich nach einiger Zeit an der Bahnlinie. Dann wurde es mit dem Rechtsabbiegen schwierig, weil es nur wenige Brücken in fußläufiger Entfernung zueinander gibt. Einmal zählte ich sogar die Zufahrt zu einer Bushaltestelle als rechte Abbiegung, damit ich bei der nächsten Brücke die Gleise überqueren konnte. Hier wirkte sich meine Ortskenntnis nachteilig aus. Immerhin gelangte ich über die Brücke in ein Stadtviertel, das ich noch nie zu Fuß betreten hatte. Ich entdeckte, dass es dort nicht nur ein Gewerbegebiet sondern auch Wohnungen gab. Schließlich befand ich mich wieder an einem Bahngleis und dann sogar zwischen zwei Bahnstrecken, die ich nach einigem Hin- und Her überqueren konnte. Nun entdeckte ich eine kleine, mir bis dahin unbekannte Parkanlage, in der ich mich im Schatten von der Hitze erholte. Zurück an der Hauptverkehrsstraße beschloss ich, das Experiment zu beenden, trank noch einen Cappuccino und fuhr dann mit dem Bus zurück.

Als ich nachschauen wollte, wieviele Schritte ich zurückgelegt hatte, sah ich, dass ich meinen Fitnesstracker verloren hatte. Das führte dazu, dass ich einen Großteil der Strecke noch einmal ging um zu suchen, aber leider ohne Erfolg.

Fazit :

Ein bis zwei Tage „Automatic Travel“ eignen sich bei längeren Reisen sehr gut zur Reduzierung des Besichtigungsstresses. Zwei rechts/zwei links ist ein einfache Methode, die man gut am Wohnort ausprobieren kann. Sie funktioniert aber besser, wenn man durch ein unbekannte Gegend spaziert. In München gibt es viele Stadtviertel, in denen ich mich nicht auskenne. Dort würde ich beim nächsten Mal starten. In Corona Zeiten könnte einige Methode gute Alternativen zu klassichen Reisen bieten.

Die „Anywhere Travel Guide“ Kärtchensammlung bietet sehr viele Möglichkeiten, um Stadtspaziergänge, auch bei geschlossenen Institutionen, spannend zu gestalten. Manches passt zu Corona Zeiten nicht so gut, z.B. einen Gegenstand mit einem Fremden zu tauschen oder Passanten anzusprechen. Anderes mag man persönlich nicht, u.a. „Walk down the street in a funny way“. Aber dann zieht man einfach so lange Kärtchen, bis es passt. Natürlich geht das Ganze auch ohne Kombination mit „Experimental Travel“.

PS:
Nur wenige blaue Autos fahren in München zur Zeit. Die Farbe ist aus der Mode gekommen. Hauptsächlich Firmenautos sind so lackiert. Persönlich würde ich auch eine andere Autofarbe vorziehen. Aber zur Zeit, mit einer dicken Haube Schnee, sehen sie doch nicht schlecht aus. Fast Bayerisch …

Wie geht es euch auf Reisen ? Wollt ihr manchmal auch spontaner reisen und wie stellt ihr das an? Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Happy New Year 2021

Sehr lange war es nicht mehr so notwendig, das Alte Jahr zu verabschieden und das Neue zu begrüßen. In diesem Sinne: „Bye Bye verflixtes Jahr 2020 und Welcome 2021!“ Nun kann es eigentlich nur besser werden.

Mit einem Photo der Morgenröte wünsche ich euch alles Gute und viel Glück im Neuen Jahr. Ich danke euch herzlich, dass ihr meine Posts gelesen, kommentiert und gelikt habt. Eure nette Begleitung hat mich in diesem speziellen Jahr wieder sehr bereichert. Viel Spaß haben mir auch eure wunderbaren Beiträge bereitet.

Das Allerwichtigste ist, dass wir gesund bleiben und auf Andere aufpassen. Aber Spaß und Erfolg sollten auch nicht zu kurz kommen.

Und ich gebe es zu: über einige Reisen würde ich mich sehr freuen !

Not for a very long time it was so necessary to say goodbye to the old year and welcome the new year. In this sense: „Bye Bye darn year 2020 and Welcome 2021!“ It can actually only get better now.

With a photo of the dawn I wish you all the best and good luck in the New Year. Thank you very much for reading, commenting and liking on my posts. Your kind company has enriched me very much in this special year. I have also enjoyed your wonderful contributions.

The most important thing is that we stay healthy and take care of others. But fun and success should not come up short.

And I must admit: about some travels I would be very happy !

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Weihnachten 2020 Christmas 2020🎄😷🌠

So viele gute Wünsche zu Weihnachten und zum Neuen Jahr habe ich schon gelesen und versucht, möglichst viele zu beantworten. Herzlichen Dank an euch alle !

Was möchte ich selber zu diesem Weihnachtsfest sagen ? Mir fehlen die Worte. Ihr habt alles gesagt, bzw. geschrieben, was zu den ganz speziellen Feiertagen im Jahr 2020 anzumerken ist. Was soll man da noch sagen 😉?

Kurzum :
Feiert schön, habt Spaß, seid aber vorsichtig ! Seid nett zu einander, auch ohne Umarmungen ! Und wenn nicht jetzt, wann dann, haben wir die Chance, Weihnachten ohne Stress zu begehen.

Und Corona soll sich gefälligst „schleichen“ 😡!

Rentnerinnenblues 3 Pensioner’s Blues 3

Noch ein „Renterinnenblues“ ! „Was will denn die schon wieder ?“, werden manche denken, nachdem ich mich zu dem Thema hier und dort schon ausgelassen habe .

Persönlich sehe ich zwei Anlässe. Zum Einen wäre jetzt mein regulärer Renteneintritt gewesen. Wie berichtet war ich früher in Rente gegangen, um auf längere Reisen gehen zu können. Zum Anderen herrscht inzwischen eine Pandemie, die unser Leben gravierend verändert hat.

Vor diesem Hintergrund mag eine Beschäftigung mit persönlichen Befindlichkeiten egozentrisch erscheinen. Das Virus hat bisher zu Erkrankungen von fast 40 Millionen Menschen geführt und über 1,1 Millionen sind gestorben. Vor Jahren habe ich „La Peste“ von Camus gelesen und fand das Schicksal der eingeschlossenen Stadtbewohner entsetzlich. Nicht im Traum hätte ich gedacht, dass etwas Vergleichbares auf globaler Ebene geschehen könnte !

Trotzdem glaube ich, dass es nachvollziehbar ist, dass man in einer solchen Lage auch die eigene Situation betrachtet. Zunächst einmal bin ich heilfroh, dass ich mein Berufsleben Ende März 2019 abgeschlossen habe. Im letzten Halbjahr hätte ich im Dauerkrisenmodus arbeiten müssen und nur wenig Konstruktives schaffen können. Sämtliche berufliche Veranstaltungen, z.B. der Besuch von Filmfestivals und meine Abschiedsfeier, wären ausgefallen. Davon abgesehen wäre es frustrierend gewesen, nach den vielen Jahren von Bord gehen zu müssen, wenn sich das Schiff gerade in Seenot befindet.

Aber dann natürlich das Reisen … Reisen ist meine Leidenschaft ! Im Frühjahr 2019 konnte ich noch ein dreimonatige Reise nach Japan, Südkorea und Taiwan unternehmen . Wie berichtet (s. oben) bremste mich mein Gesundheitszustand bald danach aus. Inzwischen geht es mir etwas besser, mal mehr mal weniger. Kleinere Reisen in Deutschland und Österreich konnte ich unternehmen. Vor allem bei meinem geliebten Wandern hatte ich nur wenige Probleme. Bei guter medizinischer Versorgung würde ich mir auch eine Reise in ein Land zutrauen, das drei bis vier Flugstunden entfernt liegt. Fernreisen gingen eher nicht.

Nun können wir alle (fast) nicht mehr reisen. Gerade schließt sich das Fenster der Reisemöglichkeiten aufgrund der steigenden Coronazahlen wieder. Noch nicht einmal innerhalb Deutschlands, von Bundesland zu Bundesland, ist problemloses Reisen möglich. Als wir vor kurzem im Hotel übernachtet haben (ja, ich habe mich getraut! ) lag an der Rezeption eine lange Liste mit deutschen Postleitzahlen. Für die Bewohner der entsprechenden Orte galt das, inzwischen ausgelaufene, bayerische Beherbergungsverbot.

Allerdings handelt es sich doch eher um ein Luxusproblem. Wichtiger als das Verreisen ist, dass die Familie und man selbst sich nicht mit dem Corona Virus ansteckt und dass man Rücksicht auf andere nimmt. Bis es einen Impfstoff gibt und wir Zugang dazu haben, werden wir auf sehr Vieles verzichten müssen. Momentan ist das aufgrund explodierender Coronazahlen wieder besonders wichtig. Gehen wir es gemeinsam an !